Einzelbild herunterladen
 

Maer

-ttch, Mit M««ahme der Sonn- M» Jtiertaje. viertel- WL BetngspreU M« vringerlohn und MtLgeldlnZuIdaund suwSrtt 1 Mk. 50 Pf-.

vermtwortlicher »chriftleitenZotzVanni

j parzeller in Lulda. wschfobeiiagt:Illustrierte Sonntagrzeitung"

Zeitung

Monatsberlage:Sulöaer Geschicht5-!atter".

Anzeigen: vt« «L> spaltige petitzeile obre deren Kaum 15 Pfg, Reklamen die petitzeü» 25 Pfg; bei wiedetk« Holungen wird cntspr. Rabatt gewährt.

druck und Verlag der ZuldaerActiendrucker«? in Zulda (Qarmonlt) Zerusprecher Lr. 9.

M 291

tausch statt.

DaS hat schon vor fast 2000 Jahren ein sehr

hat, zieht ihn natürlich schleunigst heraus und wirft ihn von sich. Aber der streitlustige Recht­

herausziehen ; er sagt, der andere habe ihn herein­gestoßen und er müsse darin bleiben, bis der Schuldige" ihn herausziehe. So wartet der fein, daß der andere den ersten Schritt tue, und wegen dieses einfältigen Eigensinnes schleppen sie beide ihre Tage in Aerger und Unglück dahin.

Nun, zu Weihnachten kann man doch wirklich mal diese Zwangsjacke sprengen. Weg mit dem Gerede vomersten Schritt" und vonSühne" und dergleichen! Meistens ist ja gar keine lange Erklärung oder gar Abbitte nötig, sondern nur ein freundliches Wort, rin frischer, stöhlicher Blick, ein herzlicher Gruß. Mit so einer Kleinig­keit läßt sich eine Brücke schlagen, auf der die getrennten Herzen wieder in Berührung kommen.

Der WeihnachtsspruchFriede den Menschen" ist so oft gesagt und gehört worden, daß manche

Große Vorbereitungen werden hier für das am 8. Dezember des nächsten Jahres statlfindende Jubiläum der Verkündigung des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis Mariä getroffen. Die betreffende, roch von Leo XIII. eingesetzte Kardinalskom-. ission hat ein ausführliches Pro­gramm ausgearbeitet, welches demnächst in allen seinen Einzelheiten bekannt gegeben werden soll. Am Jubiläumstage selbst wird der hl. Vater in eigener Person die Krönung des in der Peters- kirche sich befindlichen Madonnenbildes vornehmen. Für die geplante marianische Bibliothek, welche man nach ihrer erfolgten Ausstellung dem hl. Vater zu schenken beabsichtigt, sind bereits ver­schiedene Gaben eingetroffen.

Rom liegt in Bezug auf seine Finanzen seitdem es Hauptstadt des geeinigten König- r eichs geworden ist arg darnieder. Als letztes I Mittel, um wenigstens einigermaßen klar in den Stadtsäckel zu sehen, hat die Regierung soeben eine eigeneKommission vonstaatlichen und städtischen höheren Beamten ernannt, welche denwahren Stand" der städttschen Finanzen studieren soll. Vi el wird natürlich dabei nicht herauskommen, chflens eine neue Bettelei bei der Staatskaffe, w eiche der intangibelen Hauptstadt schon unge- z ählte Millionen geopfert hat.

Der Lama begab sich sofort zu den Tibeter» | und kehrte sehr befriedigt zurück. In de« Zelten das von Hunden bewacht war, hatte er eine» jungen Mann und zwei Frauen angetroffen, die sich entschuldigten, uns heute Schafe, Milch, Fett und Tsamba nicht verkaufen zu können, d« es Feiertag sei; wenn wir uns aber bis morgen ge­duldeten, so sollten wir erhalten, was sie ab geb ex könnten. Womit fie uns aber gleich versehe» könnten well wir friedliche Mongolen feie» , sei trockener Yakdung. Der Lama brachte einen ganzen Sack voll mit; es war zu schön, denn sonst wäre es uns in der ewigen Mffe kaum möglich gewesen, ein Feuer anzumache». Auf die Frage, ob sie uns zwei Pferde verkaufe» würden, hatte er die Antwort erhalten, daß dar­auf nur der Hausherr, der ausgegangen sei, Be­scheid geben könne.

31. Juli. Als ich nach mehrstündigem Schlafe geweckt wurde, um beim Einpacken und Beladen zu helstn, s'ürzte der Regen noch ebenso lustig nieder wie bisher; aber hier gab es keine : Gnade: hinaus tn den Sattel, sobald der Tag 1 an brach, und fort nach Südosten über beschwer­liches, stark kupiertes Terrain. Jetzt hatte unsere ' kleine Gesellschaft keinen trockenen Faden mehr an sich, so daß uns der Regen eigentlich wenig ' oemerte; aber wir sehnten uns danach, daß : die Sonne sich einmal über uns erbarmte und uns trocknete

Als ich mich auf meinen weichen, gepolsterte» Sattel setzte, tropfte das Wasser auS ihm; nach­her erhielt ich vom Regen eine so gründliche Dusche, daß das Wasser von meinen Klerder» in die Stiefel rann, in denen es bei der ge­ringsten Bewegung plätscherte. Erhob ich meinen Arm, so klang es ungefähr, als ob ein Spül­lappen ausgerungen werde. Das Ganze war recht betrübend;wenn es doch lieber geschneit hätte!

Der Weg, dem wir noch immer folgten, schcn jetzt war deutlich zu erkennen, daß er nach Lhasa führte, ging über fünf Pässe, von denen jedoch die beiden letzten nur i» kleineren Abzweigungen zwischen Tälern lagen, deren Bäche einem Haupttale zuftrömten. Im Osten seh man den sich schlängelnden Fluß.

Unser Weg vereinigt sich mit einem andere«, von links kommenden. Er ist deutlich ausge­prägt, weil eine große Aakherbe ihn benutzt hat. Infolge des heftigen Regers, der alle Spuren bald vertilgen mußte, konnten wir aw> nehmen, daß die Trere hier ganz kürzlich, viel­leicht am M'.rgen, vorbeigezogen waren, und wenn wir uns beeilten, mußten wir die Kara­wane noch einholen können.

Es dauerte auch nicht lange, so unterschiede« ! wir ganz fern im Südosten eine Menge schwarzer | Punkte; es waren Dake, und später trat auch eine Schafherde aus dem Halbdunkel hervor. Ein Zelt, das bisher verdeckt gewesen war, tauchte am User eines Baches auf. Schagdur und ich ritten weiter, während sich der Lama dorthin be­gab. Wir nahmen als selbstverständlich an, daß die Besitzer des Zeltes mongolische Pilger feie», und hatten beabsichtigt, uns ihnen anzufchließe«; es stellte sich jedoch heraus, daß es Tangute» waren, die nach dem berühmtenTempel der zehntausend Bilder" in Kum-bum pilgerten. Sie blieben auf jedem Lagerplätze einen oder mehrere Tage, reisten sehr langsam und waren, ihr« Meinung nach, noch eine Monatsreise von Lhas« entfernt. Sie zeigten bedenklich viel Interesse für uns und wollten alles wiffen, wer und wie viele wir seien, woher wir kämen, rooyiu mir zögen usw. Sie hatten 50 Uake, einige Pferde und drei Hunde, die von Jollbars und Malenki greulich zerzaust wurden.

straße brauchte sich mehr vor uns zu schäme«. Die Eleganz war gewiffenhaft abgespült morde».

Die Alle teilte uns mit, daß wir im nächste» Tal ein schwarzes Zelt finden würden, wo ma» uns alles, besten wir bedurften, vor allem Aus­kunft über den Weg nach Lhasa geben könne.

Einen Kilometer von dem Zelte, daS sich

unserer Laternenhaftigkeit nichts wahrgenommen haben? Einfach deshalb, weil es sich hier um unsichtbares Licht handelt. Tin moderner Lichtgelehrter befaßt sich überhaupt nur mit wi­ch« Strahlen, die man nicht fehen kann.

Ob ich an die Leuchtkraft des menschlichen Körpers glaube? Ja, warum denn nicht? Die neueren Forscher haben uns so viel wunderbare Dinge enthüllt, daß ich der Vorsicht halber mir gleich eine Portion Zukunftsmusik für mein physikalisches Bekenntnis mache, um nicht bei jeder neuen Entdeckung nachhinken zu müsten. Bei der wirren Unmaffe von sichtbaren und un­sichtbaren, kalten und warmen, elektrischen und stofflichen Strahlungen nehme ich in Bausch und Bogen an, daß alle Körper leuchten; der Unter­schied ist nur der, daß man es bet dem einen schon gemerkt hat, bei dem andern noch nicht. Ich denke mir auch, daß die lebenden Körper, in denen fortwährend wunderbare Prozeffe vor sich gehen, in der Strahlen-Ausfuhr mehr leisten, als die sog. toten Körper. Vermutlich gibt es auch in diesem Tale der stetigen und allgemeinen Veränderungen überhaupt keine wirklich toten Körper; es wird wohl auch in den Gegenständen, die wir für mausetot und unveränderlich halten, z. B. in den Steinen, noch Zersetzungen und Umbildungen geben, die wir nicht meffen können, weil wir zu kurzstchüg und zu kurzatmig sind.

Alle vernünftigen Gelehrten sagen uns ja, daß die Menschheit bisher von den Geheimnissen der Natur erst ein ganz winzig kleines Zipfel­chen «usgedeckt hat, daß noch tausend und tausend­mal mehr entdeckt werden muß, als wie schon entdeckt worden ist. Das drückt man auf lateinisch mit einem einzigen Worte aus: Jgnoramus! Auf deutsch: Wir wiffen nichts; Dummköpfe sind wir allzumal!

Einer der bedeutendsten Gelehrten des vorigen Jahrhundets, Du Bois-Reymond, der trotz seines französischen Namens ein gründlicher und biederer

Ueber die Geschenkkunst wird so viel geredet und geschrieben, und doch läßt sich der Kern davon in einem Worte fasten gemäß dem be­kannten Spruche: Gib mir dein Herz! Nur was von Herzen kommt, geht zu Herzen. Wo sich

Die Schafherde zählte nicht weniger als 70» Tiere und wurde von einer alten Frau geltet, die augenscheinlich an Pilger gewöhnt war, ben» sie zeigte keine Furcht. Nach all dem Stege«, Schmutz und Dreck sahen wir rote leibhaftige Vagabunden aus, und kein Ritter von der Land-

Schreckschuß, denn nur einer der Maulesel hatte sich Io?gemacht und spazierte einen Abhang hinaus. Mir blieb nichts übrig, al- ihn wieder eivzufangkn; aber dies nar leichter gesagt als getan. Er war munter und lebhaft und sprang umher, und es dauerte lange, ehe ich ihn bei der Halfter packen konnte. Sein Betrage« demoralisierte einen feiner Kameraden, der dar Manöver wiederholte und gleichfalls mit großer Mühe ein gefangen wurde.

auch in aller Zukunft nicht hinter die letzten Ge­heimnisse der Natur kommen, die menschliche Weisheit und Wiijenschast wird immer Stück­werk bleiben!

Der Zwist sitzt wie ein Dorn im Fleische; er pickt und quält bei jeher Bewegung, bei jedem Gedanken. Wer so einen Dorn in den Gliedern

3 l Jahrgang.

rha,a geben könne.

dem Zelte, da« sich richtig an der angegebenen Stelle befand, lagerte« wir, der Vorsicht halber noch immer auf freiem Felde.

der Weisheit kommen, das menschliche Wiffen wird also immer der Ergänzung durch den Glauben bedürfen.

Als vor kurzem die überraschende Entdeckung der Radiumstrahlen gemacht wurde, bekannten manche Fachmänner, daß dadurch unsere ganze, vv |B*.

bisherige Lehre vom Wesen der Naturkräfte auf Haber will den Dorn aus feinem Gemüts nicht de» Kopf gestellt werden könnte. Was bisher1 ' * .... ..... r»

als unzweifelhafte Wahrheit in allen hohen Schalen und allen gelehrten Büchern gegolten Hatz kann durch eine einzige neu beobachtete Tat- fache z» nichts gemacht werden. Der Gelehrte muß immer bereit fein, umjulernen.Was ist Wahrheit?" fragte f. Zt. Pilatus. Wenn wir an einen gewissenhaften Forscher dieselbe Frage richten, so muß er sagen: Ja, nach dem jetzigen Stande unserer Forschung scheint eS so, als wenn das, was wir euch oortragen, wahr wäre; eher wir können keine Gewähr dafür Übernehmen, daß es sich am Ende doch anders »erhält. Abwarten, was die weiteren Forschungen bringen! Es zeigt sich ja fortwährend, daß es manche gibt, was wir mit unseren fünf Sinnen nicht mahrnehmen, «nd daß es manches nicht

Römischer wochenbries.

[**] Rom, 15. Dez. ll>03.

Die feierliche Enthüllung des interna­tionalen Arbeitermonuments zu Ehren Leos XIII. wurde definitiv auf den St. Josephs- tag, der 19. Marz 1904, festgesetzt. Es wurde ferner eine eigene Kommission eingesetzt, um für die Quartiere, Verpflegung, und Führung der aus diesem Anlaß nach Rom kommenden Pilger und Abordnungen katholischer Arbeiterverbände Sorge zu tragen. Für die aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz kommenden Pilger werden hiesige deutsche Patres zur Verfügung stehen. Am 20. März einem Sonntage, wird Pius X. sämtliche Pilger in einer besonderen Audienz empfangen.

Die Vorbereitungen für das XIII Jahr­hundertfest Gregors des Großen sind in vollem Gonge. Es steht schon jetzt fest, daß Pius X. seinem großen Vorgänger auf dem Stuhle Petri zu Ehren in der Peterskirche pon tifizieren und dabei ein Chor von über 1000 Sängern die alten gregorianischen Melodien vor- 1 rag en wird. Dem betreffenden Organisations- komitee gehören u. a. Fürst Clngi, der Jesu- itenpater de Santi, Hofrat Pastor, Prälat Wilpert, Prälat Respighi und Benediktinerpater Janssens an. Der englische Konvertit Lord Braye, welcher von Pius X. empfangen wurde, stiftete einen jährlichen Preis von 100 Pfund Sterling, welcher von der Bibel-Kommission für eine Arbeit, die heiligen Schriften betreffend, verteilt werden soll.

Menschen ihn mit Obeiflächlichk>it behandeln. Setz' dich mal einige Minuten in der Schlummer­stunde hin und denke im Stillen nach über den Frieden, b. h. mit Nutzanwendung auf dich und die deinigen.

Macht auf die Tore des Hauses und die Pforte des Herzens, daß der Friede einziehe! Er führt seine Schwester mit sich: die Glück­seligkeit.

man auch mit einem echt deutschen und ausschließ­lich deutschen Worte sagen:Wenn die gutge- innten Menschen sich auf Gegenseitigkeit bestrah­len, bann ist es gemütlich.

Weihnachten ist nun so recht bet Blütentag für die menschlichen Wärmeftrahlen. Vor der Krippe mit dem unendlichen Geheimnis der gött­lichen Liebe begehen wir das schönste Familien- , fest des ganzen Jahres. Die christliche Familie aber ist so recht der erlesene Ort für den Aus tausch von menschlichen Wärmestrahlen. Wenn wir vom häuslichen Herd fingen und sagen, so denken wir nicht an das Feuer von Kohle, Holz oder Gas, sondern an das geistige Feuer der liebevollen Gemeinsamkeit, an die herzinnige Ge­mütlichkeit.

Strahle Wärme aus im häuslichen Kreise, so wirst du Wärme empfangen. Bringe den Frieden mit, so wirst du Frieden finden! Komme deinen Angehörigen und Freunden gemütlich ent­gegen, so wird behagliche Gemütlichkeit dich um­geben.

's <.

Unpolitische Zeitlällse.

(Nachdruck verboten.)

(C Berlin, 17. Dez. 1903.

Also der Mensch leuchtet! So sagen wenig­stens zwei französische Gelehrte. Sie wollen ent­deckt haben, daß der menschliche Körper eine Art Laterne fei; wie der berühmte, aber verzweifelt seltene Wunde-, stoff Radium, so soll auch unsere fleischliche Hülle fortwährend Lichtstrahlen aus- fenben; bei verstärkter Muskel- unb Nervenarbeit sollen die Ausstrahlungen zunehmeri. Demgemäß müßte ein fleißiger Stein klopf er manchmal eine größere Leuchte des Jahrhunderts sein, als ein behäbiger Professor. Wacum mir bisher von

Habs« die Gelehrten lange genug gespottet in ihre» Dünkel, und einige spotten noch darüber. Mele aber sind doch nachdenklich geworden, feit» bem eine anerkannte Leuchte der Wissenschaft von Berli» aus die Entsagungsparole ausgegeben: IgnorabimaB, wie werden wir auf den Grund

Deutscher war, hat das genannte Wörtchen noch I ein treues Herz zu treuem Herzen findet, da finde »iel inhaltschwerer gemacht. Er verkündigte als der rechte, wirksame, beglückende Geschmackaus- Srgebnis stines Forfcherlebens: Ignorabimus. 1 " ~ " d. h. wir werden nichts wiffen, wir werden

Darum muß ich alle Jahre wiederholen: Die rechte Vorbereitung zum Weihnachtsfeste wird uns gelehrt in dem tiefsinnigen Worte der Schrift: Wenn du deine Gabe zum Altäre (ober zum Weihnachtstische) bringen willst unb erinnerst dich, - t , - - . - . daß dein Bruder etwas wider dich habe, fo laß

finget Teppichweber gesagt, nämlich der Apostel deine Gabe vor dem Altäre und gehe zuvor hin Paulus.^ Aber über diese biblische Wahrheit j unb versöhne dich mit deinem Bruder!

s... zn.r.t, < Ach, wenn die Menschen doch etwas mehr

Neigung und Geschick für.das Versöhnen hätten! Wollen sie es nicht aus Edelmut tun, fo sollen sie es aus Klugheit tun. Denn man zerstört sich das eigene Behagen und die reine Lebensfreude, wenn man mit seiner Umgebung in Zwieiracht lebt.

8 heöin bei den ersten tibetischen Homaben.

In seinem neuesten Werke:Im Herzen von Asien" (Zwei reich illustrierte Bände, elg. geb. 20 Mk. Verlag von F. A. Brockhaus, Leipzig) erzählt der berühmte schwedische For­schungsreisende Seven Hedin folgendes Aben­teuer, das er in Tibet erlebte:Es regnete die ganze Nacht hindurch, als ob Tausende von Dachrinnen ihren Inhalt über unser Lager aus- schütteten. Ader die hierzulande vorgeschriebene Regenzeit war da, und wir hatten kein Recht, uns zu beklagen. Wenn man, wie ich diesmal, vier Stunden Wache hält unb bis auf bie Haut naß wird, so weiß man ganz genau, wie ein richtiger, ehrlicher Regen beschaffen fein muß.

Von Zeit zu Zeit saß ich, einigermaßen ge» chützt, in der Zeltiür. Es klatscht in den Pack- ätteln der Maulesel, von deren Ecken das Wasser rinnt, wie in einer Waschmaschine. Die Tiere schütteln sich, daß die Tropfen nach allen Seiten spritzen. Bisweilen spitzen sie die Ohren, und die Hunde knurren dumpf. Malenki bars rei umherlauftn nrb schnüffelt auf einem alten Lagerplätze nach Knochen, denn er und Jollbars laben feit ein paar Tagen nichts als Brot be ommen

Auf einmal fing der eine zu bellen an, und der anbere stimmte bald ein. Es war nur ein I

gibt, was die Menschen vermeintlich mit ihren fünf Sinnen wahrgenommen hatten

Darum gibt es keinen größeren Esel auf Erden als den Menfchen, der da sagt:Ich glaube nur, was ich mit meinen 5 Sinnen wahr­nehme!" Unsere geehrten 5 Sinne sind höchst mangelhafte Notbehelfe für das irdische Pilger­leben; von dem, was in der Schöpfung besteht und passiert, können wir nicht einmal den mil­lionsten Teil mit unseren blöden Augen sehen, mit unseren rohen Ohren hören, mit unseren täppischen Händchen fassen, mit unserem winzigen Gehirn auffassen. Ein Mensch, der so auf seine 5 Sinne protzt, wäre zu vergleichen mit einem Hering, der sich rühmen wollte, er kenne die Ge­heimnisse 'der Natur, weil er einmal in seinem Rudel von Island nach Norwegen geschwommen ist.

Darum tut man klug, wenn man dem Sterne von Bethlehem folgt und sich nicht durch die je­weiligen Sternschnuppen der glaubensfeindlichen Wissenschaft beirren läßt.

Was nun die Ausstrahlungen des Menschen angeht, so bin ich der Meirmng, daß die Körper­strahlen längst nicht mehr fo wichtig und wirk­sam sind wie Die Seelenstrahlungen. Ja, es geht Licht aus von dem inneren Menschen. Wenn wir mit einem klugen und braven a)ien- schen verkehren, fo fühlen wir die Strahlen, die von feinem Geiste auf unfern Geist übergehen. Und nicht bloß heller wird es in diesem Ver­sehr, sondern auch wärmer. Der gute Mensch sendet Wärmestrahlen ans, die in seiner Um­gebung Behaglichkeit und Fruchtbarkeit verbreiten. Das sind die Strahlen der Liebe, sagt man in der gehobenen Sprachweise. Im Volkston kann

Ftildd, Samstag, bet; 1°. Dezember MB.