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WefUmeu« *m> Anzeigenteil.

Kgl. Holisferante»

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>er Händler: es hatten in einem ungünstige» Geschäftsjahre allein die Aktienbrauereie» einen Gewinn von 170 Millionen Mark. Außerdem >arf man nicht vergessen, daß bei der Be- tiebigung bei Durstes ein gewaltiges Arbeiter- |eet das tägliche Brot findet, da nicht nur die örauereiarbeitrr, sondern überhaupt alle Per- ontn, die bei der Beschaffung der zur Setränke- rrzeugung gebrauchten Materialiea beschäftigt tnb, in betracht kommen. SS «erden nicht weniger als zwei Drittel der deutschen Ernte an Irrste für die Bierbrauerei, der zwölfte Teil der deutschen Kartoffelernte und der sechzehnte Teil Getreideernte zur Brauntweinprsduktion ver­wende l, wobei als» eine große Menge »o» Land­wirten und deren Arbeitern interessiert ist. V»n der Menge der zv diesen Zwecken Verbrauchten

den Freunden des edlen Gerstensaftes im Deut- - scheu Reiche die unerhörte Steuer von 2 Mil- ; liarden Mark ein. Da spielt Perli-cus, der hoch­

mögende Gebieter der Schnapstrinker, mir seiner Jahreseinnahme von 750 Millionen eine verhält­nismäßig bescheidene Rolle, und der sonst so stolze Weinkönig Bachus erscheint daneben mit dem bischen von 250 Millionen als der reine Waisen­knabe. Diese drei mächtigen Spender aller feucht- ftöhlichen Genüsie finden aber an dem Mammon der durstigen Seelen immer mehr Gefallen. Ende der 80erJahre haben sie sich noch mit dem aller­dings auch recht hübschen Stück Geld von l3/« Milliarden begnügt; sie sind aber in der kurzen Zeit von 5 Jahren in ihren Ansprüchen jährlich um nicht weniger als 800 Millionen gestiegen; sie haben unv seitdem in jedem Jahre noch um eine halbe Milliarde mehr aboerlangt, und sie steigern ihre Anforderungen unaufhörlich gebiete­risch fort. Man siehil diese gewaltigen drei Tyrannen verfügen über eine Schraube otine Ende. Gleichwohl darf man nicht allzu streng über sie urteilen, denn sie behaupten ja gar nicht, daß wir ihnen dos viele Geld unter allen Umständen zahlen müssen, im Gegenteil, sie sind so human, die Sache in unser freies Belieben zu stellen, und wenn wir Erdenpilger so wunderlich sind, von dieser Menschenfreundlichkeit keinen Gebrauch zu machen, so können sie ihre Hände in Unschuld waschen. Es ist als» jeder Deutsche selbst dafür verantwortlich, daß er alle Jahre durchschnittlich mehr als 54 Mark fürs Trinken ausgibt, und was das in seinem Haushalt zu bedeuten hat, ist daraus zu ersehen, daß das durcy- schnittliche. Jahreseinkommen in Deutschland pro Kopf kaum 400 Mark ausmacht, jeder Deutsche also durchschnittlich etwa ein achtel seines Einkommens vertrinkt. Noch erstaunlicher wird das Ergebnis, wenn man den Trinketal des deutschen Volkes mit dem gesamten Renyshaus- haltsetat vergleicht. Der Trinketat beträgt, wie schon erwähnt, jährlich drei Milliarden Mark, das ist über eine halbe Milliarde mehr als sämtliche Ausgaben, die das Deutsche Reich im Jahre zu bestreiten bat. Wenn also das deutsche Volk sich in der Vertilgung trinkbarer Stoffe so weit zurückhallen würde, daß es statt drei Milliarden nur eine halbe Milliarde jährlich fürs Trinken ausgeben und den ganzen Riesen­rest dem Reich freiwillig überlassen würde, so brauchte es die zur Deckung des ganzen Reichs- haushaltsetats notwendigen Sreuern überhaupt nicht zu zahlen, und unsere vlelgeplagten Staats männer hätten es jetzt nicht nötig, sich über die schwierige Reichsfinanzreform die Köpfe zu zer­brechen. Jeder Deutsche könnte dann trotz dieser fteiwllligen Selbstbesteueruug immerhin noch durchschnittlich 9 Mk. im Jahre für einen guten Tropfen ausgeben. Aber ich will so drakonische Anforderungen gar nicht stellen, sondern formuliere meinen Vorschlag viel bescheidener: Wenn wir uns entschließen könnten, jährlich pro Kopf unserer Bevölkerung statt 54 Mk. nur etwa 43 Mk. fürs Trinken «uszugeben — und das könnten wir uns am Ende ohne allzugroße Selbstkasteiung zumuten — so brauchten wir für die gesamten Kosten unserer ganzen Armee nichts zu zahlen, wenn wir die Ersparnis aus dieser gewiß nicht übermenschlichen Entsagung dem Reich zur Ver­fügung stellen wollten. Wir vertrinken ja jetzt insgesamt nicht weniger als fünfmal s» viel, als das ganze Reichsheer kostet, viermal so viel, als daS Reich an Zöllen und Verbrauchssteuern ein­nimmt, elfmal so viel, als die Kosten der Post und Telegraphie betragen, zweiundzwanzigmal so viel, als die Krankenversicherung im ganzen Reich bedarf, dreißigmal so viel, als die jähr­liche Feuerversicherung ausmacht und tausendmal o viel, als die Kosten der Armenpflege im Deutschen Reich betragen.

Allerdings macht da» Reich — und damit natürlich auch die Bundesstaaten bei der steigen- )en Zunahme des Durfte- eia gutes Geschäft, denn der Steuerertrag für die Gettänke beträgt 18 o. H. aller Staatseinnahmen. Noch aus- siebiger find die Geschäfte der Produzenten und

□ Fulda, 21. Nov. 1903.

(Nachdruck verboten.)

Die Ur wähl en zum preußischen Landtag, die am 12. ds. Mts. stattfand kn, baden keine nennens­werte Arnderung in oer Zmamme-'fitzung des Äbo.e- erdnetenhaufts gebracht. Wenn auch die National- liberalen zum Teil auf Kosten der Freikoniervativen ei» paar Mandate gewinnen, so hat doch der Ges'int- kiberaliSmuS mit seinem Ansturm gegen die „konser­vativ-klerikales Mehrheit FwSko gemacht. Ebenso er­ging es den Sozialdemokraten; sie errangen nirae.-ids die Mehrheit der Wahlmänner, nur in drei Wahl­kreisen bilden sie »as Zünglein an der Wage zwilchen Liberalen und „Reaktionären". Da sie den Liberalen nur helfen wolle», wenn diele ihnen ein Mandat ab treten, die Liberalen sich dessen aber weigern, so wer­den wobl die „Reaktionären" siegen. Das Zentrum hat sich wieder behauptet. — Diese Wahlen haben wieder so recht die Ungerechtigkeit de; Dreiklaffer- wahlsystems gezeigt: die Waffe der Unbemittelten ist macht- und rechtlos gegenüber dem Geldsack. Es wäre wirklich an der Zeit, dieses elendeste aller Wahlsyiteme zu ändern. Leider wird vorläufig noch alles beim alte» bleiben.

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3. Kaet hter?«i»e. Mocheitbeilage: „Illustrierte Lonntagrzeitung

hinein ansdchntr, wehrte die Opposition sich lebhaft dagegen, daß die Rekrntenvorlage für Freit«, «f die Tagesordnung gesetzt werk. Gras Tisza fetzt, _ aber durch. Alle Kührer der Koflsthpattei blieben der Nachksitzmig fern und fc#hink«* damit, daß sie

i die unbedingte Forffetzun^ ter Obstruktion nicht mehr ! billigen. Der Beschluß, gegen die Miliiäroorlage den frf’ärhien Kampf aufzunedmeo, scheint alw nicht die Obstruktion um jeden P-eir zu bedeuten. Ob eS ge- lmcien wird, den Teil ber Linken, d r bei der Obstruktion beharr», mit den geschäftsordnungsmäßig-n Mitteln zu bezwingen, bleibt abzuwarten

In Dänemark wurde am Sonntag da« 40 jährige Regierangrjubiläum deS Kö. igs Christian IX. gefeiert.

In Frankreich gebt der Kulturkampf weiter. MimsterpräfiSent Comdes er'lärte, die Regie.ung > werde noch in bitter Tagung eine Vorlage ein­bringen die allen O densmitgliedern die Erteilung von Unterricht verbiete. Betreffs der Weltgeistlichen b eibe die Entscheidung vortebatten, bis das Birlamen:

1 über _die Trennung des Staates von der Kirche schlüssig geworden sei. Es icheint aber sehr fraglich, ob eit e Mehrbeit für die Trennung von Staat und Kirch zu haben sein wird; der „Block" dürfte sich 1 wegen dieser Fiage spalten. Ist aber die Trennung duichgelührt, dann wird man mit der UnlerrichtS- frage wohl in neue Lerleg-nbeir geraten. D e Frei­heit deS Unterrichts will Combes, wie er versicherte, aufrecht erhalten. Sind aber Ordeusp-rsonen und Ge-stlich? nach der Trennung für den Staat nichts weiter als Privatpersonen, wie kann man ihnen dann ohne neue Ausnahmegesetze und desto größere Un­gerechtigkeit verbieten, von dieser Freiheit Gebrauch zu machen'? Die Kuliuikäuipfer find noch lange nicht am Ziele. — Die Meldung, daß der h. Stuhl in daS Fortbleiben der Formel „nobis nominavit“ (bat uns enannt) in den Jovestiturbullen für die Bischöfe gewilligt und dem Verlangen der Regierung in dieser Frage rachgegeben habe, wird als falsch bezeichnet.

In Italien wurde in der voriger Woche zu Bologna die 19. italienische Katholiken-Versammlung abgehalten. Leider fehlte wieder d"s eigentliche Volk. Auch war man nicht so einig wie auf den deutschen Katholikenversammlungen. — Papst Pius X. hielt am Donncrstag voriger Woche ein öffentliches Konsistorium ab. — Das italienische Königspaar traf am Dienstag zum Besuche König Eduards ia England ein. An­geblich ist zwischen Italien und England ein dem französisch-englischen ähnlicher Schiedsgerichtsvertrag abgeschlossen woxden.

In Rußland wurde abermals ein Attentat auf einen höheren Beamten »ersuche. Am letzten Samstag gab in Bialystock, der Hauptstadt des Bon- v-rnements Hrodno, ein Mann in einer sehr belebten Straße drei Schüsse auf den Polizeimeister Met- lenko ab, der an der Hüfte verwundet wurde. Der Täter entkam.

Die türkische Regierung hat das Resorm- programm der Mächte immer noch nicht angenommen. Es wird ihr aber wohl nichts übrig bleiben, als sich zu fügen, und wie es scheint, sieht sie das auch all- mälich ein. — In Bulgarien wurde am Sams­tag die Sobrouje eröffnet. In der Thronrede heißt es, die Regierung werde all ihre Bemübmigen darauf richten, die bestehenden guten Beziehungen zu erhalten und w iter zu entwickeln mit der großen Befreierin Rußland und der anbrren Großmächte, ganz besonders ober auch mit den Nachbarstaaten. Eine Anzahl junger bulgarischer Offiziere makedonischer Herkunft hatte die Absicht, durch Hervorrufung eines bul­garisch-türkischen Grenzstreitfalls einen Kriegsfall zu schaffen. Die Sache wurde bekannt und ewa 140 Offiziere wurden versetzt.

In Deutsch-Südwestasrika find kürzlich neue Unruhen auSgebrochen. Zuerst drangen von Angola im Norden aus Ovambos in das deutsche Gebiet ein und ermordeten dort deutsche Kaufleute. Dann erhoben sich im Süden in Warmbad die BondelzwartS, die auch h die Kapkolonie eingedrungen ein sollen. Da man bei den Nachrichten aus Afrika meist auf englische Quelle« angewiesen ist, und diese sehr trübe zu fein pflegen, läßt sich der Stand der Dinge nicht mit Klarheit erkennen. Wegen nichts werden die Eingeborenen den Aufstand wohl nicht begonnen haben. „Kolonisatoren" glauben in der Regel die Eingeborenen al» rechtlose» Gesindel behandeln und ihnen nach Belieben ihr Besitztum nehmen zu dürfen.

Auf dem Jsthmu» von Panama spielen die Bereinigten Staaten mit vieler Würde den Pro­tektor der mir Hilfe des Dollar» aufgerichteten neuen Republik. Kolumbien möchte die rebellische Republik JSimamo mit Waffengewalt jutütferobern; es soll sich ei den übrigen spanffch - amerikanischen Republiken um Unterstützung beworben, Banken und Private ollen ansehnliche Kapitalien für den Krieg zur Ber- üxu»g gestellt haben. Aber Onkel Sam leidet sckbst- . verständlich nicht, daß der jungen Republik etwas geschieht und Kolumbien wird es sich wohl überlegen, ehe es mit ihm anbindet. I

Sottesdienstor-nung in Hulda.

Sonntag, 22. November. Dom- li«6, 6 und 7 Ubi heil. Metieu, 3 Ubr Pfarramt und Predigt, 'M» Uhr Kathedralamt, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr Heck. Neffe l* i Uhr Andacht und Christenlehre, 4 Uhr Predigt und MichaelS-Bruderschast, 7 Uhr Andacht in der Marienkapelle. - Dtadtpfarrkirche. 51/* Uhr heil Meffe und Predigt. 6 und 7 Uhr heil Messen, 8 Uhr beit Meffe und Predigt, 91/« Uhr Amt tmb Predigt, 11 und 1'/, Uhr Christenlehre, S Uhr Andacht. — MichaelSkirche. 2 Uhr Predigt und Bruderschaft von den 7 Schmerzen Maria-. — Pfarrkirche yu* hl. Sici't'. 3 Ubr Hochamt mit Predigt, 8 Uhr Andacht mit Segen. — Jnngfraneu-SodalitSt. 6'/, und 2t*U Uhr in der Marienkapelle. — Dienstmädchen-Kon­gregation. 3‘/« Uhr Andacht. — Frauenberg. Hell. Messen um 6 und ‘/«7 Uhr; 8 Uhr BruderschaftSmeffe, 9 Uhr Hochamt, 2 Uhr feierliche Vesper mit sakra«. Segen.

flllda, Zamstag, de» 21. NovEber 11 >■>.

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Produkte funn man sich eine Vorstellung mache«, wenn man bedenkt, daß zur Erzeugung der zur Bronniweiusabrikatwn in Deutschland erforder­lichen Rohmalenalien eine Fläche verwendet rotro, die dem Flächeninhalt von Braunschweig und Anhalt zusammenaenommen gleichkommt; für die Bierprodukte ist eine Fläche notwendig, die so groß ist wie alle thüringischen Staaten, und die für die gesamte deutsche Getränkepro­duktion verwendeten Früchte erfordern eine Fläche fast so groß wie Württemberg und west größer als Sachsen oder Baden. Es sind im ganzen Vi* Mill. Hektar, deren Besitzer und Arbeiter vom Dm st des deutschen Volkes leben. Aller­dings darf man anderseits nicht außer acht lassen, daß die Früchte auch zu anderea Zwecken verwendet werden könnten. Wenn man jene Fläche als Roggenland in Rechnung zieht, so würde sie pro Kopf der Bevölkerung alljährlich 65 Pfund Brot liefern.

Eine nicht minder große Zahl von Arbeits­kräften findet bei der Herstellung und beim Ver­trieb der Getränke ihre Existenz; man hat sie au; etwa l1/» Millionen festgestellt. Im Gaft- wirlsgewerbe find im ganzen auch etne halb« Million Personen beschäftigt, die für den Unter­halt von Angehörigen in einer Zahl von einer Million zu sorgen haben. Aus alledem gehr wohl klar hervor, daß der deutsche Durst nicht nur viel kostet, sondern auch viel einbringt, und Deutschland käme jedenfalls in fatale Verlegen­heit, wenn sich seine Bewohner plötzlich zur ganzen ober auch nur zur halben Abstinenz bekehren würden. ,)

Es ist indessen ein großer Irrtum zu glauben, daß sich die Deutschen vor allen anderen Völkern des Erdkreises als trinkbare Nation ganz be­sonders hervortun. Andere Völker tun des Guten sogar noch viel mehr. So beträgt in Groß­britannien die Trinkaüsgabe der Bevölkerung alljährlich 80 Mk.' pro Kops, also sogar 26 Mk. mehr als unS. In Edinburg entfallen täglich VI» Mk auf den Kopf der Bevölkerung, und die unermüdlichen Statistiker haben herausbe­kommen, daß dieser Betrog mehr ausmacht als der Prozentsatz, der für die Miete auf alle Ein­wohner der Stadt entfällt.

Indes, wie verschieden auch die Verhältnisse im einzelnen hier und dort fein mögen, so viel steht fest: Durst gibt es in der ganzen Welt, und er kostet überall kolossale Summen. Di« ganze kultivierte Menschheit vertrinkt jährlich acht­zehn Milliarden Mk., wovon 3'/« Milliarden auf Bier, 58/« Milliarden auf Wein urd 3'/, Mil- liarden auf Branntwein entfallen. Man nimmt an, daß jene 18 Milliarden Mk. ungefähr den zehnten Teil des Jahreseinkommens der zivili­sierten Welt ausmachen. Das ist allerdings ein hoher Prozentsatz, den sich die Menschheit bei der Stillung ihres Durstes kosten läßt. Hoffent­lich hat aber das Menschengeschlecht auch ein Sümmchen für saure Heringe übrig, denn die sind nun einmal nach einer durchgreifende« Löschung des Durstes unentbehrlich.

Die Kleriker im Posener Priesterkeminar haben sich geweigert, die Vorlesungen an der neuer= -Akademie" in Posen zu besuchen, wie es die Bischöfliche Behörde verlangt. Daß die Polen der von den Hakatist'N alp Germanismio nSvnstalt begrüß­ten „Akademie" mit Abneigung und Mißtrauen gegen- noerstehen, ist durchaus begreiflich. Wenn aber der Erzbischof den Besuch der Vorlesungen angeordnet W, so wird er sich wohl vorher darüber vergewissert haben, daß darin nichts vorkommt, worüber die Polen sich zu beschweren Anlaß hätten, sondern rein wissen schasiliche Fragen wissenschaftlich behandelt werden. ES ist auch nicht abzusehen, was den Zöglinge deS PriesterftminarS durch den Besuch der Borlesungen für Schaden in nationaler Hinsicht geschehen könnte. WaS ihnen etwa nicht ge ällt, brauchen sie ja nicht zu glauben Es liegt ohne Zweifel im Interesse der PnesterfeminarS selbst, daß sie der Bischöflichen Be­hörde durch ihr Sträuben keine Schwierigkeiten machen. Im übrigen zeigt auch dieser Vorfall nur wi-der, daß die leidige Polenpolitik mit ihren hakatistischen Allüren die nationalen Gegensätze nur verschärft, ohne daß das DeMschtum den geringsten Vorteil davon hat.

In Sachsen wurde der Landtag eröffnet. Die Thrnnrede kündigt keine Vorlage wegen Reform de« Wahlrechts an, sondern redet nur von einer Denk­schrift Viell <cht hat die Regierung den Reformplan halb und halb schon anfgegeber-, weil die konservative Mehrheit hn Parteiintereffe sich ans keine Resorm einlassen zu wollen scheint WaS parlamentarische Minderheiten oon einer konservativen Mehrheit zu er­warten haben, davon habe» die Konservativen im sächsischen Landtage alsbald eine Probe abgelegt. Bei der letzten Wahl haben die Nationalliberalen ihnen zwei Mandate in Dresden abgenommen. Aus Wut darüber erklärten die Konservativen nun, bau sie den eine« Träger dieser Mandate ncbt in eie BuSschüffe wählen würden. Als Grund gaben sie an, daß bei ben Wahlen Angriffe aus ihre Ehre und chr Ansehen stattgesunden hätten. Es ist sonst in allen Parlamen­ten Sitte, daß die Parteien in den Ausschüssen nach ihrer Stärke vertreten find und die Mitglieder, die sie i* die Ausschüsse schicken roo^.n, selbst bestimmen und daß diese dann ohne Widn sprach gewählt wer­den. Die Herren Konservativ n aber kümmer i sich «rn diese Sitte nicht, um sich für Vorgänge bei den Wahlen iu rächen. Was sollte daran« «erden, wenn •Oe die Abgeordneten von den Kommissionen auöge- schlvffeU werden sollten, über die eine Partei sich bei den Wahlen geärgert hat?

3» Baden haben die Abgeordnckenwahle» zwei Ueberraschungen gebracht. In Karlsruhe. Land aegten die Sozialdemokraten über die Konservativen, «eildie Antisemiten und Bauernbündler sich teils der Abstim- muug enthielten, teils für den Sozialdemokraten Stimmten. Damit ist der einzige Konservative an- dem Laudtirg ausgeschicden und die Sozialdemokraten haben de» in einem anbern Wahlkreis erlittenen Verlust wieder ausgegl chen. In Schwetzingen, wo man auf We Wiederwahl des bisherigen demokr-tischen Man- datsinhabers gerechnet hatte, ließen die Sozialdem»- fraten diesen im Stich und wählten deu Ra teilet- liberalen, «m sich dafür zu rächen, da» die D-mo- kraieu bei den Urwahleu verschiedentlich für das Zen- tnw gegen die Sozialdemokraten geftimmr haben. Die Rationelliberaleu haben nun 2« Mandate ftatii die bisherigen 24. Da» Zentrum hat seine 28 Man­date behauptet.

In Oeperreich trat am Di-mStag der ReichSrat wieder zusammen. Ob er arbeitAfäai, sein wird ist schr ftaglich. In Ungarn hat die Unabhänaiol-'its- Partei beschlossen, gegen dir MilitLttwrlaae dm schärfsten Kampf anfzumchrnen. Er Scheint aber doch als »d noch «in Teil der Linken die ■Cbftrxttio* mit machen wolle. In einer Schn«, bei Abgeordneten­hauses am Donnerstag, die sich bis in die »acht

jährlich drei Milliarden Marl.

So lange es eine deutsch-nationale Geschichte gibt, hat es noch niemand unternommen, unserem wackere« Volke die Tugend der Enthaltsamkeit anzudichten. Trotzdem dürste aber die unumftöß- iche Tatsache verblüffen, daß wir in Deutsch- and alljährlich die gewaltige Summe von drei Milliarden Mark vertrinken. Ma« denke doch nur: dreitausend Millionen Mark werde» bei uns in einem einzigen Jahre in Ge- äU von Bier, Bein und Branntwein vertilgt!

Davon entfällt natürlich der bei weitem über­wiegende teil, nämlich zwei Drittel, auf das Bier. Gambrimrs, der wohlwollende Schutzpatron •Irr Pierwirte, kassiert also jahraus jahrein wr

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