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Druck nn» Verla« »er Mtaer »ctiendrnckereS pelcrsgaKc Nr. 2 (barmetde).
27. Jahrgang
Jutöcl, Freitag, den 5. Januar 1900.
! Zweites Wt'cltt
gewaltigvng, die fortgesetzt von den sozialdemokratischen Arbeitern gegen die andere Arbeiterschaft versucht wird. Aber wäre der Entwurf zum Gesetze geworden, dann würde man nur zu bald erfahren haben, daß die Freiheit des Ar« beiterstandes im allgemeinen davon bedroht gewesen wäre. Das verfaffungsmäßige Koalitionsrecht würde unter den Bestimmungen dieses Gesetzes gelitten haben, und daß der Entwurf ganz einfach ohne die Ehre einer Kommissionsberathung in der Versenkung verschwand, hat die Arbeiterschaft der festen Haltung des Centrums zu verdanken. Die Konservativen und Freikonservativen waren sehr enttäuscht durch dieses schnelle Be« gräbniß, und sie stellten sich thörichterweise so an, als thätkn die bürgerlichen Parteien, die die Zuchthausvorlage ablehnten, damit der Sozialdemokratie den allergrößten Gefallen. Als nun aber gar am 6. Dezember Reichskanzler Fürst Hohenlohe im Reichstage erklärte, daß die verbündeten Regierungen zur Annahme des Antrages Bassermann bereit wären, also zur Aufhebung des Verbindungsverbotes für politische Vereine, da hatte ihre ^Enttäuschung" keine Grenzen mehr, und ihr Äerger darüber machte sich Luft in einer außerordentlich scharfen Erklärung des konservativen Grafen von Limburg-Stirum gegen den Reichskanzler. Wie gern hätte man diesen von seinem Platze verdrängt, den — „süddeutschen Liberalen", wie Graf Limburg-Stirum den Reichskanzler nannte.
Der Pfeil aus dem Köcher des konservativen Streithahns scheint nicht ganz umsonst abgeschossen worden zu sein. Wenigstens erschien einige Tage später in der .Norddeutschen Allgem. Zeitung' eine lange Rechtfertigung des Reichskanzlers gegen die konservativen Angriffe, womit den letzteren unbedingt viel zu viel Ehre angethan wurde, und die sich kaum anders als so erklären läßt, daß der greise Kanzler gleichzeitig sich anch vor anderen Augen rechtsertigen wollte. Es gibt nicht nur in den Reihrn der konservativen Parlamentarier Männer, die dem Reichskanzler einen schnellen Abgang wünschen; .auch innerhalb der Berliner Regierung selbst fehlt er nicht an solchen nach dem Sinne des alten Sprüchleins: stehe auf von deinem Platze, damit ich mich darauf setzen kann!
Von diesen eigenartigen Verhältniffen kommt es her, daß wir das haben, was wir den Z i ck- zack-Kurs nennen — heute so, morgen anders, je nachdem nun gerade in einer Sache die eine oder die andere Seite das Uebergewicht hat. Dem Reiche kann das unmöglich zum Vortheil gereichen. Aber vorläufig ist leider noch keine Aussicht auf Aenderung und Besserung vorhanden; und somit wird der Zickzack-Kurs auch noch das neue Jahr 1900 beherrschen.
Was uns sonst das Jahr 1899 gebracht hat, davon soll in einem weitern Artikel die Rede sein.
die Wunden, die der Herr Minister aus den bisherigen Kämpfen um den Mittrlland-Kanal davongetragen hat; oder aber eine kleine Ermunterung dazu, auch die noch bevorstehenden Kämpfe geduldig über sich ergehen zu lassen.
In Wien war seltener Besuch: Der junge König Alexander von Serbien. Lange, lange Zeithat er sich vergeblich darum beworben, in der Wiener Hofburg empfangen zu werden; jetzt ist ihm das endlich geglückt, vermuthlich aber erst nach gegebenem Versprechen, die Verurtheilten aus dem letzten serbischen Prozesse der angeblichen Verschwörer baldigst zu begnadigen. Wenigstens ist über Budapest berichtet worden, daß diese Begnadigungen bald nach der Rückkehr des jungen Königs angeordnet werden sollten. Angeblich wollte derselbe auch in Wien um die Hand einer Prinzessin anhalten, die mit dem österreichischen Kaiserhause verwanot ist; im Interesse aller Prinzessinnen kann man nur das eine wünschen, daß der Herr König sich einen recht kräftigen Korb geholt habe. Wenn diese Dynastie ausstirbt, so wird das schwerlich irgend jemand in der Welt bedauern; und wenn es in den Hofberichten wieder einmal hieß, der Empfang des serbischen Königs durch Kaiser Franz Joseph sei besonders herzlich gewesen, so war das nichts weiter als eine der üblichen leeren Redensarten der Hofberichterstatter, hinter denen nichts zu suchen ist.
Nunmehr hat auch Deutschland durch seinen Botschafter in Paris, den Fürsten Münster, alle Ueber- einkünfte und Erklärungen unterzeichnen zu lassen, die von der internationalen Friedenskonferenz im Haag beschlossen worden waren. Oesterreich- Ungarn und Italien waren den Beschlüssen bereits beigetreten. Es handelt sich dabei, um es noch einmal kurz zu wiederholen, um die friedliche Schlichtung internationaler Streitigkeiten, um Bestimmungen und Gebräuche für den Landkrieg und um die Anwendung der Grundsätze der Genfer Ucbereinkunft von 1864 auf den Seekrieg.
Den Inhalt des deutsch-englischen Abkommens über Afrika wollte ein Berliner Blatt erfahren haben, das sehr gern in Sensation arbeitet, nämlich der .Berliner Lokalanzeiger'. Derselbe mußte es sich aber gefallen lassen, daß hinterher seine Angaben vom .Reichsanzeiger' als „dreiste und ungeschickte Erfindung" bezeichnet wurden. Nun sind neuerdings Mittheilungeu über das geheimnißvolle Abkommen in einem Hamburger Blatte ausgetaucht, das mitunter zu halbamtlichen Kundgebungen benützt wird. Aber man weiß ebenso wenig, ob diese Mittheilungen richtig sind. Danach soll eS sich um einen Vertrag handeln, der nur unter ganz bestimmten Umständen zur Geltung gelangen würde, die von den Zuständen in Portugal abhängen sollen; und ganz ausschließlich soll es sich in dem Vertrage um die portugiesischen Besitzungen in Afrika handeln.
Die Engländer thuen aber jetzt schon so, als gehörten ihnen diese Besitzungen. Wenigstens in und vor der Delag o a-B ucht nehmen ganz einfach englische Kriegsschiffe fremde Schiffe weg, auch deutsche, unter dem Vorwande, daß sie Kriegskontrebande enthielten, Maaren, die nach ihrer Ansicht im Kriegsfälle nicht gehandelt werden dürfen. Dieses Prisen-Recht, wie man sagt, haben die Engländer stets sich selbst zurecht gemacht und sich geweigert, internationalen Abmachungen darüber beizulreten. Das ist an sich unrecht. Aber hier kommt noch als erschwerender Umstand hinzu, daß die Engländer die Gesetze der Neutralität verletzen, indem sie auf portugiesischen Gewässern sich einfach als Herren aufspielen. Hoffentlich werden sie durch die deutsche Diplomatie und die Vertreter der übrigen Kulturstaaten sehr nachdrücklich darüber belehrt, daß sie sich solche Uebergriffe nicht erlauben dürfen. Wie außerordentliche Mißbilligung das Benehmen der Engländer in Südafrika überall hervorruft, das geht am besten daraus hervor, daß sogar in amerikanischen Städten von ansehnlichen Versammlungen Beschlüsse gefaßt werden, in denen die Hoffnung ausgesprochen wird, daß die Buren siegen und die Engländer unterliegen möchten. Auf dem Kriegsschauplätze selbst ist nichts Neues von Wichtigkeit vorgekommen.
Römische Briese.
xiv.
□ Rom, 1. Januar 1900.
Rom scheint seine „Befreiung", welche vor nunmehr 30 Jahren erfolgt sein soll, momentan vollständig vergessen zu haben. Seit der Eröffnung des Jubiläums-Jahres spricht und hört man hier von nichts weiter als diesem. Sei eS nun, daß bei dem Einen dieser etwas plötzlich« Gesinnungswechsel durch wirklich kirchlichen Sinn, bei dem Andern vielleicht durch den nüch-
•F Das Deutsche Reich im Jahre 1899.
Wer beantwortet die Frage, ob das Jahr 1899 der deutschen Reichspolitik ein gutes oder ein schlechtes gewesen ist? Die Frage läßt sich so ohne weiteres nicht beantworten. Aber es wird viele Leute im Reiche geben, die große Neigung dazu haben, zu sagen; es war kein gutes Jahr. Und wenn nun das Jahr nicht noch geringerer einzuschätzen ist, so wird man bei genauerer Nachforschung finden, daß der Dank dafür dem Centrum gebührt, wenigstens in den meisten Fällen.
Mehr noch als andere Jahre stand das ab- gelausene Jahr 1899 unter dem Zeichen des Militarismus, des Militarismus zu Lande und zu Waffer. Das Jahr vorher hatte uns eben erst ein neues Flottengesetz gebracht, das mit Ach und Krach zustande kam, und kaum war der Reichstag zu Ende des Jahres 1898 zusammen getreten, da wurde er auch schon wieder mit einer Militärvorlage großen Stils beglückt. Und auch diese konnte nur mit genauer Noth in den Hafen der Verabschiedung einlaufen. Aber noch ehe diese neue Militär- vorlage das Licht der Welt erblickt hatte, gingen bereits Gerüchte um, daß es bei dem soeben erst bewilligten Flottengesetze sein Bewenden nicht haben sollte; und diese Gerüchte verstummten erst, als der Staatssekretär der Marine, Herr Admiral Tirpitz, wiederholt die ganz bestimmte Versicherung abgab, daß die verbündeten Regierungen nicht daran dächten, den Rahmen des Flottengesetzes von 1898 zu durchbrechen. Tas war im Januar 1899. Und im Dezember 1899? Da war es vorbei mit allen schönen Träumen von gegenseitiger Bindung: da sagten eS d,e Vertr« 1er der verbündeten Regierungen im Reichstage gerade heraus, daß sehr bald eine neue Flottenvorlage kommen werde, die eine Verdoppelung des Umfanges unserer Kriegsflotte fordern solle. Noch mehr: Herr Staatssekretär Tirpitz gestand bei dieser Gelegenheit ganz offen ein, daß er bereits im Dezember 1898 dem Kaiser in einem Vortrage die weitere Vergrößerung der Kriegsflotte empfohlen habe — ein eigenes Spiel mit Worten, das da getrieben worden ist! Freilich wußte der Reichstag längst, was kommen werde: eine Rede, die der Kaiser selbst im Herbste in Hamburg gehalten hatte, war die Einleitung dazu gewesen. Aber über den ganzen Inhalt der bevorstehenden neuen Flottenvorlage ist man auch heute noch im Unklaren, und darum lehnte es auch der Führer des Centrums im Reichstage, Dr. Lieber durchaus ab, schon im Voraus eine bestimmte Aeußerung zu thun über die Stellung des Centrums dazu. Erst sehen, dann urtheilen — wunderlicherweise haben flottenfreudige Ge- müther das als ein halbes Ja des Centrums angesehen! So, wie die Dinge heute stehen, könnte man eher ein Fallen der neuen Flottenvorlage vorhersagen uno damit ein gewaltsames Ende dieses Reichstages, als das Gegen- theil davon!
Kurzen Prozeß hat der Reichstag gemacht mit dem Gesetzentwürfe der verbündeten Regierungen, der bekannt war unter dem Namen der Zuchthaus-Vorlage. Dieser Gesetzentwurf sollte sich richten gegen unerwünschte Ausschreitungen, wie sie leider nur allzu häufig vorkommen, namentlich heroorgerufen durch die Ver-
Wochen-Rundschau.
(Nachdruck verboten.)
X Fulda, 5. Januar.
Mit großem Festgepränge hat der Berliner Hof diesen jüngsten Jahreswechsel begangen; denn er ist als Wechsel des Jahrhunderts betrachtet und dieser Bedeutung gemäß gefeiert worden. Aber auch an politischen Kundgebungen großen Stils hat es nicht gefehlt. Am Neujahrstage hat der Kaiser im Berliner Zeughause an die versammelten Offiziere eine Ansprache gehalten, in der er von neuem hervorgehoben hat, daß er fest entschlossen sei, die Kriegsflotte fortdauernd umzugestalten und zu vergrößern: „Wie mein Großvater für sein Landheer, so werde ich für meine Marine unbeirrt in gleicher Weise das Werk der Reorganisation fort- und durchführen, damit sie gleichberechtigt an der Seite meiner Streitkräfte zu Lande stehen möge und durch sie das deutsche Reich im Auslande in der Lage sei, den noch nicht erreichten Platz zu erringen." Bisher war man niemals der Ansicht gewesen, daß Deutschland eine Kriegsflotte haben müsse, die ebenso stark wie sein Landheer sei; und auch in den leitenden Kreisen hatte man diese Ansicht nicht gehegt. Wenn nun aber der Kaiser sagt, daß er die Marine gleich berechtigt an der Seite der deutschen Streitkräfte zu Lande stehen sehen wolle, so kann dieser Ausspruch nicht anders gedeutet werden als ein Gegensatz zu den bisher gütigen Anschauungen. Danach wünscht der Kaiser, daß Deutschland eine Weltmacht werden soll, die durch eine Kriegsflotte ersten Ranges ihren Einfluß zeigen möge in allen Erdtheilen. Der Umschwung in der Anschauungsweise kann sich erst in allerneuester Zeit vollzogen haben; denn noch bei der Berathung des letzten Flottengesetzes bat Admiral Tirpitz, der Staats- settetär des Reichs-Marine-Amtes, die Versicherung abgegeben, daß Niemand daran denke, eine Kriegsflotte ersten Ranges schaffen zu wollen, die ebenbürtig dastehe neben den Kriegsflotten unserer ersten Seemächte. Wenn im Februar die neue Flottenvorlage im Reichstage zur Berathung gelangen wird, wird man sich also nicht nur über die Geldforderungen für die Kriegsflotte und über deren Befriedigung zu unterhalten haben, sondern namentlich auch über die Grundsätze, die in Zukunft maßgebend sein sollen für die Beurtheilung unserer ganzen Flottenftage. Leider haben sich sofort nach dem Bckanntwerden der kaiserlichen Aussprache wieder die Scharfmacher gefunden, die daraus den Grundsatz gemacht haben: für die neuen Flottenpläne oder gegen die neuen Flottenpläne sei ganz dasselbe wie für oder gegen den Kaiser. Leider aber hat man noch nichts davon vernommen, daß die Regierung etwas thue, um diese höchst gefährlichen angeblichen Freunde von sich abzuschütteln.
Der Kaiser und der Prinzregent von Bayern haben gleichzeitig Erlasse an das Heer ergehen lassen, in denen dem Heere gedankt wird für seine Mitarbeit an der neuen Einigung des deutschen Reiches. Den Dank wird jeder ehrliche Deutsche gern gelten lassen. Aber schließlich hätte wohl denselben Dank auch das Volk verdient.
Unter den besonderen Auszeichnungen, die verliehen worden sind, ist zu erwähnen, daß der Kaiser den deutschen Botschafter in Wien, Grafen Philipp von Eulenburg, den Fürstentitel verliehen hat. Graf Eulenburg gehört zu den persönlichen Vertrauten des Kaisers. Es ist schon häufig viel von ihm die Rede gewesen, namentlich in der Zeit, als Reichskanzler Graf Caprivi seinen Abschied nahm, und kürzlich noch, nach dem Zarenbesuche in Potsdam, als der Botschafter der Reihe nach die süddeutschen Hauptstädte besuchte. Der preußische Eisenbahnminister Thielen ist geadelt worden — ein Pflästerchen auf
Chronik des Jahres 1899.
(Nachdruck verboten.) April.
1. Großartiger Empfang der Tapferen der „Bul- garia" in Hamburg.
3. Das griechische Kabinet gibt seine Entlassung.
4. Aufruf des General Otis auf den Philippinen.
5. Beginn einer Verständigung in der Samoafrage; England und Amerika nehmen die Vorschläge Deutschlands auf Niedersetzung einer Kommission zur Untersuchung und Regelung der streitigen Angelegenheiten an.
5. Feierliche Eröffnung des Freihafenbezirkes Danzig in Neufahrwasser.
5. Besetzung von Jtschau (China) durch deutsche Truppen und Bestrafung der an den Revolten gegen die Ausländer schuldigen Chinesen.
6. Offizielle Einladung zur Friedens- Konferenz durch Vermittelung der niederländischen Diplomatie.
B. In der Provinz Tschau-Tsching in Korea wird die ftanzösische Mission zerstört.
9. Enthüllung des Denkmals für Pasteur in Lille.
9. Rektor Peter Schmidt aus Jerusalem vom Kaiser empfangen.
11. Domkapitular H. Boß zum Bischof von Osnabrück gewählt.
11. Bayerische Bischofs-Konferenz in Freising.
11. Oberst Pando, Führer der Aufständischen in Bo- livia, hält seinen Einzug in Oruro.
11. Preuß. Landtag: Abänderung des Kommunal- abgaben-Gesetzes.
12. Deutscher Reichstag: 1. Berathung der Novelle zum Postgesetz.
13. Preußischer Landtag: Erste Berathung der Kanal-Vorlage; große Rede des Ministers Thielen.
14. Deutscher Reichstag: Interpellation betreffend die Samoa-Angelegenheit; sehr würdige und beftiedigende Erklärung des Staatssekretärs v. Bülow.
15. Gemeinsame Erklärung der in Freising versammelten Bischöfe: Kirchliches Lehramt; Gehorsam der Kirche; die Kirche verwirft nicht die Wiffen- schaft, sondern deren Jrrthum; Erziehung des Klerus ist Sache der Kirche.
16. Die drei Samoa - Mächte England, Deutschland und Amerika beschließen Einsetzung einer Untersuchungs-Kommission, die ihre Beschlüsse einstimmig fassen soll.
17. Ergebniß der spanischen Wahlen: starke ministerielle Mehrheit.
18. Preußischer Landtag: Die Kanal-Vorlage nach fünftägiger Debatte an die Kommission verwiesen.
19. Preußischer Landtag: Schulfrage; Antrag betr. konfessioneller Charakter der Volksschule angenommen.
19. Neues griechisches Ministerium Theotokis (Nachfolger Trikupis in der Partei).
19. Die Nichteinladung Transvaals zur Friedens-Konferenz soll darauf beruhen, daß England Suzerene- täts - Ansprüche über Transvaal geltend macht.
■20. Die zweite hessische Kammer nimmt den Antrag
an, die Regierung zu ersuchen, bei den Landtagswahlen das direkte Wahlrecht einzuführen.
20. Aufruf des österreichischen katholischen Aktions- Komitee's gegen die Los von Rom-Bewegung.
22. Großer Bergarbeiterstreik im Revier von Charleroi.
23. Feier des 71. Geburtstages des Königs Albert von Sachsen; Besuch Kaiser Wilhelms.
24. Tausende von Uitlanders unterzeichnen eine an die Regierung der südaftikanischen Republik gerichtete Petition, in welcher das Vertrauen für die Regierung Transvaals ausgedrückt wird.
24. Kaiser Wilhelm beim Großherzog in Karlsruhe.
26. Deutscher Reichstag: Erste Berathung des Antrages Lieber-Hitze betr. Errichtung von Arbeitskammern.
27. Deutscher Reichstag: Das Bankgesetz in 2. Lesung nach den Kommissions-Beschlüssen mit unwesentlichen Aenderungen angenommen.
27. Calrnusait von den Amerikanern eingenommen; der beste Theil der Armee Aguinaldo's vernichtet.
28. Deutscher Reichstag: Das Bankgesetz in dritter Lesung gegen die Konservativen, Reichsparteiler und Antisemiten angenommen.
28. Die zweite badische Kammer nimmt den Antrag auf Zulassung männlicher Orden an.
28. Hirtenbriefe österreichischer Bischöfe gegen die Los von Rom-Bewegung.
29. Die Amerikaner erleiden auf Manila Schlappen.
29. Depeschenwechsel zwischen dem deutschen Kaiser und dem amerikanischen Präsidenten gelegentlich der Verbindung beider Länder durch direktes Kabel.
30. Großer Empfang der Teilnehmer der deutschen Tieffee-Expedition in Hamburg.
Allerlei Nützliches.
Gegenstände aus Gummi werden leicht hart und spröde. Man macht ste wieder elastisch, indem man fie in eine Mischung legt, die aus 1 Theil Ammoniak und 2 Theilen Waffer besteht. Nach */« bis */' Stunde sind sie geschmeidig.
Theekannen zu reinigen. Metallene Thee- tannen laufen häufig innen dunkelbraun an. In solche Kannen thut man ein Stück Soda, löst es mit kochende« Waffer auf und läßt die Lauge mehrere Stunden stehen. Dann scheuert man den Theetopf mit der Sodalösung aus, spült mit kaltem Waffer nach und wird freudig gewahren, daß das Innere sich ebenso leuchtend blank präsentirt, wie das Aeußere.
Rostflecken entfernt man aus Leinwand, indem man dieselben erst mit lauem Wasser befeuchtet, sodann etwas kohlensaures Natron aufstreut, ein wenig gestoßene Weinsteinsäure aufschüttet und schließlich mit Waffer auswäscht.
Waschen der Schwanen- und Straußenfedern. Man bereitet ans lauwarmem Waffer und guter Waschseife eine schäumende Lauge, schwenkt die Federn oft darin durch, spült sie in reinem Waffer, drückt fie leicht aus und zieht sie dann nochmals durch Wasser, in welchem etwas Berlinerblau aufgelöst worden ist. Abermals leicht ausgedrückt, hängt man fie zum Trocknen in die Sonne oder gegen den warmen Ofen.
Bänder und andere seidene Gegenstände müssen zur Aufbewahrung in braunes Packpapier geschlagen werden, indem der Chlorkalk, den man zur Fabrikation des weißen Papieres anwendet, den zarten Farben häufig Nachtheil bringt. Ein weißes Atlaskleid muß in blauem Papier mit Nadeln verwahrt werden, und braunes Packpapier bilder dann die äußere Hülle, die an den Rändern zusammengenäht wird.