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M 40.

IrMa, Montag, den 19. Februar 1900.

27. Jahrgang.

0 Zur Kohlenbewegung unter den Kohlenbergleuten.

Während der letzten Tage schien es so, als wollte sich auch im rh e inisch. westfälischen Kohlenrevier eine Lohnbewegung entwickeln; unb noch ist es sehr fraglich, ob nicht wirklich auch noch im Ruhrbezirk eine Ausstandsbewegunc eintritt. Die überwiegende Masse der Bergarbeiter h-t nicht daran gedacht, und es ist noch gar uicht lange her, seit in Essen eine große Berg- i orbeiter-Versammlung einen Beschluß gefaßt hat, in dem den ausständigen Kameraden in Böhmen unb Mähren alle Sympathie ausgesprochen, gleichzeitig aber gesagt wurde, daß die Kohlen­bergleute an der Ruhr sich nicht an der Be- j mgung betheiligen wollen. Inzwischen scheint eine sehr rege Agitation an der Ruhr entfaltet worden zu sein — hatte doch schon vor einigen Tagen Herr Obergenosse Bebel in der Budget- jdmmission des Reichstages mit der Möglichkeit eines allgemeinen Ausstandes der Kohlenbergleute auch in Deutschland gedroht; und in den sächsi­schen Revieren von Zwickau, Zeitz und Meusel­witz würde es auch nicht zur Arbeitsniederlegung gekommen sein, wenn nicht der sozialdemo­kratische Abgeordnete Sachse dort umher ! gereist wäre und zum Streik ermuntert hätte.

i Schon vor acht Tagen haben'sfwir in der Zuldaer Zeitung' darauf aufmerksam gemacht, daß eine allgemeine Arbeitsniederlegung der Kohlen­bergleute in Dentschland bei der überwiegenden Mehrheit des Volkes kein Verständniß und »och weniger freundliche Theilnahme ■ finden würde, wie dies vielfach bei der großen Lohnbewegung vor zehn Jahren der Fall war; und zwar ganz einfach darum nicht, weil einer i solchen Bewegung die inneren Gründe fehlen würden. Damals wurde gesagt, nur künstlicher : Agitation von außen her würde es vielleicht ge­lingen, eine solche Bewegung heroorzurufen. Jetzt bestätigt der .Bergknappe', das Blatt des Tewerkvere in schriftlich er Bergarbeiter, vollkommen das an dieser Stelle abgegebene llrtheil als richtig:

- „AllmähliH — ^o schreibt das genannte Blatt -wird es licht m der Bergarbeiterbewegung . . . Wir richten eine strenge Absage an die Leiter der Bewegung in Deutschland, in die Agitatoren des deutschen Berg- und Hütten- irbeiterverbandes und dessen Leitung, welche die Bewegung anscheinend künstlich vorbereitet haben, unterstützen und weiter zu führen suchen . . . »ns in eine kopflose und wilde Bewegung mit ineinzustürzen oder dieselbe mit unserem Ein- lufse zu unterstützen, dafür bedanken wir uns lanz entschieden.... Auch lehnen wir jede Verantwortung für die kommenden Dinge ent- chieden ab und mahnen die Bergarbeiterschaft Deutschlands, sich nicht in eine Bewegung »rängen zu lassen, die schwere Folgen für das gesammte Wirthschaftsleben in sich schließt und den wirthschaftlich schwachen Ar­beiterstand am schwersten schädigen wird. . Mit den österreichischen Berg- rbeitern erklärt sich das Organ des christlichen Sewerkvereins solidarisch; aber von der Be- vegung in Deutschland will es nichts wissen.

Marianne.

dem englischen Originale der Lady Fullerton nacherzählt. Bon M. Röhr.

V ------- (Nachdruck verboten.)

Wer kennt nicht diesen stillen, ersten angst- »ollen Vergleich?

Sie sann nach über ihre glückliche Vergangen- ieit, die traurige Gegenwart, di« düstere Zukunft Md konnte ihre Thränen nicht länger zurückbal- en. Aber die englischen Katholiken jener Tage Daren an Sorge und Drangsal gewöhnt; sie Daren ihr tägliches Brod, ihr gewöhnliches Schick- al. Von ihnen kann man, wie von den ersten Fristen sagen, daß sie ohne Hoffnung auf Auf- rstehung die elendesten aller Menschen gewesen vären. Freunde, Heimath, Vermögen und das leben waren ihnen so unsichere Besitzthümer, daß as Jenseits in ihrem Geiste den Vorzug größerer Realität vor dem Diesseits erhielt. Es ist be- nerkenswerth, wie die Andachtsbücher jener Zeit »oll Vorempfindung der himmlischen Genüsse sind - man betrachte nur die glühenden Bilder von «rem Lande der Verheißung, dem Hafen der Sicherheit, dem Orte der Zuflucht, dem Garten »er ewigen Blumen und der Krone der Gerechten, iese unumgänglichen Freuden immer im Ver- leich mit der Nichtigkeit dieser Welt. Ueberwin- ang und Entsagung waren Tugenden, die be- ändig von denen geübt werden mußten, die Item Glauben treu bleiben, die Gott und nicht em Mammon dienen wollten. Sie waren auf lese Weise beständig in einem Zustande des duldens und immer gefaßt auf den Augenblick,

Nicht einmal mit der Lohnbewegung im sächsischen Kohlenrevier ist es einvkrstanden.

Das ist von Anfang bis zu Ende die Auf­fassung, die wir vor acht Tagen an dieser Stelle vertreten haben; es ist sehr erfreulich, daß in den verständigen Bergarbeiterkreisen, die den sozial­demokratischen Einflüffen nicht unterliegen, solche Anschauungen gehegt werden, die mit denen in allen bürgerlichen Kreisen vollkommen übereiu- stimmen. Nochmals sei es darum gesagt, daß eine Ausstandsbewegung im Ruhrrevirr aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von Dauer und noch weniger von Erfolg begleitet sein, sondern voraussichtlich dasselbe schleunige Ende finden würde, wie die Theilbewegung im Bezirke Aachen. Ob irn Braunkohlenrevier von Halle, Weißenfels und Meuselwitz der Ausstand allgemein werden wird, darüber steht die Ent­scheidung augenscheinlich unmittelbar bevor. Manche Punkte in den Forderungen der Arbeiter dieses Bezirkes enthalten nicht unberechtigte Wünsche; beffere Wetterventilation, ausreichende Wasch­anstalten und erwärmte Umkleideräume, Heiz­material für die Bergarbeiter zum Selbstkosten­preise, wöchentliche Lohnzahlung u. s. w. Alles dies aber, oder doch fast alles, ist den Berg­arbeitern an der Ruhr längst bewilligt. Außer­dem fordern die Arbeiter in den letztgenannten Revieren eine Lohnerhöhung um 10 v. H. und vom 1. April 1900 ab Verkürzung der eigent­lichen Arbeitszeit um eine Stunde. Die Unter­nehmer haben alle diese Forderungen rundweg abgelehnt; ob sie wohl daran gethan haben, wird sich zeigen. Fast kann man das bezweifeln. Die von den Arbeitern geforderte Lohnerhöhung entspricht etwa dem Unterschiede, der jetzt zwischen den Löhnen uort und in den westdeutschen Kohlen­bezirken besteht

Auch den Arbeitern in Böhmen geht es nicht so schlecht, wie es bisher ihren Kameraden in Mähren ergangen ist. Thatsächlich haben auch sie den Ausstand nur begonnen, um diesen letzteren behilflich zu sein. Diesen Leuten in Mähren ist voller Erfolg ihrer Bewegung zu wünschen, und wenn man die Berichte liest über die unerwartet hohen Geldbeiträge, die ihnen für ihre Streikkassen zufiießen, so gewinnt man die Ueberzeugung, daß sie eben allgemeiner Sym­pathien sich erfreuen.

. Die Bewegung der Arbeiter in Mähren ist ebenso berechtigt, wie eine entsprechende Be­wegung in den westdeutschen Kohlenrevieren un­berechtigt fein würde.

Deutsches Deich.

Berlin, 17. Februar.

• Das Befinden des Avg. Dr. Ltever rst nach wie vor sehr starken Schwankungen unter­worfen. Am Freitag befand sich der Patient ver- Mnißmäßig wohl. Am Samstag verschlechterte ich das Befinden nach einer gut verbrachten Nacht wieder ganz bedeutend. Nach der Ansicht der be- ' sandelnden Aerzte kann es bei diesen starken Schwankungen im Befinden des schwer leidenden Kranken noch mehrere Tage sein Bewenden haben.

* lieber neue Unruhen im Aianlschon- Heviele meldet das „Wolff'sche Bureau" vom Sonn- welcher einen plötzlichen Wechsel in ihren Ver- jältniffen, das Abbrechen einet Familienbande und des häuslichen Glückes herbelsühren mußte.

Fran Dates hatte niemals auf die Beständig­keit des Glückes gerechnet, das sie bis j?tzt ge­noffen hatte. Die Prüfung, die nun über sie ge­kommen, hatte sie täglich, wenn sie, im Gebete vertieft, auf ihren Knieen lag, erwartet! Unter Den englischen Märtyrern des letzten Jahrhun- )erts, die mit ihrem Blut ihren Glauben be- iegelten, hatte sie Verwandte, deren Andenken als kostbares Erbstück in den Herzen mancher alten katholischen Familie aufbewahrt wurde. Dies gab ihr selbst, als sie noch ein Kind war, enen erhabenen Muth, wodurch sie Gefahren licht allein mit Geduld, sondern sogar mit einer heiligen Freude zu ertragen vermochte.

In diesem Augenblicke hatte sie der Kummer allerdings etwas niedergebeugt. Sie dachte an Das Kind, das sie in Hanna Porters Armen ge- affen, und an die Entfernung zwischen ihr und demselben, die ja stets wuchs. Sie sah auf ihres Gatten Gesicht, auf die hellen Sterne über ihrem Haupte und das dunkle Wasser zu allen Seiten, und wie eine Vision stieg vor ihrem Geiste das Bild der „Flucht nach Aegypten" auf, aber „Jesus war mit ihnen", flüsterten ihre zitternden Lippen. In diesem Augenblicke mur- nelte der Mund ihres geliebten Mannes jene Worte, die er in seiner langen Krankheit so oft wiederholt hatte: „Deas mess, super omnia amo te“. (Mein Gott, ich liebe Dich über alles.)

Es war gleichsam die Antwort auf ihre un­ausgesprochenen Gedanken. Sie wandte sich an

abend aus Berlin, also augenscheinlich auf Grund von Mittheilungen aus dem auswärtigen Amt: Nach zuverlässigen Mittheilungen wurde am 11. Februar das Bahnbureau südlich von Kaumi von Eingeborenen überfallen und gilt seitdem als ge­fährdet. Der Beamte des Bahnbureaus konnte nach Kiautschou gelangen. Der Gouverneur ent­sandte von Tsingtan aus eine Schutztruppe nach Kiautschou und beauftragte den Hauptmann Mauve in Kaumi, mit dem dortigen Mandarin über die Beilegung der Unruhen in Verbindung zu treten.

X Die Novelle znm prentzische« He membervaH k He setze ist dem Abgeordnetenhause zugegangen. In der halbamtlichen Preffe war ihr die Bemerkung vorausgesandt worden, die Novelle habe eine Umgestaltung erfahren nach den Kenntnissen, die sich Minister von Rhein­baben während seiner Amtsthätigkeit im Rhein­lande über kommunale Verhältnisse sich erworben habe; man konnte also doppelt neugierig daran : fein, denn gerade für die Städte im Rheinlands hat ja diese Novelle die allergrößte Bedeutung. Nach dem aber, was man in dem neuen Gesetz­entwürfe bei einer schnellen Durchsicht desselben entdeckt, kann man nicht sagen, daß er den Namen einer „Reform", einer Verbesserung verdiene zu Gunsten einer gerechten Ausgleichung zwischen der Wahlmacht der Reichbegüterten in der ersten und auch in der zweiten Wählerabtheilung zum Schaden der Angehörigen der dritten Wählerklasse. Der neue Entwurf geht, ebenso wie sein Vorgänger, von dem sogenannten Durchschnitts-Prinzipe aus: jeder Wähler, der mehr Steuern zahlt, als der aus einen Stimmberechtigten in der Gemeinde entfallende durchschnittliche Steuerbetrag ausmacht, soll aus der dritten in eine der oberen Wähler- abtheilungen versetzt werden. Die zweite soll von der ersten Abtheilung abgeschichtet werden durch Hal­bierung der Steuerbeträge, die auf diese beiden Abthei- lungen insgesammt entfallen. Das soll die Regel sein. Aber nach dem neuen Entwürfe kann von dieser Regel durch Ortsstatut abgewichen werden; das soll, wie die halbamtliche,Berl. Corresp.' sich ausdrückt, ein Ventil fein, das „einer allzu starken Wirkung des Durchschnittsprinzipes vvr- beugt". Das Ortsstatut kann nämlich nach einer Bestimmung des Entwurfes bei Einführung des Durchschnittsprinzipes an Stelle des einfachen Durchschnittes ein Vielfaches desselben bis zum Höchstsätze des a n d e r t h a 1 b f a ch e n Durchschnittes als Regel für das Aufsteigen aus der untern Wählerabtheilung in die oberen Abteilungen zu Grunde legen. Und außerdem soll nach dem Entwürfe die ganze sogenannte „Re­form" nur für die Gemeinden mit mehr als 10,000 Einwohnern gelten; in den anderen Gemeinden mit weniger Einwohnern sollen sich die Wahlrechtsoerhält- nisse durch die Veränderungen der Steuergesetze nicht in nennenswerther Weise verschoben haben. „Der Gedanke, der dem neuen Entwürfe zu Grunde liegt, läßt sich — so meint die halb­amtliche Berliner Korrespondenz — dahin zu- sammenfaffen, daß die Reform nicht weiter aus­gedehnt werden soll, als das Bedürsnrß reicht, und daß die Reform . . . jeder von ihr betroffenen Gemeinde in thunlichst individualifiren- ber Weise angepaßt werden soll . . ." Der

Ihn, der auch mit Joseph und Maria in der ofadlosen Wüste war, und sie fand Ruhe für ihr Herz. Sie warf all' ihren Kummer auf Ihn, l egte alles in seine Hände, und als ein schwaches Lickt den anbrechenden Morgen verkündigte, blickte sie ohne Schaudern empor und sprach in ihrem Herzen: „Magnificat anima mea Domi­num, et exultavit spiritus meus in Deo, salu- tari meo“.

5. Kapitel.

Während Herr und Frau Dates in den dunklen Nachtstunden den Fluß hinunter fuhren, und das Feuer mit unverminderter Heftigkeit fartwüthete, waren Frau Caggle und Hanna Porter ängstlich um das kleine, ihnen anvertraute Wesen bemüht. Als es aus der Flasche getrunken hatte, und die Sachen, die Frau Dates gebracht hatte, umgepackt waren, begann der Säugling seine Lungen mit einer Kraft zu gebrauchen, die man dem schwachen Geschöpfe niemals zugetraut hätte. Frau Cvggle gerietl) beinahe in Verzweiflung.

„Hanna, was soll ich thun?" rief sie ans.

„Singen," war die lakonische Antwort.

Und sonderbar genug, das nun intonirte, fehlerhaft und schrill gesungene Lied hatte eine besänftigende Macht. Sei es durch Musik oder die gleichmäßige Bewegung, das Kind schlief ein.

„Was für niedliche Sachen das sind, sie wer­den für lange Zeit reichen," sagte nun Frau Coggle.

„Ja, es sind gerade Sachen, wie ein Kind sie braucht."

„Ach, die Welt ist doch voll Kummer und Sorge, Hanna."

langen Rede kurzer Sinn ist der: alle Gemein' den, ober vielmehr die in ihnen herrschenden Geldsack-Mehrheiten haben es in der Hand, zu rechter Hand die unliebsamen Verhält­nisse von heute erst recht durch das neue Gesetz zu befestigen, je nach den örtlichen Verhältnissen „individnalisirend". Und d a S soll eine „Reform" sein? Man fragt sich erstaunt, wie es denn möglich sein kann, daß ein Minister mit einer solchen Vorlage vor den Landtag treten und da­bei gleichzeitig behaupten kann, er wolle die plutokratischen Verzerrungen, die das Gemeinde­wahlrecht durch die neuen Steuergesetze erlitten hat, austilgen. Noch naiver ist es, diesem Ent­würfe die Bemerkung vorausgehen zu lassen, er sei nach den persönlichen Erfahrungen des Ministers im Rheinlands umgearbeitet worden. Das mag ja der Fall sein. Aber bann hat eben ber Minister seine Ortskenntnisse nur dazu benützt, um allen ben zu Unrecht bestehenben nationalliberalen Gelbsack - Mehr­heiten in den rheinischen Städten Gelegenheit zu geben, nun erst recht fest in dem Sattel zu fitzen und nach wie vor zu herrschen über die an Zahl weit, weit überlegenen Massen der anderen Gemeindemitglieder, die auf die national­liberale Parole nicht eingeschworen sind. Das Ganze ifi durchaus keine Reform, wohl aber vollendeter Hohn auf eine solche.

* Die M«dgetkommiffio« des Abge­ordnetenhauses erledigte am Freitag Abend in nochmaliger Beratung die aus dem Justiz­etat zurückoerwiesenen Positionen wegen Rege­lung des Gerichtsvollzieherwesens. Man beschloß ferner: „Die kgl. Staatsregierung zu ersuchen, nach Maßgabe der demnächst für die Staatskasse fich ergebenden Ersparnis eine Herabsetzung der Gerichtsvollziehergebühren in die Wege zu leiten." Ein weiteres Ersuchen an die Staatsregierung, „möglichst bald einen Ge­setzentwurf vorzulegen, durch welchen die Haft­pflicht des Staates für Versehen der Staatsbeamten, einschließlich der Gerichts­vollzieher, geregelt wird", wurde zurück­gezogen, nachdem die Staatsregierung erklärt hatte, daß ein bezüglicher Gesetzentwurf in Be­arbeitung sei.

h Die technische Aochschnke für Schkefie« steht für die nächste Zeit noch nicht in Ausficht. Dies ist aus einem Ministerialerlasse zu entnehmen, ber dem Breslauer Magistrat zugegangsn ist.

O Soziale Hagesfrageu. Durch das In- krafttreten des neuen Jnvalidenversicherungs- Gesetzes zu Beginn dieses Jahres ist Die Frage Der Invalidenversicherung wieder ganz besonders in den Vordergrund des sozialen Interesses gerückt. Einmal macht sich in ben weitesten Kreisen das BedÜrfniß geltend, die Veränderun­gen unb Erweiterungen ber bisherigen gesetzlichen Bestimmungen allmählich kennen zu lernen, um unter U-nständen vor Schaben bewahrt zu bleiben unb jebenfalls der Vortheile, welche die 9leuregelung bietet, nicht verlustig zu gehen. Aas ber anderen Seite sind auch die grundsätz­lichen Fragen der Zweckmäßigkeit der Invaliden­versicherung in Bezug auf ihre Ausdehnung und Organisation wieder lebhafter aufgetaucht. Diesem doppelten Interesse trägt Heft 6—7 der be«

„Ja, ich denke, sie gleicht den Katzen, die auch e älter, desto schlechter und böser werden."

„Aber alles in allem ist sie nicht gegen jeder­mann gleich schlecht; ich kenne viele, die sich über nichts zu beklagen haben."

„Ich dächte, Frau, es wäre besser, wenn Sie mir jetzt das Kind gäben, damit ich ihm dieses Nachtkleidchen anziehe und es in mein Bett zwischen zwei Kissen lege, da wir doch keine Wiege haben; unterdeß könnten Sie diese Flasche mit Milch und heißem Wasser füllen und dann mit hinauf- l bringen."

Hanna trug das Kind mit ungeschickter Zärt- chkeit die Treppen hinauf, während Frau Coggle ihre Bitte erfüllte. Während dieser Beschäftigung zogen mehrere philosophische Gedanken durch ihren Kops.

„Man weiß doch nie, was einem ein Tag bringen kann; als ich an den Besuch von Frau Biddle dachte, entstand das Feuer. Welch ein chreckliches Ding doch ein Feuer ist; Niemand weiß, wo es beginnt oder ws es endet. Ich möchte wissen, wie lange die 400 Schilling währen. Es ist gewiß viel Geld, aber selbst die schwerste Börse wird leicht. Es ist nicht so leicht, von jenseits der See wiederzukommen oder Geld hier- jer zu schicken. Es ist aber doch besser, ich hebe das Geld erst auf, ehe ich die Flasche hinauftrage."

Gerade als sie das gethan hatte und die Treppe hinaufsteigen wollte, hörte man eine Stimme unb lautes Klopfen, das sich schnell wiederholte. In voller Angst rief Frau Coggle:

„Wer ist da?"

„Die Nachbarin; schnell, schnell, öffnen Sie die Thür."