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vrnck und Verlag der Kuldaer Actiendrucker«^ io Zulda (Qarmootef
Lernsprecher M 9.
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flllda, Donnerstag, den 31. Dezember 1903.
30. Jahrgang.
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> grstesBlatt ,
Deutsches Reich
Ausland
au- einem verunglückten großen Streck dauernden Nachteil und nicht vielmehr Nutzen gehabt hätte. Go wird auch der Kampf in Crimmitschau nicht mit einer Niederlage enden, an die die Sozialdemokratie lange mit Schmerzen denken wird.
Im übrigen aber ist es einfach nicht wahr, daß die Sozialdemokratie den Crimmitschauer Streik als Kraftprobe gegenüber der Gesamtheit der deutschen Unternehmer ausersehen habe, am allerwenigsten, wenn wir unter „Sozialdemokratie" die beteiligten Crimmitschauer Arbeiter verstehen. Diese betrachten den Streik nicht einmal als eine Kraftprobe gegenüber ihrett Unternehmern, geschweige denn der Gesamtheit der Arbeitgeber Deutschlands. Das geht handgreiflich aus ihrem Verhalten bei dem Vermittelungsversuche des Professors Böhmert hervor, und war schon längst vorher bezeugt durch ihre eigenen Versuche, das «ewerbegericht als Schiedsamt anzurufen.
Die Fabrikanten haben die Vermittrlungs- »ersuche Böhmens zurückgewirseu. Sie lehnen jegliches Entgegenkommen ab, wollen die Arbeiter j
| leiten, hat er nicht. Die sächsische Regierung hat bisher mit soviel „Helligkeit" sür das weitere Anwachsen der Sozialdemokratie gewirkt, daß sie allen Anlaß hätte, sich endlich einmal über die Parteien zu stellen und in voller Neutralität frisch die Initiative zur Herbeiführung des Friedens zu ergreifen. Wir Hessen, daß die Entsendung ' des Geheimrats Roscher nach Crimmitschau dem Frieden förderlich fein und er von dort Eindrücke mitnehmen werde, diente Regierung endlich zur Erfüllung ihrer sozialen Pflicht bewegen. Will sie aber nur die hetzenden Scharfmacher hören, die durchaus eine Kraftprobe zur Niederwerfung i der Arbeiter veranstalten wollen, so wird sie es zu verantworten haben, wenn bei dernächsten Reichstagswahl nicht nur der letzte säch fische,s andern auch noch verschiedene an dereWa hl kreise der Sozialdemokratie in die Hände fallen.
gangen, sich für sofortige Verwendung in Panama bereit zu halten; in San Francisco liegen drei Transportschiffe fertig, um in See zu gehen. Das Kriegsdepartement hat die Nachricht erhalten, daß Kolumbien Truppen in auffallender Nähe von Panama bereit halte. Oberstleutnant Shalep, । der Sachverständige des . Generalstabs sür Befestigungen, hat Befehl, sich rach Panama zu begeben und die strategischen Punkte zu erkunde».
* Tokio, 30. Dez. 1903. Nach der gegenwärtigen Lage der Dinge in Ostafien ist noch nicht jede Hoffnung auf Erhaltung der Friedens zwischen Rußland und Japan verloren. Die »Köln. Ztg/ läßt sich aus Petersburg melden, die Mobilmachung der japanischen Flotte könne aucy durch offene Feindseligkeite« der Koreaner gegen die Japaner erklärt werden; wahrscheinlich würden die Japaner ihre Interessen in Südkorea tätig verteidigen. — Die in Port Arthur erscheinende russische Zeitung .Norvq Krm' schöpft, wie ein Telegramm von dort berichtet, aus der Auflösung des japanischen Parlaments und dem Aufschub der Neuwahlen die Hoffnung auf emen günstigen Ausgang der diplomatischen Verhandlungen.
I von 373 bürgerlich geschlossenen Mischehen nur 135 evangelisch getraut worden sind; auch in Westfalen und in der Rheinprovinz bleibt die Zahl der evangelisch getrauten Mischehen hinter der der katholisch getrauten nicht unerheblich zurück. Ein sehr erheblicher Unterschied macht sich in Bet. eff der Trauung von Mischehen geltend, je nachdem der Bräutigam oder die Braut der evangelischen Konfession angehörten. Von den erstgenannten 9611 Paaren haben nur 3347 oder nahezu 78 Prozent der auf die evangelische Kirche zu rechnenden Hälfte die Trauung in der evangelischen Kirche nachgesucht, wogegen von den 9401 Paaren, bei welchen die Braut evangelisch war, 5243, also mehr als die Hälfte, in der evangelischen Kirche getraut worden sind. Der Anteil der Mischehen an der Gesamtzahl der Eheschließungen beträgt in Pommern nur 2,35 Prozent, in Ostpreußen 3,03 Prozent, in Sachsen 5,60 Prozent, während er in der Stadt Berlin auf 16,88, in Schlesien auf 25.24, im Rheinland mit Hohen- zollern sich gar auf 24,84 Prozent beläuft. Av | Uebettritten aus der katholischen zur evangelischen Kirche sind 4723 angemeldet worden gegenüber 377 Austritten aus der evangelischen Küche zur katholischen. Doch dürsten diese Zahlen weder auf der einen Seite noch auf der anderen auf Vollständigkeit Anspruch machen können. Zu sonstigen kirchlichen Gemeinschaften (Sekten) sind im gesamten Gebiet der altpreußi- ichen Landeskirche mit nahezu 17 Millionen Evangelischer nur 1643 aus der Landeskirche übergetreten, wogegen 621 aus solchen Gemeinschaften zur Landeskirche zurückgetreten sind. Es hat daher mit der von der katholischen Presse fast alltäglich angekündigten Auflösung der Landeskirche in Sekten noch gute Wege. An neuen Kirchspielen sind 17 gegründet worden, von denen auf Westpreuße» 4, auf die Provinz Posen 5 entfallen, 3 auf Ostpreußen und 1 auf Pommern, Schlesien Sachsen, Westfalen und Rheinland.
Berlin, den 30. Dezember 1903.
** Die Polizei - Willkür, der die Novelle znm Vereiusgesetze die polnische Sprache in den Versammlungen austtefern will, genügt den Hakatisten selbstverständlich noch nicht. Der Hauplvorstand des Ostmai ken - Vereins hat an das Staatsministerium eine Eingabe gerichtet, worin er verlangt, daß in Versammlungen, in denen öffentliche Angelegenheiten erörtert werden, nur die deutsche Sprache zulässig sein soll. Er „begründet" diese Forderung ganz mit den geistreichen Argumenten des Professors Zorn, deren wichtigstes ist: „Zu öffentlichen Versammlungen ist jeder berufen, der überhaupt die bürgerlichen Ehrenrechte hat; versteht er nun die Verhandlungssprache nicht, so kann er sich nicht belehren und fein Scherflein zur Lösung der behandelten Frage nicht beitragen, und das ist eine Verletzung seiner Rechte und eine Kränkung seiner nationalen Ehre." Ist es gleich Tollheit, hat es doch i Methode. Wenn in anderen Staaten das Deutsche so vergewaltigt werden soll, wie es die Hakatrsten I für das Polnische verlangen, so empört sich natürlich ihr ganzes sittliches und nationales Empfinden aufs höchste darüber.
* Wie», 30. Dez. 1903. Dem Kaiser Franz Joseph ist vor einigen Tagen ein leichter Unfall zugestoßen. Als er zu Weihnachten bei seiner Tochter in Wallsee weilte ur>d der Christfeier beiwohnte, verfing er sich mit seinen Sporen im Teppich und fiel auf den Boden, wobei er am rechten Auge eine Beule davontrug. Der Kaiser litt anfangs Schmerzen, erholte sich aber schon am nächsten Tage und fuhr nach Wien. Am Dienstag klagte der Monarch wieder über Schmerzen, und zwar in der Kreuzgegend, die wohl von einem früheren Hexenschuß stammen. Wegen der Unbehaglichkeiten, die ihm dies Leiden bereitet, ist der Kaiser gezwungen, sich in schiefer Haltung zu bewegen. — Ein offiziöses Telegramm aus Wien besagt freilich, daß der Kaiser sich entgegen anders lautenden Meldungen des besten Wohlbefindens erfreue. Sowohl die Privataudienzen als auch die allgemeinen Audienzen finden statt.
* Paris, 30. Dez. 1903. Vier der einflußreichsten Mitglieder des Fachvereins der Arbeiter in den Nahrungsmittel brauch en, darunter Generalsekretär Bousquet, wurden unteu der Beschuldigung verhaftet, an der Plünderung der Genoffenschastsbäckerei teilgenommen zu haben.
* Kvpenhageo, 30. Dez. 1903. AuS Raest- ved in Dänemark wird der »Germania' geschrieben : Die St. Martins Landgemeinde wählte am Montag PastorDr.theol. Bernhard Hansen
- Hanau, 30. Dez. 1903. Eine erhebende, seltene Feier fand am 2. Weihnachtsfeiertage in der hiesigen katholischen Kirche statt. War es doch seit 400 Jahren zum ersten mal, daß ein geborener Hanauer feine Primiz in unserer Kirche feierte. Der Primiziant Herr Wilhelm Rudolph wurde am 8. Dezember ix Leitmeritz in Böhmen zum Priester geweiht und feierte am 26. Dezember sein erstes hl. Meßopfer in feiner Vaterstadt Hanau. Aus diesem Anlaß war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Festpredigt hielt Herr Pfarrer Ney aus Dipperz. Der hiesige Kircherchor trug durch feine Mitwirkung wesentlich zur Hebung der Feier bet.
§ (Eine Kraftprobe.
»Der Sozialdemokratie soll diesmal mit Hilfe de- Zentralverbandes deutscher Industrieller eine Niederlage bereitet werden, wie sie noch nicht dagewesen ist und an die die Sozialdemokratie lange denken soll." So erklären in protzenhaftem tone die von dem Zentraloerbande deutscher Industrieller unterhaltenen ,Berl. Pol. Nachr.'. Wenige Zeilen vorher entrüstet sich das würdige Scharfmacherorgan unter höhnischen Seitenblicken «uf Professor Böhmert und feinen „gut gemeinten" Versuch der Friedensvermittlung über die Sozialdemokratie, die den Crimmitschauer Streik ausersehen habe, um eine neue Kraftprobe gegenüber der Gesamtheit der Arbeitgeber j Deutschlands zu veranstalten. In demselben Atem also wird der Zentraloerband gepriesen, »eil er eine Kraftprobe zu veranstalten und die Crimmitschauer Arbeiter unbarmherzig zu Boden Si treten entschlossen ist, und wird zugleich der rbeiterschaft die gleiche Kraftcrobe gegenüber den Unternehmern als Verbrechen angerechnet. So verstehen gewisse Leute die Ehrlichkeit und Gerechtigkeit in den wirtschaftlichen Kämpfen. Den Unternehmirn ist alles erlaubt, den Arbeitern alles verboten mit Ausnahme der schweigenden Unterwerfung unter die von den Unternehmern «fgestellten Arbeitsbedingunge:'.
Nebenbei gesagt ist es geradezu einfältig, da- oon zu reden, daß der Zemralo^rband der Sozialdemokratie eine noch nicht dagewesene Niederlage bereiten wolle. Er kann das gar nicht. Wen» die Crimmitzchauer Arbeiter unterliegen sollten, so wäre das keineswegs eine Niederlage der Sozialdemokratie. Diese würde sich als Partei vielmehr nur darüber freuen, denn die »eit über Crimmitschau hinaüsreichende Erbitterung in den Arbeiterkreisen würde lediglich Wasser auf die Mühle der Sozialdemokratie sein. Wir
§§ Den Statistischen Mitteilungen aus der , Landeskirche der neun älteren preußischen : Provinzen aus dem Jahre 1902 entnehmen wir : folgendes: Der Gesamtzahl von 610430 lebend i geborenen Kindern evangelischer Ebern einschließlich der aus gemischten Ehen und unehelich Geborenen stehen 541905 Taufen gegenüber, ; also 96,27 Prozent der Geborenen (die aus Mischehen zur Hälfte gerechnet). In betreff ber in Mischehen geborenen Kinder, von denen d-e evangelische Kirche „auf die Hälfte den Anspruch hat", sind in der Stadt Berlin, in den I Provinzen Brandenburg, Schlesien, Sachsen mehr als die Hälfte evangelisch aetauft worden. In erheblichem „Rückstand" sind in betreff der Taufe von Kindern in Mischehen die Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Westfalen und Rheinland geblieben. In Ostpreußen sind von 972 Kindern aus Mischehen, von denen 486 „hätten evangelisch getauft werden müssen", I nur 326, d. h. 67,8 Prozent evangelisch getauft I worden; in Westpreußen von 2560 nur 249, I d. h. 73,50 Prozent, „während der evangelischen Küche 1280 von diesen Kindern zugestanden hätten"; in Westfalen hat die evangelische Kirche in betreff der 83000 in Mischehen geborenen \ Kinder nicht weniger als 1090 „verloren". Der meiste Ausfall von Taufen im Verhältnis zu den Geburten hat bei den von den evangelischen Müttern außerehelich geborenen Kindern stattgefunden. Von 51018 unehelich geborenen Kindern evangelischer Mütter sind nur 43449, d. h. 85,16 Prozent als getauft verzeichnet. Von 130418 bürgerlich geschlossenen Ehen rein evangelischer Paare sind 120676 kirchlich getraut worden, d. h. nahezu 93 Prozent. In ber Provinz Westpreußen find von 4469 bürgerlich geschloffenen Ehen nur 10, in der Provinz Posen von 3803 solcher Paare nur 25, in Schlesien von 12544 nur 178, im Rheinland von 12122 nur 161 ohne kirchliche Trauung geblieben. Der größte Teil des Ausfalls von kirchlichen Trauungen Im Verhältnis zu den bürgerlichen Ehe'chllepungen entfällt aus die Großstadt Berlin, wo von 14611 solcher Ehen rein evangelischer Paare 9976, d. h. 60,51 Prozent kirchlich getraut worden find. Don den Mischehen find in den Provinzen Brandenburg, Posen und Schlesien mehr als die Hälfte in der protestantischen Kirche getraut worben; in Schlesien sogar weit über die Hälfte. ! „Minder günstig" steht eS in Ostpreußen, wo '
zu bedingungsloser Unterwerfung zwingen und die ihnen besonders verhaßten aus Crimmitschau vertreiben, vielleicht gar mittels schwarzer Liste für immer dem Hunger und Elend überam- »orten. DaS nennt man in der Sprache der Jndnstrirllen wohl nicht Kraftprobe, sondern steundliches Entgegenkommen? Die Scharfmacher aber bestärken sie, wie wir gesehen haben, noch in der Unerbittlichkeit. Wenn Arbeiter so etwas ttm, ist es „ganz was anders". Daß der Zentralverband, ber Verband sächsischer In bufhießer usw. die Crimmitschauer Fabrikanten mit Geldmitteln unterstützen, ist ihr gutes Recht. Sic tun damit nur, was die Arbeiterschaft für die Crimmitschauer Arbeiter tut. Aber vex. »erstich ist dir Scharfmacherei, die nur auf eine! "öoliehst schwere „Niederlage" der Arbeiter ab- zielt, damit diese willenlose Werkzeuge in ber Hand ber Fabrikanten werden unb sich nicht wieder unterstehen sollen, nach besseren Ardeits- kbingungen zu streben.
Mtt hoher Genugtuung werden alle ausrichtigen Ureunde des sozialen Frieden- unb unparteiischen Zuschauer in dem Crimmitschauer Kampfe die! Nachricht begrüßt haben, Ministerialrat! Roscher haben sich im Auftrage ber sächsischen Regierung nach Crimmitschau begeben, um Pvifchen den streitenden Parteien zu vermittel». Beider schein: aber die Nachricht nicht wahr g fein Herr Roscher ist allerdings nach UrimmUschaü gefahren, aber, wie die »Deutsche TageSztg.' behauptet, nur um von dem jetzigen Stande der Dinge Kenntnis zu nehmen. Irgend- »eichen Auftrag, Einigungsverhandlungen riuzu-!
Stadtverordnetenversammlung.
(C Fulda, 31. Dezember 1903.
An der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung nahmen 24 Mitglieder de« Kollegiums sowie Herr Stadtbaurat Schir- meyer teil. Der Magistrat war durch Herrn Oberbürgermeister Dr. Antoni und die Herren Beigeordneten Robert Kircher und August Müller vertreten. Den Bor fitz führte Harr Stadtverordnetenvorfleher Segenbaur.
I bei den allgemeinen Gemeindewahlen zum Repräsentanten im Stadtrate von Naestoed für den Zeitraum 1904 bis 1906 inklusive. Ausschließlich protestantische Wähler haben durch diese Wahl eines katholischen Geistlichen sür eine Periode, wo es gilt, die auf ganz neuer Grundlage geschaffenen Steuergesehe ins Leben zn führen, einen Beweis ihres religiösen Freisinne- und tiefer Ueberzeugung von der Gerechtigkeitsliebe ber katholischen Kirche gegeben, den man kaum in katholischen Ländern finden dürfte.
* Konstantinopel, 30. Dez. 1903. Der montenegrinische Geschäftsträger lenkte die Aufmerksamkeit der Pforte darauf, daß die christlichen Schulen und Kirchen im Distrikte P1 a v a bedroht sind, niedergebrannt zu werden, sowie daß das fortwährende Schießen an der Grenze zahlreiche Opfer fordert. Er empfahl die Entwaffnung ber Mohammedaner des Distrikts Plava, da sonst große Gefahr zu befürchten fei. Die Pforte versprach, den Lokalbehörden entsprechende Aufträge zu geben.
* Washington, 30. Dez. 1903. Wie auf den Philippinen durch die Vereinigten Staaten die „Politik der offenen Tür" gehand- habt wnd, zeigt ein interessanter Spezialfall. Verschiedene Mächte, die an dem Handel auf den Philippinen interessiert sind, darunter auch jdaS deutsche Reich, haben durch ihre Vertreter in Washington bei der Regierung der Vereinigten Staaten Vorstellungen in folgend« Sache erhoben. Der Manilahanf, der von den Philippinen exportiert wird, unterliegt seit 1901 einem Ausfuhrzoll. Die Abgabe wird nun neuerdings den amerikanischen Händlern zurückvergütet, und in dieser Bevorzugung erblicken die Mächte nicht mit Unrecht eine Verletzung respektive eine Umgebung ber hanbelspoliiischen Konzessionen, die die Union im Pariser Frieden gemacht hat. — Gegen die Bedrohung von Panama durch Kolumbien treffen die Vereinigten Staaten weiterhin energische Vorkehrungen. Ein Telegramm aus Washington meldet: An die Offiziere und Truppen an der Küste sind geheime Befehle er»
** Gegen die Umgehung der Telegramm- Tarife im Verkehr mit dem Auslande richtet sich eine Verfügung, die Staatssekretär Kraetke kürzlich in Vertretung des Reichskanz- I lers erlassen hat. Die Verfügung ergänzt die Telegraphen«Ordnung vom 9. Juni 1887 folgendermaßen: „Privat - Telegramme nach dem Auslande, die zur Umgehung der veröffentlichten Tarife unter vorgeschobener Adresse nach einem Zwischenorte gerichtet sind, um von dort aus an den wirklichen Empfänger weitertelegraphiert zu werden — Telegramme unter Deckadresse — sind von der Beförderung ausgeschlossen. Liegt Grund zu der Annahme vor, daß ein Telegramm dieser Bestimmung zuwider unter Deckadresse befördert werden soll, so hat der Absender auf Verlangen nachzuweisen, daß der Text des Telegrammes end- gillig für den in der Aufschrift bezeichneten Empfänger bestimmt ist. Die neuen Bestimmungen treten am 1. Januar 1904 in Kraft. Die Ober» Postdirektionen werden den Verkehrs - Anstalten die Deckadressen einzeln bezeichnen, auf welche | diese Bestimmungen anwendbar sind.