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mit NnterHaktungs-Aeikage „Ikküflrirte Koimtags-Inümg^
JuLöa, Montag, den 15. Januar 1900.
27. Jahrgang.
Aie Hlmzinget'ung der britischen Gruppen in Südafrika.
A«s -em Reichstage.
** 127. Sitzung vom 13. Jan. 1900.
Ein weiterer britischer Truppentheil ist weiter im Norden, an der Westgrenze von Transvaal, bei dem befestigten Orte Mafeking, von den Buren eingeschloffen und auch hier sind wiederholt die britischen Versuche zum Durchbrechen der Cernirung fehlgeschlagen.
Unabhängig von den auf dem östlichen und
Ladysmith, mit der Entsatzarmee des Generals Buller, eine außerordentlich große Aehnlichkeit besteht.
x Stah kg raunte« a« Kngkand sollte bekanntlich die Firma Krupp in Essen liefern. Nach einer v rbürgten Meldung wollte England noch mehr Kriegsmaterial beziehen, namentlich auch Geschütze schweren Kalibers. Augenscheinlich ist in den Effener Werken schon seit längerer Zeit an der Ausführung dieser Bestellungen gearbeitet worden; wenigstens hat die Firma niemals Widerspruch erhoben gegen die Meldungen verschiedener Blätter, daß das der Fall sei. Eine angebliche Berichtigung, die von London in die Welt gesandt wurde, hatte selbstverständlich gar keine Bedeutung. Nun haNdie Regierung, wie wir bereits mitgetheilthaben, die Entscheidung getroffen, daß es mit den Pflichten strenger Neutralität nicht vereinbar fei, wenn sie Lieferungen von Kriegsbedarf an eine der Krieg führenden Parteien von einer deutschen Firma zulaffe, und gleichzeitig die Firma Krupp ersucht, diese Lieferungen einzustellen. Neutrale Staaten sind unbedingt berechtigt dazu, solche Lieferungen zu verbieten; aber sie haben keine Verpflichtung dazu. Sie können, wenn sie wollen, die Lieferung auch zulaffen. Hier in riesem Falle bat man wohl anzunehmen, daß daS Verbot de- Lieferung eine Antwort Deutsch- ands ist auf die unfreundliche Haltung der Engländer gegen die deutschen Dampfer in den ostafrikanischen Gewässern.
S Di- nette Ierusprechgevützreu - Hrd- ®**8 wird im,Reichsanzeiger' veröffentlicht. Die- elbe tritt, wie bekannt, mit dem 1. April d. I. in Kraft.
bracht worden, an welchen die bezeichneten Bahnlinien die sich von Westen nach Osten binziehendeu Gebirgsterraffen, welche hier das nördliche Kapland durchschneiden, in langgewun venen Engpäffen überschreiten. Man hat von Seiten der Buren sich diese natürliche Bertheidigungsstellung, wie es scheint, in vortrefflicher Weise zu Nutzen gemacht und die gegenwärtige Lage ist die, daß der östliche Heerestheil unter General Gatacce sich bei Molteno festgehalten sieht, der westliche Heerestheil unter General French bei Colesberg. Er ist so den Buren gelungen, den Feind gänzlich aus ihrem Lande fernzuhalten, denn all die Otte: Ladysmith, Molteno, Colesberg, Kimberl y und Mafeking liegen außerhalb der Grenze der beiden Burenrepubllken Transvaal und Oraijefteistaat.
Alle diese Verhältniffe sind in unserer Karte deutlich zum Ausdruck gebracht, indem d e eingeschloffenen Orte, Ladysmylh, Kimberl y und Mafeking, durch starke, dieselben umgebende schwarze Kreise hervorgehoben und die Stellungen der Buren am Modderfluß durch kräftige schwarze Signatur bezeichnet find. Der Leser gewinnt so mit einem Schlage einen trefflichen Ueberblick über die militärische Lage, die sich, trotz oller bisher nachgesendeten Verstärkungen, durchaus nicht zu Gunsten der Engländer zu verbeffern vermocht hat.
übrigen Londoner Ministern gar nicht einmal der Fall gewesen zu sein. Im Uebrigen ist es woh auch eine Hauptsache, daß ähnliche ungerechtfertigte Beschlagnahmen für die Zukunft un- möglich gemacht werden.
Für die mit den politisch-geographischen Verhältnissen weniger vertrauten Leser sei noch bemerkt, daß sowohl das Kapland, in welchem die jetzt so vielgenannten S:ädte Molteno, Cales- berg und Kimberley liegen, als auch Natal, tu welchem Ladysmith li-gt, englische Kolonien sind; Basutoland und Griqualand, die zwischen diesen beiden Kolonien liegen, stehen ebenfalls unter englischer Oberhoheit. Wie auf der Karte deutlich zu ersehen ist, liegen die verschiedenen Schauplätze des Krieges dicht an den Grenzen der Burenländer Oranje-Freistaat und Transvaal, und zwar an drei Seiten, im Osten (Ladysmith), im Süden (Molteno und Colesberg) und im Westen (Kimberley und Mafeking). 2)ie Absicht der Engländer ging dahin, durch den Angriff von drei Seiten her die Kräfte der kleinen Bureu- staaten zu zersplittern. Ohne Zweifel werden bie Buren ihnen noch viel zu schaffen machen. An eine Beendigung des Krieges dürfte, wenn nicht die Engländer die Hand zum Frieden bieten, so bald noch nicht zu denken fein.
Deutsches Keich.
Berlin, 13. Januar.
• N«1erstaa1sse«retar Afch-uvor« will 'S nicht aus dem Amte scheiden, so stellt die ,Rordd. Allgem Ztg. gegenüber anderen Nachrichten halbamtlich fest. Diese anderen Nachrichten klangen gar nicht unwahrscheinlich. Nichtsdestoweniger wird Jedermann nun gern die Versicherung vom Gegentheil vernehmen.
sicd nach der -venkschnst, die an den Reichstag gelangt ist in geschäftlicher Beziehung günstig entwickelt Handel hat während des letzten Berichts- Ühres starken und erfreulichen Aufschwung ge- nommen. Aber sonst steht es schlimm aus indem Schutzgebiete: Dürre, Hungersnoth und Seuchen haben unter den Eingebornen fürchterlich gewüthet und mit der Landwirthschaft sah es gleichst Umr trauriger aus, als auch die Heu- Kfcntt9« jemals seit Menschenge- ^nd belastete. Der amtliche Bericht Morden Gesundheitszustand in dem Schutz- SuLe?.,nhta9k$? ■’J? ."""-g tröstlichen Mit- ?■ Berichtsjahr - so liest man ^°rer Hinsicht für die etnge« n Lh5 etU^ em sehr ungünstiges wegen
(SÄ* ?flrrIe “nb w-g-n des Auftretens Heuschreckenschwa-me. Die Folge war H^ er ^roße Theile der Ko onie verbreitete Mele9 L • ", .lD-r Hungernden waren so ein,» Ä b,e ^leistete Hilfe kaum mehr als «neu Tropfen auf einen heißen Stein bedeutete . . .
verbreitetes Leiden unter den durch äif*Unb ®?nb we'st völlig gleichgiltig und aebehnt? ^wordenen Nothleidenden waren aus- X Zerstörungen von Fingern und Zehen . tiLn^Eungen die aus Sanbfloh-Geschwüren « tstanden waren. Auch für die Entstehung und b..n etKni «»steckender Krankheiten bot die hungernde Bevölkerung günstigen Nährboden . . .- bied bem Verwaltungsbezirke Tanga ist infolge a9en bte Bevölkerung innerhalb eines Ees etwa um die Hälfte zurückaegangen
D0,n 123 308 auf 61328 Menschen. Die
.^wohnten Häuser und Hütten betrug : Sb «Ä ^417 diesmal nurnoch 19627; bQtauf °llen Anzeichen muß man leider gefaßt i l f m, daß die Heuschreckenplage auch in <
1 Der freit. Abg. Mülker-Sagan dankt der Re- | gierung für diese Erhöhung und bittet gleichzeitig um zweckdienliche Verwendung dieser Mittel
Staatssekretär Graf Sosadowsky erwidert, daß die biologischen Untersuchungsstationen die Bestrebungen deS deutschen Fischereivereins unterstützen s.llen und S'it Aufschluß über die Art und Weise, wie dies ge- ehen soll.
Gegenwärtig ist es von großem Interesse, einen kurzen Ueberblick über die militärische Situation in Südafrika zu nehmen, woselbst General Buller anscheinend zum entscheidenden Angriff auf die Tugelastellung und Ladysmith sich anschickt.
Die britischen Heereskörper bestehen aus folgenden Hauptabtheilungen: Im Osten die Armee des Generals White in Ladysmith. Dieselbe ist bekanntlich von den Burentruppen vollständig umzingelt und hat wiederholt vergebliche Versuche gemacht, die Stellungen der letzteren zu durchbrechen. Die Buren stehen hier unter dem Oberkommando des Generals Joubert, und es ist ihnen bisher nicht nur gelungen, die Armee des Generals White in Ladysmith festzuhalten, sondern sie haben auch den Ersatzmarsch des engltscherseits über Durban entsendeten Truppennachschubs aufgehalten. Diese letzteren stehen unter dem Oberbefehl des Generals Buller, welchem die Buren, die vor ihm bis zur Tugela- linie mit vollem Vorbedacht zurückwichen, am Tu- gela eine für ihn zu einer gründlichen Niederlage führende Schlacht geliefert haben. In den letzten Tagen hat General Buller den Versuch gemacht, die Stellung der Buren nach rechts zu umgehen, um so Laoysmith von Osten her zu be- fteien. Die Buren haben aber diesen Plan rechtzeitig durchschaut und seine Durchführung vorläufig vereitelt. Es ist Buller bisher noch nicht gelungen, den Tugela zu überschretten.
Die zweite britische Armee ist bezeichnender Werse ebenfalls eine Ersatzarmee, und zwar bie» jentfle des Generals Methuen, welcher in sor- ctrtetn Marsch s. Z. von Kapstadt aus nach der Wkstgrenze der Freistaaten vorgegangen ist, um hier eine bei Kimberley eingeschloffene englische HeereSmacht zu entsetzen. General Methuen ist bis zum Modderflusse, südlich von Kimberley, vorgedrungen, hat auf dem Marsche dorthin, sowie am Modderfluffe selbst angeblich sehr siegreiche Schlachten bestanden, befindet sich aber in Wirklichkeit z. Z. in einer Lage, die etner völligen Umzingelung verzweifelt ähnlich sieht. Dte Stellung der Buren unter General Eronje umfaßt in weitem Bogen sein am Modderfluffe aufgeschlagenes Lager. Nördlich davon ift öte Garnison von Kimberley, ebenfalls tn unveränderter Weise von den Buren- truppen eingeschloffen, so daß zwischen Kimberley, mit der Ersatzarmee des Generals Methuen, und
Nach einigen weiteren Bemerkungen der Abgg. Rickert, Dr. Hermes, Dr. Müller-Sagan wird der Titel bewilligt.
Bewilligt werden ferner 15 500 Maik für bie Herausgabe des Handelsarchivs und die kleine Forderung für Einrichtungen und Veranstaltungen im Jn- tereffe des deutschen Handels und Gewerbes.
Bei dem Titel »Remunerationen für Mitglieder der Reichs-Schul-Kommission" fragt der fress.
Abg. Eickhoff an, wie es gegenwärtig stehe mit der Zulassung von Abiturienten der Realgymnasien »um Studium der Heilkunde.
Staatssekretär Graf ^osadowsüq antwortet, im Namen der Regierung könne er darauf keine Erklärung abgeben. Er selbst stehe günstig der Zulaflung dieser Abiturienten gegenüber, und er glaube auch nicht, daß die preußische Staatsregierung darin einen unversöhnlichen Standpunkt einnebtne. Ferner theilt der Staatssekretär auf Anfragen der Abgg Schrader (fretf.X Dr. Mü ller (fress.) und Rickert (fress.) mit, daß Verhandlungen schweben über die Neuregelung der Zu- laffung zum thierärztlichen Studium, und daß erwogen werde, ob es nicht an der Zeit sei, Erleichterungen festzusetzen bei der Aerzteprüfung für diejenigen Frauen, die ihr Studium im Auslande gemacht haben
Der kons. Abg. Dr. Herlek Sachs-n bezeichnet die Zulassung von Frauen alS Aerzte als eine einfache Frage der Sittlichkeit und empfiehlt durchaus die Zulassung von Abiturienten des RealgymnafiumS zu» Studium der Heilkunde.
Der Titel wird begütigt.
Bei dem Titel Kommission für Arbeiter- statiftik wünscht der sozialdemokratische
Abg. Zteißhau« Erhebungen über die Lage der Arbeiter in der thüringischen Spielwaaren-Jnduftrie.
Staatssekretär Hraf Sosadowskq erwidert, bie traurigen Zustände dort hätten ihren letzten Grund in den niedrigen Löhnen, ähnlich wie bei den Webern in Schlesien. Für höhere Löhne könne aber die Regierung nicht sorgen. Man müsse sich nur wundern, daß bie Leute sich nicht einen lohnenderen Erwerbszweig suchen -eute sei doch kein Mangel an solchen. Die Fürsorge ür Leben und Gesundheit der Arbeiter werde die Regierung niemals aus dem Auge lassen.
Abg. Kevek (sozd.) empfiehlt strenge Kontrolle über die Hausindustrie. Außerdem macht er aufmerksam auf die Agitation unter den Gastwirthen gegen die Vorschläge der Kommission für Arbeiter ftatifti! zum Schutze der Angestellten im Gastwirthsgewerbe.
Auch dieser Titel wird bewilligt und ebenso der Titel »Statistisches Amt", wobei die Abgg. Dr. Aihe <®tr.) und Aoeftcke (wild-lib.) aus die große Bedeutung Hinweisen, die die Berufs- und Giw «bezählungen für das öffentliche Leben haben. Abg. Dr. Aitz« macht
i dem neu begonnenen Jahre wieder ihre Schrecken verlangen kann; und doch erscheint dies bei den > [auSflben wird. „Dre Heuschrecken — so heißt es 1 -
in dem Berichte — find nicht vernichtet. Der neuen Ernte droht also wieder große Gefahr".
X Die Angriffe gegen de« Dreivund ! in der ungarischen Delegation der Abgeordneten : kgron und Hollo sind der Gegenstand mehrfacher Kundgebungen geworden. Zunächst sind in der Delegation selbst Redner aller politischen Gruppen aufgetreten, um jenen Wortführern der ungarffchen Unabhängigkeitspartei zu widersprechen. Außerdem versichern die halbamtlichen Wiener Blätter, voran das ,Fremdenblatt' als ausgesprochenes Organ des Wiener Auswärtigen Amtes, daß die Ausfälle der Abgg. Ugron und Hollo nicht die geringste Bedeutung haben. Und dann ist, wie die »Korrespondenz für die CentrumSpreffe' von zuverlässiger Seite hört, am heutigen Samstag auch der österreichische Botschafter im Berliner Auswärtigen Amte erschienen, um dort noch die ausdrückliche Versicherung abzugeben, daß die österreichische Regierung den Ausführungen der Abgg. Ugron und ® en offen nicht die geringste Bedeutung beimeffe. Es ist sehr erfreulich, daß man m Wien und Budapest fo großen Werth darauf legt, jegliche Trübung des Ver- hältniffes zwischen Wien und Berlin zu verhindern. Bedauerlich aber ist es, daß einige Schreihälse ohne eigentliche polittsche Bedeutung einen solchen politischen Apparat in Bewegung setzen können.
+ Die ZtzeschkagnaHme deutscher Dampfer durch die Engländer wird nun doch der Gegenstand einer Interpellation im Reichstage bilden. Diese Interpellation wird von dem natio- nalliberalen Abgeordneten Möller eingebracht und von Vertretern sämmtlicher Parteien unter« chrieben. Die Interpellation soll am nächsten Freitag auf die Tagesordnung des Reichstags ge- etzt und vor dem Etat des Reichskanzlers be- prochen werden. Man darf wohl annehmen, daß >is zu dem genannten Tage auch die Verhand- ungen zwischen den Regierungen in Berlin und London zu einem gedeihlichen Ende gediehen sein werden. Vor allen Dingen handelt eS sich dabei um die Frage der Entschädigung, und so wird in der Berliner,Post' versichert, der eng« ische Ministerpräsident habe sich „von Anfang an bemüht, Deutschland gegenüber einen versöhnlichen Ton anzuschlagen". Das ist nun!
Südgrenze des Orangefreistaates von britischer Seite, durch die Entsendung zweier Heereskolonnen, ein Vorstoß beabsichtigt, aber nicht zur Durchführung gelangt. Hier befinden sich die Heeres- theile des Generals Gatacre an der Bahnlinie von East-London über Molteno und Burghersdorp und westlich davon eine Heeresabtheilung unter General French an der Bahnlinie, welche von Port Elisabeth über Middelburg und Coles- x drx “ « . .rjL - — berg nach dem Orangefreistaat' führt. Diese
wes-lichen Kriegsschauplatz sich ergebenen britischen Heeresabtheilungen sind von den Buren Verhältnissen, war gegen die dazwischen liegende | an jenen Stellen erwartet und zum Steden ge-
Am Tische deS Bundesraths Staatssekretär Graf Posadowsky. '
Die Berathung beS Etats wird beim Etat des Reich Samtes deS Innern fortgesetzt und zwar beim Kapitel „Allgemeine Fonds".
Zur Förderung der Binnenfischerei sind nun- „ . . .. „ » - „ " —— -----| wehr t>5000 Mark ausgeworfen, anstatt wie bisher
allerdings daS allerwenigste, was Deutschland ! 55 ooo Mk.
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