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M 53.
27. Jahrgang.
IuLöa, Dienstag, den 6. März 1900.
mit Nnter-attungs-Aeilage „Wustrirle Sormiags-Mnngk-
© Keine Vermittelung.
Den Engländern ist nach der Entsetzung der Städte Kimberley und Ladysmith und nach der Gefangennahme des Burengenerals Cronje am Paardeberge arg der Kamm geschwollen. Man ersieht das am besten aus einer Unterredung, die der bekannte englische Politiker und Parlamentarier Sir Charles Dilke mit dem Vertreter eines Pariser Blattes gehabt hat, dem ,Echo de Paris'. Dilke gehört zu der liberalen, sonst im allgemeinen franzosenfreundlichen Richtung in England; und gerade deswegen ist der schroffe Ton, den Dilke jetzt gegen Frankreich anschlägt, so außerordentlich bemerkenswerth. „Wir haben eine Reihe von Fragen mit Frankreich zu regeln; der Zustand von heute kann nicht ewig dauern, wir müssen die Streitfragen aus der Welt schaffen, die beide Länder trennen. . . Frankreich zeigt sich uns fortwährend in der Stellung eines Gegners; es läßt sich oft zu beleidigendem Vorgehen gegen uns fortreißen . . . Man erkennt daraus, wie schwer eine Verständigung zwischen den beiden Ländern ist . . ." Und dann hat Dilke noch ausdrücklich hinzugefügt, daß die Stellung Großbritanniens zu Frankreich nicht freundlicher werden würde, wenn etwa wieder ein liberales Ministerium an die Stelle des gegenwärtigen konservativen Kabinett in England treten sollte.
Das alles klingt geradezu drohend, und that- sächlich scheint man ja in Frankreich dem Frieden gar nicht so recht zu trauen. Die umfassenden Küstenbefestigungen, die in der neuen Marine- Vorlage von der französischen Regierung gefordert werden, reden darüber in Verbindung mit den geplanten Neubefestigungen der französischen Kriegshäfen im Aus lande eine recht deutliche Sprache. Seit dem Streite um Faschoda, in dem Frankreich vollkommen vor den Ansprüchen der Engländer zurückweichen mußte, hegt man in Frankreich den dringenden Wunsch, sich nach außen hin zu verstärken, weil man das Gefühl der Unsicherheit nicht mehr los werden konnte, ob man im Falle kriegerischer Verwickelungen auch stark genug sein würde, englischen Angriffen zu widerstehen.
Bei einem solchen Verhältnisse zwischen England und Frankreich ist von vorn herein gar nicht daran zu denken, daß französische Versuche, vermittelnd zwischen England und die Buren zu treten, von Erfolg sein könnten. Und thatsächlich thut jetzt auch der Pariser,Temps', das ausgesprochene Organ der französischen Regierung, ein Uebriges, um die französische Regierung von dem Verdachte zu reinigen, als wolle sie den Engländern irgendwelche Vorschriften machen und Rathschläge geben darüber, was sie in Südafrika thun sollen. In fast übermäßiger Höflichkeit führt das genannte Pariser halbamtliche Blatt eine Sprache, die beinahe wie eine Entschuldigung deswegen klingt, daß in der unabhängigen französischen Presse hier und da die Anregungen zu Vermittelungsversuchen in dem südafrikanischen Streite ergingen. Und gleichzeitig benützt die .Temps" die Gelegenheit, um noch eine besondere Verbeugung vor England zu machen und zu versichern, daß Frankreich niemals etwas Arges gegen England im Schilde geführt habe, sondern stets
Marianne.
Dem englischen Originale der Lady Fullerton nacherzählt. Von M. Röhr.
17 (Nachdruck verboten.)
Diese Botschaft brach den Zauber und brachte Frau Pates die Schwierigkeit ihrer Lage zum Bewußtsein. Sie zweifelten nicht mehr an ihrer beiderseitigen Entschlossenheit; wie aber sollte man dies Lady Davement mittheilen? Sie waren vollständig rath- und hilflos; eine arme sterbende Frau, eine soeben von langer Haft befreite, und ein Mädchen, das noch vor drei Tagen zur Schule ging.
„Soll ich gehen? Muß ich Dich verlassen? Was soll ich thun, Mutter?"
„Ich weiß wirklich nicht, was zu thun ist," erwiderte Frau Pates, „außer, daß man die Wahrheit sagt, und Gott alles Uebrige überläßt. Ich habe nur einen Freund in der Welt, der mir helfen könnte, nämlich Herrn Mark Le Grange, der mich aus dem Gefängnisse befreite."
Marie erröthete bei diesem Namen, sie hatte Frau Pates alle ihre Erlebnisse erzählt, doch hatte sie den Namer dessen nicht genannt, dem zu entsagen sie große Opfer bringen wollte.
„Hast Du Muth genug, zu Lady Davement zu gehen und ihr die Wahrheit zu sagen?"
„Mehr Muth, als fernerhin bei ihr zu bleiben. Vielleicht gibt sie mich gern hin, wenn sie erfährt, was ihr noch Niemand gesagt hat."
„Ich schrieb ihr mehr als einmal," sagte Hanna mit schwacher Stimme, „es hat mich viel Zeit, Mühe und Geld gekostet. Sie scheint aber meine Briefe nicht-«halten zu haben."
darauf ausgegangen sei, in freundschaftlichem Verhältnisse zu England zu stehen.
Und Rußland? Vielleicht in keinem anderen Lande ist der Gedanke von der Nothwendigkeit einer Vermittelung zwischen England und den Buren so lebendig ttn Volke geworden, wie im Zarenreiche. Aber auch die Petersburger Offiziösen winken ab. ,Nowoje Wremja' kommt nach längeren Betrachtungen über die allgemeine Lage nach der Kapitulation Cronje's zu dem Schluffe, daß es sich nicht empfehle, schon jetzt Vermittelungsversuche zu machen. Daß der deutsche Kaiser den Vermittler mache und anderen die Kastanien aus dem Feuer hole, das möchten ja alle ganz gern leiden. Aber das dem deutschen Kaiser allein zuzumuthen, ist ein albernes Beginnen; und da nun England ganz deutlich erklärt hat, es würde ein Eingreifen fremder Mächte als eine „unfreundliche politische Handlung" auffassen, so ist auch die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika gänzlich von dem Gedanken zurückgekommen, eine Vermittelung zu versuchen. „Eine Vermittelung werden wir niemals annehmen!" — so hat auch Sir Charles Dilke in der vorher erwähnten Unterredung mit dem Pariser Zeitungsmanns mit großem Nachdrucke erklärt.
Zunächst muß man also mit Bedauern Abschied nehmen von dem schönen Gedanken, daß eine dritte Macht berufen sein könnte, durch ihr versöhnliches Eingreifen dem Blutvergießen ein Ende zu machen. Und thatsächlich scheinen gegenwärtig auch die Buren noch gar kein großes Verlangen nach einer solchen Vermittelung zu haben. Das jedenfalls scheint Thatsache zu sein, daß die Transvaal-Gesandtschaft und ihr Leiter, Dr. Leyds in Brüssel, bis jetzt bei keiner einzigen Macht solche Wünsche zu erkennen gegeben haben. Vermuthlich hoffen die Buren, daß die britischen Soldaten sich tüchtig die Köpfe einrennen werden an den Felsenbergen im Oranje- Freistaat und in Transvaal; und das würde dann freilich auch das beste Mittel sein, um die Engländer etwas friedlicher zu machen. Daß das so geschehen möge, ist der aufrichtige Wunsch aller Freunde der Gerechtigkeit.
Deutsches Deich.
Berlin, den 5. März.
st Hkückrvnnsch des Kaisers a« de« Sapst. Zum neunzigsten Geburtstage des hl. Vaters hat Kaiser Wilhelm auf dem Drahtwege folgenden Glückwunsch in französischer Sprache nach Rom gesandt: „Ich bitte Eure Heiligkeit, zum neunzigsten Jahrestage Ihrer Geburt meine wärmsten Glückwünsche zu genehmigen. Ich bringe meine aufrichtigsten Wünsche dar für ihr Glück und ihr Wohlergehen und ich bitte Gott, daß er seinen ganzen Segen Eurer Heiligkeit zutheil werden lasse. Wilhelm, Kaiser und König." Darauf ist die nachfolgende Antwort des hl. Vaters, ebenfalls in französischer Sprache, eingetroffen: „An Se. Majestät Wilhelm II, Kaiser von Deutschland, Berlin. In den Glückwünschen, die Eure Majestät uns freundlichst zum neunzigsten Jahrestage unserer Geburt senden, sehen wir mit Ver-
Dies war auch völlig wahr, ihre Briefe tagen irgendwie unbestellt, denn sie trugen unmögliche Adressen, da Hanna den Aufenthaltsort der Lady nicht kannte.
„Aber, wenn Lady Davement ärgerlich wird, was soll ich dann thun, Mutter?"
„Du mußt Dich gedulden und warten. Ich bin überzeugt, Gott wird die Wahrheit kund thun. Ach Marie, ich könnte es wohl über mich vermögen. Dich ihr zu überlassen, wenn Dein Seelenheil nicht gefährdet wäre. Sie kann Dir Alles geben, was die Welt an irdischen Genüssen bietet, aber wenn die kurze Spanne unserer Lebenszeit vorüber ist, was bedeutet dann Reich- thum und Lust? O mein Kind, was kann der Mensch für seine Seele geben?"
„Mutter, mein Entschluß steht fest, nur Gewalt oder Dein Gebot trennen mich von Dir. Ich liebe Dich, so lange ich zu denken vermag, und glaubte nie, daß ich Lady Davement's Tochter sei."
„Sie wäre so schlecht, wie jene Frau, die das Kind theilen," rief Hanna, „wenn sie Dich nicht Deiner, gerade aus dem Gefängniß gekommenen Mutter geben wollte. Sage ihr, daß dies eine Sterbende gesagt habe."
„Nein, meine liebe Hanna, urtheile nicht so hart über sie, wie soll sie nicht gegen eine Wahrheit ankämpfen, die ihr die Freude des Lebens rauben soll!"
„Ich glaube nicht, daß sie sich viel aus Polly macht," entgegnete Hanna; „hätte sie einer Mutter Herz, so wäre sie wohl einmal von Frankreich hierher gekommen Möge Gott ihr verzeihen und mir auch, wenn ich lieblos bin. Ich habe mich,
gnügen ein neues Zeugniß für Ihre freundschaftlichen Gesinnungen. Eure Majestät wollen dafür unseren Dank genehmigen und auch bte Wünsche, die wir unserseits zum allmächtigen Gott emporsenden für die Wohlfahrt und das Glück Eurer Majestät und der ganzen kaiserlichen Familie. Leo XIII."
X Bei dem Hat« Diner zu Ehren der spanischen außerordentlichen Gesandtschaft brachte, wie der .Reichsanzeiger' meldet, der Kaiser einen Trinkspruch aus. In demselben dankte der Kaiser der Königin-Regentin und dem Könige von Spanien für die Verleihung des Ordens vom Goldenen Vließ an den Kronprinzen. Er erblicke in dieser Verleihung nicht nur den Ausdruck wohlwollender Sympathie, sondern auch eine neue Bekräftigung der Bande gegenseitiger Freundschaft und Hochachtung, welche das ritterliche spanische Volk und sein erlauchtes Königshaus mit dem deutschen Volke und seinem Kaiserhause verbinden. Nicht nur er, sondern auch das ganze deutsche Volk begleiteten mit vollstem Interesse und wärmster Sympathie die Königin in ihrem pflichtenschweren Kampfe und wünschten, daß in dem in nicht zu ferner Zeit zum Throne berufenen Sohne der sorgenden Mutter sowohl wie auch dem hoffenden Lande ein König bescheert werden möge, der unter Gottes gnädigem Schutze sich würdig der Reihe großer spanischer Könige einfügen möge. Der Kaiser trank alsdann auf das Wohl der Königin Christine und des Königs Alfons XIII.
+ Die Aussichten der Ikottenvortage sind nach der Ansicht der Scharfmacherpresse „durchaus gut" — aber nur, „so lange die Negierung unbedingt fest bleibt und ihr Verhalten jeden Zweifel ausschließt, daß sie zu irgendwelchen wesentlichen Abschwächungen des Entwurfes die Hand bieten oder auch eine verschlechterte Vorlage annehmen würde" ... so zu lesen in dem Berliner Krupp-Organ ,Berliner Neueste Nachrichtens Das ist eben der Wunsch der Herren Flotten-Scharfmacher. Daraus, daß besagte Presse in dieser Weise die Reichsregierung zu ermuntern sucht, könnte man vielleicht den Schluß ziehen, daß die Scharfmacher der Reichsregierung und ihrem „unbedingten Festbleiben" noch nicht recht trauen. Bekanntlich klangen die jüngsten Aeußerungen der Berliner Offiziösen recht versöhnlich. Aber vorläufig ist ja von dem eigentlichen Inhalte der Flottenvorlage noch nirgends die Rede gewesen, wenigstens nicht in ernsthaften Verhandlungen berufener Kreise, sondern nur von der Deckungsfrage. Die ganze Aeußerung des bezeichneten Blattes ist wohl also wiederum nicht anders aufzufassen, als daß die Stahlpanzerinteressenten sich nicht ganz sicher fühlen in ihrer Stellung. Uebrigens wird angenommen, daß die Berathung der Flottenvorlage in der Budgetkommission des Reichstages gegen Mitte dieses Monats beginnen werde. Man hofft, noch vor dem Beginne der Osterferien des Reichstages in der genannten Kommission zu bestimmten Beschlüssen zu gelangen. Die Osterferien werden vermuthlich mit Freitag, dem 6. April ihren Anfang nehmen.
* Unter der Spitzmarke „KHristkiche Gott- kosigkeit" schreibt der.Vorwärts': „Das kgl. viel, sehr viel mit ihr herumgestritten, obgleich sie nichts davon weiß."
Ein zweites Klopfen an der Thür wurde hörbar. „Die Dame im Wagen ist schon ganz ungeduldig," rief Frau Coggle von außen, „sie meint, ihre Herrin werde außer sich gerathen, wenn ihre Tochter nicht rechtzeitig fürs Schauspiel angekleidet würde."
Frau PateS und Marie erhoben sich hastig. „Mein Kind," sagte erstere, „hier ist ein Brief, den ich schon gestern an Lady Davement schrieb. Gib ihr diesen Brief in einem günstigen Augenblick. Wenn sie nicht ungehalten, sondern bereit ist, das zu prüfen, was ich ihr mitthell-, so zeige ihr dieses Medaillon mit einem Bilde aus einer Zeit, wo ich in Deinem Alter stand. Unsere Aehnlichkeit ist, wie ich hoffe, groß genug, um überzeugend zu wirken. Und sage auch, daß eine Christin aus ihrem Todesbette bereit ist, zu beschwören, bevor sie vor ihren ewigen Richter tritt, daß Du Marie Pates bist, die wir stets Polly nannten," fügte Hanna mit schwacher Stimme hinzu.
So getröstet und gewappnet ging Marie fort. Die Kammerfrau beklagte sich über die lange Dauer des Besuches und fürchtete vor dem Mißvergnügen ihrer Herrin. Lady Davement stand in der That schon vor dem Toilettentisch und erwartete die Kammerfrau; sie war aber keineswegs böse über ihre geliebte Anna und frug, ob sie mit ins Theater wolle. Als sich diese mit Kopfschmerz entschuldigte, empfahl sie ihr, sich gleich niederzulegen. „Auf morgen," setzte sie hinzu, „ich fitze früh zu meinem Bilde und habe dann einige Besuche abzumachen. Aber die Luft
.Dresdener Journal', daß sich laut gerichtlicher Entscheidung beamteter Redakteure erfreut, bringt folgenden Nachruf:
Am 9. d. M. verschied der langjährige Vorstand unseres 6. Kreises, Herr v. E. Derselbe hat den Interessen des Vereins alle Zeit mit hingebender Treue und hohem Berständmß gedient. Waidmannsdank folgt ihm in die ewigen Jagdgründe. Dresden, den 13. Februar 1900. Der Landesverein Königreich Sachsen im allgemeinen deutschen Flottenschutzoerein
Was für ein indianisches Heidenthum im christlich-frommen Sachsen! —" Vermuthlich handelt es sich bei diesem Nachrufe um eine Annonce, für deren Aufnahme die Redaktion des .Dresdener Journal' kaum verantwortlich gemacht werden kann. Im Uebrigen hat der .Vorwärts' mit seinem bitteren Hohn über das „indianische Heidenthum" Recht.
ft Der deutsche Laudwirthschaftsrath hält gegenwärtig in Berlin seine Generalversammlung ab. Sämmtliche anwesenden Mitglieder des Landwirthschaftsrathes sind vom Reichskanzler zu Dienstag Abend in das Reichskanzlerpalais eingeladen worden. ,
x Das Ikeifchvescha« - Gesetz, bte Vorschläge ber Reichstags - Kommission zu bemfetben unb bie Haltung ber Reichsregierung dazu sollen angeblich nach den unablässigen Versicherungen der freisinnigen, demokratischen und sozialdemokratischen deutschen Presse Entrüstung in den Vereinigten Staaten von Amerika und bei deren Regierung Hervorrufen. Die Blätter vergeffen dabei, daß die Beschlüsse der Fleischbeschau-Kommisfion auch von dem freisinnigen Kommissionsmit- gliede Steinhauer angenommen worden sind. Außerdem aber denkt man in den Vereinigten Staaten augenscheinlich gar nicht an etwas wie Entrüstung. Auch der von dem sozd. Abg. Kunert als etwas ganz Besonderes im Reichstage vor einigen Tagen verlesene Erlaß des Frhrn. von Rheinbaben, als dieser noch Regierungspräsident in Düffeldorf war. über Verweigerung von Auskünften an die amerikanischen Konsuln erregt in Amerika durchaus keine Aufregung. Eines der angesehensten amerikanischen Blätter, die ,Newyorker Staatszeitung', spricht eS ganz bestimmt aus, baß man bas Alles in ben Vereinigen Staaten nicht att beutsche Kampfmaßregeln auffaffe — im Gegentheil, man könne barin nur „Nachahmungen amerikanischer Vorbilber sehen." Eine anbere amerikanische, in beutsche Blätter übergegangene Melbung. wirb von unterrichteter Seite in ber .Post' als falsch bezeichnet, baß näm- lich bie beutsche Reichsregierung in Washington versichert habe, bas Gesetz über bie Fleischbeschau werbe berart abgeändert werden, daß die Einwände der Vereinigten Staaten hinfällig würden. „Die deutsche Regierung — so sagt sehr richtig die ,Post' - ist zur Zeit gar nicht tn der Vage, über das, was mDeutschland Gesetz wird, irgendwelche Eröffnung zu machen." Man weiß ja eben noch nicht, was eigentlich Gesetz werden wird.
* Bei der Umgestaltung des K««m»gs- n»ese«s, die auf Grund des Reichsgesetzes vom 26. Juli 1897 erfolgt ist, hat sich die Zahl der Innungen in Preußen von 7753 auf etwa 7400, also um 4 bis 5 v. H. vermindert, da zahlreiche kleine unb leistungsunfähige Innungen sich von Pabbington scheint Dir nicht zu bekommen; Du siehst noch blasser aus, als vorher. Wenn Du immer so blaß bist, so mußt Tu Roth auf- legen; ich werbe Dich selbst in bicfer Kunst ein« weihen unb aus einer kleinen weißen Rose eine roihe machen."
Alles klang gütig unb freundlich, aber Marie fühlte sich im Herzen bet dem Gedanken er» leichtert, daß diese schöne, heitere Dame nicht ihre Mutter sei; der Gegensatz zwischen hier und Hannas Zimmer war auch zu groß.
Als Maria am nächsten Tage endlich mit Lady Davement allein war, jede mit Handarbeit beschäftigt, sagte sie zu sich selbst: .Jetzt oder nie muß es geschehen," zog Frau Pates Brief aus der Tasche und übergab ihn mit folgenden Worten: „Madame, eine Dame, die ich gestern sah, bat mich. Ihnen diesen Brief zu geben. Ec enthält sehr Wichtiges für Sie unb mich. Wollen Sie ihn lesen?"
„Großer Gott, mein Kinb, was ist benn los 2 Dein Herz ist übervoll von Thräuen! Armes, kleines Ding! WaS ist benn eigentlich?"
„Sie werden es gleich wissen, wenn Sie den Brief gelesen haben!"
Lady Davement erbrach das Siegel und sah nach ber Unterschrift. „Maria Pates, bas ist ja die Wittwe von George Pates. Herr Mark bat mir gestern von ihr erzählt; aber wie kommst Du zu biefem Briefe, Anna?"
„Lesen Sie, Madame, und Sie werden sehen, wie nahe er mich angeht."'
„Dich angeht? Ich möchte wissen, was Dich anders angeht, als neue Kleiber ober ber Besuch