30. Jahrgang.
flliaa, Freitag, den 18. Dezember 1903.
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Advokat fort.
erstes Blatt
Deutsches Reich
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trum niemals den Grundsatz gehabt Hat, keine Protestanten zu wählen, daß vielmehr die Zen - trumspartei bei jeder Wahl m zahlreichen Fallen Protestanten die Stimmen gegeben hat? -Ulan 'anit wohl von dem Grundsätze der Protestanten, keine Katholiken zu wählen, sprechen; denn daß ein Katholik protestantische Stimmen erhalt, ist eine seltene Ausnahme. Wählten dagegen Pro- estanten so häufig und unbedenklich Katholiken, wie Katholiken Protestanten wählen, so stände es um unseren konsesstonellen Frieden erheblich
,«fser. „
* Die Reichsjustizkommission hat vorgestern die Beratungen über die Reform der «traf- prozeßordnung wieder ausgenommen und zwar
verhandelt ste zunächst über den Abschnitt „Abgekürztes Verfahren". An Stelle der ausgeschiedenen Herren Oberstaatsanwalt Hecker-lllm und Reichsgerichtsrat Beringer, srüher in München, sind als Mitglieder der Kommission berufen worden der bayerische Oberlandesgerichtsrat Psannschmidt in München und der württem- berqische Oberlandesgerichtsrat Dr. Rupp m Stuttgart. Die Beratungen dauern eine Woche.
* Das Reichsamt des Inneren ist mit den Vorarbeiten für eine Neuregelung. der Bestimmungen über die Sountagsarbeit rn der Industrie beschäftigt. Hierüber hat der Bundesrat im Wege der Verordnung Vorschriften zu erlasien. Die bisherigen Anordnungen auf gründ des § 105 d der Gewerbeordnung beruhen aus der Bekanntmachung vom 5. Februar 189a- Die,Soz. Praxis' glaubt Grund zu der Annahme zu haben, daß im allgemeinen die letzt eingeleitete Revision eine weitere Einschränkung der Sonntagsarbeit im Gewerbebetriebe in Aussicht nimmt. „
* Die ,Kreuzztg.' ist wegen ihrer Stellung gegenüber den Katholiken auch mit dem Zeutrat- ausfchutz für murre Mission in Zwiespalt geraten. Auf dem Braunschweiger Kongreß für innere Mission hatte der Pastor Swierczewski einen Vortrag über das Thema „Der evangelische Christ und seine Zeitung" gehalten. Darm wurde die ,Kreuzztg.' ganz in derselben Werse, wie es die Korrespondenz des evangelischen Bundes tut, angegriffen, zum Teil unter Verwendung erne« falschen Zitates. Der Vortrag ist gedruckt und in Massen verbreitet worden. Die .Kreuzztg. erhielt selbst ein Anschreiben des Zentralausschuffes, worin sie um Abdruck einer Empfehlung des Vortrags gebeten wurde. Sie beschwerte sich bei dem Vorsitzenden des Zentralausschuffes für innere Mission, Präsidenten Gäbel. Dreser ant- wartete, die Versendung der Rezensionsexemplare sei von der Geschäftsstelle ohne sein Wissen er- olgt. Keinenfalls habe die Absicht bestanden, der .Kreuzztg/ zu nahe zu treten. Auch bie Gesamttendenz des Vortrags fet nicht gegen dre Kreuzztg/. Nur eine gelegentliche Bemerkung beschäftige sich mit ihr. Deshalb habe der Vorstand unbedenklich für die Verbreitung eintreten önnen. Im einzelnen müffe .er dem Verfasser leib ft die Verantwortung für die Richtigkeit seiner , B hauptungen überlasten. Die .Kreuzztg/ ist mit : dieser Antwort wenig zuftieden, sie erklärt aber.
er und der Leiter der Irrenanstalt werden mit ihrem Gutachten auf dir Seite beS Gegners stehen; ob nun die Aerzte, die wir als Sachverständige vor laden, das Urteil ihrer Kollegen umstoßen, daS ,st eine schwer zu beantwortende Frage. ES wird ein langwieriger Prozeß werden. Adelgunde, die Aerzte werden erklären, M sie Dich eine Zeit lang beobacht-n wüsten, um em sicheres Urteil fällen zu können, und wahrend dreser Zeit wird Tellevbach sich die Zügel nicht entrecht, lasten." ,
„Dos find trostlose Aussichten, wenn Dagobert« Unschuld nicht bald an den Tag kommt."
.Ich habe seine Verteidigung übernommen und werde noch vor Ablauf dieser Stunde mit dem llnter-
wenn sie die Regierung immer heftiger zu „Taten" drängen, doch dabei nur wieder ihre Staatsstreich - Hintergedanken haben. Ist der Reichstag nicht willig, so muß er beseltigt werden. Herr v. Bogeslawskl sagt selbst, man
Berlin, den 17. Dezember 1903.
[,] Es soll nach den ,Berl. Pol. Nachr/die Absicht bestehen, den Rede«, die der Relchs- kanzler Gras Bülow bei der Etatsdebatte rm Reichstage gegen die Sozialdemokratie gehalten hat, in ihrem Wortlaute die weitmöglichste Verbreitung zu geben. Man erwartet, daß die zahlreichen Vereine und Verbände rm deutschen Reiche, welche auf monarchischem Boden stehen, sich an dieser Verbreitung beteiligen werden. Es sind wohl die großindustriellen Nährvater der ,Berl. Pol. Nachr/, die die Verbrettung der Rede planen. Der Reichskanzler wird hoffentlrch so viel Geschmack gaben, so etwas nicht anzu- reaen. Wir haben selbstverständlich nichts gegen die Verbreitung der schlagfertigen Reden. Nur soll man keine übertriebene Wirkung davon erwarten. . ™ m <
S Im Kultusministerim ist der Gey. Regierungsrat Dr. Adolf Wiatthias, vortragender Rat in der ersten Unterrichtsabtellung, zum Geh. Oberregierungsrat befördert worden.
* Der Reichskanzler Graf Bulow rst, wie eine Korrespondenz berichtet, stets sehr ungehalten, wenn Nachrichten in die Presse durchsickern, ohne daß dazu von zuständiger Serte ein Austrag erfolgte. Aus diesem Grunde rst den beteiligten Stellen der Auftrag gegeben motten, Verlautbarungen amtlicher Art nur im ,jma}5= anzeiger' zu veröffentlichen, NachriÄen halbamtlichen Charakters aber nur tn ber.Norbbeutschen Allgemeinen Zeitung' unb ber 'Berliner Kor- responbenz' zugehen zu lasten. Durchs bie Minister soll keine Instruktion an Journalisten mehr erteilt werden. Auch die Reichs- ämter haben sich dieser Anordnung zu fügen. W-nn diese Verfügung wtsäGtzh ergangen sem sollte, so würde es sich nur um bie Ausfnschun einer früheren Anordnung handeln. Ob dadurch die Mißstände des sogenannten Halbosfiziosen- tums gründlich beseitigt werden, muß zweifelhaft erscheinen. t
* Die Nachricht, daß der Abg. Frhr v. Hodenberg sich als Hospitant der Z^"krums- fraktion angeschlossen hat, begleitet der Reichsbote'mit der seltsamen Bemerkung: „Vielleicht geht das Zentrum nun von seinem Grundsätze ab, keinen Protestanten zu wählen. Weiß das .Pastorenblatt' wirklich nicht, daß das Zen-
$>as IXlajorat.
Roman von Ä.>oald August König.
70 ------ (Nachdruck verboten.)
Barmt« Adelgunde reichte ihm die Hand, die er m seine Lippen zog. , , p u
„Ne find in Ehrenmann," sagte sie. „Theodore wird an Ihrer Seite glücklich werden. Ich hoffe, Sie noch heute bei uns zu sehen."
„Ich reite sogle.ch hinaus."
„Also auf Wiedersehen I" nickte sie ihm mit einem steundlichen Lächeln zu, dann stieg sie in den Wagen, der sie zum Hause ihre- Brüters buchte.
Hermann war nicht in allen Punkt-n mit den Korderungen einverstanden, die sie an ihn stellte, aber er versprach, sofort energisch für ihre Rechte einzu- frelen und vor allen Dingen die Aufhebung der Jnter- diktion zu beantragen.
Sr verhehlte ihr nicht, daß dieser Antrag manchen
Aerger im Gefolge haben würde.
„Gutwillig gibt Tellenbach daS Regiment nicht «uS den Händen," sagte er, „einesteil; hält er an der Hoffnung fest, seinem Sohne das Majorat sichern zu können, anoerenteilS mag er auch Ursache haben, eine Revision feiner Bücher tu fürchten!"
„Aber Recht muß doch Recht bleiben," warf seine Schwester ungeduloig ein.
„Er stützt sich darauf, daß daS Recht auf seiner Seite ist, und fcheinbar ist dies auch der Fall. Du Ust interdistert, der rechtmäßige Erbe fitzt im Ge- sttnanis und Baronefle Theodore ist noch minorenn. Gegen die Aufhebung der Jaterdiktion robb er protestieren, er rotrv behaupten. Du seiest von Deiner Geisteskrankheit och immer nicht genesen."
„Me Aerzte werben bt> se Behauptung widerlegen I" „Hm, damit ist'S eine heikle Sache," luhr der
rung ber sozialdemokratischen Gefahr stärkt nur bas Selvstbewußtsein ber Genossen unb befestigt in ihnen bie Hoffnung, nächstens bie ganze bestehende, als so äußerst wacklig unb schwach hingestellte Staats- unb Gesellschaftsordnung zusammenstürzen zu sehen. Die Empfehlung aller möglichen Ausnahmegesetze und Rechtsverkürzungen aber bietet den dankbarsten Stoff für bie Agitation zur Schürnng ber Unzufriedenheit.
nehme Deine Braut mit, vielleicht erzeigt er mir den Gefallen, die Anordnungen der Beerdigung zu übernehmen, ich selbst kann mich Nicht damit befassen.
9 «Damit schied sie von dem Bruder. ES war Mittag, als sie die Wohnung des Rittmeisters erreichte, der alte Herr kehrte eben aus der Weinstiche zuruck.
Er war augenblicklich bereit, die Sorge mn da« Begräbnis zu übernehmen, er wollte gleich nach Tifch damit beginnen und eb-nsall« am Abend nach Elchenhorst kommen, um über die Einzelheiten mit chr und
Ueber Dagobert wußte er ihr ro -nig Tröstliches zu b^Man sprach überall von dieser Angelegenheit, man schmückte sie mit Einzelyeiten au», von denen die Beteiligten selbst nicht« wußten, und lebtrmom« glaubte an die Schuld de« Behafteten. „ . ,.
Baronin Adelgunde berichtete ihm den Vndacht des Försters, er schüttelte ungläubig da« graue Haupt, die Möglichkeit, daß dieser Verdacht begründet sein könne, wollte er allerdings gelten lassen, aber auch m feinen Augen sprachen doch die Beweise zu sehr für 6,e Vechimim"darüb r, daß auch ihr bester Freund ihren Sohn verurteilte, nahm Baronin Adelgunde von ihm Abschied, den Trost unb die Ermutigung, die sie suchte rotte sie nur bei Röschen gefunden, sie war die einzige gewesen, die unerschütterlich an bte Unschuld Dagoberts glaubte, da« sicherte ihr fortan einen Platz in dem Herzen der schwergeprüften Frau.
19. Kapitel.
Da« Haupt stolz erhoben, stand Dagobert mit furchtlosem Blick vor dem Uu,ersuchuna«rlck>rer.
Sie haben gestern behauptet, Gras Stephan Morray könne bezeugen, daß Sie in seiner Gegenwart cxhre Büchse abgeschvssen hätten, begann der Gerichts rat, nachdem er seine Asien Mecht gelegt und e.ne Weil- in ihnen geblättert hatte. -Sie behaupMen ferner, au dem Wege zur Stadt mtt diesem Herrn
Streiks ohne Innehaltung ber kontraktlichen Zeit. Als Einleitung zu biefen „Taten erklärt er bte Einführung ber öffentlichen Abstimmung unb ber Wahlpflicht bei ber Reichstagswahl, Abschaffung ber Stichwahlen unb «-nchtung eines Ober- Hauses für notwenbig. Wie alle Scharfmacher, malt auch ber tapfere Generalleutnant bie sozialdemokratische Gefahr in möglichst grellen Farben. Alles stürzt nächstens zusammen, wenn nicht bald "^Wie^denken sich bie Scharfmacher benn nun eigentlich bie Durchführung ihrer ;
Der Reichskanzler hat bem „tateuburfti^en Grafen Limburg-Stimm gegenüber schon bemerkt, daß man boch zunächst eine parlamentarische Mehrheit dafür haben müffe. Die ,Post stellt sich auch heute wieder an, als halte sie bte Zustimmung des Zentrums zu einem Gesetz zum Schutze Arbeitswilliger, al o zu emem neuen Zuchthausgesetze für möglich. Wir
halten es für ausgeschlossen. Noch
weniger würbe bas Zentrum für bte Abschaffung des Reichstagswahlrechts unb für Ausnahme- I gesetze. zu haben fein sie H-rt v- Boges-
zusammengetrvfftn zu sein, während der B-rwundete in entgegengesetzter Richtung in der Gegend der sogenannten hohe« E>che aufgefunden wurde Halten Sie diese Behauptung auch heute noch aufrecht.
Können Sie glauben, t aß ich gestern eine Un» Wahrheit gesagt habe?" erwiderte Dagobert ruhig.
Fch würde da- begreiflich finden: gelänge differ Alibibewei« Ihnen, so wir, de die Anklage gegen Sie unhasibar sein^ Z^t, benn niemals habe ich daran gedacht, mich auf diesem Wege von meinem Vormunde zu befreien!"
„Sie können nicht leugnen, daß Sie an demselben Nrchmi tage in Gegenwart mehrerer Zeugen die Büchse auf Ihren Vormund angeschlagen haben."
Ich leugne daS auch nicht, ich bcdaure nur, daß ich wich im aufwallenden Zorne dazu binrechen ließ w Wäre der Verwalter nicht dazwnchen getreten, kg hgtten Sie schon in jenem Augenblick den Schutz abgefeuert, sagte der Richter ernst.
s wz ift möglich", erwiderte Dagobert. „Ich war furchtbar gereizt, ich hatte die Berechtigung, gegen die Abholzung des Waldes zu protestieren; mir zum Trotz unter meinen Augen wurde der erste Baum gefällt, mein Protest mit beleidigendem Hohn zurück- aeroiesen; mußte mich das nicht aus« äußerste reizen • Wenn in jenem Augenblick die unselige Tat oeschch^n wäre so würden die Verhältnisse sie entschuldigt haben. Später, im Försterbause, wurde 'ch wiedn rubtaer, ich bedauerte das Borgefallene und beschloß auf gerichtlichem Wege meine Rechte zu wahren. Jene Gegend, in der später der Verwundete aiügesunden wurde, habe ich nicht mehr berührt, ich schlug den Fußpfad ur Stadt ein, weil ich wußte, daß auf diesem Weg der Graf Morray mir begegnen mußte, den ich bitten wollte, auf die Einladung zum Solcher vor- läusia ui verzichten. Er gab nur den Rat, die Büchse ich meinem Onkel noch einwat begegne. Ich erften Moment über diefen Rat gelacht, well mir doch
Seit ber letzten Rede des Reichskanzlers, worin er bie Scharfmacher ab weist, schreien alle mit verdoppelter Lnngenkrast, daß sie „Taten" neaen bie Sozialbemokratie sehen wollen, Schutz. vr». legen den Terrorismus, bie sozialdemokratische müsse zuerst das ..neue Wahlgesetz durchz tz Ursuchung verlangen usw. Dem lauten Chorus ^reiS wiederholter
hat sich soeben auch noch ber General a. D. v. Boguslawski mit einer eigenen BroschüreI ,Mcht Rede — aber Fehde gegen bie Sozialdemokratie« zugesellt. Der General, ber seine Muße zu fleißiger Schriftfiellerei, namentlich in tzer ,Täglichen Rundschau', recht reichlich verwertet, ist offenbar ein sehr schneidiger Herr. Mit Vorliebe verteidigt er bie Zustänbe in ber Armee gegen bie Kritik „Nichtberufener", wobei « es sich angelegen sein läßt, womöglich alles in Schutz zu nehmen. Weiß er sich nicht mehr helfen, so schlägt er auf bie Sozialdemokratie
los, die an allem schuld ist, was in ber Armee ! etwa nicht willkommen fein sollte. Wir rounbern uns daher gar nicht, daß ber Herr ben Beruf in sich fühlt, bie Sozialdemokratie mit einer besonderen Broschüre zu vernichten.
Richt reden, sondern handeln! ist seine Parole. Da er aber nicht in ber Sage ist, zu „hcmbeln", so „rebet" er einstweilen selbst, oder vielmehr er schreibt. Er geht aber gleich | gründlich vor. „Wir brauchen ein Gesetz gegen die revolutionäre Sozialdemokratie, erklärte er, und ich bin überzeugt, daß es kommen muß und wird." Wie das Gesetz beschaffen sein soll, will er „hier nicht erörtern"; er begnügt sich, wie so Viele Klugredner damit, die Sache „angeregt" zu haben und überläßt es großmütig der Regierung, feine „Gedanken" in gesetzliche Form zu kleiden. „Wo ein Wille ist, ist ein Weg", lautet bie auch wn ihm benutzte bequeme Ausrede. Nur bas „Leitmotiv" gibt er an: „Zerstörung der sozialdemokratischen Organisation; Verhinderung weiterer Verhetzung; Bestrasung der Ansttster von
suchungSrichter reden." „
Sind Entdeckungen gemocht wordeo, die —
"-sch weiß es nicht, Adelgunde, ich bringe Dir gegrn Abend Nachricht^ Wer wird dir Anordnungen zur Beerdigung übernehmen?"
Vielleicht Hauptmann Tellenbach — er ist mit der Baronesse Theodore verlobt."
Ah — soweit find die Dinge schon gediehen? Wirtlich verlobt? DaS wußte ich noch nicht! — Um so schlimmer für unS!" .
„Hauptmann Tellerbach bat in meiner Gegenwart seinem Vater ersiärt, daß er aus dar Majorat verzichte
Von dieser Erklärung wird der Notar schwerlich Notiz nehmen," sagte Hermann kopfschüttelnd, „und von einer Berzicktleistung des Hauptmann« dürfte nach der Verurteilung Dagoberts auch feine R de mehr sein. Wenn man ein solches E'b- mrt einem einzigen Federzuge antreten kann, schlägt man es sicherlich nicht aus." .. . „ ,,
„Soweit fi»d wir noch nicht, erwiderte fik, ihw die Hand reichend. „Du kommst otfo am Abend heraus? Wann soll ich Dir den Woge^ schicken?
„Gegen fünf Uhr hoffe ich fertig zusern, ich habe gerade beute noch so viel zu erledigen. ,
l ist« eine gerne oaege,- -nur uet „Um fünf Uhr soll ” 6«r 1 ® in —h
„Dem damaliger Hausarzt lebt noch, I richten mit, Hermanni Ich fahre zum Rittmeister und
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verantwortlicher W
Schriftleiter: Zof.Baum ..
K fiäJÄu. w-chnib-iiag«: „Illustrierte Sonntagszeitung
tnb gegenwärtig wieder ganz ungewöhnlich rege. Seit Monaten singen sie ja schon Tag sür Tag daS Sieb von ben „Repressiv-Maßregeln". Die Vorsängerin spielt bie ,Post'. Morgens und abends wird em Leitartikel immer desselben Inhalts nach der gleichen Melodie heruntergeleiert. Wie ihre Leser das aushalten, ist uns ein Rätsel. Sehr kräftig stimmt in kurzen Zwischenräumen das Blatt des Bundes der Landwirte ein. Ebenso sorgen die von Großindustriellen unterhaltenen ,Berl. N. Nachr/, ferner bie ,Berl. Pol. R/, die .Deutsche Volkswirtschaftliche Korrespondenz', bie beide ebenfalls im Dienste der Großindustrie stehen, dafür, daß der liebliche Gesang nicht abgebrochen wird. Und noch eine. nKittjt ।-rr.
Reihe großer und kleiner „Organe" ist auf dieselbe jaivski empfiehlt. Die Scharfmacher können also, — y , I ml?. tmmer nOTiinPr 111
Tonart gestimmt.
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moMtsbeUage: „SulöOCt SeschichtSblMr .
versuchen, „selbst" um den Preis wiederholter Auflösungen des Reichstags". Daß man bannt nicht zum Ziele käme, sonbern nur immer mehr Sozialdemokraten in den Reichstag brachte, siegt auf der Hand. Also bliebe nichts übrig als ber Staatsstreich. , v
Glücklicherweise ist nach ben mehrfachen Erklärungen des Reichskanzlers bieReglerung einsichtig genug, bie Pläne ber Scharfmacher runbroeg abzuweisen. Diese muffen daher zunächst ben Grafen Bülow beseitigen. Vor einiger Zeit wurde tn ber »Post, m ben Hamb. Nachr.' unb im .Reichsboten' ja auch schon bie Kanzlerstuczerei offen betrieben. Das ununterbrochene rotlbe Geschrei nach Jie» presfivmaßregeln gegen bie Sozialdemokratie ver- folgt offenbar denselben Zweck. Man redet so laut und eindringlich von der sozialdemokratischen Gefahr und der Notwendigkeit des Ewschrntens gegen sie, um den Kaiser an ber Politik bes Reichskanzlers irre zu machen unb für das Scharfmachertum zu gewinnen. Anbers ,st biese ununterbrochene Scharfmacherei gar nicht.zu erklären. Sie hätte ja angesichts ber Mehrheitsverhältnisse gar keinen Sinn unb Zweck, wenn sie nicht auf bie Ministerstisizerei ausginge
Wir wollen nicht zum so unb fomelten Male die Nutzlosigkeit und Schädlichkeit von Ausnahmegesetzen erörtern; auch nicht nochmals die Notwendigkeit auseinandersetzen, die Sozialdemokraten zunächst durch Beseitigung aller Anlässe zu berechtigter Unzufriedenheit zu bekämpfen; wir möchten nur die Scharfmacher fragen: Wem glauben sie eigentlich, baß ihre Schleifsteinarbeit nütze? Die übertriebene Schilbe-