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kS» JufCTot«8J. p-ezell«» ix Frida. mit Nnterhallungs-Meikage „Illustrirte Sonntags-Zeitungr
JuLöcr, Montag, den 8. Januar 1900.
27. Jahrgang.
0 Koloniale und äußere Politik Deutschlands im Jahre 1899.
i Das Jahr 1899 hat dem deutschen Kolonial« \ besitze bekanntlich einigen Zuwachs gebracht, durch 'Kauf sowohl als auch aus dem Wege des Austausches mit anderen Ländern. Gekauft haben wir von den Spaniern die Inselgruppen der Karolinen, Palau-Inseln und Marianen; und von den Samoa-Inseln haben wir die beiden größten erhalten, wogegen wir den Engländern Vortheile gewährt haben in Westafrika, im Hinterlande von Togo, und anderwärts. Das Abkommen über Samoa ist für Deutschland entschieden vortheilhast, obwohl man es bedauern kann, daß wir dafür alle Ansprüche auf Salaga aufgegeben haben, die bedeutendste HandelSnieder- laffung im Hinterlande von Togo, liebet den Ankav* der genannten, ehedem spanischen Süd- see-Jnseln gehen die Ansichten stark auseinander. Auf keinen Fall Lun man sagen, daß der dafür gezahlte Preis niedrig sei. Er ist an sich beträchtlich; und außerdem darf man nicht vergessen, daß gerade sehr ausgedehnter Jnselbesitz in fernen Erdtheilen größere Ansprüche stellt an die Leistungen unserer Kriegsflotte, als der Besitz von Kolonieen auf Festländern, wie beispielsweise in Afrika. Dagegen spricht für die Erwerbungen in der Südsee der Umstand, daß dieselben sich in vor- theilhafter Weise durch ihre geographische Lage an den bereits vorhandenen deutschen Besitz angliedern.
Das neue Schutzgebiet in Ostasien, Kiau- tschau, gibt durch seine gesundheitlichen Ver- hältnisie sehr viel Anlaß zu Klage. Die Sterblichkeit dort unter den Europäern, namentlich unter unseren Marinemannschaften, ist sehr erheblich, so daß man Kiautschau gegenwärtig eines der ungesundesten deutschen Schutzgebiete nennen muß. Dir Regierung versichert aber in einer kürzlich erschienenen Denkschrift, daß das nicht mit dem Klima Zusammenhänge, dieses sei vielmehr vortheilhast für Europäer. Aber der Boden sei durch die schmutzige Chinesenwirth- schaft aufs Aeußerste verseucht unv es mangele außerordentlich an geeigneten Wohnungen; und diesen llebelständen hofft man abhelfen zu können. Die Zukunft muß lehren, ob es sich so verhält.
In den afrikanischen Schutzgebieten, namentlich in Ostafrika und Kamerun, hat sich während des letzten Jahres der Plantagenbau in erfreulicher Weise weiterentwickelt. Aber freilich arbeiten die zahlreich vorhandenen Pflanzungsgesellschaften nicht nur mit deutschem Gelde, auch die Engländer und Belgier sind stark daran betheiligt. Für Ostafrika ist der Bau einer Centralbahn geplant, deren Kosten insgesammt auf nahezu 300 Millionen Mark veranschlagt sind. Voraussichtlich wird dieser Plan lebhafte Auseinandersetzungen im Reichstage veranlassen. Die Ruhe ist in den afrikanischen Schutzgebieten nicht gestört worden, außer in Kamerun und in seinem Hinterlande. Dort ist die Mlsstonsstation Kribi einem Em- aeborenen-Angrlffe zum Opfer gefallen und im Hinterlande wurde Leutnant van Queis getödtet.
der dort an der Spitze einer kleinen Expedition ins Innere vorgedrungen war.
Mit afrikanischen Dingen soll sich, wie versichert wird, ausschließlich ein geheimer Vertrag beschäftigen, der zwischen Deutschland und England abgeschlossen worden, aber noch immer seinem Inhalte nach unbekannt ist. Der Vertrag wurde als ein Kennzeichen gedeutet für die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern, und dieselbe Deutung ist dem Besuche zu Theil geworden, den der Kaiser im November in England gemacht hat. Aber von großer Freundschaft zwischen betben Völkern kann nimmermehr die Rede sein. Durch den ungerechten Krieg gegen die Buren haben sich die Engländer bei den Deutschen ganz besonders geschadet, weil gerade int Deutschen ein sc-hr starkes Gefühl für Recht und Unrecht im Völkerleben entwickelt ist; und neuerdings wird auch das gute amtliche Verhält» ß zwischen Berlin und London auf eine harte Probe gestellt durch die Beschlagnahme deutscher Schiffe, die angeblich verbotene Maaren für die Buren geladen haben sollen. Die Engländer nehmen diese Schiffe, darunter große deutsche Postdampfer, in Gewässern weg, die neutral sein und der englischen Herrschast nicht unterliegen solle»; es fehlt ihnen dazu also jegliche Berechtigung. Die Verhandlungen darüber zwischen den Regierungen sind eingeleitet. Aber die Ergebnisse dieser Verhandlungen sind noch unbekannt. Sicherlich wird das ganze deutsche Volk von dem dringenden Wunsche beherrscht, daß durch den erforderlichen Nachdruck die Briten belehrt werden darüber, was sie den Fahrzeugen einer angeblich befreundeten Macht an Achtung schuldig sind.
Besser als das Verhällniß zu England, aufrichtiger und auch sicherer begründet, sind die Beziehungen, die Deutschland mit den meisten anderen Staaten verbinden. Vor allen Dingen legt dafür ein gutes Zeugniß ab der Besuch, den der Zar im Herbste des letzten Jahres dem deutschen Kaiser in Potsdam machte. Ein freundschaftliches Verhällniß zu Rußland kann uns nur erwünscht sein, vorausgesetzt, daß es verbunden ist mit gleichzeitiger Freundschaft zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn; und daß diese letztere in alter, ungetrübter und unerschütterlicher Weise fortbesteht, dafür liegen so klare Bewstse vor, daß man sich voller Beruhigung darüber hingeben kann. Die Unkenrufe, die ab und zu ertönen, als sei es nicht so, entspringen entweder aus übertrieberer Besorgniß oder aber aus böswilliger Entstellung. Und da wir auch mit Frankreich auf einem so guten jFuße stehen, wie dies unter den obwaltenden Verhältnissen nur immer möglich ist, so können wir auf die Entwickelung unserer auswärtigen Politik während des abgelaufenen Jahres mit voller Befriedigung zurückblicken. Dem Leiter des auswärtigen Amtes, dem Staatssekretär von Bülow, hat die vortreffliche Erfüllung feiner Aufgaben den Grafentitel eingetragen; und ohne Frage entspricht diese kaiserliche Auszeichnung des Staatssekretärs der allgemeinen Volksanschauung. Möge es immer so bleiben!
Deutsches Deich.
Berlin, den 6. Januar.
* Der ,Hamburger General-Anzeiger' brachte gestern folgende sensationelle Meldung: „Särnrni- liche auf Urlaub befindlichen Marinema««- schafle«, auch solche, welche noch mehrwöchigen Urlaub hatten, haben, wie in Hamburg mit Bestimmtheit verlautet. Befehl erhalten, sofort die Rückreise anzutreten und sich in Kiel bezw. Wilhelmshafen zu stellen. Man bringt diese Maßregel mit den von England vorgenommenen Maßregeln gegen deutsche Schiffe in Verbindung." Der letzte Satz machte die Meldung sofort verdächtig. Auf eine Anfrage von anderer Seite erklärte denn auch die Marine-Station in Kiel, daß ihrerseits keine Rückberufung von Marine-Beurlaubten erfolgt ist. Wenn ein einzelner Marinetheil eine solche oorgenornnten habe, so könne es sich nur um die Wiederbesetzung von durch Krankheit rc. erledigte» Stellen bandeln. Sonst liege kein Anlaß vor, die Rückkehr früher erfolgen zu lassen. In gleicher Weise erklärt nun auch das Wolff'sche Bureau, daß die Meldung des .Hamburger General - Anzeigers' vollständig aus der Lust gegriffen fei.
+ Die DeschkagnaHme deutscher Schiffe durch die Engländer erregt allgemein heftige Entrüstung und das mit Recht. Dennoch darf man sich durch diese gerechte Entrüstung nicht zu unvorsichtigem Thun hinreißen lassen; und unter diese Rubrik würde es gehören, wenn beispielsweise der deutsche Kolonialverein, wie manche Leute es haben wollten, in aller Form Entrüstungs-Versammlungen gegen England wegen der Beschlagnahme der deutsche» Dampfer vor der Delagoa-Bucht und in Ade» veranstalte» wollte. Die leitenden Männer des Kolvnialver- eins sind klüger und haben die Abhaltung solcher Versammlungen verhindert; und das ist zunächst das einzig Richtige, denn vorläufig ist der That- bestand noch nicht vollkommen klar gestellt, und außerdem find ja die diplomatischen Verhandlungen zwischen den beteiligten Regierungen in vollem Gange. Es handelt sich bisher, wie bekannt, um drei deutsche Dampfer, um „Bundesrath" und „Hans Wagner", die vor der Delagoa- Bucht gekapert worden sind, und um den Dampfer „General", der in Aden festgehalten wurde. Von dem Dampfer „Hans Wagner" wird behauptet, er habe große Mafien Pulver und Dynamit an Bord, die für die Buren bestimmt seien. De» farbigen Fahrgästen des „Bundesrath" ist ohne weiteres gestattet worden, an Land zu gehen, alle Europäer jedoch sind zurückgehalten worden unter der Bewachung durch englische Matrosen — ein vollkommen rätselhaftes Beginnen. Der Dampfer „General" dürfte, wenn diese Zeilen zum Drucke gelangen, seine Fahrt bereits wieder fortgesetzt haben. Sehr befremdlich ist der Versuch, der van London aus gemacht worden ist, die ganze Sachlage falsch darzustellen. Deutschland sollte danach gar keinen Widerspruch gegen die Beschlagnahme der Schiffe erhoben haben, so meldete das Londoner offiziöse Drahtbureau; worauf sofort das Berliner offiziöse Drahibureau mit der Richtigstellung antwortete, daß die deutsche Regierung sofort Einspruch erhoben hat Sehr richtig wird die An
(Nachdruck verboten.)
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Der Gestrenge trommelte mit den selten Fingern auf den Tifch, während die Mutter der Tochter einen bösen Blick zuwarf.
„Lasten wir das", sagte er dann würdig, „jeder ist fich selbst der Nächste, wie ein großer Dichter sagt. Ja, ja", fuhr er dann unvermittelt fort, „das war eine Katastrophe, wie sie nicht alle Tage vorkommt. Sie sind in blutjungen Jahren zu Ehren und zu einer Rettungs- Medaille gekommen. So kann es gehen. Auch der Doktor hat auf seine Wunde das gleiche Pflaster legen dürfen, wenn er auch in seinem demokratischen Eigensinn thut, als scheere er sich keinen Deut um eine solche Ehre. Von Rechtswegen hätte aber eine solche Auszeichnung einem andern gebührt, den ich aus Bescheidenheit nicht nennen will, und der auf eine unverantwortliche Weise auf die Seite gedrückt wurde."
„Das pfeifen die Spatzen von den Dächern", rief eifrig feine treue Gesponsin, während Helene unwillig erröthete.
Der Besucher verbiß ein Lächeln und sagte dann ernsthaft:
„Nun, was nicht ist, das kann noch werden. Die Regierung wird nicht zu den „Ewigblinden" gehören, sondern des „Lichtes Himmelsfackel" wird ihr sicher einmal die Augen öffnen für die Verdienste, die vielleicht schon zu lange unter dem Sessel verborgen lagen."
Der Strudekkopf.
Volkserzählung von M. S e baldus-Aug. Butscher.
Ein freudiges Aufleuchten erbellte das Gesicht des Gefeierten, und auch feine Frau lächelte geschmeichelt. Helenens schöne Augen aber streiften ein wenig mißtrauisch das Gesicht des Besuchers, der seinen Ernst unentwegt behauptete.
„Sie wissen ihre Worte gut zu setzen", et« widerte selbstgefällig der Dichter von Winkelstadt. „Nun, warten wir's ab. Um bei dem Unglück zu bleiben, so werden Sie sich erinnern, daß dasselbe durch eine falsche Weichenstellung verursacht wurde. Da zerbreche ich mir nun alle die langen Jahre di» Kopf, um einen Reim auf „Weichen- fteßung" zu fiiioen. Es ist Ihnen wohl nicht bekannt, daß ich — hm — zuweilen Verse mache?"
„Die gar nicht übel sind", fiel seine Frau ein.
„Doch, ich habe davon gehört", bemerkte mit unzerstörbarem Ernste Leopold.
„Ah", lautete die wie geölte Antwort, „Sie scheinen ja ein sehr wissenschaftlich gebildeter junger Mann zu fein. Aber bleiben wir bei der Sache. Also: „Weichenstellung". Es wollte mir lange kein Reim paffen. Doch könnte man vielleicht sagen:
Höret ihr die Zeichengellung
An dem Bahnhof, laut und schrill?
Falsch war ja die Weichenstellung, Und die Herzen stehen still!"
Leopold war ganz starr über diese Poesie, die mit solcher Kürze und Schärfe eine Reihe von Menschenleben gleichsam niedersäbelte.
„Bravo", sagte er endlich, während der Dichter verschämt wie ein junges Mädchen, das seine Liebe ausgeplaudert, vor sich niedersah.
„Der Vers ist von dramatischer Knappheit", setzte er dann ernsthaft hinzu, „und besonders die „Zeichengellung" ist gut. Ein derartiges Wort wäre mit meiner Lebtag nicht eingefallen; ich gratulire Ihne» dazu."
„Danke bestens", erwiderte würdig der Gefeierte, „es ist mir aber auch erst nach langjähriger Uebtrlegung eingefallen, so was läßt sich nicht Über's Knie abbrechen."
„Er bringt oft halbe Nächte darüber hin", bestätigte Frau Bürgermeisterin, „aber dann hat die Sache auch Hand und Fuß."
„Bewunderungswürdig," murmelte der Besucher und nahm einen tüchtigen Schluck aus feinem mit Wein gefüllten Glase, während ihn Helenens Augen studirten, wahrscheinlich, um herauszubringen, ob er ein Schelm oder Dummkopf sei. Denn daß diese Dichtereien ihres Vaters nicht weit her waren, hatte ihrem klugen Köpfchen schon eingeleuch et.
Der Besucher wollte fich entfernen, denn es ging gegen Mittag, aber der Dichter sagte sehr ernsthaft:
„Das wäre eine Beleidigung, jetzt schon von uns und einem so herrlichen Thema Abschied zu nehmen. Sie bleiben zum Mittageffen, die Magd ist schon angewiesen. Die Züge gehe» auch ohne Sie, denn Sie haben ja einen Assistenten. Um einen Assistenten ist es wirklich eine schöne Sache, und der meinige ist nicht mit Gold zu bezahlen. Sie werden ihn beim Esten kennen lernen."
Da gab es keine Widerrede, und jetzt ging die Geschichte erst recht los, denn Herr und Frau verbisten sich derart in dichterische Themate, daß dem Besucher fast Hören und Sehen verging. Es
gelegenheit und das ganze Verhällniß zwischen Deutschland und England von der liberalen Wiener ,Neuen Freien Presse' beurtheilt, indem diese schreibt: „Aus die Dauer verträgt keine Nation ein Verhällniß, in dem stets sie die Rolle des Kühlen und Besonnenen spielen muß, die andere aber (hier England) ihrem Temperamente frei die Zügel schießen lafien darf. Das deutsche Reich hat in dreißig Friedensjahren im Vollbesitze seiner Kraft Proben der Mäßigung genug abgelegt. Desto verbitternder und aufreizender muß die brüske Herausforderung des deutschen Nationalgefühls wirken, die darin besteht, daß ohne vorherige Verständigung deutsche Schiffe mit Beschlag belegt werden." Nun, Deutschland spielt auch in diesem Falle noch einmal den „Kühlen und Besonnenen". Aber es wird die allerhöchste Zeit, daß England nunmehr endlich durch eine befriedigende Antwort auf den deutschen Einspruch dem deutschen Reiche diese schwierige Rolle erleichtert — wirklich die allerhöchste Zeit!
X Weivkiche «nd j«ge«dkiche Arvetter werden im deutschen Fabrikbetriebe von einem Jahre zum andern mehr beschäftigt. Dies geht von Neuem hervor aus den jüngsten Berichte» der Fabrik-Inspektoren, die diesmal erst recht spät erschienen sind. Danach ist die Gesammtzahl der Betriebe, welche jugendliche Arbeiter beschäftigen, im Laufe des Jahres 1898 im Gebiete des deutschen Reiches um nahezu 2000 gestiegen, d. h. auf 45,542; und die Zahl der Fabriken mit erwachsenen weiblichen Arbeitern wuchs innerhalb derselben Zeit um 950, d. h. auf 36,484. Wie stark der Prozentsatz der nerheiratheten Frauen unter diesen neu hinzugekommenen weiblichen Arbeitskräften ist, geht aus de» Jahresberichten der Gewerbe-Aufsichtsbeamten nicht hervor. Bekanntlich werden gegenwärtig darüber in allen Bundesstaaten besondere Erhebungen veranstaltet. Wiederum lauten die Berichte über die weibliche» Hilfskräfte bei der Gewerbe-Aufsicht, wo solche angestellt worden sind, günstig, Hoffentlich wird durch diese fortgesetzt günstigen Berichte auch dort nach und nach der Widerstand gegen die weiblichen Hilfskräfte beseitigt, wo er gegenwärtig noch immer vorhanden ist.
Ausland.
* Aeru, 6. Jan. Für das Referendum gegen das Bundesgesetz über die Krankeu- und Unfallversicherung sind mehr als die erforderliche» 30000 Unterschriften zusammengekommen, so daß die Volksabstimmung stattfinden muß.
+ Aaris, 7. Jan. Der Ausstand in St. Etienne ist nunmehr gänzlich beendet. Der Vertreter der Arbeiter, Jamös, und der der Grubengesellschaften Gruner haben gestern die Vereinbarungen unterzeichnet, wonach den Arbeitern eine Lohnerhöhung von 43 Centimes zu- gestanden wird. Morgen wird die Arbeit überall wieder aufgenommen. — Das Kolonialamt hat Nachricht von einem Angriff erhalten, welcher gegen die französische Expedition Flament in der Oafe von Eidikelt am 27. Dezember ausgeführt worden ist. 500 Eingeborene griffen die französischen Truppen an, wurden aber zurück-
wurde ihm anvertraut, daß der Bürgermeister eine Sammlung seiner Gedichte unter dem Titel „Sternschnuppen" herauszugeben beabsichtige und sogar eine Novelle angefangen habe, die — Leopolds Erstaunen war groß — von jener Eisenbahnkatastrophe ausging und den jetzigen Stationsvorstand zum Mittelpunkte und Helven hatte, in der aber der Doktor Schwertmann sehr schlecht wegkommen sollte.
„Die Sache wäre nun schon recht," meinte behäbig der vielseitige Bürgermeister, „aber ich kann nicht mehr weiter. Gestern habe ich die Geschichte fertig gemacht, bis zu Ihrem Einzug in Winkelstadt — denn sie muß ganz aus dem Leben geriffen sein — und heute Abend, wenn ich vom Bier komme, kommt Ihr Besuch daran. Aber wie dann weiter?"!
„Nun, die Sache ist doch sehr einfach, meinte innerlich belustigt und geärgert zugleich unser doppelter Held. — „Sie warten einfach ab, wie meine Schicksale sich weiter auswachsen, und schreiben sie kurzweg vom Leben ab."
„Das wäre schon recht," meinte nachdenklich der Bürgermeister, indem er mit dem Zeigefinger die bläuliche Nase rieb, „aber Sie sind noch jung, und ich bin alt, und da würde die Geschichte nie fertig."
»Dann muß ich mich eben mit meinen Abenteuern und dergleichen ein wenig beeilen," sagte belustigt der Novellisirte, „und da die meisten Geschichten mit einer Heirath endigen, so könnten Sie vielleicht in nicht zu ferner Zukunft eine solche erleben. Ich will Ihnen gerne den Gefallen thun, und dann machen Sie in aller Seelenruhe den Schlußpunkt und lasten da« Büchlein vom Stapel." (F. f.)
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