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FuldaerMZeitung

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Jutda, Samstag, den 13. Januar 1900.

27. Jahrgang.

Zweites Wt'cltL.

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In Berlin haben die parlamentarischen Sitzungen am 9. Januar von neuem begonnen, des Reichstages und des preußischen Landtages, welch' letzterer an dem genannten Tage durch den Fürsten Hohen­lohe im König!. Schlosse mit der Verlesung einer Thronrede eröffnet wurde. Was die Thronrede sagt, wußten wir schon; sie ist eigentlich nichts weiter als eine geschäftsmäßige Aufzählung der größeren Vor­lagen, die an den Landtag gelangen sollen, denn sie vermeidet jegliche Anspielung auf die große, nament­lich auswärtige Politik. Nicht einmal über den Inhalt der einzelnen Gesetzentwürfe gibt sie Aufschluß, aus­genommen bei der erweiterten Kanal-Vorlage. Bei dieser letzteren wird gesagt, was Alles mit dazu ge­nommen worden ist: Großschifffahrt von Stettin nach Berlin, Verbefferungen im Gebiete der Oder, Spree und Havel, Verbindung zwischen Oder und Weichsel, masurischer Schifffahrts-Kanal. Das ist viel auf ein­mal und wird natürlich auch entsprechend viel Geld kosten. Eine Vorlage über Aenderung des Gemeinde- Wahlrechtes kommt, das bestätigt auch die Thronrede. Weiter werden angekündigt Gesetzvorlagen über die Er­weiterung und Vervollständigung des Eisenbahn- Netzes und Förderung von Kleinbahn-Unterneh­mungen, über die Fortsetzung der Weichsel-Regu­li rung, über Gewährung von Zwischenkredit bei Rentengutsbildungen, über die Besteuerung der großen Waarenhäuser, sowie über die Zwangserziehung der verwahrlosten Jugend. An Arbeit wird es also dem Landtage nicht fehlen, wenn auch voraussichtlich nur die Kanalvorlage zu großen und scharfen Debatten führen dürfte.

Der Reichstag hat die zweite Lesung der Reichs- Schuldenordnung theilweise erledigt und mit der zweiten Berathung des Etats begonnen. Die Gewerbe-Novelle wird zu Ende gebracht und in Schlußabstimmung er­ledigt werden, sobald der Reichstag beschlußfähig sein wird. Die sogen. lexHeintze soll erst nach dem Etat

Rußland spielt dabei eine besondere Rolle, die des Humors nicht entbehrt. Die russischen Regierungs­blätter überbieten sich in Versicherungen darüber, daß Rußland es ungeheuer gut mit England meine. Aber gleichzeitig richtet die russische Regierung ein Rund­schreiben an die Mächte, in dem sie die Frage auf­wirft, ob England Berechtigung habe zu der von ihm verhängten Kabelsperre zwischen Europa und Ostafrika, auch für amtliche Telegramme nach den beiden Buren- Republiken; und die russische Heeresverwaltung „pro- birt" ein wenig, wie sie am besten und schnellsten größere Truppenmassen aus dem Gebiete des Kaukasus nach Afghanistan und Persien und an die Schwelle von Britisch-Jndien bringen kann. Das sollen sich die Engländer merken und danach bandeln.

Einen geradezu ungeheurer Skandal droht dem viel besprochenen englischen Kolonialminister Chamberlain. Ein vertraulicher Briefwechsel ist in einem Brüsseler Blatte veröffentlicht worden, der zwischen Chamberlains Vertrauten Tairfeld und dem Rechtsanwalt des sehr ehrenwerthen Herrn Cecil Rhodes geführt wurde, einem Herrn Hawkesley. Daraus geht nicht nur klar hervor, daß Chamberlain alle Einzelheiten des Jameson'schen Raubzuges kannte; »sondern man ersieht auch daraus, daß er durch Beseitigung wichtiger Aktenstücke die Frei­sprechung Ehren-Jameson's bewirkte. Man kann sich nicht vorstellen, daß Herr Chamberlain nach dieser Bloßstellung auch noch immer Minister bleiben sollte Sehr bemerkenswerth ist, daß auch in den Ver­einigten Staaten von Amerika die Stim-

Tschechen anzubahnen. Angeblich soll auch beabsichtigt sein, den Reichsrath Ende dieses Monats wieder ein­zuberufen.

Ein neuer Ministerskandal ist in Italien ausgebrochen: der Kriegsminister General Mirri hat abdanken müssen, weil es sich herausgestellt hat, daß er ehedem als außerordentlicher Kommiffar für Sizilien faule Durchstechereien verursacht hat zu Gunsten eines Mitgliedes der Mafia, um dieses zu politischer Wahlagitation zu verwenden. Jetzt ist Mi­nisterpräsident Pelloux in großer Verlegenheit um einen neuen Kriegsminister.

auf heuchlerischer Taktik, und bestimmt dazu sei, im Reichstage der Flottenvorlage die Wege zu ebnen. „Wir meinen — so schreibt der »Vor­wärts"—daß die mildere Aeußerung des Kaisers über die Sozialdemokratie eine Erscheinung ist, die vorübergehen wird, wenn sich die Flotten­pläne ausgetobt haben..." Es ist einiger­maßen unbegreiflich, wie Menschen, die ihrer politischen Sinne mächtig find, dazu kommen können, solche in fich unmögliche Behauptungen aufzustellen und Sachen zusammen zu bringen, die durchaus nichts miteinander gemein haben. Die Verlegenheit, die solche Dinge entstehen läßt, muß schon ganz außerordentlich groß sein. That- sächlich hat das Berliner Obergenoffen-Organ zuerst den Satz von der „vorübergehenden Er­scheinung" unter den Redaktionstisch fallen kaffen, ist aber natürlich sofort auf diesem kläglichen Schleichwege ertappt und festgenagelt worden.

Es geht nichts über eine Politik und Taktik, die „niemals heuchelt"; nicht wahr, .Vorwärts'?

Wochen-Rundschau.

(Nachdruck verböte».)

4* Fulda, 13. Januar.

Smttr:Dt»et»

It Garmond- zelle ober deren Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

Bischof Dr. Simar von Paderborn zum Erzbischof von Köln gewählt.

Die „Harmlosen" werden in Berlin freigesprochen, aber vom Vorsitzenden des Gerichtes gebührend charakterisirt.

sogen. lexHeintze soll erst nach dem Etat an die Reihe kommen.

Prozeß des Klubs der Harmlose« in Berlin.

Encyklika des Papstes an die brasilianischen Bischöfe: katholische Presse.

Antisemitische Skandale in Pilsen.

Eröffnung der serbischen Äupschtina durch die Thronrede des Königs Alexander; die Lage sehr rosig geschildert und die „Treue zur Dynastie«.

5. Bolksraad in Transvaal bis auf weiteres aufgelöst.

5. Die Buren besetzen Lainsnak; Vormarsch der Buren mit allgemeiner Vorwärtsbewe­gung der Artillerie.

Buren ergeben.

Das russische Kaiserpaar in Baden-Baden.

0 Die Sozialdemokratie, eine vorübergehende Erscheinung —

dieses Wort des Kaisers hat, wie zu erwarten war, nicht geringes Aufsehen erregt. Aus allen den Aeußerungen der verschiedenen Blätter läßt sich der erfreuliche Schluß ziehen, daß man all­gemein dieses Wort des Kaisers in einem Sinne auffaßt, der der Gewaltpolitik der Scharfmacher und der ihnen befreundeten Gruppen nicht günstig ist. Ganz ängstlich schreibt die,Berliner Staats- bürger-Ztg.': „Wir nehmen an, daß Profeffor Riedler (Rektor an der technischen Hochschule) sich in der Wiedergabe der Kaiserworte geirrt hat. ... In der Aeußerung Riedlers spiegelt sich wohl die Ansicht des Kathedersozialisten, nicht aber die Anschauung des Kaisers wieder . Etwas zu weit in der Deutung der Worte geht wohl die freisinnige,Voss Ztg.', wenn sie schreibt: „Der Kaiser steht also nicht in der Sozialdemo­kratie eine Gefahr für den Staat und die Ge­sellschaft ..." Es gibt doch auch vorüber­gehende Gefahren, so daß man ganz gut das Vorhandensein beider Gedanken nebeneinander annehmen kann, daß die Sozialdemokratie zwar eine Gefahr, aber dabei doch so geartet sei, daß i sie für die Dauer unmöglich bestehen könne, sondern den Todes keim bereits in sich trage.

Den Herren Genoffen ist gar nicht recht be­haglich bet der ganzen Auseinandersetzung, und das ist der allerbeste Beweis für die Wahrheit der alten Behauptung, daß der Sozialdemokratie der allergrößte Gefallen geschieht mit der Em­pfehlung der Rezepte der Konservativen von dem starken Manne mit den wenig empfindlichen Nerven, der der Sozialdemokratie mit Feuer und Schwert zu Leibe gehen solle. Derlei freut die Herren Genoffen, denn das ist Waffer aus ihre Agitationsmühle. Aber wenn fie nicht als un­heimlicher Schreckenspopanz behandeit werden, sondern, wie es allein richtig ist und den Um- landen entspricht, mit kühlem Bedauern für die Schwarmgeister, die von einer Krankheit des Zeitalters befallen find, fo ist den Obergenoffen das unheimlich.

So erklärt sich, daß das Berliner sozial- remokratische Centralorgan.Vorwärts' nach aller­hand Mitteln sucht, die Aeußerung des Kaisers von der vorübergehenden Erscheinung der Sozial­demokratie wirkungslos zu machen. Die Versuche fallen aber geradezu kläglich aus: das Berliner sozialoemokratische Centralorgan stellt sich nämlich so an, als glaube es, daß die Aeußerung des Kaisers nicht auf seiner Ansicht beruhe, sondern

De« Iesmtenfressern ins Album.

« . . . Einen seiner Angehörigen zu ver­jagen, ohne sich darum zu kümmern, ob ein anderer Staat ihn aufnehmen oder dulden wird, das ist eine Grausamkeit, zu der der Staat trotz seiner Allmacht (!), die jedes Recht des Einzelnen zermalmt, nicht befugt er­scheint". So ist zu lesen in der Abendausgabe (Nr. 11) der freisinnig - katholischfeindlichen .Vossischen Zeitung' vom 8. Januar. Das Blatt beschäftigt sich in dem betreffenden Artikel mit dem wider die französischen Nationalisten Deroulede und Buffet gefällten, auf zehnjährige Verbannung lautenden Urtheil des französischen Senats und citirt zustimmend einen Ausspruch des Dichters Viktor Hugo: „Verbannet niemals. Die Ver­ba n n u n g i st r u ch l o s." Seinerseits führt das freisinnige Blatt weiter aus, die Verbannung sei eine Strafe, „die zu unserer Zeit und unfern Anschauungen so wenig paßt, wie Folter oder Prügelstrafe"; denn der Verbannte werde „rechtlos und beinahe vogelfrei". Dann folgt der im Eingang citirte Satz, der eine so vernichtende Kritik des Jesuiten-Ber- bannungsgesetzes enthält, wie sie schärfer nicht gedacht werden kann. Die ,Voff. Ztg.' hat | das selbst gefühlt, denn zu der den Thalsachen nicht entsprechenden Behauptung ihres Pariser Korrespondenten: seines Wiffens sei Frankreich das einzige Land, welches die Strafe der Ver­bannung kenne, macht sie die Bemerkung: das deutsche Jefuiten-Berbannungs-Gesetz sei „ein Ausnahmegesetz, das nicht zu dauernder und allgemeiner Anwendung be­stimmt" sei.

Die ,Voff. Ztg.' scheint, als fie das schrieb, nicht gefühlt zu haben, wie fie damit erst recht den noch weit gehässigeren Charakter des Jrsuitengesetzes ins volle Tageslicht rückt: gerade die A u s n a h m e- Eigenschaft macht das Jesuiten- Gesetz zu einem so unerhörten. Das fran­zösische Verbannungsgesetz, so scharf man es auch verurtheilen mag, ist wenigstens ein all­gemeines, trifft Jeden, der sich die in dem-

Die bayerische Abgeordnetenkammer spricht fich gegen die Zuchthaus-Borlage aus.

24. Glänzender Sieg der Buren bei Glen­coe; die Engländer müssen ihr Lager abbrechen und sich zurückziehen; General Symon gefallen. Staatssekretär Tirpitz und der deutsche Reichs­kanzler beim Großherzog von Baden.

Chronik dr» Iahrr» 1899.

(Nachdruck verboten.) Oktober.

1. Einzug der neuen Garnison in Fulda.

1. Bildung des neuen österreichischen Kabinets unter Graf Clary.

2. Nachricht aus Kamerun, daß am 25. August Hauptmann Kamptz mit der Schutztruppe ein­heimische Aufständische bei einem Raubzuge abge­schlagen.

135 Stimmen abgelehnt; Chamberlains große Rede: Betonung der Suzeränetät Transvaals.

20. Schlacht bei Glencoe.

21. Jimenez zum Präsidenten der domini­kanischen Republik gewählt.

21. Die Schlacht bei Glencoe wird als eine völlige, vernichtende Niederlage der Buren von England ausposaunt, was völlig falsch ist.

22. Der Führer der deutschen Freischaar in Trans­vaal, Oberst Schiel, ist bei Elandsgate in englische Gefangenschaft gerathen.

Flottenvereins übernommen hatte. Es heißt in dem Telegramm: „. ... Ich hoffe, daß die Vorgänge der letztcnTage immer weitere Kreise davon über­zeugt haben, daß nicht nur Deutschlands Jntereffen, sondern auch Deutschlands Ehre in ferneren Meeren geschützt werden und daß hierzu Deutschland auch zu Waffer stark und mächtig dastehen muß." Diese An­gelegenheit wird und kann aber nur durch Verhand­lung von Kabinet zu Kabinet erledigt werden. Uebrigens wollen konservative Mitglieder des Reichstages eine Interpellation einbringen über die auswärtige Politik der Reichsregierung.

7. Königin Wilhelmine der Niederlande und Königin-Mutter Emma als Gäste des deutschenKaiserp aares in Potsdam.

1 Freiherr v. Ze blitz, Präsident der Seehandlung, Führer der Konservativen des Abgeordnetenhauses nimmt seinen Abschied.

*• Ar englische General White übernimmt den Oberbefehl in Natal.

8. Sozialdemokratischer Parteitag in Hannover.

8. 6000 Buren rücken 8 Meilen von Mafeking an die Grenze vor.

8. 2öjähriges Jubiläum des Weltpost-Vereins.

10. Der rheinische Bauernverein wählt Graf Anton v. Spee zum Vorsitzenden.

10. Ultimatum der Transvaal-Regierung I °u die britischen Behörden: Transvaal fordert die ZOMckziehung der britischen Truppen |

Erscheint täglich, «.Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Biertcljährl.

-»,u,»prei, ohneBnngerlohn und Bestellgeld in «ulda ünd aur- LittSlM.bOPs.

Allgemeinen und gerechten Unwillen innerhalb und auch außerhalb des deutschen Reiches hat die Be­schlagnahme deutscher Schiffe durch die Eng­länder in den ostafrikanischen Gewäffern erregt. Dies ist, wie bekannt, unter dem Vorwande geschehen, daß diese Schiffe Kriegskontrebande an Bord gehabt hätten; aber erstens haben die Engländer die Schiffe in Ge­wässern mit Beschlag belegt, in denen sie gar nichts zu sagen haben, und zweitens können Menschen doch niemals als Kriegskontrebande betrachtet werden. Die Engländer aber haben sich ohne weiteres erlaubt, die erwopäischen Passagiere des ostafrikanischen Dampfers „Bundesrath" längere Zeit in ihrem Natal-Hafen Dur­ban zurückzuhalten. Die deutsche Regierung hat sofort bei der britischen Regierung Widerspruch gegen diese widerrechtlichen Schiffswegnahmen erhoben; wohl auch unter der Voraussetzung, daß diese nicht mit dem Ein­verständnisse der Londoner Regierung erfolgt seien.

Gesundheitspflege.

Hebet das Bett. Keine Federbetten, sonder« eine volle, starke Schicht von Roßhaar gebe daS Unter­bett Dazu das kleine Roßhaarkopfklffen, und deckt nun den Körper auch noch die wollene Decke gleich stark nach allen Seiten hin: so kommt der Schlaf, und ein solches Bett wird das Heilmittel der Schlaflosigkeit, es wird ein Linderungsmitkel, ein Berhinderungsmittel deS schweren Leidens des Nichtschlafenkönnens. Fort mit dem dicken Federbett, das den Leib unregelmäßig deckt, ihn in Schweiß treibt, ihn hier erhitzt, ihn dort er­kältet! Federbetten find Dunst- und Pestbetten. Scho« der Geruch kündet siq gar zu oft als solches an. Und ist eS doch Sitte, daß Stubenmädchen Morgens eiligst die Betten machen, mit schönen Decken Überhängen müssen, damit ja aller Dunst hübsch aufgespetchert werde, Blut und Gehirn vermodern!

Bettnässen braucht keineswegs alS eine Un­gezogenheit des Kindes angesehen zu werden, sonder« ist meist als eine krankhafte Erscheinung zu betrachte« Behandlung: Nicht zu viel Fleisch essen, möglichst aanz vegetarisch leben, niemals Spirituosen trinken lassen, Morgens kühle Abwaschung des Körpers, täglich Knie­guß, spätestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen die letzte Flüssigkeit aufnehmen und unmittelbar vor । dem Schlafengehen die Blase entleeren lassen. AbendS kein Obst essen, dagegen Nachmittags und zwar be­sonders Aepsel. Nicht zu warm zudecken, für hartes Lager sorgen. Nach 1—1«/»stündigem Schlaf das Kind wecken und uriniren lassen. 3—5 Minuten Wasser­treten täglich.

Hühneraugen wird man am schnellsten und sichersten los, wenn man vor dem Schlafengehen eine« ca. fingerbreiten und 30 Ctm. langen Leinwandstreifen in Essig oder Eitronensaft taucht, um die Zehe wickelt und eine gleiche Wollbinde darüber legt, dann einen Wollstrumpf über den Fuß zieht und. über Nacht anbe­hält. Am anderen Morgen kann man daS Hühnerauge leicht herauSheben. Sind es recht alte, vielfach zu Neu- wuch? beschnittene, so muß man diese Anwendung ein paar Abende hintereinander machen, ehe die Entfernung gelingt Die Verhütung dieser schmerzhaften Ver­hornungen geschieht durch bequemes Schuhwerk, das nach Maß vom belasteten Fuß angefertigt werden muß.

mung gegen England immer mehr an Umfang ge­winnt. Auch amerikanische Schiffe sind in Ostafrika von den Engländern gekapert worden, und derlei können gerade die Amerikaner schlecht vertragen.

lieber den Krieg in Südafrika selbst ist kaum etwas Neues zu berichten. Die in Ladysmith be­lagerten Engländer haben einen Ausfall mit einigem Erfolge gemacht. Aber die Belagerung selbst bleibt nach wie vor, wie fie ist; und deswegen hat der winzig kleine Erfolg im allgemeinen nichts zu bedeu­ten. Die Engländer stellen sich trotzdem so an, als glaubten fie noch immer an die Möglichkeit einer Unterjochung der Buren. Minister Balfour hat vor seinen Wählern in Manchester eine Rede gehalten, in der er am Schluffe sagte: der Krieg werde ohne Wanken zu Ende geführt werden, so daß kein der­artiger Kickeg je wieder in Afrika möglich sein werde. Das Letztere könnte ja möglich sein, nämlich dann, wenn die Engländer vollständig unterliegen und ihren ganzen Einfluß in Südafrika verlieren. Im übrigen glaubt wohl Herr Balfour selbst nicht an die Berech­tigung seiner lächerlichen Prahlereien; und in Eng- r>„ < ca ■ - , , I land selbst macht sich die Mißstimmung gegen bie l5te-

b« f r°u9t se>en. gierung neuerdings laut bemerkbar. Herr Chamberlain

p 6 Sache laßt es sehr wahr- aber, sonst so redeselig, ist ein stummer Mann geworden,

scheinlich erscheinen, daß nach einer allgemeinen Wei- In Oesterreich steht wiederum ein aRittiftec = des Va r"« ^handelt wurde. Die Entrüstung wechsel vor der Thür; wahrscheinlich wird bald auf

Ln, etl.,em Telegramm zum Aus- das Beamtenministerium des Herrn von Witteck ein t r an ^"Württemberg Beamtenministerium des Herrn von Koerber folgen,

ba!T' oa6letztere die | welchem Letzter» alsdann die schwierige Aufgabe zu- Protektwndes^württembergischenLandesausschuffes des fallen würde, eine Versöhnung zwischen Deutschen und

Eröffnung der bulgarischen Sobranje durch den Fürsten; überall freundliche Beziehungen und hoffnungsreiche Lage.

29. Der Führer der katholischen Partei in Belgien Woeste, legt sein Präsidentenamt nieder.

29. Nachricht in der deutschen Presse: neue Flottenvorlage in Aussicht; 30 Schlachtschiffe 1. Klasse.

29. Die Buren schließen Ladysmith immer enger ein. Große Niederlage der Engländer bei Ladysmith; die berühmten Maulthiere laufen davon und sind mit ihren Geschützen und Munition verlören; die von General White ausgesandte Kolonne, 42 Offi­ziere und 2000 Mann, muß sich den!

von der Grenze binnen 48 Stunden und Zurück­ziehung der neuerdings in Südafrika gelandeten Streitkräfte.

11. Den technischen Hochschulen wird durch kaiserliche KabinetSordre das Recht ertheilt, Doktor-Inge­nieure zu promoviren.

11. In London wird Transvaals Ultimatum als an­maßend und unverschämt bezeichnet.

11. Der Präsident des Oranje-Freistaates, Steyn' fordert in einer Proklamation auf, der Schwester- Republik Hilfe zu leisten.

11. Kaiser!. Erlaß an die Regiments-Kommandeure gegen das Spiel der Offiziere.

12. Die Buren zerstören einen englischen Panzerzug in Vryburg. — Die Truppen des Oranje-Freistaates rücken über den Tintwapaß vor. — Die Buren beginnen die Bestürmung von Mafeking.

°13. Nachrichten über die Niedermetzelung einer deut­schen Expedition im Hinterlande von Kamerun.

14. Wiederholte Gefechte um Mafeking; die Buren sprengen einen zweiten Panzerzug in die Luft. — General Bul­ler, der englische Oberkommandirende, begibt sich nach Southampton, um fich nach Südafrika ein- zuschiffen.

16. Festmahl gelegentlich der Einweihüng des Mün- ster'schen Hafens; Rede des Oberpräsidenten v. d. Recke zu Gunsten des Mittellandkanals.

17. Die Aufhebung der österr. Sprachen-

. Verordnungen amtlich veröffentlicht.

17. Trinkspruch des deutschen Kaisers bei dem von der Stadt Hamburg gegebenen Festmahl: Stär­kung der Flotte trotz des Spottes und Hohnes.

17. Tschechische Unruhen in Prag.

18. Die englische Militär-Verwaltung verlangt in einem Nachtrags-Etat 35 000 Mann und 10 Millionen Pfund Sterling.

19. Im englischen Unterhause wird ein Antrag, die Regierungspolitik zu mißbilligen, mit 362 gegen

Pa»3<lUt in »UM. mit Ztnterhaltungs-Meilage „Muffrirte Sonntags-Zeitung"