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27. Jahrgang.
Arriba, Samstag, den 17. Februar 1900.
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Von M. Röhr.
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Raum 15 Pf., Namen die Petr»' zelle 25 Pf.; W Wiederholungen wird entsprechen Rabatt gevSH»)
sinnen, und so sprach er lieber gleich von 100 000 Mann, die man sofort ins Feld stellen könne, wenn man wolle, und noch weitere 100000 Mann hinterher — und dabei kennt jedermann, der nur bisweilen aufmerksam eine Zeitung liest, ganz genau die Thatsache, daß schon jetzt England Bataillone nach Südafrika schicken mußte, die bei weitem nicht die vorgeschriebene Stärke hatten, weil man eben nicht mehr Leute zusammenbrachte!
Bisher war es in England Brauch, solchen Betrug der Regierungsherren stillschweigend hinzunehmen in majorem patriae gloriam — zum größern Ruhme des Vaterlandes. Aber diesmal kommt es anders: in England selbst fängt man an, dieser hohlen Ruhmredereien müde zu werden, und kurz und schroff schreibt ein wegen seiner Kenntniffe und seiner reichen Erfahrungen allgemein hochangesehener Militärschriftsteller: „Der Plan der Minister (über die Heeresvermehrnng) ist in der Hauptsache ein kolossaler und kostspieliger Betrug, um das Land in den Wahn einer wirklichen Heeresreform einzuwiegen und dem Auslande Sand in die Augen zu streuen."
Und was sagten die Herren von der Regierung sonst noch? Der Miliz soll der Sold erhöht werden, dann werden die jungen Leute nach den Versicherungen des Kriegsministers maffenhaft zu ihrenFahnen strömen. Die Mannschaften sollen im Sommer in Zeltlagern kampiren und riesig gedrillt werden. Die Artillerie soll bessere Geschütze erhalten. Der Patriotismus soll die Freiwilligen vom Lande zusammentreiben, die Deomanry, und aus dieser will man nicht weniger als drei neue Kavallerie- Regimenter bilden . . . zittere, Welt, vor dieser schauerlichen Kriegsmacht der Briten in der nächsten Zukunft!
Im Ernste kann man aus diesem Schwall von Redensarten nur Eines herauslesen: nämlich das Zugeständniß der Heeresleitung, daß bisher alles faul und schlecht gewesen ist und dringend der Befferung bedarf. Der moralische Katzenjammer über die begangenen Unterlaffungssünden klingt aus allem gar zu deutlich heraus, und in der Furcht vor berechtigten Vorwürfen greifen die Herren vom britischen Kriegsministerium zu der albernen Ausflucht der ruhmredigen Aufschneiderei. Was sollen das wohl für Soldaten werden, wenn „Volunteers" — Freiwillige —, im gewöhnlichen Leben Schreiber oder Handlungsgebilfen, vier Wochen lang im Sommer in einem Feldlager mit dem Spiegel in der Hand umherspazieren, vielleicht auch nach acht Tagen schon „zu Muttern" heim kehren, wenn ihnen das Lagerleben zuwider wird?
Auf diese Weise und aus solchen Leuten macht man keine Armee. Nur die allgemeine Wehrpflicht kann helfen. Und diese wollen alle Engländer zusammen nicht. Sollte man wirklich glauben, daß die Kriegsflotte eines solchen Landes so gefährlich sein sollte? Auch das klingt recht wenig glaubhaft, und darum sollte man es vermeiden, die widerwilligen Deutschen durch Engländerangst zu Floltenschwärmern machen zu wollen. Solche Mittel verfangen nicht.
„Was nun die Ausgaben betrifft", wendete sich Frau Dates an Frau Coggle — und diese war keineswegs böse, diesen Punkt erwähnt zu hören, den sie selbst aus Anstandsrücksichten nicht zur Sprache gebracht hätte, übergebe ich Ihnen hiermit 400 Schilling. Sobald ich in Frankreich bin, trete ich mit Ihnen wegen der baldigen Nach- sendung meines Kindes in Briefwechsel. O, mein Gott, wann wird dieser Tag erscheinen? Werde ich mein geliebtes Mariechen jemals wiedersehen?"
„O ja, gnädige Frau, wenn es Gottes Wille ist; Sie werden doch nichts wünschen, was diesem nicht gefällt", flüsterte Hanna der armen, jungen Mutter zu, während diese ihr Kind an ihr Herz drückte, als ob sie es nie von sich lassen wollte.
„Es klopft", rief sie mit einem Male. „Unser Diener holt mich, er sollte gleich kommen, wenn alles bereit ist. Ich muß ich muß gehen."
„Sie müssen vorher noch etwas genießen, ich mache Ihnen schnell etwas Warmes", sagte Frau Coggle.
Aber Frau Dates war in ihrer Erregung außer Stande, etwas zu genießen; sie lehnte das Anerbieten daher ab, preßte noch einmal ihre Lippen auf das kleine Geschöpf, und murmelte:
„Mein einziges Gut, möge Gottes Mutter über Dir wachen!" Sich an Frau Coggle wendend, sagte sie dann schüchtern:
„Gern hätte ich dem Kinde dieses Kreuz mit Kette angehangen; es könnte Ihnen jedoch Ungelegenheiten verursachen; aber vielleicht heben Sie es auf und zeigen es dem Kinde später ab und zu?"
Frau Coggle zögerte und meinte, es wäre doch sehr gewagt, selbst ein so kleines Crucifix im Hause zu bewahren. Frau Dates seufzte und
wollte gerade das Kreuz wieder einstecken, als Hanna zu ihrer Herrin sagte:
„Frau Coggle holen Sie doch vom Büffet im Speisezimmer für Frau Dates ein Stück Kuchen. Wenn sie es jetzt nicht ißt, kann sie es sich einstecken ; späterhin wird sie es schon verzehren, denn die See macht hungrig."
Frau Coggle ging und ihre kurze Abwesenheit benutzend, sagte Hanna zu Frau Dates:
„Geben Sie mir das Kreuz, ich will es verwahren und ich bin überzeugt, daß es Niemanden schaden wird."
„Aber wenn es Sie in Verlegenheit bringt?"
„O haben Sie keine Angst; aber ist das Kind getauft?"
„Ja, denselben Tag, wo es geboren ist. Von einem unserer guten Ordensleute! Hanna, wenn ich und mein Mann sterben sollten, glauben Sie, daß das Kmv dann in unserem heiligen Glauben erzogen wird?"
Nach kurzem Nachdenken sagte Hanna:
„Was die Erziehung betrifft, so ist das mehr, als ich versprechen kann. Sie wissen, gnädige Frau, es geht nicht immer in der Welt so zu, wie man es wünscht. Aber sollten Sie ntcht wiederkehren, ehe das Kind schwarz und weiß unterscheiden kann, und Hanna Porter lebt noch, so wird eS hören, daß seine Eltern gute Katholiken waren."
Frau Aates antwortete nicht, aber sie übergab Hanna daS Kreuz und legte ihr Kind in deren Arme mit einem Blicke, der von denen, die eine solche Sprache verstehen, niemals im Leben vergessen wird. Frau Coggle kam mit einem großen Stück Kuchen zurück und preßte eS in Frau Dates Taschen, und die bedauernswerthe,
| „Gut, gnädige Frau," sagte sie, „das arme süße Lamm ist viel zu winzig, um in einem hin- und herstoßenden Dinge in die Welt zu gehen, von der See ganz zu schweigen. Ich möchte unter keinen Umständen zu Ihnen in Ihrer Be- s trübniß „nein" sagen, wenn ich daran denke, wie Ihre Familie, schon viele Jahre, ehe Sie geboten waren, an meinem guten Manne ge- r handelt hat."
I „O wie dankbar bin ich Ihnen, liebe Frau . Coggle," erwiderte die geängstigte Mutter. „Gott i lohne Ihnen Ihre Güte. Ich weiß. Sie werven : sicherlich gut für meine kleine, arme Marie sorgen."
„O ja, gnädige Frau, Sie brauchen sich um Nichts zu ängstigen," antwortete Frau Coggle, ! ihre Augen trocknend, „und obgleich Hanna die Babys Unsinn nennt, hat sie im Grunde doch kin gutes Herz und wird gut zu dem kleinen | Fräulein sein. Nicht wahr, Hanna?"
i , Dieser Appell an Hannas Gefühle wurde mit einem Murmeln beantwortet, das indessen Frau j Nates nicht erschreckte. Ihre größte Beruhigung in dem Kummer, welchen ihr daS Weggeben chres Kindes verursachte, war vielmehr der Gedanke an die bewährte Opferwilligkeit Hannas, und die Art und Weise, wie die alte Dienerin lhr ihre harte Hand reichte, beruhigte sie mehr, ÄS schöne Worte eS vermocht hätten.
Deutsches Deich.
Berlin, 16. Februar.
* Im Befinden des Abg. Dr. LieVer ist, wie die .Germania^ meldet, wiederum eine Besserung zu verzeichnen. Nachdem gestern Morgen in Folge des nächtlichen Fiebers eine große Schwäche eingetreten war, blieb der Patient die letzten vierundzwanzig Stunden fieberfrei, was bei der andauernd befriedigenden Nahrungsaufnahme eine sichtliche Stärkung des Kräftezustandes zur Folge hatte und auch die Stimmnng des Schwerkranken günstig beeinflußte. Die ungünstigen Nachrichten Berliner Blätter über das Befinden des Adg. Dr. Lieber in den letzten Tagen, welche auch in einen Theil der Provinz- preffe übergegangen sind, waren stark übertrieben. Allerdings ist der Krankheitsstand noch immer in hohem Grade besorgniß- erregend; aber es ist noch keineswegs die Hoffnung auf eine Wiederherstellung geschwunden, so lange der Heilungsprozeß durch den natürlichen Abfluß der kleinen Abszesse, die sich durch das Gallenstein-Leiden in der Leber gebildet haben, erleichtert wird, und die Kräfte des Patienten in befriedigender Weise erhalten werden können. Herz und Lungen sind gesund und nach wie vor in ihren Funktionen nicht gestört. Heute Abend werden die beiden behandelnden Aerzte Geh. Rath Dr. Fischer und Prost ffor Dr. Renvers wieder zu einer Kosultation zusammentreten.
X Are KerattzieHung der Interessenten zur Deckung der Flottenausgaben ist ein Gedanke, dessen Gesundheit und Berechtigung am allerbesten dadurch bewiesen wird, daß immer weitere Kreise ihn als richtig anerkennen, namentlich auch solche Kreise, die im übrigen der Vermehrung der Kriegsflotte durchaus freundlich gegenüberstehen. So schreibt beispielsweise das ,Deutsche Adelsblatt": „Wir schlagen den Liberalen vor, zur Fernhaltung einer weitern Belastung von den schwächeren Schultern, für die stärkere Belastung der muskulösen Schultern der Handelsherren einzu treten. Die reichen Reedereien, bezw. die exportirenden und imporlirenden Großfirmen wären nach einer von Sachverständigen angestellten Untersuchung in der Lage, sich an einer allgemeinen Flottensteuer spielend mit zwanzig bis dreißig Millionen jährlich zu betheiligen. Eine Steuerberechnung nach Tonnengehalt oder nach der Höhe der Seeversicherungspolice ergibt die erfreuliche Thatsache, welche der patriotische Sinn der Seehandelsfirmen sich hoffentlich nicht entgehen lassen wird." Uebrigens ist die Flotten-Vorlage vom Bundesrathe nicht einstimmig angenommen worden. Reuß ä. L. hat dagegen gestimmt.
• Das Samoa Aökomme« wird heute (Freitag) vollzogen. Das vom Reichstage angenommene Gesetz wird alsbald veröffentlicht werden, und unverzüglich soll an den deutschen Generalkonsul in Apia die Weisung ergehen, die deutsche Flagge zu hissen.
O Gouverneur von Samoa soll der bisherige Präsident des Munizipalrathes von Apia werden, Herr Solf.
+ KochverrsIH — es ist ein fürchterliches Wort, das dem empfindsamen Menschenkinde un-
Marianne.
D,m englischen Originale der Lady Fullerton nacherzählt.
willkürlich gelindes Gruseln verursacht; eS pflegen keine schönen politischen Zeiten zu fein, in denen das Wort öfter vorkommt. Jetzt find es die Polen, auf die es ganz neuerdings angewandt wird: in Ostromo ist, wie bekannt, vor einigen Tagen unter dem Verdachte des Hochoerraths der Herausgeber der .Gazeta Ostrowski, Witold Leitgerber, verhaftet und von dort unter Begleitung zweier Kriminalbeamten in das Gefängniß in Posen abgeliefert worden; in Dortmund sind unter demselben Verdachte zwei Polen verhaftet worden, ein Schneidermeister Namens Johann Kolenda und der Buchdrucker Sigismund Meterowicz. Nach einem Berichte der ,Rhein. Wests. Ztg/ sollen diese Leute Gelder gesammelt haben für den „polnischen Nationalfonds" in Rappers- wyl in der Schweiz, der revolutionären Zwecken dienen soll und angeblich in allen Ländern seine Agenten hat. Der Buchdrucker soll „heimlich in einem kleinen Zimmer deutsche und polnische Schriften gedruckt haben . ." Man möchte darauf wetten, daß die ganze Geschichte einen ähnlichen Ausgang nehmen werde, wie das unsagbar gräßliche Kaiser-Bomben-Attentat in Kairo, von dem sich hinterher herausstellte, daß es von Anfang bis zu Ende erlogene Spitzelmache war. Gegen wen sollten wohl heutzutage die Polen noch Revolution machen?
x Die WMfär-Kaudwerker und dieBe- kleidungs-Aemter desHeeres bildeten heute (Freitag) in erster Reihe den Berathungs-Gegenstand) der Budget-Kommission des Reichstages in Folge von Beschwerden, die der konservative Abgeordnete Jakobskötter über die Praxis der Bekleidungs-Aemter zur Sprache brachte. General v. Heringen bemerkte, die Leistungen der Arbeiter bei den Bekleidungs - Aemtern seien besser gewesen, als in den entsprechenden Privat-Werk- stätten; aber er hatte nach vielen Seiten Kritik dieser Aemter entgegenzunehmen. Nach den Aufschlüssen des Generals sind die technischen Einrichtungen in diesen Militär-Werkstätten vorzüglich; die Arbeitszeit beträgt9Stunden täglich. Abg. Jakobskötter trat für vollständige Abschaffung dieser milüärischenArbeiter ein; Abg.Bachem(Centr.) hob ebenfalls hervor, es sei im Auge zu behalten, daß später dieOekonomie-Handwerker durch Civil- Handwerker ersetzt werden müßten. Die Ansätze des Etats für die Bekleidungs - Aemter wurden aber von keiner Seite beanstandet. Am nächsten Dienstag soll die Berathung fortgesetzt werden.
4- Das Schicksal der Waareutzaus- tfetter im preußischen Abgeordnetenhause scheint errn Minister von Miquel einige Besorgniß einzuflößen. Er will selbst an der ersten Lesung theilnehmen und hat deswegen den Wunsch ausgesprochen, diese erste Lesung bis zum Ende der nächsten Woche zurückzustellen. Da wird man dann wohl von neuem das Schauspiel erleben, daß die Rechte des Abgeordnetenhauses und Herr von Miquel in ihren Ansichten nicht Aber« rinstimmen; denn schon die Begründung, die dem Gesetzentwürfe beigegeben ist, thut ein Uebriges, um die Regierung dagegen zu verwahren, daß diese den Waarenhäusern und Großbazaren im Ernste etwas anhaben wolle. Sogar die freisinnige Berliner.Vossische Zeitung^
10 Der Koloß aus thönernen Füßen.
, Wenn jemals das Wort von dem Koloffe k auf thönernen Füßen auf ein Staatswesen ge- : paßt hat, so paßt es jetzt auf England. Millionen und wieder Millionen nach Tausenden aibt es aus für seine Rüstungen, für seine Kriegsflotte, sür seine Feldzüge; und wenn alles in der Mt nach den großmäuligen Redensarten herginge, mit denen die Engländer in der Politik und sonstwo um sich zu werfen belieben, dann würde Großbritannien die unbestrittene Herrschaft über die Welt haben. In Wahrheit stürzt das keine Völkchen der Buren die Weltmacht in eine so gefährliche Krise, daß diese sogenannte Weltmacht es nur der Großmuth der anderen Mächte zu danken hat, daß ihr nicht ein Stück ausländischen Besitzes nach dem andern abgenommen wird. Und wenn nun Frankreich unversehens mit einigen Armeekorps an der britischen Küste landen würde, was wohl könnte England dagegen thun? Die Iren würden ohne weiteres das englische Joch abschütteln, und mit der Machtstellung Großbritanniens würde es für lange Zeiten, wenn nicht für immer aus und vorbei sein. Daß es nicht so ist, hat England dem friedliebenden Sinne zu danken, von dem die Politik der europäischen Mächte geleitet wird, dem aber gerade England in der internationalen Friedens-Konferenz in der niederländischen Residenzstadt am allerunfreundlichsten begegnete. Und wenn nicht alle Anzeichen trügen, so haben die Engländer es namentlich dem Deutschen Reiche zu danken, daß der von anderer Seite vorgeschlagene Mächtebund gegen England nicht zu Stande gekommen ist. In den unruhigen Pariser Köpfen taucht neuerdings dafür der Gedanke eines Bundes von Frankreich, Rußland und England wider Deutschland auf — politische Seifenblasen, wie sie häufig dem Wirrwarr an bet Seine entsteigen; sie haben längst ihre Schrecken i für uns verloren!
Aber was man in England an hohlen [ Ruhmredigkeiten zu leisten vermag, das hat man ganz neuerdings wieder erfahren durch die Ausführungen der Vertreter der britischen Regierung im Parlament über die Streitkräfte zu Lande, die dem englischen Reiche angeblich zur Verfügung stehen sollen. Man muß sagen, einen solchen Humbug wie diesen kann man nicht alle | Tage sehen. Im Unterhause sprach der Unterstaatssekretär des Krieges, Herr Wyndham, von 80000 Mann, die noch letzt die Miliz und die Freiwilligen sofort ins Feld stellen könnten; und er meinte, er „glaube so sanguinisch fein zu können, zu vermuthen", daß man im Noth- falle. hernach nochmals 100000 Mann aus Freiwilligen zusammenbringen könne. Den Chef des Herrn Wyndham, den Kriegsminister Lord Landsdowne, scheint im Oberhause das Ge- böchtniß ein wenig verlassen zu haben. Er vermochte sich auf die mit Herrn Wyndham verabredete elende Großthuerei nickt mehr genau zu be-
mit Anlerhaktungs-Weikage „Issustrirte Sonntags-Aellmg;
junge Mutter verließ, sich gewaltsam bezwingend, daS Haus. Wie finster war die Straße, wie kalt die Nacht, als sie hinter dem sie führenden Diener einherging! Jenseits des Flusses aber sah sie das in London schrecklich wüthende Feuer.
4. Kapitel.
Auf dem verabredeten Platze fand Frau DateS ihren Gatten. Ehe sie ins Boot stieg, flüsterte sie ihm zu, daß sie das Kind glücklich geborgen habe. Sie vergoß keine Thräne, während sie zwischen den vielen Barken dahinfuhren; aber als die brennende Stadt ihren Blicken verschwand, als die raucherfüllte Lust durch frische, von grünenden Feldern herwehende verdrängt wurde, als nur noch ein rother Glanz von dem schrecklichen Feuer Zeugniß gab, als ihr kranker Mann, erschöpft von den Leiden und Anstrengungen der vergangenen Stundm, an ihrer Seite einschlief, da hatte sie Zest zu denken und zu fühlen, und ihre Thränen begannen zu fließen. Sie dachte an das Heim ihrer Kindheit, an das von Bäumen beschattete und im Flusse sich spiegelnde alte HauS in Berkshire; sie dachte an ihrer Mutter Grab, an die kleine Hauskapelle, an die kleine Bibliothek, in der ein bejahrter Mann seine einsamen Abende verbrachte und in der sie von ihm zum letzten- male gesegnet wurde; sie dachte an ihr eigenes Haus in London, an manches kleine Erlebniß der letzten zwei Jahre, an die Freude, mit der ihr Kind in dieser Welt der Sorge empfangen wurde; an den Abschied von ihm und an eine ungewisse Zukunft. Sie blickte auf das leichenblasse Gesicht chres Gatten und hatte das Vorgefühl eines drohenden Unglücks. Sie sah den Schlaf und dachte an den Tod! (F- f.)