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30. Jahrgang.
fkida, Mittwoch, den 2. Dezember ».
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ein
iSrnie?" 'ragte er.
„Wenn ich Ihr leidenschaftliches Temperament »ückfichtiqe, so muß ich mir sagen, daß es in der Möglichkeit liegt. Sie könnten auf dem Heimweg mit Ihrem Vormund Zusammentreffen; Sie find ansgeregi, und eine unüberlegte Handlung ist rusch geschehen. Folgen Sie meinem Rate, Sie werden die unbedeutende Mmiitivn,verschwen-ung nicht bereuen."
Heckenrolh ausgesprochen, dem dieser oLerdirgS mit seinem Austritt aus dem Bunde bereit* zuvorgekommen war. Dieser Vorstand bekundet damit, daß er dre Interessen der Nationalliberalen mit denen des Protestantismus für gleichbedeutend >Llt und das „Evangelium" für national' iberale Parteizwecke mißbrauchen zu »ürfenglaubt. Die konservativ. Presse unter- äßt nicht, auf den Widerspruch hinzuweisen, in >en da der Bund mit seinen eigenen früheren Erklärungen geraten ist. Ihre Hinneigung zum Bunde ist durch diese seine politische Parteinahme nicht stärker geworden. Sogar der.Reichsbote', )er im Herzen mit dem Bunde sympathisierte, weil er in ihm ja einen Genoffen im Kampfe gegen den „Ultramontanismus" halte, zürnt ihm etzt und hält ihm vor, daß er doch sonst gegen weitgehende Abweichungen vom Bekenntnis der evangelischen Kirche sehr langmütig sei. Die .Kreuzztg.' findet ihre alte Auffassung bestätigt, laß der Bund der Hauptsache nach ein Werkzeug für die Förderung mittelparteilicher und iberalisierender Bestrebungen sei. Daß die Bündlsr >ei ihrem Vorgehen zugleich „ehrlicher" Haß । ;egen die Katholiken leitet, wollen wir ihnen gern zugestehen. Wir glauben ihnen schon, daß ie sich lieber mit dem „Teufel" verbunden a.s mit dem Zentrum und daß sie dem Pfarrer Heckenroth jedes andere Bündnis, selbst das mit den Sozialdemo traten verziehen haben würden. m .
Dieselbe Zentrumsscheu haben bte Natronal- liboralen in Neuwied-Altenkirchen allem Anschein nach auch bei den protestantischen Wahlmännern vorausgesetzt, denn sie hätten ein Mandat retten können, wenn sie rechtzeitig eingelenkt hätten. Nach einer Erklärung des Pfarrers Reckenroth war ihnen nämlich bis zum Sonntag den 15. November abends der Weg zu einem Kompromiß mit den Konservativen offen gehalten worden. Erst nach wiederholter Ablehnung eines solchen Kompromiffes schloffen die Konservativen mit dem Zentrum ab. Die National- iiberalen haben also offenbar angenommen, die protestantischen Wahlmänner würden doch nicht für den Zentrumskandidaten timmen, sondern ihnen helfen. Unverständlich st dann allerdings, wie sie dem Zentrum ein Kompromiß anbieten konnten, auf gründ d.ffen die Konservativen ausfallen sollten. Ein solches Anerbieten ist nach der Erklärung Heckenroths erfolgt. Alsdann wäre die ganze Entrüstung der Nationalliberalen und des Evangelischen Bundes über den Verrat an den deutsch-protestantischen Jntereffen ja vollends Komödie und bewußte Lügenhaftigkeit.
Die nationalliberale Presse möchte den Sünder Heckenrolh nichv allein aus dem Evangelischen Bunde, sondern auch aus der Kreis- ynode unv aus dem Pfarramte aus- gestoßen wiffen. Diese Befcheidenheit ist bewunderungswürdig. Warum soll er nicht gleich gehängt werden? Das hat doch ein solcher Verräter dreimal verdient. Nach einer Erklärung des Wahlausschusses der vereinigten Konservativen, Antisemiten und Landwirtsbündler,
:: Der „Hall heckenroth".
I« Grunde genommen ist es ein ganz „all- tägßdjer" Fall. Es kommt bei jeder Wahl so »nd so oft vor, daß eine Minderheit, die aus eigener Kraft kein Mandat erringen kann, sich mit einer anderen Minderheit, dir in derselben Lage ist, verbündet und beide zusammen nun über die dritte siegen. Jetzt auf einmal soll es etwas ganz unerhörtes und schreckliches sein. Es sind eben die Nationalliberalen, die dabei haben die Kosten tragen müffen, und das stempelt den „Fall" zu einem ganz „einzigartigen". Sie selbst tun anderswo in aller Gemütsruhe dasselbe, was der protestantische Pfarrer Heckenroth und seine Anhänger in Neuwied-Altenkirchen getan haben. Wiewohl sie die Parole ausgegeben haben: Gegen die Reaktion!", haben sie sich doch keinen Augenblick geniert mit Hilfe derknmervatioen „Reaktionären" den Freisinunigen so v»ele Mandate wegzunehmen, wie sie nur konnte». Sie sind auch nicht wenig stolz auf die paar Mandate, die sie auf diese Weise „erobert" haben Begegnet es ihnen aber, daß verbündete Gegner ihnen ein Mandat abnehmen, so ist das ein Verbrechen an der Nation, und den Urhebern dieses Verbrechens wird schnöde Mandatsjägerei vorgeworfen von Leuten, die selbst, wie gesagt, die grundsatzlofeste Mandatsjägerei betreiben.
Andere Parteien sind ja auch ärgerlich, wenn ihnen Mandate verloren gehen, aber die Herren Nationalliberalen bilden sich ein, die ganze Welt «Üffe sich mit ihnen in einem solchen Falle entrüsten. Um mehr Eindruck mit ihrem Wahlunglück zu machen, stellen sie es als einen rmlichen Verrat am Evangelium hin. Daß ein protestantischer Pfarrer sich durch ein Bündnis mit den „Ulttamontonen" ein Mandat sichert und feinen Verbündeten ein zweites ausliefert, ist eine unerhörte Versündigung an den deutsch-protestantischen In tereffen. Die Nationalliberalen sind also auf einmal auch die allein legitimierten Vertreter des Protestantismus. Pfarrer Heckenrolh ist konser - v ati». Viele Leute werden der Ansicht sein, daß die Konservativen doch berufene« Vertreter des Protestantismus und der evangelischen Kirche sind, als die halb- und ungläubigen Natio»alliberalen, aber da tritt der Evangelische Bund hinter den Kulissin hervor, und bezeugt laut und feierlich, daß die Nationalliberalen das Recht haben, über Schädigung deutsch-protestantischer Interessen zu klagen.
Bisher wollte der Bund eine unpolitische Organisation fein. Jetzt entpuppt er sich auf einrnnl als nationalliberales Wahlkomitee. Der Vorstand des Rheinischen Hanpt- «ereius des Bundes hat das Anathema über
„Iß die Büchs- geladen?"
,Ilwvhr *
„So feue.cn Sie den Schuß ab."
Dagobert blickte erstaunt den Grafen «n, höllisches Lächeln glit über sein Antlitz.
„Sie fürchten doch nicht, daß ein Unglück geschehen
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unsere Freude wäre für immer dahin."
Er blieb stehen und horcht? einige Sekunden, dann schlug er die Richtung ein, in der der erste Schuß gefallen war.
Er gedachte des Höffes, den Dagobert gegen seinen j Erntet hegte, und fernes leicht aufbrausenden Temperaments, er erinnerte sich, daß der junge Herr mit einer Büchse bewaffnet war — wie nahe lag die Möglichkeit, daß eine Begegnung ter beiden leidenscha tlichen Männer stattgefunden hatte!
Mit dem Fällen der Bäume war schon begonnen worden, das mußte den Haß und den Zorn Dagoberts steigern — ein einziges böses Wort warf den Feuerbrand ins Pulverwß, unwillkürlich griff der Finger an den Drücker, in der nächsten Sekunde war die Kugel aus dem Lauf.
Ohne auf die Weg» zu achten, brach Martin sich durch daS Gestrüpp eine Bahn, endlich vernahm er Stimmen, bald vorauf sah er den Verwalter, der vor einem leblosen Körper kniete.
Holzhauer umringten die Gruppe mit schreckensbleichen Mienen, fie traten zurück, als der Förster stch näherte, der nun in dem Besinnungslosen den Bormund Dagoberts erkannte.
Das Blut sickerte aus der Schulter, die der Ber- toalter entblößt hatte, um die Wunde notdürftig zu verbinden.
„Was ist geschehen?" fragte Ma.tin mit bebender Stimm:. „Wer pat die Tat verübt?"
scheint lü-lich, mit Zunahme her Son» Aßeierta-e. viertel- ahrl-vezugrprei, Me vriugerlohn und SlelgelbhtSuIbaunb ^MärtriM.5VPsg.
Verantwortlicher
Dagobert erinnerte sich des Austritts, den er kurz vorher mit seinem Onkel gehabt hatte, er nahm die Bückfe von der Schulter und feuerte den Schuß ab.
„Eh bien, nun kann ich unbesorgt von Ihnen scheiden", sagte der Graf, einen geileren Ton an- schlagend, „bleiben Sie ruhig, gebieten Sie Ihrer Aufregung, die ich ja natürlich finden muß, beschreiten Sie den gesetzlichen Weg und machen Sie den Bormund für alle Handlungen verantwortlich. Auf dem Wege der Selbsthilfe erreicht man selten oder nie, was man be weckt, ich weiß das ous eigenerEr- fahru'g."
„Soffen Sie mich nun nach Hause gehen", erwiderte er, „Ihre Warnung mqg gut gemeint sein, aber ich gebe mein Wort darauf, sie entbehrt jeder Begründung. Ich komme morgen zu Ihnen, um meinen Wechsel einzulösen."
„Er rst erst nach vier Wochen verfallen!"
„DaS tut nichts zur Sache, „ich wünsche mich dieser Verpflichtung so rasch wie möglich zu entleoigen Beben Sie wohll"
Graf Morray blieb stehen und blickte ihm lange nach, ein boshafter Zug lag um seine Mundwinkel.
„Er hat Bunte gerochen", spottete er, „das Miß- Wauen ist erwacht, er will die Bande lösen, die ihn an mich fesseln. Wir werden sehen, ob eS ihm gelingt ich kenne roch manches Mittel, durch das diese Baude noch fester geknüpft werden können, verloren habe ich das Spiel noch lange nicht."
Er setzte feinen Hut wieder auf, schl-g mit seinem dünnen Spazierstöckchen einen Zweig vom nächsten Baume und trat, eine Opernarie trällernd, den Rückweg zur Stadi an. „
15. Kapitel.
Der Förster hatte die beiden Schüsse vernommen, eine bange Ahnung durchzuckte ihn, als «c den schufen Knall des ersten hörte. Er nahm ohne Verzug Büchse und Hut von der Wand, und als er sich urnwr -idte, begegnete er dem angstvollen Blick seiner Tochter.
Gegen das laufende Jahr sind bte Uebetwe* hingen bekanntlich auf 11 789,626 Mark höher veranschlagt. Ten Einzelstaaten wird also nicht bloß dieser Betrag abgenommen, es bletbt auch die frühere Spannung zwischen Ueberroetfungen und Matrikularumlagen. Wie im lausenden Jahre soll auch im Jahre 1904 eine Zuschuß- an! eihe aushelfen. Sie würde also 83,-14,860 -23,714.860 = 59,500,000 Mark betragen. Für das laufende Jahr beträgt sie allerdmgck noch 12,602,415 Mark mehr, also 72,102,41° Mark. Man hatte aber keineswegs die Absicht, fie zu einer dauernden Einrichtung zu machen. Wenn sie also auch jetzt gut 12 lls Mill. Mark weniger betragen soll, so bleibt doch ein ganz bedenkliches Verlegenheitsmittel, dessen eine gesunde Finanzverwaltung sich nicht bedienen sollte.
** Zur Reichsfinanzreform äußerte sich der sächsische Finanzminister Rueger am Montag in der Abgeordnetenkammer: „Ich bin der festen Überzeugung, daß unser Finanzwesen wcdi imstande ist, sich selbst wieder zu kräftigen, vorausgesetzt, daß unsere finanziellen Beziehungen zum Reiche ganz andere werden . . . Eine bet ! wichtigsten und dringendsten Aufgaben ist daher eine Reichsfinanzreform. Aber diese ist nicht denkbar ohne Erschießung neuer Einnahmequellen für das Reich und diese werden nach Ansicht der sächsischen Regierung nur auf dem Gebiete der indirekten Steuern zu suchen sein. Insbesondere muß stch die Regierung mit aller Entschiedenheit gegen das Projekt einer Rerchs- erbschaftssteuer erklären. Die Reichserbschasts- fteuer gehört zu den direkten Steuern, uns ist eine Lebensbedingung der Einzelstaaten, wenigstens auf dem Gebiete der direkten Steuern Herr im eigenen Hause zu fein. Es haben kürzlich in Berlin vertrauliche Besprechungen zwischen de« Vertretern der Bundesstaaten stattgefunden, und ich kann soviel konstatieren, daß sich in viele« wichtigen Punkten eine erfreuliche lieber einff im mung der Ansichten kundgab. In jedem Falle werden wir damit rechnen müffen, daß die Einzelstaaten auch noch im Etatsjahre 1904, I hoffentlich aber dann zum letzten Male, mit Matrikularbeiträgen in der gleichen Höhe wie 1903 belastet werden." Wenn Herr Rueaer die Rettung von neuen indirekten Reichssteuern erwartet, so wird das Jahr 1904 schwerlich da« letzte fein, in dem die Einzelstaaten nach der „Reichsfinanzreform" seufzen.
* Die neueste Nummer des St. Raph«el4- blattes veröffentlicht das Schreiben, welche» Kardinalstaatssekretär Rampolla im Auftrage Papst Leos XIII. am 5. Juli ds. Js. zur In» erlennung der 50jährigen Tätigkeit des Aus- wandevermisfionars Pater Lambert Rethman« in Havre erlassen hat. Dieses Schreiben dürfte das Jntereffe der deutschen Katholiken in Anspruch nehmen, da es eine der letzten Amtshandlungen Leos XIII. gewesen ist. In deutscher Uebersetzung lautet das an den Präsidenten be» Raphaels-Vereins, Abgeordneten Cahensly gerichtete Schreiben: „Rom, den 5. Juli 190$. Geehrtes! er Herr! Mit besonderem Vergnüge« nahm Se. Heiligkeit von der liebevollen und
Der Verwalter blickte auf, Zorn und Haß blitzte« aus seinen Zügen.
„Der Mörder wird nicht wen zu suchen se«, sagte er heiser, „ich habe dieses Ende stets befürchtet, aber der gnädige Herr wollte auf meine Warnung nicht hören, er war zu sorglos."
Der Förster war nun auch niedergekniet, er legte die Hand auf das Herz des Verwundeten und lanschte auf den Atem.
„Er lebt noch," erwiderte er leise, „schicken Sie einige Arbeiter fort — oder nein, eS könnte zu lange währen, wir flechten aus Zweigen eine Tragbahre, hier ist keine Zeit zu verlieren. Jemand mutz'augenblicklich in die Siodt, um den Arzt zu holen —"
„Das werde ich besorgen," unterbrach der Ber- walter ihn, „der Justitiar muß benachrichtigt werden; lassen Sie unterdessen den gnädigen Herrn ins Schlich tragen."
Der Förster hatte bereits den Arbeitern Befehl gegeben, von den uwstehenden Bäumen die nötige« Aeste und Zweige adzuhauen, er begleitete den Verwalter eine kleine Strecke.
„Haben Sie auf ei. e bestimmte Person Verdacht 1 geworfen?" fragte er.
„Fragen Sie jetzt nicht," erwiderte der alte Mann, bleiben Sie bei dem Verwundeten und sorgen Sie, daß er so rasch wie möglich fortgebracht wird."
„Wenn Sie meine Frage nicht beantworten wollen, so ist das ein schlimmes Zeichen —"
„Mag sein, aber ich habe jetzt leine Zeit —"
„Sie wollen es nicht, well Sie fürchten, ich könne den Verdächtigen warnen, den Sie schon lange mit Ihrem Haß verfolgen!"
„So teilen Sie also meinen Verdacht? fragte der Verwalter mit schneidendem Hohn.
„Nein, aber ich errate ihn!"
„Warten Sie ab, ob er Bestätigung findet; und | nun halten Sie mich nicht länger auf."
I Der Förster ließ chn mit schwerem Herzen geben, I er selbst mußte z» dem Verwundeten zurückkehren. (F. f.)
der nicht die geringste Reue zu empfinden scheint, I ist er übrigens gar nicht einmal so schuldig, wie er hingestellt wird. Dieser Ausschuß versichert nämlich/wenn Heckenrolh von der Wahl zn- rückgetreten wäre, die 33 Wahlwänner, die hinter ihm standen, sich der Wahl enthalten hätten und so zwei Zentrumsmttglteder gewählt worden wären. Sie oe mochten aber nicht emzusehen, warum dies für den Evangelischen Bund „viel annehmbarer" und für! die evangelischen Jntereffen vorteilhafter hätte 'ein sollen, als die Wahl eines Protestanten und eines Zentrumsmannes. Auch fragt der Wahlausschuß die Nationalliberalen mit Recht, woher ie denn eigentlich die sittliche Berechtigung nähmen, mit einer Minderheit beide Mandate und somit auch die Vertretung für die katholische Hälfte des Wahlkreises zu beanspruchen. Gegen Die Angriffe aus Pfarrer Heckenroth protesttert der Wahlausschuß auf das lebhafteste; er erklärt jeden ferneren Angriff für eine bewußte ügenhaste Auffassung der Wahlhand- ung. Nicht einmal vor dem Anathema des Evangelischen Bundes fürchten die verwegenen Miffetäter sich. Sie erklären dreist: „Wir trösten uris mit der festen Ueberzeugung, daß wohl der aufdringlichste, nicht aber der gediegenste Teil der evangelischen Christenheit es ist, der es „für eine entsetzliche Schmach" hält, von katholischen Mitbürgern gewällt zu fein."
Wenn die Nationalliberalen und mit ihnen >er Evangelische Bund sich noch weiter in den Augen aller vernünftig und gerecht Denkenden i ächerlich machen wollen mit ihrem heuchlerischen Gezeter wegen zweier verlorenen Mandate, fo mögen sie es unsertwegen tun. Die Mandate bleiben darum doch verlören.
Berlin, den 1. Dezember 1903
§ Der Reichshairshattsetat für 1904. Nunmehr liegen in der ,Nordd. Allgem. Ztg.' die Gesamtzahlen des Reichs-Etatsentwurfes ür 1904 vor. Der Etat schließt in Ausgabe und Einnahme ab mit *2,460,735,004 Mark (+43,706,092 Mark); die fortdauernden 1 Ausgaben betragen 2,057,047,075 Mark (+59,817,552 Mark), die einmaligen Ausgaben 403,687,929 Mark (—16,111,460 Mark), davon im ordentlichen Etat 174,551,765 M. (—45,398,800 Mark), im außerordentlichen Etat 222,136,164 Mark (+29,287,340 Mark.) Der rechnungsmäßige Fehlbetrag im ordentlichen Etat beläuft sich auf nicht weniger als 83,214,860 Mark. Davon sollen die Bundesstaaten im wesentlichen denselben Betrag übernehmen wie im laufenden Jahre, nämlich 23,714,860 Mark (—49,374 Mk.); die Matrikularbeiträge belaufen sich auf 577,645.860 Mk., während die Ueberroeifungen nur 553,931,000 Mk betragen.
„Wieder ein Wilddieb wa.rscheinl.ch", fagte er mit scheinbarem Gleichmut, „so lange ich noch im Amte bin, muß ich meine Pflicht erfüllen."
Er nickte ihr mit einem freundlichen Lächeln zu und verließ das Haus, aber als »r draußen war, schwand das Lächeln von seinen Lchpen, tiefernst wurde der Ausdruck seines Gesichtes
Er nahm den Hut ab und blickte hinauf zu den Wipfeln, die über ihm rauschten.
„Herrgott im Himmel, gib, daß meine Ahnung mich täuscht", sagte er leise, „all unser Glück, all
Dcts Mctjorctl.
Roman von & »alb Bugust König.
44 ------ (Nachdruck erboten.)
Da» genügt!" unterbrach der Graf ihn ruhig. „Ich sagte Ihnen ja gestern schon, daß ich ous eine ifatfatontg gerne warten wolle, bis die B ehältnisse st« Ihrem Hauie angenehmer geworden seien."
„Angenehmer?" widerholte Dagobert bitter. „Ich fürchte, ich werde darauf noch lange warten müffen. Sie nehmen es mir nicht übel, wenn ich Sie nicht begleite?"
61« Schuß fiel in diesem Augenblick in der Ferne, die beiden horchte« eine Weile.
„Sie wollen ins Schloß zurückkehren?" fragte der Graf.
„Jawohl, eS ist schon spät, mein O kel hat trotz meines Pcot.stes mit dem Roden des Waldes begonnen, ich will heute abend noch einen schriftlichen Protest Mafien, der morgen dem Gericht eingereicht werden M."
„Dars ich Ihnen »inen guten Rat geb-n?"
„Stenn er gut ist, n-hme ich ihn gerne an."
MaerM Zeitung
rooditnbtUagt: „Illustrierte Sonntagsjcitung- momttbettoge: „zuldaer Geschichtrblatter .
Deutsches Reich