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27. Jahrgang..

Iutöcr, Montag, den 5. Februar 1900.

steigender Höhe bewilligt,

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das

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Nach

dem

zur Zeit geltenden Flottengesetz

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20,943,000

26,418,000

49,088,000

51,812,000

57,155,000

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1895 .

1896 .

1897 .

1898 .

1899 .

1895 .

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1898 .

1899 .

81,679,343

86,259,906

117,525,494

121,741,548

133,413,619

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stattgefunden zwischen Inhabern großer Maaren ■ Häuser und „R-ichSlagsmitgliedern". Nach dem weiteren Inhalte der Meldung waren als Mit­glieder deS Reichstages nur die beiden Herren Eugen Richter und ®r, Müller-Sagan von der freisinnigen Volkspartei erschienen. Angeblich sollte die Beralhung nur den Zweck haben, „den Abgeordneten obj ktroe Informationen über den Gesä-äftSbetrub und die Einrichtung

aufzubrirgen, welche gerade die unbemitte lten Klassen, insbesondere die Arbeiter, und die ärmere bäuerliche Bevölkerung, die ohnehin einen schweren Kampf um ihre Existenz zu bestehen hat, am meisten belasten.

Im Uebrigen dürfen Sie bei mir ein volles Versiändniß für die Wichtigkeit unseres Handels und unsrer wirth- schaftlichen Entwicklung voraussetzen.

Mit aller Hochachtung Richard Müller Mitglied des Reichstags.

der Waarenhäuser zu geben, damit sie hin­reichend unterrichtet seien bei der Beralhung der in Aussicht genommenen Waarenhaus-Steuer". Dabei handelt es sich aber bekanntlich oar nicht um eine Beralhung im Reichstage, sondern im preußischen Abgeordnetenhause; und wenn es nur darauf angekommen wäre, den Parlamentariern „objektive Informationen" zu verschaffen, dann würden die Vertreter der Großbazare wohl auch Mitglieder anderer Parteien eingeladen haben. Es ist sehr gut, daß der neue Entwurf über die Waarenhaus-Steuer geheim gehalten worden ist und noch geheim gehalten wird.

h Ländliche ArSeilsrwoHrmnges. In manchen Gegenden lassen die ländlichen Arbeiter­wohnungen noch recht viel zu wünschen übrig. Aus dieser Erkenntniß heraus hatte die Land- wirthschaftskammer der Provinz Ost­preußen einen Wettbewerb ausgeschrieben für Entwürfe zum Bau von solchen Wohnungen in Ostpreußen, und dieser Wettbewerb hat eine überaus rege Betheiligung ergeben. Es sind etwa 600 Entwürfe eingegangen, so daß man auf gute Ergebnisse dieses Wettbewerbes hoffen darf. Das Beispiel der Provinz Ostpreußen verdient sicherlich allgemeine Nachahmung.

* Die ArSetterröckfahrkartrrr sollen, ent­sprechend einer Anregung, die bei den mehrfachen Erörterungen im preußischen Abgeo'-dnetenhause über die Leutenoth auf dem Lande von verschiedenen Seiten geäußert worden ist, nur noch auf Entfernungen bis zu 50 Kilometer im Bereich der preußischen Staatsbahnen ausgegeben werden. Die zur Zeit noch vorhandenen Karten für weitere Entfernungen sollen, falls nicht etwa im einzelnen Falle das Bedürfniß der Beibe­haltung anzuerkennen ist, nach und nach unter thunlichster Schonung der bestehenden Verhält­nisse aufgehoben werden.

+ Die Iaörik-Znspektiatt i« Preußen. Bekannt ist, daß früher die preußische Regierung die andauernden Klagen der Presse und des Reichs­tages über die Unzulänglichkeit der Gewerbe- Inspektion als unbegründet zurückwies. Nun­mehr sieht sie sich in der Denkschrift betreffend die Neuregelung der Da - pskessel-Revision zu dem Hinweis gezwungen, daß aus dem seit Jahren andauernden Aufschwung der Industrie sich eine starke Vermehrung der Dampfkessel einerseits er­geben habe, und daß im Gefolge der weiteren Entwickelung der sozialpolttischen Gesetzgebung eine auch heute noch keineswegs abgeschlossene Erweite­rung ves Geschäftskreises der Gewerbe-Aufsichts- beamten anderseits herbeigeführt fei. Beides habe be­wirkt, daß die Revisionsthätigkeit der Gewerbe­aufsichtsbeamten sich nicht in dem Maße ent­wickelt habe, wie es zur Durchführung einer wirksamen Gewerbeaufsicht erforderlich gewesen wäre. Letzteres Geständniß ist von besonderem Interesse; es beweist, daß diejenigen Recht gehabt haben, die nicht müde werden, immer wieder auf die Mangelhaftigkeit der Gewerbeaufsicht hinzuweisen. Sollte das Geständniß ein Zeichen zunehmender sozialpolitischer Einsicht sein, so können wir es nur mit Freude begrüßen. Nicht können wir der Denkschrift Recht geben, wenn sie die Zunahme der Unfälle nur als unvermeidliche Folgen der ungewöhnlich lebhaften Thätigkeit auf fast

Volkspartei. Nach der Mel- Fachblattes hat vor einigen Tagen eine vertrauliche Beralhung

sie beachteten es gar nicht, daß Jiabella fick ab» wandte, ohne ihren Gruß zu erwidern, so sehr waren sie mit sich selbst beschäftigt.

„Es that mir leid, diesen Morgen nicht hier fein zu können," sagte Reinhold, als er gleich darauf ins Zimmer trat, „ich halte gestern Abend keine Gelegenheit mehr, Sie davon zu benach­richtigen."

„O, Sie haben gar nicht r ölhig, sich zu ent- fchuldigen, ich habe mich ganz gut mit meinem Buche unterhalten," erwiderte Jsabtlla und wandte sich kalt von ihm ab. Sie beugte sich über ihr Buch und Reinhold sah die Thränen nicht, die iare Auzen füllten. Er nahm einen Bund aus einem der Bücherschränke und verließ das Zimmer.

„Es ist ein eigenthümliches Gemisch von Hoch­muth und Gute in ihrem Wesen", dachte er im Hinausgehen, „wie seltsam das nur wieder war."

Daß es der Wehschrei eines Herzens gewesen, das sich in seinen heiligsten Gefühlen verletzt glaubte, das fil ihm nicht ein.

Als sie später im Speisesaale wieder zusammen­trafen, war Isabella von ungewöhnlicher Lustigkeit, und Prinz Egon erfreute sich für den Rest dieses Tages ihrer ganz besonderen Auszeichnung. Er wußte gar nicht, wie ihm geschah, so viel Gnade ward ihm plötzlich zu Theil. Auch der alte Graf Heinrich sah voller Freude die Veränderung und glaubte sich am Ziel seiner Wünsche, und Frau von Stein sagte am Abend zu ihrem Sohn:

„Ich denke, wir werden bald eine Verlobung feiern."

„O Mama", rief Erich, der nur an fein eigenes, liebekrankes Herz dachte, „glaubst Du wirklich, daß Cäcilie mich erhören roirö?"

Deutsches Keich.

Berlin, 3. Februar.

4- „Ikollev-Datriote«." Ein hochge­stellter Staatsmann hat sich dieser Tage wie folgt geäußert: „Die zudringliche Macht der jetzigen Flottenagitation habe die Stim­mung für die Flott en Vermehrung wesent­lich verschlechtert." Hierbei soll die Be­merkung gefallen fein, daß Alles, was einen Orden/ Titel oder sonstige Auszeichnung haben möchte, jetztin„Flottenpatriotismns" macht und sich mit Zustimmungs - Telegrammen heran- drängt. Gewiß ein hübsches Spiegelbild, welches den Resolution-Arrangeuren da entgegengehalten wird. Sollten die Leute gar keine Empfindung dafür Haden, wie sehr sie sich lächerlich machen?

* D-e KaiAnkvorkage, so schreibt die,Köln. Zig.', werde spätestens in 6 Wochen dem Abge­ordnetenhause zugegangsn sein. Die preußische Staatsregierung werde alles aufbieten, ihr die Mehrheit im Landtage zu verschaffen; eine Ver­werfung der Vorlage werde gleichbedeutend fein mit der Auslösung des Abgeordneten­hauses.

h Dine eivHeilliche IlechtschrerSang im Iieiche ist ohne Zweifel ein erstrebenswerthes Ziel. Es gibt jetzt verschiedene amtliche Recht­schreibungen in Deutschland, allein im Bundesstaate Preußen deren zwei. Im Berliner Auswärtigen Amte ist neuerdings als mustergiltig die Recht­schreibung des Deutschen Bürgerlichen Ge­setzbuches angenommen worden, und es soll, wie die ,Post' berichtet, die Absicht bestehen, dieselbe Rechtschreibung auch für die preußischen Ministerien einzuführen. Das Bürgerliche Gesetzbuch gilt für das Reich. Sollte es nicht möglich sein, auf dieser Grundlage zu einer einheitlichen Rechtschreibung ebenfalls für das ganze Reich zn gelangen? Sehr

„Thörichter Mensch", erwiderte Frau von Stein ärgerlich, „ich spreche ja nicht von Dir, sondern von Prinz Egon und Isabella. Daß Deine Bemühungen Cücilien gegenüber vergeblich sind, hättest Du längst einsehen können."

Als sie aber in sein enttäuschtes Gesicht sah, legte sie in mütterlicher Zärtlichkeit ihre Hände auf feine Schultern und sagte:

„Armer Junge, Du fliegst nach dem Licht empor, und wirst Dir die Flügel verbrennen, aber das sind eben die Freuden und Leiden der ersten Liebe, die wohl wenig Menschen erspart bleiben. Wollen wir nach Hause reifen, mein armer Junge?"

„Rein, Mama, o nein, laß uns hier bleiben, wenn id> sie nur sehe bin ich ja schon glücklich!"

Cäcilie allein hatte sich von Isabellas er­zwungener Heiterkeit nicht täuschen lassen. Sie kannte den dunklen Schatten in ihrem Auge und den leisen Zug von Weh um ihren Mund, und als sie allein in ihrem Zimmer waren, schlang sie den Arm um die ältere Freundin und fragte besorgt:

„Du bist so bleich heute, Isabella und roarf: den ganzen Tag so seltsam, was ist Dir nur?"

„Ich wundere mich, daß Du Zeit hattest, das zu bemerken," entgegnete Isabella bitter, „Du scheinst Dich ja auf Deinem Morgenspaziergange mit Dr. Schönberg ganz herrlich unterhalten zu haben."

„Ach ja, es war auch herrlich!" rief Cäcilie und ihr Gesichtchen leuchtete noch in der Erinne­rung daran ganz auf. „Dir kann ich es ja schon sagen, Du wirst mich Mama nicht verrathen. Denke nur, wir sind in „Maria-Linde" gewesen. Schönberg sagte mir gestern Abend, daß ein ihm befreundeter, neugeweihter Priester in der alten Wallfahrtskirche droben auf dem Berge feine erste

* Zur FlottenvoUage

(ieat eine Aeußermrg des Adg. M ü l l e r - F u l d a Aor Eine nationalliberale Wählerver­sammlung, die am 7. Januar in Höchst a. M. abgehallen wurde, hatte folgende Refolulion gefaßt:

„Die Versammlung hält im Interesse der Ausrecht- erbaltung unseres Handels und im Inte reffe des Fort­schritts unserer gesammten wirthschastlichen Entwicklung eine Vermehrung unserer Kriegsflotte für unbedingt ge­boten; fle begrüßt daher freudigst die auf die Vergrößerung der Flotte gerichteten Bestrebungen der Reichsregierung und erwartet, daß der Reichstag dazu helfen wird, diese Bestrebungen zu verwirklichen."

Diese Resolution war durch den Vorsitzenden des nationalliberalen Vereins, Herrn Rechtsanwalt Häuser am 20. ds. Mts. an Herrn Richard Müller (Fulda), den Reichstagsabgeordneten des 1. nassauischen Wahlkreises (Hornburg-Höchst- Ufingen-Jdstein-Hofheim) eingesandt worden.

Herr Müller hat darauf folgende Erwiderung an Herrn Häuser gegeben:

Berlin, 31. Januar 1900.

An den Vorsitzenden des nationalliberalen Wahl­vereins, Herrn Rechtsanwalt A. Hauser in

Höchst a. M.

Aus ihrem Geehrten vom 20. ds. Mts. er­sehe ich, daß die dortige Wählerversammlung sich für eine Vermehrung der deutschen Kriegs­flotte ausgesprochen hat.

Die große Mehrheit des Reichstages hat seit Jahren den gleichen Standpunkt eingenommen und die Ausgaben für Marinezwecke an stetig

erbaulich ist der gegenwärtige Zustand mit feinen verschiedenen Rechtschreibungen sicherlich'n'cht.

Miesenvazare erfreuen sich fort- besonderen Schutzes der frei =

nämlich:

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Hiervon für Schiffs-Neubauten und Armirung:

me der Feier- rljährl. »srri» lvgerlohA ellgrld in tab aur- iW.büPf.

MenMrMeiL spalt. GarmorS ßt oder der«

am 15 Ps., Ke Aamrn die Petit- zefle 35 Pf.; bck Wiederholunges virdenffprrchend Rabatt tzttvÄhÄ

Original-Erzählung von W. Dora.

9 ------ (Nachdruck verboten.)

Isabella hatte den kleinen Vorgang beobachtet und dachte an das Gespräch vom Morgen: li'bten sich die beiden wirklich? Ein heißes, bitteres Gefühl wallte in ihrem Herzen aus — aber nein — Cäcilie hatte ja immer mit solcher Unbefangenheit von Reinhold gesprochen — sie konnte sich so nicht verstellen Mißtrauen lag nicht in Isabellas Natur: sie schüttelte den Ge­danken ab, aber ein Stachel blieb doch in ihrer Brust zurück.

Am anderen Morgen fand sie sich zur gewohnten Zsit in der Bibliothek ein, aber Reinhold kam nicht. Eine Stunde war schon vorübergegangen Und sie schlug endlich mißmulhig ihr Buch zu. Wo mochte Reinhold fein? Was hielt ihn ab, ju kommen? Er war gestern so bleich gewesen Und so still, war er vielleicht krank? Hatte er unangenehme Nachrichten erhalten oder was fehlte onst?

Nachdenklich stützte sie den Arm auf den Sims und legte den Kopf in die Hand. Da fiel ihr Blick zufällig durchs Fenster und wie von einer Natter gestochen, fuhr sie empor. Er, mit dem ihre Gedanken sich eben so liebevoll beschäftigt hatten, tarn eben über die Terrasse geschritten, harmlos plaudernd, als ahne er nicht, roie sehn- fMtig sie auf ihn gewartet hatte und an feiner Seite ging Cäcilie mit einem so glückstrahlend iröhlichen Gesichtchen, daß Isabellas Herz erbebte.

Sie grüßten beide zum Fenster herauf, aber

allen Gebieten des gewerblichen Lebens hinstellt. Mag letzterer Umstand mitgewirkt Haden, jedenfalls hängt die Zunahme der Unfälle auch mit der z.. B. 1898 nicht unerheblich geringeren Revisions- thätigkeit der Aufsichtsbeamten zusammen.

X Für die Lstzd«irthsHast hat das Bürgerliche Gesetzbuch kein vollständig neues Agrarrecht geschaffen. Die Regelung dieses Rechtes bleibt im allgemeinen der Laadesgesetz- gebung überlassen; denn die agrarischen Ver­hältnisse sind im deutschen Reiche so verschieden, daß es kein Glück, sondern in vielen Fragen ge­radezu unmöglich wäre, für Nord und Süd, Osten und Westen einheitliche agrarrechtliche Be- iimmungen zu treffen. Dennoch ist das Bürger­liche Gesetzbuch für die Landwirthschafk von großer Bedeutung, denn einmal enthält es in seinen allgemeinen, für alle Berufsstände geltenden Borschriften eine gute Gurndlage für den allgemeinen Rechtsverkehr, welche also auch den Landwirlhen wichtige Ver­bi fferungen bringt, und auf welcher die einzelnen Landesbesetzgebungen auch ihr Agrarrecht weiter aufbauen können. Sodann enthält das Bürger­liche Gesetzbuch aber auch selbst ein kleines, aber wichtiges Stück Agrarrecht. So bat es u. a. die Rentenschuld eing-führt. Die Renten­schuld besteht darin, daß in regelmäßig wieder­kehrenden Terminen eine bestimmte Geldsumme aus einem Grundstück zu zahlen ist und daß diese Schuld seitens des Grundstückseigenthümers nach vorgängiger sechsmonallicher (wenn nichts anderes ausgemacht ist) Kündigung ablösbar, seitens des Gläubigers aber unkündbar ist. Die Ablösungssumme muß bet Ueber- nahme der Rentenschuld bestimmt und in das Grundbuch eingetragen werden. Eine gewöhnliche Grundschuld kann in eine Rentenschuld umge­wandelt werden und umgekehrt. (B. G.-B. § 1199 bis 1202.) Der Vortheil für den Landwirth be­steht hier darin, daß er nach dem neuen Gesetz eine Schuld übernehmen kann, welche ihm nicht zur Unzeit gekündigt werden darf, während er selbst die Schuld jederzeit kündigen und durch all- mählige Ablösung mit der Zeit frei werden kann. Mt dieser neuen Bestimmung ist zwar nur eine Möglichkeit, kein Zwang, gegeben, aber hoffentlich wird sich die neue Form der Verschuldung mit der Zeit einleben. Dieselbe direkt zwangsweise festzufetzen und die Errichtung von Hypotheken ganz zu unter­sagen, war nicht angängig, weil dadurch viele mit Hypotheken belastete Landwirthe, die nicht das nölhige Kapital bekommen hätten, in schlimme Lage gerathen wären. Wichtig ist für die Land- wirthschaft auch die durch das Bürgerliche Gesetz­buch gegebene Möglichkeit der Erbabf indung nach dem Ertragswerthe des Gutes. Wenn also ein Landwirth einfach in fein Testament schreibt, daß einer feiner Erben berechtigt fein soll, fein Gut zu übernehmen so wird in Zukunft, ohne daß der Erblasser das ausdrücklich bestimmen muß, das Gut zum Ertragswerthe berechnet. Letzterer bestimmt sich nach dem Reinertrag, den das Gut nach feiner bisherigen wirthschastlichen Bestimmung bei ordnungsmäßiger Vewirthschaf- tung nachhaltig gewähren kann. (B.G.-B. § 2049.) Dadurch wird verhindert, daß der Erbe des Gutes dasselbe zum Verkaufswerthe übernehmen muß heilige Messe lesen werde und wir sind schon um sechs Uhr fortgegangen. O, es war so schön und feierlich. Dr. Schönberg hat mit bei dem heiligen Opfer gedient und das mit solcher Andacht und Hingebung, — Du hättest ihn sehen sollen!"

Ihre großen Augen schauten mit solch harm­loser Offenheit zu Isabella empor, daß sie sich ganz beschämt fühlte, ob ihres Mißtrauens.

„Weißt Du aber auch, daß man von Deiner Intimität mit Dr. Schönberg spricht?" fragte sie.

„Wirklich? was sagt man denn?" „Man glaubt, Ihr liebtet Euch."

„O, die thörichten Menschen," rief Cäcilie, „immer sprechen sie von Liebe, nur an die eine — wahrste, treueste denken sie nicht — an die Liebe zu unserm Herrgott!"

„Ich glaube wohl, daß Du an keine andere denkst", sagte Isabella zögernd und beugte den Kopf tief nieder, um die Blutwelle zu verbergen, dre ihr verrätherisch ins Gesicht stieg, „aber er? weißt Du, daß auch er an keine andere Liebe denkt?"

„Natürlich weiß ich das", tief Cäcilie, „er denkt so wenig daran, als ich; er weiß es ja langst, daß ich ins Kloster gehen will und be­stärkt mich darin!"

Isabella hob den Kopf wieder empor und eS war fast wie ein Strahl der Freude, der in ihrem Auge auflruchteie.

„Ins Kloster? ich bitte Dich, Lili, das kann Dein Ernst nicht sein?"

„Gewiß ist es mein Ernst; ich gehe, sobald ich von Mama die Erlaubniß erhalte. Ach, eS wird mir ost recht schwer, so lange aus die Er­füllung meines heißesten Wunsches mitten zu müssen!" (F- f-)

mit AnlerHallungs-Meilage „Issuffrirte Sonntags Mümg

werden diese Ausgaben auch in den nächsten 4 Jahren eine weitere namhafte Steige­rung erfahren.

i Wenn die Stärkung der deutschen Kriegsflotte scheinbar nicht in gleichem Maße mit den dafür bewilligten Mitteln vorangegangen ist, wenn ins­besondere ein Theil der in den Jahren 1890 bis 1895 hergestellten Schiffe den Erwartungen nicht entsprochen hat, so liegt dies an außerhalb der Mitwirkungsbefugniß des Reichstages stehenden Ursachen.

| Der jetzt vorliegende neueste Flottengesetz- Entwurf bedarf noch einer eingehenden Prüfung, welche demselben zunächst in der Reichshaushalts- komrnisston zu Theil werden soll. Hierbei wird auch erwogen werden müssen, in welcher Weise die dadurch bedingte Vermehrung der Aus­gaben zu decken ist. Es dürfte kaum angängig fein, auch fernerhin die Dickung der gesammten Ausgaben für d:e Landesverlhetdigung, die kolonialen Unternehmungen, den Schutz de§ Han­dels und der Schifffahrt durch solche Steuern