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mit Zlnterhattungs-Meilage „Zllustrirte Sonntags-Zeiümgf “ÄlflS“

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Juköa, Samstag, den 24. Februar 1900.

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Wochen-Rriudschau.

(Nachdruck verboten.)

+ Fulda, 25. Februar.

Die Flottenvoclage ist dauernd das große Gestirn, das die innere Politik regiert. Und da nun allein das Centrum im Reichstage den Ausschlag darüber geben kann, beschäftigtisichdwieder einmal die ! gesummte Presse aufs eifrigste mit dem Centrum und | damit, was es thun wird. Ein römisches Blatt, der r ,Osservatore romano1, von dem man Weiß, daß es für ganz bestimmte Dinge Weisungen aus dem Vatikan erhält, hatte - sich über dieselben Fragen ausgelassen, und deutsche Zeitungen hatten das so aufgefaßt, als ' habe man darin die Stimme des Papstes zu hören. Natürlich ist das ganz einfach Unsinn; denn man weiß längst, daß die allgemein politischen Darlegungen des ,Osservatore romano1 durchaus nicht mit Einflüssen zusammcnhängen, die vom Vatikan her geübt werden. Es kann also den deutschen Katholiken so ziemlich egal • sein, was der ,Osservatore romano* über solche - Dinge schreibt. Thatsächlich ist es ihm aber auch gar nicht einmal eingefallen, dem deutschen Centrum die Annahme der Flottenvorlage anzurathen, wie mehrfach behauptet worden fft in diesen Tagen. Der ,Osser- vatore* hat die Rede des Centrumsredners Dr. Sch ä d- ler beifällig besprochen, das ist die Wahrheit; hat sich also ausdrücklich auf denselben Standpunkt gestellt wie das Reichstagscentrum. Demgemäß befinden sich also die Ansichten in Berlin und Rom mit einanöer in Uebereinstimmung und nicht in Zwiespalt, und das

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diese Beweisführung ab. „Wenn man — so schreibt die ,Weser-Zeitung* wörtlich — die hanseati­schen Kaufleute als Geschäftsleute fragte, ob sie Kriegs­schiffe halten wollten, um mehr Geld zu verdienen, so würden sie einstimmig mit Rein antworten müssen. Als Geschäftsleute würden sie den bisherigen Zu­stand, bei dem es sich ja auch leben läßt, lieber ertragen, als ein stehendes Konto „für Kriegs­schiffe" in ihren Büchern zu eröffnen . . ." Die Re­gierung wird sich also auf andere Beweismittel be­sinnen müssen, um ihre Flottenforderungen zugkräftig zu begründen. Daß übrigens auch das Centrum dem Reiche eine starke Flotte wünscht, hat ja auch Herr Abg. Dr. Schädler gesagt.

Am letzten Montag ist der neue Oberhirte der Erzdiözese Köln, Erzbischof Dr. Sim ar, in seiner neuen Residenz eingetroffen, schon unterwegs feierlich begrüßt in verschiedenen Städten seiner Diözese, durch die die Reise ihn führte, so besonders in Essen und in Düsseldorf. Am Dienstag hat dann nach der Inthroni­sation ein Festmahl im erzbischöflichen Palais stattge­funden, wobei der Erzbischof in seinem Trinkspruche ausführte, er wolle „den Ruf eines treu katholischen Bischoffs sich wahren und damit zugleich den Ruf eines patriotischen Bischofs." Denn „der eine könne ja vom andern nimmer getrennt werden, so lange mit dem hehren Namen des Patriotismus eine der edelsten Tugenden bezeichnet wird, jene Liebe zu Fürst und Vaterland, deren höchste Ziele, deren Grenze durch die göttliche Weltordnung bestimmt sind." Den Kaiser feierte der Erzbischof in seinem Trinkspruche als „den treuen, starken Schirmherr des Völkerfriedens".

Im Reichstage war nach der Berathung des 'Etats der Reichseisenbahnen eine Pause eingetreten. Am Mittwoch haben die Plenarsitzungen von neuem begonnen. Im preußischen Landtage hat die Regierung zwei neue Gesetzentwürfe eingebracht, den Entwurf der Besteuerung der Waarenhäuser und die neue Novelle zum Gemeindewahl­rechte. Der erstere befriedigt eigentlich Niemand, die letztere aber ist durchaus nicht geeignet, gerade die Uebelstände zu beseitigen, die am allerhärtesten em­pfunden werden. Das Centrum kann der Novelle in der vorliegenden Form niemals zustimmen.

Einen wichtigen Beschluß hat die bayerische Abgeordnetenkammer gefaßt: bei derBerathung der Berggesetz-Novelle hat die Kammer einen Antrag angenommen, wonach die Arbeitszeit der Bergleute unter Tage acht Stunden für den Tag in der Regel nicht übersteigen darf, wonach ferner unter ungünstigen Verhältnissen des Wassers und der Temperatur das Oberbergamt eine entsprechende Minderung der regel­mäßigen Arbeitszeit festsetzen kann. Gerade gegen­wärtig hat dieser Antrag doppeltes Interesse, weil die mährischen und böhmischen Kohlenbergleute um den Achtstundentag kämpfen und auch in den sächsischen Kohlenrevieren die Arbeiter wegen anderer Forderungen, die ihnen nicht bewilligt wurden, die Arbeit niederge­legt haben. Wie und wann diese Arbeiterbewegung enden wird, läßt sich im Augenblicke noch nicht voraus­sehen. Das Eine ist klar, daß die deutschen Kohlen­bergleute nicht die Berechtigung zur Niederlage der Arbeit haben, wie ihre Kameraden in Böhmen und namentlich in Mähren. In diesen Tagen tritt der österreichische Reichsrath zusammen, und dieser

ust kaufleute herrschen. Die Begründung derVorlage verweist, wie bekannt, namentlich auf den Schutz, . dcmder deutsche Handel im Auslande brauche. Oe Aber die Bremer Handelsfirmen lehnen

beweist aufs allerbeste, wie fadenscheinig die Behaup­tungen sind, daß das Centrum in dieser Frage vom hl. Vater korrigirt werden müsse.

Von ganz besonderem Interesse zur Beurteilung J'ber Flottenvorlage und der Begründung, die die Re- ttl« gierung ihr beigegeben hat, ist eine Auslassung der ,Weser-Zeitung* in Bremen, von der man weiß, daß in ihr die Anschauungen sich widerspiegeln, die in den Kreisen der Bremer Reeder und Groß­

wird sich unverzüglich mit besagter Frage zu befassen haben.

Was in dieser neu begonnenen Reichsraths-Tagung mit der Sprachenfrage und dem Völkerzwifte zwischen Deutschen und Tschechen werden wird, liegt noch verborgen hinter den Schleiern der Zukunft. Der hitzigere Theil der Tschechen will die parlamen­tarische Obstruktion wieder ausgenommen und so lange ortgesetzt sehen, bis die Tschechen „Genugthuung" er­halten hätten für die Aufhebung der Sprachenverord­nungen des Grasen Badem. Der Rücktritt desKabi- nets des Grafen Clary genügt diesen Heißspornen noch nicht; und schon in der ersten Sitzung soll der Sprachen- lämpf von neuem von ihnen ausgenommen werden. Es gibt viele unangenehme Aemter in der Welt. Zu den allerunangenehmsten gehört aber gegenwärtig un- treitig das Amt eines österreichischen Minister- wäsidenten.

Das französische Ministerium Waldeck- Rousseau macht fortgesetzt in Kulturkampf. Den­jenigen Bischöfen, denen das Gehalt gesperrt worden ist, weil sie den Assumptionistenvätern in Paris ihre Sympathie bekundet haben, ist ein Rundschreiben des Ministerpräsidenten zugegangen, in dem gesagt ist, daß die Entscheidung der Gehaltsfperre auch dem heil. Stuhle zur Kenntniß gebracht werden soll — ein sonderbares Vorgehen! Glaubt man denn wirklich, ür solche Maßregeln Beifall im Vatikan zu finden? Ein neuer Gesetzentwurf, der in diesen Tagen der ranzösischen Kammer zugegangen ist, bezweckt eine Er­gänzung des Artikels 204 des (Strafgesetzbuches. Es heißt darin, es solle damit „den Verstößen der Geist­lichen ein Ende gemacht werden", und der neue Ar­tikel setzt Gefängniß auf solche „Verstöße". Unter solchen „Verstößen" versteht man mündliche oder christliche Kritik der Geistlichen an Maßnahmen der Regierung. Die Geistlichen möchte man also gern zu willenlosen Sklaven der Regierung machen.

Auf dem südafrikanischen Kriegsschau­plätze haben die Engländer ausnahmsweise einige Erfolge zu verzeichnen: namentlich das Eindringen des britischen Generals French in das von den Buren belagerte Kimberley, den Mittelpunkt der Diaman­tenfelder. Ganz klar aber ist die Sache noch nicht, ob nicht schließlich die Buren an anderen Stellen die Schlappe durch doppelte Erfolge wett machen werden, beispielsweise durch eine Abschneidung der neu ange­kommenen Truppenmassen des Feldmarschalls Roberts von ihren Zufuhren aus dem Kaplande her. Die Thatsache ist, daß die Stadt Kimberley auch nach ihrer Entsetzung von dem Verkehr mit der Außenwelt abge­schnitten ist — eine sonderbare Entsetzung!

A Das Gewerbegericht als Einigungsamt.

Wegen seiner paritätischen Zusammensetzung und des ihm besonders aus diesem Grunde in immer höherem Maße von Arbeitern und Arbeit­gebern entgegengebrachten Vertrauens könnte das Gewerbegericht in seiner Eigenschaft als Einigungs­amt noch weit segensreicher als bisher wirken. Denn wenn man bedenkt, welche Fülle von Un­zufriedenheit und langanhaltender Erbitterung, welches Unmaß materiellen Schadens ein Streik im Gefolge hat, dann kann man die Wirksamkeit und den Erfolg eines Gewerbegerichtes nicht hoch genug schätzen, dem es durch ruhiges, praktisches und sachgemäßes Eingreifen gelungen ist, einen Streik zu verhüten, oder ihn zeitig zu beendigen. Daß das Gewerbegericht als Friedensstifter bei einem drohenden oder schon ausgebrochenen Streik sich in der That mehr als jede andere Einrichtung eignet, hat die Praxis bewiesen und es ist erfreu­lich, daß die Jahresberichte der Gewerbegerichte immer mehr Fälle eines solchen friedenstiftenden Eingreifens registriren können. Leider aber ist die Zahl derselben noch viel zu gering. Es liegt das aber hauptsächlich in der zu sehr beschränkten Machtbefugniß der Gewerbegerichte nach dieser Richtung hin. Denn nach dem bestehenden Gesetze hat das Gewerbegericht nur dann in der Eigen­schaft als Einigungsamt in Thätigkeit zu treten, wenn es oen beiden streitenden Parteien darum angerufen wird. Wohl kann das Gewerbegericht aus sich den Versuch machen, die Parteien zu ver­anlassen, über ihre Differenzen vor seinem Forum gütlich zu verhandeln, wie es z. B. seitens des Gewerbegerichts zu Berlin mit Erfolg geschehen ist. Aber es steht ihm bisher keinerlei Recht zu, die Widerstrebenden zu einer Verhandlung zu ver- anlaffen.

Dazu bedarf es einer Erweiterung der gesetz­lichen Befugnisse. Und deßhalb wäre es gewiß als ein bedeutender Fortschritt zu begrüßen, wenn ein dahingehender Antrag, auf welchen die Reichs- tagskommisston sich geeinigt hat, im Gesetze als Anhang zu § 62 Aufnahme fände. Nach dem Anträge roiro es dem Vorsitzenden zur Pflicht gemacht, falls eine Partei das Gewerbegericht als Einigungsamt anruft, der anderen in geeig­neter Weise davon Kenntniß zu geben und diese auch zur Anrufung des Einigungsamtes anzu­regen. Dann aber soll er befugt sein, Personen, welche an der Streitigkeit beteiligt sind, „vor­zuladen und jv vernehmen und für den Fall des Nichterscheinens eine Geldstrafe bis zu 100 Mk. anzudrohen". Die letztere Bestimmung ist ganz besonders beachtenswerth und geeignet, eine er«

olgreichere und ausgedehntere Wirksamkeit des Kinigungsamtes anzubahnen. Ein solcher Ver­handlungszwang ist aber auch vollständig berech­tigt. Denn es wäre, wie auch in den Kommissions­verhandlungen und im Reichstage ausgeführt wurde, ein durchaus falscher Grundsatz, wenn man be­haupten wolle, es müsse den Parteien, also den Arbeitgebern und Arbeitern, allein überlassen bleiben, ob und in welcher Weise sie eine fried­liche Beilegung des Streikes oder eine Einigung erzielen wollen. Ein Streik ist fast immer ein öffentliches Unglück. Das Allgemeinwohl kommt Dabei in Mitleidenschaft und deßhalb hat die Regierung dezw. die Gesetzgebung, welche das Interesse der Gesammtheit besonders zu wahren hat, auch das Recht, einen gewissen Zwang aus­zuüben, damit desto eher der Friede erhalten oder ein ausgebrochener Streik beigelegt werde. Wenn der Vorsitzende und überhaupt das mit solcher Machtbefugniß ausgerüstete Gewerbegericht kurz und besonnen vorgeht, dann werden die meisten Streitigkeiten rechtzeitig geschlichtet werden können. Jedenfalls ist dann die Gelegenheit gegeben, daß sich die Parteien vor einem sachverständigen, in seiner Gesammtheit unparteiischen Richterkollegium gegenseitig aussprechen. Eine solche Aussprache wird dann auch, wie die Erfahrung lehrt, die Streikenden geneigter machen, sich zu einigen und den Vermittlungsvorschlägen des Einigungsamtes zuzustimmen.

Auch diesen Gesetzesvorschlag verdanken wir wieder in erster Linie der Anregung der Centrums­partei im Reichstage.

Römische Briese.

XVIII.

□ Rom, 19. Februar 1900.

Der von einigen ängstlichen Gemütern so ge­fürchtete Tag der 300jährigen Wiederkehr des Todestages Giordano Bruno's ist hier in Rom spurlos vorübergegangen. Gute und vor Allem energisch ausgeführte PolizeffMaßregeln verfehlen hier nie ihre wohlthuende Wirkung. Die Regierung hat durch ihre diesmalige Strenge all' die Kindereien, welche die antiklerikalen Studenten planten, und welche ihren Ausdruck nach hiesiger Sitte in Reden, Begrüßungen und Bekränzungen finden sollten, im Keime erstickt. Sie gab sich und ihrer s.Z. in der Thronrede ausgesprochenen festen Absicht, die katholischen Institutionen und die fremden Pilger zu respektiren, das beste Zeug- niß. Die römische Universität war geschlossen, jede Ansammlung und Aufzug zu Ehren Giordano Bruno's streng untersagt, aber auch gleichzeitig wurde die nötige Anzahl an Gendarmerie und Polizeisoldaten bereit gehalten und den antikleri­kalen jugendlichen Hitzköpfen vor Augen geführt. So beschränkie sich denn zur Genugthuung aller Friedliebenden die ganze, so großartig geplante Demonstration auf eine von nur 200 Studenten besuchte Versammlung und auf einige unschuldige Veilchen, welche dem Märtyrer auf dem römi­schen Trödelmärkte, betn Campo di Fiori, geopfert wurden. In der Versammlung war eigentlich von Bruno keine Rede, trotzdem sie sich den Namen eines Kongresses ihm zu Ehren beigelegt hatte. Eine Studenten - Deputation aus Triest wurde sehr gefeiert, ebenso der „Grazer" Student mit dem echt deutschen Namen Gambini. In welchem Fahrwasser die ganze „Bewegung" schwamm, erhellt wohl am besten aus dem Um­stande, daß bereits in der ersten Sitzung der Vorschlag zur Diskussion stand, dem im Zucht­hause sitzenden bekannten Sozialisten Batacchi einen Gruß zu senden. Gestern Abend fand vor der Porta Pia ein Bankett der Kongreß - Theil- nehmer statt, bei welchem es zu argen Meinungs­verschiedenheiten zwischen den „Antiklerikalen", die sich wiederum in die Unterabtheilungen monarchisch und sozialistisch unterscheiden, kam. Die Sozia­listischen wollten nämlich ihre Lieder singen, wo­gegen die Monarchistischen protestirten. Schließ­lich kam aber die hier in derartigen Fällen übliche allgemeine Versöhnung zu Stande, und somit ist die italienische Geschichte um ein Ruhmesblatt reicher.

Der Andrang der Pilger ist in diesen letzten Tagen noch ganz gewaltig gestiegen. Die vier Jubiläumsbasiliken wimmeln buchstäblich voller Waller, welche in großen Massen aus Frankreich und namentlich aus den italienischen Provinzen nach Rom geströmt sind. Das schöne Wetter begünstigt momentan diese Pilger­wanderungen, an welchen sich auch der einge­borene Römer, namentlich an den Sonntagen, eifrigst beteiligt.

In Taranto ist der Apulische Katho­likenkongreß äußerlich äußerst glänzend verlaufen. Neunzehn Bischöfe und eine Unzahl Geistliche und Laien beteiligten sich an den ver­schiedenen Umzügen und Feierlichkeiten. Beson­ders hervorgehoben zu werden verdient die außer­gewöhnlich große Betheiligung seitens der Ar­beitervereine der Provinz. Sie waren noch nie«

27. Jahrgang.

mals in solcher Anzahl bei ähnlichen Seron» taltungen erschienen. Im Großen und Ganzen lesteht der Hauptwerth dieser italienischen Katho­likentage in der Abhaltung einer allgemeinen Zählung der betreffenden streitbaren Kräfte. Und auch das hat ja speziell hier bei uns, wo die Katholiken sich nicht an den Parlamentswahlen beteiligen, seinen großen Werth.

Das italienische Parlament setzt seine Ar­beiten fort, ohne jedoch der Sensationslust der Bevölkerung Genüge zu leisten. Einige „Rechen­fehler" im Penstonsfonds der Veteranen wurden aufgedeckt und machten sehr von sich reden. Vor fünfzehn Jahren gab es nur noch420 Ueberlebenbe der bekannten sizilianischen „Tau­send", mit welchen Garibaldi in Marsala lan­dete und denen das dankbare Vaterland eine Pension ausgesetzt hat. Heute nun sind es nach den Mittheilungen des Schatzmeisters wieder 460, denen die Pension ausgezahlt wird (!). Man zerbricht sich nun mit Recht den Kopf, wie diese nachträgliche Vermehrung jener Helden von 1860 vor sich ging.

Ich habe schon wiederholt auf einige sogen. Jubiläums Industrien hingewiesen und min­destens zur Vorsicht gemahnt. In deutschen Blättern wird gegenwärtig mittelst einer Zu­schrift aus Rom eine Jubiläumspost­karte angekündigt und in eine gewisse Ver­bindung mit dem deutschen Pilger-Ko­mitee gebracht. Nach einer Erklärung des Präsidenten genannten Komitees hat dieser mit der Angelegenheit nichts weiter zu thun, als daß er feinen Stempel dazu hergab, welcher nunmehr jedoch zurückgezogen wurde.

Vermischtes.

* Kühne Behauptung. Nordpolfahrer (erzählend): „ . . Da hockten wir nun auf dem Eise; immer kälte.r wurde es, und noch immer war nichts von un­fern Gefährten zu sehen, — wir faßen wie auf Kohlen!"

* Druckfehler. Aus einem Gedicht. „Zwei Seelen und ein Gezanke."

Gottesdienstordnung in Fulda.

Sonntag, 25. Februar. Dom. 51/», 6, 6”/« und 71/« Uhr hl. Messen, 9 Uhr Amt und Verlesung des Hirten- schreibens, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr hl. Messe, l1/« Uhr Andacht und Christenlehre, 4 Uhr Andacht. (Die Andacht in der Marienkapelle fällt aus.) — Mitt­woch, 28. Febr. 7*/» Uhr Aschenweihe und Auflegung derselben während der Pfarrmesse. In der Fastenzeit wird jeden Freitag um 41/« Uhr der Kreuzweg gebetet. — Ltadtpfarrtrirche. 5 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten, Begrüßungsgebet und hl. Messe, 6 Uhr hl. Messe, 7 Uhr hl. Messe und Kommunion der Mitglieder der Bruder­schaft und der christenlehrpfl. Jungfrauen, 8 Uhr hl. Messe mit Predigt, 9'/> Uhr Hochamt und Verlesung des ersten Theiles des Bischöfl. Htrtenschreibens, 11 Uhr Bruderschaft von der Todesangst des Herrn, 12 Uhr Krone Christi, 1 Uhr erste, 2 Uhr zweite, 3 Uhr dritte, 4 Uhr vierte und 5 Uhr fünfte FrohnleichnamS-Andacht. — Micharlskirche. 10 Uhr hl. Messe mit Exposition. (Die Bruderschaftsandacht fällt wegen deS 40-stündigen Gebetes in der Stadtpfarrkirche aus.) Donners­tag 7 Uyr Bruderschaftsmeffe. — Pfarrkirche pim hl. Geiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — J.-S. 6s/< und 23/« Uhr. Dienstmädchen-Kon­gregation. 31/» Uhr Andacht. — Frauenberg. 5 und Vs7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Bruderschaftsmesse, 9 Uhr Hochamt, 2 Uhr feierl. Vesper mit sakram. S?gen. — Aschermittwoch. 8 Uhr Weihe der Asche und Aus­teilung derselben, darauf Hochamt.

Stadtpfarrkirche. Montag, 26. Febr. 5 Uhr Aus­setzung des Aller heiligsten, BegrüßungSgebet und hl. Messe, 6, 6*/> und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Hochamt, 9 Uhr hl. Messe, 10 Uhr erste Frohnleichnams-Andacht, von 11 Uhr an wie am Sonntag.

Dienstag, 27. Febr. Wiegestern. 3 Uhr zum Schluß die Bruderschaft vom Hochw. Gute, Prozession und Te Denm. — Aschermittwoch. 51/« Uhr Weihe der Asche und Auflegung derselben nach jeder hl. Messe. In der hl. Fastenzeit werden jeden Mittwoch Abends 5 Uhr die Stationen gebetet, Freitag Abends 8 Uhr Fastenpredigt und Andacht.

Koa«gelischer Gottesdienst. Sonntag den 25. Februar. Vormittags 9 /> Uhr: Herr Pfarrer Ruhl. Abends 6 Uhr: Herr Superintendent Schäfer.

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