Einzelbild herunterladen
 

Vermrtwortllch«

S*tftie«er:3of.Ba**

3.Wntawi«. wochiStUa,«:IllustrierteZonntagszeitung"

Monatsbeilage:znldaer Geschichtsblätter".

st» $tiertage. vierte»- Ahrl.SrziS»prei« ohie SringerlohA in» »tßelgeldiiZildaN»» ««wärt« I Mk. so Pf,.

l«$eiaet: vi« ehw Waltige Petit; eile obet beten Raum 15 pf<° Reklamen die petitzeü« 25 pfg.; bei wieder» Holungen wird entspr. Rabatt gewährt.

Druck und Verlag der ZuldaerAetiendruckerei in Kolba (Harmonie) Zerosprecher Nr. 9.

M 251.

fttlüL- Montag, den 2. November 1993«

Berlin, den 31. Oktober 1903.

** Offiziös wird verfichert, daß den bevor­stehenden Reichstag eine neue Militärvorlage beschäftigen werde. Da das jetzt geltende so­genannte Qmnquennatsgesetz am 1. Avril 1904 abläuft, versteht sich das von selbst. Es kommt nnr darauf an, was fie enthält.

: Der General der Kavallerie und kom­mandierende General des IX. Armeekorps, Robert v. Massow, ist endgiltig zum Präfi deute« des Reichsmilitärgerichtes ernannt worden. Mit der Führung des IX. Armeekorps ist der Generalleutnant von Bock und Polach, bisher Kommandeur der 1. Division in Königs­berg, beauftragt. Robert von Maffow steht im 65. Lebensjahre.

(^Z) In der letzten Sitzung der vereinigten Bundesausschüffe für Handel und Verkehr und das Justizwesen ist die Novelle z«m Börsen­gesetz zu Ende beraten worden. Da verschiedene nicht unerhebliche Aenderungen an dem im preußischen Handelsministerium ausgearbeiteten Entwurf _ von den Ausschüssen vorgenommen worden sind, so geht dieser zunächst an die Bundesregierungen zur abermaligen Begutachtung. Man nimmt nach dem ,Berl. Lok. Anz/ an, daß der Bundesrat selbst in etwa 14 Tagen in der Lage sein wird, sich mit dieser Vorlage zu be­schäftigen. Nach den jetzigen Bestimmungen gilt es als sicher, daß der Reichstag gleich bei seinem Zusammentritt die Novelle unter seinen Eingängen vorfinden wird.

* lieber die Ausgestaltung der Kaualvor- lage, die dem Landtage zugehen wird, liegen, schreibt der,Berl. Lok.-Anz/, endgiltige Beschlüsse des Staatsministeriums noch nicht vor. Auf Grund eines Vortrages, dem neulich der Minister Budde dem Kaiser gehalten hat, wird die Vor­lage einer neuen Umarbeitung unterzogen. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß als erste Teilstrecke die Verbindung des Dort- mund-EmS-Kanals mit der Weser hergestellt wer­den soll. Also sind die Angaben der ,Voss. Ztgtt doch wohl richtig.

H Zu dem Berichte sozialdemokratischer Blätter über die Enthebung des Assessors Simon von der Verwaltung einer Rrchterstelle in Militsch bemerkt die ,Nordd. Allgem. Ztg/ offiziös:Von der Geschichte ist, soweit sie das Justizministerium betrifft, nur das eine wahr, daß dasselbe auf den Antrag des Oberlandes­gerichtspräsidenten die Abberufung des Gerichts- affessors verfügt hat, und zwar weil er mit dem Amtsrichter in Militsch in solche persönliche Gegensätze geraten war, daß das weitere Zu­sammenwirken der beiden richterlichen Beamten an demselben Gerichte untunlich erschien. Zu­gleich ist bei der Abberufung angeordnet worden, daß der Gerichtsaffeffor für anderweite Kom- miffarien zunächst nicht in Aussicht genommen werden solle. Von den übrigen in der sozial- ................................

Das Majorat.

Roman von &a>alb August König.

24 ------ (Nachdruck verboten.)

Ich werde Sie jetzt verlassen," fahr der Baron leise fort,beraten Sie mit Dagobert uitb Ihrem Bruder, wenn S e überhaupt eine Beratung nötig finden. Ich sage Ihnen noch eimr.c.1, auf dem Wege des Prozesses werden Sie gar nichts erreichen, dir Rechte, die mir zustehen, trete ich nicht ab, ich darf er nicht, ich bin entschloßen, die mir aufgelegten Wichten zu erfüllen. Ich werde meinen Wagen gegen Abend schicken, um Dagobert abholen zu (affen, es wird mir lieb sein, wenn Sie ihn begleiten, auf den freundlichsten Empfang dürfen Sie zuversichtlich rechnen."

In diesem Moment trat Dagobert ein, die Baronin bemerkte kaum, daß ihr Schwager sich mit einer tiefen Verbeugung entfernte, fie eilte dem Sohne entgegen, den fie mit überströmenden Augen in ihre Arme schloß.

Sie konnte sich nicht satt sehen an dem stattlichm Manne, dessen äußere Erscheinung fie an ihren Gatten erinnerte; fie hatte unzählige Fragen an ihn zu richte« und ließ ihm kaum Zett, fie zu beantworten; fie wollte im Fluge alle seine Erlebnisse erfahren. Dann plauderte sie über ihre eigene Gefangenschaft, und so wett auch mitunter ihre Gedankensprünqe auseinander Ö;en, in einem Punkte: in dem Haß gegen den

on trafen sie immer wieder zusammen.

Hand in Hand. saßen Sie auf dem Divan, in kurzen Umrissen berichtete Dagobert seine Erlebnisse, er schloß diesen Bericht mit den Unterredungen, die er mit dem Förster, dem alten Kammerdiener und feinem Vormund gehabt hatte.

Der Advokat hatte unterdessen im Kabinet seine Streuten obgefertict, er kehrte zurück, al» seine Schwester 'ihre Uebersührung in die Irrenanstalt berichtete.

demokratischen Preffe mitgeteilten Vorkommnissen ist im Justizministerium nicht das mindeste be­kannt. Damit entfallen die daran geknüpften Folgerungen." Das ist nun aber doch keine befriedigende Aufklärung des Falles. Warum geriet der Amtsrichter mit dem Assessor in per­sönliche Gegensätze und warum soll der Affeffor für anderweite Kommiffarien nicht in Aussicht genommen werden? Es wäre doch dringend zu wünschen, daß das gleich deutlich gesagt worden wäre. Jetzt kann man die Antwort immer noch in der Freisprechung sozialdemokratischer Flug­blattverteiler und in der Aeußerung zu dem Gendarmen finden.

** Die zur Reichskasse gelangte Jstein- nahme, abzüglich der Ausfuhrvergütungen rc. und der Verwaltungskosten, beträgt für die Zeit vom 1. April bis Ende September bei den nach­bezeichneten Einnahmen: Zölle 233,772,169 Mk. (+ 9,050,313 Mk.), Tabaksteuer 4,577,340 Mk. ( 389,962 Mk.), Zuckersteuer und Zuschlag 53,541,404 Mk. (+ 14,462,925 Mk.), Salz- fteuer 23,116,908 Mk. (+ 929,986 Mk ), Maisch­bottichsteuer 3,754,193 Mk. ( 9,491,675 Mark), Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag 61,234,640 Mk. (+ 1,855,370 Mk.), Brennsteuer 801,193 Mk. ( 809,881 Mk.), Schaumweinsteuer (einschl. Nachsteuer) 1,839,138 Mark ( 392,787 Mk.), Brausteuer und lieber« gangsabgabe von Bier 14,822,377 Mk. ( 50,517 Mark), Summe 388,348,590 Mk. (+ 15,163,772 Mark). Spielkartenstempel 735,948 Mark ( 28,677 Mk.).

* Zur Behandlung Betrunkener in Heer «nd Marine. Die kaiserliche Verordnung über die Behandlung Betrunkener und über den Gebrauch der Waffe in dringender Not und äußerster Gefahr hat nunmehr aus Anlaß des Falles Hüssener eine Ergänzung, sowie eine ge­nauere Feststellung erhallen. "Die verschärften Bestimmungen besagen laut ,K. Z.', daß unab- sichtliche Berührung von Vorgesetzten durch an­getrunkene Untergebene nicht als tätliches Sich- oergreifen aufzufassen ist, erst wenn die Person des Vorgesetzten tatsächlich gefährdet ist, darf die Waffe gebraucht werden. Der Vorgesetzte soll vermeiden, einem betrunkenen Untergebenen Befehle zu erteilen, und dessen Entfernung, wenn er­forderlich, durch Kameraden bewirken lassen. Die Schiffskommandanten, sowie die Kompagnie­führer haben die neuen Bestimmungen alle vier Monate vorzutragen.

*** Man wird sich noch erinnern, daß der Berkaus des Rittergutes Grotz-Jauth s. Zt. viel von sich reden machte. Das Ritter­gut war aus dem Besitze der Landdank durch Vermittlung eines angeblichen Deutschen Namens Stern in den Besitz des Polen v. S las kl über­gegangen. Die Landsbank hatte das Gut an einen Deutschen Namens Stern aus Posen ver­kauft, der eine Viertelstunde später den Besitz an jenen Polen weiter verkaufte. In ihren Ver­kaufsbedingungen hatte die Landbank den Käufer verpflichtet, bei einem Verlauf des Besitzes an einen Polen eine sofort fällige Konventionalstrafe von 10000 Mk. an die Landbank zu entrichten. Stern weigerte sich jedoch, diese Summe zu be-

Dagobert war empört, er glaubte nicht an die Geistesstörung seiner Mutter, sein leidenschaftliches Temperament forderte Vergeltung.

Ich bin alt und erfahren genug, am das Majorat verwalten zu können," sagte er in aufwallendem Zorne,das Bormundschaftsgericht muß darüber entscheiden, ich verlange mein Erbe, ich werde auf dieser Forderung beharren; erfüllt das Gericht fie nicht, so wende ich mich an den Landesherr«."

Gemach!" warnte Hermann.Torheit wäre es, eine Klage anzustrengen, wenn das Recht nicht auf unserer Seite ist. Kein Richter kann die Bestimmungen des Familienstatuts ändern, der Landesherr wird niemals seine Genehmigung dazu geben; denn was seine Vorfahren zngesagt haben, das mutz er holten. Wir würden mit unserer Klage abgewiesen, und batten durch fie nur die Feindschaft Deines Onkels heraus- gefordert. WaS wir aber von solcher Feindschaft zu erwarten haben, das haben wir zur Genüge erfahren."

Wir find jetzt nicht mehr schutzlos," warf seine Schwester ein.Dagobert ist jetzt ein Mann geworden, und auf Deinen Beistand dürfen wir wohl auch vertrauen."

Das wohl, aber dem Baron steht auch ein erfahrener Jurist zur Seite, der mit allen Hunden gehetzt ist. Wollt Ihr meinem Rate folgen, so geduldet Euch, bis die Frist abgelaufen ist, zwei Jahre vec- streickru ja rasch"

Sie werden mir eine Ewigkeit werden," unter­brach Dagobert ihn.

Nehmt Eure Jahresrente und geht damitauf Reisen "

DaS wäre der letzte Vorschlag, der wir annehmbar erschiene; ich bleibe hier, um die Verwaltung meines ErbeS zu überwachen."

Und wo bleibe ich?" -fragte Adelgunde

An der Sette Deines Sohnes ist jetzt Dein Platz," erwiderte Hermann.

So soll ich die Einladung meines Schwagers annehmen?"

zahlen, und die Landbank beschritt den Klageweg. Nunmehr hat das Reichsgericht in letzter Instanz entschieden, daß jene Klausel in den Verkaufs­bedingungen zu Recht bestehe und daß Stern die 10000 Mk. Konventionalstrafe an die Land­bank zu zahlen habe.

* Der Beirat für die Arbeiterstatiftik ist zum 10. November zu einer Sitzung im statistischen Amte einberufen. Auf der Tagesordung stehen felgende Gegenstände 1) Bericht des Referenten über die Er­hebung betreffend die Arbeitszeit im Fleischer­gewerbe, 2) Bericht des Ausschusses über die Erhebung betreffend die Arbeitszeit im Binnenschiffahrtsgewerbe, 3) mündlicher Bericht des Ausschusses über die gutachtliche Aeußerung betreffend Arbeitslosenversicherung, 4) Mittei- lungen über den Stand der Erhebungen be- tteffend die Arbeitszeiten int Fuhrwerksgewerbe, 5) Mitteilungen über den Stand der Erhebung betreffend die Arbeitszeit in Kontoren. Die Ausschüsse treten bereits am 7. November zu­sammen, um die ihnen überlesenen Gegenstände vorzubereiten. Es ist das letzte Mal, daß der Betrat in seiner jetzigen Zusammensetzung eine Sitzung hat.

* Zum Kapitel der Soldatenmißharrd- lungen schreibt die ,N.-L. K/: Wie wir hören, wird bei den zu erwartenden Verhandlungen im Reichstage Mitteilung darüber gemacht werden, in welcher Weise die bezüglichen Bürgschaften eine Verstärkung (der Vorkehrungen gegen die So ldatenmißhanhlungen) erfahren haben. Gleich­zeitig aber wird seitens der Heeresverwaltung darauf hingewiesen werden, in welchem Maße die Neigung in den Reihen der Mannschaften, die von sozialdemokratischen Einflüssen angesteckt sind, wächst, einmal die Vorgesetzten zum Miß­brauch der Dienftgewatt förmlich zu reizen und bann den Weg der Denunziation zu beschreiten. Beweise dafür, daß Unteroffiziere und Offiziere, beispielsweise namentlich im Königreich Sachsen, wo die Sozialdemokratie am gewissenlosesten wühlt, von Agenten der letzteren tut Rockendes Königs absichtlich gereizt werden, liegen in nicht geringer Zahl vor. Diese Versuche mindestens ebenso hart zu strafen, wie die Ueberschreitungen der Dienstgewalt, ist unbedingt geboten.

* München, 31. Oft. 1903. Prinzregent Luitpold hat aus Anlaß seines Namensfefies zahlreiche Orden verliehen, darunter das Großkreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone dem bayerischen Gesandten in Berlin, Grasen Lerchenfeld, und dem bayerischen Ge­sandten beim päpstlichen Stuhle, Frhrn. von Cetto, das Großkreuz des Michaels-Orden dem Ministerpräsidenten Freiherrn von Podewils, den Michaelsorden 1. Klaffe dem Kultusminister Dr. Wehner und den Titel eines Königlichen Hofrates dem Dichter Martin Greif in München.

* Regensburg, 30. Oft. 1903. 51. Gene­ralversammlung der Katholiken Deutsch­lands in Regensburg. Hunderte katholischer Männer der Stadt Regensburg versammelten sich gestern abend im Sternbräusaal zur Konsti­tuierung des Lokalkomitees für die nächstjährige 51. Generalversammlung der Katholiken Deutsch-

Jch rate ernstlich dazu. Ihr beide werdet in Eichenhvrst das gesamte Dienstpersonal oder doch den größten Teil desselben für Euch gewinnen, Baron Kurt ist dann isoliert, Ihr habt die Herrschaft, und er ist nur Euer Verwalter. Will er neue Jntriguen gegen Euch spinnen, so werdet Ihr fie mit leichter Mühe durchschauen und durchkreuzen, und kümmert Dagobert sich dann auch um die Verwaltung, so fintt der Vormund zur Null herab, und der Notar Tellen­bach gebt zu Euch über, sobald er erkennt, dap die andere Partei das Ziel verloren hat."

Er würde keinen freundlichen Empfang finden, wenn er mir seine Dienste anböte", sagte Dagobe-t, mit seiner Mutter, di- ihm zunickte, einen verstänonis- vollen Blick austauschend.

Bay, man muß solche Leuie benutzen, wenn fie r.ä> anbieten, mag man fie 'auch in fernem Innern verachten. Notar Tellenbach ist ein kluger Mann und eben deshalb auch ein gefährlicher Mann; ich möchte ihn nicht üum Feinde haben. Ueberdies ist er nun einmal der Justitiar der Familie und cls solcher Dein Nebenvormund, Dagobert; aus diesen Aemtern kann er nur da..n entfernt werden, wenn ihm ein Miß­brauch mit ihnen bewiesen wird."

Vielleicht kann dieser Beweis geführt werden", erwcherte Ake.gund-,mau müßte die Berwaltungs- bücher einer Revisicn unterziehen unb die Summen berechnen, die er tm Lauf.- der Jahre empfange» hat."

So wird er .ie Dienste anführen, die er für diese Summen geleistet bat, zudem seid Ihr nicht be­rechtigt, die Rechnungsabtage eher zu verlangen, bis Dagobert das Erbe antritt. Ich rate Such, haltet Friede» nach allen Setten, beobachet scharf und wartet die Zeit geduldig ab."

Es mag ein guter, vielleicht der beste Rat sein", sagte Dagobert gedankenvoll, indem er sich erhob, um auf den weichen Teppichen geräuschlos am und nieder zu wandern,wir können'? ja versuchen, ihn zu be­folg:», Mama. Baron Kürt streichelt uns mit

36. Jahrgang.

lands in Regensburg. An der Spitze des hochw- Klerus waren erschienen der hochw. Herr Prälat Domprobst Dr. Kagerer, der hochw. Herr Prälat Generalvikar Dr. Leitner und der hochw. Herr Lycealrektor Dr. Schenz. Vom Adel waren anwesend Herr Baron v. Aufseß und Herr Reichstagsabgeordneter Baron von Pfetten, vorn Stadtmagistrate die Herren Räte Mayer, Mois und Wallner. Herr Kom­merzienrat Karl Pustet, der 1. Präsident des vorbereitenden Komitees, eröffnete um 81 /i Uhr die Versammlung mit einer warmen Begrüßungs­ansprache. Schon im Jahre 1849 habe Regens­burg unter ungleich schwierigen Verhältnis en die 3. Generalversammlung der Katholiken Über­nommen unb, wenn auch in bescheidenen Verhält­nissen, so doch glänzend durchgeführt. Damit erwachse für uns die Pflicht, alles zu tun, uns unserer Vorfahren würdig zu zeigen. Ständen uns auch nicht Mittel zur Verfügung wie großen Städten, so herrschten doch iy Regensburg Liebe, Begeisterung und Opfermut genug, nm die große Sache zu einem guten Ende zu führen. (Großer Beifall.) Für die Bildung des Lokalkomitees schlug unter begeistertem Beifall der Versamm­lung hochw. Herr Prälat Domprobst Dr. Kagerer zum Vorsitzenden den um das katholische Leben in Regensburg hochverdienten Herrn Kommerzienrat Karl P u st e t vor, der die per Akklamation erfolgte Wahl bewegten Herzens annahm. Zu Gottes Ehre, zum Ruhm der kalh. Kirche, in der Erinnerung an seinen sei. Vater, der 1849 Präsident des Lokalkomitees ge­wesen sei, wolle er die Pflichten eines ersten Präsidenten auf sich nehmen. Per Akklamation wurden mit rühmlichster Einmütigkeit gewählt: als 1. Vizepräsident der bewährte Führer der Katholiken Regensburgs Herr Fabrikbesitzer Karl Mayer, als 2. Vizepräsident der königl. Gymnafialprofeffor Herr Dr. Link, als 1. Schriftführer Herr Redakteur Heinr. Held, als 2. Schriftführer Herr Lokalschulinspektor und Dompfarrexposttus ' Johann Hiederer von Stadtamhof, als 3. Schriftführer Herr Regie- rnngsacceffist Dr. jar. Anton S chlecht, al8 4. Schriftführer Herr Anton Zeitler und als Schatzmeister Herr Kassierer Max Kummer. Herr Kommerzienrat Pustet gab dann bekannt, daß es ihm zu ganz besonderer Genugtuung ge­reiche, daß das hochfürstliche Haus Tdurn und Taxis habe mitteilen lassen, daß es der 51. Generalversammlung der Katholiken Deutsch­lands die lebhaftesten Sympathien entgegen­bringe. UeberaH wo es gälte, edle Unter­nehmungen zu unterstützen, wisse man das hoch- fürstliche Hans in Regensburg an der Spitze; für uns bedeute die Stellungnahme eine große Ehre, sie sei aber zugleich für das Gelingen derselben von allergrößter Bedeutung. (Leb­hafter Beifall). Alsbald wurde zur Wahl der Vorstände für die einzelnen Fachkommissionen geschritten. Auch hier ergab sich eine selten große Einhelligkeit und Opferwilligfeit der Ge­wählten. Der hochw- Herr Generalvikar Dr. Seltner gab der Freude Ausdruck Über den schönen Verlauf der Versammlung und ver­sicherte, daß der Hoch würdigste Herr

Sammkipfötcheu, die Krallen w rden bald genug zum Vorschein kommen; mir macht es Spaß, daS zu be­obachten und jeden Krallenhieb zu parieren."

Vielleicht nehmen die Dinge auch eine andere Wendung", ,uhr der Advokat in scherzendem Tone fort,Baronesse Theodore soll eine sehr liebenswürdige Dame sein, ihre Hand könnte für alle Zeiten Frieden

Voll banger Erwartung ruhte der Blick Adel­gundes auf dem Sohn, fie atmete erleichtert auf, als fie in seinen ernsten Zügen nur Gleichgiltigkeit ent­deckte.

Ich bestreite die Liebenswürdigkeit Theodores nicht," sagte er ruhig,aber so gern ich auch mit ihr plaudere und verkehre, ich sehe in ihr nur die Kusine, die mir niemals mehr werden kann."

Niemals?"

Nein, niemals!"

Dann muß eine andere schon Dein Herz erobert haben!" scherzte Hermann.

Das steht auf einem anderen Blatt geschrieben," antwortete Dagobert, ihn ernst anblickend,Du wirst mir wohl gestatten, daß ich meine HerzenSgeheimmsse einstweilen noch bewahre."

So sehr diese Antwort auch die Neugier der Baronin reizte, sand fie doch keine Zeit zu einer Frage, denn gerade jetzt trat die Haushälterin ein, um den Rittmeister v. Schwind nebst Tochter anzu­

melden.

Die alten Erinnerungen wurden wieder wach in der Seele Adelgundes, fie eilte dem einst so heiß­geliebten Freunde entgegen und reichte ihm beide Hände.

Schon standen fie Hand in Hand und Auge m Auge einander schweigend gegenüber, während Her­mann Leontine begrüßte und Dagobert ihr vorstellte.

An die Möglichkeit dieses Wiedersehens hatten wir vor kurzem beide wvbl noch nicht gedacht", brach die Baronin endlich mit leise bebender Trimme das