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FuldaerMIettung

Jutöa, Donnerstag, den 8. Februar 1900,

Kreuzes?

Kewpis.

a Regierung und Opposition im englischen Parlament.

Eine ganze Woche schon dauert die Adreß- debatte im englischen Unterhause, und noch immer ist sie nicht beendet. Bei dieser Gelegen­beit flritb, ebenso wie im Deutschen Reichstage bei der ersten EtatSberathung, allgemeine Ab­rechnung mit der Regierung gehalten; und man konnte es sich im voraus denken, daß gerade diesmal diese Debatte mehr als sonst sich in die Länge ziehen würde. Aber was man sich dies­mal nicht gedacht hat, das ist die Thatsache, daß diese Adreßdebalte trotz ihrer langen Ausdehnung so außerordentlich arm an packenden Momenten ausfallen würde, wie das thatsächlich der Fall ist. An heftigen Worten fehlt es nicht, natürlich nicht. Aber erstens ist es erstaunlich, wie sieges­bewußt Herr Chamberlain der Opposition gegenübertritt; und zweitens ist es noch erstaun­licher, wie es still und stumm wurde in den Reihen der liberalen Opposition, als vom Minister­tische her die Frage aufgeworfen wurde, wie denn die Liberalen in Südafrika verfahren würden, wenn sie wieder die Zügel der Regierung in die Hände bekämen.

Daß die Regierung keine Niederlage erleiden würde, war freilich im Voraus klar. Aber daß dir Erklärungen der Herren Minister so außerordent­lich armselig ausfallen und dennoch von der ge­wünschten Wirkung im Parlamente sein würden, das konnte man nicht voraussehen. Daß von London auS fortgesetzt auf den Krieg in Süd- aftika hingearbeitet worden ist, stellen die briti­schen Minister kalt lächelnd in Abrede — jetzt will es „niemand gewesen fein," und im Parla­mente des „freien England" findet sich eine an­sehnliche Mehrheit, die gutwillig diese offene Lüge aufnimmt. Noch mehr, die Herren Minister suchen die unerhörte Vernachlässigung der Kriegs­vorbereitungen mit der Behauptung zu bemänteln, man sei auf einen Krieg gar nicht gefaßt gewesen, sondern habe auf eine Beilegung der strittigen Punkte durch diplomatische Verhandlungen gehofft; und gleichzeitig prahlt der Vertreter des Kriegsministeriums mit der Unmasse von Soldaten und Kanonen, die nach Südafrika ge­sandt worden sind, ohne ein Gefühl dafür zu haben, daß er gerade damit dem britischen Heere ein ArmulhSzeugniß sondergleichen ausstellt. So viele Divisionen und so starke Artillerie, und doch nur geschlagen und immer wieder geschlagen! Herr Chamberlain aber hat auf einmal ein schwaches Gedächtniß bekommen und versichert frisch weg, er könne sich nicht mehr gut erinnern auf die Vorgänge bei dem Prozesse gegen den Freibeuter Jameson und seine Spießgesellen. Herr Chamberlain hat damals Schriftstücke ent­wenden laffen, die gegen Jameson zeugten — und das will er vergessen haben!

Höchst eigenthümlich berührt auch eine Rede, die der erste Lord der Admiralität Goschen am Freitag gehalten hat: dieser hat Deutschland zum Kronzeugen für England angerufen und die kühne Behauptung aufgestellt: Deutschland muffe bezeugen können, daß der Krieg Englands gegen die Buren gerecht sei, und Deutschland würde an der Stelle Englands weniger Geduld als dieses gehabt und ebenso wie dieses gehandelt haben.

Mit rasender Geschwindigkeit sauste der Zag, der Reinhold nach der Heimalh trug, über Berg und durch das Thal, wie im Flug an Stadt un r Dorf vorüber, und doch noch viel zu langsam für die Ungeduld des Reisenden, dem jede Minute zur Ewigkeit ward.

Müde saß er in eine Ecke des Koupees ge­lehnt und drückte den Kopf tn die Polster. Wohl starrte er durch das Fenster hinaus in den grauen, trüben Herbsttag, den heute keine freund­liche Sonne erhellte, aber er sah die Gegend nicht, durch die er dahinflog. Dumpf brütete er vor sich hin und hatte keine Antwort für den geschwätzigen Nachbar an seiner Serie, der den stummen Reisegefährten gern in ein Gespräch ge­zogen hätte.

Als die frühe Dämmerung des Oktobertages ihre Schatten über die Erde zu breiten begann, hatte der Zug die kleine Universitätsstadt erreicht, die Reinholds Reiseziel war und der Weg, den er dann nach dem in der Vorstadt gelegenen Hause seiner Mutter zurücklegte, war ihm noch nie so lang erschienen, wie heute.

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Herrn Goschen wird es nicht gelingen, auch nur ein einziges Beispiel aus der neuern Geschichte als Stütze für seine Behauptung anzuführen; und wenn Herr Goschen meint, England könne „mit ruhigem Gewissen" nach dem Kriegsschauplätze von Südafrika blicken, so ist dies nur so zu erklären, daß das politische Gewissen des Admiralitäts-Lords und seiner Ministergenoffen außerordentlich weit sein muß.

Nicht einmal die „angelsächsischen Vet­tern" auf der andern Seite des atlantischen Weltmeeres haben Verständniß für diese Gewissens­weite In fast allen großen Städten der Ver­einigten Staaten von Amerika, kürzlich erst wieder in St.Louis und Minneapolis, haben die städtischen Vertretungen und große Volksversammlungen unter sehr lebhaften englandfeindlichen Kundgebungen Beschlüße gegen das Auftreten Englands in Süd­afrika 'gefaßt; und es hat nicht viel gefehlt, so würde etwas Aehnliches sogar auch im ameri­kanischen Senat zur Thatsache geworden sein. Der Senator Hale und einige andere Senatoren hatten Aniräge gestellt, um die Regierung der Vereinigten Staaten zu einer den Buren freund­lichen Stellungnahme zu zwingen: und mehrer Senatoren sprachen in sehr eindringlicher und wirkungsvoller Weise für diese Anträge. Nur ein Redner aber vertrat, ohne mit einem einzigen Worte auf den Gegenstand selbst einzugehen, den Standpunkt der Mehrheit des Senators, daß es aus Gründen der Zweckmäßigkeit — nicht der Politik — bester sei, die Anträge abzulehnen. Die Angriffe der Antragsteller gegen England fanden int Senate auch nicht ein Wort des Wider fpruches.

Herr Goschen hatte recht, als er in seiner Unterhaus-Rede zugestand, die Lage Englands sei „ernst ufud schwer", und das Mutter­land sei in gefährlicher Weise von Trup­pen entblößt. Daß es England trotzdem nicht noch viel schlechter geht, verdankt es den euro­päischen Großmächten, namentlich dem deutschen Reiche, die strenger und ehrlicher als England die Neutralität bewahren. In Zukunft wird England nicht veigesten dürfen, daß es dafür den Großmächten und namentlich wiederum dem Deutchen Reiche zu bleibendem Danke verpflichtet ist.

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seine Geschäfte selbst erledigt, bald an den Be- rathungen des Abgeordnetenhauses in gewohnter Weise wieder theilnehmen wird." In diesem Blatte sind jene Rücktritts-Gerüchte von Anfang an mit starken Fragezeichen versehen worden.

x Die Kaager Friedens - Konvention harrt noch immer ihrer letzten Erledigung. Es handelt sich dabei um die Anwendung der Genfer Konvention auf den Seekrieg, wonach Leute, die durch neutrale Schiffe aus einer Seeschlacht gerettet werden, bis zur Beendigung des Krieges in dem neutralen Lande untergebracht werden sollen. Deutschland, England, die Vereinigten Staaten von Nordamerika und die Türkei haben Widerspruch gegen diese Bestimmung erhoben mit der Begründung, daß diese Bestimmung in Wider­spruch stehe mit den heimischen Gesetzen. Jetzt soll nach einem Vorschläge der holländischen Re­gierung dieser Paragraph vollkommen wegfallen. Die russische Regierung hat ihre Einwilligung bereits dazu gegeben, und nunmehr sind die an­deren Staaten ebenfalls um ihre Zustimmung er­sucht worden.

X Die AteichseiseuvaHne« beschäftigten die Budget-Kommission des Reichstages auch am heutigen Mittwoch. Die Petitionen der Eisen- bahn-Sekcetäre um Gehaltsanfbefferung wurden dem Reichskanzler zur Erwägung überwiesen. Auf eine Anfrage des Abg. Hauß theilte Geheim­rath Glöckner mit, daß die Bahnsteigsperre in diesem Jahre auch für die Reichseifenbahnen eingeführt werden soll. Einstimmig wurde ein Antrag Singer angenommen: Die Reichseisen­bahnverwaltung um Nachweise der thatsächlichen Dienstzeit des Fahr- und Stationspersonals zu ersuchen. Eine längere Debatte entspann sich über die Ertragsfähigkeit der elsaß-lothrin­gischen Bahnen. Geheimrath Twele stellte fest, daß der Ertrag der Reichseisenbahnen den Zinsfuß nicht erreiche, den die Reichsanleihen fordern. Zur Vorberathung des außerordentlichen Etats der Reichseifenbahnen wurde eine Unter« kommission eingesetzt, die heute Abend zusammen- tritt.

h. Die Novelle znm ZKüvzgeseHe soll am 13. Februar zur zweiten Berathung auf die Tagesordnung des Reichstages gesetzt werden. Berichterstatter dafür ist bekanntlich der Centrums­abgeordnete Speck.

0 Dine Dolkszätzkung soll am 1. Dezember ds. Js. im ganzen Deutschen Reiche statt­finden. Die Bestimmungen darüber sind bereits dem Bundesrathe zugegangen.

+ AeHvtausevd Dividende ist

ein Gewinn, wie er sicherlich nur außerordentlich selten zu finden ist. Eine sozialdemokratische Unternehmung in Berlin erfreut sich dieses Ge­winns, die „Berliner Genossenschafts-Bäckerei". Das eingezahlte Kapital beträgt 95 Mk., nämlich 19 Antheile zu je 5 Mk., und darauf werden für das Geschäftsjahr 1898/99 nicht weniger als 9500 Mk. Dividende ausbezahlt. Der Unter­stützungsfonds der für die Bäckerei thätigen Ar­beiter erhält dagegen nur 586 Mk. und beträgt damit im ganzen 3086 Mk. — gerade keine stattliche Summe im Vergleiche zu dem riesigen Unternehmergewinn, den die Herren Genossen ein­heimsen, die Besitzer der Bäckerei sind. Das Ge- sammtvermögen der Unternehmung beträgt dabei gerne aus dem Leben geschieden, ohne Abschied von Dir zu nehmen."

„Mutter, o Mutter," rief Reinhold ganz überwältigt von seinem Schmerze und benetzte ihre Hände mit seinen Küssen und Thränen. Eine Weile ließ sie ihn ruhig gewähren, dann nahm sie seinen Kopf zwischen ihre Hände, hob ihn sachte empor und schaute voll unendlicher Zärt­lichkeit in fein blasses, thränenüberströmtes Gesicht.

„Ich kenne Dich ja gar nicht wieder," sagte sie mit leiser, tonloser Stimme, „Du bist doch sonst so muthig und stark und nun so fassungslos."

„O Mutter, i* kann den Gedanken nicht er­tragen, daß ich Dich verlieren soll."

„Aber mein Kind, wir scheiden ja nicht wie Menschen, die keine Hoffnung haben, wir wissen ja, daß wir uns einst wiederfinden dort, wo keine Trennung mehr ist."

Sie wollte mehr sagen, aber die Stimme versagte ihr. Die Aufregung des Wiedersehens und die AnfireNdUig des Sprechens hatten ihre schwachen Käste überstiegen.

Sie lehnte sich erschöpft in die Kiffen zurück und sank in einen halbbewußtlosen Schlummer. Christine kam herbei und zog Reinhold leise vom Bett fort.

„Kommen Sie, laffen Sie sie jetzt ruhen, es war eben doch zu viel für ihre schwache Kraf', der Scklaf wird sie wieder starken. Armer junger Herr," fügte sie mit fast mütterlicher Zärtlichkeit hinzu, denn sie hatte ihn einst au ihren Armen getragen, „und wie blaß und ver­stört Sie aussehen. Sind Sie müde von der Reise und haben gewiß lange nichts genoffen?"

Deutsches Reich.

Berlin, 7. Februar.

0 Das Befinde« des Aög. Dk. LieSer hat leider eine Wendung zum Schlimmern ge­nommen. Diese Wendung ist in den Abendstunden des Dienstag eingetreten und gibt nunmehr zu ernsten Befürchtungen Anlaß. Der Kranke ist am heurigen Mittwoch mit den hl. Sterbesakramenten versehen worden. Wie anderweitig berichtet wird, sollen die Aerzte Herrn Dr. Lieber aufgegeben haben. Es ist eine Eiterung der Leber einge­treten. Der Kranke liegt besinnungslos.

h Minister von Wiqnet läßt von neuem durch bie ,Berl. Pol. Nachr.' ganz entschieden in Abrede stellen, daß er sich mit Rücktriltsgedanken trage. „Wir können versichern — so zu lesen in dem genannten Organ — daß diese und ähn- l che Gerüchte durchaus unzutreffend sind und daß der Finanzminister, der übrigens auch fitzt bereits

Wenn es zu spät wäre! darbte er zitternd, wählend er die Klingel zog und wartend vor der Tbüre stand, bis eine alte Magd ihm öffnete.

„Christme", sagte Reinhold. Der rasche Gang unb die Angst beraubten ihn des Athems, er konnte nichts mehr sagen und schaute nur er­wartungsvoll in das mürrische Gesicht der Magd.

„O Herr!" tief diese, indem ihr Gesicht sich plötzlich aufhellte. „Gott sei Dank, daß Sie end­lich da sind; nm haben Sie schon den ganzen Tag erwartet, die Kranke verlangt sehnlichst nach Ihnen."

„Wie geht es ihr, Christine?"

„Schlimm genug,” sagte die Alte, „aber sie ist noch bei Bewußtsein "

„Noch!' rief Reinhold schmerzlich, „also glaubt man, daß sie es nicht lange mehr fein wird?"

„Sie war gestern so schwach, daß wir dachten, sie würde die Nacht nicht überleben. Sie aber war guten Muths unb sagte bestä big: Du wirst sehen, Christine, ich sterbe nicht, ehe Reinhold kommt."

Sir waren über den Flur gegangen und standen jetzt vor einer Thüre, die bie Magd leicht öffukte. Reinhold trat über bie Schwelle des Krankenzimmers und einen Moment später sank er am Bette der Mutter nieder.

Die Kranke hatte sich ein wenig emporge- richtet und beugte sich über den in lautlosem Schmerz Zusammengebrochenen nieder.

„Es ist gut, daß Du gekommen bist," sag'e sie und drückte ihre bleichen L.ppen in leisem Kuß auf des Sohnes Stirne, „ich wäre nicht

________________27. Jahrgang.

28 000 Mk. Man hat anzunehmen, daß bie neunzehn Antheilzeichner selbst werkthätig in dem Internehmen beschäftigt sind. Immerhin bleibt die „Berliner Genoffenschafts-Bäckerei" ein neues herrliches Beispiel dafür, wie bei den Herren Genoffen Theorie und Praxis wieder und immer wieder in scharfen Widerspruch mit einander gerathen.

O NolksSivkiolheke«. Das gesteigerte Bedürfniß nach geistiger Fortbildung, welches in mmer weiteren Kreisen der unteren und mittlere11 , klaffen empfunden wird, ist eine bemerkenswert he unb erfreuliche Erscheinung. Wir begrüßen bie» elbe um so mehr, als wir in dem Streben nach erhöhter Bildung unb Ausklärung unserer Ar­beiter, Handwerker, Landwirlhe u. f. w. die Vor­bedingung für eine rege Thätigkeit auf sozialem Gebiete sehen. Ein wesentliches Mittel zur Be- riedigung des Bilbungsdedürfniffes erblicken wir n den Volksbibliotheken. Während von Greifen, die außerhalb des Katholizismus stehen, wie von der Comeniusgesellschaft, der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, schon sehr vtel in Deutschland nach dieser Richtung geschehen lst, stehen wir Katholiken noch vielfach zurück. Letztere Gksellschaft hat allein im Jahre 1899 208 Volksbibliotheken gegründet und 116 unter­stützt; wir haben es bis jetzt nur zu zwei großen öffentlichen Bibliotheken in Freiburg i. B. unb in Bonn gebracht. Vor einiger Zeit ist nun seitens des preußischen Kultusministeriums eine Verfügung ergangen, nach welcher die unterstellten Behörden der Vermehrung und Verbcfferung der Volksbibliotheken ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden sollen. Namentlich soll auf die Groß­industrie, die leistungsfähigen Innungen und die gewerblichen Vereine eingewirkt werden, um der gewerblichen Bevölkerung die Vortheile einer anregenden und belehrenden Lektüre zu bieten. Staatsmittel find für diesen Zweck bereit gestellt. Wir haben allerdings den Borromäusverein, der gewiß segensreich wirkt; der Kreis seiner Thätigkeit ist jedoch zu enge, einmal weil er über» Haupt noch zu wenig verbreitet ist, andererseits roetl seineBibliothk ken im allgemeinen nur den Mitgliedern zugänglich sind. Alle größeren Stabte Haden bereits Volksbibliotheken, meist von liberal gesinnten Ver­einigungen gegründet unb unterhalten, bie eine große Reihe von Schriften ausleihen, welche viel­fach gegen christlichen Glauben und Sitte verstoßen und die katholische Kirche befehden. So lange wir Katholiken diesen nichts gegenüber setzen, werden wir bei dem bestehenden Bildung? - Be­dürfniß es nicht verhindern können, daß auch Katholiken zahlreich diese Büchersammlungen be­nutzen. Deshalb müssen wir z. B. bei Petitionen an die Gemeinde-Verwaltungen um Unterstützung solcher Bibliotheken nach Möglichkeit darauf drän­gen, daß aus denselben Alles ferngehalten wird, was für das katholische Gefühl verletzend unb anstößig ist. Die Durchführung dieses Grund­satzes ist jedoch erfahrungsgemäß in den meisten Fällen, namentlich wo bei brr Gründung kirchlich- liberale Kreise beteiligt sind, nur selten von Er­folg. In ietzterem Falle bleibt uns nichts An­deres übrig, als die Gründung selbständiger katho­lischer Volksbibliotheken in die Hand zu nehmen, welche am besten von katholischen gemeinnützigen Vereinigungen ausgehen unb, wie anbere öffent-

Sie zog ihn mit Gewalt an den Tisch im Nebenzimmer unb schenkte ihm ein unb legte ihm vor und er aß unb trank gehorsam wie ein Kinb. Die Natur machte ihre Rechte geltend, er hatte seit gestern keinen Bissen gegessen unb der warme Trank that ihm wohl. Als aber bann die gute Alte auch noch verlangte, er solle sich nun zu Bett legen und schlafen, widersetzte er sich energisch ihren Anforderungen. Er erklärte, daß er bie Mutter nicht verlassen werbe, unb nach langem Hin- unb Herreben kamen sie überein, baß Christine, bie drei Nächte nicht geschlafen hatte, sich zur Ruhe begebe und Reinhold bie Nachtwache übernehme. Nachdem sie fürsorglich alles zugerichtet, zog sie sich endlich zurück, unb Mutter unb Sohn waren allein.

In einem hochlehnigen Armstuhle saß Rein­hold neben dem Bette und schaute in bas stille, blaffe Antlitz ber Kranken, bas fast ebenso weiß war wie bie Kissen, auf denen es ruhte. Der Ausbruck einer himmlischen Ruhe lag auf diesen bleichen Zügen, als Friedensengel stand der Tob an btefem Sterbebette.

Wo sich das Herz im täglichen Kampfe los­gelöst hat von den Nichtigkeiten dieser Erde, da ringt auch bie Seele sich leichter los von ben irbischen Banden.

Nach einer Weile schlug die Kranke die Augen auf unb ein Lächeln flog über ihre Züge, als sie den Sohn erkannte. Sie streckte bie Hanb nach ihm aus unb ihre Lippen formten leise feinen Namen.

„Siehe, wie gut Gott ist, uns biefe Stunde des Beisammenseins noch zu schenken; rücke

Original-Erzählung von W. Dora.

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V.

Wie? suchst du einen anderen Weg, als diesen königlichen Weg des

mit Zlmerhaltungs-Meilage „Mufirirte Somüags-Zeiümgl°