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fulda, Donnerstag, den 12. November 1903.
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Deutsches Reich ,
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30. Jahrgang.
eine vorige Woche in Berlin stattgehabte Kon- erenz der Urheber beS Projekts in Berlin be richtet wird, dürfte dem letztern auch kaum eine günstigere Ausnahme sichern, denn etwas Greif- iiares scheint bei der Beratung nicht heraus- gekommen zu sein. Ein Austausch der Ansichten, was zur wirksamen Bekämpfung der Sozialdemokratie zu geschehen habe; ine Erkenntnis, daß mit der Bekämpfung, die nicht naher Definiert wurde, soziale Reformen Hand in Hand gehen müßten, und daß dl« Masten über die sozialistischen Irrlehren aufzuklären seren; daß der sozialdemokratischen Agitation eine antu sozialdemokratische entgegengesetzt werden solle das sind alles „alte Jacken", mit denen sich eine Bewegung größern Stils kaum Hervorrufen lassen wird. Das Interessanteste an der Veröffentlichung ist, daß mit einem beschloffenen Programm erst an die Oeffentlichkeit getreten werden soll, wenn es gelungen fei, Die Ausführung des Planes auch nach der finanziellen Seite zu sichern. Also das Geld fehlt noch. Dann dürfte es mit der Ausführung allerdings noch gute Wege haben; denn seit der bekannten 12000 Mark Affäre des Großindustrlellenver- bandes ist es nUt mehr so leicht, Subventionen zur Bekämpfung der Sozialdemokratie zu erlangen. Die Spuren schrecken.
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Kscheknt »glich, mit ggfnatyne der $oim= M» Feiertage, viertel- (i|tLSe$xgsprets Ohne »ringerlohu und PeßeAgeldii»8uldaund «MWärtsimt.SOPtg.
Verantn-orillcher gchriftleiter.Ios.Saum woch-nb-iiage:„Zllustriette Sonntagsjettung*
:)en von Buenaventura nach dem Isthmus zu mieten, erhielt ein amerikanischer Kreuzer Befehl, nach Buenaventura zu gehen und im Falle der Verschiffung von Truppen die Befehlshaber zu benachrichtigen, daß die Truppen auf dem mus nicht landen dürfen. — Der amerikanische Admiral Glaß ist mit den Kriegsschiffen „Mar- blehead" und „Concord" in Panama eingetroffen, denen die „Wyoming" folgte. Man glaubt tw Washington, daß Kolumbien keine Truppen entsenden wird, um Panama anzugreifen, da die amerikanischen Kriegsschiffe die Zufahrt nach Panama bewachen.
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Berlin, den 11. November 1903.
* Aeutzerungen des Eisevbahumini- sters. Minister Budde läßt in den ,Berl. Pol. Nachr/ verschiedene Preßäußerungen über seine letzten Reden an Eisenbahuarbeiter richtigstellen. So wird jetzt feftgesteüt:
Der Minister war gar nickt tn der Lage, irgendwo eine allgemeine Lohnaufbesserung zuzusagen. Am wenigsten lag ein Grund hierfür tn Danzig vor, wo der Aibeiterausschuß, mit welchem sich der Herr Minister wenige Minuten auf dem Bahnhofe unterhielt, um Lohnaufbesserungen gar nicht gebeten hatte. In allen Fällen versicherten die Arbeiter aus sich heraus, daß sic treu zur Staatseisenbahrverwaltung hielten. Indem der Minister darüber seiner Freude und Anerkennung Ausdruck gab, ermahnte er die Arbeiterausschüsse, hierfür auch ferner ,u sorgen, da nur bei gegenseitiger Vertragstreue und Zusammenarbeit es möglich sei das Wohl der Arbeiter zu fördern. Für jeden Fall ließ der Minister keinen Zweifel darüber, daß unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist ,eder Arbeiter entlassen weiden würde, der agitatorisch für die Sozialdemokratie wirke, da diese auf die Zerstörung der heutigen Siaatsorganisation, also auch der bestehenden Staatswerkstätten hinarbeite.
*. Die ,Neue Politische Korrespondenz hört von maßgebender Stelle, das neue Militär- peusiousgesetz sei soweit vorbereitet, daß in allernächster Zeit die definitioe Gestaltung für die Vorlage beim Bundesrat festgeleot werden dürste. Auch das Servistarifgesetz sei innerhalb der Reichsressorts bereits fertig gestellt.
*♦ Invaliden- und Altersrente. Im laufender! Vierteljahre vollzieht sich ein bemerkenswerter Akt im staatlichen Versicherungswesen. Hat es sich nicht schon ereignet, so ereignet es sich demnächst, daß die erste Million an bewilligten Invalidenrenten voll wird. Man wird sich erinnern, daß das letzte der großen Verficherungsgesetze zuerst die Bezeichnung „Alters- und Jnvalidenvecsicherungs- gesetz- trug. Man bat die Bezeichnung später mit Recht in „Jnvalidenversicherungsgesetz" umgeändert, denn die damit bezeichnete Versicherungsart ist jetzt schon bei weitem die bedeutendere geworden und wird es später noch mehr werden. Arn 1. Januar 1904 wird das Gesetz 13 Jahre in Kraft sein. In noch nicht dem gleichen Zeitraum« hat eine Million Deutscher auf Grund des Gesetzes Invalidenrente erhalten. Altersrente wurde nahezu an die Hälfte gezahlt, sodaß insgesamt in der genannten Zeitspanne etwa Vie Millionen Deutschen auf Grund des letzten der großen Verficherungsgesetze Renten erhielten.
^Das neueste Projekt zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, hinter dem, als es vor einiger Zeit anstauchte, Wunders was vermutet wurde, und das fich bann als eine literarische Zentralstelle zur Bekämpfung bet Sozialdemokratie herausstellte, wird weiter verfolgt, obschon die Aufnahme, die es bei seinem Bekanntwerden in der Presse fand, nicht gerade geeignet war, ermundernd zu wirken. Was über
Das Majorat.
Hernan von Ewald August König.
82 ------ (Nachdruck verboten.)
„Die besten Verwalter taugen nichts, Herr Graf, warf Dagobert in seiner ernsten, ruhigen Weise ein, „sie denken stets in erster Reihe an fich selbst, die Interessen der Herrschaft kommen erst später."
J6ie mögen nicht Unrecht haben”, erwiderte der Graf lächelnd, „aber von einer reichbesetzten Tafel falle« ja immer einige Brosamen ab, weshalb soll man jte seinen Dienern nickt gönnen?*
„€>e sage ich auch", versetzte Baron Kurt, „wer mir treu und eqrlich dient, dem sehe ich so scharf nicht auf die Finger; dem Ochsen, der da drischt, darf «an das Maul nicht verbinden. Werden Sie lange hier verweilen?”
„Ich weiß es noch nicht, einige Wochen jedenfalls, ich möchte die Kunstschätze dieser Stadt und auch daS Leb« «ud Treiben in ihr kennen lernen; fraglich ist es wer, ob ich einen Cicerone finde, der meinen Wünschen volle Befriedigung verschaffen kann.”
,6ie haben keine Bekannten hier?"
„ Durchaus keine.”
.Dann wird mein Neffe fich gewiß gern daS Vergnüg« wachen, Sie auf Ihren Wanderungen zu be- ^eiiev.”
das wäre ein Opfer —"
Durchaus nickt, Herr Graf", sagte Dagobert rasch in verbindlichem Tone, „ich stehe bereitwillig zu Ihrer Verfügung .“
„So nehme ich da» freundsiche Ane'bieten mit de« gröxten Danke on”, erwiderte Graf Morray mit einer Verneigung, „Graf Zchy hat mich schon au den liebenswürdigen Empfang, be» ich hier finden würde, vorbereitet, dennoch übertrifft er »eine Erwart»'gen. Ich wohne vorläufig noch im Hotel, im
* Graz, 11. Nov. 1903 Der steierische Sanbtag nahm am Dienstag unter lebhaftem Beifall auf allen Seiten bes Hauses eine Reform beS Lanbtagswahlrechts an, durch welche bie birekte unb geheime Wahl eingeführt unb eine vierte Kurie mit acht Mandaten geschaffen wird, von denen auf jeden Wahlkreis eins entfällt.
* Rom, 11. Nov. 1903. In dem kaum gebildeten Ministerium Giolitti krifelt es bereits bedenklich. Die ,Tribuna' schreibt: Infolge der traurigen Ereignisse der letzten Tage und der plötzlich veränderten politischen und parlamentarischen Lage erbat Ministerpräsident Giolitti eine Audienz vom König, der diese unverzüglich unter Worten des Vertrauens und Trostes bewilligte. Giolitti begab sich am Mittwoch vormittag nach Pisa unb wurde sofort in San Rossore empfangen.
* Paris, 11. Nov. 1903. Die Verlogenheit des sozialdemokratischen Programmsatzes „Religion ist Pri« vatsache" tritt auch bei den französischen „Genoffen" immer deutlicher zu Tage. Die Pariser Kammer hat bei der Beratung des Justizetats den Antrag des Sozialisten Dojeaute auf Entfernung der Christusbilder aus den Gerichtssälen mit 254 gegen 245 Stimmen angenommen. Es ist sehr gut, baß die roten Herren immer wieder zeigen, wie sie über das Christentum denken. Einmal muß ja auch das französische Volk erwachen, unb dann wird es schon Abrechnung halten. — Ein vom Pr äsi- „Pariser Hofe'; toem Sie mr die Ehre erzeigen wollen, mich dort abzuholen, Herr Baron, so werde ich Ihnen außerordentlich dankbar sein.”
„Wünschen Sie heute noch —"
„Nein, nein, morgen vormittag, wenn es Ihnen angenehm ist."
„Ganz wie Sie wünschen", sagte Dagobert, „ich werde mich pünktlich einfinden. Sie werden fich vielleicht in Ihren Erwartungen getäuscht sehen, unsere Stadt bietet nicht so viel Jntereffantes unb Sehenswertes —"
„Jede Stadt ist sehenswert”, unterbrach der Graf ihn, indem er sich erhob, „abgesehen von den Kunst- sckätzen, hat ja jede Stadt ihre eigenen Sitten. Ich will die Herren nicht länget: stören, nochmals meinen Herzlicken Dank für die steundliche Ausnahme, den ich auch meinem Freunde Zichy gelegentlich abstatten werde. Wie schade, daß mein Vetter fich diese Empfehlung nicht geben ließ! Er war vor kurzem noch hier, ebenfalls ein Graf Morray, jüngere Linie unseres Hauses, er schrieb mir kurz vor seiner Abreise, daß er fich zum Sterben langweile — ich glaubte ihn hier noch anzutreffen, ober er war kurz vorher abgereist.”
„Wir würden ihn ebenso steundlich aufgenommen haben, wie Sie", sagte Baron Kurt, ihm die Hand drückend.
„Ich zweifle nicht daran , erwiderte der Graf, „deshalb bedauere ich i> sehr, daß er dieses gastfreundliche HauS nicht kennen gelernt hat. Meine Herren, ich habe die Ehre, mich Ihnen zu empfehlen.”
Dagobert gab ihm das Geleite; an einem Fenster der Korridors blieb der Graf stehen und blickte voll Bewunderung auf den Garten und Park hinunter.
.Ich würde viel darum geben, wenn ich diese fef önen Bäume hinter meinem Gut in Ungarn hätte”, sagte er. „Sie erlauben wohl, daß ich einen kurzen Gang in den Park mache?”
Dagobert begleitete ihn, Graf Morray sprach
deuten Loubet unterzeichnetes Dekret des Marmeministers verfügt die Entfernung der Nonnen aus den Marinefpitälern, da le sich nicht mit der Krankenpflege, wohl aber mit der materiellen Verwaltung beschäftigt hätten. In dem Bericht des Marinemimsters, in welchem diese Entfernung begründet wird, ist ausgeführt, daß die Nonnen entgegen den Bestimmungen, die Leitung der VorratSmagazme an sich gerissen, sich jeder Kontrolle entzogen und arge Mißbräuche begangen hätten. Ohne Beweise wird man den Behauptungen des Marineministers nicht ohne weiteres Glauben chenken dürfen. — Der nächste Ministerrat wird schon morgen stattfinden, weil bie Regie- rung ben von bem Senator Gerard eingebracht«! Zusatzantrag beraten will, nach dem diejenigen Personen, welche das Gelöbnis )es Gehorsams und des Cölibats abgelegt haben, keinen Mittelschulunterricht erteilen ollen. __
* Konstantinopel, 11. Nov. 1903. Die türkische Regierung erteilte der Firma Friedrich Krupp in Essen einen Auftrag zur Lieferung von Geschützen in Höhe von 13 Millionen Mark.
* Konstantinopel, 11. Nov. 1903. Der en glif che Frachtdampfer „Caldy" trieb durch widrige Strömung heute im goldenen Horn gegen die weltbekannte Brücke, welche Galata nnd Stambul verbindet. Die Brücke wurde, der.FrankfurterZeitung' zufolge, teilweise ent» zweigeriis en unb nur weil es noch ganz früh morgens war, würbe eine größere Kala strophe vermieden, denn tagsüber sind stets einige Tausend Menschen auf der Brücke. Im Durschnitt passieren täglich 200000 Personen und 2000 Wagen darüber. Der Katastrophe fielen drei Menschen zum Opfer. Auf Befehl des Sultans wurden sofort einige hundert Marinesoldaten zur Reparatur kommandiert. Die Fachleute hatten seit Fängern den Zustand bet bem Marineamt unterstehenden Brücke für bedenklich. Die sehr bedeutenden Einkünfte aus den Brückengeldern waren bem erst kürzlich verstorbenen Marineminister Hassan Pascha, einem ber schlimmsten von allen türkischen Staatsverberbern, als persönliche Einnahme vom Sultan angewiesen worben. Die bamit verbundene Verpflichtung, aus den Brückengeldern für die Erhaltung ber Brücke zu sorgen, hat Hassan Pascha, von kleinen, ganz unumgänglichen Flickereien abgesehen, natürlich nie erfüllt, fodaß ber Zustand des alten Bauwerkes allmählich geradezu gefährlich geworben ist. Vor nicht ganz einem Jahre sind eines Tages siebzehn Personen in's Meer gestürzt, bie sich an bas Geländer gelehnt hatten. Seit einiger Zeit studiert das Amt Projekte für eine neue Brücke. Hoffentlich gelangt es zum Entschluß, bevor noch größerer Schaben es bazu zwingt. Die Admiralität forderte vorn „Caldy" 20,000 t. Pfund Schadenersatz. _ .
* Washington, 11. Nov. 1903. Als tn Washington bie Nachricht einging, bie kolum- bifche Regierung beabsichtige, eine Anzahl englischer Schiffe zur B e f ö r b e ru n g von T r up- wiederholt sein Entzücken über die prächtigen Bäume aus.
„Sind Sie Jäger?” fragte Dagobert, der an dem lebhaften Manne immer größeres Gefallen fand.
„L idcnschaftlich, Herr Baron! Ick habeüberhaupt ein leidenschaftliches Temperament, Sie werden das noch erfahren."
„In bezua auf die Jagd können Sie hier volle Befriedigung finden, unser Wald ist reich an Wild, mein Onkel ist nie passionierter Jäger gewesen."
„Vortresflich, das kann mir den Aufenthalt hier nar"noch angenehmer machen! Haben Sie in der Stadt einen munteren gesellschaftlichen Kreis?"
„Ich habe mich noch nicht darum bemüht."
'Sie haben keine Freude daran?"
„Das wohl, aber ich bin nach langer Abwesenheit erst "vor kurzem heimgekehrt, um das Majorat hier -ui übernehmen.” , „
„So, so, Sie find der MaforatSherr hier? ' „Ich werde es nach zwei Jahren werden." „Wie das?" fragte der Graf erstaunt. „Sie find
Das 5chlaMllenwesen und seine Reform.
Wenn eine Wohnung ihren eigentlichen Zweck erfüllen soll, ihren Inhabern nämlich eine angenehme HäuSlickkeit zu bieten, in welcher Ordnung, Reinlichkeit uno Behaglichkeit herrschen, so muß ie vor allem aus einer Mehrheit von planmäßig aneinandergefügten und zweckentsprechend benutzten Räumen bestehen. Dieser Ansorberung prichi eine allzustarke sogenannte „Wohnbichng- :eit". Die Ursachen ber letzteren sind nun entweder der Mangel an genügend geräumigen Wohnungen, zu hohe Mietpreise, Kinderreichtum, und endlich die Aftervermietung und hier wieder bas Schlasstellenwesen. Welchen Umfang bie vorletzte fcheinung mit bem Ansammeln großer Bevölkerungsmaffen namentlich durch bie Groß- inbuftrie unb dem Anwachsen ber Großstädte angenommen hat, zeigen folgende Prozentzahlen: ür München 11.64, Leipzig 9,21, Berlin 8,43, Charlottenburg 7,03, Hamburg 6,85, Esten 6,13, Breslau 6,08, Schöneberg, 5.69, Köln 4,1/, Elberfeld 2,96. Als ungünstige Folgen des Wiedervermietens von Mietwohnungen fetten» seren Inhaber an einzelne ober gar mehrere Personen nennt Dr. Wiedfeldt in Untersuchungen 16er biefe Erscheinung in ber Stadt Esten vornehmlich drei: 1. Gefährdung ber Sittlichkeit, ber bekannteste unb am öftersten besprochene Punkt; 2. bie Schwierigkeit, einen aus zu viel Menschen lestehenden Haushalt ordentlich unb sauber zu jalten, woraus sich bann weitere Unannehmlichkeiten ergeben unb 3. häufige direkte Schädigung >er Wirte durch ihre Mieter, wobei bie ganze Stufenfolge von bem Schuldigbleiben des Schlafgeldes über bie fahrlässige unb absichtliche Sach- jefdjäbigung bis zur Eigentumsentwendung hier vertreten ist. Für die Schlafstelleninhaber ergeben ich, wenn man von ben schlimmsten, denen für Anstand unb Sittlichkeit, hier absteht, auch tm günstigen Falle folgende Nachteile: Der Schlaf- länger hat ein Recht nur während der Nacht; abends und Sonntags ist er höchstens geduldet; Arbeitslosigkeit hat leicht Obdachlosigkelt zur Folge; leichtsinnige und schlechte Elemente wirken verderblich auf ihre Schlafgenosten; häufig tft weiterhin die Verbreitung ansteckender Krankheiten, zudem es oft an der nötigen Sauberkeit unb sorgfältigen Pflege fehlt, unb endlich sind auch Vergehen gegen das Eigentum nicht seltene Erscheinungen unter den Schlafleuten.
scherzend fort, während fie langsam auf dem Wege zum Herrenhause weiterschritten, „ich habe schon ein= mal einen guten Freund ohne meine Schuld dadurch verloren. Er nahm es mir übel, daß die Dame, die er liebte, mich auszeichnete, und ich dachte mcht u» entferntesten daran, mich um diese Auszeichnung zu bemühen." , , ,
„In Bezug auf diesen Punkt brauchen Sw sich keine Sorge zu machen," sagte Dagobert in demselben heiteren Tone, „ich würde Ihrer Werbung um die Gunst meiner Kufine nichts in den Weg legen.
„In der Tat nicht?" fragte der Graf, ihn scharf anblickend. „Wenn ich mich darum bewerben »oute, so würde ich es auch zu einer Lebensausgabe mache«, Herz und Hand der Dame zu gewinnen- Denn off« gestanden, ich sehne m ch nach einem ruhigeren Leben, das ich wohl erst dann finden werde, wenn ich an der Seite einer geliebten Gattin glücklich bin "
„Sonnten Sie das nicht längst sim?"
Nein, denn die Tante, die vom Schicksal be- stimmt ist, mich glücklich zu machen, ist mir noch mcht begegnet.”
Sie hatten den Wagen erreicht, der Gras reichte seinem Begleiter die Hard und nahm Abschied.
„Ich werde also morgen vormittag das Vergnüg« haben?” fragte er.
„Ich werde mich pünktlich einfinden."
„Wir plaudern dann auch über Ihre Angelegen- beiten, es muß Ihnen ja schrecklich fein, jetzt noch unbr Vormundschaft stehen zu sollen. Was rch in solcher Lage tun würde, weis ich nicht; aber* ehr« und lieben könnte ich meinen Vormund nicht *
„Wie wäre das auch möglich!" erwiderte Dagobert. „Mehr noch als ich leidet meine Mutter darunter; wir würden Ihnen sehr dankbar fein, wein Sie uns einen Weg angeben könnten, auf dem Abhilfe z» ; schaffen wäre.”
„Wir werden sehen," nickte der Gral, der die Hand ; Dagoberts noch immer in der seinen hielt. „Ich hoffe.
doch längst majorenn!"
„Eine seltsame Klausel rn unserw Famülenstatut bestimmt, daß der Erbe das Majorat erst nach zmück- gelkgtem dreißigsten Lebensjahr antreten darf, erwiderte Dagobert grollend. „Wie unangenehm mir das ist, brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen.”
,Jch kann mir das denken, Sie muffen nur das olles später erzählen, vielleicht finden wir einen Weg, jene Klausel unwirksam zu machen. Pardon, wer ist die schöne Dame?"
Er deutete mit dem Hut, den er abgenommen hatte, auf Theodore, ine auf einem Seitenwege an ihnen vorbeiwanderte.
„Meine Kufine," erwiderte Dagobert. „Wenn Sie wünschen, daß ick Sie vorstelle —"
„Heute nicht, Herr Baron, ich werde Sie ein andermal um die Ehre bitten. Ich möchte nicht gern Veraniafiung zur Eifersucht geben," fuhr der Graf
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Zuldaer Aetiendruckerei tcu 44 in 8ulda (Harmonie) monatsbeilage: „Sulöatt GefchichKvIaner". »• ’■