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27. Jahrgang
Iuköa, Freitag, bett 26. Januar 1900.
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fortwährend entgegengenommen.
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•F Die Flottenvorlage.
Ms dem Nachrichtenbureau des Reichs -
^grineamtes geht der Fuldaer Zeitung' der Fiitmurf einer Novelle zum GeseHe ^reffenfe die deutsche Flotte vom 10. Mil 1898* nebst der Begründung und einer Bei- üge zu. Aus .dem Inhalte der neuen Flottenvorlage fei hier das Folgende angeführt :
I. Schiffsbestand. f '
Leistungsfähigkeit des Reiches feinet Vollendung entgegenzuf ähren.
Das klingt etwas bester, als manche wohl befürchtet haben mästen. Und auch von der Aufbringung der Msttel im allgemeinen durch Anleihen ist nicht die Rede in der Vorlage. Dadurch ist ja aber gar nicht ausgeschlossen, daß die Reichsregierung in jedem Etatsjahre von neuem die Forderung erhebt, die Mittel durch
in Frankreich hat die Regierung als bequemstes Mittel vorgeschlagen, diese großen Geldsummen durch Anleihen aufzubringen. Aber ohne weiteres hat der Ausschuß der Deputirienkammer, dem zuerst diese Frage zur Prüfung vorgelegt wurde, ganz entschieden gegen diese Anleihe- Wirt h s ch a f t sich erklärt, und Niemand hat etwas davon verommen, daß dieses Nein des Kammer-Ausschusses in Paris irgendwo oder bei irgend wem in Frankreich so etwas wie Entrüstung hervorgerufen hätte; im Gegentheil!
Im Königreiche Sachsen hat man neuerdings die unangenehme Erfahrung machen muffen, daß die Einnahmen aus den fStaatseisenbahnen beständig zurückgehen, und allem Anscheine nach wird das in Sachsen auch noch weiterhin der Fall fein. Aber gleichzeitig ist in der ersten ebenso wie in der zweiten sächsischen Kammer ganz nachdrücklich der Gedanke zurückgewiesen worden, daß man etwa entstehende Ausfälle durch Anleihen decken könnte; und der sächsische Finanzminister hat sich klar und entschieden auf denselben Standpunkt gestellt. Wie nun zu helfen sei, das hat der Vorsitzende her zweiten sächsischen Kammer, Dr. Mehnert, ausgesprochen, ein durch und durch konservativer Parieimann. Der hat das Richtige getroffen, indem er ganz neuerdings den Grundsatz aufgestellt hat, daß neue Lasten, die aus neuen Staatsbedürfniffen erwachsen, nur den stärkeren Steuerschultern auferlegt werden dürfen. Also keine Deckung außergewöhnlicher Staatsbedürfnisse durch Anleihen, keine allgemeine weitere Steuer belastung des Volkes, auch nicht etwa neue indirekte Abgaben, sondern Heranziehung der Wohlhabenden und Reichen, Schonung der Aermeren.
Man sieht daraus, daß es andere und beffere Mittel gibt zur Deckung außergewöhnlicher Be- dürfniffe, als entweder Anleihen oder aber die Einführung neuer Volksbelastung durch weitere indirekte Reichsabgaben. Man ersieht auch int besondern aus dem sächsischen Beispiel, daß volks- thümliche Behandlung und wirthschaftlich gesunde Beurtheilung solcher Fragen ganz gut hineinpaffen in die Gesinnungen konservativer Parteimänner. Wenn also jetzt jemand behauptet, es sei gleichbedeutend mit der vollkommenen Ablehnung neuer Flottenforderungen, sowohl die Aufnahme neuer Anleihen als auch die Ausschreibung neuer indirekter Reichssteuern abzulehnen, der ist schon int voraus widerlegt durch das praktische und gute Beispiel, das uns der sächsische Landtag gibt.
An Wegen, den guten Willen in die That umzusetzen, -würde es niemals fehlen, wenn nur wirklich ein ernster Wille vorhanden wäre. Wir werden bald wissen, ob dieser gute Wille bei der Reichsregierung vorhanden ist. Denn da die Flotten-Vorlage jetzt an den Reichstag gelangt ist, wird es nicht mehr lange dauern, bis der Reichstag in die erste Berathung der Vorlage eintritt.
festgesetzte Schiffsbestand wird vermehrt um
a) verwendungsbereit: 1 Flottenflaggschiff, 2 Geschwader zu je 8 Linienschiffen, 2 große Kreuzer, 8 kleine Kreuzer (als Aufklärungsschiffe der heimischen Schlachtflotte): 8 große und 5 kleine Kreuzer (als Aufklärungsschiffe für den Auslandsdienst);
gesellschaftlichen, vornehmen Zirkel paffen sie trotz all ihrer Bildung und Gelehrsamkeit einfach nicht. In engen, bürgerlichen Verhältniffen ausgewachsen, fehlt ihnen die Gewohnheit feinerer Lebensart und Sitte, und im Verkehr mit Höherstehenden empfinden sie selbst diesen Mangel, fühlen sich dadurch bedrückt und sind befangen und linkisch."
„Das sind alle Vorurtheile, durch nichts begründet, zudem sieht dieser Dr. Schönberg mir gar nicht darnach aus, als ob er so leicht befangen wäre."
„Wer ist eigentlich dieser Dr. Schönberg und was führt ihn hierher?" fragte sFrau von Lastorf, die bis jetzt dem Gespräch still zugehört hatte.
„Wie Du weißt", erwiderte der Graf, „suchte ich schon lange einen tüchtigen Gelehrten, um das Archiv bes Schlosses, das noch reiche Schätze von Manuskripten enthält, sichten und ordnen zu lassen. Bei meinem letzten Aufenthalte in München muff machte tch die Bekanntschaft eines jungen Mannes, der mir die geeignete Persönlichkeit für meine Zwecke zu fein schien. Es gelang mir, ihn für mein Vorhaben zu gewinnen und von ihm das Versprechen zu erhalten, für einige Zeit hierher zu kommen. Nachdem ich ihn lange schon vergebens erwartet hatte, kam er gestern Abend endlich an und ich glaube, ich habe mich nicht in ihm getäuscht. Dr. Schönberg scheint ein durch und durch tüchtiger Gelehrter zu sein und sein ganzes Wesen macht den Eindruck des feingebildeten Mannes."
Et hatte kaum zu Ende gesprochen, als ein Dienet eintrat und dem Grafen eine Karte überreichte, indem et sagte:
zögernd stehen, als sie die Beiden im ernsten Gespräch sah.
„Störe ich vielleicht", fragte sie.
„Gewiß nicht, Tante", rief Isabella froh und ging der Emtretenden entgegen, „wir haben uns ein wenig gezankt. Papa und ich — der böse Papa, er will mich mit Gewalt fortschicken.
Sie hatte versucht in dem übermüthigen Ton non vorhin zu scherzen, aber es gelang ihr nicht ganz, und Frau von Lastorf schaute mit ihren durchdringenden grauen Augen von der Tochter Ms des Vaters bekümmerte Miene, sah den Brief, ®tr auf dem Tische lag und errieth schnell, was 'urrgefallen war.
„Also Graf Arnold abgewiesen?" fragte sie.
„Leider," seufzte der Graf.
„Isabella liebt es, mit der Liebe zu spielen," fugte die Dame in scharfem Tone, „und wenn lt9enb ein Bewerber den Reiz der Neuheit ver= s^en hat, stößt sie ihn schonungslos wie ein Spielzeug hinweg."
, „Wenn Männer sich zu meinem Spielzeug Ergeben, sind sie auch keiner besseren Behandlung ?trt§; ich habe kein Mitleid für sie!" rief Isa- ®e»n, indem sie stolz den Kops emporwarf.
„Isabella, Isabella, mögest Du nicht einst am et8«nen Herzen das Weh verschmähter Liebe em-
Hin Hohes Ziel.
Original-Erzählung -von W. Dora.
------ (Nachdruck verboten,)
Eine Dame trat ins Zimmer, blieb aber
Deutsches Keich.
Berlin, 25. Januar.
• Kerzogi« Friedrich von Schkesrvig- Kokstei», die Mmtet der Kaiserin, ist, wie die »Fuldaer Zeitung' dem größten Theile ihrer Leser schon gestern mittheilen konnte, gestern
spalt. Garmmckc zeile oder bem Raum 15 Pf., Ms- Namen die PetiL- »eile 25 Pf.; M. Wiederholungen wirdenttprechc"« Rabatt gewähr
v b) als Materialreserve: 2 Linienschiffe, 1 großer Kreuzer und 2 kleine Kreuzer (beide Arten für den Auslandsdienst); —
vermindert um zwei Divisionen zu je vier Küstenpanzerschiffen.
•v Auf diese Vermehrung kommen die acht Küsten- panzerschiffe bis zu ihrem Ersätze als Linienschiffe in Anrechnung.
II. Jnd iensthaltungen. § 2 Infolge dieser Vermehrung gelten bezüglich der Jndiensthaltungen der heimischen Schlachtflotte folgende Grundsätze:
1) Das erste und zweite Geschwader bilden die aktive SchlachtflÄte. Das dritte und vierte Geschwader bilden die Reserve-Schlachtflotte.
2) Von der aktiven Schlachtflotte sollen sämmt- lche, von der Reserve-Schlachtflotte soll die Hälfte der Linienschiffe und Kreuzer dauernd im Dienste gehalten werden.
3) Zu Manöver« sollen einzelne außer Dienst befindliche Schiffe der Reserve-Schlachtflotte vorübergehend in Dienst gestellt werden.
III. Bereitstellung der Mittel. § 3. Die Bereitstellung der infolge dieses Gesetzes erforderlichen Mittel unterliegt der jährlichen Festsetzung durch den ReichShauShalts- Etat.
Diesem Gesetzentwürfe, der hier in seinem ganzen, an sich recht kurzen Wortlaute wiedergegeben ist, ist eine Begründung von 12 Seiten Umfang beigegeben, die an erster Stelle die Rothwendigkeit der Flottervermehrung beleuchtet, sodann die Kosten und die Beschaffung der Mittel bespricht und schließlich von der.gesetzlichen Festlegung der Ver mehrung handelt.
In diesem letzter« Punkte wird gesagt, daß die Verbündeten Regierungen Abstand genommen haben von der gesetzlichen Festlegung des Zieles, von der Zuversicht geleitet, daß der Reichstag fein Möglichstes thun werde, dieses Ziel nach Maßgabe der finanziellen
für die Monate Februar Ito; uetbert von allen Postanstalten, Landbriefträgern und M unserer Expedition (Harmonie) Bestellungen auf ti£,Fuldaer Zeitung' zum Preise von nur
4 Mich, nte der rttubSti«- Kiert-Hährl. gringerlohn estellgrld in , „üb mir« iM.SVPs.
Geldfrage ist die Hauptsache bei der Flstten- Vorlage, ober Flotten-Novslle, wie die Regierungs- orgsne sie zu nennen belieben; um jo mehr, als burd) die Vertreter der verbündeten Regierungen und die halbamtliche Presse hartnäckig der Gedanke festgebalten wirb, die nothw endigen Mittel für die Bestreitung der Kosten müßten durch Reichs anleih en aufgebracht werden — anderthalb Milliarden neue Reichsschulden allein für die Kriegsflotte im Laufe von fechszehn Jahren. Und die warnenden Betrachtungen der Eenttumspresse über so ungeheuerliche Finanz- Pläne der Rerchsregierung nennt die flottenfreudige Preffe „leere Erörterungen"!
Nun übersetze man sich einmal das, was die Reichsregierung will, in die Verhältniffe eines einzelnen Privatmannes. Nach der neuen Flotten-Novelle soll unsere Kriegsflotte verdoppelt werden. Wenn nun ein Privatmann auf einmal auf den Gedanken verfiele, seine Ausgaben zu verdoppeln, ohne daß seine Einnahmen steigen, und wenn er weiter mit dem Gedanken sich trösten wollte, es werden sich ja in Zukunft immer Leute finden, die mir borgen — was würde man allgemein von einem solchen Manne sagen? Man würde ihn allgemein einen unverantwortlich leichtsinnigen Menschen nennen, und alle Welt ohne Ausnahme würde diesem Urtheil beipflichten; nur diejenigen würden vielleicht in dieses Urtheil nicht einstimmen, die selbst ebenso unverantworlich leichtsinnig veranlagt find. Wenn man also die Betrachtungen der Centrumspreffe über die beabsichtigte Pumpwirthschaft zur Erhöhung des deutschen Flottenruhmes „Erörterungen" nennt, dann bringt man sich selbst in den dringenden Verdachl des unverantwortlichen Leichtsinnes.
Häufig werden uns durch die halbamtliche Preffe Stimmen ausländischer Blätter Der» geführt, um dadurch unsere politischen Ansichten zu beeinflussen. Meistens haben solche Vorführungen keinen Wertd. Aber gerade jetzt lohnt sich recht sehr ein Ausblick nach Frankreich. Auch in Frankreich hat sich das Parlament mit einer Vorlage beschäftigt, die sehr große Geldsummen verlangt für die Vertheidigung der Küste und für die Verstärkung der Kriegsflotte. Auch pfinden?" warnte der Gras, aber da blitzte es wieder zornig auf in des Mädchens dunklen Augen.
„Nie würde ich die Schmach verschmähter Liebe -ertragen! Aber ich denke, die Erbin von Heimbach hat auch nicht nöthig, um Liebe zu betteln", rief sie und vermessen klang das stolze Wort aus dem schönen Munde.
Der G-af sagte nichts mehr. Er nahm seinen Spaziergang wieder auf; Frau von Lastorf fing zu arbeiten an und Isabella nahm Stramin und bunte Wolle aus einem Körbchen, das auf dem Tische stand und setzte sich zu ihrer Tante.
Eine Weile schwiegen sie alle still. Erft nach einer langen Pause sagte der Graf, indem er vor dem Tische der beiden Damen stehen blieb:
„Beinahe hatte ich vergessen, Euch mitzutheilen, daß Dr. Schönberg gestern angekommen ist. Ihr werdet bet Tisch seine Bekanntschaft machen."
„Aber ich hoffe, Papa. Du willst uns doch nicht bei Tisch mit Deinem Gelehrten langweilen?" rief Isabella, „laß ihn doch mit dem Rentmeister und den übrigen Beamten speise«, da ist er viel besser an seinem Platze."
„Lern' ihn doch erst kenne«, mein Kind, ehe Du über ihn urtheilst", erwiderte der Graf sanft zurechtweisend. „Dr. Schönberg ist ein Mann von ausgezeichneter Bildung und den umfassendste« Kenntnissen, er wird ein sehr anregendes Element in unferm häuslichen Kreise bilden."
„Ich will ihm nicht zu nahe treten", sagte Isabella, „er mag ein ganz gelehrter nnd wissenschaftlich gebildeter Mann fein, d r Dir für Deine Zwecke Die vortrefflichsten Dienste leistet, aber — ich kenne diese Sorte von Leuten, in unserm ge-
(Donnerstag) Mittags x/nl2 Uhr in Dresden gestorben. Die Verstorbene, deren Bild wir gestern unseren Lesern vorführten, war eine Tochter des Fürsten Ernst zu Hohenlohe-Langenburg aus dessen Ehe mit der Prinzessin Feodora von Leiningen. Sie war als jüngere Schwester des jetzigen Statthalters von Elsaß-Lothringen am 20. Juli 1835 zu Langenburg aeboren; am 11. Sept. 1856 vermählte sie sich mit dem Erbprinzen Friedrich zu Schleswig-Holstein- Sonderburg-Augustenburg. Die Kaiserin entstammt dieser Ehe als zweiter Sproß. Ein älterer Bruder der Kaiserin starb im zartesten Alter. Seit dem 14. Januar 1880 war die nunmehr verstorbene Herzogin Adelheid Wittwe. In ihr ist eine edle Frau und musterhafte Gattin und Mutter dahingeschieden.
$ Auf dem kaiserlichen Schlosse wurde nach dem Eintreffen der Nachricht vom Tode der Mutter der Kaiserin die Kaiser-Standarte auf Kakömafl gehißt. Auf allen anderen königlichen und prinzlichen Palais wurden die Zeichen der Trauer aufgezogen. Die Mil.tär- musik im Lustgarten wurde abbestellt. Die Cour am Hofe für heute Abend ist abgesagt. — Der Kaiser und die Kaiserin sind um 2s/< Uhr mittelst Sonderzuges nach Dresden ab» gereift. Wahrscheinlich werden die Majestäten vor der Beisetzung der Herzogin Adelheid nach Berlin zurückkehren, um sich dann zu den Trauerfeierlichkeiten nach Dresden zu begeben. Wie der .Reichsanzeiger' meldet, fällt wegen deS Hinscheidens der Herzogin jede Gratulation und sonstige Feier des kaiserlichen Geburtstagsfestes am königlichen Hose aus.
ft Zu der angeblich bevorstehenden Schttk- reform schreibt heute die,Post': Wie zuverlässig verlautet, ist der Kultusminister entschloffen, eine Reform im Berechtigungswesen, die lange angestrebt worden ist, durchzuführen. Außer der philosophischen Fakultät, die den Abiturienten der Realgymnasien zugänglich ist, soll diesen, wie wir hören, auch die medizinische Fakultät zugänglich gemacht werden. Hierzu ist eine Nachprüfung im Lateinischen erforderlich, während die bisherige Prüfung im Griechischen in Zukunft wegfallen soll.
+ Der Inhalt der «e«e» preußische« Ka«ak Dorlage wird durch die oberoffiziöfe ,Nordd. Allg. Ztg.' nach feinen hauptsächlichen Zügen in einer langen Darlegung gekennzeichnet. Was für Wasserbauten die Vorlage in Vorschlag bringen soll, weiß man bereits aus der Thronrede, mit der der preußische Landtag eröffnet wurde. Die Darlegung des offiziösen Blattes schildert aber bereits die einzelnen Wasserstraßen ausführlicher «ach der Gestaltung, die sie erhalten sollen. Wir kommen auf diese Kennzeichnung noch ausführlicher zurück. Heute möge genügen, die geplanten Bauten nochmals auszuzählen: Umgestaltung der Warthe, Netze, Brahe und des Bromberger Kanals für Schiffe mit 400 bis 500 Tonnen Tragfähigkeit. Es soll die Konzession zur Kanalisirung der Lippe ertheilt und es soll festgehalten werden an der Erklärung zu Gunsten der Erhaltung der Wettbewe'bsfähigkeitvon Oberschlesien. Wie die letztere erreicht werden soll, darüber sind
„Dr. Schönberg wünscht feine Aufwartung zu machen."
Der Graf befahl dem Diener, den Gast hereinzuführen, dann schaute er seine Tochter triumphirend an und sagte:
„Siehst Du, mein junger Freund weiß zu leben, und daß er sich so beeilt mit seinem Besuch, sieht nicht nach Schüchternheit aus "
"Isabella hatte keine Zeit, ihrem Vater zu antworten, denn der Erwartete trat in den Saal. Der Gras ging ihm voll Herzlichkeit entgegen und stellte ihn den Damen vor:
„Dr. Reinhold Schönberg — mein? Schwester, Frau von Lastorf — Isabella, meine Tochter."
Ueberrafdjt schaute Isabella auf die große, stattliche Gestalt des Fremden mit dem kraftvoll, edlen, aber ernsten Antlitz, das ein paar Äugen weich und tief seltsam belebten. Das also war der Mann, von dem sie mit solchem Vorurthell gesprochen — den sie befangen und linkisch genannt? Mit der Sicherheit des gewandten Welt- mannes nahm er den Stuhl, den sie ihm bot und führte die Unterhaltung. Man sprach von diesem und jenem, von Kunst und Wiffenschaft, von Schloß Heimbach und feiner Umgebung und selbstverständlich auch von dem, was den jungen Gelehrten hierhergeführt — dem Archiv deS Schlaffes.
„Sie find also Archäologe?" sagte Isabella, „gewiß ein interessanter, lohnender Beruf."
„Nein," erwiderte Schönberg, „ich bin nur Laie in allen Zweigen der Wissenschaft. Ehe ich meine Studien vollendet hatte, ward ich durch den Tod meines Vaters gezwungen, den Beruf,
mit Nnterhallungs-Neikage „Muflrirte Sonntags-Zeitungs
eine Anleihe «ufzubringen.
Gestern noch wußten verschiedene Berliner Blätter zu melden, im Bundesrathe hätten die „rechnerischen Unterlagen derFlotten- Vorlage zu mehrfachen A usstellungsn und Rückfragen geführt, fo daß es zweifelhaft geworden sei, ob di? Vorlage noch im Lause dieser Woche an den Reichstag werbe gelangen können." Es lieft ffich recht interessant, daß die „rechnerischen Unterlagen' auch schon im Bundesrathe auf Hindernisse gestoßen fein sollte«. Tatsächlich §17®er in bem ©cd ^at afcer öer Bunbesrath die Vorlage ange- ;e betr. die deutsche Flotte vvm 10. April 1898 nommen.
hrfefcte (SÄtfföbcftnnh mirb nermflirt um Gerade die „rechneroche Unterlage , also die