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fUlda, Mittwoch, den 23. Dezember iwß.

3u. Iah^ganA.

WMugeu aus das 1. Aartal 1904 der ,Fuldaer Zeitung' werden fort­während von allen Postanstalteu, Laud- briefträgern und von unserer Expedition (Harmonie) entgegengenomme».

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8 Vaskonservativ-klerikale Bündnis" hat in dem Wahlaufrufe, den Wahlreden und Wahlartikeln der Nationalliberalen bei den letzten preußischen Landtagswahlen bekanntlich eine große Rolle gespielt. Das hat die National­liberalen aber nicht abgehalten, dort wo ein Mandat für sie zu erjagen war, mit den Konser­vativen gemeinsame Sache gegen die Liberalen zu machen, die sie zum Kampf gegen daskonser­vativ-klerikale Bündnis" aufgerufen halten. Irr den gleichen Selbstwiderspruch verfallen sie, wenn von konservativer Seite die parlamentarische Kalt­stellung der Nationalliberalen empfohlen wird.

Eine zeitlang hat, wie erinnerlich, der frev konservative Abg. Frhr. von Zedlitz in der,Post' immer wiederholt, bei der Verständigung über die Kanalvorlage und das Schulunterhaltungs­gesetz müsse man die Nationalliberalen ausschal­ten. Jetzt hat auch der konservative Graf Mir­bach auf der Generalversammlung des ostpreußi­schen konservativen Vereins geäußert, wenn die Regierung eine Verständigung über die Waffer- vorlage mit der Mehrheit des Abgeordnetenhauses versuchen sollte,' so würden die Mehrheilsparteien es ablehnen, die Nationalliberalen an solchen Versuchen'zu beteiligen. Derartige Boykottierungs- Vorschläge werden von nationalliberaler Seite immer mit großer Entrüstung ausgenommen. Aber mit welchem Rechte denn? Die National- liberalen erklären den Konservativen in allen Tonarten den Krieg und dann wundern sie sich, wenn die Konservativen sagen: Gut, wenn ihr durchaus wollt, so sollt ihr den Krieg haben. Die Nationalliberalen beanspruchen das Recht zu Feindseligkeiten gegen die Konservativen, ver­langen aber zum Dank dafür von ihnen Liebens­würdigkeiten.

Und wenn die Konservativen sich durch die Haltung der Nationalliberalen veranlaßt sehen, sich mit dem Zentrum zu verständigen, daun ent­rüsten sich die Nationalliberalen über daskonser­vativ-klerikale Bündnis" wie über ein Verbrechen am Volke. Sie selbst würden sich natürlich keinen Augenblick besinnen, mit den Konservativen, ja sogar mit dem Zentrum in ein Bündnis zu treten, wenn sie sich davon eine Förderung ihrer

Bestrebungen versprechen könnten. Wenn Konser­vative und Zentrum sich verständigen, so hat etier Teil dabei auch weiter nichts im Auge als die Förderung der Bestrebungen, die er für richtig und dem Wohle des Landes dienlich hält. Die Nationalliberalen aber machen daraus eine Verschwörung zum Verrat des Landes.

Einkonservativ-klerikales Bündnis" hat übrigens nie existiert und wird auch wohl in Zukunft n emals existieren. Das Zentrum ist viel zu selbständig, als daß es sich durch ein örmliches Bündnis irgend einer anderen Partei gegenüber verpflichten sollte. Konservative^ und Zentrum finden sich aber ganz von selbst ;u- ammen, wenn eine Aufgabe zu lösen ist, über ne sie grundsätzlich einer Meinung sind, und wenn die Regierung eine christliche und konser­vative Politik einschlägt. So lange die Konser­vativen nicht ihre eigenen Grundsätze verleugnen, würde das auch dann der Fall sein, wenn die Liberalen ihnen weniger feindselig gegenüber träten. Daß es sich immer nur um ein Zu­sammengehen von Fall zu Fall und um keine Vermischung der Gegensätze handelt, beweist u. A. die Polenpolitik. So lange die Konservativen hakatistische Polenpolitik treiben, wird das Zen­trum auf diesem Gebiete sich niemals mit ihnen zu verständigen vermögen. Wenn Graf Mirbach von einer Verständigung der Meyrheilsparteien über die Wasservorlage redet, so denkt er da ohne Zweifel auch an Konservative und Zentrum, Ob das Zentrum in dieser Frage überhaupt als Partei auf der einen oder anderen Seite zu finden fein wird, ist bekanntlich sehr fraglich. Es würde also wohl nur eine Verständigung zwischen den Konservativen und einem Teile des Zentrums möglich sein, was ja freilich für eine Mehrheit auch ausreichte. Bestimmt ablehnen aber muß das Zentrum z. B. wieder eine Ver­ständigung mit den Konservativen über die Scharfmachern.

Auch die ,Kreuzzlg.' weist auf diesen Punkt hin, um zu zeigen, daß ein grundsätzlicheskon­servativ klerikales" Einverständnis nicht vorhanden sei, und das Zentrum von Fall zu Fall ebenso gut mit den Liberalen gehe, wie mit den Kon­servativen. Das wisien natürlich auch die Nationalliberalen ganz wohl. Es ist ja eine alt­bekannte Sache, daß das Zentrum die Partei- verhältniffe im Reichstage deshalb so befriedigend findet, weil es je nach Bedürfnis eine positive Mehrheit mit den Konservativen und eine Ab­wehrmehrheit mit den Liberalen bilden kann.

Angesichts der Angriffe des Evangelischen Bundes hat übrigens die konservative Presse schon wiederholt festgestellt, daß einkonservativ- klerckales Bündnis" nicht bestehe. Die kon­servative Boykottierung der Nationalliberalen, von der geschrieben und gesprochen wird, wird in der Praxis auch gar nicht durchgeführt werden Wir geben uns keiner Selbsttäuschung über die Liebe der Konservativen zum Zentrum hin. Es gibt zu viele grundsätzliche Gegner des Zentrums und der Katholiken unter ihnen, die nur not» gedrungen, wo ihr eigenes Jntereffe es nicht anders gestattet, mit dem Zentrum zusammen- arbe-ten und sobald sie die Wahl haben, jede

andern Partei lieber zumBundesgenoffen" nehmen als die unsrige. Die vorurteilslose Er- ennlnis, daß die gläubigen Christen beider : Konfessionen Zusammenhalten müßten zum Schutze von Religion, Sittlichkeit, Staat und Gesell- chaft, und der austichttge Wille, das politische Handeln dieser Erkenntnis gemäß einzurichtrn, ind bei ihnen noch sehr wenig zum Durchbruch zekommen. Konservative, die sich grundsätzlich nit dem Zentrum eines Sinnes fühlen und im- tande sind, entgegenslehenke Vorurteile zu über­winden, bilden immer noch seltene Ausnahmen.

Dieser Tage haben wir die,Kreuzztg.' klagen jören, daß seit ein paar Jahren, der Evange- ische Bund unter den konservativen und positiven Protestanten mehr und mehr Mitglieder gewinne. Das spricht sür die Katholiken und die Zentrums­partei eine sehr deutliche warnende Sprache. Wir müssen damit rechnen, daß bei den Konser­vativen über kurz oder lang die romfeindliche Gesinnung des Evangelischen Bundes die Ober­land gewinne. Wir dürfen unser Haus nicht auf den konservativen Sand bauen und uns nicht zu vertrauensvoll an den konservativen Freund anlehnen. Die Zentrumspartei war, ist und muß sein eine durchaus selbständige Partei, )ie sich, soweit das Menschliche in Frage kommt, allein auf sich selbst verläßt und sich niemand gegenüber weiter als für den einzelnen, wohler^ wogenen Fall verpflichtet. Mit dieser Politik ist re immer gut gefahren und wird sie gut fahren.

Berlin, den 22. Dezember 1903.

* Das nunmehr abgeschloffene Verzeichnis der Bevollmächtigten zum Bundesrat sowie der Reichstagsabgeordnete« weist einen Bestand von 394 Mandaten nach; von hnen haben das Zentrum 100, die Deutsch Konservativen 51, die Reichspartei 20, die deutsche Reformpartei 5, die Wirtschaftliche Ber­einigung 13, die Polen 15, die Nationalliberalen 50, die Freisinnige Vereinigung 10, die deutsch­freifinnige Volkspartei 21, die deutsche Volks- Partei 6, die Sozialdemokraten 80 in Besitz, 23 Mitglieder gehören keiner Fraktion an. Er­ledigt sind die Mandate der verstorbenen Abge- geordneten Hofmann (Soz., gest. 4. November), v. Glebocki (Pole, gest. 27. November) und des Freiherrn v. Schele-Schelenburg (gest. 4. Dez.) Der neuen Fraktion der Wirtschaftlichen Ver­einigung gehören 12 Mitglieder an, nämlich die Abgg. Bachmeier (bayr. B.-B.), Dr. Burk­hardt (christl.-soz.) Hilpert (bayr. B--B.), Latt- mann (Antis.), Liebermann v. Sonnenberg (Antis.), Mittermeier (bayr. B.-B). Graf zu Reventlow (Antis.), Stauffer (bayr. B.-B.), Stöcker (christl. soz.), Vogt (Crailsheim, württ. B.-B.), Vogt (Hall, württ. B.-B.), Dr. Wolff (Antis.) Der deutsch-soziale Pastor Krösell (rheindeutsche Mittelstandspartei") ist wild gegeben, ebenso hat die Deutsche Reformpartei (Böckler, Bruhn,

Das Mcrjorcrt.

Roman von Ewald August König.

74 ------ (Nachdruck verboten.)

Erst nachdem er abgespeist hatte, bequemte er sich ins Kabinett zu gehen, in dem Schreiber voll unge­duldiger Aufregung ihn ertootiete.

Mit scheinbarer Ruhe hörte er den Bericht des alten Mannes an, er beschäftigte sich dabei mit seinem Zahnstocher, und kein Zug in seinem pfiffigen Gesicht verriet die Erregung, die in seinem Innern tobte. Wurden doch auch seine Wünsche und Hoffnungen durch diese Mittellungen vernichtet! Bor einer Stunde noch batte er sich den kühnsten Träumen hingegeben, er sah den Weg zum ersehnten Ziele glatt und eben vor sich liegen!

D,e Jnterdiktion der Baronin konnte sobald nicht ausgehoben werden, sie wurde eS nie, w-nn er bewies, das ihr Geist noch immer gestört war, und diesen Beweis wollte ct mit leichter Mühe führen. Baron Dagobert wurde voraussichtlich verurteilt, dann blieb die Baronesse Majoratserbin, und ihr Gatte dachte sicherlich nicht daran, auf dieses reiche Erbe zu ver­zichten. X

Georg war gleich nach dem Besuch der Baronin hinausgeritten, um seiner Braut in der schweren Stunde beizustehen, er knüpfte dadurch die Bande nur noch fester, die ihn mit ihr verbanden.

So war der Blick in die Zukunft reich an den schönsten Hoffnung»», und nun kam dieser Unglücksrabe und warf mir Hnem G- krächz drs stolze Lustschloß um, wie ein Kartenhaus.

Na, wenn das alles wahr ist, waS Sie mir gesagt haben, was habe ich damit zu schaffen?" fragte er, als der alte Mann schwieg.Ich habe diesen falschen Zeugen nicht gedungen, und mich an Euer»

Jnttiguen in keiner Weise betelligt. Wenn Baron Dagobert schuldlos ist, dann muß er aus der Haft entlassen werden"

Und dann übernimmt er sofort die Verwaltung!"

Das ist sehr wahrscheinlich. Wenn Sie die Re­vision der Bücher zu fürchten yaben, so machen Sie sich aus dem Staube, das ist der beste Rat, den ich Ihnen geben kann."

Ich weiß es, aber mir fehlen die Mlltel."

Ihr Sahn hat sie."

Er besitzt nichts raeqr, er hat alles verloren."

Schlimm genug für ihn, wenn er so leichtsinnig gewesen ist," sagte der Justitiar achselzuckend.

Herr Notar, wir müssen deutsch mit einander reden," erwiderte der Verwalter, der dem wachsenden Groll mcht mehr gebieten konnte.Wenn Ihnen auch von anderer Seite vielleicht nicht bewiesen werden kann, daß Sie mit uns im Bunde waren, wir, mein Sohn und ich können es, wir baden soznsagen nur in Ihrem Interesse gec rbeitet. Wir dürfen nun auch den Lohn verlangen und wir fordern ihn, damit wir uns einer Untersuchung entziehen können, die auch für Sie gefahrvoll wäre. Einige taufend Taler würden hinreichen, wir geloben dafür die strengste Verschwiegenheit"

Und andernfalls?" fragte der Notar mit schein­barem Gleichmut.

Andernfalls würden wir alles sagen, was wir wissen." . , m t

Der Notar hatte die Dose aus semer Westentasche hervorgeholt, er nahm eine Prise und rückte an der Brille, zornig funkelten seine Augen hinter den Gläsern.

Sagen Sie, was Ihnen beliebt", erwiderte er dem B- Walter;ich fürchte das Geschwätz nicht", fuhr er fort,es find ja doch nur Lügen; wie Sie selbst sehr richtig erklären, können Sie nichts beweisen. Bon Ihren Jntriauen weiß ich nichts, ick habe ht allen Stücken immer gehandelt, wie meine Pflicht und mein Gewissen mir geboten. Wenn Sie da- bestreiten

wollen, müssen Sie es auch beweisen können, leere Drohungen find kindisch Ihre Forderung finde ich unverschämt, und ich rate Ihnen, bergre fen Sie sich an der Ihnen anverttauten Kosse nicht, ich werde morgen früh eine Revision anordnen und dabei sehr streng verfahren." . , ,

Und das ist alles, was Sie mir zu sagen haben? brauste Schreiber auf.

Jawohl, alle-." »

Sie werden mich nicht unterstützen?"

Dort ist die Türe, leben Sie wohl."

Sie werden es bereuen!" knirschte der Ver­walter.Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben und vor dem Rande des Abgrundes stehen, darf man nicht zur Verzweiflung bringen, daS sollten Sie bedenken."

Er wartete eine geraume Welle auf Antwort, der Notar deutete schweigend auf die Tür. Der alte Mann ging hinaus.

Was nun? so frage auch ich," sagte der Justitiar leise, während er sich aus seinem Sessel erhob, um rnhÄoS auf und ab zu wandern.Wenn der Baron aus der Haft entlassen ist, wird er die Untersuchung beantragen, und eS könnten dennoch Beweise gefunden werden, die mich zwingen, mein Amt niederzulegen. Eine fatale Geschichte! Hätte ich von Anfang an mich auf die Seite deS rechtmäßigen Erben gestalt, so aber waS nutzt eS jetzt noch, darüber nachzu­grübeln. Was geschehen ist, kann man nicht wieder ungeschehen machen!"

Er war stehen geblieben, sein Blick schweifte mtt einem geistesabwesenden Ausdruck durch daS Zimmer; er rieb seine Stirne mit der Hand, als ob er seine Gedanken samme'n wollte.

Ich könnte den Kamps noch einmal aufnehmen und mich auf daS Familiensta ut berufen, das mir die Vormundschaft bis zum dreißigsten Lebensjahre des Erben überttägt," fuhr er fort.Aber ich stände in diesem Kampfe allein, mein Sohn und Baronesse

Frölich, Gräfe, Werner) sich der Fraktion bet Wirtschaftlichen Vereinigung nicht offiziell ange- chloffcn, sie steht im Kartell mit ihr. Der Ab» zeordnete Zindler (B. b. L.) ist aus der Wirt- chastlichen Vereinigung wieder ausgetreten und ;at pch der deutsch konservativen Fraktion ange- chlossen.

% In der General - Versammlung des oft« »reußische« konservativen Vereins, welche am 18. b. Mts. in Königsberg abgehalten wurde, erstattete ber frühere Reichstags-Abgeord­nete Graf Mirbach ein langes Referat über das Thema:Nach der Verabschiedung des Zoll­tarif - Gesetzes, die Wahlen zum Reichs- und Landtage, Politisches und Wirtschaftspolitisches." Seinen Ausführungen über die Wahlen entneh­men wir:Was die Reichstags-Wahlen anbe- ' angt, so lagen ursprünglich nach meiner Auf­fassung im Falle der Annahme des Zolltarif-Ge­setzes die Verhältnisse für die konservative Partei zünftig. Diese Aussichten wurden aber getrübt durch die vielbesprochene Erklärung des Enge­ren Vorstandes des Bundes der Land­wirte vom Dezember vor. Jahres. Bei den Verhandlungen des Delegiertentages der deutsch- konservativen Partei zu Berlin am 25. März d. I. führte ich dazu als Berichterstatter über das ThemaWirtschafts-Politik" in dem damals nicht veröffentlichten Teile meines Referates aus:Die Deklaration des Enge­ren Vorstandes des Bundes der Landwirte gegen ganze politifchen Parteien, Nationalliberale und Reichspartei, sowie gegen die zweifellose Mehrheit der konservativen Partei liegt eine er­hebliche Gefahr für die Wahlen, und zwar gerade für die Vertretung der agraren Jntereffen und, was ich ebenfalls bedauere, für den Bund der Landwirte felbst. Die vorgenannten beidenParteien werden vielfach vom Bunde abrüden, sich mehr auf andere als agrare Stimmen stützen müffen. Auch in weiteren konservativen Kreisen hat der Vorstoß tief verletzt, jedenfalls die Freudigkeit für den fommenben Wahlgang erheblich herab­gestimmt.Meine Befürchtungen, insbesonbere für ben Bund selbst, waren durchaus gerecht­fertigt; die Führer des Bundes haben ihre Reichstagsmandate eingebüßt." Jntereffant ist, daß die von Graf Mirbach jetzt wiederholten Sätze seines Referats auf dem Delegiertentage der deutschen konservativen Partei damals nicht veröffentlicht worden sind. Der Delegiertentag fürchtete also den Bund. Heute ist die Furcht der Konservativen vor dem Bunde überwunden.

):( Die Polen versteifen sich bekanntlich darauf, den Familienname« weiblicher Per­sone«, wenn er mit ki oder ski endigt, die ent­sprechende polnische Endung weiblich ka oder ska zu geben, und wollen diese Form auch in die Register des Standesamtes eingetragen haben. Das ist ihnen mehrfach abgeschlagen worden. Nun meldete der Arbeiter Ostrowski kürzlich auf einem der Berliner Standesämter die Geburt einer Tochter an, deren Namen er alsOstrowska" eingetragen wissen wollte. Unter Berufung auf eine Verfügung des Ministers v. Hammerstein verlangte der Standesbeamte den Nachweis, daß das Kind die Berechtigung habe,Ostrowska"

Theodore gehen zur Gegenpartei über, und eS find energische Gegner, die ihre Waffen schonungslos be­nutzen. Ich bin müde geworden, das Leben beginnt Sinen Reiz zu verlieren, und nun ich auch diese letzte ufgabe nicht zu lösen vermag, wird mir alles über- düsfig."

Er nahm die unterbrochene Wanderung wieder l Uf, immer schärfer traten die galten aus seiner hohen Stirn hervor.

Nur eins bleibt mir noch zu tun übrig", murmelte er,auf meinen Namen darf keine Unehre fallen; den ehrenvollen Namen muß ich meinem Sohne hinter» laffen. Es war ein va banque-®pief, ich hab'- ver­loren, trotz aller günstigen Chancen. DaS kann jedem paffieren. Baron Kurt würde es auch verloren haben, nachdem diese neue Jntrigue gescheuert war."

Er ließ fich in seinen Sessel nieder und blätterte lange in seinem Aktenheste; aber man sah ihm an, daß feine Gedanken nicht bei der Sache waren. Un­willig warf er er endlich wieder hin, und das er­graute Haupt zurücklehnend, versank er in Brüten.

20. Kapitel.

Der Inspektor war entschlossen, mit den Nach­forschungen nach dem Mörder des Barons sofort zu beginnen; auf dem Schauplatze der Tat hoffte er Spuren zu finden, die er weiter verfolgen konnte. Nachdem er fich durch ein frugal S Mittagsmahl ge­stärkt hatte, fchlug er den Weg zum Walde ein, und auf diesem Wege entdeckte er schon nach kurzer Wanderung den Förster, der ebenfalls dem Walde zu» schritt.

Er hatte ibn bald eingeholt, er versuchte ein Ge­spräch mit ihm anzicknüpfen, aber Martin gab nur kurze Antworten, er war sichtbar in schlechter Laune.

,Sie ärgert'« tootl auch, daß der Mörder noch nichi entdeckt ist?" fragte der Inspektor, nachdem sie eine Weile schweigend weiter gewandert waren.