Vermischtes
Ob dieselben wohl alle
Reklame«- nud AnzeigeutheU.
verschiedener Männer diese Krisis glücklich überstanden und selbst in der schwersten Zeit manchen schönen Abend zu verzeichnen gehabt. Mit seinem 17.Vereinsjahre zog das Museum am 27.Okto- ber in den neuen Bürgervereins - Saal ein, und von da ab datirt sich eine neue Blüthezeit des Vereins, deren er sich seitdem ununterbrochen trotz mannigfacher Schwierigkeiten erfreut. Da von Jahr zu Jahr die Mitgliederzahl [flieg, so konnten nun regelmäßig 6 Abendunterhaltungen gediegenen, meist rein musikalischen Inhaltes geboten werden. Leider gestattet der uns hier zu Gebote stehende Raum es nicht, auch nur die hervorragendsten Darbietungen im Einzelnen aufzuzählen. Erwähnt sei noch, daß die letzte Generalversammlung der Gesellschaft in Würdigung ihrer außerordentlichen Verdienste Frau Professor Wiskemann, sowie die Herren I. Jacobson, Sanitätsrath Dr. I. Schneider und C.C. Souchay zu Ehren-Mitgliedern ernannt hat. Wir schließen uns dem Wunsche des Museums an: Es wachse und blühe das Museum immerdar!
V. Der Zweig-VereinFulda der deutschen KokoviakgefeSschaft wird im Laufe dieser Woche, wahrscheinlich am Donnerstag Abend, einen Vortrag über Kamerun veranstalten, der durch Vorführung von 52 Original-Lichtbildern illustrirt sein wird. Freunden der Kolonialsache, auch Frauen steht der Eintritt unentgeltlich frei. Näheres soll noch bekannt gegeben werden.
Die Grrrngemeinde I«kda hielt am Samstag Abend eine Generalversammlung ab. Herr Kaufmann E. Knittel wurde als Vorsitzender wiedergewählt; außerdem wurden in den Vorstand gewählt bezw. wiedergewählt die Herren: Hammel, Weinbörner, Hempel, Miller, Theob. Schneider und Hornung. Die übrigen Gegenstände der Tagesordnung betrafen interne Vereinsangelegenheiten.
△ Die katholische Männergesellschaft M.-N. beging gestern die weltliche Feier ihres 38. Stiftungs festes durch ein Festmah l in der Harmonie. Die Mitglieder der Gesellschaft sowie als Gäste die Mitglieder des kathol. kaufmännischen Vereins hatten sich recht zahlreich eingefunden und gar bald herrschte eine gemüthliche animirte Stimmung. Der Vorsitzende Herr Kaufmann Rob. Kircher brachte ein Hoch auf die Träger der beiden höchsten Gewalten, aus Papst Leo XIII. und Kaiser Wilhelm II. aus. Herr Bankier Otto Göbel
* Ira«kf«r1, 21. Jan. Der 21. Kongreß von Badeärzten wird vom 8. bis 13. März dahier statlfinden. Vorträge werden u. A. von den Herren Professor Schott-Nauheim, Medizinal- Rath Groedel-Nauheim, Medizinal-Rath Abbö- Nauheim, Professor v. Nocrden-Frankfurt, Pariser- Homburg, Hugles-Soden, Vollmer-Kreuznach und Blum-Frankfurt gehalten.
* Aasset, 20. Jan. Die 6. Vollversammlung der Landwirthschaftska mmer findet am 8. Februar hier in Kassel statt.
X Kirchhain, 21. Jan. Gestern fand die erste Sitzung des Festkomitees statt, welches in der in voriger Woche dahier stattgefundenen Versammlung des landwirthschaftlichen Kreis Vereins gewählt wurde und aus dem Königl. Landrath Frhr. Schenk zu Schweinsberg als Vorsitzenden, sowie aus einer Anzahl Herren aus der Stadt und dem Kreise Kirchhain besteht. Es wurde beschlossen, mit dem im Juni stalt- findenden landwirthschaftlichen Feste eine Lotterie zu veranstalten. 15 000 Loose, das Stück zu 1 Mark, sollen ausgegeben werden. Die Genehmigung der Lotterie für die Provinz Hessen- Nassau und für die benachbarten Darmstädter Kreise soll nachgesucht werden. Das sehr reichhaltige Programm wurde im allgemeinen schon festgesetzt; eine Glanznummer deffelben bildet der projektirte Festzug, in welchem die verschiedenartig von einander abweichenden Landestrachten des Kreises Kirchhain sämmtlich vertreten sind.
o Sarnau, 21. Jan. Wie man hört, soll der hiesige Bahnhof einer bedeutenden Vergröberung unterzogen werden. Es geschieht dies im Hinblick auf den durch die Durchführung der Frankenberger Bahn bis Corbach zu erwartenden
Aus dem Dachbargebiet.
# Otters, 21. Jan. In Sachen des kürzlich von hier gemeldeten Brandes war gestern eine Gerichtskommission hier; es wurde ein Mann wegen Verdachtes der Brandstiftung in Haft genommen.
* Der Gesangverein „Anchonia" hielt am vorigen Freitag eine Generalversammlung ab, in der der bisherige Vorstand wieder- gewählt und beschlossen wurde, das 15. S tiftu n gs- fest am 20. Mai d. I. in größerem Umfange zu begehen. Ferner soll in diesem Jahre eine Sängerfahrt nach Kassel und Wilhelmshöhe veranstaltet werden.
D Der Geweröeverein begeht am Samstag Abend den Kaisers-Geburtstag durch ein Festessen (Kouvert 2 Mk.) nebst Familienabend in seinem Vereinslokale „Ballhaus".
t Ein Gehilfe des Herrn Hofapothekers Dr. Siemens, HerrLink aus Elbing, fühlte sich am Samstag etwas unwohl. Im Begriffe, auf fein Zimmer zu gehen, wurde er auf der Treppe von einem Aerz- schkage gerührt und war bald darauf eine Leiche.
* Eine Sort-ermSßig«rrg für Briefe nach den deutschen Kolonien hat, wie eine Berliner Korrespondenz meldet,, plötzlich in aller Stille stattgesunden, ohne daß auch nur durch Aushang auf den Aemteru das Publikum von der postalischen Neuerung in Kenntniß gesetzt worden ist. Bisher wurden die nach den deutschen Kolonien in Afrika bestimmten Postsachen als Auslandssendungen behandelt und dem gemäß für Briefe bis 15 Gramm 20 Pfg., für Briefe über 20 Gramm 40 Pfg. erhoben. Nunmehr sind die deutschen Kolonien dem deutschen Reichspostgebiete ein verleibt worden und in Folge dessen kommen auch die für das Letztere gütigen Portosätze zur Erhebung. Die einfachen Briefe nach den überseeischen deutschen Schutzgebieten sind folglich mit 10 Pfennig - Marken zu frankireu.
stärkeren Verkehr. Mit den Vorarbeiten hat man bereits begonnen.
•cP M-iheafeks, 21. Jan. 5000 Bergleute des sächsisch-thüringischen Braunkohlen- Reviers sind in eine Lohnbewegung getreten. Sie verlangen 10 pCt. Lohnerhöhung, Verkürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden täglich und Einschränkung der Frauenarbeit.
* Darmstadl, 20. Jan. An einem Neubau m der Jrenenstraße stürzte gestern ein Seitenbau und das Kellergewölbe ein. Von den im Keller beschäftigten beiden Maurern kam der eine mit einer leichteren Wunde am Kopfe davon, während der andere schwer verletzt wurde.
* WLrzvnrg, 20. Jan. Die hiesige Strafkammer verurtheilte den Spengler August Popp von Schwarzenreuth, der als Spezialität die Beraubung vorübergehend verlasfener Wohnungen betrieb, zu neun Jahren Zuchthaus.
6 Mermar, 21. Jan. Dem Opernregiffeur Wiedey ist vom Großherzog die große goldene Medaille für Kunst und Wiffenschaft verliehen worden. (Herr Wieder» ist geborener Fuldaer; sein Vater war hier Oberkontrolleur. D. Red.)
Loudon, 22/Jan. Gestern wurde folgende offizielle Depesche bekannt gegeben: Buller telegraphirte Abends, daß Warr en heute den Tag über auf seiner linken Flanke engagirt war und zwei Meilen weiter nordwärts kam. Der Weg führe bergauf, das Terrain sei schwierig, aber er, Buller, glaube, Warren mache wesentliche Fortschritte.
London, 22. Jan. Das Kriegsamt erhält folgendes Telegramm des Generals Buller: Spearmans Farm den 20. Jan., 7 Uhr 35 Min. Abends General Warren ist den ganzen gestrigen und heutigen Tag mit den Buren in Berührung gewesen. Er hat eine Stellung von mehr als 4 Meilen Ausdehnung besetzt. Dieselbe befindet sich westlich von der Trichard Furt. Unsere Geschütze haben auf den östlich gelegenen Hügeln Stellung genommen. Die Verschanzungen des Feindes bestehen hauptsächlich in Steinwällen, die sich in einem Halbkreise ausdehnen. Wir baben das Feuer um 7*/a Uhr früh begonnen. Der Feind antwortete mit Gewehrfeuer. Um 11 Uhr drang das Uork-Regiment vor, ebenso die Lanzenreiter und die Brigade des GeneralsiHart. Der Angriff erfolgte gegen die rechte Plan und des Halbkreises. Das Feuer war sehr heftig. Wir drangen bis 500 Meter an den Feind heran. Es wurde alsdann Befehl gegeben, das Feuer einzustellen, da es mittlerweile Nacht geworden war. Wir bivouakirten vor dem Feinde. Heute Morgen stellten wir fest, daß sich der Feind zurückgezogen hatte.
Hi, London, 22. Jan-, 9 Uhr Aus Lorenzo Marquez trifft soeben folgende Depesche ein: General Buller wurde am letzten Samstag nach schwerem, den ganzen Tag dauernden Kampfe auf der ganzen Linie zurückgeworfen. General Warren wurde von der Verbindungslinie abgeschnitten. Den Oberbefehl über die vereinigten Buren- Kolonnen hat General Joubert übernommen.
Neapel, 22. Jan. Hier aus Lorenzo Mmquez eingetroffene portugiesische Offiziere drücken die Ueberzeugung aus, daß es den Eng- lä 'dern niemals gelingen werde, die Buren zu unterwerfen.
eignete sich in der Kohlengrube Graf Frenard bei Sielce, unweit der preußischen Grenze. Eine Kohlenschicht stürzte ein und verschüttete sieben Bergleute. Die Unglücklichen wurden als Leichen heroorgezogen.
Loudon, 22. Jan. Die Stadt befindet sich neuerdings in fieberhafter Aufregung. Während des ganzen gestrigen Tages begab sich eine wahre Völkerwanderung zum Kriegsamt, nur um die offiziellen Depeschen zu lesen. Infolge der Meldung von dem Vordringen Clery's hält man die Buren schon aus der ganzen Linie für geschlagen. In ernsten militärischen Kreisen ist man aber beunruhigt durch Bullers Depesche von einem Verlust von 289 Mann, wobei noch die Todten fehlen. Man' befürchtet, die Buren hätten die Enaländer geschwächt und sich dann nach ihrer alten“ Taktik auf starke Positionen zurückgezogen, wo die englische Streit- macht ins Gedränge kommen könnte.
„ London, 22. Jan. Die heutigen Morgenblätter veröffentlichen keine Spezial-Telegramme über das Gefecht vom Samstag, sondern drucken nur die amtlichen Depeschen ab. ,Daily Mail' fügt hinzu, daß die Aufgabe der englischen Truppen eine äußerst aufreibende fei. Die Blätter bringen t)ie Liste der am Samstag getödteten und verwundeten Offiziere. Unter den lebensgefährlich Verletzten befindet Oberst Hamilton. Das Lanzen-Reiter-Regiment hat die meisten Verluste erlitten.
Kathreiaers Malzkaffee
besitzt in hohem Grade das Aroma des Bohnenkaffees. Er ist daher ein wirklich geschmackverbessernder Zn sitz, und jedenfalls der beste Ersatz für Bohnenkaffee.
Briefkasten.
An 'm chrere Schreiner und 'Zimmerleute hier- Wir rathen Ihnen, dem Maurerverbande nicht beizutreten, sondern dem christlichen Holzarbeiter- verbande, wo Ihre Interessen besser vertreten sind; dieser Verband wird in allernächster Zeit hier eine Zahlstelle errichtet, worüber wir schon in den nächsten Tagen näheres miltheilen werden.
Alter Abonnent. Die gewünschten Angaben über die einzelnen auf der Weltkarte verzeichneten Länder finden Sie übersichtlich zufammengestellt in dem Buche: „Otto Hübners Geographisch-statistische Tabellen aller Länder der Erde." Das sehr empfehlenswertste Buch kostet gebunden 1 Mark 20 Pfennig und ist in allen Buchhandlungen zu haben. Dieselben Tabellen^ find auch als Wandtafel für 60 Pfennig zu haben.
m. Wrtter-Kesdachrrmß-«.
22. Januar.
Temperatur 6 Uhr AbendS: 4,5° Cels., 3,6° Reaum.
„ 7 „ Morg.: 4,0J „ 3,2° ,
. 12 „ Mittags: 6,8° „ 5,4° „
Die höchste Temperatur des gestrige» Tages betrug
5,5° CrlfiuS (4,4° RSaumur).
Die niedrigste Temperatur in vergangener Racht betrug — 0,5° Celsius (—0,4' Rsaumur).
Karomrtrrfiand 8 Uhr Morgens: 751 mm
Mtthmaßliche Witterung für bett 23. Januar
Trübe.
feierte den hochw. Herrn Bischof Adalbertus, dem alle Diözesanen inniges Vertrauen, Verehrung und Liebe zollen. Herr Oberlehrer vr. Frye widmete sein Glas dem Centrum und mahnte zu unentwegtem Festhalten an deffen bewährter Fahne. Herr Kaufmann C. Arnd begrüßte die erschienenen Gäste mit einem herzlichen Hoch, worauf Herr Singer, der Vorsitzende des kathol. kaufmännischen Vereins, mit einem Hoch auf die Männer- gesellschaft MN. erwiderte. Auf Vorschlag des Vor- .. fitzenden wurde an den Herrn Landtagsabgeordneten Geh. Regierungsrath Dr. Göbel, den Gründer und ersten Vorsitzenden der Gesellschaft, ein Begrüßungstelegramm nach Berlin gesandt. Gemeinschaftlich gesungene Lieder und Vorträge der Musikkapelle füllten den übrigen Theil des ; Abends in schönster Weise aus.
□ Die Gesellschaft „Museum" feierte am Samstag Abend ihr 25jähriges Stiftungs - fest durch einen Unterhaltungs-Abend, der unter den zahlreichen, künstlerisch bedeutenden Veranstaltungen der Gesellschaft einen hervorragenden Platz beanspruchen darf. Der Vorstand ließ den Mitgliedern ein Erinnerungsblatt zur 25jährigen Jubelfeier überreichen, dem wir nachstehende Angaben aus der Geschichte der Gesellschaft entnehmen : „Der Verein hat den Zweck, den Sinn für Wissenschaft und Kunst bei den Bewohnern unserer Stadt zunächst durch populär-wissenschaftliche $ori; äje aus den verschiedensten Gebieten des Wiffens, sowie durch musikalische Vorträge zu pflegen." Der Verein erhält den Namen „Museum". So besagt das Protokoll der am 29. Januar 1875 im Kurfürsten abgehaltenen Sitzung, in der sich 22 angesehene Bürger Falda's vereinigten zur Gründung des Museums. Die begründende Sitzung fand unter dem Voi sitze des Herrn Eymnastal-Direktors Dr. Goebel statt. Zur vorläufigen Leitung der Vereins-Angelegenheiten wurde ein geschäflsführender Ausschuß ge- wählt, an dessen Sp'tze Herr Oberbürgermeister Rang trat und dem außer ihm die Herren Rechtsanwalt Baustädt, Dr. Braun, I. Jacobson und Souchay angehörten. Die erste Abendunterhaltung wurde am 12. Februar 1875 ak>- fiehalten, den Vortrag hierbei dielt Herr Gymnasial-Direktor Dr. Goebel. Mit dem 6. Vor- trags-Abrnde schloß am 16. April 1875 die erste “eibe ab; vor und nach jedem Vortrage wurden Musikalische Darbietungen verschiedener Art gebracht. Der Besuch der Abende war von Anfang an sehr rege und oftmals erwies sich der Pult'- che Saal als zu klein. Das Publikum brachte wn vorzüglich ausgearbeiteten und durchdachten Vorträgen stets ein reges Interesse entgegen, «lets galt es als strenger Grundsatz, jegliche Ttrettirage konfessionellen ober politischen Inhalts in vermeiden. Die musikalischen Beiträge sanden dankbarste Anerkennung, an ihnen beteiligten sich öfter« hiesige Gesang - Vereine. In reicher Abwechselung wurden Solo-Borträge, Kammermusik, Tourte, Chöre u. a. dargebracht. Am 25. Februar ib <6 kam bereits der erste Abend rein musikali-
I"hulres zu Stande. Außer diesem fanden "N Vereinsjahre 1875/76 noch 9 Vortrags-Abende ^att, ein glänzendes Ergebniß für den jungen ^retn. Der 3. November 1876 brachte dem
• m ^0 ersten Orchester-Abend eigener und nnhermlscher Kräfte. Am 12. Januar 1877 trat U» .e auswärtige Solokraft auf, die Konzert- Win Frau Dr. Weiffenbach; den erst-n Kammermusik-Abend brachte der 26. Januar 1877. - folgte dann eine Zeit, in der die Gesellschaft ithLi”Schwierigkeiten zu kämpfen hatte;
™ Hut sie durch die Energie und Thatkraft
zlrt.-Rkg- Nr. 47; Schlüter, Postdirektor zu Mel; Schöffer, Bürgermeister zu Gelnhausen; Karnhagen, Landgerichtsrath zu Hanau. Den kal.Kronen-Orden dritter Klaffe: Bartling, Stadtrath zu Wiesbaden; von Corbiöre, stleutnant ä la suite des Niederrheinischen
filier-Reg. Nr. 39 und Kommandeur der Kriegsschule in Raffel; Heye, geheimer Kom- inerzienrath zu Schauenstein, Kreis Rinteln; Sommer/ Oberstleutnant z. D. und Kommandeur des Landwehrbezirks Hersftld. Den kgl. jlronen-Ordenvierter Klasse: Glantz, Zeug- Hauptmann bei der Pulverfabrik bei Hanau; Lange, Bürgermeister zu Sooden a. W., Kreis zgjtzenhausen. Den Adler der Ritter des kgl. Hausordens von Hohenzolleru: Dr. Duden, Gymnasial-Direktor zu Hersfeld. Das allgemeine Ehrenzeichen in Gold: Jakob, Bürgermeister zu Niederthalhausen, Kreis Rotenburg in Hessen; Kleemann, Archivdiener zu Wiesbaden. Das allgemeine Ehrenzeichen: Baumgarten, Steuer-Aus- scher zu Hanau; Braun, Eisenbahn-Portier zu Raffel; Brotzmann, evangelischer Kirchendiener zu Tann a. d. Rhön, Kreis Gersfeld; Eiring, Briefträger zu Raffel; Griesel, Eisenbahn- Packmeister zu Kassel. Guckes, Regierungsbote zu Wiesbaden. Hinz, Kanzlei-Sekretär und Kanzlei-Inspektor bei der General-Kommission zu Raffel. Hörnicke, Eisenbahn-Zugführer zu Eschwege. Hops, Fußgendarm zu Niederaula, Kreis Hersfeld. Rater, Hauptsteueramtsdiener zu Raffel. Lenz, Steuer-Aufseher zu Frankfurt a. M.
+ 28re#ta«, 20. Jan. Zum Streik der Schlepper auf der Hohenzollerngrube bei Beuthen in Oberschlesien wird gemeldet: Durch das Ausbleibender Arbeiter beim gestrigen Schichtwechsel und heute Morgen ist die Zahl der Streikenden auf über 700 angewachsen. Das bedeutet ungefähr zwei Drittel der ganzen Belegschaft. Die Streikenden verhalten sich ruhig. Die Forderung der Ausständigen geht dahin, eine Lohnerhöhung von 25 Prozent zu erhalten. Heute wird mit Vertretern der Arbeiterschaft verhandelt, doch bezweifelt man, daß die Forderungen der Arbeiter von der Gruben- Verwaltung bewilligt werden, da man befürchtet, daß durch vorzeitiges Nachgeben die ganze Belegschaft in den Ausstand eintreten könnte. Die Kohlenförderung der Hohenzollerngrube beträgt zur Zeit 1000 Centner täglich, während sie unter normalen Berhältniflen das drei- bis vierfache fördert. — Nach einem späteren Telegramm streikt nunmehr die ganze Belegschaft auf der Hohenzollern - Grube und des Gemander- Schachtes, der unweit Schömberg liegt. Auf derHohen- zollern-Grube sind nur die nöthigsten Leute bei der Wasserhaltung unter Tage thätig. Den Streikenden hat sich auch die gesammte Kohlen-Separation angeschlossen. Bis jetzt ist alles ruhig. Polizei und Gendarmerie patrouilliren durch die Straßen.
(*) Kleine Nachrichten. München. Herr Stadtpfarrer Dr. Triller in Beilngries wurde zum Domkapitular in Eichstätt gewählt und gleichzeitig zum Generalvikar ernannt. — Glogau. In unserem Kreise entwickelt sich seit kurzer Zeit ein reges katholisches Leben. Die Einführung des Volksvereins für das katholische Deutschland hat die stattliche Mitgliederzahl von 800 zur Folge gehabt. Es ist zu hoffen, ja zu erwarten, daß die Zahl auf 1000 steigen wird. — Berlin. Prinz Heinrich wird nach seiner Heimkehr vorläufig Urlaub erhalten, dann dürfte ihm wohl ein Landkommando (im Gegensatz zum Bordkommando) übertragen werden. — Die Kaiserin Friedrich ist an einem Nierenleiden erkrankt, und es hat Dr. Renvers vom Kaiser den Auftrag erhalten, sich nöthigenfalls zu einer Reise nach Italien, wo sich die Kaiserin Friedrich zur Zeit aufhält, bereit zu halten. — Biebrich a. Rh. Zwischen Magistrat und Stadtverordneten herrschte seit einiger Zeit wegen eines städtischen Projekts grimmige Fehde. Da endlich wußte man einen Weg zu finden, auf dem man zur Verständigung kam. Aus Freude hierüber fand am 16. d. M. für Magistrat und Stadtverordnete ein Versöhnungsessen statt. — Lüdenscheid. Infolge der Explosion eines Petroleumofens brannte die Besitzung des Gutsbesitzers Lobeck zu Gut Winkhof nieder. Von dem Hause sind nur die Umfassungsmauern stehen geblieben. — Ding- lingen. Hier brannte ein Mühl- und Wohnhaus ab, wobei ein verheiratheter Müller verbrannte. — Mühlhausen. Die hiesige Tuch- und Mode- waarenhandlung E. G. Röttig beging dieser Tage ihr 100- jähriges Geschäftsjubiläum. I— Saarlouis. Von der hiesigen Kleinbahn wurde ein Fahrgast beim Aufsteigen überfahren und sofort getödtet. — Kat- towitz. In der „Myslowitz-Grube" Kattowitz wurden Freitag Nachmittag mehrere Bergleute verschüttet. Vier Mann sind tobt. — Fritzlar. Bei Herrn Hocke in Zennern setzte sich, ohne Wissen des Eigenthümcrs, ein Huhn auf 13 Stück Eier, welche von bemselben während der starken Kälte vor Weihnachten v I. ausgcbrütet wurde. Auch bei der Witwe Gastwirth Nolte hier setzte sich ein Huhn, um seiner Brutlust zu röbnen, während dieser, selben Zeit und brachte zum Beginn des Jahres 9 Kücken zur Welt. — Rüdes heim. Eine hiesige Weinhandlung hat für die verwundeten Buren 300 Flaschen Aßmannshäuser Ro t h- wein gestiftet.. — Düsseldorf. Die Slrafkammer verurtheilte die Eheleute August Kaffebeer Hierselbst, die junge Mädchen an berüchtigte Häuser nach Amsterdam verkuppelten, wegen internationalen Mädchenhandels zu je zwei Jahren Zuchthaus. — Petersburg. Hiesigen Blättern zufolge dürfen von nun an Soldaten jüdischen Glaubens zu Unteroffizieren befördert werden. Das Recht, diesen Rang emzunehmen, wurde den Juden im Jahre 1885 entzogen. — Honolulu. Es sind wieder 18 Pestfälle mit tödttichem Ausgang vorge kommen. 26 Erkrankte sind in ärztlicher Behandlung. Das Chinesenviertel wird niedergebrannt werden, um die Seuche zu unterdrücken. — Belgrad. In Aradacz stürzte während einer Tanzunter ha ltung der Kronleuchter herunter. Das brennende Petroleum ergoß sich über die Tanzenden. Drei junge Mädchen sind bereits gestorben. 20 Personen sind lebensgefährlich verletzt. — Paris. „In Gedanken stehen geblieben" sind im Laufe von 18 Monaten in Paris 7402 Regenschirme, deren Besitzer sich nicht gemeldet haben. Auf zwei Frachtwagen wurden die „Vergessenen" von der Polizei nach dem Auktionslokal verbracht, woselbst für 100 Stück 20 Francs gelöst wurden. — Zur Pariser Weltausstellung werden 100 Millionen Eintrittskarten zur Zeit angefertigt. Ob dieselben wohl alle Verwendung finden werden? — Przemysl. Bei Abhaltung der ruthenischen Kirchenfeier bewegte sich die Prozession über den gefrorenen Saufluß, als plötzlich das Eis ein brach. Zahlreiche Personen ertranken, einige retteten sich. — Rom Eine Heerde hungriger Wölfe überfiel drei Stunden von der italienischen Stadt Askolipicino drei Carabinieri und wehrereBauern und fraß sie auf.
* Immer Iachma««. Schriftsteller (zu seinem Verleger): „Wie ich höre, hat sich vor einigen Tagen Ihre jüngste Fräulein Tochter verheirathet, nun sind ja wohl alle Ihre Töchter unter der Haube!" — Buchhändler : „Gewiß, die ganze Auflage ist jetzt vergriffen!"
8«r|t Aachiichlen inii Mzimm.
(Originaldepeschrn der.Fuldaer Zeitung'.)
Aerki«, 22. Jan. Die Morgenblätter melden aus Warschau: ,E'm entsetzliches Unglück er-