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FuldaerMZeimng

spalt. Garmond» Seile oder betet, Raum 1s Pf., Re­klamen die Petit- teile 25 Pf.; W Wiederholungen wird entspreche«-. Rabatt atroibn

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mit Anterhaltungs-Mellage „ZllukrirLe Somrtags-Zeiümg^

Jutöcr, Montag, den 29. Januar 1900.

M die IHonate fcbtnar & Mr; werben von allen Postanstalten, Landbriefträgern und Don unserer Expedition (Harmonie) Bestellungen aus die,Fuldaer Zeitung' zum Preise von nur

einer Mark szs

fortwährend entgegengenommen.

In nächster Zeit kommt im Reichstage die neue Flottenvorlage zur Verhandlung, die allent­halben großes Interesse erregt. Die,Fuldaer Zeitung' wird über diese Verhandlungen ausführlich und rasch berichten. Der Burenkrieg nimmt ohne Zweifel noch für längere Zeit das Interesse der ganzen Welt lebhaft in Anspruch. Die ,Fuldaer Zeitung' ist in der Lage, über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplätze ebenso zeitig und zuverlässig zu berichten, wie die größten Blätter.

Verlag und Redaktion der .Fuldaer Zeitung' wer­den auch weiterhin weder Kosten noch Mühen scheuen, um die Zeitung nach jeder Richtung hin zu heben und zu vervollkommnen.

△ Auf «ach Rom!

An öie KatHotiken Deutsch Lcrrrös!

Das hehre Jubeljahr ist angebrochen. Am Vorabende des hochheil. Weihnachtsfestes hat unser hl. Vater in St. Peter am Vatikan und seine Vertreter in den drei anderen Hauptkirchen der ewigen Stadt die heil. Pforte feierlich er­öffnet.

Das ganze Jahr hindurch werden nun fromme Christen aus allen katholischen Ländern diesseits und jenseits des Weltmeeres in Schaaren nach Rom strömen, um bei der Wende des Jahr­hunderts dem göttlichen Heilande und Erlöser der Menschheit ihre Huldigung und Anbetung darzubringen, seinem hl. Herzen sich zu weihen und die hohen Gnaden zu erlangen, welche durch den andächtigen Besuch jener Kirchen und der ehrwürdigen Apostelgräber in denselben für ihre Seelen zu gewinnen sind.

Unter ihnen dürfen auch wir, Deutschlands Katholiken, nicht fehlen. ES muß eine Ehren­sache für uns sein, daß wir bei dieser Bekundung des Glaubens und der Liebe zu dem sichtbaren Stellvertreter Christi, dem heil. Vater, hinter keinem der katholischen Völker des Erdkreises zurückstehen.

Es gilt, durch diese Wallfahrt ein lautes Zeugniß dafür abzulegen, daß die schweren Zeiten, welche wir durchleben mußten, unseren Glaubensmuth und unsere Anhänglichkeit an die Kirche Gottes nicht geschwächt, sondern vielmehr gestärkt haben. Für weitere Bedrängniffe aber, welche die Zukunft uns bringen kann, gilt eS uns zu wappnen und Kraft und Gottes Beistand zu erflehen durch demüthiges Gebet an den hl. Stätten Roms.

Es gilt endlich, dem ehrwürdigen Statthalter Christi, der schon über zwei Jahrzehnte vom Stuhle Petri aus mit unvergleichlicher Umsicht und Weisheit, mit unbegrenzter Hingebung und Liebe unsere hl. Kirche regiert, in diesem Jahre des Heiles, am Abende seines Lebens, zur

Tröstung und Stärkung in seinen vielfachen bitteren Bedrängnisfen einen neuen Zoll dank­barer Verehrung und kindlicher Liebe darzu­bringen und ihm durch unsere Liebesgaben zu Hilfe zu kommen.

Auf darum nach Rom! Möge keiner, welchem das entsprechende Maaß von Zeit, Ge­sundheit und äußeren Mitteln nur irgeno zu Ge­bote steht, sich von der gnadenreichen Wallfahrt ausschließen!

Von der 46. Generalversammlung der Katho­liken Deutschlands zu Neisse beauftragt, die Vorbereitungen für die Wallfahrt in die Hand zu nehmen, hat das unterzeichnete Komitee be­schlossen, einen Pilgerzug nach Rom zu veran­stalten, welcher in der 3. Woche nach Ostern (vom 29. April bis 6. Mai) in der heil. Stadt eintreffen wird.

Nähere Mittheilungen über die ganze Veran­staltung der Wallfahrt werden frühzeitig durch die Zeitungen erfolgen.

Mainz, den 29. Dezember 1899.

Das Crntralkomitee für die General- Dersammlungen der Katholiken Deutschlands: Prinz Franz v. Arenberg, Berlin. Fabrikbesitzer Franz Brandts, M.-Gladbach. Justizrath Karl Custodis, Köln. Graf Droste zu Vischering, Erbdroste, Vorhelm (Westfalens Vorsitzender. Professor Dr. Hitze, Münster. Prälat Dr. Hülskamp, Münster. Erbprinz Aloys Löwenstern, Kleinheu­bach. Propst Na ck e, Paderborn. Verleger Heinr. Otto, Krefeld. Konsistorialrath Dr. Porsch, Bres­lau. Graf Konrad Preysing, Schloß Moos bei Langen - Jsarhofen. Domkapitular Dr. Schaedler, Bamberg. Rechtsanwalt Dr. Stephan, Beuthen. Kaufmann Karl Walter, Erfurt. Erzbisch. Geistl. Rath Dr. Werthmann, Freiburg i. B. Erbgraf zu Waldburg-Wolfegg, Waldsee. Freiherrv. Frey- berg-Eisenberg, Jetzendorf. Dr. med. Urfey, Krefeld. Oberbürgermeister Warmbrunn, Neisse.

Reichsgerichtsrath Spahn, Leipzig.

Dem Auftufe des Central - Komitees zur Wallfahrt nach Rom stimmt freudigst bei

Karl Kürst zu Köwenstein, Vorsitzender des Komitees für römische Angelegenheiten.

Deutsches gUtd;«

Berlin, 27. Januar.

X Der.Reichs-Anzeiger' veröffentlicht eine große Anzahl Auszeichnnvge« anläßlich des Geburtstages des Kaisers. U.A.erhielten den Wilhelms-Orden: Staatssekretär von PosadowSky, daS Großkreuz des Rothen Adlerordens mit Eichenlaub Justizminister Schönstedt. Das Großkreuz des Rothen Adlerordens Landwirthschaftsminister Frhr. von Hammerstein. Den Rothen Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe Kultusminister Dr. Studt. Den Rothen Adlerorden 1. Klasse mit Eichen- laub Staatssekretär Tirpitz, Oberjägermeistrr Frhr. von Heintze und General-Intendant Graf Hochberg. Den Stern zum Rothen Adler­orden 2. Klasse mit Eichenlaub der Mi­nister des Innern Frhr. von Rheinbaben. Den Stern zum Rothen Adlerorden dritter Klasse der Oberst-Kämmerer Graf zu Solms.

Den Kronenorden 1. Klasse Oberst-Schloß- hauplmann Graf von Perponcher und Fürst zu Solms. Der Kronenorden 2. Klasse mit Stern Vize-Oberceremonienmeister von der Knese­beck. Die Rothe Kreuz-Medaille erster Klasse Prinzessin Friedrich Karl von Preußen, Prinzessin Louise von Anhalt und die Prinzessin Adolf zu Schwarzburg-Rudolstadt. Der deutsche Botschafter in Wien, Fürst zu Eulenburg wurde zum erblichen Mitglieds des Herren­hauses ernannt. Die Ka mmerherren- würde erhielt der Reichstagsabgeordnete Le­gationsrath von Löbell-Ratenow, den Titel Oberbürgermeister der erste Bürgermeister von Charlottenburg SchustehruS. Eine Reihe Offiziere aus der nächsten Umgebung des Kaisers wurden durch Ordensverleihungen ausgezeichnet. Die Rothe Kreuz-Medaille 2. Klasse er­hielt der Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langen­burg und der badische Minister des Innern, Elsenlohr. Die Rothe Kreuz-Med aille 3. Klasse wurde an eine große Anzahl Herren und Damen verliehen. Auch die zweite Abthei- lung des Louisen-Ordens wurde an mehrere Damen verliehen. Ferner veröffentlicht der .Reichs-Anzeiger' eine Urkunde über die Stiftung eines Kreuzes des Allgemeinen Ehren­zeichen s.

• Die MeratHung der IkotterrDorkage wird vom Reichstage nicht sofort in Angriff ge­nommen werden. Für die bevorstehende Woche ist, wie berichtet, der Post-Etat in Aussicht ge­nommen. Alsdann wird im Anschlüsse an den Feiertag am 2. Februar eine mehrtägige Pause eintreten, und hinterher soll erst noch die zweite Berathung der lex Heintze beendet werden. Erst dann soll nach den gegenwärtigen Geschäfts­plänen die erste Berathung der Flotten-Vor­lage beginnen.

h. Dr. Leyds, der Gesandte Transvaals, war von Brüffel, seinem ständigen Aufenthalts­orte, nach Paris gereist und hat dort in Gegen­wart des amerikanischen Konsuls Macrum eine lange Berathung mit Herrn Delcasse gehabt, dem französischen Minister des Aeußern. Von Paris ist Herr Dr. Leyds nach Berlin gekom­men und ist am Samstag Vormittag von dem Staatssekretär des Auswärtigen, dem Grafen Bülow, empfangen worden. Alsdann hat er an dem Festmahle beim Reichskanzler theilge- nommen. Daß es sich dabei um die Anbahnung von Friedensverhandlungen handele, hat Dr. Leyds in der Preffe ableugnen ilassen. Es soll sich angeblich nur um die Bewahrung der Neu­tralität der Delagoa-Bucht handeln.

X Wie man die Anvakidenrente erlangt, ist für die Versicherten, die meistens mit Schrecken an den schwierigen und langwierigen Aktenweg denken, besonders beachtenswerth. Nach dem neuen, am 1. Januar 1900 in Kraft getretenen JnvalidenversicherungSgesetze werden Anträge auf Bewilligung von Invaliden- oder Altersrenten, ebenso wie Anträge auf Beitragserstattungen, bei den neu zu errichtenden örtlichen „Rentenstellen", oder, wo solche nicht bestehen, bei den unteren Verwaltungsbehörden gestellt. Letztere sind in Preußen der Landrath bezw. in

Gin Hohes IreL.

Original-Erzählung von W. Dora.

4 ------ (Nachdruck verboten.)

Schloß Heimbach war immer ein gastfteies Haus. Vom Mai bis zum Oktober, der Zeit, die der Graf gewöhnlich mit seiner Tochter dort Derlebte, war es selten von Gästen leer. Außer Frau von Lastorf, mit Cäcilie und zwei noch jüngeren Knaben, weilte gegenwärtig Frau von Stein mit ihrem Sohne Erich dort, und seit Fürst H. mit seiner Familie das nahe Schloß Wartey bewohnte, herrschte besonders reges Leben in Heimbach.

Zwischen den schon lange befreundeten Be­wohnern der nachbarlichen Schlöffer bestand ein lebhafter Verkehr, und auch heute war der Fürst wit seinem Sohne Prinz Egon und einer ziem­lich zahlreichen Gesellschaft auf seinem Schloß weilender Gäste in Heimbach.

Dr. Schönberg, der das laute Treiben nicht «ebte, hielt sich bei solchen Gelegenheiten meist ?on der Gesellschaft fern, und so daß er auch Mt, während drunten die Gläser klangen und dei ftohem Mahl die Ankunft der Gäste gefeiert wurde, einsam in der Bibliothek.

Es war so still hier oben. Er hatte den Kopf

mit dem dunklen Kraushaar in die Hand ßelegt und schien ganz vertieft in das Studium ^er pergamentenen Blätter, die vor ihm lagen.

manchmal, wenn die hellen Stimmen von »runten herausklangen, horchte er einen Augen- wick auf, und dann flog es wie ein Schatten *der sein bleiches Gesicht mit der eisernen Stirne

und dem seltsam weichen Blick der Augen. Und einmal, als Jsabella's Lachen ganz deutlich aus dem Gewirr der Stimmen herausklang, richtete er sich auf und lauschte und fast war es, als habe er plötzlich die Blätter vergessen, deren In­halt ihn so mächtig gefesselt.

Nach einer Weile wurden drunten die Stühle gerückt und die Gesellschaft zerstreute sich in ein­zelnen Gruppen in den Garren hinaus.

„Gottlob, daß wir endlich aus dem schwülen Zimmer heraus kamen", rief Cäcilie, als sie mft Erich aus dem Speisesaale trat, „wie ermüdend sind doch so lange Diners!"

„Lange?" sagte Erich erstaunt. Ihm wareS nicht lange gewesen an Cäciliens Seite. „Mich dünkt, die Zeit habe in Heimbach Flügel und die Stunden hätten hier weniger Minuten als anderswo!"

Cäcilie hörte kaum, was er sagte; sie dachte nur an ihre Rosen, und als sie sah, daß ihre Mutter sich in eifrigem Gespräch mit dem Fürsten auf der Terasse niederließ, machte sie sich von hrem Begleiter los und eilte in die Gaisblatt- laube. Die Rosen waren fort — wo mochten re sein? Hatte vielleicht eine andere Hand ihr Werk vollendet? Wie gerne hätte sie sich davon überzeugt.

Einen Augenblick stand sie unschlüssig: gewiß würde sie jetzt niemand vermissen, dachte sie dann und besann sich nicht länger. Rasch lief sie über )en Kiesweg dahin, schlüpfte durch eine kleine Thür aus dem Garten, flog einen Hügel hinan und stand tief aufathmend vor der Kirche.

Es war morgen das Fest der heiligen Apostel- ürsten Petrus und Paulus und ein Abendsegen eitete die Feier ein.

Als das Mädchen in die Kirche trat stand der Priester eben an dem mit den Rosen geschmückten Altar, um mit dem allerheiligsten Sakrament den Segen zu ertheilen. Das Glöcklein des Mini­stranten gab das Segenszeichen, die Kinder sangen leise das bekannte Segenslied.

Längst war der Gottesdienst zu Ende, längst spielten die Kinder draußen auf dem freien Platze vor der Kirche und hie Gläubigen, die dem Abend­segen beigewohnt, hatten sich zerstreut, nur Cäcilie kniete noch in Andacht versunken vor dem Altar. Sie hatte vergessen die Zeit und die Welt und die Freuden, ihr junges, glühendes Herz floß über in inbrünstigem Gebet.

Es war mittlerweile dunkel geworden. Leise tauchte Stern um Stern am dunkelnden Himmel auf und der Mond stieg über den Bäumen empor.

Isabella wandelte am Arm des Prinzen in den Laubgängen des Gartens auf und nieder und in heiterem Geplauder verfloß rasch die Zeit. Prinz Egon war hingerissen von Jsabella's Schön­heit, und wohlgefällig nahm sie seine Huldigung entgegen. Da löste sich eine Blume aus ihrem Haar und fiel zu Boden; er bückte sich und hob re auf.

„O lassen Sie mich sie behalten," bat er, „zur Erinnerung an diese glückliche Stunde.

Lächelnd wollte sie seine Bitte gewähren, da treifte ihr Blick wie zufällig nach dem hellen Fenster der Bibliothek empor. Eine dunkle Gestalt tand an dem Sims gelehnt und Isabella war es, als fühle sie den Blick jener tiefen Augen auf ich ruhen. Das Wort erstarb auf ihren Lippen, hre Hand erbebte im Arm des Prinzen und bei­nahe angstvoll faßte sie nach ihrer Blume.

„Stein, nein, geben Sie mir sie zurück, sie hat

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27. Jahrgang.

Städten mit über 10,000 Einwohner der Ge meindevorstand (Magistrat), in Bayern die Gemeindebehörde, in Sachsen der Stadtrath bezw. die Amtshauptmannschaft, in Württemberg das Oberamt, in Baden das Bezirksamt, in Hessen die Bürgermeisterei. Man kann seine Ansprüche schriftlich oder mündlich zu Protokoll an­melden, muß natürlich in beiden Fällen gleich­zeitig die nöthigen Beweisstücke übergeben: Quittungskarte, Aufrechnungen, eventuell auch frühere Krankheitsbescheinigungen und Militär- popiere, etwaige Nachweise über versicherungs­pflichtige Beschäftigung vor Inkrafttreten der Versicherungspflicht für den Berufszweig des Versicherten, ferner für Invalidenrente ein ärzt­liches Attest oder Angabe des behandelnden Arztes mit dem Gesuch, ein Gutachten desselben einzuholen, für Altersrente den Geburtsschein, für Beitragserstaltungen den Heiraths- oder Todesschein ec. Letztere Scheine sind gebühren- und st e m p e l f r e i. Während nun früher die untere Verwaltungsbehörde den Antrag mit dem Gutachten der Krankenkasse des Versicherten oder dem der Vertrauensmänner der Versicherungsanstalt und ihrem eigenen Gutachten ohne weiteres der betr. Versicherungsanstalt zustellte, wird sie das jetzt — und darin besteht die nützliche Neuerung — nur dann zu thun, wenn sie die etwa fehlenden Be­weise ergänzt, z. B. den Antragsteller mangels eines ausreichenden ärztlichen Ältestes noch­mals hat untersuchen lassen', und schließlich den Antrag für begründet hält. Kommt die untere Verwaltungsbehörde oder örtliche Renten­stelle nicht zu diesem Resultat, oder erhält sie trotz ihrem Gutachten von der Versicherungsanstalt den Antrag als unzureichend begründet zurück, so wird sie nunmehr eine mündliche, nicht öffent­liche Besprechung des Rentengesuchs ab­halten im Beisein eines Vertreters der Arbeitgeber und Versicherten, von Zeugen und Sachverständigen, sowie des Rentenbewerbers, wenn dieser es wünscht oder vorgeladen wird, und eventuell auch seines Bevollmächtigten. Wie sehr hierdurch die Auf­klärung des Sachverhalts erleichtert und be- scheunigt wird, liegt auf der Hand, wenn man bedenkt, in wie vielen Fällen so die früher nach ablehnendem Bescheid der Versicherungsanstalt nöthige Berufung an das Schiedsgericht und weiter an das Reichsversicherungsamt überflüssig wird. Der Versicherte will sich aussprechen, seine Gründe darlegen und. die Einwendungen bekämpfen, und das kann er besser in mündlicher Verhandlung als auf dem Aktenwege.

0 Zuschläge zur Kröschaftsfleuer sollten nach der Meldung eines Berichterstatters die Vertreter von Bayern, Baden und Württemberg im Bundesrathe vorgeschlagen haben zur Deckung der Kosten der neuen Flotten-Vorlage. In der Begründung der Vorlage ist aber gesagt, daß der Geldbedarf „in der berechneten Höhe ohne neue Steuern sich decken lassen wird." Dir Vorschlag könnte also, wenn er überhaupt gemacht worden ist, nur bedingungsweise ergangen sein für den Fall, daß die Deckung der Flottenkosten nicht ohne neue Steuern möglich sein sollte. Oder haben sich etwa die Vertreter von Bayer«, Württemberg und Baden auch gegen die Deckung ja keinen Werth mehr, sie ist verblaßt und ver­blüht."

Befremdet schaute der Prinz sie an, doch faßte sie sich schnell wieder.

ist kühl hier draußen, lassen Sie unS hineingehen," sagte sie fröstelnd und zog den Shaw! fester um ihre Schultern.

„Ja, die Nachtluft ist feucht," sagte Prinz Egon und sietraten in den hell erleuchteten Saal.

Auch die Anderen kamen nach und nach auS dem Garten herein. Der Thee wurde seroirt und man lachte und scherzte in heiterem Durcheinander.

Niemand hatte Cäcrlien's Abwesenheit bemerkt, als Erich, der alle Gänge des Gartens vergebens durchsucht hatte und nun eben Isabella nach chr fragen wollte, als sie eintrat.

„Da find Sie ja endlich wieder," sagte er, hr entgegengehend, „ich glaube. Sie haben die Macht der Feen, sich unsichtbar zu machen."

„Hat Jemand nach mir gefragt?" rief sie beunruhigt.

„Nur mein Herz," erwiderte er.

„O dann ist es gut; ich fürchtete schon, Mama ;abe nach mir gesucht," sagte Cäcilie aufathmend und Erich besann fich, ob er dies — gut — zu einem Gunsten auslegen dürfe. Sie hatte es fe mtsetzlich unbefangen gesagt — wenn sie nur ein lein wenig dabei erröthet märe.

Am andern Morgen saß Isabella in einem der tiefen Fensterboqen der Bibliothek und las. Ein Sonnenstrahl fiel durch die Schatten der Jalousien herein über ihr Buch und brach sich in »unten Farben in dem Diamant an ihrem Finger. Sie ließ die blitzenden Lichter auf der weiße« Fläche ihrer Hano spielen, betrachtete sinnend die »unten Farben und dachte: „Schön geschliffen