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rood>«nbdiagC:Illustrierte Sonntagsaeitung Momkb-Uag«: ..8«ldaer SeschichtLbiatter«.

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Druck und Verlag ke ZuldarrActiendrncker« in zulda (Harmonie» Zernsprecher Ur. 9.

Al. Aahlgang.

flllda, Mittwoch, den 16. Dezember 1903.

M 288

i erstes Blatt <

Acts Mcljorat.

Äeean von Ewald August König.

------- (Nachdruck eetiotes.)

eine Abteilung Kappolizei auf der südlichen Gerte unter heftiges Feuer kam. Ein deutscher Leut­nant Böttlin und em Soldat wurden schwer ver­wundet. Drei Hottentotten wurden getötet und zwei verwundet. Ein heftiger Kampf wird er­wartet. .

)Q( Aus Kamerun wird soeben berichtet, daß der französische Expeditionsführer Lenfam den Wasserweg vom Benu« über den Tribun- Sumpf nach dem Logone-Fluß festgestellt hat. 5)a letzterer ein Nebenfluß des Schari ist, wäre omit eine Wasserverbindung vom At- antischen Ozean nach dem Tschad-See, wenigstens für einige Monate der Regenzeit, nachgewiesen, was früher schon behauptet, jedoch 1889 von Mucdonald und 1893 von Maistre

Dieses ewige Rufen nach der Regierung, die im Kampfe gegen die Sozialdemokratie voran I ehe» müsse, kann der Sozialdemokratie auch des- iaI6 nur Freude machen, weit es von Mangel an Selbstvertrauen in den bürgerlichen Klassen zeugt. Die Sozialdemokraten können ihre An­hänger anfeuern, indem sie ihnen sagen:Die bürgerlichen Klassen wissen schon vor Angst nicht mehr, wohin, sie trauen sich selbst gar nicht mehr die Kraft zu, euer Herr zu werden und fordern deshalb, daß die Regierung euch mit Gewalt niederwerfe." Graf Bülow hat ganz recht: Die bürgerliche Gesellschaft ist sehr viel stärker, als die Scharfmacher es zu glauben scheinen. Es türjt noch sobald nicht alles zusammen vor dem Anstürme derArbeiter - Bataillone", wenn die bürgerliche Gesellschaft den Arbeitern gegenüber nur ihre Pflicht tut und nicht, statt selbst Opfer zu bringen, immer nur nach der Staatsgewalt ruft.

.Abwehrmaßregel" würde es nicht anders er- eben. Sie würden also nur der Sozialdemokratie i neu Triumph bringen und, wie Graf Bülow mnz richtig hervorhob, in die bürgerlichen Par­teien Uneinigkeit tragen. Man hat eben aus »em Sozialistengesetze gelernt, daß Ausnahme­maßregeln mehr schaden als nützen.

Welche Maßnahmen verlangen übrigens die Scharfmacher? Darüber sprechen sie sich n/cht klar aus. Wenn sie brauchbare Vorschläge ,aben, sollten sie der Regierung doch damit aus der Ratlosigkeit helfen. Manchmal scheint es ogar, als ob sie überhaupt keine Ausnahme­maßregeln forderten. So erklärt heute die »Post , te denke noch keineswegs an Regressivmaßregeln, andern an Schutz der Jugend gegen sozial­demokratische Verführung, Schutz der Arbeiter, leinen Handwerker und Händler gegen Terroris­mus und Verhinderung des Mißbrauchs unserer öffentlichen Einrichtungen für die politischen Macht- und Parteiinterefsen der Sozialdemokratie. Es wäre doch dringend zu wünschen, daß das Blatt näher angäbe, was es sich dabei eigentlich denkt. Soweit die Fälle von Terrorismus stras- >are Handlungen enthalten, fallen sie, wie schon der Reichskanzler bemerkte, unter das Straf­gesetzbuch und die Bestimmungen der Gewerbe­ordnung. Daß diese Bestimmungen von den Berichten lax gehandhabt würden, kann man doch wirklich nicht behaupten. Den Mißbrauch der öffentlichen Einrichtungen durch die Sozial­demokratie kann man ohne ein Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie gar nicht verhindern. Ebensowenig die Verführung der Jugend durch die Sozialdemokratie, und wir bezweifeln sogar, daß sich ein Ausnahmegesetz ausfindig machen ließe, das hier der Jugend Schutz gewährte. Man müßte schon allen Sozialdemokraten den Mund verbinden.

Wo die Regierung der Sozialdemokratie ab­wehrend gegenübertreten tonn, da tut sie es. Wir verweisen nur auf ihre Bekämpfung in der Beamtenschaft, die doch nichts zu wünschen übrig läßt. Selbst die Scharfmacher find ja höflich zu finden mit dem was Graf Bülow hierüber gesagt hat; und der preußische Eisenbahn­minister Budde wird nach seiner letzten Reichs- tagssitzung wohl gleichfalls ihren Beifall finden. Im übrigen tut die Regierung klug, wenn fte bei dem positiven Programm des Reichskanzlers bleibt: Bekämpfung der Sozialdemokratie durch soziale Reformen und möglichste Beseitigung alles dessen, was Unzufriedenheit erregen kann, sowie durch Einigung und Zusammenschluß der bürgerlichen Gesellschaft gegen die Sozialdemo­kratie. Von diesem Zusammenschluß reden die Scharfmacher auch immer; sie treiben aber die bürgerlichen Parteien immer wieder auseinander durch ihr Rufen nach Zwangs- und Ausnahme­maßregeln, sowie durch ihren aktiven und passiven Widerstand gegen soziale Reformen. Auf sie war es deutlich gemünzt, wenn Graf Posadowsky int Reichstage sagte, manche Leute bekämpften alles daS als sozialistisch, was ihnen unbequem sei und ihnen Opfer zumute.

Wenn jener Wilddieb die Tat nicht begangen hatte, bann blieb die Schuld auf ihrem Verlobten ruhen, sie flehte zu Gott, daß er ihr Kraft und Mut geben möge, das Furchtbare zu ertragen.

Das Rollen der Wagenräder aus dein weichen Waldboden hörte sie nicht, in heißem Gebet versunken, bemerkte sie nicht einmal, daß die Türe geöffnet wurde und eine hohe, schwarz gekleidete Dame eintrat, die den Blick lange auf dem schönen Haupte der jungen Mädchen» ruhen ließ

.Ist der Förster zu Hause?" fragte die Baromn endlich.

Röschen erhob sich rasch, sie hatte die tolle Ba­ronin nie gesehen, aber sie wußte sogleich, daß Dago­bert» Mutter vor ihr stand.

.Mein Vater ist soeben zur Stadt gegangen", er­widerte sie. -

.Hat er eine Entdeckung gemacht, bte Baron Dago­bert aus der Hast befreien wirb?"

Er glaubte sie gemacht zu haben, gnäbige Frau, aber sie ist wieber zweifelhaft geworden: nun will er sich überzeugen, ob fein Verdacht in der Tat begründet war."

Die Baronin üeß sich in den Lehnstuhl des Förster» nieder. Röschen mußte ihr alle» berichten, mehr und mehr bewunderte Baronin Adelgunde den edlen Anstand und die aristokratische Erscheinung de» schönen Mädchens.

«ns jedem Worte Röschen» sprach heche, innige Siebe zu Dagobert, sie betonte ihren unerschütterlichen Glauben an seine Schuldlosigkeit und sprach wieder hott die zuversichtliche Hoffnung au», daß es ihrem Vater gelingen werde, den Schuldigen zu entdecken.

Baronin Adelgunde nickte zustimmend, sie mochte wollen oder nicht, sie fühlte sich zu dem schören Mädchen hingezogen, fte begriff, daß Dagobert e» lieben mußte.

.Wir wollen nicht verzagen," sagte sie in gütigem $one und ihre Hand ftchr dabei leise über bas wellige Haar Röschens, die zu ihren Füßen aus einem Schemel faß und mit ehe» flehenden, yoffumiasstohen Blick zn ihr emporschaute; ^wir wollen ans die Gerechtigkeit

.Wenn er nicht der Täter ist, wer soll bann die Lat begingen hoben?" fragte Röschen, die nur diese eine Möglichkeit zur Rettung ihre» «Beliebten kannte.

.Ich weiß e» nicht, Fräulein," sagte Abraham mit einem bedauerlichen Achselzucken, .wenn ich es wüßte, würde ich augenblicklich zum Gericht gehen, um ihn Mpjetgen. Meine Schwiegermutter behauptet, der H-rr Baron könne e» nicht gewesen sein, und ich glaube ihr; aber wo soll ich, der doch so wenig von solchen Dingen versteht, den Täter suchen?

Der Förster stand in Nachdenken versunken, sein Blick ruhte noch immer auf dem Hünen, an dessen Achrichkffeit er nicht mehr zweifeln konnte.

.Mcklen Sie mich in die Wohnung Ihres Bruder» führen V sagte er.Ich kann Ihnen nur dann glauben, wenn Sie mir Gelegenheit geben, auch von der Wahrheit Ihrer Bchauptungen zu überzeugen. Wenn le sich weigern, mir diese Wohnung zu bezeichnen, daun dürfen Sie mir nicht zmnuten, daß ich Ihren Worten Glauben schenken soll," fuhr er fort, als Abraham zögerte,ein Schuldloser darf auch seinem Aukliger furchtlos in» Auge sehen"

.»allen Sie mich jetzt begleiten?" unterbrach SbiabMi ihn.

»Ja, e» kann nicht rasch genug Klarheit in die Sache gebracht werden !"

So kommen Sie!"

Abraham nahm von dem Mädchen Abschied und ging hinaus, der Förster folgte ihm ohne lange» ve- dwcken, nachdem er feine Tochter geküßt nnb ihr einige «orte der Ermutigung gesagt hatte.

Roschen sank aus die ffniee nieder, eine banne Ahnung sagte ihr, daß nun alle» vorbei sei, daß ste

Berlin, den 15. Dezember 1903

* Der Kaiser wird am Freitag in der Göhrde bei Lüneburg auf Schwarz- und Rotwild lagen. Er verlaßt Freitag früh Berlin, trifft »ormittagS int Jagdschloß Göhrde ein, wo als­bald ein Jagen auf Schwarzwild beginnt, dem am nachmittag ein zweites Jagen auf Rotwild folgt. Abends findet für die Jagdgäste im Jagd- chloß ein größeres Diner statt. Gegen 8 Uhr verläßt der Kaiser die Göhrde und fährt nach . Hannover. Großfürst Wladimir von Rußland, >er eine Einladung zur Teilnahme an den Kaiser- agden in der Göhrde erhalten hatte,, begibt sich von Paris, wo er sich zur Zeit aushält, zunächst nach dem Neuen Palais, wo die Ankunft Mitt­woch abend erfolgt.

, Fabrikbesitzer Arnold v. Siemens in Berlin ist zum Mitglied des Herrenhauses ernannt worden. Herr v. Siemens ist der älteste Sohn von Werner Siemens. Er ist mit feinen Brüdern Karl und Wilhelm Inhaber der Firma Gebrüder Siemens u. Co. in Berlin-Charlotten- mtg. Er gehört zu den Gründern der Berliner Hochbahn.

() Die von der ,Chemn. Allg. Ztg ' ver­breitete Nachricht, wonach der Gouverneur von Südwestasrika, Oberst Leutweiu, durch eine andere Persönlichkeit ersetzt werden solle, entbehrt, wie die ,Nordd. Allg. Ztg.' erfährt, jeder Be­gründung.

* I« Deutschsübwestafrika scheinen neue Kämpfe bevorzustehen oder schon ausgebrochen zu sein. Nach einer Depesche des Bureau Reuter aus Kapstadt meldet ein offizielles Telegramm aus Hartebeest vom 12. Dezember, daß ein Hottentotten-Lager von einer deutschen Patrouille angegriffen und genommen wurde. Die Hottentotten trieben aber nachher die Deut­schen über den Fluß und feuerten auf fie, wobei GotteS vertrauen, die uns nicht im Stiche kaffen Wirb. Sin schweres Unglück hat uns beibe zusammen- geffibrt, mein Rinb, hoffen wir, daß gemeinsames Glück uns baraus erblühen möge. Baron Kurt tf vor einer Stunbe heimgegangen zu seinen Vätern," fuhr sie nach einer kurzen Pause fort; .manche Schuld bat er mit hinübergenvrnmen, möge Gott ihm gnädig fein, Wie ich ihm verziehen habe. Ich muß nun zur Stadt, um meine Rechte zu wahren, sagen Sie Ihrem Baler, baß ich vorläufig bie Herrin hier fei, daß kein Holz ohne meinen ausdrücklichen Befehl geschlagen werben dürfe, unb daß alle Befehle nur von mir ein­zuholen seien. Unb nun adieu, mein Kind ; behüte Sie Gott."

Röschen begleitete sie an den Wagen, au» dem Wagen heran» reichte die Baronin ihr noch einmal die Hand, dann zogen die Pferde an.

Ihre Gedanken beschäftigten sich jetzt nur noch mit dem schönen Mädchen, sie mußte sich der Worte Dagobert» erinnern, baß fie es lieb gewinnen würde, sobald sie es näher kennen gelernt hätte.

Sie konnte nicht leugnen, daß Röschen eine aristo­kratische Erscheinung und auch im Punkte der Er­ziehung unb Bilbmig ihrem Sohne ebenbürtig war; da» wenige was an dieser Erziehung noch fehlte, konnte ohne Mühe nachgebolt werben.

Wenn fie nur von besserer Herkunft gewesen wäre

Der Förster war gewiß ein braver, ehrlicher Mann, zubem auch stet» ein treuer Diener de» Hause» gewesen, aber er war auch nicht» Wetter al» ein Dimer de» Hauses; über solche MeSallia.ee mußte jeder die Nase rümpfen.

Dann ober erinnerte sich die Baromn auch ihrer eigenen Ehe, in ber fte kein Glück gefunden hatte, fie ennnerte sich ber eigenen Seelenqualen unb immer geringer wurden bie Bedenken gegen drefe MeSallianee.

Hätte fie nachgegeben unb wäre fie den Wünschen und Bitten ihre» Sohnes nicht so schroff entgegen getreten, so würbe er vielleicht nicht so zornig in ben »alb hinaus gestürmt und infolge dessen wohl auch kein Verdacht auf ihn gefallen sein.

Der Leichskanzler und die Scharf­macher.

Am sechsten, dem letzten Tage der Etatsbe­ratung haben die Konservativen endlich der Re­gierung das von der ,Kreuz,tg/ angekündigte .kräftige Wörtlein" gesagt, lleberrnaßig kräftig fiel es allerdings nicht aus, da Graf Limburg- Stirn« der Wortführer war. Er forderte die Regierung auf,den Kampf gegen die Sozial­demokratie aufzunehmen, ehe es zu spät ist". Man braucheeine feste Initiative und eine starke Hand der Regierung". Man vermisse bei ihr einen zielbewußten Willen und wolle Taten sehen. Auch der Abg. v. Tiedemann erwartet von der Regierung, daß fte mit gesetzlichen Maß­nahmen vorangeht."

Der Reichskanzler lehnte ab, ohne jedoch klar erkennen zu lassen, ob er die Scharfmachern grundsätzlich verwirft ober nur aus praktischen Erwägungen und für den Augenblick. Er ent­gegnete nämlich, er würde e8 für einen Fehler halten, gesetzliche Maßnahmen gegen die Sozial­demokraten vorznschlagen, wenn nicht die absolute Gewißheit vorläge, daß sich auch eine Mehrheit dafür fände. Die Geschichte des Zuchthausgesetzes ist ihm offenbar im Gedächtnis geblieben unb er mag einer Vorlage gegen bie Sozialdemokratie nicht abermals eine solche Niederlage bereiten. Daß heute im Reichstage eine Mehrheit für Scharfmacherei noch weniger zu finden ist, als beim Zuchthausgesetze, liegt auf ber Hand. Graf Limburg-Stimm wirb deshalb auch der Auffor­derung des Reichskanzlers, doch selbst Jnitiativ- Xnträge einzubringen, nicht nachkommen. Er weiß ja im voraus, daß er keine Mehrheit dafür finden und nur ber Sozialdemokratie eine Freude Iwreiten würde.

Warum soll denn nun die Regierung tun, was die Scharfmacher selbst nicht tun mögen? Ihre Niederlage würde doch eine weit schlimmere Wirdmg haben, als die einer Partei. Die Scharfmacher möchten allerdings den Glauben «rweefen, als könne die Regierung durchziel- bewußtes" Auftreten sich eine Mehrheit verschaffen. Wenn fie nur energisch oorangehe und den Kampf gegen die Sozialdemokratie verkündige, würden die bürgerlichen Parteien sich schon aufraffen unb ßhr folgen. Nur weil bie Regierung sich gleich­gültig zeige, ließen auch bie bürgerlichen Klaffen alles gleichgültig gehen. Aber bas ist eine Täuschung. Wir haben ja gerabe beim Zucht- hausgesetze gesehen, daß die Regierung bie Mehr­heit nicht umzustimmen unb mit sich fortzureißen uermiH. Sie hat sich hoch damals alle Mühe MgebeM, das Zuchthaus-Gesetz zur Annahme zu bringen, aber es wurde unter dem Jubel der Sqtaldvnokratteeingescharrt". Einer neuen

bestritten wurde.

* Eine Ausschußsitzung der Gesellschaft str Soziale Reform wurde am 11. Dezember in ben Räumen des soeben begründetenBureauck ür Sozialpolitik" unter dem Vorsitz des StaatS- ministers Dr. Frhr. v. Berlepsch abgehalten. Generaldirektor Dr. Piep er-M.-Gladbach be­gründete beim ersten Punkt ber Tagesordnung: EndgültigeBeschlußfassung zumZehnstunde«- tag der Fabrikarbeiterinnen" an der Hand eines gedruckt vorliegenden Referats die von ihm entworfene Petition der Gesellschaft für Soziale Reform an den Bundesrat re., dem Reichstag mldigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Arbeitszeit ber Arbeiterinnen über 16 Jahre in Fabriken unb biefen gleich gestellten Anlagen neu geregelt wirb. Nach einer ausge­dehnten Debatte gelangten die Vorschläge Dr. Piepers unverändert zur Annahme. Zum zweite« Punkt: Fortführung &er Untersuchungen über die Erhöhung des Schulgeldes der jugend­lichen Arbeiter referierte Prof. Dr. Francke über ben bisherigen Stand ber Frage, die « eine Anregung ber Kölner Tagung der Gesell­schaft anknüpft. Es handelt sich zunächst um eine rein wissenschaftliche Untersuchung, die durch Materialfchaffung über bie tatsächlichen Verhält­nisse in Deutschland unb onberen Länbern, durch Studium in der bisherigen Gesetzgebung bereits angebahnten Ausnahmebehandlung der Personen unter 18 Jahren, sowie durch Gutachten hervorra­gender Sachverständiger derGewerkschasten, derJu- dustrie, derHpgiene unb derFortbildungsschuleKlar- heil über die Notwendigkeit unbZweckmäßigkett ein« eventuellen Erhöhung des Schutzalters ber jugend­lichen Fabrikarbeiter schaffen soll. In der Dis­kussion wurde die Notwendigkeit einer gründliche« unb allseitigen Beleuchtung des Problems betont, die Einbeziehung ber jugendlichen Arbeiter in de« Kleinbetrieben in den Kreis der Untersuchung ffc wünschenswert erachtet unb bie Ausarbeitung eines umfassenden Fragebogens beschlossen, ber Indu­striellen, Arbeiter-Organisationen unb Gewerbe- aufsichts - Beamten zur Begutachtung oorgtlegt werben soll, lieber die Beschlüsse ber Interna­tionalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterfchutz vom 9. bis 11. September zu Basel betr. PhoS- phor, Blei, gewerbliche Nachtarbeit d« Frau unb bie hieraus ber Gesellschaft für Soziale

Die Reue kam zu spät, eine Entscheidung waillK fie auch jetzt noch nicht treffen, vielmehr zuvor m« dem Rittmeister darüber beraten.

Sie grübelte noch immer darüber nach, «U der Wagen vor dem Hause de» Notars hielt.

Der Justitiar War augenblicklich beschäftigt, ec ließ die Baromn in seinen Salon führen unb am kurze Geduld bitten.

Sie hatte ihre volle Ruhe wiedergefunden, al» er eintrat, mit hoch erhobenem Haupte empfing sie W«

Baron Kurt ist tot," sagte sie, .mein e>ob« P nun der Majoratsherr, in seinem Namen werk ich fortan alle ihm zustehenden Rechte wahren."

Der Notar bot ihr einen Sessel an unb rückte ke Brille dichter vor die äugen, dann holle er eine silberne Dose au» der Westentasche. .

,Der Tod de» Herrn Barons ließ sich ja voran» - sehen," erwiderte er in bedauerndem Tone,der AS sagte nicht sofort, daß die Verwundung tötlich sei. Der Erbfolge gemäß Wäre nun in der Tat Bavo« Dagobert MajoratSherr, aber die entehrende Lat schließt ihn von der Erbfolge aus."

Ich war auf diesen Einwurf gefaßt, sreundschm: liche Gesinnungen haben Wir ja von Ihnen nicht ju erwarten," antwortete fie kalt, .aber dieser Eimomf darf erst dann aus Berechtigung Anspruch mache«, warn die Schuld meines Sohnes bewtefen ist."

.Die Beweise find leider gefunden l"

Da» ist unmöglich." fuhr fie in schach«,

Sie wollen sagen, e» ist eine Lüge!" etmikrte et sarkastisch, während er mit seiner Dose spielte, * würbe Ihnen bo8 Wort nicht übel genommen hab«, denn ich sagte Ihnen nur da», wo» der Unterfuchnngk richtet gestern mir berichtete. Die Beweiskette ifi geschlossen, gnädige Fran, bie Beweggrund - lieg« klar vor Augen und bie Aussagen ber Zeug« laut« übereinstimmend dahin, daß nur Baron Dagobert die Tat begangen haben kann "

(Fortsetzung folgt.)