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Jut'öa, Donnerstag, den 1. März 1900,

27. Jahrgang,

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(Nachdruck verboten.)

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ne in eine Märtyrin. Hanna jagte mir neulich, Ihnen verlange; wenn ich nach den Gesetzen dieses

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• Ale Aeitragspfficht der Ileichsöe- trieöe z« den Kommunalrafle» hat ein An­trag zum Gegenstände, den der freikonservative Abg. Dr. Stockmann mit 21 Mitgliedern seiner Fraktion im Reichstage eingebracht hat. Der An­trag geht dahin: „Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage möglichst noch in dieser Tagung einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den die Beitragspflicht der Neichsbetriebe zu den Kom­munallasten grundsätzlich anerkannt und gleichzeitig der Maßstab festgestellt wird, nach welchem die Beitragspflicht zu bemeffen ist."

X DieAväudernugeu des Ikeifchvefchan- Gesetzes, wie sie von der Reichstagskommission beschlossen worden sind, werden in den halbamt­lich beeinflußten ,Berl. Pol. Nachr/ als „sehr unerwünscht" bezeichnet. Unmittelbar danach aber heißt es in derselben Darlegung, daß mit Rücksicht auf die große Mehrheit, die für die Abänderungen in der Kommission eingetreten ist, eine „Verständigung in d-r laufenden Tagung nicht nur nicht ausgeschlossen, sondern sogar bis zu einem gewissen Grade wahrscheinlich" sei. Sehr unerwünscht und doch bis zu einem ge­wissen Grade wahrscheinlich, das ist eine merk­würdig glheimnißvolle Orakelsprache, zu deren Verständniß man erst noch eines besonderen HieroglyphenschlüsselS bedarf. Der beste solcher Schlüffel wird gehöriger Nachdruck sein, den die große Mehrheit deS Reichstages auf ihre Nb- änderungSforderungen legt. Dann wird die Ver-

„Als ich int letzten Winter krank lag, er­wachte ich einmal nachts, während alle andern schliefen. Ich nahm das Kreuz in meine Hände, da sah ich Frau Dimple plötzlich mit dem Lichte in der Hand an meinem Bette stehen. Sie war so leise gekommen, daß ich nichts wahrgenommen hatte; aber ich sah sofort, daß sie mein Kreuz bemerkt hatte. Sie sagte nichts, gab mir zu trinken und ermahnte mich, zu schlafen. Einige Tage später wurde ich zu ihr gerufen. Du kannst Dir denken, wie mir das Herz schlug. Sie sah außerordentlich ernst und sagte: „Mein Fräulein, sie haben eine verbotene, verrätherische und ge­fährliche Sache in ihrem Besitze, die ich von

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„War sie die ganze Zeit hindurch eingekerkert?" ,;ci, Hanna sagt, sie würde sofort freigelaffen, wenn sie den Namen des Priesters nennt. Aber sie thut es nicht. Ich halte das für edel von ihr;

Aus dem Reichstage.

156. Sitzung vom 28. Februar 1900.

Dritte Lesung des von benelf. Abgg. Winterer und Gen. eingebrachten Antrages auf Beseitigung des Diktatu r p aragrapH en in Elsaß-Loth- ringen.

ständigung aus dem Zustande einer gewissen Wahrscheinlichkeit in den Zustand der Gewißheit gebracht werden.

h Die Keuterroth auf dem Laude auf nachdrückliche Art zu bekämpfen, nämlich durch gesteigerte Zulassung von ausländischen Arbeits­kräften, kann sich die preußische Staatsregierung noch immer nicht entschließen. Man vernimmt im Gegentheil von neuen Ausweisungen polnischer Arbeiter. Dagegen empfiehlt ein Offiziosus die innereKolonisation als ein geeignetes Mittel zur Beseitigung des Mangels an ländlichen Ar­beitern. Das mag nun sicherlich auch ein ganz gutes Mittel zur Erreichung dieses Zweckes sein. Aber wie lange wird es wohl dauern, bis dieses Mittel den gewünschten Erfolg in ausreichendem Maße haben würde. Das scheint der Offiziosus, der in diesem Sinne in den ,Berl. Pol. Rachr/ das Wort führt, sich nicht überlegt zu haben, daß eine geraume Zeit dazu gehört, um so stark zu kolonisiren, daß dadurch der Leutemangel beseitigt werde. Eine während der letzten Tage in einem schlesischen Blatte erschienene Meldung, die Regie­rung sei bereit, 40000 weitere ausländische Ar­beiter zuzulassen, ist leider unrichtig.

Staatssekretär des Auswärtigen und des Schatz­amtes zu unterstellen. Staatssekretär Graf Bülow antwortete, Konzessionsangelegenheiten unterständen jetzt dem Reichskanzler. Bei der Forderung von 155,000 Mk. zur Entsendung von landwirthschaftlichenundforstwirth- schaftlichen Sachverständigen wurde an­gefragt, ob solche auch für Südamerika bestimmt seien. Unterstaatssekretär von Richthofen er­widerte, daß wir einen solchen in Buenos Aires haben; später soll noch ein weiterer Sachver­ständiger an die Westküste von Südamerika ent­sandt werden. Auf eine andere Frage antwortete Staatssekretär Graf Bülow, nach der Ansicht der Regierung liege eine Nothwendigkeit für die Errichtung deutscher Handelskammern im Aus lande nicht vor. Andere Länder hätten keine guten Erfahrungen mit dieser Einrichtung gemacht. Die Ansätze des Etats wurden durch­weg nach der Regierungsvorlage genehmigt.

< Der Kochverrakh irr Hflrowo ist be­reits bis auf die Primaner gekommen. Auch ein Oberprimaner war wegen Verdachts des Hochverraths verhaftet, alsbald aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Es liegt noch keine Nachricht darüber vor, ob auch schon höhere Töchter in denselben gräßlichen Verdacht sich ge­bracht haben. Dagegen ist vom Posener Gene­ralkommando neuerdings auf einen früheren Er­laß zurückgegriffen worden, wonach Polinnen nicht einmal von Unteroffizieren geheirathet wer­den dürfen. Also auch Unteroffiziere polnischer Abstammung sollen daran verhindert werden, Mädchen ihrer Nation zu heirathen — es ist weit gekommen bei uns am Schluffe des neun­zehnten, oder nach amtlicher Lesart am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts!

mit NntersiakbmgsMeilage „Muflrirte SoMkags-Ieitung?

O, mich macht er nicht traurig, obgleich ich schon manche Thräne über ihn vergossen. Aber wenn ich ihn an mein Herz presse, erfüllt er mich mit Liebe zu Gott."

„Sonderbar, keinen Geistlichen hört man so sprechen."

„Nein, ihre Predigten sind ohne warmes Ge­fühl; Hanna's kurze Lehren verdunkeln all' ihre großen Reden."

„Woher schreibt Frau Dates?"

, „Der Brief ist nicht bezeichnet, aber wenn Du mrr versprichst, niemanden etwas zu sagen, so will ich Dir ein Geheimniß anvertrauen."

„Ich verspreche es. Du weißt, ich halte immer mein Versprechen. Ich habe nichts von Deinem Kreuz erzählt, aber die abscheuliche Jane hat es an Dir gesehen."

„Nenne sie nicht abscheulich, liebste Bessie, Du weißt, Gott verbietet, solche Worte auf ' unfern Nächsten anzuwenden."

„Du bist so streng; alle Mädchen thun es mehr oder weniger. Aber Du wolltest mir von Frau Dates erzählen."

„Bessie, sie ist eine Katholikin, eine römisch- katholische Christin und schon seit langem einge­kerkert, weil sie den Namen eines Priesters nicht verrathen wollte, für den sie einen Brief hatte, sie wurde an demselben Tage in das Gefängniß geworfen, da sie mich von Frau Coggle fortholen wollte."

Landes verfahren wollte, ntüßle ich Ihnen eine schwere Züchtigung auferlegen. Da aber außer mir niemand etwas von der Sache weiß, will ich Ihnen verzeihen, wenn Sie mir versprechen, diese Handlungsweise nie wieder zu wiederholen." Ich blieb zuerst ganz still, faßte mich aber bald wieder und sagte: „Madame, mein Herz wird brechen, wenn Sie mir das Kreuz, das mir meine Mutter gab, nehmen; freiwillig kann ich es nicht hergeben, will aber gerne jede über mich verhängte Strafe dulden." Sie sah mich fest an; „also nur auf den Umstand", fuhr sie fort, „daß das Kreuz von Ihrer Mutter stammt, gründet sich Ihre Liebe zu demselben?"

Nach einigem Besinnen erwiderte ich: „ Madame, vor allen Dingen schätze ich das Kreuz aus Liebe zu dem, der auf demselben abgebildet und für uns alle gestorben ist; außerdem aber liebe ich es aus dem von Ihnen angeführten Grunde." Sie sagte nichts, zog aber das Kreuz mit Gewalt hervor. Ich schwieg eberfalls, fühlte aber mein Herz brechen und mein Schmerz muß auf meinem Ge­sichte ausgeprägt gewesen sein, denn sie zog ihre Hand zurück und sagte: „Sie wissen aus der Geschichre, wie die jungen Spartaner öffentlich bestraft wurden, wenn ihr strafbares Thun ent- deckt wurde. So lange Sie Ihr Andenken, denn es ist ein solches, vor Ihren Mitschülerinnen ver­bergen können, mögen Sie es behalten, wird es aber bekannt, so erfolgt öffentliche Strafe." Da­mit wurde ich entlassen, und meine Liebe gegen meine Lehrerin war größer, als ich sie je gefühlt hatte."

„Aber Du bist nun in der Gewalt der bös­artigen Jane, die es gewiß der Lehrerin sagt."

daß man jetzt auf ihre endliche Erlösung hoffen dürfe. Ein edler Protestant hat sich für sie verwandt."

„Weiß Frau Dimple, daß Hanna katholisch ist?"

„Ich weiß es nicht genau. Seit kurzem läßt sie uns gar nicht mehr allein."

„Wenn sie es genau wüßte, dürfte Hanna gar nicht mehr kommen."

„Ich glaube doch, Frau Dimple hat ein gutes Herz."

„Ach, sie hat mich gescholten, als ich bei meiner Ankunft sagte, ich wäre katholisch."

„Aber Bessie, ist es wahr, daß Du katholisch bist?"

„Ich war es, ehe meine Eltern starben; dann sandte mich mein Onkel hierher und sagte, ich sei Protestantin."

„Ich muß gestehen, daß es mir keinen Kum­mer macht, wenn Jane mein Kreuz gesehen hat; denn Frau Dimple weiß, daß ich es habe."

„Aber woher?"

„In gewisser Beziehung ja, andererseits er­schreckt es mich auch. Hanna hat mir so oft ge­sagt, man solle die Freuden dieser Welt nicht lieben. Aber wie kann ich ihnen entgehen, wenn ich auf der Welt lebe, und doch steht es auch im Katechismus, daß wir durch unsere Tause allem Irdischen entsagen."

„Ju, ich weiß es, und doch sehnt sich jede von uns nach schönen Kleidern, Gesellschaften und Bällen." 1

„Von meiner andern Mutter, Frau Dates, höre ich selten, seitdem ich hier bin. Ihre Briefe ! find nur kleine Zettel; hier ist der letzte, den ich j immer bei mir trage."

„O, laß mich ihn lesen."

„Ich werde Dir ihn vorlesen. Die Hand­schrift ist undeutlich, aber ich kann den Inhalt auswendig:

„Meine liebe Marie:

Ich habe Dir die ganze Zeit nicht schreiben können, so sehr ich es auch wünschte. Ich muß aber Gott danken, daß ich Dir diese wenigen Worte senden tarnt. Ihm empfehle ich dich, mein ~iebltitg und bitte Ihn, Dich in seinen gnädigen Schutz zu nehmen und daß mein Kind lernen möge, zu warten und zu beten und selbst, wenn es ihm gefällt, zu leiden gleich seiner armen Mutter."

„Welch trauriger Bricf!"

Deutsches Keich.

Berlin, 28. Februar.

* Das Befinden des Abg. Dr. LieSer hat, wie die ,Germania' meldet, trotz einer langsam, aber sichtlich fortschreitenden Besserung noch heute unterweihältnißmäßig leichten Schwan­kungen durch fieberähnliche Anfälle zu leiden. Dieselben gehen jedoch leicht und schnell vorüber und nehmen immer mehr ab. Als Folge eines schweren, sich allmählich vermindernden inneren Leidens kann diese Erscheinung kaum überraschen und auch nicht beunruhigen. Es ist wohl die natürliche Entwickelung eines Heilungsprozesses, der um so mehr auf Wiederherstellung hoffen läßt, als ernste Rückfälle nicht eingetreten sind, seitdem die Besserung zu kotsstatiren war. Unter diesen Umständen haben auch die behandelnden Aerzte die besten Hoffnungen auf Genesung des Patienten, wenngleich eine völlige Wiederher­stellung noch nicht in kürzester Zeit erwartet werden kann. Die Kräfte heben sich stetig, aber langsam. Selbst, wenn alle Gefahr heute als ausgeschloffen betrachtet werden dürfte, so würden doch immerhin noch einige Wochen darüber ver­gehen, bis Herr Dr. Lieber wieder gesund und arbeitsfähig fein wird.

X In der Sitzung des Abgeordneten­hauses vom 23. Februar leistete sich der nationalliberale Abgeordnete Dr. Schnitzler (s. S. 1833 des stenogr. Berichts) bezüglich des die Gemei nd ew ahle n betreffenden Gesetzentwurfes folgenden geschmackvollen (?) Ausspruch:, „Es war also doch gut, daß das be­rühmte Hi des Aolumkns (der vorigjährige Entwurf) nicht zur vollen Ausbrütung ge­kommen ist; denn das Ei, das uns in diesem Jahre vorgelegt wird, scheint ein bei weitem besseres Produkt zu fein!" Wie meint das der Herr? Hält er etwa das vorjährige Kolumbus- Ei für ein Kuckucks-Ei und das diesjährige für ein Kibitz-Ei? — Urbrigens übersteht er, daß das berühmte Ei des Kolumbus nicht mehr zum Ausbrüten geeignet und bestimmt sein konnte. — Was für ein Produkt aber aus dem neuen Ei heroorgehen wird, wollen wir abwarten. Hoffentlich täuscht sich der Herr Dr. S. in seinen Erwartungen.

+ Der Ktat des Auswärtige« Amtes ist heute (Mittwoch) von der Budgetkommifsion des Reichstages in Angriff genommen worden. Bei dieser Gelegenheit brachte der sreikons. Abg. Gras Arnim wiederum die schon wiederholt kritisirte Angelegenheit der Verleihung von Land­konzessionen zur Sprache und fragte an, ob diese als eigentliche Kolonialangelegenheiten an­gesehen und behandelt werden, d. h. der Kolonial- abtHeilung und dem Reichskanzler unterstehen, oder ob es nicht doch erwünschter fei, solche Fragen der gleichzeitiger Behandlung durch den

Ausland.

* Aaris, 28. Febr. Auf der französischen Antillen-Insel Martinique herrscht unter der farbigen Bevölkerung Heller Aufruhr. Es ist bereits Blut geflossen. Bei einem versuchten An­griff auf eine Zuckersiederei gab die anwesende See-Infanterie Feuer, wovon sieben Schwarze auf der Stelle getödtet und vierzehn andere so schwer verwundet wurden, daß acht innerhalb weniger Stunden ihren Wunden erlagen und die übxjgsn zwischen Leben und Tod schweben.

* Stockyotm, 28. Febr. Der König und die Königin von Schweden und Norwegen be­absichtigen, im Frühjahr das Ausland zu be­suchen und sich einige Zeit in England aufzuhalten. Die Königin hat bereits eine Villa in der Nähe von London gemietet Der König gedenkt, Ende Mai die Ausstellung in Paris zu besuchen. In der ersten Hälfte des Juni werden die Maje­stäten nach Schweden znrückkehren.

• Detersvnrg, 28. Febr. Für das Vor­gehen Rußlands gegen Afghanistan bezeich­nend ist eine Abmachung mit der Regierung der Bucharei. Bucharei trat unentgeltlich größere Landkomplexe am Oberlaufe des Amu Darja an Rußland zur Ansiedlung russischer Auswanderer ab mit der Erlaubniß, auf diesen Komplexen auch Militärbauten für Truppen zu errichten, die dorthin verlegt werden sollen. — Um die Be­deutung dieses Abkommens richtig zu würdigen, muß man bedenken, daß der Amu Darja attf einer langen Strecke die Grenze zwischen Bucharei und Afghanistan bildet. Die russische Maßnahme ist nur als weiteres Glied unter den zahlreichen Maßnahmen der Militärverwal­tung anzusehen, an der afghanischen Grenze festen Fuß zu fassen und die Position allmählich zu stärken.

* SMHng, 28. Febr. Die Kaiserin-Witwe verfolgt alle ihre Widersacher mit unerbittlicher Strenge. Tschenglintschang, der ehemalige Direktor

V N-rki«, 28. Febr. Der Kaiser hat dem Prinzen Heinrich einen Erholungsurlaub von sechs Monaten bewilligt. — Das Staatsmintsterium trat heute Nachmittag 3 Uhr unter dem Vorsitz des Fürsten Hohenlohe im Abgeordnetenhause zu einer Sitzung zusammen. — Zu Ehren der spanischen Ge­sandtschaft, welche unter der Führung des Herzogs von Veraga morgen früh hier eintrifft, um dem Kron­prinzen den ihm von der Königin-Regentin von Spanien verliehenen Orden vom Goldenen Vließ zu überbringen, findet am Freitag Abend im königlichen Schlosse eine große Tafel statt, an der auch Prinz Albrecht und die königlichen Prinzen theilnehmen und zu der Reichs­kanzler Fürst Hohenlohe, der hiesige spanische Botschafter und zahlreiche anders Personen geladen find. — Dem Herrenhause ist der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Dienstvergehen der Beamten der Landes- Versicherungsanstalten zugegangen. — In der Budget- Kommission des Reichstages erklärte heute ein Vertreter des Auswärtigen Amtes bei der Berathung des Etats dieses Ressorts, daß Spanien aus finan­ziellen Gründen seine Zölle erhöht, aber Reklamationen entgegenkommend behandelt habe. Ferner führte Graf Bülow aus, das Auswärtige Amt sei zu der Ueber- zeugung gelangt, daß eine Nothwendigkeit zur Errichtung deustscher Handelskammern im Auslande nicht vorliege. Auch sei es Thatsache, daß andere Länder mit einer solchen Einrilbtung keine guten Er­fahrungen gemacht hätten. — Das Pariser Witzblatt ,Le Ri re' ist nach dem .Reichsanz.' vom Reichskanzler, nachdem er binnen Jahresfrist zweimal in Deutschland auf Grund des Strafgesetzbuchs verurtheilt worden, in Deutschland auf die Dauer von 2 Jahren verboten worden. — Meyer-Jena, der frühere nationalliberale Vertreter für Jena im Reichstag von 1881 bis 1890, ist im Alter von 59 Jahren in Heidelberg gestorben. — Der wegen seiner Kanal-Abstimmung zur Disposition gestellte Landrath v. Dallwitz in Lüben ist zum Re­gierungsrath ernannt worden. Die darnach erforderlich werdende Landtags-Ersatzwahl fürGlogau-Lüben findet am 13. März statt. — Die polnischen Sozial­demokraten innerhalb Preußens werden in den Oster- tagen in Berlin ihren fünften Patreitag abhalten. — Der lyrische Dichter Professor Dr. Albert Möser ist Dienstag früh in Dresden gestorben.

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Marianne.

Dem englischen Originale der Lady Fullerton nacherzählt.

Von M. Röhr.

»eile oder her® Raum 15 Pf., fe tarnen die Sri» teilt 25 Pf.; Ä Wiederholung?» wird entsprechend Rabatt tzetMrS

Abg. Wetterte (Els) wies nochmals in sehr wir­kungsvoller Weise auf das Ungerechte und Verfassungs­widrige dieses Paragraphen hin und wurde darin aufs Trefflichste von dem ebenfalls elsässischen

Abg. AöMnger unterstützt. Dieser wies nochmals mit Entrüstung die Unterstellung zurück, als hinge der Widerstand der elsässischen Geistlichkeit gegen die Er­richtung einer katholischen Fakultät in Straßburg mit politischen Beweggründen zusammen.

Der Antrag wurde auch in dritter Lesung gegen die Stimmen der Konservativen und eines Theils der Freikonservativen angenommen.

Die ablehnende Minderheit des Hauses wurde dann durch die Nationalltberalcn verstärkt bei der Ab­stimmung über den anderen elsässischen Antrag (Küchly und Gen.), für die Wahlen zum Landesaus- schusse in Elsaß-Lothringen das Reichstags­wahlrecht einzuführen.

Vom Centrum sprach Abg. Hroever wirksam für den Antrag, der von dem Veteran der elsässischen Ab­geordneten, dem Abg. Winterer, in überzeugender Weise begründet wurde.

Auch dieser Antrag wurde sofort nach beendeter erster Lesung in zweiter Lesung angenommen.

Ueber eine Petition, die Konsumvereine der kommunalen Besteuerung zu unterziehen, wurde nach dem Anträge der Kommission zur Tages­ordnung übergangen, ebenso über eine andere Petition um höhere Besteuerung des Trinkbranntweins.

Nächste Sitzung: Donnerstag 1 Uhr. Etat des Auswärtigen Amtes.

Msstz» Bestellungen ans die »Fuldaer Zeitung^ für den Monat Mär-^ zum Preise von 50 Pfennig werden ttod fortwährend angenommen.

W Fuldaer