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M 282.

fulda, Mittwoch, den 9. Dezember 1908.

30. Jahrgang.

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Deutscher Reich.

Berlin, den 8. Dezember 1903.

* liniere Kriegsschiffe in Oftafien. Die Hauptmacht unserer Seestreitkräfte in Ost- asien, bestehend aus den großen Kreuzern „Fürst Bismarck«, „Hertha" und „Hansa", des ndet sich, wie wir von zuverlässiger Seite enahren, gegen­wärtig unter dem Befehl des neuen Geschwader­chefs Konteradmirals v. Prittwitz u. Gaffron, der seine Flagge auf dem erstgenannten Panzer­kreuzer gehißt hat, in den Gewäffern Japans. Das Admiralsschiff soll in Nagasaki einige Außenbords ar besten vornehmen und dann den kommandierenden Admiral nach Tokio, Söul und Peking zur Vorstellung an den betreffenden Höfen befördern. Der Besuch in der chinesischen Haupt­stadt wird erst im nächsten Jahre statt finden Die „Hertha", auf der sich, wie wir seinerzeit meldeten, Prinz Adalbert eingeschtfft hat, ist o-egenwärtig auf der Reise nach dem südlichen Japan begriffen und soll in Nagasaki mit dem »Fürsten Bismarck" zusamwentreffen. Von den tonst auf der ostasiatischen Station befindlichen Schiffen ist jetzt der kleine Kreuzer „Thetis" gleichfalls nach Japan beordert worden, während die übrigen Fahrzeuge das Jangtsegebiet über wachen. Der Unterlauf des Janglsefluffes wird vom „Geier", „Buffard" und „Luchs" befahren, währesd der „Jaguar" vor Hankau patrouilliert. An der Mündung des Stromes ankert das frühere chinesische Torpedoboot „Taku" und im Inner* Chinas befindet sich das Flußkanonen­boot „Vorwärts" zum Schutze deutscher Jntereffen. Das zweite von den deutschen Flottenvereinen des Auslandes der Marine geschenkte Fluß­kanonenboot „Vaterland" wird die nächste Ver­stärkung der deutschen Flußflottille in China bilden. Die Ueberführung dieses Fahrzeuges ge­schieht per Schiff nach Verpackung der ausein- a*dergenommenen einzelnen Teile. Es mag noch bemerkt werden, daß entsprechend unserer durch­aus neutralen Stellung in Ostasten seit der Ver­schärfung des russisch japanischen Jntereffengegen. satzes der Gols von Tschili und die Gewässer um Korea von deutschen Kriegsschiffen nicht auf« gesockt werden.

* Revision des Reichsinvalidenfonds Die Abgg. Graf Oriola und Dr. Paasche habe» mit Unterstützung der nationalliberalen Partei im Reichstage den Antrag eingebracht, das Gesetz bett. Gründung und Verwaltung des Reichsinvalidenfonds einer Revision zu uuterzwhen und dem Reichstage baldigst einen bezüglichen Gesetzentwurf vorzulegen.

* Für das preußische Abgeordnetenhaus hat der Bureaudirektor des Hauses A Plate ein umfangreiches, auf einaehender Sachkenntnis berutzeudes Werk „Die Geschäftsordnung des preußischen Abgeordnetenhauses, ihre Ge­schichte und ihre Anwendung" herausgegeben. Mit einet zusammenhängenden Geschichte der ge­schriebenen Geschäftsordnung beginnt das Buch. Den Kern bildet der Wortlaut der Geschäftsord­nung des Abgeordnetenhauses. Vor jedem Para- grapbe* ist seine Entwickelung dargrstellt; nach de« Text des Paragraphen folgtn Anmerkungen, die nicht nur aus der 55jährigen Praxis des Äb- Heordnetenhauses, sondern auch aus den 36jähr. Verhandlungen des Reichstages geschöpft sind. Die Anmerkungen aus der Reichstagsproxis sollen die Auslegung erleichtern und unterstützen, ob wohl den Bräuchen des Reichstags eine bindende Kraft für das Abgeordnetenhaus nicht zukommt. 68 felgen dann verschiedene Mitteilungen über Gege^ände, die bei dem Text der Geschästsord- nnng aus Raumrückfichten nicht haben erörtert werden können, z. B. über die Auslegung der Geschäftsordnung, die Begriffe Session und Legis­laturperiode, über die Vertagung und die Auf­lösung, über die Beschlußfähigkeit, über den Senisrenkonvent, sowie über die Zuständigkeit bei Hauses. Den Abschluß bilden Verzeichnisse der Legislaturperioden und Sessionen des Ab- geortaetenhauses und des Reichstages, sowie Textabdrucke der Geschäftsordnungen des Reichs­tags und des preußischen Herrenhauses. Für Rentinße im Parlament, deren Gehege der Zähne «wAail ein urkräfttger Ausdruck zu entfliehen dröhn, wird das Verzeichnis von unparlamen «ischtn Ausdrücken besonders belthreno fein.

* Mm gestrigen abend hielt im Reichstags- gebiube vor einem Kreise eingeladener Vertreter bei Behörden der Industrie und her Presse Rei^kammiffat Lehwald einen Vortrag über die Bademunj der nächstjährigen Welt-AnS

ftelluug in St. Louis und die deutsche Beteiligung daran. Es waren mindestens 400 Zuhörer anwesend. Der durch Projektions- bilder erläuterte Vortrag fand allgemeinen Beifall. Die Ausführungen des Redners find als eine Ergänzung der dem neuen Reichstag übergebenen Denkschrift über die Beteiligung des Reiches an der genannten Ausstellung zu bezeichnen, welche die Verwendung von insgesamt 3'/, Millionen Mark aus ReichSmitteln begründen soll. Die Mitteilungen zeichneten sich durch klare und bündige Kürze aus und wenn die deutsche Beteiligung an der Ausstellung in gleichem Sinne organisiert und durchgeführt wird, so darf man mit solcher Leistung unter den gegebenen Ver­hältnissen zufrieden fein. Redner berichtet über die baulichen Anlagen und die innere Aus­schmückung des deutschen Hauses, welches als der Mitrelpumt der deutschen Abteilung ge­dacht ist. Sodann folgten detaillierte Angaben über das Kunstgewerbe, besten wertvollste Leistungen in leihweise überlassenen Ausstattungen neuerdings auSaeführter Pracht: äume von Rat­häusern und Museen verschiedener Städte be­stehen werden, während der Sommerfitz eines Kunstfreundes den ausführenden Künstlern Ge­legenheit zur Betätigung ihrer Eigenart bieten wird Sehr umfangreich wird die Unter­richtsausstellung fein mit einer neuartigen Angliederung der Laboratorien für naturwissenschaftliche und medizinische Zwecke. In einem erbauten Hörfaale sollen Methoden des Unterrichts und die neuesten Lehrmittel und wiffenschastliryen Instrumente einem größeren Publikum anschaulich vorgesührl werden. Die Maschinen,ndustrie und die Elektrotech­nik werden im Vergleich zu ihrer Bedeutung sür die Ausfuhr nur sehr wenig vertreten fein. Dagegen wird eine weitere Beteiligung des Ver­kehrswesens, der Textilindustrie, des Buchgewerbes, der Kleineisenindustrie, der Spielwarenindustrie, der Musikinstrumentenindustrie in Aussicht gestellt. DemJngenieurwesen wird einebesondere Ab­teilung gewidmet sein. Sodann wird die von Dresden bekannte Städteausstellung in ihren besten Leistungen nach St. Louis überführt werden. Die deutsche Landwirtschaft endlich wird die Re­sultate in der Halbblutpferdezuckt in vortrefflichen Musterpferden zeigen. Es fei noch hingewiefen auf besondere Gr uppen des Reichsgesundheitsamtes, des Reichsverficherungsamtes und auf die Ausstellung von Wohlfahrtsemrichtungen der Großindustrie Der »om Redner gegebene Uebetblicf über die Gesamtanlage der Ausstellung und die umfang­reichen nahezu fertigen Bauwerke läßt erkennen, daß mindestens der Umfang der Ausstellung er­heblich größer fein wird, als man bisher allge mein annahm. Die sachliche Kritik, die nun im nächsten Jahre eine wichtige Pflicht der Presse sein wird, muß darüber entscheiden, in wie weit die im großen Stile angelegte Ausstellung von St. Louis den Ansprüchen unserer Zeit genügt und ob insbesondere auch die aufgewendeten Rechtsmittel eine zweckentsprechende Verwendung gesunden haben. Wir sehen deshalb in diesem Augenblick von einer eingehenden Besprechung ab, um uns seinerzeit desto gründlicher mit den gebotenen Leistungen zu befassen. Wenn es noch gelingen sollte, die elektrischen Schnellbahn­wagen vorzuführen, so würde ganz zweifellos trotz der sonstigen Lücken die deutsche Beteiligung eines unbedingten Ersolges sicher fein. Der deutschen Presse fällt nun die Aufgabe zu, vor dem Auslande insbesondere unsere Beteiligung an der Ausstellung mit sachlicher Kritik in das rechte Licht zu stellen. Hoffentlich werden die in St. Louis aufs neue zu machenden Er ahrm gen endlich dazu führen, daß das so überaus mangel- haste Ausstellungswesen in einer dem wirklich vorhandenen Bedürfnis entsprechenden Weise reformiert wird.

* Die Ausprägung von Silbergeld war im letzten Monat größer als die von Gold­münzen. Es wurden geprägt !ür 3 465 180 Mk. Doppilkronen, für 2156 840 Mk. Kronen, für 5 979 508 Mk. Zweimarkstücke, für 579 994 Mk. Einmarkstücke junb für 67 015 40 Mark Zehn­pfennigstücke.

* Die sittlich- Gefährdung der Jugend durch den Automatenbetrieb betrifft ein Erlaß des preußischen Kultusministers, in dem es nach der,Post' heißt: Es sollen durch Vermittelung der Kreisschulinspektoren die Lehrer und Lehrerinnen auf jene Gefahr und die in ihrer Bekämpfung gegebene verdienstliche Aufgabe hingewiefen wer­den. Ihre Lösung fetzt außer dem nötigen Jn- tereffe vor allem erziehlichen Takt voraus. Wird bei der Besprechung im Unterricht ohne diesen erfahren, so ist zu besorgen, daß das zu be° sämpsende Hebel verschlimmert wird, indem auf eine Versuchung nnnötig aufmerksam gemacht ober das, was verhütet werden soll, durch die. Wirkung eines ungeschickten Verbots verlockend

gemacht wird. Die Schule wird daher Be­lehrungen und Winke nur bei dazu geeigneten Gelegenheiten anbringen dürfen, dagegen unaus­gesetzt durch ihre Beobachtung wirksam sein müffen. Hierbei ist die Beteiligung des Eltern­hauses nach Möglichkeit in Anspruch zu nehmen.

* Bern, 8. Dez. 1903. Der Bundesrat hat die russischen Anarchisten Butz off und Kakoff aus der Schweiz ausgewiese«.

* Paris, 8. Dez. 1903. In dem heutigen Ministerrat teilte der Ministerpräsident Combes die vollständige, von dem Präfekten in sämtlichen 87 Departements aufgenommene Statistik der zu unterdrückenden Kongregationsschulen mit. ES bestehen danach noch 3494 genehmigte Ordens- schulen, die Elementarunterricht erteilen und zwar 1299 Knabenschulen und 2195 Mädchenschulen. Davon können 711 Knabenschulen und 1233 Mädchenschulen sofort geschlossen werden, da die Schüler in den weltlichen Schulen Platz finden. Für die übrigen müssen erst neue Lehr­räume gemietet oder erbaut werden.

* Lyon, 8. Dez. 1903. 2000 Arbeiter bet hiesigen Seidenfabriken sind in den Ausstand getreten. Sie verlangen Lohner­höhung und Regelung der Arbeitszeit. Im Laufedes vormittags mianeten sich einige Kund- gebungen, ohne daß sich ein Zwischenfall er eignete.

* London, 8. Dez. 1903. Das Zusammen­strömen zahlreicher „lästiger Ausländer" in England scheint nunmehr die Londoner Re­gierung zu dem Entschlüsse geführt zu haben, Maßnahmen zu deren Fernhaltung vorzuschlagen. Andeutungen hierüber brachte eine vom Staats fehetär des Innern Akers Douglas in Shoredich gehaltene Rede, w der der Minister ausführte, verbrecherische Ausländer sollten seiner Ansicht nach aus dem Lande ausgewiesen werden; der Königlichen Kommission für die Ein­wanderung von Ausländern sei es gelungen, die sehr schwierige Frage zu lösen. Die Angelegen­heit ziehe die größte Aufmerksamkeit der Re­gierung auf sich. Er könne nicht voraussagen, was der König bei Eröffnung des Parlaments sagen werde, er könne aber die Gewißheit geben, daß die Minister die Frage mit allem Elfer er­wogen hätten, um schnelle Abhilfe zu finden.

* Rom, 8. Dez. 1903. Der Unterstaats- feftelär im Ministerium des Aeußeren, Fufi­nal o, machte in der heutigen Sitzung der Deputiertenkammer Mitteilung von den "Vor­gängen, die den Tod des Leutnants Grabau herbeiführten. Diese stünden in keinerlei Beziehungen zu den militärischen Maß nahmen Englands gegen den „Tollen Mullah". Grabau habe fich in Bender-Gassim als Kommandant eines kleinen Geschwaders befunden, das gemäß der BrÜffeler Konvention mit der Beaufsichtigung und Ueberwachung der Küste zur Unterdrückung des Sklaven- und Waffen­handels betraut ist. Als er in Durbo einige Eingeborene an's Land brachte, habe er der Kommandanten der unter italienischem Schutze stehenden Ortschaft aufgefordert, der Vorschrift entsprechend, die italienische Flagge zu hiffen. Da der K mmandant sich weigerte, habe ihm Grabau eine zweistündige Frist zur Erfüllung seiner Forderung gestellt. Als Grabau nach er­gebnislosem Ablaufen dieser Frist die Beschießung besohl, hätten die Eingeborenen diese mit Flintenschüssen erwidert, von denen ein Schuß Grabau tätlich traf. Fusinato fügte hinzu, die Regierung werde pflichtgemäß alles zur Be­strafung der Schuldigen und zur Aufrechterhaltung des Ansehens Italiens bei diesen unter seinem Schutze stehenden Stämmen tun. Die Kammer beschloß, der Familie des Verstorbenen und der italienischen Marine Beileidskundgebungen zu übersenden. — Der König übersandte dem Minister Tittoni 10000 Lire, die der diplo­matische Agent Italiens in Sofia unter ver­armte Familien mazedonisch er Flücht­linge verteilen soll.

* Madrid, 8. Dez. 1903 Unter den Regie­rungsvorlagen befindet sich ein Gesetzentwurf zur Reform des Wahlrechts, wonach die Stimm­abgabe obligatorisch sein soll. — Das neue Ministerium trägt einen ausgesprochen katholischen Anstrich. Man glaubt, daß auch ihm keine lange Dauer befdneben fei» werde, aber die republikanische Obstruktion hört vor­läufig auf, sodaß der Staatshaushalt erledigt werden kann.

* Petersburg, 8. Dez. 1903. I* der Leitung des Finanzministeriums scheint

wieder ein Wechsel eintreten zu solle». In Kopenhagener, über russische Verhältniffe gewöhnlich sehr gut unterrichteten Kreisen zirku­liert nach dem ,Lokalanzeiger' das Gerücht, daß die plötzliche und längere Beurlaubung des russischen Finanzministers PleSke nut der Vor­läufer seines Rücktritts ist. Die sich zuspitzende Lage in Oftafien, die großen Rüstungen, die die Ruffen dort eifrig betreiben, machen natürlich große finanzielle Aufwendungen nötig, die bei Minister Pleske, der fich zu sehr von ökonomi­schen Rücksichten leiten läßt, keine genügende Unterstützung erhielten. Diese Zurückhaltung deS Ministers fand, wie vorauszusehen war, nicht überall Anerkennung, was vielleicht zur Er­schütterung seiner Stellung beigetragen haben mag. Der Kaiser erteilte, wie der .Regierungs­bote' amtlich meldet, dem Verweser des Finanz­ministeriums, PteSke, krankheitshalber einen Urlaub und übertrug die Leitung dieses Ministeriums für die Dauer des Urlaubs dem GehÜlsen des Ministers, Romanow.

* Belgrad, 8. Dez. 1903. Der Finanz­minister hat seine Entlassung nachgesucht, weil der Ministerrat seinen Antrag auf Erspar­nisse im Budget nicht angenommen.

* Port Arthur, 8. Dezember 1903. Die Lage in Oftafien bat noch nichts von ihrer Spannung verloren. China wird wohl nichts weiter übrig Mben, als die russische Herrschaft in der Man^nrei anzuei kennen. Die gegen die Chunchusen am Lianfluß entsandte Expe­dition brachte den Chunchusen eine Niederlage bei. Letztere hatten nach chinesischen Angaben gegen 200 Tote und ebensoviel Verwundete. Dieser große Verlust erklärt sich ans der unter ihnen ausgebrochenen Panik. Die Expedition verfolgte die Chunchusen zunächst eine lange Strecke westlich vorn Liaufluffe hin. Als sich der Rest der Chunchusen dann nochmals nach dem Liaufluffe wandte, wurde die Verfolgung wieder aufgenommen, wobei die russischen Sol­daten in hohem Grade Mut und Ausdauer be­wiesen. — Wie ,North China Daily NewS^ melden, erhielt der Mongolenfürst Adatsi» Befehl, feine Truppen mobil zu machen und sie mit Hülfe japanischer Instrukteure nach europäischem Muster auszubilden. Der Fürst kann 30 000 Mann ins Feld stellen.

Berlin, den 8. Dezember 1908.

(*) Der vierte populär wissenschaft­liche Borttag des Herrn Prof. Dr. Leim- bach wird morgen (Donnerstag) abend statt­finden. Gegenstand: Vergleich des biblischen und babylonischen Schöpfungsberichtes.

Herr Oberlehrer Dr. Stöwer an der hiesigen Oberrealschule wird diese Anstalt mit Beginn der Weihnachtsferien oerlaffen, um nach Buenos Aires in Argentinien überzustedel«. Die argentinische Regierung beabsichtigt nämlich, das höhere Schulwesen in Argentinien nach deut­schem Muster zu reformieren, und zu diesem Zwecke soll in der Hauptstadt Buenos Aires ei« pädagogisches Seminar eingerichtet werden, «l welchem 6 deutsche Profefforen angestellt werde«. In eine von diesen Stellen ist Herr Dr. Stöwer durch Vermittelung des preußischen Kultus­ministeriums berufen worden.

[*] Borttag. Am Freitag abend wird i« der Versammlung des Vereins der deulfche« Kaufleute im Ballhause Herr Fabrikdirektor Könitz er einen Vortrag über „Chamberlain und seine Schutzzollpolitik" halten. Alle Interessent«» haben zu der Versammlung freien Zutritt

o0 Die gestrige Monatsversammlung deS katholische» kaufmännische» Vereins, die müdem Patrrrinium deS Verbandes (8. Dezbr. Maria Immaculata) zusammen fiel, war gut be­sucht. Der Vorsitzende, Herr Singer, miet zunächst auf die Bedeutung des Tages hin, die in dem nun von der Versammlung gesungene« Siebe: „Hoch die Fahne! Seht im Bilde strahlt Maria süß und milde" entsprechende Würdigung fand. Alsdann nahm Herr Amtsrichter Rhiet das Wort zu seinem Vor trage: Die Ent­wickelung des deutschen Handels­rechtes und des deutschen Handels­gesetzbuches. In prägnanterUebersicht führte Redner die aufmerksamen Zuhörer durch die einzelnen Jahrhunderte, wies hin auf die Han­delsbeziehungen unserer Vorfahren mit anderen Völkern, kennzeichnete die sich allmählich heraus» bildenden HandelS-Usarcen, Gewohnheits- und Handelsnormen, welche endlich nach einem lange« Entwickel*ngsstadium grundlegend für unser