FuldaerMImtung
27. Jahrgang
IuLöa, Samstag, den 24. März 1900
Verwischtes
heiligen Elisabeth von
Reklame«- ««d Anzeigeutheil.
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Druck und Verlar der Auldaer Actiendruckerei Peter-saS- Nr. 2 lLarmonte).
O UeKrr Vflan;«ng der Obstdaumr.
So erfreulich der Aufschwung in der Obst- lultur iu den letzten Jahrzehnten auch ist und so viel auch von Garten- und Obstbauvereinen auf Hebung derselben durch Wort und Schrift gewirkt wird, so ist dennoch der Anbau des Obstes in unserer Gegend noch nicht so verbreitet, wie «s im Interesse der Bevölkerung gewünscht werden muß. Daß der Obstbau einträglich ist, be-
8—12 Meter; für Pflaumen-, Zwetschen-, Aprikosen- und Pfirsichhochstämme einen Abstand von 5—7 Meter.
Die Vorbereitung des Bodens zum Pflanzen besteht in einer gründlichen Lockerung, damit die jungen Obstbäume ohne Schwierigkeiten sicher anwurzeln können. Zu diesem Zwecke rigole man die ganzen Grundstücke, seien es Aecker, Wiesen oder Viehweiden aus 1 Meter oder aber man beschränke sich der hohen Kosten wegen auf das Ausheben von Baumgruben (Baumlöcher); letztere erfüllen, je tiefer sie hergestellt werden, um so besser ihren Zweck, denn eine tiefe Bodenlockerung ist gleich einer halben Düngung.
Bei der Herbstpflanzung sollen die Gruben mindestens 4 Wochen vor der Pflanzung, bei Frühjahrspflanzung schon im Vorwinter ausge- joben werden, damit die ausgehobene Erde, sowie die Wandungen gut durchlüftet werden. Im allgemeinen genügt eine Tiefe von 1 Meter; bei Birnbäumen grabe man lieber etwas tiefer als ireiter, doch es richtet sich diefes ganz nach den gegebenen Bodenverhältnissen.
Nachdem wir so alle Punkte berücksichtigt, )ie bei der Auswahl der Sorten, des Baumes für die betreffende Lage, Klima, Boden rc. von großer Wichtigkeit sind, so kann man das Pflanzen selbst vornehmen. Wann ist die geeignetste Zeit zum Pflanzen, im Frühjahr oder im Herbst? Beide Pflanzungen haben ihre Vor- und Nachtheile und bei beiden hängt das Anwachsen (Gelingen) von der Witterung und dem Boden ab. Man halte an dem Grundsätze fest: In warmen, besseren Lagen und leichtem Boden ist die beste Zeit der Herbst, in kaltem und nassem Boden, sowie in engen feuchten Thälern und auf rauhen Höhen ist die Früh- iahrspflanzung vorzuziehen. Jedenfalls aber muß das Pflanzen im Herbste so zeitig ge- chehen, daß der Baum noch genügend Zeit hat, Callus event. auch Wurzeln zu bilden. Sind wir uns über die Pflanzzeit klar, so schreiten wir zum Stellen des Baumpfahles, sowie zum Zufüllen der Baumgrube. Man stellt den Pfahl vor dem Zufüllen der Baumgrube am besten je nach der Himmelsrichtung, wo in der betreffenden Gegend die meisten Stürme und Winde Herkommen. Dort wo starke Stürme seltener auftreten, stellt man den Baumpfahl auf die Südseite, um den Baum gegen die heißen Sonnenstrahlen zu schützen. Der Pfahl ist etwa 10 bis 15 Zentimeter tief und 5 Zentimeter seitlich von dem Punkte, wo der Baum hin zu stehen kommt, in die Sohle einzulassen. Ist dies geschehen, so nimmt man das Zufüllen der Pflanzgrube vor; letzteres hat etwa 8 bis 14 Tage vor dem Pflanzen zu geschehen, damit sich die Erde zur Genüge setzen kann. Das Pflanzloch wird bis zur Hälfte oder dreiviertel der Höhe zugefüllt, dabei aber wird der vorhandene Boden event. mit gutem Dung gemischt.
Die Vorbereitung des Baumes zum Pflanzen selbst geschieht, indem man mit einem scharfen Messer die Wurzeln an ihren Enden frisch an- schneidet, dabei alle verletzten und geknickten Theile entfernt, so daß der Baum frische, gesunde Wundflächen bekommt. Die Schnittfläche selbst ist so auszuführen, daß sie im rechten Winkel zur Achse steht. Auch schneide man, wenn irgend thunlich, die Hauptwurzeln über schwächeren Seitenwürzelchen weil dann eine Ueberwallung der Schnittfläche rascher vor sich geht. Das Beschneiden der Wurzeln muß kurz vor dem Pflanzen geschehen, damit die Schnittwunden nicht austrocknen, denn nur mit diesen vermag der Baum der Erde Feuchtigkeit zu entziehen, sie sind der erste Mund des neu gepflanzten Baumes. Um nun das Anwachsen des Baumes noch besonders zu sichern, empfiehlt es sich, denselben mit den Wurzeln in einen aus Lehm und Kuhdung hergestellten Brei einzutauchen, um so den entstehenden Würzelchen gleich Nahrung darzubieten.
Die Vorbereitung der Baumkronen erfolgt, indem man bei den jungen Kernobstbäumen, wie sie aus der Baumschule kommen, alle schwachen, überzähligen Aeste ganz entfernt und nur diejenigen beläßt, welche zur Bildung der ersten Aeste nothwendig sind. Die verbleibenden Aeste werden dann auf 35 bis 40 Zentimeter (der Mittelzweig entsprechend länger) eingestutzt. Es geschieht dieses, um das Gleichgewicht zwischen Krone und den Wurzeln herzustellen (der Verbraucher muß eben im richtigen Verhältniß zum Ernährer stehen). Erst wenn ein Anwurzeln des Baumes stattgesundkn hat, erfolgt der regelrechte Kronenschnitt. Ganz anders liegt die Sache bei Steinobstbäumen; diese sind gleich bei der Pflanzung regelrecht zu schneiden, weil die Augen derselben nur ein Jahr lebensfähig sind. Auch vertragen Steinobstbäume dieses sehr gut, denn das Anwurzeln erfolgt bei ihnen
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weisen zahlreiche Beispiele, von denen nur einige erwähnt werden mögen.
Ein Kaufmann zu Neustadt a. d. H. erntete rm Jahre 1897 von einem mittelgroßen Baume 23 Zentner Aepsel ä Zentner zu 4 Mk. Verkauf, gibt einen Ertrag von 92 Mk.
Der Ort Laugen bei Darmstadt rechnet den jährlichen Ertrag des Obstes auf 70—80,000 Mk.
Das Dorf Werder bei Potsdam und Umgebung rechnen den Jahresertrag des Obstes auf circa 1/s Millionen. — Durchschnittlich rechnet man den jährlichen Ertrag eines Apfelbaumes auf 53—100 Mk.; den eines Birnbaumes auf 100 bis 120 Mk., wobei nebenbei auf demselben Grundstück noch Feldbau betrieben wird.
Ein Hauptgrund der noch immer mangelhaften Obstpflanzung ist in der Unkenntniß der Art und Weise wie und wo ein Obstbaum gepflanzt werden muß, zu suchen, sowie in der Unkenntniß der Behandlung eines Obstbaumes überhaupt. — Oft hat man Gelegenheit Bäume zu sehen, die völlig mit Moos und Algen behaftet flnd und in den Kronen sich die Mistel (Viacum album) festgesetzt hat; große Wunden, die durch Abbrechen von Aesten und Zweigen verursacht sind, bleiben ruhig ohne jeglichen Verband. Zur Zeit der Ernte wird gradezu mörderisch mit Stangen in der Krone herumgeschlagen, wobei nicht bedacht wird, daß dadurch die Organe, welche im kommenden Jahre die Früchte bringen sollen, am ersten leiden. Von Düngung ist überhaupt keine Rede, obwohl gerade dies das Wichtigste ist. c-—
In Folgendem soll kurz auf das Wichtigste hingewiesen werden, was beim Pflanzen der Obftbäume zu beachten ist; und zwar speziell für den Hochstamm. Von der Pflege sei in einem späteren Artikel die Rede.
Das erste Erforderniß für das gute Gedeihen eines Obstbaumes ist, daß man nur kerngesunde, kräftige Exemplare anpflanzt. Da die meisten Obstzüchter nicht in der Lage sind, sich die Obstbäume selbst heranzuziehen, so ist es von großem Werthe, daß man dieselben von einer gut reno- mirten Baumschule bezieht, wo man einen guten Stamm erhält und für Sorten-EchtheitGarantie hat.
Kräftigen, gesunden Wuchs muß der zu pflanzende Baum aufweisen, desgleichen die Rinde muß glatt sein, nicht rissig oder gar knotig. Bäume, die in derselben Gegend herangezogen wurden, entsprechen den klimatischen und Bodenverhältnissen am besten. Ferner muß der Baum eine regelmäßige Krone, bestehend aus 4—5 Zweigen haben. Die Höhe des Stammes soll bei Apfel- und Birnbäumen 2 Meter betragen, bei Zwetschen- und Pflaumenhochstämmen genügt eine Höhe von 1,80 Meters
Der Boden, in den man pflanzen will, darf weder zu fest noch zu locker sein; im allgemeinen wird ein sandiger, tiefgründiger Lehmboden mit etwas Kalkgehalt allen Obstbäurnen am zuträglichsten fein. Hat man es mit nassem Untergründe zu thun, so ist derselbe durch geeignete Drainage zu verbessern. Dieses geschieht einfach dadurch, indem man in der Pflanzgrube durch die Sohle hindurch 3—4 etwa 1 Meter tiefe Löcher bohrt und diese mit Steingerölle aus füllt. Ist der Untergrund dagegen trocken, so füllt man die Löcher mit guter, nährstoffreicher Komposterde aus, um die Wurzeln schneller in tiefere, feuchte Schichten zu leiten.
Es ist nun aber mit einem guten Boden allein noch nicht abgethan, sondern es müssen auch Sage und Klima, sowie die passende Sorte der Kultur günstig sein. Denn während der Aprikosen- und Pfirsichbaum einen kräftigen, humusreichen Boden sowie warme Sage verlangt, ist der Kirschbaum genügsamer in seinen Ansprüchen. Der Apfelbaum liebt einen fruchtbaren, frischen Boden und freie Sage; der Birnbaum dagegen Feuchtigkeit in der Tiefe wegen seinen tiefer gehenden Wurzeln. Pflaumen- und Zwetschenbäume gedeihen in jedem kräftigen Boden und können selbst in feuchten Lagen noch gepflanzt werden. Was nun die Obstarten und die Sorten anbetrifft, welche angepflanzt werden sollen, so müssen diese mit Rücksicht auf die Verhältnisse des Bodens, der Lage, des Klimas und der bezweckten Nutzung ausgewählt werden. Man stütze sich, falls man sich nicht eingehender mit der Pomologie befaßt, auf das vom Fuldaer Gartenbauverein durch Herrn Pfeiffer aufgestellte Obstsorten-Verzeichniß, in welchem die anbau- würdigsten, für unser Klima geeignetsten und bewährtesten Obstsorten und Obstarten ausgezeichnet sind.
Was nun die Entfernung anbetrifft, welche die Bäume erhalten sollen, so richtet diese sich lediglich nach der Obstart, der Bodenbeschaffenheit und dem Standorte. Keineswegs aber dürfen sich die Bäume nach erfolgter Ausbildung berühren. So wählt man in Haus-, Obst- und Gemüsegärten, sowie auf Baumstücken für Apfel- und Birnbäume einen Abstand von
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bedeutend schneller als bei Kernobstbäumen. Schalenobstbäume schneide man gar nicht, denn sie vertragen den Schnitt nicht.
So vorbereitet wird der Baum an den Pfahl herangehalten und die Wurzeln mit guter feiner Erde bedeckt. Letztere muß gut zwischen die Wurzeln kommen, damit keine Hohlräume entstehen. Durch sorgfältiges Rütteln des Baumes sowie durch Hineindrücken mit der Hand sucht man die Erde zwischen die Wurzeln zu bringen. Besonders aber ist darauf zu achten, daß der Baum weder zu tief noch zu hoch zu stehen kommt, da dieses sonst von den schlimmsten Folgen begleitet ist. Man sorge dafür, daß die Erde noch etwa 4 bis 5 Zentimeter über den Wurzelhals zu liegen kommt, damit sie nach dem Setzen nur dis zu demselben reicht. Bei der Herbstpflanzung tritt man die Erde mit der Fußspitze leicht an. Pflanzt man im Frühjahre, so ist ein Einschlemmen sehr zu empfehlen; man gieße aber das Wasser nicht direkt auf die Wurzeln, weil sonst die Wurzeln von dem Ueberzug freigeschwemmt werden. Unmittelbar nach dem Pflanzen legt man eine vorläufige Baumscheibe an; letztere muß in der Mitte tiefer sein und nach dem Rande hin steigen, damit das Wasser nach der Mitte hin- ifiuft. Die eigentliche Baumscheibe wird erst bann angelegt, wenn die Erde sich vollständig gesetzt hat. Das Anlegen des Baumbandes erfolgt in Form einer 8-Schlinge und zwar so, daß das Band am Baume hoch, am Pfahle tiefer anzuliegen kommt, damit ein Setzen des Baumes stattfinden kann. Im Jahre der Pflanzung achte man stets auf das Baumband; erst wenn der Baum sich vollständig gesetzt hat, lege man das eigentliche Baumband an. Ein Belegen (Bedecken) der Baumscheibe mit verrotteten Dünger, Torfstreu, Laub, alter Holzwolle und dergl. ist sowohl bei der Frühjahrs- als bei der Herbstpflanzung sehr angebracht und von dem besten Erfolge. Ein öfteres durchdringendes Gießen der Obstbäume während des Pflanzjahres und des ersten Jahres nach der Pflanzung in heißen Sommertagen bei anhaltender Trockenheit ist nicht zu unterlassen.
Zum Schluffe fei noch auf den Schutz der Obstbäume hingewiesen, sofern selbige Gefahren ausgesetzt sind. Man suche die Bäume je nach der Gefahr gut zu schützen, sei es durch Eindornen, durch Umgeben mit verzinktem Drahtgeflecht, durch Einschlagen von Schutzpfählen, durch Hinlegen von Prellsteinen und dergl. mehr. Nachdem der Baum nun mit aller ihm gebührenden Sorgfalt und unter Berücksichtigung der lokalen Verhältnisse gepflanzt ist, bedarf es nun der Ueberwachung, der Nachhilfe und des Schutzes des frisch gepflanzten Baumes.
In vorstehenden Zeilen wird der Fachmann wohl kaum besonders Neues finden. Nur an Diejenigen seien vorstehende Zeilen gerichtet, welche den Obstbau unterschätzen, ohne aber den Werth und Nutzen desselben erprobt zu haben.
G. Fr.
□ Zur Wohnungsfrage.
D ie Wohnungsfrage ist reif zu einemgesetzgeberischen Akte,schrieb Landesrath Brandts vor einigen Jahren am Schluß seiner viel beachteten Vorschläge über „die Aufgaben von Gemeinde und Staat in der Wohnungsfrage" („Arbeiterwohl", Zeitschrift kath. Industrieller und Arbeiterfreunde, 1897). Jetzt ist Aussicht vorhanden, daß Hessen mit einem derartigen gesetzgeberischen Akt in vorbildlicher Weise vorangeht und sich dadurch großes Verdienst um die Wohlfahrt des Vaterlandes erwerben würde. Als die Wohnungsfrage im November vorigen Jahres im Reichstage zur Erörterung kam, wurde vielfach die Ansicht vertreten, daß die Bundesstaaten wegen 6 er Verschiedenartigkeit der Verhältnisse in den einzelnen deutschen Gebieten geeigneter zu gesetzlichen Maßnahmen seien als das Reich.
Von diesem Standpunkte sind nun auch einige Mitglieder der ersten Kammer in Hessen ausgegangen, welche dieser mehrere auf die Wohnungsfrage bezügliche Anträge vorgelegt haben. In erster Linie sind dieselben von dem — auch von Landesrath Brandts vertretenen — Grundsatz geleitet, daß die Hergabe von Darlehen seitens des Staates eine Nothwendigkeit ist, um auf möglichst solider Grundlage die Mittel für die Beschaffung von Wohnungen herbeizuführen. Der eine Antrag zielt daher aus eine Erweiterung des Zweckes der Land eskreditkasse hin, damit dieselbe an Kommunalverbände und Gemeinden (ohne hypothekarische Sicherheit), an rechtsfähige Vereine, Gesellschaften und Genossenschaften, welche als gemeinnützig anerkannt werden (gegen hypothekarische Sicherheit) Darlehen zwecks Errichtung gesunder, kleiner und billiger Woh- mY.tgtv. "vkw'Mgen kann. Bisher diente die hessische Landeskreditkaffe nämlich nur der Förderung des Wohles der Landwirthschast und landwirthschaftlichen Bevölkerung. Ihrem Geiste dürfte es aber nicht widersprechen, wenn sie auch die Sorge für Beschaffung gesunder Wohnungen für die ländliche Bevölkerung mit in den Kreis ihrer Wirksamkeit zieht und ferner durch Ausdehnung dieser Fürsorge auf die minderbegüterte städtische Bevölkerung eine Annäherung zwischen Stadt und Land, eine Versöhnung etwa widerstreitender Interessen in gemeinnütziger Arbeit für das allgemeine Wohl herbeiführt.
In Betreff der ländlichen Wohnungsfrage sagt die Begründung der Antragsteller sehr richtig: „Seither ist die Regelung des Arbeiterwohnungswesens zumeist im Hinblick auf die industrielle Arbeiterschaft behandelt worden, allein vielfach scheint die landwirthschastliche Bevölkerung noch weit dringender der Berücksichtigung zu bedürfen. Die Klagen, daß auf dem Lande die Arbeiter nicht seßhaft bleiben, finden ihren hauptsächlichen Grund darin, daß der ländliche Arbeiter häufig kein Heim hat, in welchem er sich mit feiner Familie wohl fühlen kann."
Ein weiterer Antrag bezweckt, dieDarlehns- Hingabe der Gemeinden und Kommunalverbände an die Interessenten, Einzelpersonen und gemeinnützige — jeden eignen Gewinn ausschließende — Vereine zu ermöglichen und erleichtern, und hierfür Normativbestimmungen zu schaffen. Unter letzteren scheint besonders die vorgeschlagene Bestimmung wichtig, durch Verpflichtung der Darlehnsnehmer in den Schuldurkunden rc. Vorsorge zu treffen, daß die zu errichtenden kleinen, gefunden und billigen Wohnungen nicht Gegenstand der Spekulation werden. Durch eine derartige Regelung der staatlichen Darlehnsgewährung zu Wohnungszwecken würde die in Spar- und Bauvereinen sich betätigende Selbsthilfe der Minderbemittelten wirksamunter stützt und ihr größere Ersolge ermöglicht werden.
Möchte daher Hessen, das schon wiederholt in der Wohnungsfrage vor allen anderen deutschen Bundesstaaten die Initiative ergriffen hat, auch mit den jetzt beantragten gesetzlichen Maßnahmen in dankenswerther Weise vorangehen.
* Sine Anerkennung katholischer Schwester«. Ein ehrendes Zeugniß für die grauen Schwestern wird tem .Westpreuß. Bolksbl' aus Dresden berichtet. Dort waren nämlich zwei graue Schwestern von der heiligen Elisabeth von der erkrankten Herzogin Friedrich von Holstein, der erlauchten Mutter der Kaiserin, zur Pflege gerufen worden und sind 16 Tage hindurch bis zum Tode Ihrer Hoheit bet ihr verblieben. Die Kaiserin, welche wiederholt am Krankenlager erschienen war, sprach jedesmal auch huldvolle Dankes- worte den Schwestern aus, desgleichen auch der Kaiser an der Todtenbahre der hohen Frau. Eine besondere Freude äußerte der Kaiser darüber, daß dre beiden pflegenden Schwestern seine Landeskinder seien.
• Aus der guten alte« Bett. Major (auf einer Festung): „Warum wird nicht mit den Geschützen exer- -irt?" — Hauptmann: „Herr Major, ich melde gehorsamst, die Schwalben haben Nester remgebaut und haben jetzt gerade Jungel" ______
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mit Nnterhaktungs-Meitage „Mustrirte Sonntags-Zeitung"