Einzelbild herunterladen
 

mn«, «61

monatsbtilage: „Zuldan Seschlcht! Ifittet“.

vermttDartlicher ■

MfrtfUeiterJof.Mum

J. Zu Ida. wochtichM»»: „3S»ftri«te Sonntagrzeittmg

«dMeM-e. Mertel« Wd.Be$*|s»reis a*ne Sriu-erlohu und 8e|eIgc»ie8*IMiml «MPärtslMtsePffl

>»,eigen Me a» ipattigt petttzeile »de» deren San« 15 pfg- Seklame» die petttzeile 25 Pfg.; bei wieder. Holungen wird eittfpr

Rabatt gewährt.

Druck und vertag der Zuidaer Actiendruckere' in $ulta (harmonief

Zernfprecher llr 9.

M 281.

fUlÜL^ Dienstag, den 8. Dezember 1903.

30. Jahrgang.

[] Allgemeiner deutscher wohnungz- kongretz

„Ma» hat schon gesagt, der Mensch sei das, was er effe; jedenfalls richtiger ist, zu sagen, er sei das, was ihn seine Wohnung »erden lasse." Mit diesen Worten kenn­zeichnet treffend in seinem Buche „Zur Sozial­und Gewerbepolittk der Gegenwart" der bekannte Berliner Nationalökonom Profeffor Gustav Schm oller die hohe Bedeutung der Wohnung für die wirtschaftliche, geistige und sittliche Ent­wickelung der Menschen. Die Wohnungsfrage ist i« Laufe der Zett zu einer der brennendsten sozialen Fragen geworden; um so erfreulicher ist e§ daher, daß dieselbe in letzter Zeit mehr un) Ehr aus dem Stadium theoretischer Erörterungen in das der praktischen Maßnahmen ge­treten ist. Die Tätigkeit der Landes-Versicherungs­anstalten, die Entwickelung der Baugenoffen- rchasten, das Eingreifen der Gemeinden auf dem Gebiete der Wohnungsfrage nehmen ständig zu. Auf dem Wege der Gesetzgebung ist Heffen in bemerkenswerter Weise vorangegangen, und in Preußen steht nunmehr die Einbringung des seit Jahren verheißenen Wohnungsgesetzes dicht bevor. Selbst die so schwierige städtische Bodenfrage ist durch Maßregeln, wie die Steuer nach dem ge­meinen Werte, das Erbbaurecht, die lex Adickes u. a. m. allmählich in den Kreis praktischer Be- handluug und Lösung gerückt worden.

A» Gelegenheiten zur Erörterung von Teilen der Wohnungsreform hat es bisher nun nicht gefehlt, namentlich auf den Kongreffen der Zentralstelle für Arbeiter-Wohlfahrtseinrichtungen, taS Rheinischen Vereins für Förderung des Ar- beiteruwhnungswesens und anderer Organisationen wurde die Frage oft eingehend erörtert Um jebodj die Wohnungsreform einen kräftigen 9hic: nach vorwärts zu bringen, dieselbe allmählich au die der Größe ihrer Aufgabe allein entsprechende Höhe eines großen organischen Gesamtvor- geheus aller zuständigen Stellen, von Reich, Eiuzelstaaten, Gemeinden, Selbsthilfe rc. zu heben, soll h» Herbst dieses Jahres ein Allgemeiner deutscher Wohnungskongreß stattstnden. Auf demselben sollen sich möglichst die gesamten Anhänger und Freunde der Wohnungsreform in ganz Deutschland zusammenfinden, um ihre Er- fahruugen auszutauschen, Anregungen zu em­pfange» und zu geben, persönliche Beziehungen zu pflege», vor allem aber, um durch den Mund einer großen Versammlung als ihres Organes gemeinsam zu gewiffen wichtigen, schwebenden Fragen: preußisches Wohnungsgesetz, Reichstätig- iest in der Wohnungsreform, Bodenfrage rc. Stellung zu nehmen und auf die Entwickelung der Dinge einzuwirken. Auf dem Kongreß sollen nicht nur all' die Kreise und Organisationen, die sich direkt mit der Wohnungsfrage be­schäftigen, vertreten fein, sondern auch Vertreter all' der verwandten und an der Herbeiführung einer kräftigen Wohnung?- und Anfiedelungs- resorm so stark interesfierten Bestrebungen, wie derjenigen für Abstinenz oder Mäßigkeit, für Volksbildung, für Sittlichkeit, für Volkswohl, für Gharitas rc. rc. sind auf dem Kongreß will­kommen. Von katholischer Seite werden dem­gemäß, wie wir hören, sich u. a. an dem Kon­greß beteiligen, der Volksoerein für das katho­lische Deutschland, der Verband katholischer Industrieller und Arbeiterfreunde „Arbeiterwohl", der Eharitas-Verband und der Verband katho­lischer Arbeüeroereine Westdeutschlands. — An­fragen rc. bezüglich des Kongresses sind zu richten an die Geschäftsstelle des Vereins Reichs- WohnungSgefetz zu Frankfurt a. M., Brönner- straße 14.

Dr. x. weihnachtsbücherschau M3

VII.

Der Setlag von I. Habbel in Regensburg hat sich i» den letzten Jahren um die katholische Unter« haltnugsliteratur außerordentlich verdient ge­macht. «egen hundert Bände empfehlenswerter Belletristik, die auch der reiferen Jugend unbe­denklich in die Hand gegeben werden kann, wurden durch den Unternehmungsgeist Joseph Habbels den brei­testen Schichten zu einem Preise und in einer Ausstattung zngängig gemacht, die bisher unmöglich schienen. Ueber die 60 Bände umfassende Lina von Berlepsch'sche Romanbibliothek ist in den letzten Jahren so viel des Rühmenden aeschrieben worden, daß wir kaum «ehr etwa- hinzufügen können. Eine mit Töchtern und Söhnen reich gesegnete Dame, der wir Berlepsch' Ro- manbibliothek empfohlen hatten, schrieb uns vor kurzem: -Ich bin Ihnen für Ihren Rat von Herzen dankbar. Die amerikanischen Romane werden förmlich verschlun­gen, nud «S bedarf zuweilen einer kleinen Ermahnung,

bannt des «uten nicht zuviel geschieht und andere Lettüre nicht vergessen wird." Der Preis von 1,50 Mark pro Band (geb.) ist äußerst niedrig.

Im vorigen Jahre konnten wir den Beginn der neuen billigen Ausgabe der Gesammelten Werke der Gräfin Ida Hahn-Hahn begrüßen. Heute liegt die i. Serie, Romane und Gedichte umfassend, vollendet vor. Schon im Aeußeren präsentieren sich diese in einem lichten Callicotone gehaltenen Bände mit ihrem weißfarbigen Titeldruck und dem roten Doppelhahn im Wappen sehr geschmackvoll. Papier und Druck sind tadellos. Dabei kostet jeder Einzelband nur 2 Mark, sodaß je ein Roman (2 Bände) auf 4 Mark zu stehen kommt, was ungefähr den dritten Teil des Preises der meistens völlig vergriffenen früheren Ausgaben ausmacht. Die II. Serie wird die histori­schen und apologetischen Schriften der Gräfin Hahn- Hahn umfaffen und im Jahre 1804 erscheinen.

In feinster Ausstattung mit reizvollen künstlerischem Buchschmuck liegen die beiden Gedichtbände vor („Unsere liebe Frau" und „Das Jahr der Kirche'). Wer Hahn-Hahn und ihren hohen Ge­dankenflug, die Kraft und Schönhett ihrer Sprache ganz kennen lernen will, muß zu ihren Gedichten, na« menllich zu „Unserer Heben Frau" greifen.

Die reich illustrierte biographisch-literarische Skizze von Otto von Schaching über Ida Hahn-Hahn ist zum Verständnis ihrer Werke unentbehrlich. (Preis 20 Pfennig.)

Otto von Schachiugs Bo lkserzählungen in der illustrierten Habbel'schen AuSgabe werden dazu beitragen, die Beliebtheit dieses echten bayerischen Bolksdichters, der mit jeder Faser seines Herzens an seiner himatlichen Scholle hängt, noch zu erhöhen. Die bisher vorliegenden fünf Bände, von denen die ersten drei im ganzen 13 hochinteressante Erzählungen enthalten, während der 4. den „Hirmonhopser", der 5. die „Stasi" bringt, haben bereits die zweite Auf­lage erreicht. Jeder Band kostet in modernem Ein­band 1.50 Mark.

Der Habbel sche Verlag eröffnet auch eine neue, billige Familienbibliothek unter dem Sammel­titel „Für Herz und Haus". In derselben werden unsere angesehensten und beliebtesten Erzähler vertreten sein. In den ersten 6 Bänden begegnen wir bereits M. Herbert (zwei Novellenbände mit reichem In­halt), Anton Schott (zwei Erzählungen), Joseph Baierlein und Lina von Berlepsch. Die Bände kosten nur je 1 Mark.

Die Weihnachtsbücher der Kinderdichterin Schwester Paula („Für die lieben Kleinen", „Für traute Stunden", „O du wunderselige Weihnachtszeit" (die beiden letzteren mit vielen Bildern) seien nochmals in empfehlende Erinnerung gebracht, ebenso Falk's religiöse Kinderbüchlein, auch die 8. Auflage deS vielbegehrten süddeutschen „Kochbuches" (726 Seiten gebunden 3 Mark) von Josephine Huber (illustriert).

Bon dem hochbedeutenden, bei Habbel er­scheinenden Werke „Geschichte der Säkulari­sation" von Dr. Schleglmann ist der I. Band (Vorgeschichte der Säkularisation) vollendet (geb. 4.20 Mark). Es ist das erste quellenmäßig^ Werk über die Säkularisation im rechtsrheinischen Bayern. Die Kritik war einstimmig in der Anerkennung der gründlichen und überaus wertvollen Arbeit. Dem Ber- saffer find Quellen zugänglich, die man in einem an­deren Werke vergeblich suchen wird.

Im Berlage von Aschendorff in Münster i. W. ist die zweite, durchgesehene und um einen Bogen er­weiterte Auflage des II. Bandes von Dr. Heinrich Brück's „Geschichte der katholischen Kirche im 19. Jahrh undert" erschienen. Das großan­gelegte, streng wiffenschaftliche Werk verdient in diesem Augenblicke erhöhte Aufmerksamkeit, da der edle Bischof Brück von Mainz kürzlich gestorben ist und bereits einen Nachfolger erhalten hat. Der neu auf­gelegte n. Band kostet gebunden 9.40 Mark. Die bis­herigen 4 Bände zusammen find in Halbfranz zu 35.60 Mark zu beziehen.

Mit großem Interesse sieht man der Ue ber = setzung des biblischen Psalters in kunstreichen stabreimenden Verszeilen von Geh. Rat Prof. Dr. W. Storck entgegen. Aus den vier ersten Aushängebogen konnten wir uns von der durchweg meisterhaften Be­handlung der Sprache und des Versbaues überzeugen. Trotz deS hohen, getragenen Stiles, in welchen die Psalmen gehalten werden mußten, ist auf möglichste Einfachheit und durchsichtige Klarheit des Ausdrucks Gewicht gelegt.

Mit wachsender Anerkennung werden (nicht nur in höheren Lehranstalten, sondern in gebildeten Kreisen überhaupt die Klassiker-Ausgaben für den deutschen Unterricht begrüßt. Hier handelt es sich nicht etwa bloß um sog. purgierte Ausgaben. Die Aschendorff'schen Ausgaben sind zugleich literarisch wertvolle Bearbeitungen und Erläuterungen der einzelnen Werke; die angesehensten Fachmänner haben sich dieser verdienstlichen Aufgabe unterzogen.

Im Text sind wichtige Stellen und Sentenzen be­sonders gekennzeichnet. Die gründlichen und ausgiebi­gen Erläuterungen klären über; alle Schwierigkeiten auf. Dem Aufbau und dem Gang der Handlungen rnd jeweils eingehende Skizzen gewidmet, auch die wichtigsten Charaktere finden ihre Würdigung und Fingerzeige und mündliche oder schriftliche Ausarbei- tungen bilden in der Regel den Schluß. Mehrere Bände find auch mit Abbildungen ausgestattet. Bisher liegen über 30 Bände vor.

Der Aschendorff'sche Verlag bietet noch eine große Auswahl an oft empfohlenen Gefchenkbüchern. Wir heben nur die von Therese Setter (M. Herbert) besorgte dritte Auflage von Heinrich Keiters „Leitsterne aus dem Lebenspsade"(2000Dichter­aussprüche), die Prachtausgaben wertvoller Jugendschriften, (10 Bände ä 3 Mk. 75 Pf.) und die beliebten Hausbücher „Gottes Reich auf Erden in Wort und Bild" von Dr. Berlage undDr. Scheuffgen, Handpo stille, Prachtausgabe und Volksausgabe des Lebens der Heiligen von Bogel hervor.

Der Verlag der BonifacinS-Druckerei in Pader­born legte uns in diesem Jahre außer einer Neuauf­lage des reizenden Märchens „ DaS Lilien-Beitle" von P. Schuch 8. J. mehrere bemerkenswerte Neu­erscheinungen vor. Eine lehrreiche Geschichte von iseo von Ber g: „Unschuldig verfolgt", entrollt ein Lebensbild aus der heutigen Zeit, das mit fester Hand in verbreitete Schwächen und Gebrechen, vor allen auch

in die häßliche Ideenwelt der Kirchenfeinbe und „Los von 9tom*=Stürmer, hineinleuchtet. Auch die religiöse Mattigkeit und Gleichgiltigkeit wird gegeißelt. Der Verfasser versichert, daß trotz dichterischer Ausschmückung der Stoff dem wirklichen Leben entnommen fei, vieles bis aufs Iota wahren Tatsachen entspricht. (Hübsch ge- bebunben 2 Mk. 60 Pfg.).

Ein sehr nützliches Büchlein für Heranwachsende Töchter der besseren Stände hat Antonia Walter den katholischen Familien vermittelt. Es ist eine Uebersetzung aus dem Italienischen der Amelio Terraburgio: „Die katholische Jungfrau. Praktische Ratscyläge". Der Jesuitenpater Kathrein hat dem Schristche ein empfehlendes GeleitS- wort gewidmet, dem wir uns nur an schließen können. Langweiliges Moralisieren liegt der Verfasserin fern; sie will keine Kopfhängerinnen, sondern frohgemute Frauencharaktere erziehen. Sie begleitet die junge Welt in die Kirche, in das Arbeits- und Lesezimmer, in die Küche, in die Gesellschaft, auf Den Ball und in den Brautstand. Das Büchlein wird viel Gutes wirken. In elegantem Leinenband kostet es nur 2 Mark. Sehr empfehlenswe rt find auch die in 3. verbesserter und vermehrter Auflage erschienenen „Gedanken und Ratschläge" für die werbliche Jugend (mi* einem Gebetanhang) von Klara Britz (Kaliko mi Rotschnitt 1.80 Mark).

Bon den „Lebensbildern hervorragender Katholiken des 19. Jahrhunderts ", herausge­geben von Pfarrer Joh. Jak. Hansen, liegt nunmehr der 2. Band vor. Der erste Band wurde von der Kritik wie vom Publikum mit verdienter Anerkennung ausge­nommen. Diese wird dem zweiten Bande viellercht noch in erhöhtem Maße zuteil werden, weil neben den geist­lichen Würdenträgern, den Dichtern und Schriftstellern, den Künstlern, dem christlichen Menschenfreund (Ozanam) und der Königin (Marie von Bayern) auch drei Parlamentarier behandelt sind, deren Wirkenein großes Stück Weltgeschichte umschließt: Mallinckrodt, Windthorst, Ang. Reichensperger. (Mit vielen Porträts gesunden 4.60 Mark).

Die Herder'sche Verlagshandlnng in Freiburg im BreiS-m» fegte uns noch zwei soeben erschienene Bände vor: von Pastors zweitem Bande der „Geschichte der Päpste feit dem Ausgang des Mittelalters". Die dritte und vierte, vielfach umgear­beitete und vermehrte Auflage (geb. 12 Mark) — ein Wort der Empfehlung dürfte diesem bedeutenden Werke kaum mehr nötig sein — und den fünft en Band (Schluß) der „Kunstlehre" von Gerhard Gietmann 8. J. und Johannes Sörensen 8. J. (geb. 8 Mary. Der Schlußband der „Kunstlehre" be- handeltdie Aesthetik der Baukunst (mit 26Tafeln und 100 Abbildungen). Daß die Aesthetik von Gietmann und Sörensen auf einer hohen geistigen Stufe steht und christliches Denken mit künstlerischem Feinempfinden glücklich vereinigt, ist von allen berufenen Seiten aner­kannt. Das nun vollendete Werk wendet sich an die Gebildeten aller Stände. Die Bilder des 5. Bandes zeichnen sich durch eine Klarheit und Schärfe aus, die namentlich fürarchitektonifcheLinien großeBedeutung hat.

Vermischtes.

* Auch eine „Hochwasserkatastrophe". Im Hoch­gebirge der Etfel schmolz der Schnee, und in

einigen Stunden glich das Kylltal oberhalb Gerolstei" einem großen See. Dort liegt das Oertchen Dohm- deflen Schule von Kindern aus veer zerstreut liegende« Dörfern besucht wird. Vollzählig waren am Morgen die Schüler erschienen, noch ahnte niemand Gefahr. Als aber am Mittag die Schule geschlossen wurde, da fluteten die wilden Gebirgrvaffer über den Weg. Ehe noch der Lehrer hinzugekommen war, hatten die Jungen schon die kalte Flut durchwatet. Aber die Mäd­chen, die „irrten trostlos an UftrS Rand, da stößt kein Nach n vom sichern Strand, der sie setze an das ge­wünschte Land!" Aber ein Ackerwagen stand da i« der Nähe. Der mußte jetzt helfen. Die Mädchen stiegen auf, und der Lehrer zog ihn mit Hülfe der durch­näßten Jungen an das jenseitige Ufer. „Und dreimal zwang man diesen „Kahn", dann war da! schwere Werk getan I" Freudig ritten dann die Klemm heim, und nur der Gedanke mochte ihre Freude „trüben", daß sie nun am Nachmittag nicht in die Schule Zurück könnten.

* Ehrlich währt am längsten. Wie Ehrlichkei manchmal belohnt wird, auch wenn sie nicht „beab­sichtigt" war, zeigt folgende Begebenheit, die sich gestern (Freiing) abend in Berlin zutrug. Ging da unmittelbar hinter einer eleganten Dame ein schäbig gekleideter Mann, dessen stark reduziertes Aussehen darauf schließen ließ, daß er des Lebens Stürme genugsam durchgemacht hatte. Seine Blicke hasteten unverwandt an einem kleinen blitzenden Täschchen, das an einer Kette befestigt, sich von der Gürtelschnalle loS- zulöien drohte. Im selben Moment, als das Täschchen im Begriff war, sich von seiner Inhaberin zu trennen, hatte es der Strolch geschickt aufgesangen, barg es hastig in seiner Tasche und schlüpfte in den dunkeln Flur eines Hauses, um den Raub zu betrachte«. Kaum aber hatte er das ein Pvrtmonnaie enthaltende Täschchen geöffnet, als ein Herr schnell auf ihn zutrat, und leise ihm zuraunte: „Sofort geben Sie der Dame des Täschchen roiecer!" Stumm gehorchte der Spitzbube dem Herrn, den er offenbar für einen Kriminalbeamten hielt, und bald hatte er die Dame erreicht. Hochersteut nahm diese das Täschchen in Empfang, entnahm dem wohlgeMten Portemonnaie ein Zehnmarkstück und belohnte den „ehrlichen Finder" mit den Worten: „Hier, lieber Mann, ehrlich währt am längsten!" Der Herr aber, der dem Strolch gefolgt war, lächelte vor sich hin, den« er war kein „Kriminal", sondern ein bekannter Berliner Künstler.

* Röntgenkongreß. Wie die Deutsche Medizi­nische Wochenschrift mitteitt, wird Ostern 1905 an­läßlich der 10jährigen Wiederkehr der Entdeckung der Röntgenstrahlen in Berlin unter dem Ehrenvorfitz be* Geheimrats von Bergmann ein Röntgenkongreß statt­finden. Geheimrat Prof. Röntgen hat bereit- fei» Erscheinen als Ehrengast zugesagt. Veranstaltet wird der Kongreß von der Röntgenvereinigung in Berlin, mit ihm wird eine Röntgenausstellung verbunden sein.

;fir den Kreis Fulda-Stadt stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- »mV Kranken-Rente« in der Zeit vom 1. Januar 1891 his Ende September 1903 wie folgt:

Altersrenten . . . .

Invalidenrenten. .

Krankenrenten . . .

Zusammen:

s

5

Davon sind erledigt durch

e K £'S

8

2=

H g

S

74

68

4

1

328

286

19

6

7

7

—

—

409

361

23

7

Gefamt- Jahresbetrag der bewilligten

Von den Rentenempfängern find bezw. waren beschäftigt

Nach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen

in der Landtvirthschaft

in der Industrie

im Handel und Verkehr

durch Lohnarbeit wechselnder Art

im Staatsdienste

im Bestndedienft

Renten

M

Posten

A

9 030

—

5

18

6

24

2

13

28

3 918

80

37 941

20

9

94

14

81

8

80

201

27 584

40

1074

—

—

4

—

2

—

1

4

569

40

48045

20

14

116

20

107

94

233

t 32 072

60

ür den Kreis Fulda-Land stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- nutz Kranken-Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende September 1903 wie folgt:

Eingegangene Anträge

Davon sind erledigt durch

Gesamt- Jahresbetrag der bewilligten Renten

Von den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt

Nach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen

Renten- Bewilligung

Ablehnung

Tod der Antragsteller >c.

in der

1 Landwirtschaft

vU

-Ä

S?

tm Handel und Ser lehr

durch Lohnarbeit ! wechselnder Art

sgu,;qrp>vlS utf

Posten

M

A

Jk

A

Altersrenten....

205

183

56

15

tz 16 798

80

84

16

—

5

25

4

38

5 067

SO

Invalidenrenten. .

470

362

80

28

50 182

SO

161

134

4

11

15

37

233

31 951

40

Krankenrenten. . .

16

16

1 —

i —

2 504

40

3

11

—

1

—

1

12

1863

20

Zusammen:

691

511

136

43

69 486

—

248

160

4

17

40

42

283

38 882

20

4 709 284 Jk 70 H

Renten mit einem Gefamt-Jahresbetrage von

33 623

104 740

zusammen

2 670 672 M 60 A

925 400 „ — „

Krankenrenten „ „ „ » ZL.

Renten mit einem Gefamt-Jahresbetrage von Ter von dem Reiche zu leistende Zuschuß beträgt =

M. 80 A „ " 80 „

169 297 „ 40 „

23 840 Invalidenrenten

1100 Krankenrenten

674

18 508

Von der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau, deren Bezirk uni)

baden, sowie das Fürstentum Waldeck umfaßt, find fett dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt.

8 683 Altersrenten im Gesamt-Jahreebetrage von-- 1163 652 * - A

O uuv OOÖ i, öx) ff

— 93 özo ineiuen mit einem ____

Hier von sind nach Berücksichtigung der durch Tod -c. erfolgten Abgänge Ende September 1903 noch zu zahlen: 3175 Altersrenten im Gefamt-Jahresbetrage von = 458 037 .

14 659 Jnvalidenren „ „ » " = 2 ^894

Mithin bleiben Ende September 1903 ans Mitteln der Landes-VersicherungS- .

anstatt Heffen-Rassan an Renten zu zahlen jährlich......... 1745 272