Mon-kb-ilage: „Zuldaer Seschichtsblätter".
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M 281.
Fulda, Dienstag, den 8. Dezember 1903.
schleunigten Erledigung vielleicht empfehlen, hier systematisch vorzugehen. Da bekanntlich für die Reihenfolge, in der die Anträge zur Beratung kommen, die Stärke der Fraktionen entscheidend ist, könnte bei gemeinsamer Einbringung wohl mancher Antrag auf die Tagesordnung kommen, der sonst liegen bleiben müßte.
Berlin, den 7. Dezember 1903.
** Das Allgemeinbefinden des Kaisers hat fich in der letzten Zeit derart günstig gestaltet, daß der Monarch an dem am 17. und 18. d. M. in der Göhrde stattfindenden Hofjagden bestimmt teilnehmen wird. Im Anschluß hieran wird er ficb nach Hannover begeben zur Teilnahme an der Jahrhundertfeier der dort garnisonierenden Regimenter. Von Hannover aus wird er direkt nach dem Neuen Palais bei Potsdam zurückkehren.
§ Das Staatsministerium hat nach dem ,Berl. Lok.-Anz.' an dem Entwurf des Kriegsministeriums, betreffend die Verbesserung des Militärpevfionswesens, wesentliche Aende- rungen vorgenommen; insbesondere ist die ursprüngliche Forderung, die Pension für eine Dienstzeit von zehn "Jahren auf die Hälfte des Diensteinkommens zu erhöhen, abgelehnt worden.
§§ Aus dem bereits erwähnten im Reichstage eingegangenen ersten Geschäftsbericht des kaiserliche» Aufsichtsamtes sürPrivat- verficheruug sei hervorgehoben: Der Reichs- aufstcht unterliegen 998 Versicherungsunternehmungen mit einer Gesamtbrultoprämie in Höhe von 615298838 Mark, darunter 916 inländische (mit 559125647 Mark), 82 ausländische Versicherungs - Unternehmungen (mit 56193133 Mark. Von in- und ausländischen Versicherungsunternehmungen für Lebensversicherung sind 355 (mit 363165951 Mark) zu beaufsichtigen, für Unfall- und Haftpflichtversicherung 46 (mit 49366713 Mark), für Hagelversicherung 21 (mit 23725327 Mk.), für Viehversicherung 397 (mit 8690350 Mark), für Feuerversicherung, Versicherung gegen Sturmschäden, Wasserschäden und Diebstahl 130 (mit 165 284923 Mark). Von inländischen Versicherungsunternehmungen sind 26 Anträge auf erstmalige Zulaffung gestattet worden, 72 auf Genehmigung von Aenderungen der Satzung oder des Gesellschaftsvertrages, 68 von Aenderungen der allgemeinen Verstcherungsbedingungen, 25 von Aenderungen bestehender Tarife, 11 der Einführung eines neuen Versicherungszweiges nach einer neuen Versicherungsart, 79 der Ausdehnung des Zulassungsgebietes, 2 einer Bestandsänderung, 3 der Auflösung eines Versicherungsvereins a. G., 19 Anerkennung als kleiner Verein. Erledigt wurden binnen der ersten 5 Monate 1902/93 218 Anträge.
* Staatsbeihilfen an leistnngsnnfähige
§ Die Aut der Initiativanträge Machst noch täglich an. Alle Parteien, die überhaupt imstande sind, die für Anträge nötigen 15 Unterschriften aufzubringen, beteiligen sich an dem „Wettrennen". Und selbst die wegen ihrer Zahl als Fraktionen nicht anerkannten Gruppen tun, wenn es aber geht, mit, indem sie fich die chnen fehlenden Unterschriften anderswo „borgen". Daß die stärksten Fraktionen die meisten Anträge einbrmgen, ist selbstverständlich und ganz berechtigt. Stehen hinter ihnen doch auch enffprechend «ehr und größere Jntereffentengruppen als hinter den kleinen Fraktiönchen.
Daß nicht alle Anträge in dieser Tagung zur Erledigung kommen werden, ja daß vrellelcht nicht einmal die ganze Legislaturperiode »asür ausreichen würde, wiffen die Antragsteller ;a lehr wohl. Trotzdem wäre es falsch, behaupten zu wollen, ihre Anträge seien nicht ernst gemeint. Mau kann vorher nie wissen, wie die Dinge sich «u Laufe der Tagung gestalten. Es kann sich unerwartet eine günstige Gelegenheit bieten, eine Ifotbening zur Sprache zu bringen. Für den Fa.l ist es immer gut, einen Antrag zur Hand zu haben. Hat man die wichtigsten Forderungen rechtzeittg formuliert, dann kann man im gegebenen Augenblicke auswählen und stets gerade die aus die Tagesordnung setzen laffen, für die der Augenblick am paffendsten erscheint. Dieses
Bereitschaft sein" gebietet die einfachste Klugheir.
Auch wenn ein Antrag liegen bleibt, ist er doch immer der aktenmäßige Ausdruck »essen, was eine Partei will. Er hat Sie Aufmerksamkeit der anderen Parteien und der Regierung aus den Gegenstand gelenkt. Sie langen vielleicht an, sich mit ihm zu beschäftigen, lerne Zweckmäßigkeit und Brauchbarkeit zu über- legeu oder auf andere Vorschläge zu sinnen. In der nächsten Tagung kommt er wieder; da ist er !cho« fast ein alter Bekannter. Endlich findet stch Gelegenheit, ihn auf die Tagesordnung oder der einem anderen Gegenstände zur Sprache zu unb bann geht es ihm leicht besser, als es chm ergangen sein würde, wenn er gleich in m ersten Tagung zur Beratung gelangt wäre, «s kommt so bald nichts um im Parlamente, wenn es sich in der Hut einer Partei befindet.
3«an ist bei Parteien, die im Antragstellen jiemlrch träge zu fein pflegen, leicht mit dem Vorwürfe bei der Hand, die Anträge seien nur aus die Wirkung nach außen, auf Popularitäts- Hascher« berechnet. Die Sache liegt aber ziemlich ««gekehrt. Wirklich volkstümliche Parteien wiffen was ihre Wähler wollen, und fühlen fich verpflichtet, ihre Forderungen zu unterstützen und Ni Anträgen zum Ausdruck zu Bringen, wenn sie je für begründet halten. Darum kann man von Parteien, die sehr wenig Neigung für Anträge
Icrs Majorat.
Roman von Ewald August König.
------ (Nachdruck »erboten.)
16. Kapitel.
Wie ganze Nacht hindurch war der Förster in der RÄe des Herrenhauses auf und ab patrouilliert, chne den Baron zu entdecken.
Die alten Zweifel stiegen in seiner Seele wieder anf. Die Vermutung, daß Baron Dagobert die Tat begangen und dann die Flucht ergriffen habe, ließ sich nicht mehr zurückdrängen.
Wie auch die Dinge liegen mochten, er mußte Gewißheit haben, seines armen Kindes wegen, deflen Lebensglück, kaum erblüht, schon wieder vanichtet war.
Ao aber diese Gewißheit finden? Er zerbrach fich lauge den Kopf darüber; erst als der Morgen graute, glaubte er eine Antwort auf diese Frage gefunden zu Hecken.
Er erinnerte fich, daß der Rechtsanwalt Doktor Steinselder der Onkel Dagoberts war. Die Wahr- scheuüichkeit lag nahe, daß Dagobert ihn aufgesucht hatte, um ihm die Gründe seiner Flucht mitzuteilen <md ih» um die Geldmittel zur Reise zu bitten.
.Martin fühlte fich fteilich durch die Nachtwache «schöpft, aber daS hinderte ihn nicht, den Weg zur Stadt anzutreten. Ohne sichere Nachrichten wollte er !/e*ä fe*nem Kinde zurückkehren.
& füllte seine Tabakspfeife noch einmal und zündete sie an. Mancher schwere Atemzug folgte den Rauchwolken, die er vor fich hinblieS.
Was war nun aus all den schönen Lustschlöffern geworben, die das Brautpaar so froh gelaunt gebaut
Sir lagen in Trümmern; eine rasche Tat, die im Aufwallen der Leidenschaften begangen worden war, hatte sie für immer vernichtet. Aber war es denn
haben, behaupten, daß sie auch sehr wenig Fühlung mit dem Volke haben. Gewiß kann die Antragstellerei auch lediglich im agitatorischen und Partei-Jntereffe betrieben werden. Das verrät fich dann aber schon dadurch, daß mit Vorliebe Anträge gestellt werden, die gänzlich ausfichtslos, aber „populär" find. Wir nehmen keinen Anstand, zu behaupten, daß die Sozialdemokraten bei ihren Anträgen fast ausschließlich agitatorische Zwecke verfolgen. Sie bestätigen das selbst durch den „Konkurrenzneid" gegenüber anderen Parteien. Insbesondere die Anträge des Zentrums werden von ihnen „grundsätzlich" heruntergeriffen als bloßer Schein und völlig ungenügend. So nimmt sich der .Vorwärts' jetzt die Zentrumsanträge wieder vor, um die eigene Partei desto Heller als die einzig wahrhaft soziale Partei zu beleuchten. Wir haben keine Lust, uns mit ihm darüber herumzustreiten. Diejenigen Volkskreise, die es angeht, werden selbst beurteilen, ob sie mehr von einer „bescheidenen" Forderung, die verwirklicht wird, ober von einer sozialdemokratischen haben, die nie verwirklicht wird.
Die »Post' sieht in dem Antragstellen deshalb eine „Gefahr", weil die beteiligten Zentralstellen des Reiches daraus die Anregung zu gesetzgeberischen Vorlagen entnehmen könnten, ohne daß hierzu ein wirkliches Bedürfnis vorhanden wäre. Wir wünschten, das Blatt hätte eine Anzahl von Fälle genannt, in denen diese „Gefahr" wirklich eingetreten wäre. Es hat insbesondere das sozialpolitische Gebiet im Auge, weil ihm die Fortführung der sozialen Gesetzgebung überhaupt nicht gefällt. Selbst hier kann man nicht von einem Uebereifer der Zentralstelle in der Berücksichtigung von Wünschen des Reichstags sprechen. Ueberhaupt aber darf man sagen, daß die Regierung eine ungemeine Taubheit und Zähigkeit gegenüber den Wünschen des Reichstags zeigt. Wie oft kommt es denn vor, daß der Bundesrat einem aus der Initiative res Reichstags hervorgegangenen Be- schluffe zustimmt? So außerordentlich selten, daß man sich fast wundern muß, woher denn die Abgeordneten eigentlich noch den Mut und Optimismus zur Einbringung von Initiativanträgen nehmen. Mit einem solchen Anträge an's Ziel zu kommen, ist fast ein ebenso seltener Glücksfall wie der Gewinn des großen Loses. Man kennt Anträge, die seit Jahrzehnten immer wieder eingebracht und angenommen wurden, ohne daß der Bundesrat darauf einging. Und wenn nach langem, heißen Bemühen er einmal nachgab, wie beim Vereinsgesetze, dem „Kloset"-Antrage und dieser oder jener sozialpolitischen Anregung, so verschwinden diese Fälle doch gegenüber der großen Zahl derer, in denen kein Reichsamt und kein Bundes- rat sich rührte und rühren ließ. Für die Reichsboten umso ehrenvoller, daß sie sich nicht abschrecken laffen.
Vereinzelt ist es diesmal wie auch früher vorgekommen, daß mehrere Fraktionen sich über die gemeinsame Einbringung eines Antrags einigten. Es würde sich im Interesse einer be-
wöglich, daß Dagobert wirklich die Tat begangen h^ben sollte?
Hätte nicht der Gedanke an seine Braut ihn davon abhalten muffen? Durfte man den Edelmann, brffen Ehre keinem Zweifel unterworfen war, eines Meuchelmordes fähig halten?
Alle diese Gedanken drängten fich ihm wieder auf, während er mit rüstigen Schrttten den Weg zur Stadt verfolgte.
Glaubhafter wäre ihm die Schuld Dagoberts erschienen, wenn ber Baron den Schuß in der Brust gehabt hätte, er konnte nicht glauben, daß Dagobert im sicheren Hinterhalt den Gegner «wartet haben sollte; das war die Tat eines Feiglings, die man wohl einem rachsüchtigen Wilddiebe, nicht ab« einem Manne von Ehre zutrauen durste.
Es war noch sehr früh, als d« Förster die Stadt erreichte; er konnte dem Advokaten jetzt noch keinen Besuch wachen, so beschloß « in ein Wirtshaus zu gehen und ein Frühstück einzunehmen, daS die sinkenden Kräfte wieder beleben sollte.
Er bemerkte den Polizeibeamten nicht, d« am Eingang der Stadt vor einem Hause stand und nun in geringer Entfernung ihm folgte; überzeugt, daß Dagobert die Flucht ergriffen hatte, würde diese Verfolgung ihn auch in kein« Weise beunruhigt haben.
Als er nach geraumer Zeit das Wirtshaus wird« verließ, folgte d« Beamte chm bis zum Hanse des Advokaten.
Die Magd, die ihm die Tür öffnete, sagte ihm, daß er nach ein« Stunde wiederkowmen müsse, d« Herr Doktor sei noch mit seinem Frühstück beschäftigt.
„So sagen Sie ihm, der Förster von HauS E chen- horst lasse dringend um eine kurze Unterredung bitten," «widerte Martin, und «st nach einigem Zög«u «- klärte das Mädchen fich dazu bereit.
Ein freudiges Erschrecken durchzuckte den alten Mann, als beim Eintreten in das Wohnzimmer sein erster Blick auf Dagobert fiel, d« dem Doktor gegenüber am Frühstückstisch saß.
„Sie sind noch hier, Herr Baron?" sagte er. „Dem Himmel sei Dank, Sie können nicht schuldig sein!"
Dagobert hatte fich erhoben.
„Schuldig?" fragte er. „Welche Nachricht bringen Sie mir?"
„Sie wissen es nicht?"
„Was soll ich wissen, alter Freund? Setzen Sie fich hierher und trinken Sie eine Tafle Kaffee mit uns. Haben Sie mich hier aufgesucht ob« gilt Ihr Besuch nur meinem Onkel?"
Martin fuhr mit der Hand über seine feuchte Stirne und atmete erleichtert auf.
„Die ganze Nacht habe ich draußen auf der.Land- straße auf Sie gewartet," sagte «, „Sie müssen augenblicklich abreisen, Baron Kurt ist tötlich der- wandet und nun ruht der Verdacht auf Ihnen."
Dagobert blickte ihn starr an, seine Wangen waren bleich geworden, das Zucken sein« Lippen bekundete seine tiefinn«e Erregung.
„Wer hat eS gewagt, disen Verdacht auSzusprechen?" fragte « zornig. „Wir darf eS wagen, mich eines gemeinen Morde- fähig zu halten?"
„D« Staatsanwalt war schon draußen, er hat mit dem Vormund eben eine Unterredung gehabt, hat Ihre Büchse und die Kugel mitgenommen, unb — verzeihen Sie, wenn meine Worte Sie verletzen, wir alle glaubten, Sie hätten Haus Eichenhorst auf Nimm «Wiederkehr verlassen."
„Darin, daß Du gestern abend nicht heimkamst, konnte ein V.rdachtsgrunh gefunden werden," sagte d« Advokat, d« aus seiner Bestürzung kein Hehl machte. „WaS hat Baron Kurt dem Staatsanwatt gesagt?"
„Das weiß außer den beiden Herren nur noch d« Arzt, d« allein zugegen war," «widerte d« Förster, „keinesfalls ist feine Aussage günstig gewesen, denn der Staatsanwalt war von der Schnld des Herrn BaronS überzeugt."
„Daß ich hin übernachtete, kann doch nicht als
30. Jahrgang.
Gemeinde» für Schalzwecke. In diesem Jahre hat, wie man der ,Tägl Rundschau' schreibt, nach eingehenden Erhebungen eine umfasseude Neuregelung der Beihilfen stattgefunden, die von der Regierung an die Gemeinden zur Deckung der Schullasten widerruflich gewährt werden. Nach diesen Ermittelungen mußten zahlreichen ländlichen Gemeinden, da ihre LeistungsUnfähigkeit inzwischen erheblich geringer geworden war, die staatlichen Schulbeihilfen teils entzogen, teils gekürzt werden. Es handelt sich hierbei besonders um solche Gemeinden, wo der Gutsherr, der nach dem geltenden Recht zu den Schullasten nicht herangezogen werden kann, sich fteiwillig zur Leistung bestimmter Beiträge verpflichtet hat. Die staatlichen Schulbeihilfen werden grundsätzlich nur auf fünf Jahre bewilligt, worauf eine erneute Feststellung der Leistungsfähigkeit stattfindet. Da infolge der anderweiten Regelung der Schulbeihilfen erhebliche Beträge staatlich«seits zurückgehalten werden, so sollen diese Summen zum Ausgleich der so oft beklagten Ungleichheiten in den Lehrergehältern Verwendung finden.
§ Im freisinnige« Lager blüht d« Hader lustig weiter. Am Freitag abend hielt die Berliner Freifinuige Volkspartei einen Parteitag ab. Man war von dem Resultat der Landtagswahlen und der von der Führung der Partei befolgten Taktik durchaus befriedigt. Dr. Barth aber kam ziemlich schlecht weg. Der Redner des TageS, Landtagsabgeordneter Caffel bemerkte u. a., Dr. Barth finde ein Vergnügen daran, den Liberalismus bankerott zu erklären. Sein Charakteristikum sei aber die Auffaffung, alles sei weg, alles sei verloren, der ganze Liberalismus sei hin, wenn man nicht seinen Ratschlägen folge. „DaS Wesen des Herrn Dr. Barth erklärt fich — so führte der Redner aus — für mich aus einem an und für fich vollständig impotenten Machtgefühlsdrange. Er will die Macht, er muß sie haben, ab« er hat gar nicht die Kraft und die Mittel dazu." In einer Resolution sprach der Parteitag der Zentralleitung der Partei Dank und Anerkennung aus für die tatkräftige und umsichtige Art und Weise, wie sie bei den Landtagswahlen das Parleiintereffe, namentlich auch in dem Verhalten zu den anderen Parteien, gewahrt und wesentlich dazu beigetragen hat, daß d« Landtagsfraktton, trotz des mehr als je erschwerten Wahlkampfes gegen zwei Fronten, fast unvermindert ihren bisherigen Bestand zu erhalten gelungen ist." Der Parteitag gibt sich der zuversichtlichen Erwartung hin, daß die Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses deS vollen Vertrauens, welches ihm ihre Parteigenossen ent» gegentragen, würdig, „nach wie vor unbeirrt durch gehässige und ungerechtfertigte Angriffe seitens einiger Zeitungen und Personen in der bisherigen Weise ihrenDienst derPart« «halten werden".Diese Resolution und die Aeußerungen Cassels haben nun wieder arg verstimmt bei den Freunden des Dr. Barth. Das ,B. T.' z. B., dem Dr. Caffel doch nicht unsympathisch sein sollte, schreibt ärgerlich von dem „neugebackenen Abgeordneten" Justizrat Caffel, daß er alles schön und gut gefunden und
Schuldbeweis geltend gemacht werden!" rief Dagobert entrüstet. „Als ich gestern aus dem Walde yrimkam, batte ich keine Ahnung von der V rwundung meines Onkels, die wahrscheinlich erst später «folgt ist. Ich wollte einen Protest gegen die Abholzung deS Waldes niederschreiben, ab« die nötige Ruhe fehlte mir, die Gedanken schweiften immer ab. Da entschloß ich mich kurz, meinen Onkel hier zu besuchen und ihn mit d« Klage zu beauftragen. Später sprachen wir Lb« meine Verlobung, Doktor Steinselder ist ein Bruder meiner Mama, er soll bei ihr ein gutes Wort einlegen, und « hat mir dies auch versprochen."
„Gewiß!" nickte Hermann. „Nun aber beschäftigru unS vorerst andere Dinge —"
„Der Herr Baron muß flüchten," nnt«brach d« alte Mann ihn rasch. „Im Auslande muß « so lauge bleiben, bis hi« der Tät« entdeckt rst!"
„DaS ist kein guter Rat," «widerte Dagobert, d« seine Ruhe allmählich wieder sand. „Wenn ich die Flucht ergreife, so ist daS in den Augen deS Untersuchungsrichters ein überzeugender Schuldbeweis, und et wird nicht daran denken, nach einem anderen Täter zu forschen."
„Ab« bedenken Sie die lange Untersuchungshaft —" „Ich muß sie mir gefallen laffen und auf Gottes
Ger-chtigkeit vertrauen."
„Hm, wenn der wirkliche Tät« nicht entdeckt wird, kann'S eine böse Geschichte für Dich toeibeu," sagte d« Advokat.
„Die Furcht vor der möglichen Verurteilung darf mich nicht abhalten, d« Anklage mutig die Stirn zu bieten," «ttiberte Dagobert. „Ich werde dem Richt« sagen, daß keine Schuld auf mir ruhe, und meine» Worten muß « Glauben schenken, denn nicht ei« gemeiner Verbrecher, sondern ein Edelmann steht vor ihm. Röschen und Mama bedame ich, ab« ich darf wohl daraus vertrauen, daß sie den Glauben a« mich nicht verlieren toaben."
„Wit alle glauben an Ihre Schuldlosigkeit," sagte Marttn fr seiner rffenen, treuherzigen Wesse.