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KuldaerMZeitung

Rabatt gewährt

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27. Jahrgang.

Iuköa, Dienstag, den 27. März 1900.

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X Die Aufnahme von Mechsekproteke« durch die Post erfährt eine Aenderung durch eine Bestimmung der neuen Postordnung, die be­kanntlich mit diesem 1. April in Kraft tritt. Postausttäge mit dem Vermerk „Sofort zum Protest" sollen nicht mehr sosort nach der ersten vergeblichen Vorzeigung oder nach dem ersten vergeblich gebliebenen Versuche der Vorzeigung zur Aufnahme des Wechselprotestes an eine dazu befugte Person weiter gegeben, fandern bis zum Schlüsse der Schalterstunden an dem be- treffenden Tage zur Einlösung oder Erlheiluns der Annahme-Erklärung bereit gehaltm werden. Die Neuerung wird vielen Geschäftsleuten sehr

in achter Auflage, nachdem die siebte Auflage in Höhe von 6000 Stück in zwei Jahren vergriffen war. Sehr intereffant ist ein Blick in die Sta­tistik des Verbandes. Von den Studirenden ent­fallen 281 auf die theologische Fakultät, 339 auf die juristische, 320 auf die medizinische, 213 auf die philosophische, 97 auf die mathematisch-natur- wisienschaftlicke und 259 auf die verschiedenen technischen Fakultäten. Die Rheinprovinz stellt 362 aktive, Westfallen 314, Hannover 130, Schlesien 103, Preußen überhaupt 1082, Bayern 216. Unter den alten Herren finden wir 3 Bischöfe,

1317 Weltgeistltche und 67 Orden-geistliche. In­folge der WiedereröffnMg der UniverfitätSkonvikte ist bei der Aktivitas das theologische Element leider sehr im Rückgang begriffen. Wahl nicht zum alleinigen Nachtheil der Vereine. Daß es auch an Nachwuchs für höhere Justiz- und Verwaltungs­posten auf katholischer Seite nicht mangelt, beweist der Umstand, daß allein dieser eine Verband unter seinen alten Herren 89 höhere Verwaltungsbeamte, 134 Richter, 11 Staatsanwälte, 155 Rechtsanwälte, 81 Assessoren und 226 Referendare zählt neben 95 höheren Baubeamten und 52 Regierungsbau­führern. Neben 744 Aerzten finden wir 84 Apo­theker. Das Lehrfach ist vertreten durch 40 Pro­fessoren und 18 Privatdozenten an deutschen Hoch­schulen, 47 Direktoren höherer Lehranstalten und 440 Oberlehrer. An Technikern, Chemikern, Industriellen usw. weist der Verband etwa 300 auf. Von den 3950 alten Herren sind 2851 in Preußen ansässiig, davon 921 im Rheinland, 648 in Westfalen, 386 in Schlesien und 274 in Han­nover. Auf Bayern entfallen 501, Württemberg 90, Reichslande 86, Baden 73 usw. Im ver­flossenen Semester haben die Arminia in Bonn und die Brisgovia in Freiburg i. B. wegen zu großer Mitgliederzahl je einen neuen Verein ins Leben gerufen, die Frista in Bonn und die Bavaria in Freiburg. In Braunschweig hat sich ein neuer Verein gegründet, Cheruscia, welcher die Aufnahme in den Verband anstrebt. Neugründungen in Halle, Darmstadt und Stuttgart werden voraus­sichtlich bald folgen. Möge der Verband so weiter wachsen, blühen und gedeihen zum Nutzen unseres deutschen Vaterlandes und zum Nutzen der katho-

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daS aber ein stilles, blasses Mädchen! WaS mag nur den Jugendsrohsinn von ihr verscheucht Haden? Ich glaube, sie hat Schweres durchge­macht. Junge Mädchen in ihrem Alter sind roch sonst anders, ganz anders," meinte sie

taetÄtmayuna.

»hneBrinaerlohn rnd Bestellgeld ht Aulda und aus- »Srt-lM.bVPf.

Deutsches Keich.

Berlin, den 26. März.

Das Glückskind.

Erzählung von Irene von Hellmuth.

15 ------ Nachdruck verboten.

Durch daS ganze Haus wehte ein Hauch wohtthuenden Friedens. Röschen fühlte sofort, daS waren andere, bessere Menschen, als die, welche sie heute verlassen; hier lebte alleS m herzlichem, innigem Einvernehmen, hier in dem kleinen Kreise herrschte die Liebe und verklarte alles mit ihrem stillen Zauber. Aber das Herz des Mädchens war noch zu verbittert von dem Leid, was man ihr angethan: es verschloß sich den Eindrücken, die es hier empfing, und die es so süß umschmeichelten.

Bleich und still saß Röschen an dem Tisch, dm man ihr zu Ehren so reich geschmückt hatte, und rührte kaum die duftenden Speisen an. Und doch, als sie sich endlich allein in dem Stübchen befand, das die Försterin ihr so traulich einge­richtet hatte, da bereute sie den Entschluß, hier­her gegangen zu sein, keineswegs; im Gegenthell, etwas wie Befriedigung darüber zog durch die junge Seele. ,,

Röschen öffnete das Fenster und betrachtete, in Gedanken versunken, eine Weile den sternbe­säten Himmel. Die kalte, eisige Lust zwang sie indessen bald, die Läden zu schließen. Dann streckte sie die müden Glieder behaglich m die schneeigweißen Kissen, und schlief, von Müdigkei überwältigt, sofort ein. .

Drunten aber im Wohnzimmer saß die Försterin, die gefaltetm Hände im Schooße. „Ist

mit Zlnterhallm»gs-Mü»g- „Zllvstrrrte Somcklgs-Zewmg?

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„Hörst Du's, Frau?" fragte er, „hab' ich's nicht immer gesagt, nur Geduld, das muß wieder anders werden !"

„Na ja. Du hast immer recht," neckte die

d eTSefX« imßanbe steht? Und wenn hier diesen Besprechungen. Leute noch so wenig Interesse, weil

wenig Kenntuiß in sozialen Reformbestrebungen an den Tag legen, muß man dann warten, bis der flinkere Sozialdemokrat die „Aufklärungs­arbeit" begonnen hat, um ihn mit viel größerer Mühe zu bekämpfen, als es bedurft hätte, ihm Uvorzukommen? Muß denn nicht über- -aupt „etwas geschehen", ohne daß die Sozialdemokratie droht? Ja, wenn Iberall an dm einzelnen Orten wenigstens rührige

Arbeitervereine und christliche Gewerkschasten, Gesellmvereine und Jnnungm, Genossenschaften s und Bauernvereine, kaufmännische Bereinigungm 1 u. s. w. beständen und die Mehrzahl der Berufs- ! genossen zu eifriger sozialer Kleinarbeit । in sich vereinigten, bann ließe sich schon eher । die Entschuldigung hören: „Wir haben hier bett Volksverein für daS kath. Deutschland nicht so nöthig." Aber auch in diesem Falle ist der Volksverein unentbehrlich, weil eS doch soziale Angelegmhettm gibt, die allm Ständen gemein­sam find, well er — zur befferen und schnelleren Förderung der Sozialreform — ein Binde­glied für die sozialm Bestrebungm aller deutschen Katholiken fein soll. Wo kann man sich indeß heute schon rühmm, dm Volksverein „allenfalls" nur aus diesem Grunde zu brauchen, weil die sozialm StandeSorganisattonen an Mitgliederzahl und rühriger Thätigkell nichts zu wünschm übrig ließen? Doppelt nöthigt der OrtSverein, well er auch als Anreger und Förderer der StandeSorganisationm dienen muß. — Vor allem sollten überall die Führer deS kath. Volkes und die Angehörigen der ge- bildeteren und beffergestellten Stände sich ihrer Pflichten gegenüber „Windhorst's-Vermächtniß" bewußt werden, fich erinnern, daß überall früh­zeitig „etwas geschehm muß". Wo der Volks­verein besteht und eifrig wirkt, da möge man sich in der Nachbarschaft um seine Verbreitung bemühm, daß nach dem Programm des Bolks- vereinS „wirklich etwas geschieht", d. h. nicht nur allgemeine Reden, z. B. über die soziale Bedeutung deS Christenthums gehaltm, sondern die Leute durch den Volksoerein zu prakttscher sozialer Kleinarbeit in der Verbesserung ihrer Sage angeleitet werden.

* Der Deröaub der katholischen Sk» dettlenvereine Detttschkands (nicht farbentra­gende) hat nach seinem soeben erschienenen Jahrbuche wieder einen höchst erfreulichen Aufschwung zu verzeichnen. Er ist der an Mitgliedern und Vereinigungen der größte katholische akademische Verband Deutschlands und auch wohl der Welt. Er zählt jetzt in 30 Vereinen 1500 ftubirenbe Mitglieder und 3950 „alte Herren"; außerdem gehören ihm etwa 250 Ehrenmitglieder an, so : daß die Gesammtzahl der Mitglieder 5700 beträgt.

Neben den aktiven Vereinen bestehen 105 Vereini- : aungen von alten Herrm. Die Zeitschrift des i Verbandes Akademische Monatsblätter (Kommisfions- 11 verlag I. P. Bachem, Köln) erscheint im 12.

t ft ISrst ZLadoNtt, der deutsche Botschafter in Petersburg, sollte angeblich amtSmüde fein, -so lautete eine Meldung deS ,Berl. Tageblattes' Die Meldung Hang an sich unglaublich und ist deswegen in der ,Fuld. Ztg.' gar nicht erwähnt werten. Jetzt wird sie zum lleberfluffe noch halbamtlich als unwahr bezeichnet ,

•uff In der heutigen Konferenz, welche IN Betreff des Ikeischveschattgesetzes zwischen den Vorsitzenden sämmtlicher Bauernoer- bände und dem deutschen Fleischerver- bande in Frankfurt a. M. stattfand, wurde mit Einstimmigkeit eine Resolution be­schlossen, dahingehend, daß in der Fleischschau. gesetzeSvorlage

1. an den in der zweiten Lesung teS Reichs­tages zu Stande getommenen Beschlüssen unbedingt festzuhatten sei;

- 2. sollte dies nicht zu erreichen fein, so ist darauf hinzuwirken, daß die ganze Gesetzes­vorlage falle;

3. ist durch Gesuche zu verlangen, daß die Einfuhr aller Wurstpräparate und deS Büchsenfleisches alsbald verboten werde.

Schließlich wurde eine Kommission aus zehn Herren (je fünf Bauern und fünf Fleischem) bestellt, welche die Angelegenheit an entscheidender Stelle in Vorlage zu bringen haben.

* Die Wahlprufungskommilstou des Avgeordtteteuhattfes ist vom Vorsitzenden Herold (C.) zur zweiten Lesung des Gesetz mtwurfs betressend die Bildung der Wähler« abtheilungen bei dm Gemeindewahlen zum 27.

einberufen worden. Die erste Lesung hatte

vor etwa l1/« Wochen stattgefunden und mit der Umgestaltung der Vorlage abgeschlossen. Damals war die Staatsregierung ersucht wordm, statistisches Material zur Beurtheilung der ein­schlägigen Fragen herbeizubringen. Bis dahin sollte die zweite Lesung vertagt werden. Man darf annehmen, daß nunmehr die Staatsregierung der Anregung Folge gegeben hat.

h Das preußische ASgeordueteuhaus Wird vermuthlich mit feinen Arbeiten dis zum Pfingstfeste fertig werden, wenn nicht etwa noch unvermuthet die erweiterte Kanalvorlage über den Landtag hereinbrechen sollte. Nach der Oüervause find namentlich noch die beiben Ä ! n° mtt d'-m l zähigan,-ün« Lfi-g-00° Md «freut

Steuer unb über die Aenderung des Gemeinde- Jnb übrigens - ftiteresstrt man fich sich der Mitarbeiterschaft hervorragender katholischer

wahlrechtes zu erledigen. » . für fo.iale Dinge!" I Gelehrten. Das deutsche Kommersbuch, welches

h Die Lettleuolh "»f de« Laude wird Elches und Sehnliche- hört man oft genug von I von Herrn Professor Dr. Reifert im Auftrage eingehend in Berathungen befprochm, die im 6etucenet« Seite. Aber, um's HimmelSwillen, des Verbandes bearbeitet wird, erschien bei Herder

preußischen Abgeordnetenhause von den Ministern " ' man bann an JU rüsten, wenn der Feind in achter Auflage, nachdem dir siebte Auflage in

des Innern und der .^andwirthschaft abgehalten j yflnbe st^bt? Und wenn hier und da unb | Höhe von 6000 Stück in zwei Jahren vergriffen werden. ' ES nehmen an t.:," V-"***

sowohl Vertreter der genannten Ministerien als auch namentlich Vertreter der prattischen Land- wirthschaft und der Landwirthschaftskammern theil. Am heutigen Montag hat die zweite dieser Be­rathungen stattgefunden. Heber ihre Ergebnisse ist in diesem Augenblicke noch nichts Genaueres bekannt. Daß von der Regierung zunächst eine Verlängerung des Aufenthaltes der ausländischen Arbeiter in Deutschland um sechs Wochen ins Auge gefaßt ist, wurde bereits berichtet.

+ Die nette Seemannsorbunng, mit deren erster Berathung der Reichstag fich hmte (Montag) beschäftigt hat, wird schwerlich in dieser Tagung des Reichstages zu Stande kommm, ob­wohl die Redner aller Parteien ein günstiges UrtheU über dieselbe abgegeben habm. Die Vor­lage ist viel zu umsangreich, als daß fie schnell in der Kommission erledigt werden könnte, und eS ist deswegen allein schon unwahrscheinlich, daß man im Laufe dieser Tagung zu einer Verab­schiedung gelangen werde. Nun aber kommt als erschwerend noch die Absicht der Sozialdemokraten hinzu, eine Reihe von Abänderungsanträgen zu stellen, so daß dadurch die Entwickelung der Sache noch mehr verzögert werden wird. ES ist ein Fehler der Reichsregierung, solche verwickelte Vorlagen noch so spät an den Reichstag gelangen

Kopsschütteln. .

„Laß nur gut sein, Theres, die ,st noch zu jung, um immer so fortleben zu können," pflegte der Förster zu sagen. „Dem Kinde ist sicher _ - h । etwas recht Unangenehmes passirt, es hat bte

* Laß nur gut sein. Alte," tröstete der Gatte, erste Bitterkeit der Welt erfahren und braucht „wenn fie ein Leid erfahren hat, das macht sie eben Zeit, bis bte ^aungm Gedanken verschlagen am besten mit sich allein durch, es wird schon sind dannjmrt■ Mi aHe« °^Abe?1s°'schim Äob diese Behauptung Ader viele Wochen mußten darüber hingehen des Försters sich niemals erfüllen sollte. So ehe Röschens kleiner Mund das Lächeln wieder

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a ,U®re"®deid)tming nur ward Wich» g-. I n-nfch-m. «in’ braunen in gelb unb SM» ein worben - ne tonnte wirb« weinen, bie neutf Seien begann - ba wur aw» bet Sann Thränen floffen jum Seibwefen der weichherzigen gebrochen, btn das Lilb um Roichenä H s 8” W f° Eich, daß ihr fa» Breite berg»*

Und alles liebevolle Zureden, doch den grauen Schnauzbart, undschmunzelndlaufihre er Kummer sich von der Seele zu sprechen, half dem Gesäuge, der h»e unb ba au8 dem Mädchen nichts, ja, je mehr man dem Mädchen Trost zu- fiübchen^nte. zusprechm suchte, desto schlimmer wurde es. Der Förster sann alle möglichen und unmöglichen Ge­schichten aus, die er bann in seiner derb- komischen Weise zum Besten gab, aber nicht eine Spur jugendlichen Frohsinns erschien auf dem lieblichen, schmalen Gesicht des Mädchens, das im übrigen den guten Förstersleuten dankbar zu- gethan war. Auf die Vorschläge Bernsdorfers, eine Schlittenfahrt durch den Wald, ober einen tüchtigen Marsch zum Futterplatz der Rehe zu

daS aber schön gefangen, stehst Du, — so freut S mich, Röschen, so ist's recht."

Die Angeredete flog ungestüm der Försterin an bie Brust. „Ich war bisher em dammes, trotziges Kind, bas EunGüte nur schlecht be­lohnte; aber es soll anders werden habt E noch ein wenig Geduld mit mir unb Mgjtet mich lieb", sagte sie unter erneuertem Schluchzen.

Gerührt strich Frau Therese flber ben braun-. lockigen Scheitel. Sie halte baS Mädchen schon längst in ihr Herz geschlossen, und erwiderte, eS innig küssend: „Ader jetzt wirt nicht mehr ge weint Rosi, — sieh', wir haben Dich lieb rote ein eigenes Kind, willst Du »ns nicht endlich an- I vertrauen, was Dich so sehr bedruckt.

Röschen nickte. .

Na/ Sott sei Dank," meinte der Förster trocken, „nun wird doch endlich Deine beugtet befriedigt, Alte; das ist em Glück O,Jhr ! Weiber, alle seid Ihr neugierig wie die Spatzen^ I Therese drohte schalkhaft mit dem Finger. ! Du — geh', — Du Bösewicht, weißt s doch recht' gut, daß es nur Theilnahrne ist, was mich veranlaßt hat, zu fragen."

„Ja, ja, — Theilnahrne," lachte der Gatte, „das kennt man schon."---

I Unb von jenem Tage an schien es, als zöge ein neuer Geist durch das Haus. , .

Rosi saß nicht mehr wie früher unthatig da, sie rührte tüchtig die Hände und nahml der Försterin manche Arbeit ab, suchte sich überhaupt überall nützlich zu machen, — sie war rote um­gewandelt. —

(Fortsetzung folgt.)

9 „Ja - immer," bestätigte er. „Draußen singt unb klingt ja bet ganze Wald, rote sollte da so ein junges Ding nicht mit etnfttmmen!"

„Potz Tausend noch einmal!" rief er lebhaft dem eben eintretenben Mädchen entgegen, „war

willkommen fein.

a „Ks mutz etwas geschehe«!" Das ist der Angstruf gar vieler, bie erst „in elfter | Stunbe" an ben Volksverein für bas katholische Deutschlanb appelliren, wenn bie Sozialbemokraten in ihrer bisher „so frieb- lichen" Gegend zu agitiren beginnen unb Ver­sammlungen abhalten unb bie Aufmerksamkeit der regsameren Elemente auf bie Verbesserung ihrer sozialen Lage hinlenkeu. Dann „muß etwaS geschehen," und der VollSverein soll helfen! Aber, daß vorher auch etwas geschehen kann und geschehen muß, um der sozialdemokratischen Agitation vorzubauen, daS wollen leider an so vielen Orten die berufenen katholischen I Männer noch immer nicht einsehen. „Es ist noch immer keine Gefahr im Verzug, unb dann haben wir auch in unserer Gemeinde noch dies und daS, wozu wir daS Interesse und die I Opferwilligkeit unserer Leute brauchen; es wird

Ans dem Reichstage.

176. Sitzung vom 26. März 1900.

Beim Reichstage ist der Gesetzentwurf ,ur Be­kämpfung gemeingefährlicher Krankheiten

Tagesordnung der heutigen Sitzung steht die erste Berathung der neuen Seemanns ordnirnb in Verbindung mit den Gesetzen über die Berpflichtm^ der Kauffahrteischiffe zur Mitnahme heimzuschaffender Seeleute; über die Stellenvermittlung fur Seeleute und über die Abänderung seerrchtlrcher Vorschriften des H°"Di?Wtzmw>ürfe finden im Allgemeinen eine gute Aufnahme im Hause. Natürlich sprechen alle Redner für die Ueberweisuug derselben an eine Kommission und zwar nach dem Anträge des Abg. Frese von 'der freis. Berg, für eine Kommrssion von 21 Mitgliedern. Namentlich der kons. Abg. Retttg stellt den vier Entwürfen daS Zeugnrß aus. daß ste sehr sorgfältig vorbereitet seien und wesentliche Verbesserungen bringen. Nur die Regelung Sonntagsarbeit scheint dem konservativen Redner noch erheblicher Berbefferungen m der Kommisfion zu bedien. Auch^^ ^entr.) wünscht weitergehende Sonntagsruhe für die Mannschaften während der Zeit des Aufenthaltes in einem Hafen. Aaßerdem wünscht der Redner die Einrichtung von Seeschöffengerichten.

Staatssekretär Graf Uosadowsky erwidert, er halte es für keinen Bortheil, wenn man »u besondere Standesgeritten zurück^eifen rvo^e. Auch wür^ diesen Gerichten an der genügenden Beichasngu»s fehlen Außerdem hebt der Staatssekretär vamentl ch

I den? daß diese Disziplin lockern konnte.