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ts Suita. mit Unterhaltungs-Beilage „Assustrirte Sonntags-Zeitungs
M 33. JuLöcr, Samstag, den 10. Februar 1900. 27. Jahrgang.
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»j«Die Flottenvorlageim Reichstage.
Der voll b« setzte Reichstag mit seinen dicht gefüllten Tribünen ist am ersten Tage der Be- rathung der Flottenvorlage (Donnerstag) sicher- sich allgemein überrascht worden durch die Rede, mit der Admiral Tirpitz bei Beginn der Sitzung die neue Vorlage begründete, bester gesagt: zu begründen suchte. Eine Rede mit so wenig Beredtsamkeit, eine Begründung mit so vollkommen versagender Beweiskraft hat der Reichstag während seines Bestehens wohl selten bei einem Vertreter der verbündeten Regierungen erlebt, der einen so hohen Rang einnimmt wie Admiral Tirpitz und vor den parlamentarischen Vertretern des deutschen Volkes eine Vorlage von so einschneidender und weittragender Bedeutung zu begründen hat. Langsam und stockend kamen die Worte aus dem Munde des Staatssekretärs, und außerordentlich treffend war darum die nachfolgende Kennzeichnung durch" den Cen- trumSredner, den allezeit humorvollen und dabei nicht minder schlagfertigen und sachlich glänzend beschlagenen Dompfarrer Dr. Schädler, als dieser sagte: man habe es ja deutlich dem Staatssekretär angemerkt, daß er sich in keiner be- neidenswerthen Lage befinde. Was Herr Staatssekretär Tirpitz in dieser ersten Flottendebatte sagte, hätte ebenso gut ungesagt bleiben können, im Interesse der Vorlage selbst wohl auch bleiben sollen. Zum größten Theil kann man das alles viel besser in der Begründung der Vorlage selbst lesen, und was jetzt neu war, das wirkte zum Theil verblüffend: klang es doch einmal ganz deutlich aus den Worten des Herrn Staats- sekietärs heraus, daß die Marine-Verwaltung eigentlich auch die Forderungen dieser neuen Vorlage noch nicht als vollkommen ausreichend ansicht — eine liebliche Aussicht füc die Zukunft!
Darauf verwies auch unter dem wiederholten Beifall des Centrums und der Linken des Hauses Abg. Dr. Schädler: was auf 6 Jahre „gebunden" sein sollte, wird bereits heute, nach zwei Jahren, durchbrochen. Der Staatssekretär Tirpitz von heute widerspricht dem Staatssekretär von vor zwei Jahren in allen Stücken; wie kann die Regierung, wie kann derselbe Staatssekretär Tirpitz verlangen, daß man ihren Versicherungen von beute ohne weiteres Vertrauen schenkt?
Bei den Herren vom Bundesrathe sah man keine fröhlichen Gesichter während der Rede des Abg. Dr. Schädler. Vielleicht mochte mancher den bedauernden Gedanken sich durch den Kopf gehen laffen: wäre doch Dr. Lieber hier an Stelle dieses andern CentrumSführers, manches würde dann bester stehen für die Vorlage und für die Forderungen der verbündeten Regierungen. Aber wer diesen Gedanken gehegt hatte, er mußte ihn fahren lassen unter dem beweiskräftigen Drucke der Ausführungen des Centrumsredners. Gerade Herr Dr. Schädler bewies durch Anführungen aus den stenographischen Berichten über die Debatten der ersten Etatsberathung im Dezember
Kin Hohes Ziel.
Original-Erzählung von W. Dora.
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Isabella sprang empor; so heftig, daß der Stuhl beinahe umgefallen wäre.
„Schweig, o schweig von Deinem entsetzlichen Kloster," rief sie, bin Shawl von weicher rother Seide, der um ihre Schultern hing, fester um sich ziehend, als wolle sie sich versichern, daß das rauhe Ordenskleid ihre verwöhnten Glieder noch nicht berühre, „wie kannst Du nur so schreckliche Dinge sagen: ich zu den Nonnen! wich schaudert bei dem Gedanken, daß ich mein ganzes Leben in Gefangenschaft, in fortdauernden Heiden und Cntbehrungnn verbringen sollte".
„Wenn es auch wirklich, wie Du sagst, im Kloster nichts gäbe, als Leiden und Entbehrungen, hätte ich doch keinen anderen Wunsch, als dort zu leben und zu sterben, denn auch für Gott leiden, ist ja Seligkeit!"
Der Ausdruck himmlischer Begeisterung leuchtete aus Cäciliens Antlitz, während sie sprach und Isabella, die wieder mit heftigen Schritten auf- und niedergegangen war, blieb vor ihr stehen und schaute gedankenvoll in ihr strahlendes Gesicht.
„Seit ich Dich und Schönberg kenne, steigt eine Ahnung in mir auf, daß es etwas unendlich Großes sein muß um diese Gottesliebe, von der ihr sprecht und ein namenloses Heimwehbeschleicht mich bisweilen nach jenen überirdischen Höhen, wo Eure Seelen heimisch sind."
des letzten Jahres, daß das ganze Centrum ein- müthig bei der Beurtheilung der neuen Vorlage auf dem Boden sich zusammengefunden hat, auf dem auch Dr. Lieber bei jenen Reden im Dezember des vergangenen Jahres sich bewegte: die neue Vorlage ist ein völliger Umsturz des gegenwärtig geltenden Flottengesetzes, und in der Form, wie sie eingebracht ist, kann sie das Centrum nicht annehmen.
Darin ist das Centrum also vollkommen einig, und vollkommen einig ist es auch — darauf wies Abg. Dr. Schädler wiederholt und mit dem größten Nachdrucke hin! — in einem andern Punkte: daß nämlich hier die erste und bei weitem wichtigste Frage die Deckung der Kosten ist. Der Vorlage und ihren Forderungen selbst kann das Centrum nicht eher näher treten, als bis nicht vollkommene Klarheit darüber geschaffen ist, daß die neuen Steuern, die nothwendig sein werden zur Bestreitung der Kosten, nur die Interessenten und die leistungsfähigen Schultern treffen, der fieine Mann auf dem Lande aber und der Arbeiter vollkommen frei bleiben von jeder weitern Steuerbelastung durch die Aufwendungen für neue Vergrößerungen der Kriegsflotte. Auch das Centrum will, daß das Reich eine gute, eine starke Flotte habe; denn es braucht eine solche Flotte. Aber niemals darf dies der Fall sein auf Kosten der schwachen Steuerschultern. Dieses Letztere muß zuerst gesichert sein — wenn nicht, dann ist das Cenirum nicht zu haben für die neue Flottenvorlage, und es fürchtet sich nicht im geringsten vor Drohungen mit einer Reichstagsauflösung.
Darin ist das Centrum einig. Und die Macht, die ihm diese Einigkeit verleiht, wird es ausnützen im Interesse der Allgemeinheit des Volkes und damit auch des Vaterlandes. Möge diese Einigkeit der Anschauungen des Centrums gewahrt bleiben durch die ganze Dauer der Verhandlungen über die neue Flottenvorlage!
Am zweiten Tage der Flottenberathung ist zwar Staalssekrerär Graf Posadowsky seinem minder beredten Amtsköllegen Tirpitz zu" Hilfe gekommen. Aber ob nun dieser zweite Staatssekretär den erwünschten Eindruck auf die Flottenoppofition gemacht hat, muß man füglich bezweiftln. Der Hieb, den unmittelbar nachher Herr Eugen Richter gegen den GrafenPosadowsky führte, saß gut, als nämlich Herr Richter sagte, der Staatssekretär habe schon im Voraus einen Vortrag gehalten zur Begründung der neuen Handelsverträge, nicht aber für die Flottenvorlage gesprochen; denn seine Ausführungen ständen ja mit der Flottenvorlage in gar keinem Zusammenhänge.
Staatssekretär Graf Posadowsky wußte nämlich für die neuen Flottenforderungen nichts weiter vorzubringen, als Hinweise auf die Entwickelung der deutschen Handelsoerhältnisse, die ja in der That erf eulich sind. Und er brachte die nun schon so unsäglich ost gehörte Aeuß-rung von neuem heran, daß unser Handel bei den gegenwärtigen deutschen Flottenverhältnissen nicht den genügenden Schutz habe. Italien, Frankreich, Rußland könnten ihren Handel besser schützen — aber gerade England nicht, das mußte Graf Posadowsky selbst zugeben. Darauf
„Das ist der Ruf der Gnade, Isabella, der an Dein Herz ergeht, verschließe Dich ihr nicht."
Isabella schüttelte den Kopf.
„Mein Herz sehnt sich nach Glück — nach irdischem Glück und vermag es nicht, sich los- zurnßen von der Erde, an die es mit all seinen Wurzeln und Fasern gekettet ist".
„Mich dünkt," sagte Cäcilie, „Gott selbst hat angefangen, die Wurzeln Deines Herzens, die im Glücke der Welt so fest verwachsen waren, ein wenig zu lösen, um es emporzuziehen," und sie nahm Isabellas Hände in die ihren, faltete sie wie zum Gebet ineinander und sagte leise: „Suraum corda“. —
Wenige Tage später kam Reinhold vom Sterbebette der Mutter zurück, das Herz voll Friede Er hatte sein inneres Gleichgewicht wieder gefunden und seine Seele war zu sehr gewöhnt, über alles Irdische emporzuschauen, um sich maßlosem Schmerze über den Verlust der theuren Mutter hinzugeben.
Er kam nach Heimbach, um Abschied zu nehmen. Seine Geschäfte dort waren so weit gediehen, daß eine andere Hand sie vollenden könnte.
Ec war mit dem Nachtzuge gefahren und wanderte nun an einem trüben, regnerischen Herbstmorgen durch das Dorf dem Schlöffe zu. Als er an die Kirche kam, läutete es eben zur Frühmeffe und er trat in dieselbe ein.
Nur wenige Menschen waren in dem kleinen Gotteshause, aber in der ersten Bank vor dem Altäre kniete eine Gestalt in dunklem Mantel, den Kopf mit einem Schleier verhüllt; in der
verwies nun Herr Richter namentlich; und that- sächlich ist das gerade ein Beweis dafür, daß die Entwickelung des Seehandels nickt auf der Zahl der Schrffskanonen beruht. Später sprach dann auch noch Staatssekretär Tirpitz, aber mit ebenso geringem Glück wie am Donnerstag, so daß man während seiner Rede sowohl aü den Gesichtern au den Regierungstischen, als auch in den Mienen der Flottenfreunde finstere Wolken der Besorgniß aufsteigen iah. Die Gegner der Vorlage aber freuten sich über Herrn Tirpitz und frohlockten: noch mehr solche Staatssekretärsreden, und die Flottenvorlage ist verloren !
Recht hübsch fand sich Herr Richter mit den Ausfällen ab, die Herr Bassermann, der nationalliberale Flottenredner vom Donnerstag, gegen ihn und gegen seine Partei unternommen hatte. Herr Bassermann sprach den, allerdings wohl begründeten Verdacht aus, daß die Herren der freisinnigen Volkspartei nicht einig seien in ihrer Haltung zur Flottenvorlage; aber er dachte nicht daran, daß der, der in einem Glashause sitzt, nicht mit Steinen werfen soll. Herr Richter erinnerte Herrn Bassermann an die fortgesetzten Zerwürfniffe innerhalb der national- liberalen Partei, namentlich an die Angriffe, die Herr Bassermann auszuhalten hatte wegen seiner Haltung zur Zuchthausvorlage; und Herr Richter zog die Lacher auf seine Seite, als er Herrn Bassermann mit der Bosheit übertrumpfte, daß er die nationalliberale Partei die „Organisation der Uneinigkeit" nannte.
Der lebhafteste Flottenfreund im Reichstage ist vermuthlich Herr Graf von Arnim, der am heutigen Freitag als Vertreter der Freikon- servalioen zur Flottenvorlage sprach — jeder Zoll ein Volksvertreter, wie er nicht fein soll. Graf Arnim, so führte er wörtlich aus, will sich „nicht mit kleinen rechnerischen Bedenken abgeben". Er nimmt die Vorlage an, wie sie ist; er nimmt sie sogar mit Genugthuung und Dank gegen die Regierung an, daß diese letztere uns das herrliche Geschenk gemacht hat; de^n das ist dem Grafen Arnim ein 'erfreulicher Beweis dafür, daß „die Regierung auf der Wacht steht" und dafür sorgt, daß über Nacht nicht etwa böse Buden kommen und das deutsche Reich forttragen. Aber Graf Arnim muß sich, wenn er fernerhin Reden im Reichstage halten will, ein besseres Gedächtniß anschaffen. Auch ihn hatte sich der grimme Mann aus Hagen aufs Korn genommen, und des Grafen Arnim Antlitz ließ keinen besonders geistreichen Zug erkennen, als Herr Richter ihn daran erinnerte, was er, Graf Arnim, zu derselben Sache vor zwei Jahren zu sagen hatte, als es sich um dieBe- rathang des noch gütigen Flottengesetzes von 1898 handelte Heute — so stellt Herr Richter fest — hat Graf Arnim gesagt, nur die Verdoppelung des damals geforberten Sollbestandes, nur daS Doppelgeschwader könne unS Sicherheit bringen. Damals aber, vor zwei Jahren, sagte Graf Arnim, es würde der Landwirth- schaft den Todesstoß versetzen heißen, wenn es einmal um die Bewilligung des doppelt so starken Flottenumfanges sich handeln sollte. Man kann sich denken, daß die Heiterkeit im Haufe groß war, als Herr Richter diesen Theil
Reinhold auf den ersten Blick Isabella erkannte Isabella hier und zu diese'- Stunde!
Ein seliges Gefühl durchwogts Reinholds Brust bei Jsabella's Anblick, aber fein Verlargrn ging über allen irdischen Besitz empor zu Gott. Er sammelte die Blülhen irdischer Liebe in seinem Herzen und brachte sie auf feine Knie niedersinkend Gott zum Opfer dar. Eine Seligkeit des Glaubens, eine Wonne der Liebe, wie er sie lange nicht empfunden,durchströmte ihn und heißes,inbrünstiges Gebet stieg zum Himmel auf. Als der Gottesdienst zu Ende war, blieb er, Isabella erwartend, vor der Kirche stehen. Er wollte nicht von ihr gehen mit der Erinnerung an jme Stunde im Herzen, da sie beide vom Aufruhr ihrer Seihen« schäften verwirrt gewesen. Ruhig und klar wollte er sich ihr aussprechen und bann scheiden, — für immer.
Isabella hatte keine Ahnung gehabt, daß Reinhold in der Kirche gewesen und sie erschrak, als sie heraustretend ihn nun plötzlich vor sich sah. „Reinhold" sagte sie leise. Der Nams war fast unbewußt ihren Lippen entschlüpft und ihre Hand zitterte, als sie dieselbe in die seine legte, die er ihr bot.
„Ich bin gekommen, um Abschied zu nehmen, Gräfin" sagte er „denn ich gehe nun meinen Beruf zu erfüllen."
Sie schaute fragend zu ihm auf; er verstand ihren Blick und fuhr fort: „Ich will Priester werden und Missionar. Das war feit meiner frühesten Jugend meines Herzens Sehnen, meiner Wünsche Ziel. Als ich ein Kind war, erzählte mir meine Mutter oft von den Männern, die in
feiner Ausführungen mit der Ausführung der bekannten Strophe schloß: Erkläret mir, Gras Oerindur, diesen Zwiespalt der Natur!
Mit dem zweiten Tage dec Beraihung ist der Höhepunkt der Flottendebatte überschritten worden. Was nun noch kommt, kann nur noch eine minder bedeutende Nachlese fein, lieber das letzte Geschick der Flottenvorlage ist durch di-fe erste Berathung keine Klarheit gebracht worden, wie man im voraus sich denken konnte. Und wenn Herr Baffermann seine Ausführungen am Donnerstag mit der Bemerkung fchloß, er hoffe auf eine Einigung und auf ein Zustandekommen der Vorlage, so sprach er damit wohl einen Wunsch aus, aber es würde ihm unmöglich sein, aus dem Verlause gerade dieser Berathung stichhaltige Gründe für die Wahrscheinlichkeit anzuführen, daß es so kommen werde. Die Entscheidung liegt in der Frage der Kostendeckung; und diese Frage kann nur in der Budget-Kommission zur Lösung gebracht werden. Am Donnerstag und Freitag war im Reichstage erst das Vorpostengefecht, die Schlacht soll noch geschlagen werden.
Deutsches Deich.
Berlin, 9. Februar.
+ Das Mesinds« des ASg. De. LieSer hatte während der späteren NachmittagSstunden am Donnerstag wieder einen Hoffnungsschimmer aufkeimen laffen auf die Erhaltung des Lebens des allen deutschen Katholiken theuren Kranken. In diesem Sinne hat der behandelnde Arzt, Ge- heimrath Fischer, nach einer Berathung mit dem von ihm zur Behandlung des Kranken htn- zugezogenen Professor Renvers am Donnerstag Abend auch ein Bulletin verfaßt. Auch die Nahrungsaufnahme warDonnerstagAbendbefriedigend. In der vergangenen Nacht hat der Patient mehrere Stunden ruhig geschlafen, wodurch er sichtlich gestärkt war. Aber gegen 2 Ubr Nachts stellten sich leider wieder Fieber und Schüttelfröste ein, welche die Körpertemperatur bis auf 39 Grad steigerten. Heute Morgen nahm das Fieber ab, doch blieb der Zustand des Kranken im Uebrigen unverändert. Um einem etwaigen Fall der Kräfte vorzubeugen, wird dem Patienten in kurzen Zwischenräumen Bouillon und Wein gereicht, auch genießt er öfter Austern. Leidcr sind die Kräfte des Kranken so sehr geschwächt, daß fortwährend das Schlimmste zu befürchten ist, zumal Anzeichen darauf hindeuten, daß der Krankheitsprozeß unaufhaltsam fortschreitet. Nach dem heute Abend ausgegebenen Bulletin des behandelnden Arztes Geh. Medizinalrath Dr. Fischer ist „im Laufe des heutigen Tages keine Verschlechterung eingetreten, der Kräftezustand ist immer noch befriedigend".
X Megiernng n«d lex «cheintze. Die Regierung wird nicht müde, durch ihre Organe die Beschlüsse des Reichstages über die Ergänzungen des Strafgesetzbuches zur Bekämpfung der Unsittlichkeit mit einer Lebhaftigkeit angreifen zu laffen, als handele es sich um staatsgefährlicke Dinge; und dabei ist es doch nur der Ernst und die Entschiedenheit in diesem Kampfe gegen das Ungeheuer der Unsittlichkeit, die von der Regie- edlem Opfermuth Lottes Wort hinaustragen in :erne Welten und ich lauschte in athemloser Spannung ihren Erzählungen.
„Mutter", tief ich, „ich will auch so ein Priester werden." Da strich sie sanft mit der Hand über mein wirres Kraushaar, blickte mit ihrem milden Lächeln in mein erregtes Antlitz und sagte: Werde erst ein Mann mein Knabe und lerne dein eigenes Herz bezähmen, das ist oft schwerer, als wilde Völker zur Wahrheit beehren. Ich verstand es damals noch nicht, waS te meinte, aber der Wunsch Missionar zu werden, ist mit mir groß geworden.
Zwölf Jahre habe ich in der Welt gelebt und ich habe gelernt, was damals die Mutter gesagt: mein eigenes Herz bezähmen!
Klagelos hatte ich einst der Welt entsagt, thränenlos bin ich aus ihr geschieden, da sah ich Sie Isabella und — ich lernte erkennen, daß ich ein menschliches Herz in der Brust trage. Die Welt, die ich so lange verachtet, schien mir plötzlich schön in Ihrem Blicke, das Leben reizvoll in Ihrer Nähe und oft habe ich an der Mutter Wort gedacht, daß ich jetzt verstand: es ist manchmal schwerer, das eigene Herz bezähmen, als wilde Völker zur Wahrheit bekehren.
Ich kämpfte einen schweren Kampf. Gottlob, et ist zu Ende. Sie waren durch eine Thür in den Garten getreten und schritten langsam durch die Baumgänge dahin, die vor kurzem noch ein grünes Laubdach gebildet hatten. Jetzt waren te blattlos und kahl. Der Herbstwind trieb ein Spie! mit dem dürren Laube, das am Boden lag und nur da und dort blühte noch