Einzelbild herunterladen
 

mondsbeUage: ,,8«lda« SeschichtrblStter".

tiflli», «tt Mruahme kr Sonn« jart geiertoge. viertel«

«rwLNi,M.50Pfg- W VW

v««nt»ortlicher >

tzchrifttettenIafvau«

> ffSÄ»»«. wochenbtllage: „Illustrierte Sonntagszeitung

»»zeige«: Vie ei» spaitig« Petitzeile ekt kren Raum 15 pfg. kellamen die pekitzeil« 25 Pfg,; bei Wiek» holnnge« wird enftpr- Rabatt gewährt.

Druck und Verlag k« Zulker Actiendruckeret i» Zulda (Harmonie) Zernsprecher Nr. 9.

M 264.

fltläa, Dienstag, den 17. November 1903.

30. Jahrgang.

Wegen des Feiertags wird die nächste Nummer unserer Zeitung erst am Donuers- tag ansgegebe«.

~ Liberale Träumereien.

Die Liberalen haben sich soeben bei den preußischen Landlagswahlen im „Kampfe gegen die Reaktion" eine gründliche Niederlage geholt. Das ist gewiß der rechte Augenblick, stch wieder einmal von dem „Zusammenschluß aller Liberalen" oder der „gr ßen liberalen Partei" zu unterhalten. Und sie tun es gründ­lich. Nur schade, daß sich, jemehr sie davon rede«, umso deutlicher die Unmöglichkeit dieses Zusammenichluffes heraus stellt Alle Einigungs­versuche vergrößern nur die Uneinigkeit.

Die „so gut gelungene" Einigung oer National­sozialen mit der freisinnigen Vereinigung — vergl. die Wahlerfölge derer um Dr. Barth — hat de» Professor Lujo Brentano angeregt, in der.Frankfurter Zeuung' die Frage aufzu werfe«, ob sie nicht durch Ausdehnung auf wettere Fraktionen der Linken vervollständigt «orde« könne. Die theoretischen Ueberzeugungen der einzelnen Frakliönchen will er ja nicht unter eine» Hut bringen. Nach seiner Meinung kommt «S darauf an, „ihnen die Gemeinsamkeit in dem Grundgedanken wieder zum Bewußtsein zu bringe»". Die Nationalliberalen nannten das beka»»tlich „schärfere Betonung deS liberalen Gedankens" und dann gingen sie hin und nahmen de» Freisinnigen mit Hilfe der konservativen „Reaktionäre" einige preußische Landtagsmandate ab. Das ist die praktische „Einigung", die sich nach der Meinung des Professors Brentano sehr leicht machen wird, wenn nur erst das Bewußtsein von der „Gemeinsamkeit im Grundgedanken" geweckt ist. Er „stellt fest", daß xx Bezug auf religiöse, sozial­politische und handelspolitischeFragen Uebereinstimmung unter den Liberalen herrsche. Du lieber Himmel! Auf welcher Jnsü des Weltmeeres hat denn der Herr Pro- sefior die letzten Jahre hindurch gelebt? Nach­dem er auf jenen drei Gebieten die „Ueberein- stlmmung" „festgestellt" hat, muß ihm natürlich auch die Einigung auf dem militärischen Gebiete erscheinen und so ist es denn in seinen Auge» eine Kleinigkeit, mit etwas gutem Zu­rede» ein einheitliches liberales Votum in allen witzige» praktischen Fragen zu erziele«.

Brentanos Artikel war sozusagen ei« Auf- «n rben. Parteitag der deutschen Volkspartei, der am Sonnabend in Heilbronn m r?*tientrat‘ ^eser nahm einstimmig eine Resolutwn jan, worin er es „angesichts der immer mächtiger anwachsenden Reaktion für eine

Das Majorat.

*••«» von «Wald August «»Nitz.

W ----- Mochrnmck NtSetaQ

Ovrtsetzung aus dem zweiten Blatt.)

„Ä«n wohl, diese zwei Jahre werden vergehe«, da«« muß das Majorat ihm übergeben werden."

JBenn alsdann kein Makel auf seiner Ehre ruht."

•in Zornesblitz zuckte aus den Augen des Haupt- mmuis, « wußte jetzt, wo hinaus fein Later wollte.

*34 verstehe Dich," sagte er mit scharfer 8e- tommg, „ich verstehe nun auch die Anklagen, die Dagobert gegen Dich und seinen Onkel erhoben hat. Laß M jetzt genug fein, Vater; habt Ihr stüher CI* 4" intriguiert, so laß nun den Dingen ihren

«f, Dagobert ist gesetzlich der rechtmäßige Erbe, ich •«de er nicht billigen, daß er betrogen wird, sollte Ifana?' M°l"ralshea tion Eicheuhorst werden

»Das ist Unfinn, mein Sohn", erwiderte der Not« mit einem spöttischen Lächeln, „wir alle müssen k« fitunpf ums Dasein führen, ur,b wenn in diesem Kampfe der Schwache unterliegt und der Stacke über hmwegschreitet, so ist daS eine Notwendigkeit, die * b* Naturgesetzen begründet liegt. Hier handelt * M ■* Reichtum und eine bochangesehene Stellung w Dich und Deine Familie, solcher PrerS ist des «awpfM wohl wert —"

„Nicht des unehrlichen Kampfes, wie eS hier der Fall sei» würde!" unterbrach Georg ihn schack, „meine Ehre würde mir verbieten, solchen Preis an« -»nehme«."

„ »>ch war, Dich geht ja die Geschichte nicht» au! Ich «erlange von Dir nicht» weiter, als daß Du den Ireuud sich selbst überläßt I"

„Dub was geben!! Ihr zu tun?"

„Richte, wir eewarten die Erfüllung unserer Mlüsche r»n iem leidenschaftlichen Temperament

zwingende Notwendigkeit" erklärte, daß die Grup­pen der bürgerlichen Linken zur energischen Be­kämpfung der rückschrittlichen Bewegung einen engeren Zusammenschluß suchen." Man sieht, die nationalliberale Tonart ist mit Nutzen studiert worden. Der Parteitag erklärte sich „uamenS der deutschen Volkspartei" auch sofort bereit, an einem solchen Versuch des Zusammenschlusses „nach Kräften miizuwirken". Sieht man sich dann aber die Verhandlung an, so ist man ver­sucht, diese Erklärung für Ironie zu halten; denn bann offenbarte sich alles mehr, als ernster Wille zum Zusammenschluß.

Der erste Redner Dr. Oeser, der bisher als Landtagsabgeordneter für Frankfurt a. M. der Frelfinnigen Volkspartei angehörte, bemühte sich allerdings im Sinne Brentanos für die „taktische Einigung in den Parlamenten" zu sprechen, und war sogar bereit, in Militär- und Marinefragen sich dem Standpunkt der freisin- nigen Vereinigung zu nähern, „den Kulturfort- schritt zu erringen" und „die nötige Stoßkraft gegen dir Reaktion zu gewinnen", Aehnlich meinte Profeffor Quid de, nicht um ein Kriegs­schiff mehr oder weniger drehe sich der Streit. Aber Friedrich Haußmann entgegnete, der Zu­sammenfluß dürfe „nicht auf Kosten der Prin­zipien" geschehen. Der Widerstand gegen den Militarismus zu Wasser und zu Lande müffe in seiner prinzipiellen und taktischen Bedeutung ge­würdigt werden. Nie und nimmer dürfe die Annäherung erreicht werden um den Preis, „daß auch wir nur einen Schritt nach rechts rücken." Hoffentlich nähert sich die Freisinnige Ver­einigung auf diesem Gebiete der Volkspartei.

Also hier zeigte sich noch wenig Liebe für den Standpunkt der Freisinnigen Vereinigung. Nun aber kam der badische Demokrat Venedey und fiel über Eugen Richter her. An dem Eigen­sinn Richters sei die Einigung beim Zolltarff und bei den preußischen Landtagswahlen ge> scheitert. Wenn sie nun wieder daran scheitere, dann müßten die Demokraten ihr Fraktionsver­hältnis zur freisinnigen Volkspartei einer Revi­sion unterziehen. Diese Ansicht fand in der Versammlung stürmischen Beifall. Die Demokraten, so führte Herr Venedey weiter aus, dürsten sich nicht mit der freisinnigen Volkspartei identifizieren lassen; denn sie habe feit 15 Jahren Fehler über Fehler gemacht und stch herunter - gewirtschaftet. (Die Deutsche Volkspartei hat stch wohl hmaufgewirtschaftet?) Das freund­schaftliche Verhältnis der demokratischen Führer zu Richter habe auch auf diese lähmend gewirkt. Sollte also die Verständigung mit Richter scheitern, so müffe der Fraktionsverband mit der frei­sinnigen Volkspartei gekündigt werden. „Leb­hafter Beifall bei einem großen Teile der Ver­sammlung" verzeichnet der Bericht des dem Abg. Richter allerdings wenig freundlich gesinnten ,Berl. Tageblatt/

Herr Venedey (oder war'S ein anderer Redner auS Baden? Die uns vorliegenden knappen Berichte gtben darüber keine Auskunft) drohte Herrn Richter sogar mit einem dernokrati-

Dagoberts. Er har schon einmal in blinder Wut die Waffe auf einen Menschen gezückt, und es war nicht feine Schuld, baß er ihn nicht tötete."

„Da hinaus wollt Ihr?" fragte Georg, bet feiner Entrüstung nicht länger gebieten konnte. „68 ist ein gefahrvolles Spiel, Vater, «nb selbst wenn Du es gewännest, Theobore und ich würben bie Früchte nicht annehmen, so verlockenb sie auch sein mögen."

„Bah, bas wirb sich ftnben! Wenn Deine Gattin Dir ein Majorat mitbringt, wirst Du e» nicht ab­lehnen können.

.Wen« diese» Majorat gestohlen ist, so verlangt meine Ehre, daß ich bie Annahme verweigere", er­widerte Georg, sich erhebenb.

„Unb wenn Baron Kurt da» Majorat abtr ten muß, so bleibt ihm kaum so viel, baß er seine Tochter standesgemäß ausstatten kann."

„Wir haben ja selbst Vermögen."

„Oho I" fuhr bet alte Herr auf. „Ich lebe noch unb ziehe mich nicht auS, bevor ich zu Bett geh- "

„Theodore wird mit de« Mitteln, bie wir haben, hauszuhalten wiffen unb ebensowenig wie ich Deine Pläne billigen, Vater. Du kennst nun meine Ansich­ten, gib Dir also keine Mühe, sie würde sich nicht lohnen. Wann kann ich Dich begleiten ?"

„In den nächsten Tagen, und ich rate Dir noch einmal, überlaß es mir, bie Angelegenheit zu orbntn, Dein Ungestüm könnte alle» verderben."

„Willst Du bei Theodore» Vater ein gute» Wort für mich einlege», so toetb; ich Dir dafür danken", sagte Georg ernst, „aber in Bezug auf das Majorat handle, wie Deine Pflicht als Justttiar der Famllie e» Dir gebietet"

Damit ging er hinaus, und der Blick de» Notars ruhte lange starr auf bet Tür, hinter bet fein Sohn verschwunden war.

Er griff mechanisch noch einem Sktenhest unb blätterte bari», bann warf er e» ärgerlich wieder auf den Schreibtisch.

„Er hat recht," sagte er, „Ehre und Gewissen streiten dagegen, aber ich kann nicht mehr rückwärts,

scheu Ritt nach Nordd eutschland. Herr Payer meinte jedoch, der würde das Brot auch nicht feit machen, sondern nur noch mehr Zer- splilterung bringen, und Herr Konrad Hauß­mann trat für Richter, den er als hervorragenden Taktiker bezeichnete, auf das wärmste ein. Und daun nahm man einstimmig die Resolution an, worin der engere Zusammenschluß der Liberalen als „zwingende Notwendigkeit" bezeichnet wird.

Es ist zum Lachen! Die einen wollen der Freisinniger» Vereinigung keine Zugeständniffe machen, die anderen rufen: los von Eugen Richter! Die Nationalliberalen scheinen gar nicht einmal erwähnt worden zu sein, weil man sie überhaupt nicht als Liberale aner• kennt. Und so etwas beschließt bann „engeren Zusammenschluß der Gruppen der bürgerlichen Linken"! „Aus der trüben Gegenwart wendet sich der Blick naturgemäß einer befferen Zukunft zu", schreibt gesühlvoll das ,Berl. Tagebl/ Ach ja! Aber einstweilen scheint uns diese „beffere Zukunft" noch in ziemlich ebenso weiter Ferne zu liegen wie der sozialdemokratische Zukunfts­staat. W g-,

- — , M» ...........

Berlin, den 16. November 1903.

* Die Veröffentlichung des Termins des Zusammentritts des Reichstages steht un­mittelbar bevor. Das vorweihnachtliche Zusam- menskin des Reichstags wird voraussichtlich nur kurz fein, selbst wenn man damit rechnet, daß in diesem Jahre die Weihnachtsferien etwas später angetreten werden, wie in den voraufgegangenen Jahren. — Wie die ,Berl. Pol. Nachr.' melden, werden dem Reichstage kurz nach dem Beginn der Tagung der Reichshaushaltsetat für 1804, der auf das Handelsvertragspro- visorium mit England bezügliche Gesetzent­wurf, die Novelle zum Militärpenfions- gefetz und die Novelle zum Börsengesetz zugehen.

** Prinzessin Elisabeth von Hessen, die sich in Begleitung ihres Vaters, des Groß­herzogs Ernst Ludwig, auf der Rückreise von Warschau nach Darmstadt befand, ist wie schon telegraphisch gemeldet, heute früh in Skiernie- wice an Brechdurchfall plötzlich gestorben. Die Prinzeffin ist das einzige Kind aus der am 19. April 1894 mit Viktoria, Prinzeffin von Koburg und Gotha geschloffenen Ehe des Groß­herzogs, die am 21. Dezember 1901 wieder ge­trennt wurde. Sie stand im 9. Lebensjahre. Die erste Nachricht der schweren Erkrankung der Prinzessin Elisabeth erhielt die Mutter in Koburg morgens. Sie machte sich sofort reisefertig zur Abfahrt nach Skierniewice, als gegen IO1/» Uhr die Mitteilung eintraf, daß sie die Tochter nicht mehr lebend antreffen würde. Um 11 Uhr folgte die Todesnachricht. Die Großherzogin gab bann bie Reise auf.

ich habe auch schon zu tief eingelassen. Der Erbe haßt mich, von ihm habe ich nur Undank und Feindschaft zu erwarten, er darf nicht Majoratsherr werden, damit er nicht untersuchen kann, waS in der Vergangen­heit geschehen ist."

Er rieb mit bet flachen Hand Über die Dose und nahm eine Prise, dann rückte er die Brille dicht vor bie Augen.

„Mojoratsherr von Eichenhorst zu werben ist boch auch verlockenb", murmelte tr, „ein solches Glück wirb nicht jedem geboten. Unb ablehnen wirb er eS wahr­haftig nicht, wenn ihm das Majorat auf dem Präsen- tierteHer angeboten wird. Bah, übertriebenes Ehrge­fühl taugt auch nid 18, man muß in vielen Dingen ein weile» Gewissen haben! Wenn wir die Geschichte so mancher vornehmen Familie durchblättern, so ent­decken wir, daß die meisten von ihnen ein Skelett im Hause hoben, e» wird alle» im Laufe der Zett ver­gessen, und wer da» Gold besitzt, der hat auch die Macht und das Ansehen. Di» Liebelei mtt dieser Förster»tochter ließe sich vielleicht für unsere Zwecke benutzen. Man müßte für einen eifersüchtigen Neben­buhler Sorge tragen — hm, die Idee ist nicht übel! Der Nebenbuhler müßte ein roher Bursche fein, dem e» aus einen frisch vom Zaune gebrochene» Streit nicht ankommt — bann könnte man bie Dinge ruhig sich entwickeln lassen."

Er schob bie Brille auf bie Stirn hinauf und stützte da» Haupt auf den Arm; so blieb er in Nach­denken versunken, bi» der Schreiber eintrat und den Verwalter von Haus Eichenhorst anmeldete.

Der Notar fuhr mit der Hand langsam über ©time und Augen, um seine Gedanken zu sammeln.

„Sie wolle« sich beschweren über die Kündigung?" fragte er den eintretenben Verwalter. „Ich kann Ihnen nicht helfen, bester Herr, dem Anträge Baron Dagobert» wußte Folge gegeben werden, damit der Friede gewahrt bleibt. Warten wir bessere Zetten ab."

„Die kommen nicht, wenn wir nicht die Hände rühren," erwiderte der Verwalter, den Stuhl anneljmenb, der ihm angeboten wurde. „Der Zank zwischen den

* Drei neue Admirale. Anläßlich des 50 jährigen Bestehens der Admiralität, welche^ am Samstag gefeiert wurde, find vom Kaiser außer dem Staatssekretär des R.ichsmanneamtS Vizeadmiral o. Tirpitz noch die Vizeadmirale Freiherr von Senden-Brbran, Ehef beS Marinekabinetts, unb Ben bemann, stellver­tretender Chef bet Marinestation der Nordsee, zu Admiralen befördert worden. Thomsen, Admiral, Chef der Marinestation der Nordsee, ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches unter Stellung ä la suite des Seeoffizierkorps mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt.

[::] Der ungarische Handelsminister Hieronymi, der sich infolge feines Eintrittes i» die Regierung einer Neuwahl unterziehen muß, hielt am Sonntag in einer Wahlerversammlung eine Rede, in welcher er die schwebenden handels­politischen Fragen beleuchtet. Bezüglich der Vertragsverhandlungen mit Deutschland be­merkte er, er habe vor einigen Monaten vom Reichskanzler Grafen Bülow und anderen Ministern die Zusicherung erhalten, daß, solange die Hoffnung nicht geschwunden sein werde, mit Ungarn verhandeln zu können, Deutschland bie Hanbelsverträge nicht kündigen werbe. „Deutsch­land kann aber", fuhr Redner fort „wegen unserer inneren Wirren nicht unendlich lange warten. Schon haben wir bedeutenden Schade» erlitten; Deutschland hat nämlich bie Vertrags« verhanblungen mit Rußlanb bereits begonnen. In früheren Zeiten, ba Deutschland zuerst mit der österreichisch-ungarischen Monarchie verhandelt, wurden mit gegenseitiger Berücksichtigung der Verhältnisse in beiden Reichen Zollsätze verein­bart, die auf spätere Vertragschließende angewendet wurden. Jetzt wird vermutlich Deutschland früher mit Rußland zu einer Vereinbarung ge­langen, was für uns keine günstige Sage schafft." Das sind im Grunde genommen recht selbstver­ständliche Dinge, die Herr Hieronymi ba gesagt.

*„ Ein allgemeiner bentscher J«u««gs- Haudwerkertag wirb durch den Zentral-AuS- schuß der vereinigten Innungs-Verbände Deutsch­lands für das Jahr 1904 einberufen. An alle Handwerkskammern, Jnnungs - Verbände und Korporationen sind bie Einlabungen kürzlich er­gangen. Es war darin insbesondere gewünscht, daß zur Aufstellung einer vorläufigen Tagesord­nung Vorschläge gemacht werden, und zwar solle» nur wichtige Handwetkersragen zur Beratung kom­men, damit sie in aller Gründlichkeit behandeÜ werden können.

§ In einer am Sonntag abgehaltenen Ver­sammlung sozialbemokratischerDelegierter des Wahlkreises Tellow-Beeskow-Sterkow wurde beschlossen, auf der Forderung eines Mandates als Gegenleistung für eine sozialdemokratische Unterstützung der Liberalen des Kreises zu be­stehen. Kein sozialdemokratischer Wahlmann, ix im Falle einer Ablehnung dieser Forderung für einen Liberalen stimme, dürfe weiter als Partei­genosse anerkannt werden.

beiden Herren ist zwar schon ausgebrochen, aber die Geschichte wird im Sande verlaufen —"

„Am Gegenteil, dieser Zank wird Erbitterimg hinterlaflen, und je höher bie Erbitterung wächst, desto besser für uns."

„Ich halte nicht viel davon, ich habe bessere Pläne, nur fragt es sich, ob der Herr Baron sich dazu verstehen wird, Opfer zu bringen, die nicht um* bedeutend find. Ich mag mit ihm selbst nicht darüber reden, wenn Sie sich verbürgen, das Geld zu zahl«, so —"

„Wie groß ist die Summe?"

„Wir werden unserem Werkzeug nicht mehr zahlem wie unbedingt notwendig ist. Vielleicht taefew Taler."

„Und was wird das Werkzeug dafür tun?"

„Alles, was wir verlangen. Vorerst soll er be» jungen Herrn wieder zum Spiel verführen, daS andere findet sich dann, vielleicht falsche Wechsel ober sonst etwas, was ihn in» Zuchthaus bringt —"

„Unb Sie glauben, baß er aus diese Leimrute gehen wirb?" spottete bet Notar. „Er ist ber leicht- finnige Windbeutel nicht mehr, ber er früher war—*

„Mein Sohn glaubt es zuversichtlich; er kennt ihn besser, er kennt auch den Herrn, ber un» seine Dienste angeboten hat."

„Wer ist es?"

„Sie müssen mir gestatte«, baß ich baS noch ver­schweige, er ist in jeber Beziehung befähigt, bie Auf­gabe, bie wir an ihn stellen, zu lösen. Aber, wie ge­fugt, wir müssen ihn mtt Geld unterstützen."

„Wenn Sie für ben Erfolg garantieren könne», sollen alle Auslagen Ihne« vergütet werben," sagte ber Notar zögernd, „aber ich setze kein Vertrauen st» Ihren Plan. Ist es Ihnen bckannt, daß Baron Dagobert eine Liebelei mit der Försterstochter hat?"

„Davon weiß ich nichts," erwiderte ber Verwalter.

„E» soll in Wahrheit der Fall sein; wir kennend« jungen Henn genügend, um zu wisse«, daß er festhSL was er einmal gefaßt bat, und Röschen wird natürlich nichts dagegen haben, gnädige Frau zu werden." (F. fch