S^chMt tStzlich, «tt Lunmhme k» Soim« NntzZeiertage. viertel» Mrl-Vt!»grpreir »|K vringerlohN und kMgtlbin Suita«* «mtartrlMt.sops-
Vrrantwortlicher rcheistleiterrZos-vam« str di« Inserate 3. parzrller in Suita.
MaerM Zeitung
wochenbrUage: „Illustrierte 5onntagrzeitung" Monatrbellage: „Suldaer Geschichtsblätter".
Snzeige»: Vie e» spaltige petitzeile ob« deren Baum 15 psg Beflamen die PetitzeU« 25 pfg.; bei wieder» Holungen wird entspr
Rabatt gewährt.
Vruck und Verlag der Suldaer Acttendrucker«^ iM Sulda sharmoniej
Sernsprecher Nr. 9.
30. Jahrgang.
fttläS. Dienstag, den 17. November 1903.
• Zweites Blatt l
[] Vie deutsche Reichsftattsttk.
Je mannigfaltiger und verwickelter die Beziehungen der einzelnen Menschen wie auch der tzrwerbsstände unter sich in unserem Wirtschaftsund Gesellschaftsleben werden, um so dringender ist der Wunsch, stch über diese Zusammenhänge in eingehender und sachgemäßer Weise orientieren zu können. Eine solche Kenntnis ist aber auch notwendig im Interesse unserer ganzen Volkswirtschaft und des Staates hinsichtlich der Gesetzgebung und Verwaltung. Die Aufgabe, diese Kenntnis zu vermitteln, fällt u. a. der Statistik zu, die, je nach dem Gebiete, welches sie behandelt, in die verschiedensten Zweige zerfällt. Soweit das deutsche Reich in Betracht kommt, obliegt die Beobachtung und einheitliche statistische Behandlung der bedeutsamsten Erscheinungen seines Sozial- und Wirtschaftslebens dem Kaiser. Statistischen Amte ob; dasselbe ist am 23. Juli 1872 in Wirksamkeit getreten und untersteht dem Reichsamte des Innern. Seine Tätigkeit ist durch eine besondere Geschäftsordnung umschrieben; das Amt hat zunächst das auf gründ von Gesetzen oder auf Anordnung des Reichskanzlers für die Reichsstatistik zu liefernde Material zu sammeln, zu prüfen, technisch und wissenschaftlich zu bearbeiten und die Ergebniffe geeignetenfalls zu veröffentlichen, sodann auf Anordnung des Reichskanzlers statistische Nachweisungen aufzustellen und über statistische Fragen gutachtlich 'zu berichten. Der Geschäftskreis des Amtes umfaßt folgende Gegenstände, über welche Veröffentlichungen stattfinden: Bevölkerung, Landwirtschaft, Montan- Jhrdustrie, Gewerbe im allgemeinen, Dampskesfel und Dampfmaschinen, Auswärtiger Handel, Verkehr (Binnenschiffahrt, Seeschiffahrt), Zoll- und Steuerwesen, dir an den einzelnen deutschen Börsen zur Einführung gelangten Wertpapiere, Preise, Reichstags-Wahlen, Kriminal- und Konkurs- Statistik, Schulbildung der Rekruten, Arbeiter- Statistik und endlich das Armenwesen. Damit ist aber noch nicht das volle Arbeitspensum des Amtes erledigt; es gesellen sich noch hinzu amtliche Aufträge, die zu einer Veröffentlichung mcht führen, die Auskunfts-Erteilung u. a.
Zur besseren Pflege der immer mehr sich ausdehnenden Arbeiterstatistik ist mit dem 1. April 1902 an die Stelle der zehn Jahre zuvor eingesetzten „Kommission für Arbeiter- statistik" eine besondere „Abteilung für Arbeiterstatistik" im Kaiserlichen Statistffchen Amt gebildet worden. Damit sind die Arbeiten jener Kommission, die in der statistischen und enquotemäßigen Feststellung von Arbeiteroerhält- niffen bestanden, vollständig auf das Statistische Amt übergegangen; ihr Geschäftskreis ist aber noch dadurch ganz wesentlich erweitert worden, daß die Berichterstattung über die Erscheinungen
des A.beitsmarkts der neugebildeten Abteilung zugewiesen wurde — eine Aufgabe, in deren Erfüllung seit dem 21. April 1903 bekanntlich eine monatliche Zeitschrift, das ,Reichsarbeits- blatt', hergusgegeben wird. Dem Statistischen Amte sind zwei Beiräte zugeteilt: die Kommission zur Ermittelung der Handelswerte und der Beirat für Arbeiterstatistik. Letzterer beruht auf den Bestimmungen deS Bundesrats vom 30. April 1892 und die Fortsetzung der früheren Kommission für Arbeiterstatistik; er ist berufen, das Kaiserliche Statistische Amt bei der Erfüllung der ihm auf dem Gebiete der Arbeiterstatistik zugewiesenen Aufgaben zu unterstützen. Insbesondere hat er zunächst auf Anordnung des Bundesrates oder des Reichskanzlers die Vornahme arbeiterstatistischer Erhebungen, ihre Durchführung und Verarbeitung sowie ihre Ergebniffe zu begutachten; ferner hat es die Aufgabe, in Fällen, in denen es zur Ergänzung der statistischen Unterlagen erforderlich erscheint, Auskunftspersonen zu vernehmen, und endlich dem Reichskanzler Vorschläge für die Vornahme oder Durchführung arbeiterstatistischer Erhebungen zu unterbreiten. Er besteht aus dem Präsidenten des Statistischen Amtes als Vorsitzenden und 14 Mitgliedern, von denen 7 der Bundesrat und 7 der Reichstag wählt; als Beisitzer mit beratender Stimme können in gleicher Zahl Arbeitgeber und Arbeiter zugezogen werden. Die Sitzungen werden nach Bedarf vom Vorsitzenden anberaumt.
Die Veröffentlichungen des statistischen Reichsamtes sind nach einem in C. Hrhmanns Verlag in Berlin erschienenen, vom Amte selbst heraus- gegebenen Schriftchen hauptsächlich die folgenden:
„In der »Statistik des Deutschen Reiches' werden die alljährlich oder sonst regelmäßig wiederkehrenden umfänglichen und die wichtigeren einmaligen Erhebungen veröffentlicht. Neben diesem großen Quellenwerk werden seit 1892 ,Vierteljahrshefte zur Statistik des Deutschen Reiches' herausgegeben; diese berücksichtigen das gesamte Arbeitsgebiet des -statistischen Amtes und bringen neben Auszügen aus dem großen Quellenwerk namentlich die Statistiken geringeren Umfanges, auch wenn sie alljährlich aufgestellt werden, ferner vorläufige Mitteilungen aus den großen Erhebungen und auch gelegentlich statistische Abhandlungen sowie Zusammenstellungen, die sich über einen größeren Zeitraum ober über ein internationales Gebiet erstrecken. Ebenfalls seit 1892 erscheinen Monatliche Nachweise über den auswärtigen Handel des deutschen Zollgebietes — nebst Angaben über Großhandelspreise sowie über die Gewinnung von Zucker und Branntwein'. »Halbmonatliche Nachweisungen über den Getteide- unb Mehlverkehr' werben seit 1898 regelmäßig im ,Reichsanzeiger' veröffentlicht. Infolge ber Errichtung ber Abteilung für Arbeiterstatistik erscheinen die »Drucksachen des Kaiserlichen Statistischen Amtes, Abteilung für Arbeiter- statistisches' und das »Reichsarbeitsblatt', erstere find eine Fortsetzung der »Drucksachen ber Kommission für Arbeiterstatistik'. Endlich bient das
Das Majorat.
Roman von Ewald August König.
87 ------ (Nachdruck verboten.)
»Das Gerede wird bald noch schlimmer werden, Baron Dagobert besucht dar Mädchen täglich. Was sich daraus Mwickein wird, weiß man noch nicht."
»Bah, die Liebelei eines vornehmen Herrn!" sagte der Notar mit einem geringschätzigen Achselzucken.
„Dazu wird Röschen sich nimmermehr hergeben, die hochmütige Brise wird Baronin werden wollen."
„Baron Dagobert —"
„Bergessen Sie nicht, daß Baron Dagobert lange Jahre in Amerika und dort selbst -in Proletarier gewesen ist. An seinem Adel liegt ihm nichts, und wenn er die Försterstochier so sehr liebt, daß er nicht mehr von ihr lassen kann, dann —"
„Dann find wir noch da, sein Vormund und ich," unterbrach der Notar Re, dessen Stirn sich wieder mnwölkt hatte.
„Sie werden ihm beide nicht befehlen können, welche Dame er heiraten soll," spottete Nanni, „und wenn Sie es könnten, würde er nicht gehorchen. Der Förster Großberg mag ein braver Mann sein, aber er will hoch hinaus, das hat er durch die Erziehung seiner Tochter bewiesen; kann sie Baronin werden, wird er nicht nein sagen."
Der Notar hatte die umerbrochene Wanderung durch das Zimmer wieder ausgenommen, er nahm mehrere Prisen rasch nach einander und zog die Brauen finster zusammen.
Daß die Behauptungen Nannis auf Wahrheit beruhten, unterlag für ihn keinem Zweifel, er dachte bereits darüber nach, wie er im eigenen Interesse sie nutzbringend verwenden könnte.
„Haben Sie auch über diese Angelegenheit noch mit niemand gesprochen?* fragte er nach einer langen Pmlfe.
„Im Gefindezimmer ist die Rede davon gewesen." „Und was sagte man?"
„Es sei nicht daran zu denken, daß Baron Dagobert fich so vergessen und die Försterstochter heiraten könne."
„Das sage ich auch, gleichwohl wäre es mir lieb, wenn Sie mir weitere Nachrichten darüber bringen könnten. Sind Sie mit Röschen Großberg besteundet?"
„Nein!"
„Se könnten ihr einen Besuch machen und auf Umwegen fie ausforschen. Das Mädchen ist im Walde allein, es wird Sie fteundlich empfangen, und fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus, so kann es Ihnen nicht schwer werden, ihr Vertrauen zu ae- winnen. Ich muß volle Gewißheit haben, Nanni, ich kann ebenfalls nicht an die Möglichkeit einer Verlobung deS Barons mit diesem Mädchen glauben. WaS Sie auch erfahren mögen, schweigen Sie jedem andern gegenüber, mir allein dürfen Sie eS verraten. Haben Sie mir sonst noch eine Mittellung zu machen?"
„Genügt das alles noch nicht?"
„Doch, es genügt, und ich danke Ihnen," fuhr der alte Herr fort, während er ihr abermals ein Geldstück in die Hand drückte. „Halten Sie Augen und Ohren offen und berichten Sie mir alles, was Sie erfahren."
„Ja, wenn ich nur öfters kommen könnte!" sagte Nanni, sich erhebend. „ES wäre mir leichter gewacht, wenn die alten Diener entlassen würden."
„Fordern Sie da- nickt, wir schaffen uns dadurch nur Feinde, und wir wissen nicht, wer diese Diener ersetzen wird. Könne n Sie nicht persönlich kommen, so schreiben Sie mir und vertrauen Sie den Brief getrost der Post an. Wie stehen Sie selbst mit Baron Dagobert und seiner Mutter?"
„Ich bin ihnen eine sehr gleichgiltige Person — und ich hasse fie." r t
„So verheimlichen Sie diesen Haß, damit Sie beobachten können, und berichten Sie mir bald wieder."
Ein befehlender Handwink verabschiedete nach diesen Worten die Zoft, die kaum die Türe hinter fich ge-
»Statistische Jahrbuch für ba3 Deutsche Reich' als Veröffentlichungsstelle für bie gesamte Reichs- stalistik, auch bie von anberen Behörden ausgehenden Zusammenstellungen werben hier vom statistischen Amte berücksichtigt."
Sonstige Behörben für Reichsstatistik finben sich in fast sämtlichen Reichsämtern, unb auch das preußische Ministerium der öffentlichen Arbeiten ist auf dem Gebiete der Verkehrsstatistik daran beteiligt. Für die Sozialpolitik ist zu merken, daß z. B. im Reichs amte des Innern seit 1879 regelmäßig die Jahresberichte der Gewerbeaussichtsbeamten alljährlich zu einer besonderen Veröffentlichung zusammengestellt werden. Das Reichsversicherungsamt stellt in feinen .Amtlichen Nachrichten' die Geschäftsergebnisse der Berufs- genoffenfchaften und Landesversicherungsanstalten zu Gesamtübersichten zusammen und berichtet über seine eigene Tätigkeit.
So stellt schon die dem Reiche obliegende Statistik einen gewaltigen Apparat dar, der noch ergänzt wird durch die vielgestaltige statistische Tätigkeit der Bundesstaaten und neuerdings derStädteund Interessenvertretungen.
(•) RUine Nachrichten. Aus Rheinhessen. Seit einigen Wochen werden in unserer Provinz Kartoffeln in großen Mengen von dem Komitee für die Notleidenden in Schlesien aufgekauft. Im ganzen stellt sich der Bedarf aus 12000 Waggons. Die Kartoffelpreise sind daher im Steigen begriffen. Auch in Franken werden Kartoffeln für Schlesien aufgekauft. — WormS. Seitens der Polizei wurde eine unerwartete Revision bei den hiesigen Bäckern vorgenommen. Man fand, daß 5 Bäcker zu leichtes Brot zum Verkauf in Vorrat hatten. Es wurden 37 Laibe beschlagnahmt. Das Mindergewicht betrug zwischen 60 biS 106 Gramm. — Mannheim. Bürgermeister Ullmer in Oftersheim, den kürzlich das Schwurgericht freisprach, wurde wegen einer neuen Fälschung im Amt verhaftet, ebenso der Gemeinderat Weber. — Berlin. Das ,Berl. Tagebl.' schreibt: Der anläßlich der Weltausstellung in St. Louis geplante Internationale Kongreß zur Bekämpfung der Tuberkulose ist nunmehr auf den 3. hiS 5. Oktober 1904 anberaumt worden. Der Kongreß wird sich außer mit der medizinischen auch mit der sozialen Seite der Bekämpfung beschäftigen. — Kopenhagen. Im Febr. n. I. wird hier eine Telegraphen-Ausstellung veranstaltet. — Krefeld. Während deS Probeschwimmens im Stadtbad zum morgigen Schwimm- seste des Rheinischen Schwimmerbundes erlitt ein epileptisch veranlagtes, 19 Jahre altes Mitglied des Schwimmvereins einen Herzschlag und war sofort tot. — Pretoria. Am Freitag abend drangen zwischen Pietersburg und Nyestrovni zwei Männer in einen Eisenbahnwagen, als der Zug einen Abhang hinauffuhr, überwältigten seine Begleiter und raubten 10,000 Psd. Sterling, die für die Skandart-Bank in Pretoria bestimmt waren. — Krakau. In Krakau hatte ein leidenschaftlicher Kartenspieler — seine Frau verspielt. Als der Gewinner sie umarmen wollte, erhielt er eine so fürchterliche Ohrfeige, daß er zu Boden stürzte, und dann prügelte die Wackere noch ihren Mann gehörig durch.
schlossen hatte, als fie fich dem Hauptmann gegenüber sah.
Ihre Bestürzung über diese unerwartete Begegnung konnte ihm nicht entgehen, aber ebe er Zeit fand, fie anzureden, war fie mit einem Knix schon an ihm vorbeigeschritten, und Nacheilen mochte er ihr nicht. Er ttat in das Kabinett seines Vaters, das erboste Lächeln, mit dem der alte Herr ihn empfing, gefiel il>m nicht.
„Die Zofe von Eichenhorst war hier?" fragte er, nachdem er fich auf einen Sessel niedergelassen hatte.
„Jawohl," arttoorteie der Notar mit scheinbarer Gelassenheit, „sie brachte mir das Schreiben des Herrn Barons. Warst Du nicht auch gestern doit?"
„Allerdings, ich wollte Dagobert besuchen."
„Bist wohl mit ihm befreundet?"
„Wir waren ja Schulkameraden."
Der alte Herr nahm die Brille ab und holte sein seidenes Tuch aus der Tasche, um die Gläser zu reinigen, sein forschender Blick ruhte dabei durchdringend ans dem Antlitz des Sohnes.
„Er soll nun seine Kufine heiraten," sagte er. „Baron Kurt sieht darin das einfachste und sicherste Mittel, seiner Tochter das Majorat zu erhalten, und e« läßt sich nicht leugnen, daß dieses Projekt allen Streitigkeiten und Reibereien ein Ende machen würde."
„Aber zur Ausführung wird es nicht kommen!" erwiderte Georg.
„Woher weißt Du das?"
„Baronesse Theodore fiihtt keine Liebe zu ihrem Vetter!"
„Hat sie selbst Dir das gesagt?"
„Jawohl."
Der Notar machte eine Bewegung der Ungeduld und ruckte die Brille dicht vor die Augen.
„Du verheimlichst mir etwas," sagte er ungeduldig und unwillig, „weShalb willst Du mit der Sprache nicht herausrücken? Ich habe Dich mehrfach auf die Vorteile aufmerksam gemacht, die Dir auS einer Heirat mit der Baronesse v. Darboren erwachsen müssen—"
Die beiden Männer mußten fich auf der Unfallstation verbinden taffen.
Literarisches.
„Gesetz und Recht". Volkstümliche Zeitschrift für Rechtskunde. Unter Mitwirkung zahlreicher Juristen herau^gegeben von Regierungsrat a. D. Dr. jur. K. Frh. v. d. Goltz. Alle 14 Tage ein Oktavheft. Preis fürs ganze Jahr nur vier Mark. Breslau, Verlag von Alfred Lange- wort.
Diese jetzt im fünften Jahrgänge erscheinende nützliche Halbmonatsschrift hat fich bie anerkennenswerte Aufgabe gestellt, dem deutschen Volke ein deutsches volkstümliches Recht zu verschaffen und eine Ueberein- stnmnung zwischen dem geschriebenen Recht und der Volksanschauung herbeizuführt n. Man muß anerkennen, daß ihre zahlreichen tüchtigen Mitarbeüer die Fähigkeit baden, den Willen deS Gesetzgebers aus dem Juristendeutsch in ein Bolksdeutsch zu übertragen. Deshalb zeichnen sich die Veröffentlichungen der sehr billigen Zeitschrift durch wiffenschaftbche Gediegenheit ebenso aus, wie durch allgemein verständliche anziehende Behandlung des stets für die weiresten Kreise interessanten und wichtigen Stoffes. Das erste Heft des laufenden Jahrganges hat u. a. ’olgenbeu Inhalt: „Der Irrtum im Recht". Eine geistvolle Studie von Assessor Dr. Emerichi Die Folgen deS „Unterlassens der Anzeige von geplanten Verbrechen" schildert Landrichter Dr. Winter, während Dr. G Schütz über den „Hausjchlüssel im Rechtsverkehr" einen fesselnden Aussatz beisteuert. In der ständigen Rubrik „Juristische Wmke" wird zur „Vorsicht bei Zahlungen gemahnt. Es folgen bann wichtige „Neue Entscheidungen unserer höchsten Gerichtshöfe, die u. a. Fälle wie „Die Unterhaltspflicht mehrerer, wenn einer vermögenslos ist", bie „Haftung des Hauseigentümers für Unfall auf unbeleuchteten Treppen unb Fluren", sowie bie „Pflicht zur Leistung des Offenbarungseides" behandeln. Den Schluß jedes HesteS bildet ein „Juristischer Fragekasten," in dem ieber Abonnent einen zuverlässigen Berater erblicken darf. Gegen Einsendung einer Doppelkarte stellt der Verlag von Alfred Langewort in Breslau eine Probenummer samt Prospekt kostenfrei zur Verfügung.
Sottesdienstordmmg in Suwa.
Mittwoch, 18. November. (Fest der hl. Elisabeths Dom. -/.6, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Pfarramt und Predigt, l/ilO Uhr Kathedralamt, 12 Uhr Herl Messe, l*/2 Uhr Andacht, 4 Uhr Abendandacht. — Stadtpfarrkirche. 51/« Uhr heilige Messe und Predigt» 6 und 7 HI. Messen, 8 Uhr hl. Messe und Predigt» 9'/, Uhr Amt und Predrgt, 3 Uhr Andacht. — Pfarrkirche zum hl. Geiste. 8 Ubr Hochamt mit Predigt» 5 Uhr Andacht mit Segen. — Sodalität. */-10 Uhr — Frauenberg. Fest der hl. Elisabeth, Patronm der thüringischen Ordensprovinz und des 3. Ordens. Ablaßtag für alle Gläubigen. Hl. Messen 5, ‘/sß, */«7 unb 8 Uhr; Festpredigt und feierliches Amt um 9 Uhr, 3 Uhr feierliche BeSper und Andacht zur hl. Elisabeth.
Kdltmett* *n> Anzeigenteil
Wer dauernde Gesundheit, gleichmäßige» ruhige Heiterkeit und beidslust dem flüchtigen Rausch und Genuß stark aufregender Mittel mit stets nachfolgender Erschlaffung und Verstimmung vorzieht, der mache Kathreiners Malzkaffee zu seinem täglichen Ge- tränk.
„Hat die Zose geplaudert?" unterbrach Georg ihn.
„Nein, ich klassche mit solchen Personen nicht, sie hat nur eine Andeutung gemacht, daß Du gestern mit dem gnädigen Fräulein lange im Park gewesen seiest."
„Und daraus ziehst Du Deine Schlußfolgerungen, nickte Georg. „Nun, Dir kann ich ja das Geheimnis Derraten, Baronesse Theodore liebt mich, und sie ist meine Braut, aber es soll einstweilen noch geheim bleiben, bis ich mit ihrem Vater geredet habe. Und eben dos macht mir Sorge, ich fürchte, daß ber Baron seine Zustimmung verweigern wird."
„Ich werde Dir seine Zusage verschaffen," -rwiderte der Notar, ihm die Hand reichend. „Vorab meine herzlichste Gratulation, hab' nur Vertrauen zu mir, ich will Dir schon den Weg ebnen."
„Gibt er mir seine Zustimmung nicht, so totrb er sie auch Dir nicht geben," fuhr Georg kopfschüttelnd fort. „Ich möchte ihm vorerst erst einen Besuch " achen, damit er Gelegenheit findet, mich kennen zu lernen.
„Hm, das kann morgen ober übermorgen geschehen, ich nehme Dich mit und stelle Dich vor. Aber es wird Dir nicht zur Empfehlung gereichen, wenn Du Dich als Freund Dagoberts norstellen läßt; sei also klug unb verrate von dieser Freundschaft nichts, die ja nun auch nicht mehr in Deinem Interesse liegt."
Dce Furche zwisch n den Brauen Georgs war tiefer geworden, mit nervöser Hast drehte er an den langen Enden seines Schnurrbarts.
„Den Freund zu verleugnen, halte ich für ehrlos," jagte er, „ich habe dazu hier auch keinen Grund"
„Keinen Grund?" erwiderte ber Notar ironisch. „Es handelt fich jetzt darum, ob Baron Dagobert Ma;oratsherr werden ober ob Dir das schöne Besitztum zufallen soll!"
„Er ist ber rechtmäßige Erbe."
„Er wird eS erst nach zwei Jahren."
i (Fortsetzung folgt.)