^scheint tLgkich, «tt Dunahme d« $onn> W» Feiertage, viertel' Mrl. v«r»grprei« chae vringerlohn und Aeßel-eld in Hulda und «„wärtr \ Mk. 50 pfg.
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Druck und Verlag der Zuldaer ActiendrnSer«» in Zulda (Harmonie) Fernsprecher Nr. 9.
M 266.
fu!ÜS Freitag, der? 20. November 190:5.
M Jahrgang.
§ Die Wahlen und die Zchulstage.
Im „Kampfe gegen die Reaktion" habe» die Liberalen hauptsächlich die Schul frage zur Anfenerung des „liberalen Bürgertums in Stadt und Land" benutzt. Den Wählern wurde immer wieder vorgeredek, daß die Schule in einer furchtbaren Gefahr sei, roten die „konservativ klerikale" Mehrheit nicht gestürzt werde. Worin diese Gefahr bestand, wurde allerdings rnc^t besonders deutlich gesagt. Man sprach nur von „Auslieferung der Schule an die Kirche", „volksverd- mmende» Bestrebung«« der Reaktion", „Zurückschraubung der Schule auf den Standpunkt früherer Jahrhunderte" und dergleichen. Es gibt ja immer Leute, die, wenn fie solche grausige Worte hören, allen Ernstes glauben, sie dachten sich auch etwas dabei, wiewohl fie fich tatsächlich nichts dabei denken. Den« wenn fie fich wirklich etwas dabei dächten, und dann näher prüften, müßten fie fich zugleich sagen: Das ist ja Unsinn; das wollen die ^nservativen und das Zentrum gar nicht, und selbst wenn fie es wollten, wäre keine Gefahr dab^, da sie nie damit durchdringen könnten. Auf die Gedankenlosigkeit der Wähler find ja meistens die anrireaktionärr« Phrasen berechnet: nur bei dieser können fie eine Wirkung erziele«.
Diesmal hat aber die Phrase vollständig versagt. Die „konservativ-klerikale" Mehrheit wird wiedergeroählt. Wenn die Liberalen das eine oder andere Mandat gewinnen sollte«, so verdanken fie doch sicher kein einziges der Angst der Wähler vor der der Schule drohenden „Gefahr". Aber selbst wenn das gesamte „liberale Bürgertum in Stadt und Land" den Liberalen feine Stimme aus Rücksicht aus die Schulfrage gegeben haben sollte, so beweist doch der Wahl- ansfall, daß die große Mehrheit des Volkes in der Schulfrage auf Seiten der Konservativen und des Zentrums steht. Das Recht, dies zu behaupten, verdanken wir vor allem den Liberalen, die die Schulfrage so eifrig in den Vordergrund geschoben habe«. Daß die große Mehrheit des Volkes die christliche Schule will, ist freilich nichts neues und braucht uns nicht erst durch die Wahlen offenbart zu werden. Aber es ist doch gut, daß die Liberalen für eine nochmalige unzweideutige Feststellung dieser Tatsache gesorgt habe«. Wieder und wieder seit dem Scheitern des Zedlitz'schen Volksschulgesetzes haben Zentrum und Konservative ihrem Verlangen nach gesetz- licher Sicherstellung der christlichen und kon- feffionellen Schule Ausdruck gegeben. Die Regierung hat fich dieser Forderung immer entzogen aus Scheu vor einem neuen „Entrüstungssturm". Nachdem die Wähler zu wiederholten Male und diesmal besonders deutlich ausgesprochen haben, daß fie in ihrer großen Mehrheit hinter dem Zentrum und den Konservativen stehen, sollte die Regierung billigerweise die Angst vor einer lärmend« Minderheit aufgeben. Oder muß in den idealsten Fragen das geschehen, was eine liberale Minderheit will?
Acts Majorat.
Roman von <dw ald August Rßwig,
40 ------ (Nachdruck verboten.)
kstdusrd nickte zustimmend.
„Ich finde das alles begreiflich," sagte er, „er ist auch besser, wenn Sie die Hände aus dem Spiel lassen; wir iöiraen es ja im Stillen allein besorgen. Für das Geld, das ich verausgabe, mußt Du natürlich aufkommen, ich darf dabei nichts verlieren."
.Rimm's nur immerhin von meinem Kapital, ich werde mich schon zu entschädigen wissen. BistDuaber auch sicher, daß der Graf uns nicht betrügt?"
„Ich habe diese Sicherheit gefordert, heute abend soll ich die beiden im Rathaus keller finden. Natürlich darf ich mich ihnen nicht nähern, aber ich werde beobachten und bann sehr bald erfahren, ob dem Grafe« volles Vertrauen zu schenken ist."
Der alte Mann schien beruhigt zu sein, er reichte seinem Sohne die Hand und nahm Abschied.
Inzwischen durchwanderte Dagobert mit dem ungarischen Grafen die Stadt; er besuchte mit ihm das Museum und mehrere Kirchen, zeigte ihm einige öffentliche Gebäude, die ducch ihren Baustil fich auszeichneten, und dinierte dann mit ihm in einem Hotel.
Graf Morray war ein weitgereister Mann und ei» sehr aulmerksamer und liebenswürdiger Gesellschafter; er wußte pikant zu erzählen und verstand es vortrefflich, Dagobert immer fester an fich zu fesseln.
Dir Kreise, in denen Dagobert sich elf Jahre lang hindurch drüben bewegt hatte, waren nicht diejenigen, auf die sein Stand ihn hinwies, und in die er mm wieder hineintreten sollte, da konnte es ihm nur mtereffant und angenehm sein, wenn ein StandeSge- neffe ihn auf diese Rückkehr vorbereitete, ihn eif die Rücksichten aufmerksam machte, die er nun als Edelmann und zukünftiger Majo ratSherr nehmen mußte.
Es war schon immer ausgeschlossen, daß dre Regierung ein Schuluuterhaltungsgesetz durchsetzen tönnte, ohne daß zugleich die wichirgsten grundsätzlichen Fragen in bezug auf die Schule gesetzlich geregelt würden: konfessionelle Schule, Recht der Kirche auf den Retigionsunierricht, Sicherung der Rechte der konfessionellen Minderheit. Nacy dem jetzigen Wahlousfall ist erst recht nicht an ein Sctml- untelhaltungsgesetz zu denken, das blos die Geldfrage regelt. Die Geldfrage ist glück licherweise auch so dringend, daß die Regierung sich der Regelung nicht wohl länger entziehen kann, und so dürfen wir denn mit Bestimmtheit von ihr erwarten, daß sie endlich dem Verlangen der „konservativ-klerikalen" Mehrheit entsprechen werde.
In den letzten Jahren konnte man eigentlich nicht einmal mehr von dem Verlangen einer Mehrheit, sonder» von dem des ganzen Ab geordnetenhauses sprechen, denn auch die Liberalen hatten sich den Forderungen der Äon- leroatwen und des Zentrums angeschlossen, diese als billig bezeichnet und die Ueberzeugung ausgesprochen, daß sich eine Verständigung leicht werde erzielen lassen. Der Verdacht ist allerdings berechtigt, daß sie ihren Hintergedanken dabei hatten und fich heimlich vorbetziellen, die Forderung, der fie zugestimmt hatte«, ganz anders auszulegen, sobald es Ernst werde. Dafür zeugt ja ihr jetziges Verhärten. Ist doch sogar in liberalen Blättern die Absicht der Festlegung des konfessionellen Charakters der Schule als etwas Unerhörtes bezeichnet worden. Trotzdem können wir die früheren liberalen Erklärungen für unsere Forderung geltend machen. Es kann anderen nicht gestattet werden, das, was wir verlangt haben, hinterher nach Belieben auszulegen und umzudeuten; die zustrmmenden Liberalen müssen den Sinn gelten lassen, den die Forderungen der Konservativen und des Zentrums vernünftigerweise allein haben konnten, zumal, da diese nie einen Zweifel darüber gelassen haben, was sie eigentlich wollten. Die Zustimmung der Liberalen war auch offenbar der Erkenntnis entsprungen, daß hinter der Forderung die große Mehrheit des Volkes stehe. Sie wagten es nicht, ihrer abweichenden Meinung Ausdruck zu geben, von der fie wußten, daß sie im Lande keinen Anklang finde. Nachdem jetz der Versuch, eine Kundgebung der Wähler gegen die Pläne der Konservativen und des Zenttums zu e> zielen, mißglückt ist, muß es schon bei der Huldigung bleiben, die fie im Abgeordnetenhause wiederholt dem Gedanken der christlichen und konfessionellen Schule gewidmet haben.
Sie werden es ja nun an Bemühungen, Konservativen und Zentrum zu entzweien, nicht fehlen laffen. Sie rechnen dabei auf die „antiultramontanen" Vorurteile, die sich ja immer wieder stärker erweisen, als wünschenswert ist. Nach der bisherigen Haltung der Konservativen dürfen wir eben wohl hoffen, daß diese sich nicht verlocken laffen werden. Können sie sich doch auf die Liberalen, z. B. den nationalliberalen Abg. Dr. Friedberg berufen, der fich feierlich für
Auch über die Hindernisse, die fichder Uebernahine des Majorats entgegenstellten, sprach Graf Morray mit ihm; er war empört darüber, er nahm energisch Partei für seinen Freund und bestärkte ihn in dem Mißtrauen, das Dagobert gegen seinen Onkel empfand.
Sie saßen im RathauSkeller, als fie über diesen Punkt fich unterhielten, Graf Morroy hatte feinem Begleiter eine Zigarre angecoten, Dagobert fühlte eine zunehmende Schwere in seinem Koose, während er fie rauchte.
„Sie müssen Oppofition machen," rief der Gras, „können Sie das nicht ans gesetzlichem Wege, so protestieren Sie gegen alles, waS der Vormund auf dem Gute unternimmt."
„Die Beziehungen zwischen ihm und mir würden fich dadurch nur noch unangenehmer gera ten," warf Dagobert ein.
„Wenn S e ihm zu unangenehm werden, mag er Ihnen das Feld räumen. Sie find der rechtmäßige Herr, Sie müssen jede Gelegenheit benutzen, um das zu beweisen. Ordnen Sie an, befehlen Sie dies und jenes; will der Onkel dann seine Vormundschaftsrechte geltend machen, so zeigen Sie chm die Zähne, ich glaube, in diesem Kampfe wird er bald erlahmen."
Der Blick Dagoberts fiel in diesem Momente auf Eduard, der eben eingetreten war, er zog die Brauen finster zusammen.
^Sehen Sie den geschniegelten Herrn mit dem goldenen Lorgnon?" fragte er leise. „Er ist der Sohn des Verwalter», von dem ich Ihnen erzähtt habe."
„Ihr Verführer?" erwiderte der Gras mit einem gertngschLtzenden Blick auf Eduard, der von de« beiden nicht die geringste Notiz nahm. „Ich begreife nicht, wie Sie ‘ fich von einem solchen Menschen düpieren lassen konnten!"
„Ich war jung, hatte fein Heim, lebte mit dem Onkel in Unfrieden und besaß auch, wo# ich nicht bestreiten kann, eine leichtsinnige Ader."
die Erhaltung der konsesfionellen Volksschulen ausgesprochen hat. Die Freikonservattorn, unter Führung des Frhr. v Zedlitz haben eine zeit lang die parlamentarischen Aktion en der Konser- valioen und drs Zentrums auf dem ©ctuigebiete regelmäßig zu durchkreuzen und ihre Anträge abzuschwächen gesucht. Sie fühlten sich aber den Nauonalliberalen geistig verwandt. Nachdem aber die Wahlen eine Entfremdung zwischen Freikonservatioen und Nalionalliberalen gebracht haben, dürfen wir vielleicht hoffen, daß Frhr. v. Zedlitz und die Seinen sich den Nationalliberalen in der Schulfrage nicht mehr zur Verfügung stellen iverden. Herr v Zedlitz hat ihnen wiederholt gedroht, -daß er sich in der Schulfrage an ihnen rächen und sich mit den Konservativen gegen sie verbünden werden. Aber selbst wenn die Freikonservativen schließlich mir den Liberalen gehen, eine große Mehrheit des Abgeordnetenhauses, hinter der zweifellos die große Mehrheit der Wähler steht, will die gesetzliche Sicherstellung der christlichen und konfessionellen Schule. Dieser Tatsache kann fich die Regierung unmöglich länger verschließen.
Berlin, den 19. November 1903.
% Der ,Reichsanzeiger' enthält auch heute noch keine Bekanntmachung übet die Einbe r«f»ttg des Reichstages. Es steht fest, daß ec noch vor Weihnachten zusammenti eten soll. Da ist die Hinauszögerung der Einberufung schwer verständlich. Wenn vor Weihnachten überhaupt noch etwas geleistet werden soll, muß die Session doch in den ersten Tagen des Dezember beginnen. Niemals früher hat die Bekanntmachung des Termins so lange auf sich warten laffen. ES werden jetzt nicht einmal 14 Tage zwischen der Einberufung und dem Zusammen- tritt liegen.
** Zum kommenden Reichszündholz erfährt die .Soziale Praxis', daß das laut Gesetz bett. Verbot der Verwendung weißen Phosphors in der Zündholzindustrie vorgesehene Rezept für die neue Zündmasse nebst Anleitung zur Herstellung den Zündholzfabrikanten von Reichswegen in kurzer Zeit zugestellt werden soll. Das Phosphorverbot tritt am 1. Januar 1907 in Kraft.
% Der Hamburger Senat soll beabsichtigen, die Kosten für die projektierte Korrektur Oer Unterelbe durchSchiffahrts Abgabe» zu decken. Bereits sei versucht worden, maßgebende Hamburger Personen für den Plan zu gewinnen; für die Weser seien die Abgaben durch den Bremer Senat bereits beschlossen und dadurch Preußen zu seinen Schiffszoll-Plänen ermutigt worden. — Der Plan einer Einführung von Schiffahrts - Abgaben auf den natürlichen WasserstraßenDeusschlands beschäftigte die Sielte« ften der Kaufmannschaft von Berlin in ihrer heutigen Sitzung. Sie beschlossen, den beut«
„Pah, wenn man reich ist, darf man nicht leichtsinnig sein l* sagte der Gras achselzuckend. „Dann und wann ein kleines Jeu, wer will es mir verwehren ? Noble Passionen muß jeder Edelmann haben, man darf die Hard nicht krampfhaft auf der Tasche halten und jeden Pfennig berechnen."
„Das h-be ich nie getan!"
„Dann haben Eie fich auch wegen Ihrer Ver- gaugenheit keine« Borwurf zu machen. Ihr Onkel totrb in seiner Jugend nicht solider gewesen sein."
„Wenn ich dem Fälscher nicht in die Hände gefallen wäre —*
„Eh bien, der hat ja, wie Sie mir sagten, drüben am Galgen geendet I Vergessen Sie das alles, denken Sie nur noch an die Zukunft und beißen Sie vor a<itn Dingen den lästigen Vormund von dem Gute fort. Wenn der Herr Baron mitt mir darüber reden und sich über Sie beschweren sollte, so werde ich Ihre Partei ergreifen und ihm den guten Rat geben, auf die Vormundschaft zu verzichten."
Der Blick Dagoberts ruhte noch immer auf dem Bankier; er mochte wohl selbst nicht ahnen, welche Fülle von Haß ans diesem Blick sprach.
„Können Sie begreifen, daß dieser Mann gleich nach meiner Rückkehr mich aussuchte, fich auf die frühere Freundschaft berief und die Rechte eine- Freundes wieder beanspruchte?" sagte er.
„Warum nicht? Solche Leute können alles, fie laffen fich zur Haustüre hinauSwerfen und kommen zur Hoftüre wieder herein. Wenn es Ihnen unange« mhm ist, in seiner Nähe zu fitzen, so wollen wir gehen."
Dagobert war mtt diesem Vorschlag einverstanden, er sah den triumphierenden Blick nicht, den sein Begleiter dem Bankier verstohlen zuwarf, er sah auch den Hauptmann Tellenbach nicht, der in der Nähe Eduards an einem anderen Tische saß, er hörte nicht einmal den Gruß deS RsttmeisterS v. Schwind, an dem er dicht vorbeifchrstt, sein Kopf war schwer, sein Blick
scheu Haudelstag zu ersuchen, die Angelegenheit so schnell wie möglich in eine eingehende Bearbeitung zu nehmen. Um die Wirkung der drohenden Abgaben-Erhebung auf das Wirtschaftsleben Berlins zu untersuchen, wurde außerdem eine besondere Kommission eingesetzt.
* Zum Viehseuchen Gesetz. Da Zweifel darüber geäußert worden sind, ob es gestaltet sei, in gesperrte Ställe, Gehöfte, Ortschafte« ober sonstige Gebiete für die Seuche empfängliche Tiere einzuführen, so weist eine allgemeine Verfügung des Ministers für Landwirtschaft tc. darauf hin, daß diese Frage durch Erkenntnis des Reichsgerichtes vom 4. Oktober 1898 in verneinendem Sinne entfcbieben worden ist. Die Polizei Behörden und die beamteten Tierärzte sind demgemäß angewiesen, in Zukunft bei der Anordnung von Sperr maßregeln wegen des Herrschens leicht übertragbarer Seuchen auf das Verbot der Einbringung für die Seuche empfänglicher Tiere in das gesperrte Gehöft rc. ausdrücklich hinzuweisen.
? Abänderung von Orts Eigeu«a»e«. In einem Runderlaß des Ministers des Inner» heißt es: „Eigennamen selbständiger Kommune» bedürfen zu ihrer Aenderung Allerhöchster Ordre und zwar sowohl bei Aenderung des NamenS leibst, als auch der Schreibweise. Eine Feststellung der letzteren kann landespolizeilich — nach Dorhergegar.gener Zustimmung des Ministers des Innern — nur dann erfolgen, wenn Zweifel enlstanden find, wenn also im Interesse der öffentlichen Ordnung Anlaß zu polizeilichem Einschreiten vorliegt. Eigennamen von Ortschaften, welche nicht selbständige Kommunalbezrrke bilde«, können zwar sowohl hinsichtlich des Namens selbst wie der Schreibweise durch Anordnung der Regierungspräsidenten ebenfalls mit ministeriell« Zustimmung geändert werden, aber auch hier bedarf es eines besonderen Anlasses zu solch« Aenderung. Diese Grundsätze finden auch gegenüber der neuen Rechtschreibung Anwendung. Eigennamen unterliegen also dieser Rech Schreibung auch bann nicht, wenn fie ein an sich davon betroffenes Wort .nthalten (z. B. Biesenthal). Sie können auch in diesem Falle nur in der oben angegebenen Weise geändert werden. Gin genügender Grund zur Abänderung könnte >m allgemeinen lediglich in der Abweichung ihr« Schreibweise von der neuen Rechtschreibung nicht gefunden werden. Im Gegensatz zu den vorerwähnten Eigennamen unterliegen Benennung« von Oertlichkeiten, die nicht als Eigenname», sondern als Belegenheits-, Eigenschafts- ob« Zweckbezeichnungen, wie z. B. Breslau Ob«« tbor, anzuzehen find, ohne weiteres brr neue* Rechtschreibung. Ob der eine oder der andere Fall vorliegt, kann nur nach den besonderen $kt« hältnissen des einzelnen Falles beurteilt werden"
* Der Fall Biedermann wird die Reihe der Sensattonsprozeffe anscheinend um eine Aufsehen erregende und belehrende Verhandlung vev- mehren. Es soll nicht nur ein Gefängniswärter in Wronke, sondern eine ganze Anzahl preußischer Unterbeamten in der Sache kompromittiert sein. Die,Pos. Ztg/ berichtet: „In ihrer ganzen Ausdehnung find die Folgv-
getiäbt, er fühlte das selbst und konnte fich die Ursache nicht erklären.
Als fie auf der Straße augelangt waren, schab der Gras seinen Arm in den seines Begleiters.
„Wir wollen in meinem Hotel soupieren und ew Flasche Wein trinken", sagte er heiter. . Wem» der Anblick jenes Mephistos S'' erstimmt hat, so wL ich Sie wieder erheitern; wie ich Ihnen schon bemerkte Sie muffen daS alles, was hinter Ihne« lieqt, berge»,
„Last en Sie mich Heimreiten", erwiderte Dagobert, „ich wein nicht, wir haben nicht zu viel getarnte heute, und dennoch ist mein Kopf so schwer."
„Die Luft war dumpf und schwül in dem Kelte- gewölbe —"
„Rein, das ist es nickt, ich glaube, die Zig««« tut's."
Dagobert warf die nrch brennende Zigarre tat und atmete einige Male tief ans.
„Wenn Sie nicht gewohnt find, schweren Tabes zu rauchen, so mag e» wohl sein," sagte Graf Morratz gelassen, „die W.rknng schwindet rasch, sobald die Ursache beseitigt ist. Sie dürfen jetzt noch nicht i« bei Sattel steigen, ruhen Sie eine Stunde in meine« Zimmer aus, Sie kommen ja immer noch früh geewg nach Hause."
Dagobert gab keine Antwort, schweigend ging « mit, und als er in das Zimmer eingetreten war, da» der Graf im Paris-r Hof bewohnte, ließ er sich ermüdet auf einen Sessel fallen."
Graf Morray läutete und gab dem herbeieilenden Kellner seine Befehle, einige Minuten später bot er seinem Gaste ein Glas Champagner an.
„Trinken Sie," sagte er in teilnehmendem Towe, „eS hat die Wirkung eines Brausepulvers."
In der Tat fühlte Dagc bert nach dem Genuß de» Weines fich «eu belebt, er fuhr mtt der Hand üb« feine Augen und schüttelte achend den Krps.
„Da« ist mir in Jahren nicht mehr vorgekommen,"