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27. Jahrgang.
IuLöa, Dienstag, den 20. Februar 1900.
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mit Nnterhaktungs-Meikage „Assusirirte Somüags-Aettuvg?
Q Mangelnde Fürsorge der Regierung.
Jeder Zeitungsleser weiß genau, daß bereits seit Monaten die deutschen Kohlenbergwerke nicht mehr im Stande sind, alle deutschen Verbraucher zu befriedigen. Zuerst erhielt man Kenntniß von dieser Thatsache durch den Umstand, daß eine landwirthschaftliche Einkaufsgenossenschaft in Westfalen im Sommer des letzten Jahres Abschlüfle mit englischen Kohlenwerken machte, weil sie Ruhrkohle nicht bekommen konnte. Diese englische Kohle schwamm durch den Dortmund-Ems-Kanal nach Deutschland hinein, und dabei geschah noch das Merkwürdige, daß diese englischen Kohlen in Deutschland ein wenig billiger waren, trotz der Fracht, als Ruhrkohle. Das Alles liegt nun um einen Zeitraum von beinahe drei Vierteljahren zurück; die Regierung mußte also längst darauf aufmerksam geworden sein, daß es bei uns in Deutschland an der nöthigen Kohle fehlt, und deswegen ist es so außerordentlich verwunderlich, daß die Regierung nun erst jetzt, wie der preußische Verkehrsminister vonThielen neulich im Reichstage mittheilte, in Erwägungen darüber eingetreten ist, ob es sich empfiehlt, die Vergünstigungen in den Frachtsätzen aufzuheben, die für die Ausfuhr von deutscher Kohle nach dem Auslande bestehen.
Die Haltung der Regierung in diesen Angelegenheiten ist auch in einem anderen Sinne auffallend: nämlich in ihrer ausnehmenden Zartheit gegenüber den Kohleusyndikaten. Noch in der allerneuesten Zeit, als im preußischen Abgeordnetenhause der Bergwerks-Etat zur Berathung stand, sang der preußischeHandelsminister B r e f e l d das Loblied dieser Syndikate, denen er alle möglichen vortrefflichen Eigenschaften nachrühmte, und auch, ebenso wie Herr Minister von Thielen im Reichstage, in dem Sinne der Abwehr von Aeußerungen einiger Parlamentarier, die die großen Schattenseiten der Syndikatswirthschaft hervorhoben im Gegensätze zu den Interessen der Kohlen verbrauchenden Allgemeinheit. Und auch jetzt ist es wieder die Presse, die den Kohlensyndikaten ergeben ist, die mit allerhand Beweis- nsitteln gegen di? Nützlichkeit der Aufhebung der Ausfuhrvergünfiigungen für Kohle ins Feld rückte
Es ist sonnenklar, daß kein Mensch damit von der Absicht ausgeht, dem deutschen Kohlenbergbau Schaden zuzusügen. Daran denkt niemand; und thatsächlich würden ja unter den gegenwärtigen Umständen die deutschen Kohlenbergwerke ihre Kohlen auch ohne die bewußte Frachtermäßigung ohne weiteres absetzen. Dennoch stellt sich die gekennzeichnete Presse so an, als sollte den Kohlenwerken eine Unbill zugefügt werden; jUnd sie ergeht sich in allerhand düsterem Vorhersagen über die bedenklichen Folgen einer solchen Maßregel, die am Ende zum Unheil gerade der deutschen Kohlenverbraucher ausschlagen werde. Die Beweisführung stützt sich auf folgenden Gedankengang: mit den ausländischen Kohlenhändlern hätten die deutschen Zechen meist sehr lange Zeit laufende Lieferungsverträge, und zwar so, daß die Fracht den Händlern zur Last falle, also „ab Zeche"; diese Verträge müßten unter allen Umständen erfüllt werden, mit oder ohne Ausfuhrvergünsti- gung. Somit würde auch durch die Aufhebung
Marianne.
Dem englischen Originale der Lady Fullerton nacherzählt. Von M. Röhr.
5 ------ (Nachdruck verboten.)
Hanna ti?f nach oben:
„Erbarmen Sie sich, Frau, bringen Sie eine Masche, sonst stirbt das Kmd vor Hunger."
„Sterben? ach, eme Flasche für zwei; Gott weiß, wie das werden soll. Hier ist ein aus dem Feuer gerettetes Kind."
„Gott segne Sie," rief Hanna; „jetzt regnet es nicht Kinder, sondern es gießt. Wie kommt das Kind hierher, Frau Coggle?"
„Die Wiltwe Peterkrn hat es mir gebracht," und Frau Coggle fuhr fort, ihrem Aerger Ausdruck zu geben; aber Hanna hörte nicht darauf, sie widmete ihre ganze Aufmerksamkeit dem Kinde, dessen kleine Hände und Füße sie rieb.
„Es ist so kalt wie Eis. Man möchte denken, das Feuer hätte etwas mehr wärmen können."
Und sie wärmte das kleine Geschöpf an ihrer Brust, trug es in das obere Zimmer, zog ihm eins von den Nachtkleidchen des anderen Kindes an und legte es zwischen dieselben beiden Kissen an die Seite des ersten Ankömmlings. Darauf fütterte sie mit derselben Flasche abwechselnd die beiden Kinder, welche kleinen Vögeln in einem Neste glichen.
Beide gutmüthige Frauen blieben die ganze Nacht vor dem Bette. Sobald eines der Kinder schrie, wurde ausgenommen und herum getragen, oder das eine «ruf den Knieen geschaukelt
dieser Vergünstigung nicht mehr Kohle im Inlands festgehalten werden als jetzt, es würde nur den ausländischen Händlern der Gewinn verkürzt werden. Der deutsche Kohlenbergbau aber stehe dieser Frage vollkommen theilnahmslos gegenüber.
Die Beweisführung ist fadenscheinig. Wenn dieses Letztere der Fall wäre, würde die Auseinandersetzung über die Frage: Aussuhrvergünsti- gung oder nicht — in dem Lager der Syndikate gar nicht die Aufregung Hervorrufen, die man jetzt aus jenen Presfedarlegungen sehr deutlich herausliest. Besieht man sich die Sache ganz genau, so kommt man aber auch zu einem noch ganz anderen Schlüsse, nämlich zu dem, daß die Beseitigung der Ausfuhrklausel den deutschen Kohlenbergwerken sogar unmittelbar nützen könnte. An die Händler im Auslände geben die Zechen die Kohlen wohlfeiler ab als im Inlands. Wenn nun die Zechen alle ihre Kohle in Deutschland absetzen können, dann ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, daß sie für die Kohle mehr Erlös erzielen als bisher. Man kann also ganz und gar nicht einsehen, warum noch von irgend einer Seite Einwände erhoben werden gegen die Aushebung der Ausfuhrtarife, und weshalb die Regierungen so lange mit dieser im Interesse der Allgemeinheit durchaus nothwendigen Maßregel noch immer gezögert haben und noch jetzt allerhand Bedenken zu haben scheinen.
Das Interesse der Allgemeinheit verlangt diese Maßngel. Den Kohlenbergwerken würde sie aller Voraussicht nach keinen Schaden zu- sügen. Das Interesse der auswärtigen Händler aber muß doch für die Beurtheilung einer solchen Maßregel ganz und vollkommen gleichgiltig sein. Bisher haben die Syndikate die Ausfuhr der Kohle dazu benützt, um die Preise für den deutschen Verbraucher hoch zu halten. Halten sie auch jetzt noch eigensinnig fest an der Ausfuhrvergünstigung, so beweisen sie damit, daß sie die Interessen des Volksganzen nicht zu schädigen sich scheuen; und dagegen müßte eine Reichsregierung, hie von wahrer Fürsorge für das Volk sich leiten läßt, mit allen Mitteln und aller nur möglichen Elle vorgehen. Ein Staats- Monopol deö Kohlenbergbaues würde dann' noch immer besser sein, als ein Syndikatsmonopol, das nur und immer nur an die Interessen der Unternehmer allein denkt, niemals aber die Wohlfahrt des VolkSganzen berücksichtigt.
Deutsches Keich.
Berlin, 19. Februar.
□ Suum caique, „Jedem das Seine." Dieser bekannte preußische Wahlspruch hat in der 25. Sitzung des Abgeordnetenhauses (f. stenogr. Ber. S. 1483 usw.) eine eigenthümliche Deutung erfahren von dem freikonservativen Fceih. von Zedlitz-Nmkirch. Dieser legt das Wort so aus: „Jeder soll von den Behörden behandelt werden, wie er es verdient," und ist insbesondere bezüglich der Sozialdemokraten der Meinung: „Eine Partei, welche die Grundsäulen unseres Staatswesens, unserer Rechtsordnung unterminiren will, verdient in der That die schärfste Bekämpfung von allen, die treu stehen zum Staate und zur Monarchie."
und das andere gefüttert. Gegen Morgen schlief die ganze Gesellschaft ein. Als Frau Coggle ihre Augen im Tageslicht öffnete, rieb sie dieselben und fragte Hanna:
„Waren das Feuer und die Babys ein Traum?"
„Nein Frau, da liegen sie groß und breit oder vielmehr klein da. Das ist Frau Aares Kind mit den großen, klugen Augen."
„Unsinn, Hanna," sagte Frau Coggle und nahm das andere Kind auf; das ist Frau Antes Baby."
„Ebensowenig, als es das meinige ist, Frau.
„Liebe Hanna, ich muß eS ja besser wissen, ich habe es ja selbst an die Wand gelegt."
„Reden Sie doch nichts Unwahres; das war das erste Mal, als Sie ihnen zu trinken gaben; feit der Zeit haben sie ihre Plätze, wie im Contretanz, oft genug gewechselt. Aber schweiß genau, wer sie sind."
„Das ist mehr, als ich vermag. Ich wünschte, wir hätten die Kinder gezeichnet."
„Großer Gott, wie ungläubig Sie sind; dies ist Frau Aates Kind und dies ist das, welches Frau Peterkin gebracht hat."
Der letzte Name erweckte Frau Coggles Unwillen von Neuem.
„Glaubst Du, daß sie bald kommen wird, um uns zu sagen, was wir thun sollen?"
„Die kommen! Ja, wenn sie die Eltern herausgefunden hat, und etwas von ihnen zu bekommen hofft."
„Aber was machen wir denn, Hanna?"
„Das Beste was wir zu thun im Stande sind."
Das klingt nicht übel. Aber wir müssen doch gegen die Deutung des Wortes Suum cuique entschieden Verwahrung einlegen und fragen mit dem Abg. Dr. Barth: „Wer soll denn bestimmen, was der einzelne im Staate verdient, etwa Herr v. Zedlitz?" — Wer sich der Auffassung dieses schlauen und zungenfertigen Herrn an- schließt, „der vernichtet," wie Barth mit Recht sagte, „vollständig die Grundlagen des Rechtsstaates". Im Rechtsstaate gilt nämlich nicht der Grundsatz, daß jemand behandelt wird, wie er es verdient nach der Meinung dieser oder jener herrschenden Richtung, sondern daß er behandelt wird, wie Recht und Gerechtigkeit und wie die Gesetze es verlangen. Und das ist auch der richtige Sinn des Wahlspruchs Suum cuique. Aber leider mußten wir erleben und müssen wir sehen, wie die verkehrte Deutung des Herrn v. Zedlitz fr. Zt. gegen die Ultramontanen im unseligen Kulturkampf, dann gegen die Sozialdemokraten und neuerdings gegen die Polen Anwendung gesunden hat und noch findet! — Der Zedlitz'scheu Auslegung „Jeder soll von den Behörden be- handelt werden, wie er es verdient" bleibt dann nur übrig das andere Wort entgegen» zustellen: „Jeder wird ... so behandelt, wie er es sich gefallen läßt".
h Minister von Miquel, der, nebenbei gesagt, am heutigen Montag seinen 71. Geburtstag begeht, ist wieder so weit genesen, daß er mit Erlaubniß seines Hausarztes am letzten Samstag wieder die erste Ausfahrt machen konnte. An der Sitzung des preußischen Staatsministeriums, die an demselben Tage stattgefunden hat, hat der Minister aber noch nicht theilgenommen.
X Die lex Keiutze war der Gegenstand einer vertraulichen Besprechung, die am heutigen Montag Vormittag im Reichstage stattgefunden hat. An der Besprechung haben theilgenommen Staatssekretär Nieberding, von den verschiedenen Parteien Abg. Roeren vom Centr., Dr. Oertel von den Konservativen, Dr. Stockmann von den Freikonservativen und Dr. Esche von den Nationalliberalen. Es handelt sich bei diesen Besprechungen, wie man sich ohne weiteres denken kann, um Versuche, eine Einigung zu erzielen über die bestehenden Meinungsverschiedenheiten. Die Regierung will bekanntlich nichts wissen von der Heraufsetzung des Schutzalters unbescholtener Mädchen von 16 Jahren auf 18 Jahre, von dem Arbeitgeberparagraphen und dem Theaterparagraphen in der von der Kommission beschlossenen Fassung. Da die Reichsregierung durchaus auf ihrem Willen bestehen will, muß, wenn überhaupt etwas Brauchbares geschaffen werden soll, wieder einmal ein Kompromiß geschlossen werden, worauf in der «Fuldaer Zeitung' bereits vor einigen Tagen hingewiesen wurde. Leider wird man schließlich auch hier sagen müssen: besser ein Sperling in der Hand, als eine Taube auf dem Dache!
• Haftpflicht des Staates für Aeamle«- vergehe» ist eine alte Forderung, die bisher noch immer unerfüllt gebliebenwar. Nunmehr hat in der Budgetkommission des preuß. Abgeordnetenhauses ein Regierungsvertreter mitgetheilt,daßeinGesetzentwurf über die Regelung dieser Frage in Vorbereitung sei.
Hier unterbrachen beide Kinder mit lautem Geschrei die Unterhaltung, die in derselben Weise noch oft erneuert wurde.
6. Kapitel.
Fast drei Jahre sind dahingeaangen, und weder Fran Coggle noch Hanna Porter waren ihrer Sorgen enthoben worden. Frau Peterkin war nicht wiedergekommen und Frau Aales hatte nichts von sich hören lassen. Gerüchtweise hörte man in London, daß das Schiff, auf dem sie die Ueberfahrt unternommen, an her französischen Küste Schiffbruch gelitten habe. Hanna glaubte btefem Gerücht, sie war überzeugt, daß Frau Aales, wenn sie lebte, gewiß Nachricht über ihr Kind eingefordert hätte. Sir liebte beide Kinder, die in derselben Nacht unter so sonderbaren Umständen in ihre Hand gegeben waren, aber Frau Aates Polln stand ihrem Herzen doch näher, als das Sinh, weiches Frau Peterkin in Frau Coggle's widerstrebende Arme gelegt hatte. Die letztere wiederum hotte eine entschiedene Vorliebe für das Kind, dessen Herkunft sie gar nicht kannte und dessen künftiges Schicksal sie sich in romantischer Weise ausmalte; und wenn sie auch immer noch behauptete, dieses Kind fei das der Frau Aates, so konnte man doch leicht merken, daß sie von der Identität der Kinder keineswegs so fest über- zeugt war, wie sie es aussprach, und sie ergriff mit Freuden jede Gelegenheit, um über diesen Punkt zu streiten. Hanna dagegen war ihrer Sache ganz sicher und hatte es durchgesetzt, daß Polly als Frau Aates Kind betrachtet und niemals anders gerufen wurde, währens das andere Kind nach Hanna's strengen Grundsätzen Sarrah getauft und immer Tally gerufen wurde. Hin
4- Die Ilnlerhaktttug der Molksschnken wird bald wieder der Gegenstand von Debatten im preußischen Abgeordnetenhaufe fein. Die freikonservative und national- liberale Partei haben eine Interpellation darüber eingebracht, welche Maßregeln die Staatsregie- rung zu ergreifen gedenke, um „die immer schwerer empfundenen Mißstände und Ungerechtigkeiten in Bezug auf die Unterhaltung der Volksschulen zu beseitigen". Daß die Frage stets von Neuem zur Debatte gelangt, kann auch denjenigen angenehm sein, die über das Volksschul- wesen im Allgemeinen ganz andere Anschauungen haben als die Interpellanten.
+ Iwicka«, 19. Febr. Heute Morgen sind von 8690 Bergarbeitern 3250 in den Ausstand getreten. Wegen des Verbotes der Versammlungen wird eine Petition an den sächsischen Landtag bereitet.
Ausland.
* Wie«, 19. Febr. Der Werth der Einfuhr in das österreichisch-ungarische Zollgebiet betrug im Januar dieses Jahres 140,300,000 Kronen (d. i. ein Mehr von 10,400,000 gegen den Januar 1899.) Der Werth der Ausfuhr bezifferte sich im gleichen Zeitraum auf 131,200,000 Kronen (b. i. ein Mehr von 3,400,000 gegen Januar 1899.) Somit beträgt der Ueberschuß des Werths der Einfuhr über den der Ausfuhr 9,100,000 Kronen gegen 2,100,000 im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
0 Budapest, 19. Febr. Die Regierung wird in der nächsten Zeit eine Verfügung gegen die Einwanderungen aus Galizien erlaffen, welche in den letzten Monaten einen großen Umfang angenommen haben.
* Baris, 19. Febr. Dem ,Figaro' zufolge beträgt nach dem Ausweis des Weltausstel- lungskataloges, welcher 30 Bände umfassen wird, die Zahl der Aussteller 76,000. Davon entfallen auf Frankreich etwa 26,000 und auf das Ausland 50,000. Mit Einschluß der Theil- nehmer an temporären Ausstellungen wird die Weltausstellung 100,000 Aussteller zählen, 37,000 mehr als die vom Jahre 1889.
Der Krieg in Südafrika.
Immer unklarer wird das Bild vom Kriegsschauplätze, weil die zahlreichen Nachrichten von Erfolgen und Mißerfolgen beider kriegführenden Parteien durcheinander gehen. Lord Roberts und Lord Kitchener haben bekanntlich durchgesetzt, daß der Nachrichtendienst möglichst eingeschränkt werde, damit nicht durch unzeitige Veröffentlichungen über Pläne und Vorgänge ihre Operationen gestört würden. Das hindert nun aber die beiden nicht, solche Nachrichten in die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen, die den Glauben erwecken, ihr neuer Angriffsplan fei in bester Durchführung begriffen. Das macht Stimmung in England und lockt die Freiwilligen an, die nach dem bisherigen Verlaufe der Ereignisse wohl etwas bedenklich werden konnten und ihre Haut im Falle der Theilnahme an dem Krieg allzu sehr gefährdet glauben durften.
und wieder versuchte die Wittwe einen kleinen Widerstand und wollte die Kmder umtaufen, aber stets erfolglos. Sally blieb ihr Günstling, Polly Hannas bevorzugter Liebling. Sie erzählte ihr Stunden lang von ihrer Mutter und zeigte ihr oft das kleine Kreuz, welches sie vor aller andern Augen verbarg. Den Kleidern, die Frau Aates zurückgelaffen, waren beide Kinder längst entwachsen. Hanna's nie ermüdender Fleiß und Großmuth hatten sie seitdem mit allem Röthigen versehen. Sie hatte heimlich Sachen von einigem Werthe, die ihr als Zeichen der Dankbarkeit und Lieb- von solchen Personen gegeben waren, denen sie in den Tagen der Prüfung und Verfolgung geholfen, nach und nach verkauft. Ihre Mutter war eine Dienerin im Hause des spanischen Gesandten Don Pedro be Zuniga gewesen und als kleines Kind hatte sie im Hause der Donna Luffa de Carvajal gelebt.
Diese spanische Dame hatte thr gesammtes Hab und Gut den Armen von London übergeben und ihnen auch ihr Leben gewidmet und den Katholiken dieser Stadt ihr Leid tragen helfen. Ihr Haus war ein wahres Kloster, ein Zufluchtsort inmitten der fanatischen Verfolgung. Hanna wurde von ihr als kleiner Glaubensbote bei mehr als einer Gelegenheit benutzt, und lernte in diesem Hause, was sie niemals wieder vergessen. Ihr Leben lang hat sie es geübt, indem sie manchem brechenden Herzen Trost brachte, und manches Leben durch ihre Intelligenz rettete. Empfing sie von Reichen ein Geschenk, so legte sie es für die Armen bei Seite und wgr dadurch jetzt in den Stand gesetzt, ihre Herrin bei der Erziehung der beiden Kinder zu unterstützen. (F. s.)