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30. Jahrgang.

flllda, Dienstag, ben 15. Dezember 1903

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1401. Zum 1. Jan. 1904 wirb ein gewandter junger kath. Mann für eine größere westf. SortimentSbuchhandl. mit Rebenzweigen gesucht. Erforderlich find gründliche Kenntnisse der kathol. Litera­tur, selbständiger, flotte» «nd energischer Arbeiten, sowie schöne Handschrift. Den Bewerbungsschreiben wolle man unter Angabe der SehattSausprüche Zeugnisabschriften beilegen. Off.

Sekr. Dr. Weilbächer, Kempen (Rhein).

einmal wöchentlich kontrolliert werden kann. Die Kosten der Baupolizei sollen von den Gemeinden getragen, die Baukontrolleure sollen vom Staate besoldet werden. Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz oder gegen die auf Grund desselben erlassenen Unfallvechütungsvorschristen sollen mit Haft oder mit Geldstrafe biS zu 1000 Mark be­straft werden.

* Die »Statistische Korrespondenz' veröffent­licht die Eruteschätzimg in Preußen für 1903. Darnach war die Fruchtbarkeit seit 1893 noch nie so bedeutend wie 1903, mit Ausnahme von Winterweizen im Jahre 1902 und Kar­toffeln im Jahre 1893, 1901 und 1902. Dre abgeerntete Anbaufläche betrug nach Abzug der wegen Auswinterung umgepflügten und durch Hochwasser überschwemmten Flächen für Winter­weizen 870,317 Hektar gegen 1,036,935 im Borjahre, für Sommerweizen 172,225 Hektar gegen 84,819, für Winterroggen 4,501,837 gegen 4.628,701, Sommerroggen 75,581 gegen 69,148, Sommergerste 917,104 gegen 873,875, Hafer 2,815,351 gegen 2,722,777, Kartoffeln 2,209,877 gegen 2,223,669, Klee 1,204,402 gegen 1,228,947, Luzerne 86,325 gegen 87,772 und Wiesen 3,241,093 Hektar gegen 3,269,421 im Vorjahre. Es wurden geerntet 1,759,952 Tonnen Winter­weizen gegen 2,260,335 im Vorjahr, 396,751 Tonnen Sommerweizen gegen 164,2411.SB., 7,236,328 Tonnen Winterroggen gegen 7,035,035 i. V., 77,337 Tonnen Sommer­roggen gegen 68,406 t. SB., 1,823,557 Tonnen Sommergerste gegen 1,664,496 i. V., 5,172,140 Tonnen Hafer gegen 4,902,672 i. V-, 28,763,738 Tonnen Kartoffeln gegen 29,652,288 i. V-, 6,292,779 Tonnen Klee heu gegen 5,935,406 i. V., 483,905 Tonnen Luzerveheu gegen 498,312 i. V, 13,147,193 Tonnen Wiesenheu gegen 12,696,695 rm Vorjahr. Durch dte Kartoffelkrankheit infolge Nässe des Sommers haben 6,4 Prozent der Ernte gelitten, ein Satz, der nur 1896, 1892 und 1894 noch übertroffen wurde. Der Durch-

1402. Für bie Expedition eines Zentrumsblattes in West­deutschland wirb ein tüchtiger junger Manu, gut kathol. gesucht. Derselbe muß in der Buchführung exakt und in bem Inseraten- und Drucksachenwesen gut bewandert fein. Gute Schulbildung ist erste Bedingung. Stenographie erwünscht. Off. mit ausführl. Biographie, Zeugnisabschriften und Gehattsausprüchen an Gen.- Sekr. Dr. Weilbächer, Kempen (Rhein).

1404. Für bie Redakton eines täglich erschein enden ZentrumS- blatteS int Rheinland, wirb per 1. Januar eine jüngere Kraft alS Balontär gesucht. Off. mit Angabe be5 Lebenslaufes an Gen.-Eekr^Dr^ Weilbächer, Kempen (Rhein).________

1405. Buchhalter, gesetzten" soliden, durchaus zuverlässigen Charakters, kathol., in der einfachen und hoppelten Buchführung Vollständig durchgebildet, für ein BerlagSgeschäft mit Druckerei, ein Sortimentsgefchiift mit Buchbinderei und Antiquariat ge­sucht. Meldungen mit Lebenslauf, Zeugnisse, Referenzen an «en- etr. Dr. Weilbächer, Kempen (Rhein).

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Unterzeichneter bestellt hiermit für das IV. Quartal 1903

ni.Deutsche Reichszeitung

(grosses politisches Centrumsblatt, erscheint täglich zweimal in BONN. Preis Mark 3,50 pro Quartal)

Der Abonnementsbetrag bitte durch den Briefboten einziehen zu wollen.

1408. Geschäftsführer, kaufmännisch und tecknisch gebildet, zur selbständigen Leitung eineS kath. Zeitnngs-Unternehmens mit Akrideuzdrnckerei in einer rhein. Großstadt baldigst gesucht. Beteiligung mit Kapitaleinlage nicht ausgeschlossen. Angebot, unter Angabe der SehattSansprüche, des Lebenslaufes und l Referenzen an «en.-Sekr. Dr. Weilbächer, Kempen (Rhein).

Deutsches Reich.

Berlin, den 14. Dezember 1903.

[*] Haussuchungen. Bei dem Sozial- demokraten Buchholz in Charlottenburg er­schienen am Freitag vier Beamte der Polizei, darunter einer, welcher der russischen Sprache mächtig ist. Die Beamten erklärten, auf An- ordnung des ersten Staatsanwalts 4n Königsberg Haussuchung vornehmen zu sollen. Irgend welches Material über denHoch­verrat" gegen Rußland wurde indeß nicht ge­funden. Ebenso wurde am Mittwoch im Auf. trage der Königsberger Staatsanwaltschaft bei de« fett längerer Zeit bei Stuttgart wohnen­den Schriftsteller Peter v. Struw e Haussuchung gehalten. Dabei wurden Adreffen von Personen beschlagnahmt, mit denen v. Struwe in brief­lichem Verkehr stand oder die seine in Stuttgart erscheinende russische Zeitschrift ,Oswoboschdenje' zugestellt erhalten. Der.Vorwärts' hat weiter den Verdacht, daß im Anschluß an die Königs­berger und Memeler Untersuchungen gegen dritte, bisher in die Sache noch nicht verwickelte Per­sonen Briefsperren verhängt werden, sodaß ihre gesamte Korrespondenz, und zwar ohne daß sie darüber unterrichtet find, durch die Hände des Staatsanwalts, der Polizei und des Richters läuft.

§ Die sozialdemokratische Reichs­tagsfraktion hat ihren Gesetzentwurf zum Schutze der Bauarbeiter wieder eingebracht. Der Gesetzentwurf trifft in fünf Abschnitten Be­stimmungen über 1. Einrichtungen der Betriebe, 2. Unterkunftsräume, 3. Bedürfnisanstalten, 4. Unfallverhütungsvorschriften, 5. Baukontrolle.

Im Einzelnen bestimmt der Gesetzentwurf : Die Bauunternehmer und Bauherren sind solidarisch verpflichtet, die Materialien, Gerüste und Schutz­vorrichtungen, Maschinen und Gerätschaften in solcher Güte zu liefern und zu erhalten, daß die Arbeiter gegen Gefahren für Leben und Gesund­heit geschützt find. Täglich vor Beginn der Ar- bett sollen die Gerüste auf ihre Sicherheit und Standsestigkeit geprüft werden. Verboten soll u. a. sein die Anwendung offenen Coaksfeuers zur Austrocknung o: er Erwärmung von Räumen und die Verwendung bleihaltiger Farben. Die Unterkunftsräume, welche in unmittelbarer Nähe aller Neubauten und größeren Umbauten errichtet werden müffen, sollen im Mittel min­destens 2,50 Meter hoch und so groß sein, daß auf jeden Arbeiter eine Bodenfläche von 1 Quadratmeter entfällt. Die Unterkunftsräume müssen u. a. enthalten: einen zur Anrichtung von Speisen geeigneten Ofen, Bänke und Tische, für je 5 Arbeiter ein Waschgeschirr, Spucknäpfe, Trinkwaffer und Trinkgefchirre, Einrichtungen zur Unterbringung der Kleider, Speisen und des Geschirres. Für am Bau beschäftigte Frauen müffen besondere Unterkunftsräume _ errichtet werden. Bezüglich den Unfalloerhütungs­vorschriften bestimmt der Gesetzentwurf, daß das Reichsversicherungsamt Normalvorschriften für Sicherheitsvorschriften erlaffen soll; diese sollen durch besondere Unfallverhütungsvorschristen für den Bezirk jeder höheren Verwaltungsbehörde ergänzt werden; letztere werden durch Kommissionen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern erlaffen. Die Wahl zu den Kommissionen soll nach dem für die Gewerbegerichtswahlen vorgeschriebenen Verfahren erfolgen. Zur Aufsicht über die Bauten und zur Kontrolle der Durchführung der Schutzvorschriften sollen in der Regel sür jede Gemeinde mit mehr als 10 000 Einwohnern besondere Baupolizeibehörden eingesetzt werden, bestehend aus technischen Beamten und (gewählten) Baukontrolleuren. Die Zahl der Baukontrolleure soll so bemeffen werden, daß jeder Bau mindestens

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des

Augustinus-Vereins zur Pflege der kathol. Presse.

Alle bie Stellenvermittelung betreffenden Anschreiben find auf der Adresse mit dem Vermerk Stellenvermittelung zu versehen. ES finden nur solche Anzeigen Verbreitung, die fich auf das Zei­tungswesen, den Buchhandel, den Buchdruck und die verwandten (Bewerbe beziehen und von Mitgliedern und Teilnehmern des Au- austinusvereins eingereicht werden. Den Stellengesuchen ist eine Gebühr von 3 Mark beizulegen, bei Stellenbewerbungen das Porto zur Weiterbeförderung, desgleichen das Porto für die Beantwor­tung jedes ferneren Briefes. Zeugniffe rc. nur in Abschrift, keine Originale, da für diese nicht gehaftet wird.

1398. Gesucht wird für 1. Jan. 1904 eine kaufmännisch und technisch gebildete Kraft zur Leitung einer Akzidenzbuchdruckerei und zugleich als 3. Redakteur für ein kath. Tageblatt der Pro­vinz. Off. an Geu.-Sekr. Dr. Weilbächer, Kempen (Rhein.)

1400. Gesucht Geschäftsführer für ein Tageblatt im Westen. Es sollen einschneidende Reformen durchgeführt werden; daher Posten für energische, geschäftlich tüchtige, organisatorisch veran­lagte Kraft; eveut. günstige Kapitalbeteiligung am Unternehmen. Off. an Gen -Sekr. Dr. Weilbächer, Kempen (Rhein.).

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Gegenüber dem in ben letzten Jahrzehnten in D«rsch- lanb überhanb nehmenden Kurpfuschertum kennte eS wundernehmen, daß von wiffenschaftlicher Seite btefem Treiben so wenig entgegengearbeitet wurde. Nachdem dieser Dilettantismus, der fich namentlich auch in bet sogenannten populär-medizinischen Literatur breit machte und den guten Erscheinungen auf biefem Felde direkt hinderlich war, einen Umfang angenommen hatte, der fast einer sozialen Gefahr nahe kommt, durfte die Wissenschaft nicht länger mehr untätig gegenüberstehen, wenn anders nicht diese vornehme Zurückhaltung als Schwäche aufgefaßt werden sollte. Es ist eine be­achtenswerte Tatsache, daß in den letzten 15 Jahre« m Deutschland etwa 14 Millionen Mark für popu. lär-medizinische Literatur ausgegeben wurden, auSgegeben meist für Bücher, die dem Volke nicht zum Segen ge­reichen konnten, da sie auf die Unwiffenhett und Leicht­gläubigkeit des Publikums spekulierten. Da endlich wurde auf dem letzten Aerztetag in Königsberg em Antrag angenommen, der dahin ging, ein wirklich gutes Buch herauszugeben, daS bem Wunsche des Volkes nach medizinischer Aufklärung in wissenschaft­licher und doch allgemeinverständlicher Weise Rechnung trüge. So schuf eine Anzahl hervorragender Aerzte das ärztliche Hausbuch, das dank der umfaffen- den Sorgfalt seines Herausgebers des Herrn Dr. R. Reißig ein Werk wie aus einem Guß geworden ist. In klarster Form belehrt es den Leser über die Entstehung, Erkennung und Behandlung der Krankheiten, über die Beziehungen zwischen Arzt und Patient. Im zweiten (speziellen) Teil wird dann auf etwa 1000 Seiten in aftchabetischer Anordnung das für den Laien WissenS- werte über Entstehung, Verlauf, Heilung und Verhütung der verschiedenen Krankheiten, über die Krankenpflege, Ernährungslehre, die mannigfachen Behandlungsmetho­den (Wasser, Licht, Lust, Massage), erste Htlfe der Unfällen und Erkrankungen, den Zusammenhang zwrschen Berns und Krankheit, und vieles andere mehr mitgeteilt. 430 tadellose Abbildungen und 27 farbige Tafeln er­leichtern das Verständnis. DaS Werk werd aller Kur­pfuscherei den Boden entziehen und auch den Gebildeten befriedigen, der allmählich soweit gekommen war, allen Erscheinungen auf diesem Gebiete mit Mißtrauen zu begegnen. ____________________

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