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Die echten Herkules - Spiralfeder - Cersets tragen
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30. Jahrgang.
fttlda, Samstag, den 5. Dezember 1903.
M 279
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Bcöins plan zum Van einer Heftung in Tibet.
Der berühmte schwedische Forschungsreisende Sven Hedin erzählt in seinem neuesten Werke: „Im Herzen von Asien" (2 reich illustrierte Bände, eleg. geb. 20 Mk., Verlag von F. A. Brockhaus, Leipzig), folgende interessante Episode, die er in Tibet erlebte:
Wir wußten, daß wir heute die Grenze von Rudok erreichen würden. Am Westende des Sees standen bereits 7 Zelte, und eine Menge Leute war dort zu sehen. Ein dreister alter Mann kündigte uns an, daß wir hier zu bleiben hätten. In einem benachbarten Tale sei das Gras gut, und dort weideten auch ihre eigenen Pferde und Dake. Wir lagerten in der Nähe der Tibeter, und der Lama begab sich sofort zu ihnen, um Erkundigungen einzuziehen. Als er zurückkam, war er ganz aufgeregt; der Gouverneur von Rudok war ein rechter Grobian gewesen und halte erklärt, daß er uns ohne Paß vom Dalai-Lama nimmermehr durch sein Gebiet ziehen lassen werde. Ich schickte zu diesem Bombo, der beim Dewa- schung besonders gut ungeschrieben sein soll und Oberaufseher des Tschokk-dschalung war, wo er im Sommer residierte; im Winter wohnte er in der Stadt Rudok. Tschokk-dschalung ist ein Goldfeld, das einige Tagereisen südwestlich der Gegend liegt, in der wir uns befanden. Im Winter sollen sich dort nur einige zwanzig Menschen aufhalten, im Sommer aber 300 und darüber, die von allen Seiten, sogar von Lhasa, dorthin kommen, um Gold zu suchen. Tschokk-dschalung gilt für den höchstgelegenen ständig bewohnten Ort der E.de.
Mit großem Gefolge und arroganter Sicherheit in seinem Auftreten kam er in seinem schön-
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».Ä&’Äm. wochmbeil-gi: „Illustrierte Sonntagrzeitung
ten Paradeanzug, sobald er meine Aufforderung erhalten halte; ich bat ihn, auf einer Filzmatte vor meinem Zelte Platz zu nehmen. Ich selbst »lieb drinnen neben meinem Kohlenbecken sitzen. Der Bombo schien zuerst unschlüssig, wie er sich zu der zweideutigen Artigkeit verhallen sollte, rtzte sich aber schließlich doch und forderte mir )en Paß vom Dalai-Lama ab. Ich antwortete ihm, daß wir diesen Herrn nie gesehen hätten und folglich auch keinen Paß von ihm haben ' önnten.
„Ich habe nichts von euch gehört", entgegnete er, „weiß nicht, wer ihr seid, habe kein Schreiben aus Lhasa erhalten, bin nie beauftragt worden, euch mit Daten zu versorgen, aber ich weiß, daß es Europäern ein für allemal verboten ist, durch Rudok zu reifen."
„Wenn ihr ein hoher Beamter seid, müßt ihr wissen, daß ihr verpflichtet seid, uns für die Reise nach Ladak zur Verfügung zu stehen."
„Verdächtigen Personen gegenüber, die keinen Paß haben, bin ich zu gar nichts verpflichtet; doch wenn ihr wollt, werde ich nach Lhasa schreiben, und ihr müßt hier 21/* Monate warten, bis die Antwort da ist."
„Das paßt uns außerordentlich gut", erwie- derte ich, „unsere Tiere sind erschöpft und bedürfen der Ruhe. Schreibt nur nach Lhasa, wir haben Zeit zu warten."
„Gut, ihr begreift, daß ich den Kopf verliere, wenn ich euch durch meine Provinz ziehen lasse."
Er war außerordentlich bestimmt, ruhig und würdevoll in seinem Auftreten, obgleich etwas unverschämt, wenn man ihn mit unseren Freunden in der Nähe von Lhasa vergleicht. Die Kosaken waren so außer sich, daß sie vor Wut schäumten — fast alle fehnten sich jetzt nach Hause oder wenigstens von diesen kalten, winterlichen Bergen fort. Ich beruhigte jedoch ihre aufgeregten Gemüter, denn ich sah nur zu wohl ein, daß ich nicht das geringste Recht hatte, Rudolf den Fehdehandschuh hinzuwerfen. Es waren schon wieder über hundert gut bewaffnete Krieger versammelt. Der Zustand unserer Karawane erlaubte auch keine Umgehung der Provinz auf einem nördlichen Wege, und mir war dies auch ganz lieb, da ich nicht Nain Singhs, Bowers und Deasys Routen oder die noch nördlicher liegenden Wege Malcolms und Wellbys berühren wollte. Ebenso wenig hatte ich Lust, den größeren Teil des Gepäckes, der Zelte, des Proviantes und das Boot zu verbrennen, wie Kapitän Deasy es einmal in einer schwierigen Lage tun mußte.
Dagegen sprach mich die Wartezeit von 2l/s Monaten sehr an. Ich war müde und matt von Arbeit und Weststürmen und bedurfte der Ruhe. Ich hielt mit den Kosaken Kriegsrat und entwarf einen ganzen Ueberwinternngs-Plan. Wir wollten nach ein paar Tagen nach den üppigeren Weiden des Perutse-tso zurückkehren und dort ein befestigtes Lager anlegen. Mir würde es in der interessanten Gegend nicht an Beschäftigung fehlen, und meine Leute sollten sich im Anfang die Zeit damit vertreiben, daß sie aus Erdschollen eine hohe Mauer rings um das Zeltlager und das Gepäck errichteten. Von demselben Material wollten wir einen Aussichtsturm bauen und die Festung sollte mit einem Graben umgeben werden. Nachher wollten wir ruhen, jagen, Ausflüge machen, unsere Tiere pflegen, um im Frühling direkt nacb Süden zu ziehen. Ich segnete den Bombo, der mich zu einer neuen Kraftanstrengung in Tibet beinahe zwang, obwohl ich im Grunde von diesem schwer zugänglichen Lande mehr als genug hatte.
Am folgenden Morgen kündigte ich dem Gouverneur an, daß wir wieder ostwärts ziehen würden; er hatte nichts dagegen einzuwenden. Doch der Tadschinurrnann erklärte, er habe Befehl, uns bis an die Grenze von Rudok zu bringen, aber nicht, uns wieder zurückzuführen. Die Sache würde sich jedoch leicht arrangieren lasten; waren wir erst am Perutse-tso angelangt, so konnten wir sowohl die Dake wie die Pferde mit Beschlag belegen und die Männer gefangen halten. Mit frischen Pferden würden wir leicht und bequem operieren können.
Der Bombo kam jedoch auf andere Gedanken und teilte uns mit, daß er uns Anke und Proviant besorgen werde, wenn wir versprächen, nicht nach der Stadt Rudok zu gehen, was zu Inn gar nicht in meiner Absicht lag, da Littledale diesen südlicheren Weg gegangen war.
So wurde der ganze Festungsplan hinfällig, und wir durften uns dem Ende unserer Mühsal wieder nähern.
Verbot der „freien italienischen Universität" in Innsbruck bervorgerufen. Infolgedessen kam es in Innsbruck, Wie» und anderen Orlen zu groben Ausschreitungen der Studenten.
In Frankreich haben die politischen Kreise, Ministerpräsident CombeS an der Spitze, aus Anlaß eines Besuches englischer Parlamentarier in Paris wieder einmal in Friedensphrasen geschwelgt. Die praktisch bedeutungslose Rederei steht in wunderlichem Gegensätze zu den chauvinistischen Kundgebungen bei den jüngsten Kammerdebatten über die auswärtige Politik und im Generalrate deS Seinedepartements. Dieser beschloß nämlich auf Antrag der Nationalisten, daß der Wortlaut des im Jahre 1871 von den elsaß- lothringischen Deputierten in der Nationalversammlung von Bordeaux erhobenen ProiefleS in den Schule» angeschlagen werden soll. Dieser Protest ist keineswegs schmeichelhaft für die Franzosen und die Mehrheit der Nationalversammlung, aber er ist gegen die Trennung von Frankreich gerichtet; deshalb soll er den Kindern vor Augen geführt werden. — Der Drehfus Rummel lebt wieder auf. DreyfuS hat ein Revifionsgesuch eingereicht. Der Justizmtnister hat eg geprüft und der im Justizministe ium bestehenden Kommission zur Entscheidung überwiesen. Man nimmt an, daß die Kommission das Renner Urteil kassieren und die Unschuld des Drey'uS verkündigen werde, ohne daß er erst vor ein neues Krieg-gerecht gestellt würde. Man kann es nur wünschen, damit nicht der endlose Spektake. von neuem losgeht.
In England wandelt sich die öff ntliche Meinung zusehends zu gunsten der Schutzzollpolitik. Schon find die Leute, die sich noch für Freihändler ausgeben, mit Schutzzöllen als Vergeltungsmaßregeln g-genüber dem Auslande einv rfianden. Der ehemalige Schotzsekretär Hicks-Beach, sonst der schärfste Gegner Chamberlains, steht bereits auf dem schütz zöllnerischen Boden Balfours. Aus einer Versammlung der freihändlerischen Kampf Vereinigung ließ der Vorsitzende Herzog von Devonshire zwar eine Resolution gegen die Lebensmittelzölle annehmen, aber er war geneigt, schutzzöllnerische Vergeltungsmaßregeln gegen das Ausland zu billigen. Wenn das so weiter geht, ist die Ocffentlichkeit bald für die Pläne Chamberlains „reif".
Die Türkei hat sich nach längerem Drehen und Winden mit den neuen Punkten des Mürzsteger Re- fr rmprogramms „im Prinzip" einverstanden erklärt. Sie macht aber immer wch Vorbehalte und will über Einzelheiten mit den beiden Mächten noch „in Verhandlungen treten". Das sieht aus, als werde es bis zur praktischen Durchführung d S Programms noch gute Wege haben. Es scheint aber doch mit den Verschleppungsmanövern vorbei zu sein. In den nächsten Tagen sollen bereits die Vertreter der beiden Mächte beim Generalinspektor für Mazedonien ernannt werden.
Aus Ostasienkommen imm-r wieder beunruhigende Nachrichten über die Kriegslustigkeit der Japaner, ohne daß man recht erkennen kann, wie die Dinge dort eigentlich stehen.
In Den t s ch - Südwestafrika haben die Bond^lzwarts ohne Verluste auf deutscher Seite eine Niederlage erlitten. Die von ihnen geraubten Fracht- wagen wurden zurückerobert.
Wachen-Rundschau.
□ Fulda, 5. Dez. 1903.
(Nachdruck verboten.)
D« neue Reichshaushaltsentwurf für 1904 zeigt wieder mehr Ausgaben als Einnahme«, «eShickb man zu einer Zuschußanleihe von 59*/, Mill, seine Zuflucht nehmen will. Es wird sich aber wohl »och am E at streichen lassen. Die Post- und Militärverwaltung wollen jetzt ebenfalls Ostmarken-Zulagen eüef6gtf».
Die preußischen LandtagSwahlen haben noch verschiedene kleine Nachspiele gehabt. Der Führer der Freikonservativen Frhr. v. Zedlitz droht den Na- tienaKiberoten mit „nachdrücklicher Vergeilung", weil ß-ßch mit den Freisinnigen verbündet haben. Er wird aber wohl bet der Schulfrage u. a. wieder mmlter mit den Nationalliberalen mittun. Die Nation «Liberalen, die vor den Wahlen eine Schwenkung »ach links machten, werden Wohl, da sie durch die liefe nichts erreicht haben, bald wieder »ach rechts A»schl»ß suchen. Die Stimmung der Freisinnigen Vereinigung ist sehr gedrückt, man hat sogar scyon 8« einem Anschluß an die Nationalliberalen ge- tzroche». — In Berlin hatten verschiedene liberale Professoren ein Wahlbündnis mit den Sozialdemokraten angestrebt; aber das lümmelhafte Benehmen der „Genoffen" hat ihnen den Geschmack daran verdorben Ein Teil der sozialdemokratischen Presse »enut den Wahlerfolg sehr gering und meint mit Recht, daß das Dreiklaffenwahlsystem jetzt erst recht befestigt sei. In Neuwied-Altenkirchen hat der protestantische Pfarrer Heckenroth bei den Wahlen ein Kompromiß mit dem Zentrum gegen die Nationalliberalen geschloff n und dadurch ein Mandat für die konservative Partei gerettet. Daß darüber der Evangelische Bund, der angeblich keine Politik treibt, erzürnt ist, zeigt, daß in demselben eine liberale kirchliche Richtung herrscht.
Inder bayerischen Abgeordnetenkammer kamen abermals die Soldatenmißbandlungen zur Sprache. ES wurde et» sozialdemokratischer Antrag angenommen, worin die Entfernung der mitschuldigen Offiziere und Unteroffiziere aus dem Heere verlangt wurde». Der Kriegsminister stimmte der Forderung M, soweit es sich um die Beseitigung ans dem aktiven Dienst handle. Das war ja auch nur gemeint.
I» Braunschweig wurde neulich die 4. Versammlung der braunschweigischen Kacholiken abgehalte». Eie beschäftigte sich mit der Presse, mit sozialen Angelegeuheften und vor all-m mit der Imparität a»s dem kirchlichen und dem Schulgebiete. Die braunschweigische Toleranz und Parität ist soeben wieder glänzend beleuchtet worden durch ein Urte l des Amtsgerichts Gandersheim. Der katholische Plärrer in Dttforth bei Hildesheim wurde nämlich zu 30 M. verurteilt, weil er auf Ersuchen der katholischen Eltern in der braunschweigischen Enklave Bodenburg ein tot- k«nck«s Kind getauft hatte, ohne dazu die „Ermäch- tig«»g“ zu haben. Die Verurteilung erfolgte auf Grund des Katholikengesetzes vom 29. Dezember 1902, d«S angeblich den Katholiken Parität und Freih-n der Religionsübung gesichert haben soll. Jeder Laie ko»» bekanntlich die Tauf, spenden. Hätte ein solcher sie vollzogen, so hätte ihm nichts geschehen können Der katholische Pfarrer ober wird bestrast! Und wie kam die Sache zur Kenntnis des G-richts? Das protestantische Konsistorium zu Wolfenbüttel hat die ihm uutmstelllen Geistlichen angewiesen, ihm alle lieber» Ket» gen de« Katholikengesetzes sofort zu melden. Der protestantische Geistliche in Bodenburg mußte also von »em „Verbrechen" des katholischen Pfarrers dem Hon« ßstorinm Mitteilung machen und dies reichte die Denunziation beim Staattanwalt ein. Die protestantische Preffe, die die protestantische Toleranz immer so laut rühme» und die Unduldsamkeit der Katholiken so abschreckend zu schildern weiß, schweigt sich über dies braunschweigische Tvbranzstückchen vollständig aus. Es ist ja von Protestanten an Katholiken verübt wor bee. Ja, wenn es sich umgekehrt verhielte, wie würde »au da seine „echt evangelische Toleranz" leuchten fassen
Die Nationalliberalen des GrosherzoglumS Hessen hielte« jüngst eine Landesversammlung ab, die sich in erster Linie mit der Wahlrechtfraqe beschäftigte Bekanntlich liegt dem hessischen Landtage ein Ge'etzent- wurs vor, der die direkte Wahl einführen will. Aus der Versammlung machte sich eine starke Abneigung hiergegen geltend. Man lehnte er ab, sich in der Frage festzulegen und beklagte, dast die Regierung «rb die liberalen Parteien S-üddeutschlands im Kamps um daS Wahlrecht gegen das Z ntrum und die Demokratie nicht mit gleichmäßigen Grundsätzen vorgingen. Ztr die „große liberale Partei" im Reichstage war aber auch ferne rechte Stimmung
t« Baden wurde am Dienstag der Landtager- jfffnet. Die Thronrede kündet eine Wadlreformvor- tage an.
3» Oeft erre ich Ungar» haben die beiden MimsterPräsidenten sich wieder vertragen. In den Pariamerten geht e« immer noch stürmisch her. Im «rgarischen Abgeordnetenbause hat Tisza es nach heftiger Gegenwehr der Opposition durchgesetzk, daß täglich Doppelfitzungen abgehalten werden sollen; iu- foigodeffen trat Graf Lpponyi mit 22 Anhängern aus der liberalen Regierungeparlei aus — Große «ns- regurg hat unter den italienischen Stuben!en das
liche Standpunkt wirb memalsverleugnet. Die rllu- ftratioe Ausstattung tft mustergiltrg. Dies güt sowohl von den szenischen Bildern Schwor mstädts auch als von dem prächtigen Studienkopfe Stachtewtczs.
M. von OertzenS Roman „Die Republrk ber Menscyen" (Salonband 4 Mk.) ist ein überzeugend entwickeltes Lebensbild, bas den Helden vom Scywarzwalb in bie friedliche Stadt, aber auch wieder »urück in den Frieden des Schwarzwaldhofes führt.
Von Anton Schott, dem auf selbstgeschaffenen Bahnen schreitenden großen Künstler des wälderischen BauernromanS, liegen bei Benziger zwei neue Bände vor: „Die Seeberger", eine außerordentlich spannende Erzählung von Lieb und Lew (geb. 3 Mk.) der kernigen Bauerntyven im Böhmerwalde, unb bte neuen Novellen umfassende Sammlung »Beschälte.» Bolk" Jede der neuen Novellen gewährt uns einen neuen, interessanten Einblick in bie Gedankenwelt und der Getriebe ber ungeschminkten Naturmenschen, bte Schott so greifbar zu schildern versteht. „Bescholten Bolk" ist der Titel der ersten dieser das Gemüt ergreifenden Seelengemälde. (Geb. 4 Mk ).
Ein Novellenband von M. Herbert gleicht immer e uer rmt sei enen, auserlesenen Genüssen besetzten Tafel. Die vier Novellen „Dagmars Glück", .Operiert, .Himmelsstürmerin", „Die Tropfen" sind Kabmetstücke ber Erzählungskunst und der Stirnmungsmalerei. (Salonband 4 Mark.)
„Die Tochter des Intendanten" von P. F. Gezrnar ist ein spannend geschriebener, an interessanten Verwickelungen reicher Bühnenroman. (Salonband 4 Mark.) , . „
Der Kriminalroman „Die Doppelgängerin von Karl Pauli erbebt sich durch seine kunstgerechte Anlage über viele ähnliche Romane. Es ist eine nicht nur sefselnde, sondern auch ästhetisch befriedigende Lektüre. (Gebunden 2.60 Mark).
Georg Baumberger hat als Reiseschilderer einen Rus. Die Skizzen und Novellen „Juhu- Juuhu!", .Appenzellerland und Appenzellerleut'!" (mit 60 Bridern) und ber prächtige Quartband St. ©aller Land — St. Galier Volk", Landschasts- und Charakterbilder, Bolksfitten und Bräuche — eine Sonderausgabe seines Festbuches zur Zentenarfeier - (mit 90 Bildern) singen das Lob der Schweiz in den höchsten Tönen. Echte Heimatliebe, goldenes Gemüt und sonniger Humor durchfluten diese herrlichen Schilderungen. „Juhu" kostet geb. 4 Mark, „St. Gallen" in elegantem Umschlag 5.20 Mark.
Die Erzählung „Der letzte Novize in Andechs" von VenanzMüller (geb. 2.60Mark) entrollt ein ergreifendes Lebensbild aus der Zeit der Klöster- Säkularisation in Bay nt. __
Von den wunderhübsch ausgestatteten 20 Pfennig- Heftchen „Ernst und Scher, fürs Kinderherz" sind bis jetzt 6 S:ück erschienen, abwechselnd für Kinder von 7 bis 10 und 10 bis 14 Jahren.
Eine heilsame Lektüre für die Heranwachsende Jugend ist das Büchlein von Jakob Scherer (1.20 Mark) über „Das Bad der Seele" (die Beichte). Als religiöse Büchlein für Kinder find „Das Leben Mariä" von Th. Berthold und Busingers „Leben Jesu" (beide mit vielen Bildern, Seinen- bändchen a. 1.20 Mark) sehr empfehlenswert.
Schlichte, aber tief empfundene Worte zu Ehren Mariens bietet P. Augustin Benziger aus dem Benediktinerorden in dem geschmackvollen Bändchen „Marienlob" (1.20 Mark).
Die religiösen und kunstgeschichtlichen Prachtwerke des Benziger'schen Verlages (Kuhn's Kunstgeschichte, Roma, Der Vatikan, Feuersteins Kreuzweg, Unterbergers Magrifikat, Enders Geschichte der katholischen Kirche) brauchen kaum in Erinnerung gebracht zu werden. In neuer 25. Auflage erschien bas prächtige, 1040 Oktavseiten umfassende, mit farbigem Titel, 16 Vollbildern (8 farbigen) und 575 Textillustrationen ausgestattete „Leben Jesu" von Regens Brusinger. In kostbarem Einband zu 12 Mark (oder höher) ist diese Neuausgabe ein würdiges Fest- buch für jede katholische Familie.
Dr. K. weihnachttbiicherschall 1905.
•X,' ' ’ U IV.
Die Berlagsanstalt von Benziger ». Co. in Einsiedel» (Waldshnr, Köln am )RH.) ist als Herausgeberin der ,Sitten und Reuen Welt' in der ganzen katholischen Welt bekannt. Dieses bereits im 38. Jahrgange erscheinende illustrierte katholische Familünblatt ist mit Erfolg bestrebt, unter strengster Einhaltung des katholischen Standpunktes auf künstlerischem und literarischem Gebiete Wege ein« ,uschlag n, bie dem Zeitgeschmack Rechnung tragen. Unter den Erzählern wie unter den übrigen Mitarbeitern b gegnet man manchen neuen Namen neben den altbewährten. Aus den illustrativen Teil wird großes Gewicht gelegt. Die Bilder machen durchweg einen frischen, packenden Eindruck, zahlreiche Buntdrucke, wenn auch nicht immer gleichwertig, bringen Abwechselung in die Auswahl. Allgemeine Bewunderung fanden bte beiden nach bem Tode Leos XIII. und ber Wahl Pius IX. erschienenen Papstnummern bereiten unb Neuen Welt'. Namentlich in illustrativer Hinsicht stellen dieselben eine ganz hervorragende Leistung dar. Die abgeschlossenen roten Bände (geb. 10 M. 80 Pf.) der einzelnen Jahrgänge zieren jede Hausbibliothek.
Der Benzigerh che Verlag gehörte auch zu den ersten, welche authentische, von bem päpstlichen Hofphotographen Dr. Fredericis hergestellte Porträts de? neuen Papstes in Umlauf brachten. Bilder Pius X. werden bei dem diesjährigen Weihnachtsfeste beliebte Gaben fein. Bei Benziger sind Papstbilder in allen Größen als Kn'efiück ober ganze Figur und in allen Preislagen von 25 Pf. und 65 Pf bis zu 11 Mk. 20 Pf. und 22 Mk. zu haben. Die Photographiedrucke zeichnen sich durch plastische Lebenstreue aus. Ein Buntdruckporträt von 85 X 60 cm. Papiergt öße kostet nur 3 Mk., für Abonnenten der ,Sitten und Neuen Wett' 2 Mk.
Der Romanverlag von Benziger baut sich, nicht zu seinem Schaden, wesentlich auf der .Alten und Neuen Welt' auf, deren beste Leistungen auch in Buchform erscheinen. Von Heinrich Sienkiewicz begrüßen wir den zweibändigen Raman „Mit Feuer und Schwert" (modern gebunden 12 Mk.), der den ersten Teil des berühmten CykluS der drei großen h statischen Polenromane bildet. Der zweite Teil, „Sturmflut", ist in der Vorbereitung begriffen, der dritte, „Pan Wolodyjowski", schon im vorigen Jahre erschienen. Auch in „Mit Feuer und Schwert" bewährt sich Sienkiewicz als Meister in ber Eharakterzeichnung wie in ber Schilderung des wilden Kriegsgetümmels. Reiferen Lesern wird bie hinreißende realistische Kraft Bewunderung abnötigen. Der christ-