Einzelbild herunterladen
 

Fuldaer MAeitung

Rabatt gewährt

. M 42.

StuCba, Mittwoch, den 21. Februar 1900.

i

l

t

k

(Nachdruck verboten.)

6

t

V

S I z

8

3

tmt ent Vertat Ui SrtUui X«eatr«6m$

Ptltregagt Ur. S ffceraoate).

„Sehen Sie, Hanna sagt immer, das hier ist Frau Dates Kind; ich aber sage, das andere war es Wir waren in jener Nacht reine Narren, daß wir die Kinder nicht mit einem Bande oder etwas ähnlichem bezeichneten, damit wir sie späterhin hätten unterscheiden können; so aber legten wir sie in ein Bett und verwechselten sie; bald nahm ich ein Kind und bald das andere, beide hatten aber gleiche Röckchen, und am Morgen wußten wir beide nicht die Kinder zu unterscheiden. Hanna aber behauptet stets, dies Kind hier sei Polly Dates.

„Wenn ich an Ihrer Stelle wäre", sagte Frau Krump, „ich würde in Betreff dieses Kindes nicht nachgeben. Ich bin überzeugt, daß, wenn Sie bei Ihrer Meinung beharren, es sich noch einmal als die Tochter irgend einer großen Familie ausweisen und auf diese Weise Ihr Glück machen wird."

„Gerade das sage ich auch immer zu Hanna. Jeden Tag, wenn ich erwache, sage ich: heut wird gewiß irgend etwas Wunderbares passiren."

Wenn sich nun Jemand gewohnheitsmäßig mit gewissen Ideen herumgetragen hat, so kommt es in der That bisweilen vor, daß er endlich etwas erlebt, was ihn in seinen Muthmaßungen bestärkt; und diesen selben Tag ereignete sich etwas, das den Stand der Dinge in dem kleinem Hause wesentlich veränderte.

Frau Krump wollte eben eine lange Geschichte erzählen, als ein kleines Aufwarlemädchen mit der Meldung eintrat, draußen warte eine vornehme Dame und wünsche Frau Coggle zu sprechen.

Frau Coggle fühlte ihr Herz heftig schlagen. Es war seit langem keine vornehme Dame bei ihr

jtafrrd*: ©teste spalt. Garmond »eile oder der« Raum IS Pf.,«»- kamen dir Petit» »dU 25 Pf.; bs

zurück. Welche Bedeutung diesem Vorgänge inne­wohnt, geht aus einem Beschlüsse hervor, den der Zentralvorstand der Gustav Adolf-Stiftung in Leipzig in feiner letzten Sitzung angenommen hat. In diesem Beschlüsse heißt es: „Der Zen­tralvorstand hat mit allen Freunden des Evangeliums die Spaltung der deutschen Evangelischen in Rom tief zu beklagen gehabt. Um so freudiger begrüßt er ihre in Aussicht stehende Beseitigung. . . Er wünscht, daß nach der . . . Auflösung der unab­hängigen evangelischen Gemeinde in Rom unter gleichem Entgegenkommen der kapitolinischen Ge­meinde daselbst der Friede völlig hergestellt werde und die . . . evangelische Gemeinde in Rom. . also erstarke, daß sie zur gegebenen Zeit den Bau einer Kirche freudig und thatkräftig ins Werk setzen kann." — Diese „gegebene Zeit" dürfte wohl noch in ziemlich weiter Ferne liegen.

0 Zrvika«, 20. Febr. Wie amtlich mitge- theilt wird, sind heute bei der Tagesschicht 2229 Bergarbeiter fortgeblieben. Die Ausständigen wurden heute entlassen. Nach Angabe des Streik-Komitees sind insgesammt 5700 Bergleute ausständig.

Drei Jahre waren, wie gesagt, vergangen, ruhig und ohne jedes bemerkenswerthe Ereigniß, als «in Tag kam, der einen großen Wechsel in diesen friedlichen Haushalt brachte. Eins der Kinder, die klein« Sally wurde eines Morgens von heftigen Krämpfen ergriffen; der schnell her­beigeholte Arzt verordnete Verschiedenes, aber ohne Erfolg. Vergeblich waren Frau Coggle's Thränen, vergeblich Hannas Gebete, daß Gott, wenn möglich, das kleine Leben schonen möge; und wenn letztere auch Sally nicht so liebte, wie die Keine Polly, so war sie doch ergriffen, als sie das kleine Geschöpf mit den Zeichen des Todes auf ihren Rnieen hielt.

An dem Begräbnißtage hatte Frau Coggle nicht den Muth mitzugehen; sie saß, Polly aus ihren Knieen, zu Hause, und fühlte sich so ver­einsamt, daß selbst Frau Krumps Besuch ihr ein Trost dünkte. Diese meinte, sie hätte nicht ge­dacht, daß daS Kind so schnell sterben würde.

„Sterben!" tief Frau Coggle, „wer hat je daran gedacht? Es schlief und aß wie ein Türke Ach, meine Liebe, es ist so schwer, ein Kind zu begraben, ein anderes zu behalten und nicht zu wiffen, welches tobt und welches noch am Leben ist."

„Wie meinen Sie das, Frau Coggle? Das eine ist tobt und da« andere ist lebend?"

27. Jahrgang.

Marianne.

Dem englischen Originale der Lady Fullerton nacherzählt.

Von M. Röhr.

Ausland.

+ Wie«, 20. Febr. lieber die Konferenz der deutsch-böhmischen Delegirten zur Verständigungs-Konferenz mit dem Ministerpräsi­denten Körber wird berichtet, daß die Deutschen dem Kabiuetschef in der unzweideutigsten Weise erklärten, daß sie nicht in der Lage seien, auf einen Kompromiß bezüglich der Ausgleichung der inneren Amtssprache auf dem Kongreß der Ver­ständigungs-Aktion einzugehen und daß sie betreffs der inneren Amtssprache aus dem ursprünglichen Standpunkte beharren.

* iiparis, 20. Febr. Der,@auloiS' gesteht zu, daß zwischen der Regierung und der römischen Kurie Verhandlungen über die Pensionirung der Erzbischöfe von Paris und Aix und des Bischofs von Valence bestehen; die Absetzung (?) dieser drei Prälaten dürfte schon bald erfolgen.

* Alew IZorfi, 20. Febr. Der Dampfer „Oceanic" brachte am 14. Februar 494 Zwischen­deckspassagiere aus England; 300 hiervon waren junge Leute. Die Einwanderungsbeamten waren erstaunt über diesen ungewöhnlich starken Zufluß von jungen Leuten aus England und fragten eine große Anzahl, weshalb sie ausge­wandert seien. Man antwortete ihnen, daß alle diese junge Männer ihr Vaterland verlassen hätten, weil sie befürchteten, die englische Regierung beab­sichtige eine Art Zwangsaushebung für den Kriegsdienst in Südafrika. Sie meinten ferner, daß sie nur die Vorläufer einer allge­meinen Auswanderung junger Männer aus England seien,bieder all gern ein en Wehr pflicht entgehen wollen.

* Dakparaiso, 20. Febr. Die Nachricht von der Entdeckung eines geheimen Vertrages zwischen Peru, Bolivia und Argentinien in Verbindung mit der offenbar gegen Chile gerichteten Ver­stärkung der Rüstungen Argentiniens verursacht hier Erregung. Eine militärische Kommission, an deren Spitze der chllenische Generalstabs - Chef Koerner steht, ist in der vergangenen Woche nach Europa abgereist, wie man glaubt, in wich­tigen militärischen Angelegenheiten. Der chilenische Generalstab arbeitet Bestimmungen für die Militär- dienstpflicht aus.

Fiskalische Rücksichten läßt die Regierung jedenfalls nicht bei der Gewährung von solchen Bau-Erlaubnissen den Ausschlag geben.

An der weiteren Diskussion betheiligten sich die Abgg. Feldmann-Frankenberg (frei!.), Noelle (ntl.), Ernst (fress. 83g.), v.Staudy (kons.), Glattfelter (Ctr.), Dr. Dittrich (Ctr.), Werner (antis ), von Werbeck (kons.), Dr. Stockmann (frei!.), von Sanden (ntl), Cahensly (Ctr.), Wallenborn (Ctr.) und Ni schwitz (ntl.). Alle Redner bringen Wünsche örtlichen Charakters vor.

Mittwoch 11 Uhr wird die Berathung fortgesetzt.

eHldflt täglich, Äba ier-> ^e.«ierteljährl.

oboeBrmgerlohn «nd Bestellgeld in Ortiba und aus» §jrt,1M.bSPs.

Aus dem Landtage.

^Avgeordnelenhan». — 28. Sitzung v. 20. Febr. 1900.

Staatsminister Dr. von Miquel ist nach seiner Erkrankung und Genesung zumersten mal wieder im Abgeordnetenhaus erschienen; von Ministern außer ihm der Berkehrsmintster von Thieken.

Bei der Fortsetzung der ersten Berathung der Se- kundärbahn-Borlage kommen heute fast nur noch Ortswünsche zum Ausdrucke. So beschwert sich der narl. Abg. Kotichins über Vernachlässigung von Hessen- Nassau. Abg. Horste (Ctr.) bringt schlesische Wünsche zum Ausdrucke," Abg. Dr. am Dehnhoss (Ctr.) solche vom Rhein, und Abg. de Milt (Ctr.) befürwortet den Bau einer Bahnlinie im südlichen Kohlenrevier der Ruhr.

Der natl. Abg Dr. Nöltinger bemängelt die über­triebenen Befugnisse der Staatsbahnverwaltung gegen­über den Kleinbahnen bei der Gestaltung der Güter­tarife usw., und beschwert sich darüber, daß industriellen Unternehmungen vielfach der Anschluß an die Bahnen unnöthig erschwert werde.

Minister vöu Thieken antwortet darauf und auf verschiedene, vorher von anderen Abgeordneten vorge­brachte Beschwerden dem Sinne nach dar Folgende: Es liegt kein Fortschritt darin, überall nur den Etat heran- zuziehen und die Interessenten von Beitragsleistungen möglichst frei zu lassen. Auch würde das eine Unge­rechtigkeit gegen die Interessenten älterer Linien sein, die zu den Grunderwerbskosten Beiträge leisten mußten. So weit es gehen würde, sollten aber die Interessenten möglichst geschont werden, und der Minister will dem Hause ger» die gewünschte Zusammenstellung vorlegen über die Belastung der Kommunalverbände, so weit sie zu den Neben- und Kleinbahnen gehören. Das Haus aber kann unmöglich Entscheidung treffen über die Grunderwerbskosten jeder Bahn; sonst würde die erste Berathung der Sekundärbahn-Borlage nicht drei Tage, sondern drei Wochen dauern. Die Frage der Spur­weite der Nebenbahnen kann nur von Fall zu Fall ent­schieden werden, nach Maßgabe der Verhältnisse. Die Forderung, nur normalspurtge Kleinbahnen zu bauen, geht entschieden zu weit. Auf die eigenen Tarife der Kleinbahnen wird kein übertriebener Mali cher Ein­fluß auSgeübt. Auf durchgehende Tarife haben aber die Kleinbahnen keinen Anspruch. Die Staatsbahnver­waltung ist aber gern bereit, den Kleinbahnen überall, wo ein Bedürfniß bazu vorliegt, direkte Tarife zu ge­statten. Es ist eine Kommission zusammenberufen worden, die neue Grundsätze aufstellen soll für die Ge­währung von solchen direkten Tarifen an die Klein­bahnen. Die Erledigung von Konzessionsgefuchen für den Bau von Kleinbahnen wird bei der Regierung immer möglichst beschleunigt, aber oft sind eben recht langwierige Erhebungen und Verhandlungen nöthig.

Deutsches Reich»

Berlin, 20. Februar.

+ Das Befinde« des Avg. Dr. Liever gibt keinen Anlaß zu erneuten Besorgnissen. Der Kranke hat sich während der letzten Nacht (vom Montag auf Dienstag) eines vortrefflichen Schlafes erfreut und ebenso befriedigte am heuti­gen Dienstag die Nahrungsaufnahme voll­kommen. Nach dem heutigen Stande der Krankheit kann man sagen, daß die Hoffnung auf Genesung nicht ausgeschlossen ist. Das ge- sammle katholische Deutschland sendet heiße Ge­bete zum Himmel empor um die Wieder­herstellung des verehrten Führers, erprobt seit dreißig Jahren in so manchem heißen Strauß für das Ansehen und das Wohl der Kirche und jhrer Kinder. Möge der liebe Gott den Kranken gesund von seinem Schmerzenslager er­stehen lassen und ihn uns noch recht lange Zeit erhalten in altgewohnter geistiger Frische und Regsamkeit!

h Der Schah von Serfie« wird gleich seinem Vorgänger auf dem Throne eine Rund­reise bei den europäischen Höfen machen und da­bei auch die Pariser Weltausstellung besuchen. Er wird, wie neuerdings berichtet wird, am 5. März van Teheran aufbrechen und zunächst nach Petersburg reifen. In der Mitte des Monats April wird der Schah in Berlin eintreffen, wo ihm und feinem Gefolge das Belle­vue-Sch laß zum Aufenthalte bereit gestellt wer­den soll. Sein Vorgänger hatte im alten Ber­liner Königsschlaffe gewohnt. Aber das war nicht ohne bösen Folgen: Die Gefolgschaft des Schahs hatte mehrfach in den ihr angewiesenen Gemächern Hammel nach streng schiitischen Ritus geschlachtet, und ähnlichen blutigen Austritten iviro man dies Mal gern aus dem Wege gehen wollen, wenigstens in den Prunkgemächern des königlichen Schlosses.

S Die leX Aeintze wird nun hoffentlich bald Gesetz werden. Im Reichstage haben, wie berichtet, Montag Vormittag vertrauliche Besprechungen begonnen zwischen Vertretern einzelner Parteien und dem Staatssekretär des Reichsjustizamtes Nieberding, und diese Be­sprechungen, die Montag Abend fortgesetzt wurden, haben zu positiven Ergebnissen geführt. Es ist Hoffnung darauf vorhanden, daß auch die Reichsregierung der getroffenen Vereinbarung beistimmt.

0 Der„Kochverra1h" i« Hkrowo scheint, wie zu erwarten wer, ziemlich unschuldiger Natur zu fein. Die .Gazeta Ostrowska', derer Heraus­geber Witoto Leitgerber wegen angeblichen Hochverrates verhaftet und nach Posen trans- portirt worden war, theilt mit, daß die Unter­suchung bereits ihrem Ende entgegengehe und Herr Leitgerber bald wieder freigeloffen werde, da nichts Belastendes gefunden worden fei. Wenn die Sache diesen Ausgang nimmt, bann entspricht derselbe den Erwartungen, die weite Kreise darüber hegten. Im Ernste werden nur sehr wenige Leute geglaubt haben, daß es sich um einen wirklichen Hochoerrath handele.

X Die „de«1sch -vangekische Gemeinde*' i« Aom hat ihre Auflösung beschlossen. Der von ihr gewonnene Prediger kehrt nach Deutschland

Der Krieg in Lüdaftika.

Das englische Kciezsamt beobachtet eine große Zurückhaltung in der Bekanntmachung der Nachrichten vom Kriegsschauplätze; um so üppiger aber gestalten sich die Berichte der Londoner Zeitungen, von denen jede die anderen zu über­bieten sucht in Siegesnachrichten vorn westlichen Kriegsschauplätze. Wie der .Standard' meldet, hat General French die von ihm verfolgten feindlichen Truppen bereits Üsberholt und gewesen. Sie warf einen Blick in den Spiegel und nahm schnell ihre Schürze ab.

„Bitte die Dame einzutreten!" sagte sie mit erregter Stimme.

Sie wünschte sehnlichst, Frau Krump zu ent­fernen und sagte, einem plötzlichen Gedanken folgend, zu ihr:

„Wollen Sie mir einen Gefallen thun? Nehmen Sie das Kind nach oben, waschen ihm Hände und Gesicht, ziehen Sie ihm ein neues Röckchen an und setzen Sie ihm die neue Haube auf; es möchte etwa die Dame, wer sie auch fein möge, das Mädchen sehen wollen."

'Frau Coggle war nun allein, um ihren Be­such zu empfangen.

Eine große, schöne, sehr elegant gekleidete Dame trat m’S Zimmer, sah sich neugierig um und sagte, nicht ohne eine innere Bewegung zu verrathen:

„Ich verwuthe, daß Sie sich meiner nicht mehr entsinnen, Frau Coggle; ich bin Frau Davement."

„Ich bitte Ew. Gnaden um Verzeihung. Zuerst erkannte ich Sie allerdings nicht; aber wie konnte ich auch jemals Frau Mordaunts Tochter vergessen?"

„Ja, ich weiß, Sie waren meiner Mutter sehr ergeben. Ich hoffe, daß Sie von dem Tode meines Mannes und meines Kindes gehört haben?"

„Ich hörte von dem Tode Sir William's sprechen, habe aber nie gehört, daß Sie je ein Kind hatten. Seit Frau Mordaunt tobt ist, hörte ich sehr wenig von Ihrer Familie."

„Sechs Wochen, ehe daS Feuer in London

3.$aiieU«i t« mit Mnierkaktungs Beilage „Illüstrirte Sonntags-Zeitung k

bas Burenheer von Bloemfontein abqefchnitte». Der .Standard' ist bet Ansicht, baß, wenn dies wirklich bet Fall fein sollte, bie Westarmee bet Buten ausgehött habe, zu existiren (!!). »Daily News' bagegen theilt mit, sie habe von einem Minister erfahren, daß auf dem Kriegs­amte Nachrichten eingetroffen seien, denen zufolge General Ctonje völlig umringt sei. .Daily Chtonicle' meldet aus Modder - River vom 18. Februar: Kommandant Delatey macht An­strengungen, von Colesbetg aus dem General Ctonje zu Hilfe zu kommen dadurch, daß er die Verfolgung Ctonjes Seitens bet britischen Truppen auf bem rechten Flügel verzögert.

Nach Privatmeldungen ans Jakobsdal wurde Roberts in der Nacht zum Sonntag ge­zwungen, feine Operationen zu unterbrechen und feinen Vormarsch nördlich des Modder zeit­weise ein zu stellen, theils wegen der völligen Unkenntniß über die Bewegungen des Feindes, welche die englischen Korps trennen und in eine Falle zu locken drohen, theils, weil durch starke Regengüsse die Wasserläufe geschwellt und die Straßen unwegsam geworden find, so daß die Artillerie nicht fortzubringen ist. Pferde und Mannschaften find erschöpft. Die 6. Division erbat sich Hilfe, um die Kopjes, die Cronje stark besetzt hat, nehmen zu können, die die Straße nach Bloemfontein beherrschen und Kelly-Kenny aufhalken. Die neunte Division ist dorthin ab­gegangen.

Unter der am Freitag von den Buren bei Koffyfontein eroberten Beute befanden sich 4000 Stück Vieh und eine Anzahl Wagen, darunter 18 mit Lebensrnitteln, die nach Kimberley ab­gehen sollten.

Im Norden der Kapkolonie, also auf dem mittleren Kriegsschauplätze ist das Kriegs­glück andauernd auf Seite der Buren. Bei dem Rückzüge der Engländer von Rensburg nach Arun del haben am Donnerstage bekannt­lich zwei Kompagnien des Wiltshire-Regi- ments den Weg verloren. Es wurde aber an« gekündigt, baß „ihr Aufenthalt bekannt fei und sie voraussichtlich noch am Abend befreit werden würden". Nunmehr berichtet aber der Korre­spondent des Reuterschen Bureaus aus Coles- betg, der dem Kampfe am Donnerstag bei­wohnte, daß die beiden Kompagnien des Wiltshire-Regiments von den Buren gefangen genommen worden sind.

In Natal stehen die Buren östlich von Colenso thatsächlich südlich vom Tugela und General Buller macht viel Aufhebens davon, wenn er sie hier aus einzelnen Stellungen ver­treibt, die er im Dezember bereits inne hatte. Den ,Daily News' wird aus dem Lager von Chieveley vom 19. Februar bestätigt, daß die Buren also nach dem mißglückten letzten Vor­stoße Bullers bereits Colenso bedrohen. Da Buller seine jüngsten Telegramme aus Chieveley datirt, so ist anzunehmen, daß er sich noch weiter rückwärts konzentrirl hat.

Wir verzeichnen noch folgende Einzel­meldungen :

O London, 20. Febr. Der .Daily Mail' wird von gestern aus Pietermaritzburg telegraphirt: Es verlautet, daß Bullers Truppen den Hlangwana Berg genommen haben, von wo aus sie die

ausbrach, hatte ich ein kleines Mädchen; bei dem Versuch, dasselbe zu retten, verbrannte mein Gatte. Ich verlor beide in derselben schrecklichen Nacht."

„Ach, was für eine Gnade von Gott, daß Sie nicht auch verbrannten! Sie gingen dann wohl über's Meer?"

„Ja, mein Onkel Mordaunt brachte mich nach dem südlichen Frankreich, wo ich seit dieser Zeit lebte. Er ist sehr krank und will nichts davon wissen, daß ich ihn verlasse. In seinen eigenen Geschäften bin ich hier in England und benutze die Gelegenheit, Sie zu besuchen."

„Es ist wirklich zu gütig von Ihnen, gnädige Frau. Es kommt nicht so oft vor, daß ich die Ehre habe, solchen Besuch zu empfangen."

In diesem Augenblicke hörte man Schritte vor der Thür und Lady Davement fuhr erschreckt auf; sie schien sehr nervös, denn als die Schritte von einer kindlichen Stimme begleitet wurden, wechselte sie die Farbe."

„Haben Sie ein Kind bei sich? Ist es ein Mädchen? Lassen Sie es doch herein."

Die Thür wurde geöffnet, und gleich einem Bilde kindlicher Schönheit stand Polly vor ihr, halb triumphirend, daß sie doch in's Zimmer ge­kommen war; halb beschämt beim Anblick einer Fremden bedeckte sie die Augen mit ihrer Keinen Hand und blinzelte durch ihre Finger auf die blendende Erscheinung der Dame.

„Weich' ein hübsches Kind; komm her meine süße Kleine, komm und sprich mit mir!"

Polly zögerte; aber der Anblick eines goldenen Armbandes, dar die Fremde ihr entgegenhielt, lockte sie an, und sie bewunderte die verschiedenen