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KuldaerMZeUung

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27. Jahrgang.

IuLöcr, Donnerstag, den 8. März 1900.

^2 55.

»Ma und su»> ßärlSlM.SOPs.

mit Anterßakdmgs-Neilage »ZllustrirK Somttass-Mung?

Wariartne.

Dem englischen Originale der Lady Fullerton nacherzählt. Bon M. Röhr.

(Nachdruck verboten.) (Schluß.)

1 5. Kapilel.

Frühzeitig klopfte es laut an Frau Coggle's Hausthür; ohne jede Frage wurde die eintretende Person die Treppe nach Hanna's Zimmer Hinauf­gelaffen. Frau Dates hatte einen kleinen Altar zurecht gemacht und alles für Den geordnet, der kommen und seine alte Dienerin segnen sollte. Hanna machte einen Versuch, beim Eintritt des Priesters im Bett sich aufzurichten, jedoch sie konnte nur ihre Hände bewegen und das Zeichen des Kreuzes machen. Ihre Beichte war kurz; denn erst vor zwei Tagen war derselbe Priester bei ihr gewesen. Sie empfing die Lossprechung und gü­tige Trostesworte.

Da öffnete sicb die Thüre wiederum, zwei ver­schleierte Damen traten ein und knieten am Fuße des Bettes nieder. Frau Dates blickte ängstlich auf den Priester und Hanna, aber beide waren im Gebet so vertieft, daß sie die Ankunft der beiden Damen nicht bemerkt hatten. Als der Priester sich aber umwandte und die Knieenden bemerkte, sagte er leise: „Sind beide Katholiken?" Die eine hob ihren Schleier auf und sagte thränen- .den Auges: „Ja, Pater Lewis, ich bin eine Katho- - likin, wenn auch eine unwürdige. Von Ihnen empfing ich meinen Unterricht, und meine erste hl. Kommunion, und dies Kind, ob das meine oder nicht, gehört der Kirche. „Lasten Sie uns

esitz irdischer Genüfle geschwelgt, Liebe und Hoffnung gefunden.

ausstellen, bewegen sich in der „grauen Theorie«. Erstens liegt es klar auf der Hand, daß man das Reisen der Menschen nicht ebenso beliebig steigern kann wie die Zahl der Briefe. Denn Briefeschreiben kann und wird jedermann häufig, wenn es billig st; aber dem Umherfahren der Menschen auf der Eisenbahn setzen doch schon die beruflichen Schranken bestimmte Grenzen. Diemeisten Menschen üben ihr Gewerbe, ihren Beruf nicht im Umher­ziehen aus, sondern bei sich daheim. Außerdem aber beweist es die Erfahrung, daß die Lehre von der unbedingten Steigerung des Reiseverkehrs durch Herabsetzung der P-rsonenfahrpreise falsch ist. Das hat man gerade während der letzten Jahre in recht unangenehmer Weise in Ungarn erfahren. Dort führte man vor mehreren Jahren einen recht billigen Zonentarif ein. Aber die erste Folge davon war die, daß Ungarn infolge des dadurch entstandenen Ausfalles von Einnahmen eine Anleihe von 170 Millionen Gulden auf­nehmen mußte; und die zweite Maßregel der unaarischen Regierung bestand darin, daß sie die Personenfahrpreise, und das sogar zweimal kurz nach einander, schleunigst wieder heraufsetzte. Niemand wird im Ernste wünschen wollen, daß wir uns in Deutschland ohne Roth ebenso schlechte Erfahrungen aufladen sollen.

Also eine allgemeine Herabsetzung der Per­sonen - Fahrpreise hat man in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Dagegen ist es sehr zu be­dauern, daß sich Minister v. Thielen ebenso ablehnend verhalten hat gegen einzelne Sonder­wünsche sehr beschränkten Umfanges, so die freie Fahrt für Soldaten mit Heimaths - Urlaub, die ganz billigen Vororrs - Karten für Arbeiter und kleine Angestellte in großen Städten, um diesen das Wohnen auf dem Lande zu ermöglichen. Derlei gibt es jetzt fast nur in Berlm; das sollte aber allgemein eingeführt werden, denn das ge­hört auch zu den Mitteln zur Lösung der sozialen Frage, und es zeugt nicht gerade von weitsichtigem Blicke des Ministers für das, was dem Volke noth thut, daß er mit bureaukratischer Engherzig­keit auch für solche Wünsche nur ein taubes Ohr hatte.

Es muß das Bestreben aller wahren Freunde des Volkes sein, in diesen einzelnen Punkten je eher desto bester Wandel zu schaffen. Denn dai> ist nöthig und kann durchgeführt werden, ohne daß den Staatseinnahmen irgendwie erhebliche Einbußen drohen.

Zweifel vergehen. Ihr Zeugniß und Frau Coggle's Verlegenheitsbezeugungen machen es nur noch deutlicher.« _ , c. ,, .

Hanna drückte leise die Hand, bte die ihrige hielt, und seufzte, wie von einer schweren Last befreit, auf. Während Frau Yates den Arm um ihre Tochter schlang, verließ Frau Coggle das Zimmer; sie war überflüssig. Lady Davement fragte mit zitternder Stimme:

„Das andere — mein Rinb — Hanna starb es?" . . M

„Ja, seine Seele ging rem und unbefleckt zum Himmel ein. Unter meinem Kiffen ist em kleines Packet, Polly, gib es der Dame!«

Mit bebenden Händen öffnete es Lady Dave­ment und sah zarte, helle Seidenhärchen. Der Mutter Herz wurde schwach, sie drückte sie an Lippen und Brust und netzte sie mit Thronen. Es war, als könnte sie sich ihres Kindes Bild hervorzaubern.

„Gott segne sie, beten sie, beten sie für mich".

hier, wir bitten darum." Der Priester neigte das Haupt zum Zeichen der Zustimmung und reichte Hanna das hl. Sakrament. Als dieselbe ihren Herrn empfing, verklärte sich ihr Antlitz, und unbeschreibliche Freude glänzte in ihren brechen­den Augen. Nicht ein Ton hörte man in dem Raume, wo heiße Gebete an Gott, dessen Nähe jeder fühlte, gerichtet wurden. Hanna begann zu sprechen; sie rief den Priester und fragte ihn: „Glauben Sie, daß Lady kommen wird? Ich möchte mit ihr sprechen, ehe ich sterbe; ich bin sehr schwach und doch so glücklich."

„Lady Davement ist hier, sie wohnte der hl. Kommunion bei." Einen Augenblick später standen die beiden so eigenthümlich miteinander verbundenen Mütter und das Mädchen, das die beiden als das ihrige betrachteten, an Hanna's Bette. Auch Frau Coggle stand mit schmerzlicher Verwirrung hinter ihnen. Ihr Herz brach über Hanna's Scheiden, sie empfand Reue über die lange Vernachlässigung ihrer Pflichten und fühlte, daß auch ihr Betragen gegen beide Mütter nicht tadellos gewesen sei.

Der Priester legte ein Kruzifix in Hanna's Hände, das sie küßte, worauf sie mit schwacher aber deutlicher Stimme sprach:

So gewiß ich hoffe, selig zu werden, erkläre ich, daß dieses Kind dasjenige ist, welches Frau Dates in jener denkwürdigen Nacht in meine Arme legte." r

Nach einer kurzen feierlichen Pause nahm Lady Davement Hanna's Hand und sagte:

„Nachdem ich Frau Yates Brief gelesen, war ich von dem, was Sie bestätigt haben, überzeugt. Seit ich Sie an der Seite ihrer Tochter, — so muß ich nun sprechen - gesehen habe, muß jeder

Deutsches Deich»

Berlin, den 7. März.

® Avg. Dr. Liever wird hoffentlich in der nächsten Woche das Bett verlassen können. Zur Unterstützung der Genesung wird der Kranke ver­mutlich ein milderes Klima in südlicher Sage aufsuchen. „ ...

X Kiue «tue Mergewaktignug katHo- ttscher Waisenkinder ist von der Stadt Berlin geplant! — so ruft in sehr berechtigter Entrüstung die ,Märk. Volkszeitung' aus bei Be­trachtung der folgenden Thatsachen: der Etats­ausschuß der Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, der Versammlung folgende Resolution

zu empfehlen: „Die Versammlung ersucht den Magistrat, ihren Beschluß vom 10. Mai 1899, die Waisenkinder aus dem St. Joseph- Waisenhause zu Potsdam zu entfernen, nunmehr schleunigst zur Ausführung zu bringen, und, sollten fortgesetzt katholische Pflegestellen nicht zu haben sein, die Kinder unbeschadet ihrer katho- ischen Erziehung in geschlossene städtische Waisen­pflege zu nehmen." Das Wort „unbeschadet ist eicht ausgesprochen. Aber in städtischen Waisen­anstalten kann ja doch gar nicht eine katholische Erziehung der Kinder statlsinden, und der wahre Sinn der ganzen Sache ist der, daß man die Waisenkinder ganz einfach ihrer Kirche und ihrem Glauben entfremden will. Ganz unbedingt noth- wendig ist der Bau katholischer Waisenhäuser in Berlin. Aber dafür hat der sogenannte „Freisinn" kein Geld. Da hört der freie Sinn auf, und da fängt die Gewaltpolitik und der Haß an gegen sie Kirche und gegen praktisches Christenthum.

X Der StasdprmKt der Konservative« zur Ikolteuvorkage ist während der sitzten Wochen ein anderer geworden. In diesem Sinne schreibt die .Deutsche Tageszeitung': „Wenn man in den Meinungsäußerungen der,Kreuz-Ztg.' (daß nämlich zuerst die Deckungsfrage zu erledigen fei) einen Gegensatz zu der früheren Rede des Abg. v. Levetzow sehen will, so vergißt man dabei, daß zwischen der Rede und jenen Aus­einandersetzungen (der.Kreuz-Zrg.') eine verhält- nißmäßig lange Zeit liegt, die zur Klärung der Sache manches beigetragen hat. Es hat sich in­zwischen herausgestellt, daß eine Mehrheit für die Flottenvorlage nur geschaffen werden kann, wenn die Deckungsfrage geregelt wird . . . Ueber das Wie der Deckung gehen freilich die Meinungen nach wie vor auseinander. So weit sie aber auseinandergehen, so stimmen sie doch in dem Grundgedanken überein, daß die Kosten von denen getragen werden müssen, die sie tragen können und die un- msttelbare Vortheile von der Flottenvor­

lage haben."

+ Das IkeischSeschau-Oesetz steht auf der Tagesordnung des Reichstages an diesem Donnerstag. Nach einer Meldung der ,National- Ztg.' hat der Reichskanzler am Montag einen gemeinschaftlichen Vortrag des Staatssekretärs Grafen Posadowsky und des preußischen Handelsministers Brefeld entgegengenommen, wobei es sich um besagte Angelegenheit gehandelt hat. Außerdem hat der Reichskanzler ganz ent­schiedene Gegner derjenigen Vorschläge empfangen, die von der Mehrheit der Reichstags-Kommission gemacht worden sind, nämlich den Präsidenten des Deutschen Handelstages, Geheimrath F r e n h e l und eine hansatische Abordnung. Dos preußische Staatsministerium hat am heutigen Mittwoch in einer unter dem Vorsitze des Fürsten Hohenlohe abgehaltenen Sitzung ebenfalls mit dem genannten Gesetzentwürfe sich beschäftigt.

4- Ais Kerettavg nab ZS-st-uernng des Meres ist gegenwärtig Gegenstand von parla­mentarischen Berathungen, sowohl im Reichstage als auch in der württembergischen zweiten Kam­mer. In der Kommission des Reichstages, die den Antrag Roesicke-Pachnicke auf Verbot der Biersurrogate in diesen Tagen vorberieib, war

£□ Die Personenbeförderung aus ' der Eisenbahn. <

In der jüngsten Zeit ist wiederholt in ver­schiedenen parlamentarischen Körperschaften die 1 Rede gewesen von der Beförderung der Personen ' auf den Eisenbahnen, so namentlich im Reichs­tage bet der Berathung des Etats der Verwal­tung der Reichseisenbahnen und während der letzten Tage im preußischen Abgeordnetenhause bei der Berathung des Etats der preußischen Staatseisenbahnen. In beiden Parlamenten ist lebhaft der Wunsch ausgesprochen worden, es möge bei der in Aussicht gestellten Umbildung der Eisenbahntarife eine Ermäßigung der Per- sonensahrpreise eintreten; aber in beiden Parla­menten hat derselbe Minister von Thielen recht nachdrücklich abgewinkt und geantwortet, an eine Herabsetzung der Personenfahrpreise im allge­meinen sei gar nicht zu denken; das würde einen viel zu großen Ausfall an Staatseinnahmen er­geben. Daß mit dieser Ansicht der Minister große parlamentarische Mehrheiten hinter sich hat, hat der Verlauf der Debatte im preußischen Ab­geordnetenhause ergeben: dort ist ein von der freisinnigen Volkspartei durch den Abg. Dr. Wiemer eingebrachter Antrag auf Verbilligung der Personenfahrpreise mit fast allen Stimmen gegen diejenigen der Freisinnigen abgelehnt wor­den. Die Freisinnigen blieben damit also ganz allein auf weiter parlamentarischer Flur.

Es klingt nach dem ersten, oberflächlichen Anscheine ganz hübsch und volksfreundltch, wenn man mit solchen Schlagwörtern wie allgemeine Verbilligung der Personenfahrpreise ins Feld rückt; und augenscheinlich ist der Antrag Wiemer auch nur um der schönen Augen gewisser Wähler­klaffen willen eingebracht worden. Die frei­sinnigen Abgeordneten sind fast alle in großen Städten gewählt, wo es sehr viele Leute gibt, die im Sommer gern und viel reisen, und denen ja auch das Reisen und die zeitweise Flucht vor der ungesunden Sommerluft in den großen Stä­dten mehr oder weniger Bedürsniß ist. Aber erstens würde diese Herabsetzung der Personen­fahrpreise wiederum recht einseitig den Groß­städten und ihrer Bevölkerung zu Gute gekommen fein, die ohnehin in sehr vielen Stücken vor dem andern und bei weitem größer« Theile der Be­völkerung bevorzugt sind; und außerdem hätten die Leute den Hauptoortheil davon gehabt, bet denen das Reisen zur Ausübung des Berufes gehört. Und man kann doch unmöglich sagen, daß es eine int guten Sinne volksthümliche Maß­regel fein würde, einseitig diesen beiden Elementen der Bevölkerung Vortheile zuzuwenden und gleich- zestig die Allgemeinheit der Bevölkerung dadurch zu schädigen, daß man die Staatseinnahmen und damit gleichzeitig die allgemeine Sage der Staats- finanzeu beeinträchtigt. .

Und es würde unbedingt eine solche Beein­trächtigung die Folge der gedachten Maßregel fein. ES ist mit dem Reisen nicht so, wie es mit dem Briefporto war, daß durch die Verbilligung desselben der Briefverkehr so ungemein gehoben wurde, daß sehr bald eine Steigerung der Post- einnahmen aus dieser Herabsetzung des Portos hervorging. Leute, die dennoch solche Behauptungen

auch die Rede von der bayerischen Staffelsteuer, die sehr günstig für die Erhaltung des Kleinbe­triebes ist. außerdem aber auch eine rechte Wür­digung des technischen Betriebes in größeren oder kleineren Betrieben ist. Denn die Großbrauereien ind dem Kleinbrauer überlegen durch die größere Kapitalmacht und außerdem auch durch die bessere Maschinerie sowie durch die Entwickelung deS Gährungsprozeffes. Die größeren Betriebe be­dienen fich eines chemischen Gährungsversahrens, da sie bei ihrer massenhaften Biererzeugung nicht den nöthigen Raum haben können für eine Nährung auf natürlichem Wege. Nach den Unter- üchungen des Prof. Engler an der technischen Hochschule in Karlsruhe aber ist das alte, natür« iche Gährungsverfahren der Gesundheit zuträg- icher; deswegen liegt auch ein gesundheitlicher Beweggrund vor dafür, die Bierbesteuerung im Interesse der Erhaltung der kleinen Brauereien taffelförmig nach eben zu gestalten. Denn die fleinen Betriebe brauen alle ohne Ausnahme mtt dem alten natürlichen Gährungsverfahren, nam- sich durch Lagerung des Bieres.

Berti«, 7. März. Der Kaiser hatte heute Bormittag eine Besprechung mit dem Chef des Crml- kabinets v. Lucanus und begab fich alsdann nach Pots­dam, um dort Reitbestchtigungen beizuwohnen und später das neue Gebäude der Reichspost zu besichtigen. — DaS Staatsministerium trat heute Nachmittag 3 llhr unter dem Borsitzedes Fürsten Hohenlohe im Abgeordneten­hause zu einer Sitzung zusammen. — Der Kronprinz wird nicht schon im Herbste dieses Jahres, wie es brs- her hieß, sondern erst Ostern nächsten JahreS bte Uni­versität Bonn beziehen. Bis dahin wird er sich aus- schlteßlrch seiner militärischen Ausbildung m Potsdam widmen. — Bei unserer Marine hat in mehreren höheren Stellungen ein Personenwechs elstartgefundeu. Es wurden der Kontreadmiral v. Arnim zum Chef der zweiten Geschwaders, der Kontreadmiral Bodenhausen zum Chef der vierten Division, der Kontreadmiral Fritze zum zweiten Admiral in Ostasten, der Inspekteur der ersten Marineinspektion, Kapitän Göcke,um Kommandan­ten des Panzerkreuzers .Fürst Bismarck" und Kapitän Schröder zum Direktor der Marineschule ernannt. — Für das Landrathsamt Rathenow soll Assessor von Miquel, ein Sohn des Ftnanz- ministers, in Ausficht genommen sein. Er war dort schon Hilfsarbeiter. - Bezüglich des tm Reichstage ge­stellten Antrages Stolberg auf eine Berdoppelung der Lotteriesteuer besagt eine offiziöse Auslassung, daß man sich nicht mit einer Erhöhung des Lotterie­stempels begnügen dürfe, sondern daß eine rerchsgesetzliche Kontingentirung des Rechtes der Bundesstaaten aus Ausgabe von Loosen nach der Bevölkerungszahl i« Betracht zu ziehen sein würde. — Der Land«trth- schaftsrath nahm am Montag eine Reihe von Re­solutionen an, welche den Landwirthen einen Einfluß aus die Preisfestsetzung der Biehmärkte sichern sollen. — An Reichsmünzen wurden ausgeprägt nn Monat Februar für 27,715,180 Mk. Doppelkronen, für 74,500 Ml. Zweimarkstücke, für 834,890,30 Mk. Zehnpfennigstücke, fut 135,927,90 Mk. Fünfpfennigstücke, für 56,032,77 Mk. Einpfennigstücke. .

Parlamentarische Nachrichten.

• Hin parkameatarisches Wahl findet an diesem Donnerstag beim Finanzminister von Miq uel statt, zu dem Abgeordnete aller Parteien geladen sind, z B. Graf von Ballestrem, von Kröcher, Rickert, Dr. Bachem, Graf Strachwitz, Dr. Porsch, Freiherr von Heereman, von Eynern : u. a. mehr. _ _

h Die Andgetksmmiffio« des Ileichs- . fages hat am heutigen Mittwoch den Etat des ReichS-Jnvalidenfonds genehmigt, wobei Abg. Mütler-Fulda (Ctr.) mit Befriedigung

sagte sie zu Hanna.

Dann im Begriff, das Zimmer zu verlassen, wendete sie sich an den Priester:

„Ich will mich mit Gott versöhnen; wo kann ich Ihnen beichten, um von nun an ein katholisches

Sie" htttt^Wort. Plötzlich war das Werk ihrer Bekehrung; aber es hielt an, es war eines jener Wunder, die uns nur hin und wieder be- aegnen und uns mahnen, nie an der Macht des Gebetes zu zweifeln. Sie, die so viele Jahre hindurch im Vollbesitz irdischer Genüsse geschwelgt, hatte nun Glaube, “'“"‘"*2 2"f"" ""

Sie verzieh der armen alten Frau, welche sie be­

trogen, und sorgte für ihr Alter. Dringend lud sie Frau Dates in ihr Haus, mit der Bitte, sich auch um die Siebe ihrer Tochter bewerben zu dürfen. Frau Dates willigte gerne em, al«Jßater Lewis sagte, dies werde die größte Wohlthat für die Bekehrte fein. Sie legte ihrer Tochter Hand in die von Lady Davement und sagte:,

„Sie haben völliges Recht an Sie und sie soll von nun an weder Anna, noch Mane, son­dern Marie-Anna genannt werden. Möge es ihr vergönnt sein, Ihnen zu vergelten, was sie Gutes an ihr gethan!" , „ „ .

Davement's Haus bekam eine Kapelle und wurde ein Versammlungsort der Katholiken. Viele heiße Gebete fliegen dort für Hanna zum Himmel, die zu athmen aufgehört hatte. Marianne beweinte sie bitterlich, und lange Z-it konnte selbst die Liebe beider Mütter sie nicht trösten.

Eines Tages — ein Jahr war fast verflossen — erhielt Lady Davement einen Bnes, den sie lächelnd Frau Yates reichte. Folgendes war der 3n$aU’ Sehr geehrte, gnädige Frau!

„Sie wissen, wie sehnlichst ich eme Verbindung Ihrer Tochter wünschte, und da Sie mit hoher Geburt und großem Reichthum hohepersönliche Vorzüge vereinigt, erschien mein Wunsch er« ^ftn der Thal, ich kenne kein Fräulein, wel­ches mich in gleichem Maße mit Bewunderung, Liebe und Achtung erfüllt hätte, und ich denke noch oft jenes glücklichen Tages, den ich mtt ihr verleben durfte. - Aber meine Mutter war eme Katholikin; ihr zu Liebe bin ich zu dieser Re­ligion zurückgekehrt, und ich selbst kann auch nur