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Fuldaer

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JuLöcr, Mittwoch, den 7. Februar 1900.

27. Jahrgang.

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X pa»»»l»e» hi AUta. mit ZtnterHaktungs-ISeikage „Mustrirte Sonn1ags-Zeitungk°

Q Steuern und Vaterlandsliebe.

„Der jetzt vorliegende neueste Flottengesetzent- ivurf bedarf noch einer eingehenden Prüfung, welche demselben zunächst in der Reichshaushalts-Kommisfion zu Theil werden soll. Hierbei wird auch erwogen werden wüsten, in welcher Weise die dadurch bedingte Vermehrung der Ausgaben zu decken ist. Es dürfte kaum angängig sein, auch fernerhin die Deckung der gesummten Ausgaben für die Landesvertheidigung, die kolonialen Unternehmungen, den Schutz des Handels und der Schifffahrt durch solche Steuern aufzubringen, welche gerade die unbe­mittelten Klaffen, insbesondere die Arbeiter und die ärmere bäuerliche Bevölkerung, die ohnehin einen schweren Kampf um ihre Existenz zu bestehen hat, am meisten be­lasten/

Diese Sätze in dem gestern in der.Fuldaer Zeitung' veröffentlichten Schreiben des Centrums-. abgeordneten Richard Müller-Fulda au den nationalliberalen Verein in Höchst entsprechen ganz genau den Anschauungen, von denen das gesammte Centrum sich leiten läßt bei der Be- urtheilung der Kostendeckungs-Frage in der neuen Flottenvorlage. Denn auch für denjenigen, der zunächst der Vorlage gänzlich ablehnend gegenübersteht, ist die Erwägung nothwendig: was geschieht, wenn im Reichstage eine Mehrheit für die Vorlage sich finden sollte? Wovon sollen die Kosten der neuen Flottenvergrößerung be­stritten werden? Wenn es auf die Beantwortung dieser Fragen ankommt, dann wird im ganzen Centrum Niemand sein, der sich nicht zu dem Kostendeckungs-Grundsatze des Herrn Müller- Fulda bekennen wollte; und darin steht das Cen­trum schon jetzt vollkommen einig da.

Aber auch jeder wahre 'Volksfreund und Vaterlandsfreund muß sich zu diesem Grundsätze bekennen. Es ist ja sicherlich nicht zu leugnen, daß ein reger Handelsverkehr Nutzen bringen kann für alle Volkskreise, nicht allein für diejenigen, die sich zunächst das Hauptverdienst davon in die Tasche stecken. Aber gerade die unbemittelten Klaffen haben doch den kleinsten Ratzen davon, und sowohl deswegen als auch aus anderen Gründen ist es thöricht, von diesen Theilen unseres Volkes verlangen zu wollen, daß sie ihre Vaterlandsliebe bethätizen durch laute Begeisterung für die fortgesetzt steigenden Kosten, die uns durch die riesenhaften Kriegsrüstungen des sogenannten „bewaffneten Friedens" von einem Jahre zum anderen in unaufhörlich wachsen­dem Maße auferlegt werden. Am allerwenigsten kann man dies von dem kleinen Landmann ver­langen, der dem Vaterlande und seinem Heeres­dienste auch die Arbeitskraft seiner Söhne zum Opfer bringen muß, wenn diese ihrer Militär­pflicht genügen; und gerade der kleine Bauern­stand ist, wie man weiß, von allen Volksständen am meisten betheiligt an der Lieferung von kriegs­tüchtigen Rekruten.

, Und dennoch wird diese Thorheit immer und immer wieder begangen; jetzt namentlich von solchen Blättern, die im Interesse der großen Kanonen- und Eisenindustrie arbeiten. So schreiben sich die .Berliner Neuesten Nachrichten', das Sprachrohr der

Hin HoHes IieU

Original-Erzählung von SB. Dora.

U ------ (Nachdruck verboten.)

Es ist zu spät, tm den Nachtzug noch zu erreichen, aber roemi ich Morgen in aller Frühe sortgehe, kann ich noch vor Abend bei ihr sein, vachte er und ging in die Gesindestude hinunter, um dem Reitknecht zu sagen, daß er ihm für borgen früh ein Pferd bereit halte, um zum ersten Zuge nach der Station zu reiten. Im Zurückgehen sah er nord Licht im Bibliothek- ismmer und da er glaubte, der Graf fei drinnen, gwg er hinein, um ihn von seiner morgigen Ab­reise in Kenntniß zu setzen.

Aber er fand nicht den Grafen, sondern Isabella.

Sie saß am Schreibtische und wandte sich ^staunt dem Eintretenden entgegen.

„Verzeihen Sie, Gräfin, daß ich Sie so spät boch störe", sagte Reinhold, „ich glaubte den Herrn Grasen hier zu finden und wollte ihn von deiner morgigen Abreise in Kenntniß setzen." , „Sie wollen fort? so unerwartet und plötz- "ch? ist etwas geschehen?" rief Isabella.

»Ja, ich habe soeben schlimme Nachrichten schalten von Hause, meine Mutter ist krank — *9 fürchte sterbend."

. Seine Stimme zitterte bei den letzten Worten; verSchmerz übermannte ihn wieder und er legte Hand über die Augen, aus denen Thränen schrzten.

Jndustriegruppe Krupp und Genoffen, in eine förmliche Wuth hinein gegen jene Meinungs­äußerung des Abg. Müller-Fulda. Das Absonderlichste aber ist dabei, daß das genannte Blatt sich anstellt, als wolle Herr Müller mit seinen volksfreundlichen Finanzgrundsätzen den ärmeren Bevölkerungsschichten einen Schimpf anthun, als wollte er sie — „expatriiren" Um die ganze Thorheit der Gedankenfolge zu be­greifen, muß man folgende Sätze mit ihrem ganzen Wortlaute lesen und gebührend bewundern:

. . die unbemittelten Klaffen sollen für die Landesvertheidigung . . . nicht mehr in Anspruch genommen werden. Herr Müller expatriirt da­mit diese Bevölkerungsschichten vollständig. Nach­dem die Einkommen unter 900 Mark in Preußen bereits steuerfrei sind, sollen sie auch indirekt sür Zwecke der Landesvertheidigung, Schutz des Handels usw. nicht mehr in Anspruch genommen werden, obwohl doch viele Millionen Hände von der Arbeit für diese Zwecke leben. Was will HerrMüller mit diesen Bevölkerungs­schichten, die er in oller Form degradirt, denn eigentlich noch anfangen . . .?"

Also nach der Weisheit dieser Sätze müßte die Vaterlandsliebe gestärkt werden bei einem Volke in demselben Grade, in dem es immer steigend mit neuen Steuern und Abgaben belastet wird — wenn man solchen Unsinn nicht leibhaftig vor sich sähe, könnte man wähnen, es handele sich dabei um einen schlechten Witz, um eine alberne Erfindung. So aber muß man wohl annehmen, daß diese geradezu ungeheuerliche Auffassung van dem innerlichen Zusammenhänge zwischen Vaterlandsliebe und Steuern auch noch in den Köpfen anderer Leute umgeht; und des­wegen, nickt etwa darum, weil sie in den Spal­ten eines Berliner Blattes als neueste Ausgeburt des Flottentaumels erscheint, sollte sie hier an den Pranger gestellt werden.

Die Organe der Großindustrie, die von neuen Flottenbauten den allerreichsten Gewinn einheimsen würden, gerathen in Aufregung, wenn Volksfreunde dafür Eintreten, daß dem kleinen Manne kein Schaden erwachse aus weiteren Bewilligungen für die Marine und für das Landheer sie wollen durch Steuern dem Arbeiter das wieder nehmen, was er etwa durch seiner Hände Arbeit infolge dieser Bewilligungen mehr als bisher verdienen könnte. Man hat aber noch nie etwas gehört davon, daß die,Unternehmer derselben Großindustrie ebenfalls zu Opfern in demselben Sinne bereit wären. Und deswegen schreibt mit vollem Rechte nicht etwa ein sozialdemokratisches Blatt, sondern die agrarisch-konservative „Deutsche Tages- Zeitung":'

„Wie bei der letzten Flottenvorlage, so beginnt auch jetzt wieder das häßliche, widerliche Treiben, daß jeder, der nicht mit Hipp! Hipp! Hurrah! den Flottentaumel mitmacht, für einen unpatriotischen, „vaterlandslosen Gesellen" erklärt wird. Das Häßlichste und das Widerlichste an der ganzen Erscheinung ist der Umstand, daß diejenigen Blätter, welche im Besitze von Flotteninteressenten und bestimmt find, deren wirthschaftliche Interessen zu vertreten, unter den Schreiern die lautesten sind. Gerade solche Leute sollten sich doch peinlichst zurück­halten. . ."

„Armer Freund, ich verstche, wie Ihr Herz leidet," sagte Isabella innig. Sie fühlte sich aus's tiefste ergriffen von seinem Schmerz; und suckte ihn mit sanften Worten zu trösten. Ihre Be­mühungen hatten Erfolg. Nach einer Weile ließ Remhold die Hand von den Augen sinken und schaute sie dankbar an durch seine Thränen hin- durch.

„Wie gut Sie sind," sagte er, „ein Wort des Trostes thut so wohl in schwerer Stunde, ich danke Ihnen, Gräfin. Ach, eö waren schöne Tage, die ich hier erlebt habe, und wenn unsere Wege einst weit auseinandergehen, werde ich noch oft zurückdenkeu an diese glückliche Zeit und — an Sie, Gräfin Isabella."

„Sie sprechen, als gälte es einen Abschied zu nehmen für's oanze Leben und doch werden Sie ja bald zurückkehren."

„Einen Abschied für's Leben nehmen wir, auch wenn ich bald zurückkehre. Denn wir stehen heute beide an dem Wendepunkt unseres Lebens, und wenn wir uns wiedersehen — sind wir beide andere geworden. Prinz Egon hat mir gesagt, daß Sie ihm Ihr Jawort gaben. Die Bahnen, die Sie an seiner Seite wandeln werden, auf der Sonnenhöhe irdischen Glücks, gehen weit ab von )em Wege, den ich im Schatten einsam ziehe. Aber — in keine andere Hand hätte ich Ihr Geschick lieber gelegt, als in die des mir so theuern Freundes. Er wird Sie stark und treu durch's Leben führen und die Liebe seines edlen Herzens ist mir Bürge für ihr Glück. Darum affen Sie mich, bevor ich scheide, Ihnen meinen Glückwunsch sagen, der aus tiefstem Herzen kommt."

Deutsches Reich'

Berlin, 6. Februar.

ti Krzvischof Dr. Simar vom Köln ist in Berlin eingetroffen, um sich nach altem Brauche dem Kaiser in seiner neuen Würde vorzustellen.

* Dri«z Keisrich von Dreoße« gestern an Bord der „Preußen" auf der Rückkehr aus Ostafien in Neapel eingetroffen und tauschte mit dem Prinzen von Neapel Besuche aus. Prinz Heinrich reifte Nachts an Bord der „Preußen" nach Genua zum Besuche seiner Mutter ab.

0 Die Mayk des Avg. Karriehattfe«, der im Reichstage den hannoverschen Wahlkreis Einbeck - Northeim vertritt und dem Bande der Landwirthe angehört, soll nach dem Anträge der Wahlprüfungs - Kommission des Reichstages für ungütig erklärt werden.

X Neber die NeichseisettbaHve« wurde am heutigen Dienstag in der Budget- Kommission des Reichstages weiter ver­handelt. Bei dieser Gelegenheit brachte der elsässische Abg. Hauß den jüngst vorgekommenen Eisenbahnunfall von Bischweiler zur Sprache und rügte, daß der schwach gebaute Postwagen unmittelbar hinter der Lokomotive gelaufen fei, so daß er beim Anprall zusammen­gedrückt wurde. Geheimrath Glöckner er­widerte, es werde sonst vermieden, Postwagen hinter der Lokomotive einzureihen, bei V-Zügen sei es aber meist nicht möglich, die Postwagen in die Mitte zu bringen. Und wenn der Wagen hinten angehängt werde, schüttele er zu sta k, so daß die Beamten alsdann nicht arbeiten könnten. Die Hauptschuld an dem Unglück bei Bischweiler treffe den Weichensteller, der versäumt habe, die Weiche in die richtige Grundstellung zu bringen. UebrigenS schwebe noch die Untersuchung. Die Verhandlung über die erhobene Anklage werde Klarheit bringen. Der größte Theil der Sitzung wurde in Anspruch genommen durch die Ver­handlung Über Petitionen der Eisenbahn­telegraphisten um Gehaltserhöhung. Nach­dem Geheimerath Glöckner den ablehnenden Standpunkt der Regierung gegen diese Petitionen dargelegt hatte, erklärten die Centrumsabgeord­neten Dasbach und Müller-Fulda, daß aus Rücksicht auf den anstrengenden Dienst dieser Beamten das Anfangs- und das Höchst­gehalt derselben um 200 Mk. erhöht werden müßte. Zur Abstimmung kam es noch nicht. Die Berathung wird Mittwochs fortgesetzt.

h Die Zleverweifttug der 50 MiMoue« rttt die Nrovi«ze« werden von den,Berl. Pol. Nachr.' keine günstigen Aussichten eröffnet. Der nationalliberale Antrag soll „kein geeignetes Ab­hilfemittel" sein. Als einzig mögliche Auskunft bezeichnet das halbamtliche Organ, das bekannt­lich in intimen Beziehungen zum preußischen Finanzministerium steht, eine „grundlegende orga­nische Gesetzgebung über die kommunalen Auf­gaben und die kommunale Thätigkeit der Pro­vinzen und die finanzielle Konkurrenz des Staates bei Aufbringung der Mittel für diese Thätigkeit."

+ I« der natio«aMberake« ist, wie bekannt, ein neuer Streit ausgebrochen, dies­mal wegen der landwirthschaftlichen Frage. Im preußischen Abgeordnetenhause ist davon schon mehrfach die Rede gewesen; aber die national«

Reinhold hatte, von seinem Gefühle über­wältigt, wärmer gesprochen, als er wußte und wollte, und sein Blick ruhte voll Innigkeit auf dem schönen Mädchen, das vor ihm stand.

Isabella drang dieser Blick iu's innerste Herz und die Liebe, die drin so lang, halb unbewußt, halb unterdrückt geschlummert, erwachte, sprengte aufjauchzend ihre Fesseln und ergoß sich wie ein glühender Strom betäubend und berauschend durch ihre Adern.

„Nein, o nein", rief sie, „ich werde nie Prinz Egon's Gattin sein — nie! Ich habe mich und andere getäuscht, weil ich mein eigenes Herz nicht kannte, nun aber bin ich erwacht aus dem Jrr- thum, der mich umfangen hielt und habe plötzlich erkannt, was einzig für mich Glück ist auf Erden und — Gottlob — ich bin ja noch frei und kann frei dem m-ine Hand reichen, dem mein Herz gehört!"

Sie hatte in leidenschaftlicher Erregung ge­sprochen, alles vergessend in dem plötzlich er­wachten Bewußtsein ihrer Liebe. Reinhold aber starrte sie an, verwirrt und betäubt — seiner Sinne kaum mächtig. Verstand er es denn recht, was aus ihren Worten sprach? war es denn Wahrheit, was aus ihrem Auge leuchtete? sie lieble ihn? Ja, er täuschte sich nicht, da stand sie ja vor ihm in ihrer ganzen, sinnverwirrenden Schönheit. Der glühende Blick ihrer dunklen Augen sprach es ja aus: — sie liebte ihn! Das Blut wallte ihm heiß zum Herzen; er streckte die Arme aus nach der holden Gestalt, als wolle er sie an sich ziehen--aber nur einen Moment.

Dann preßte er die Hände krampfhaft vorßdie

liberalen Redner suchten dort einen Zwiespalt innerhalb der Partei als nicht vorhanden abzu­leugnen. Jetzt tritt nun ein süddeutscher National- liberaler, der Reichstagsabgeordnete für Hof, Kommerzienrath Münch-Ferber, mit einer Kund­gebung hervor, die sich unmittelbar gegen den Abg. Dr. Krause und seine Ausführungen gegen den Bund der Landwirthe in Bromberg rich et. Der genannte Abgeordnete erklärt, daß „die süddeutschen Nationalliberalen" nicht ein­verstanden find mit den vielgenannten Ausführungen des Abg. Dr. Krause gegen den Bund der Land­wirthe; Herr Münch-Ferber muß also seiner Sache sicher und sich bewußt sein, daß er seine süd­deutschen Parteigenossen hinter sich hat. Für die nationalliberale Partei ist das aber nichts weniger als ein erhebendes Schauspiel.

-t. Der schon über 50 Jahre best-hende Wereiu z«r Dertreib«»g religiöser Milder io Düsseldorf bringt in diesen Tagen seine 58. Veremsgabe zur Versendung. N ben 100 kleineren Bildern ist diesmal wieder als Kratis- prämie ein größeres Kunstblatt, die berühmte Raphael'sche „Madonna del Granduca“, beigefügt. Die Ausführung des Stiches hat Meister I. Kohlschein besorgt, dem bekanntlich Niemand gleich kommt in der Haifischen Wieder­gabe der herrlichen Schöpfungen Rapha ls Auch bei der „Madonna del Grandaca“ zeigt Kohl­schein, daß er sich ganz in Raphaels Geist ein­gelebt hat; der sinnende hoheitsoolle Emst, den sowohl die hl. Jungfrau, wie der Christuskuabe aus diesem jeder sonstigen Beigabe entbehrenden Bilde zeigen, ist mit unvergleichlicher Meisterschaft von Kohlschein wiedergegeben. Die Tiefe der Auffaffung und die Wärme des Tones muß jeden Beschauer entzücken. Das Kunstblatt reiht sich würdig ein in die Reihe der erlesensten Bilder, mit welcher christliche Kunstfreunde ihr Heim zu schmücken vermögen. Auch die kleineren Bilder enthalten aus Reproduktionen berühmter Meister, wie Overbeck, MolstoS, Leonardo da Vinci, Schule v. Eyk, Baumeister rc. — Allen denen, die noch nicht Mitglied des Vereins sind, sei der Beitritt auf das Wärmste empfohlen, um so mehr, als der Verein in durchaus selbstloser Weise die Pflege und Förderung christlicher Kunst sich angelegen sein läßt. Die Bilder- fabrikation hat heutzutage ganz gewaltige Dimen­sionen angenommen, die große Mehrzahl jbiefer Fabrikate entspricht jedoch nicht den Anforderungen, welche man an eine würdige Vorstellung heiliger Personen mit Recht stellen muß. Demgegenüber sucht der Düsseldorfer Verein den Kunstgeschmack und Frommsinn zu erwecken und zu fördern durch korrekte und würdige, von akademischen Künstlern ausgeführte Wiedergabe der Vor­stellungen der guten alten und modernen Meister. Sckon Pius IX. hochsel. Andenkens zeichnete den Verein aus durch zwei Breoe voll des Lobes. Leo XIII. Überwies das vom Verein dargebrachte Album der Vatikaniscken Ausstellung, wo dem Verein die goldene Medaille nebst Ehrendiplom zu Theil wurde. Viele Bischöfe, Prälaten und geistliche Würdenträger haben sich auf das An­erkennendste über die Leistungen des Vereins au-gesprochen. — AIS Mitgliedsbeitrag find nur 6 Mark jährlich zu entrichten. (Zur Gewinnung der Prämie „Madonna del Granduca“, welche

Augen, der Äthern rang sich mühsam aus seiner Brust, Todtenblässe bedeckte sein Gesicht — er kämpfte einen kurzen, aber schweren Kampf.

„Ich glaube, Isabella, es wäre besser gewesen :ür uns beide, wir hätten uns nie gesehen", sagte er dann mit tonlos gebrochener Stimme, indem er die Hände langsam von den Augen niedersinken ieß, „vergessen Sie diese Stunde, Isabella und — vergessen Sie mich."

Er wandte sich und verließ das Gemach. Jsa- iella schaute ihm nach, wie im Traume. Sie breitete die Arme aus und rief seinen Namen, aber er hörte sie nicht, und ihre Stimme klang o schauerlich grell durch den stillen Raum. Es ward ihr ganz unheimlich zu Muthe. Sie schaute im Zimmer umher, so ängstlich, als erwarte sie, )inter jedem Möbel ein Gespenst zu sehen. Dann trich sie das Haar von ihrer Stirne zurück, die stützend heiß war, nahm die Kerze vom Tische und ging in ihr Schlafzimmer hinauf. Aber 'jeute ganz leise, daß Cäcilie nicht erwache. Droben warf sie sich angekleidet auf ihr Bett, löschte das Licht und drückte den Kopf in die Kissen.

Ein Sturm von Gefühlen durchtobte ihre Drust. Sie war keines klaren Gedankens fähig, ie wußte nur, daß sie Reinhold liebe und ein unbestimmtes Gefühl sagte ihr, daß sie ihn ver­loren habe.

Als der erste Schein des trüb aufdämmernden Herbstmorgens durch die Gardinen drang, klang Hufschlag vom Hufe herauf. Isabella fuhr empor und eilte an's Fenster.

Der Reitknecht führte das Pferd über den Hof nach der kleinen Seiteuthüre des Schlosses.