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JuLöcr, Samstag, den 13. Januar 1900«
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Kurz vor dem Weihnachtsfeste war etwas in der ungarischen Delegation vorgekommen, das bis daher für Ungarn unerhört gewesen war: ein Mitglied der Delegation, der Abgeordnete G ab r i e l U g r on von der Unabhängigkeitspartei, hatte allerhand Ausstellungen an dem Dreibünde zu machen. Namentlich hatte er angeführt, „daß Oesterreich-Ungarn im Dreibunde ihm immer mehr auf die zweite Stelle herabgedrückt zu werden scheine, während Deutschland fortgesetzt an Macht und Einfluß im Dreibunde gewinne, Oesterreich-Ungarn solle nach der Ansicht des Herrn Ugron immer mehr in politische und wirthschaftliche Abhängigkeit vom deutschen Reiche gerathen, und diese angebliche Thatsache bekämpfte Herr Ugron heftig und leidenschaftlich. Am letzten Donnerstag hat die ungarische Delegation wiederum eine Sitzung abgehalten, und wiederum ist ein Mitglied der Unabhängigkeitspartei gegen den Dreibund losgezogen, der Abgeordnete Hollo. Dieser hat die Behauptung aufgestellt, daß die Freundschaft für den Dreibund in Ungarn immer mehr im Erkalten sei.
Zunächst muß man, um diese Erscheinungen zu verstehen, die Stellung kennen, die die Unabhängigkeitspartei in Ungarn einnimmt: sie befindet sich im Widerspruche eigentlich gegen alle bestehenden politischen Verhältnifle und will sogar nach einer Erklärung des Abg. Hollo am letzten Mittwoch das Budget ablehnen. Man darf aber nicht annehmen, daß diese Unabhängigkeitspartei in Ungarn irgendwelchen besonderen Einfluß habe. Sie ist sehr gering an Zahl ihrer Mitglieder, und nur deswegen wird ihr die Ehre zu Theil, häufiger in der Presse auch des Auslandes genannt zu werden, weil man die Aeuße- rungen ihrer Mitglieder wegen der Verschoben- heit derselben mitunter als Merkwürdigkeit oder auch als lustiges Ereigniß verzeichnet. Die Macht und der Einfluß der Unabhängigkeitspar- tei in Ungarn stehen im umgekehrten Verhältniß zu der Häufigkeit ihres Genanntseins in der Preffe; was also die Herren von der Unabhängigkeitspartei in Ungarn sagen oder nicht sagen, kann uns in Deutschland im allgemeinen recht kalt lassen.
Ein anderer, besonderer Umstand ist es, der dem dreibundseindlichen Auftreten der Herren Ugron und Genossen eine größere Bedeutung verschafft, namentlich für die Beurtheilung in der katholischen Presse Deutschlands. Herr Ugron ist Katholik, und auch guter Katholik, in dem „marianischen Königreiche" eine ziemlich selten gewordene Erscheinung. Und nun hatten verschiedene kulturkämpferische Zeitungen im Deutschen Reiche die Sache so zu drehen gesucht, als hinge die Abneigung der Herren Ugron und Genoffen gegen den Dreibund und gegen das Deutsche Reich mit der konfessionellen und kirchlichen Stellung Ugrons zusammen. Für jeden einigermaßen einsichtigen Menschen war diese
Der Slrudelkopf.
BokkSerzählung von M. S e baldus-Aug. Butscher. 14 ------ (Nachdruck verboten.)
„Daß es ein kleinliches Nest ist," erwiderte Leopold, „unterliegt für uns keinem Zweifel, und wenn nicht dies und jenes wäre, hätte ich eigentlich, offen gestanden, schon jetzt satt bis an den Hals daran. Aber vielleicht steckt doch ein guter Kern in der löcherigen Schale; er muß nach Umständen eben geschält werden und schmeckt dann vielleicht nicht so übel Es geht so ziemllch alles auf der Erde nach einer gewissen, für Strudelköpfe freilich etwas langweiligen Schablone, und vur die Dichter hauen in angeregten oder aufgelegten Stunden ein wenig über die Schnur. Daß die Leute in ihrer Art nicht sonderltch unglücklich find, unterliegt keinem Zweifel. Sie gefallen sich eben in einem allen Rahmen, der ihnen sehr chaglich geworden ist und für ihre Stumpfnasen ?aßt. Der geistig größer Angelegte freilich hält chn für erbärmlich und strebt darüber hinaus, wie z. B. der Doktor Schwertmann, der sich auch »unter Larven als die einzig fühlende Brust vor- kommt."
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| „Und sein schönes Töchterchen wohl auch", bemerkte der Assistent lächelnd. „Der Flug zur «onne ist in dem Nebelthal aber eine verwünscht schwierige Sache, und wenn nicht ein gewisses geflügeltes Rad als Motor eingreift, so geht es kben den Schneckengang weiter."
„So weit sind wir noch nicht", wehrte lächelnd b«r „Aufgezogene" ab und setzte dann, seltsam Elust werdend, hiWi:
Darstellungsweise von Anfang an das, was sie in der That ist, nämlich vollendeter Unsinn. Aber wenn gewiffe Zeitungen auf diese Kapite zu sprechen kommen, dann pflegt es mit der Einsicht recht oft sehr schlecht bestellt zu sein; und so war es auch in diesem Falle; viele haben augenscheinlich den Unsinn geglaubt.
Da ist nun von großem Werthe eine Erklärung, die der berufene Führer der ungarischen Katholiken auf politischem Gebiete am letzten Donnerstag in der ungarischen Delegation abgegeben hat, nämlich Graf Ferdinand Zichy. Dieser hat in eindringlicher und überzeugender Weise in der bezeichneten Sitzung von neuem auf den hohen Werth des Dreibundes für Ungarn hingewiesen und damit das alberne Märchen gestört, als hätten die Eigenschaften, gut katholisch sein und dreibund- feindlich sein, irgend einen innerlichen Zusammenhang. Die Blätter aber in Deutschland, die dieses alberne Märchen erfunden hatten, werden jetzt vermuthlich nicht so gerecht und wahrheitsliebend sein, die Thatsachen entgegen ihren früheren falschen Darstellungen so zu kennzeichnen, wie sie wirklich sind.
Bei dieser Gelegenheit hat Graf Zichy noch einmal die bedauerliche Thatsache heroorgehoben, daß der Vatikan nicht zur Theilnahme an der internationalen Friedenskonferenz im Haag eingeladen wurde und den anwesenden Vertreter der Regierung um Aufklärung darüber ersucht. Dieser letztere, nämlich der gemeinsame Finanzminister für Oesterreich , und Ungarn, hat darauf geantwortet, daß das Auswärtige Amt in Wien mit dies-r Angelegenheit nichts zu thun gehabt habe; die Einladungen seien von Rußland ausgegangen. Die kühl abweisende Antwort des Ministers ist zu bedauern. So ungemein zarte Rücksicht brauchte er auf feine italienischen Ministerkollegen nicht zu nehmen, daß er die offenkundige Thatsache verschwieg von deren hartnäckigem Widerstände gegen die Einladung an den Papst, trotz der offiziellen Freundschaft der Dreibundmächte unter einander. Es wäre rühmlicher gewesen für den österreichischungarischen Finanzminister, wenn er der Wahrheit die Ehre gegeben und den Muth gehabt hätte, die gehässige Handlungsweise der Regierung des neuen Königreiches Italien so zu kennzeichnen, wie sie es verdient.
Deutsches Reich.
iBerlin, 12. Januar.
h Ueichskauzker Dürft KohenkoHe hat Einladungen zu einem parlamentarischen Mahle am 15. Januar ergehen kaffen. Es sind dazu geladen die Minister, die Präsidien des Reichstages und beider Häuser des preußischen Landtages. Am Tage danach wird ein parlamentarisches Mahl beim Staatssekretär v o n Pod- bielski stattfinden.
• Unterftaatssekretär Aschenvsru vom Reichsschatzamle hat sich dazu entschloffen, um seinen Abschied einzukommen. Herr Dr. Aschenborn blickt, wie bekannt, auf eine schon sehr lange Dienstzeit zurück.
• Die oberosfiziöse «Nordd. Allgem. Ztg/ schreibt: „In der Preffe ist wiederholt berichte worden, daß die Firma Krupp in Effen mit der schleunigen Ausführung eines großen Auftrages für Lieferung von Stahl Hravale« an Kngkarrd beschäftigt sei. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, ob es mit den Pflichten strenger Neutralität, die das deutsche Reich im südafrikanischen Kriege beobachte, verträglich erachtet werden könne, wenn Lieferung von Kriegsmaterial aus Deutschland an eine der beiden Krieg führenden Parteien ausgeführt werde. Wie wir erfahren, wird diese Frage von zuständiger Stelle verneint, und deshalb ist die Firma Krupp in Effen alsbald nach dem Erscheinen jener Meldung ersucht worden, die etwa beabsichtigte Absendung von Waffen, Munition oder anderweitigem Kriegsmaterial an eine der beiden Krieg führenden Parteien einzustellen." — Nun ist aber gemeldet worden, die Bestellung des betr. Kriegsmaterials bei Krupp fe; von privater Seite erfolgt, so daß es auf Umwegen in die Hände der englischen Regierung komme. Hoffentlich wird der Firma Krupp auch dieses Hinterthürchen versperrt!
h. Die Denkschrift üöerDeutsch-Hftafrika ist jetzt an den Reichstag gelangt. Danach wohnen dort gegenwärtig 1090 Europäer, davon 881 Deutsche. Die Einwohnerzahl insgesammt wird auf sechs Millionen geschätzt. Von der neu eingeführten Hütten- und Häusersteuer wird gesagt, daß sie ein ungünstiges Ergebniß gehabt habe. Die Einfuhr hat sich während des Jahres 1898 gegen früher fast verdoppelt, und auch die Ausfuhr hat eine starke Steigerung erfahren. Seit dem 1. April 1899 ist eine Gewerbesteuer eingeführt. Indessen läßt sich nach der vorliegenden Denkschrift ein Urtheil über deren Wirkung vorläufig noch nicht abgeben. Die Einfuhrzölle haben dem starken Wachsen der Einfuhr gemäß ein sehr günstiges Ergebniß geliefert.
x Die Verhältnisse der cherichtsvolk- zieher sollen in Preußen einer vollständigen Veränderung unterzogen werden, wie an dieser Stelle schon gestern ausführlich berichtet worden ist auf Grund einer Denkschrift, die dem Etat beigegeben ist. Die Stellen der Gerichtsvollzieher sollen gleichzeitig vermehrt werden, und zwar von 1796 auf 2079 Stellen. Die neuen Einrichtungen sollen mit dem bevorstehenden 1. April eingeführt werden.
* Die preußischen Staatsvahnkademeifter ttttb Lademeisterdiätare wollen, so schreibt man der ,Köln. Volksztg/, bei dem Herrn Minister vorstellig werden, um in die Klaffe der Subalternbeamten versetzt zu werden und zugleich Erhöhung ihres Gehalts zu erwirken. Auch abgesehen davon, daß die sächsischen Lademeister bereits zu den Subalternbeamren rechnen, muß man diesen Wunsch als gerecht bezeichnen, wenn man die Obliegenheiten eines Lademeisters in Betracht zieht. Gerade diese Beamtenklasse ist es, welcher die Pflicht zufällt, selbständig für die ordnungsmäßige und schnelle Abwickelung des Güterverkehrs Sorge zu tragen. Es ist somit nach jeder Richtung ein verantwortungsvoller Posten, der in hohem Maße Intelligenz, Ausdauer und Pflichtgefühl erfordert. Es wäre auch
„Da sird wir an der Stelle jener furchtbaren Katastrophe angelangt, bei deren Anblick mir jedesmal ein Stich durchs Herz geht. Nichts erinnert mehr daran, als jenes schlichte Kreuz, an dem, so viel ich erkennen kann, zwei Frauengestallen knieen. Wenn man derartiges Fürchterliches angesehen, so versinkt die alltägliche Erbärmlichkeit in Nichts, und man begreift nicht, wie der Mensch fein kurzes Leben an Nichtigkeiten hängen kann, die mehr weinerlich als lächerlich sind."
„Das ist nur zu richtig", stimmte der Assistent bei, der auch ein wenig tiefer sah als andere Leute. „Aber Du magst Hinsehen, wohin Du willst, es ist überall die gleiche Geschichte. Die Kleinlichkeit und Oberflächlichkeit sind Trumpf, und die groß angelegten Nature.-: wandeln einsam."
„Besonders die Dichter und Denker", bemerkte lächrlnb Leopold. „Die ersten besonders, die man oft genug hungern läßt, um ihnen dann nach Jahrzehnten ein Denkmal zu errichten und ihnen also erst recht einen Stein statt des Brodes zu geben. Doch darf man nicht zu bitter fein, edle und brave Naturen finden sich auch noch überall . . . Doch waS ist das? Da drüben l'nieen wirklich und wahrhaftig die Töchter der aroßen Gegner geschwisterlich beisammen und lehen vielleicht zum Höchsten, er möge dem einen der Väter eine Portion Verstand nehmen und ir dem anderen geben, damit ein versöhnender Ausgleich stattfinde."
Der Assistent lächelte. Dann sagte er: „Wir Annen ja fragen, ob es sich so verhält." Damit lieg er die Böschung hinunter, und Leopold olgle ihm fast mechanisch.
Der schlaue Assistent hatte von dem „Bittgänge" der beiden Mädchen recht wohl gewußt und seine Maßnahmen darnach getroffen. Er sagte aber nur, indem sie den Fußweg betraten, der der Böschung entlang lief:
„Die Beiden sind im Stillen längst Freundinnen, machten aber ihre Gänge so ziemlich heimlich bis jetzt. Die „künstlichen Blumen" aber haben den gespannten Verhältnissen die Schärfe genommen, und so wird es nicht gefährlich fein, trenn wir ihnen unsere Begleitung für den Heimweg anbieten."
Daun flüsterten die jungen Männer noch ein Weniges mit einander und schritten auf die Mäd- eben zu. Das „Visitiren der Strecke" und die „Einträge" schienen wie vergeffen zu fein.
Auch die Mädchen hatten miteinander geflüstert und die beiden Ritter trotz des Nebels daher kommen sehen. Sie schienen ihrem Schicksal nicht au^ weichen zu wollen und empfingen die Kommenden mit dem bei solchen Anlässen üblichen schüchternen Erröthen.
Um einen Gesprächsstoff war man nicht verlegen, denn das schlichte Kreuz redete deutlich genug von jener Sylvesternacht, in der so Grausiges geschehen, und man kam unwillkürlich darauf zu sprechen. Melanie hatte Thränen in den schönen slauen Augen und war so verwirrt, daß fie eine Zeit lang gar nicht zu wissen schien, wer an ihrer Seite dahinschritt. Es war der Assistent, der, chweigsam wie er auch fein konnte, aus ihre chwermüthige Stimmung ausging. Sie kamen unwillkürlich auf jenes Gedicht zu sprechen, das der „Strudelkopf" verfaßt hatte, und schienen einig im Lobe des Verfassers.
27. Jahrgang.
dieser Beamtenklaffe ein gleiches Maß von Wohlwollen zu gönnen, wie es in den letzten Jahren so mancher anderen Beamtenklaffe zu theil ge
worden ist.
Parlamentarische Nachrichten.
+ Die Nudget-Kommiffton des Aeichs- tages hat am heutigen Freitag die Berathung des Post-Etats fortgesetzt. Auf den Wunsch der Regierung wurde zunächst ausnahmsweise eine Forderung der außerordentlichen Ausgaben besprach en. Zur Vergrößerung des Postgrundstückes in Mannheim sind 297,000 Mark als erste Rate in den Etat eingesetzt. Im Ganzen sollen die Kosten für den Erweiterungsbau 327,500 Mk. betragen. Der Erweiterungsbau wurde von der Kommission als dringlich anerkannt, aber es wurde zunächst nur die Summe von 180,000 Mk. für die Erwerbung eines angrenzenden Grundstückes bewillige. Bei den Ausgaben für Post- und Telegraphen-Aemter fragteAbg. Dr. Hasse an, wie weit die Postoerwaltung mit der Errichtung neuer deutscher Postämter im Auslande oor- zugehen beabsichtige. Staatssekretär v. Pod- bielski erwiderte, die Post sei bemüht, mit dem steigenden Handel Deutschlands gleichen Schritt zu halten. Auf eine Anfrage des Abg. Eickhoff bemerkte der Staatssekretär, daß die Personal-Reform im höheren Postdienste noch nicht habe in Angriff genommen werden können. Abg. Müller- Fulda (Centr.) empfahl dringend die baldige Regelung der verbefferten Gehaltsstufen für die Postasfistenten. Der Staatssekretär erwiderte, der Bundesrath habe eS abgelehnt, auf den Beschluß des Reichstages in diesem Sinne einzugehen. Aber er hoffe das noch beim Buudesrathe durchzusetzen.
0 Avft. vov Ltardorff will den Vorsitz in der Budget-Kornrnisfion des Reichstages niederlegen, weil er nach seiner Ausgabe durch dieses Amt zu s-hr behindert werde an den Arbeiten im Landtage. Sollte Herr von Rarborff diese seine Absicht ausführen, so ist als sein Nachfolger der nationalliberale Abg. Möller- Duisburg in Aussicht genommen.
Aus -em Reichstage.
•<y 126. Sitzung vom 12. Jan. 1900.
Zur Berathung stehen zunächst die zum Jnvaliden- verftcherungsgefetze aus demHause eingebrachten und früher nicht erledigten Resolutionen. Es beantragen :
1) Abg. Irhr. von Stumm: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage einen Gesetz- «ntwurf vorzulegen, durch den im Anschluss« an die Invalidenversicherung die Versicherung der Wtttwen und Waisen für die versicherten Personen eingeführt wird; — ferner die
2) Abgg. Dr. Schaedker, Dr. Kitze und Gen.: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage thunltchst bald einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den im Anschlüsse an die Jnvaltdenverstcherung die Wittwen- und Waisenverstcherung für die in Fabriken beschäftigten Personen unter entsprechender Erhöhung der Beiträge (Zufatzmarke) eingesührt und den übrigen Versicherten die Betheiligung im Wege der freiwilligen Versicherung ermöglicht wird.
Diese beiden Resolutionen werden gemeinsam be- rathen.
Abg. Irhr. von Stumm weist darauf hin, daß seine Resolution bereits eine alte Bekannte, und daß es höchste Zeit sei, fie anzunehmen; denn es gelte eine
Der Letztere folate an Helenens Seile, die mit ihrer frischen Natürlichkeit und Lebhaftigkeit ihm sehr zusagte. Merkwürdigerweise sprachen fie von Aemtern und Würden und schienen darüber einig zu sein, daß der Bürgermeister einen weisen Ausspruch gethan, als er gesagt hatte, so ein Assistent fei nicht mit Geld zu bezahlen.
Als sich die Paare in der Nähe des Bahnhofes auf der Fahrstraße wieder vereinigten, war noch eine Zeit lang die Rede von weißen Kleidern und blauen Schärpen, von künstlichen und natürlichen Blumen, von hohen Herrschaften und kleinlichen Winkelstättereien, über; welch letztere die Mädchen ebenso unverblümt und abfällig urteilten wie ihre Begleiter.
Es plauderte sich so behaglich in dem dichten Nebel, der die jungen Leute traulich und verschwiegen wie eine Tarnkappe umfing. Die Mädchen wurden erst der Zeit inne, als unmittelbar neben ihnen ein feuriges Auge aufblitzte und wie grämlich auf fie niederstarrte. Es war eine Ecdöl- laterne — denn Winkelstadt war noch nicht mit Gas erleuchtet — und der Mann, der fie bediente, verschwand wieder im Nebel wie in einer Versenkung.
Die jungen Leute reichten sich freundschaftlich die Hände, und während die Mädchen über die Brücke schritten, begaben sich die Fceuyde in die Restauration, um vor dem Eintreffen des Zuges ein Glas Bier zu trinken.
„Wie gefällt Dir die Helene?" fragte nach einet Weite leife der Assistent.
„Gar nicht übel", lautete die lebhafte Antwort. „Sie hat eine Frische und Natürlichkeit