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3."s«k wochenbeilage:Illustrierte Zonntagszeiümg"

Monatsbeilage:Zllldaer Geschichtsblätter".

»nreigeu: Vie eim ipaltige petitzeile oder deren Houm \5 psg Reklamen die Petit;«»« 25 pfg.; bei Wieder­holungen wird entspr. Laba» gewährt.

Druck und Verlag der ZuldaerAettendruckerei in gulta (Harmonie) Fernsprecher Nr. 9.

fllldd, Samstag, den 31. Oktober 1903.

M 250.

30. Jahrgang.

± Unsere letzten Benediktiner.

Bon Jos. Grau.

(Nachdruck verboten.) V. P. Odo Staab.

Der letzte Kellermeister des Klosters hieß Odo Staab mit den Taufnamen Johannes Ka spar. Er entstammte einer gesegneten Gegend:

.Kind des Landes, wo am Hügel Rhein und Wein sich freundlich nicken."

In einem Künstlerhause stand seine Wiege im kurmainzischen Oertchen Frauenstein. Dort erblickte er am 24. Juni 1745 als ältester Sohn des Violinisten und Tonsetzers Kaspar Staab und seiner Gattin, einer geborenen Schäfer, das Licht der Welt. Rebendust und melodische Klänge waren die stühsten Eindrücke, welche seine Sinne umspielten. Doch wurde der Knabe schon im neunten Lebensjahre aus dem sonnigen Rheingau nach dem rauheren Fulda versetzt, da sein Vater, welcher nicht allein ein sehr geschätzter Musiker, sondern auch ein recht­schaffener und religiöser Mann war, vom Fürst­bischof Amand von Buseck in die fürst­liche Hofkapelle berufen wurde. Am Sanct Bonifatiusfeste 1764 trat Johannes Kaspar Staab als neunzehnjähriger Jüngling in unser altes ehrwürdiges Benediktinerkloster ad Sanct Salvatorem ein und ein Jahr darauf, am 5. Juni 1765 tat er Profeß; am 10. März 1770 aber wurde er zum Priester geweiht. Pater Odo, wie er jetzt hieß, hatte die musikalische Begabung von seinem Vater geerbt, und dieses Talent fand auch im Benediktinerorden, wo ja bekanntlich die Musikpfiege sehr in Ehren gehalten wird, kräftige Förderung; wurde er doch so­gar im Jahre 1776 noch zur weiteren Ausbildung zum kurfürstlichen Konzertmeister GeorgAnton Kreußer nach Mainz geschickt. Nachdem er dort ein Jahr lang vorab die Komposition studiert hatte, wurde P. Odo Staab zum Professor der Mufik an der Adolphsuniversität zu Fulda ernannt. Was seine Oberen jedoch bewog, den jungen Profeffor schon ein Jahr später nach Holzkirchen zu versehen, wissen wir nicht; jedenfalls hat er aber auch im Filialklösterchen seine musikalischen Kenntnisse verwerten können. Erst nach fünf Jahren wurde er nach Fulda zurückberufen, wo er im Jahre 1786 Küchen­meister und 1789 Kel lermeister wurde. Letzteres Amt bekleidete er bis zur Säkularisation. Daß unser Pater Kellermeister mit verständigem Sinn in den kühlen Klosterkellern zu wirtschaften verstand, beweisen verschiedene dieses Gebiet be­handelnde Schriften, d»e er verfaßt hat. So er­schien u. a. von ihm eineAnleitung das Malz und die Biere zu verfertigen." Frankfurt 1802."

Aber obgleich er in ökonomischen Dingen trefflich Bescheid wußte, blieb er dabei doch ein

Das Majorat.

Roman von Ewald August König.

22 ------- (Rachdruck verboten.)

Ich weiß das alles, aber ich sehe keine andere Lösung, wenn ich meinem Kinde das Majorat sichern will!"

Was sagt das Familienstatut? Daß der Erbe von der Erbfolge ausgeschlossen werden soll, wenn er eine unehrenhafte Handlung begangen hat", sagte der Notar mit gedämpfter Stimme und mit einem scheuen Blick auf die Türe.Wir haben noch eine Frist von zwei Jahren und jung gewohnt, all getan! Es wird nicht schwer halten, ihn auf die leichtfinnige Bahn zurückzuführen, wenn man ihn nur in die richtige Ge­sellschaft zu bringen versteht. Und auf dieser Bahn kann man eine leidenschaftliche Natur leicht zu einer unehrenhaften Handlung verleiten."

Wollen Sie das übernehmen?"

Wenigstens will ich über die Mittel und Wege nachdenken! Und scheitert der Plan, so bleibt uns noch immer übrig, an der Jdentftät seiner Person zu zweifeln."

Diese Zwessel werden durch die Aehnlichkeit mit dem Vater gehoben."

In unseren Augen allerdings, der Richter aber muß strenger prüfen, und die Papiere, die wir nötig haben, kann ich beschaffen. Fahren Sie einstweilen fort, den jungen Herrn durch liebenswürdige Freund- lichkett zu bestechen. Jedermann im Schlosse muß glauben, daß die Rückkehr des Verschollenen Ihnen erwünscht ist, auf den Richt« wird das später einen Einstigen Eindruck machen. Und gleich nach Tisch lassen Sie ansvannen, nehmen Sie den jungen Herrn mit zu fein« Mutt« und suchen Sie die Baronin Adelgunde zu bewegen, Sie aus d« Rückkehr zu be­fetten." °

begeisterter Jünger der Kunst. Pater Odo strich nicht blos mit Meisterschaft die Saiten sein« Geige, nein, es trieb ihn auch

Heil'ger Hymnen und Sequenzen Wort und Weise zu erfinden."

Von seinen Musikwerken waren besonders be­liebt: die PassionskantateDer Tod Jesu", sowie die KantatenDer Triumph" und Der genesene Landesfürst". Auch hat er eine Anweisung zum einstimmigen Choral­gesang, aus der Lehre der besten Meister zu­sammengetragen", verfaßt, welche in Fulda bei Jo h. Ja c. S takel -779 erschienen ist.

P. Odo Staab stand so recht im Mittelpunkt des Fuldaer Musiklebens. Unter den Konventualen gab es viele tüchtige Kunstgenoffen; nur nennen nur die P. P. Fructuosus Roeder, Aegrd Heller, Lullus Beck, Gallus Hornung, Bernardus Pfrang, Konrad Moritz, Thaddäus Ritter; und mit den hervorragend­sten Tonkünstlern weltlichen Standes in der Stadt Fulda verbanden ihn ja nahe verwandt­schaftliche Beziehungen. War doch sein Vater schon lange Dirigent der fürstbischöflichen Hof­kapelle, seine Schwester Therese aber hatte sich mit dem Staotkantor und Organisten Johann Anton Sebastian Zahn verheiratet, dessen wir schon in einem früheren Artikel gedacht haben. Durch diese Heirat war P. Odo Staab auch verschwägert mit dem Prior P. Zacharias Zahn, dessen Herkunftsverhältniffe manche Aehn­lichkeit mit den seinen aufweisten.

Als der alte Hofkonzertmeister Kaspar Staab (geb. 1717 zu Damm bei Aschaffenburg), der bis in sein hohes Greisenalter den Dirigenten­stab geschwungen, im Jahre 1798 verschieden war, da ließ der Fürstbischof Abalber tvon Har st all im fürstlichen Trauerwagen seinen treuen, geschätzten Diener zur letzten Ruhestätte fahren und alle Franziskaner und Kapuziner be­teiligten sich an d-.m großen Trauergeleite. Und die gleiche Ehrung wurde auch der kurze Zeit danach verstorbenen Mutter unseres Paters zu­teil. Ein Bruder Heinrich Staab war Rentmeister, dessen Tochter erst vor einigen Jahren, als letzte der Familie, im Mutterhause dahier hochbetagt gestorben ist.

P. Odo Staab lebte nach der Auflösung seines Klosters noch 19 Jahre lang als Pensisnär in Fulda. Auch war es ihm vergönnt, sein gol­denes Priester-Jubiläum zu feiern; zwei Jahre später ist er im Alter von 76 Jahren verschie­den, am 1. Februar 1822. Er wurde aus dem städtischen Friedhöfe beerdigt.

Heinrich Henkel schreibt in seinenMit­teilungen aus der musikalischen Vergangenheit Fuldas" (Fulda 1882):P. Staab war ein warmer Anhänger seiner Kunst und neben seinen musikalischen Talenten ein sehr liebenswürdiger und umgänglicher Mann."

Ohne Zweifel ist diese Charakteristik zu­treffend, da Heinrich Henkel ja ein Urenkel des alten Hofkonzertmeisters Kaspar Staab war und aus sicheren Familienüberlieferungen geschöpfthat.

ES ist ein saurer Apfel!" sagte Baron Kurt, der das Zimmer mit großen Schritten durchmaß, um seiner Erregung Herr zu w«den.

Sie dürfen nicht davor zurückschrecken, wenn*'

Ich weiß, was Sie sagen wollen und werde Ihren Rat befolgen. Es wird nun wohl ratsam sein, daß ich mit Ihnen fortan in Ihrem Hause konferiere."

Ganz recht, ich wollte schon denselben Vorschlag machen, man darf mich jetzt nicht mehr so häufig sehen", erwiderte der Notar, indem er seine Atten zu- sammenschnürte,unsere Gegner würden zu sehr auf ihrer Hut sein. Wenn Baron Dagobert auf der Ent­lassung des V«walt«S besteht, so geben Sie nach"

Wie darf ich dar?" unterbrach der Baron ihn. Schreib« war mir stets ein treu«, ergebener Diener."

Bah, er hat sich für seine Dienste bezahlt gemacht' das unterliegt für mich keinem Zweifel. Sie dürfen ihn dreist entlassen, « wird keine Not leiden, er ist der geheime Associs seines Sohnes, d« mit Ihrem (Selbe fein Bankgeschäft gegründet hat. Bringen Sie Ihrem Neffen diese« Opf«, wenn « es beharrlich verlangt."

Und dann soll ich meinem Neffen die Verwaltung deS Gutes über trogen?"

Weshalb nicht? Es wäre ja möglich, daß « sich eine Unterschlagung zu schulden kommen ließe, um die entfesselten Leidenschaften zu beftiedigen, dann hätten wir die unehrenhafte Handlung, die ihn für immer von d« Erbfolge ausschließt."

Der Baron schüttelte mit zweifelnder Miene das Haupt, der Vorschlag schien ihm doch nicht so ganz zu gefallen, aber d« Notar achtete nicht weit« darauf, « nahm seinen Hut und v«ließ nach ein m zeremoniellen Gruß das Zimm«.

Er dachte an fein eigenes Projekt; eS beunruhigte ihn, daß d« Baron an die Möglichkeit dachte, seine Tvcht« mit dem Erben zu v«mählen. Dies« Plan

(*) Kleine Nachrichten. Dresden. Ein großerSpielerprozeßnahm am Mittwoch feinen An­fang. Angeklagt find 16 Gastwirte und andere Ge­schäftsleute. Einzelne Opfer haben hohe Summen verloren, es wurde auch falsch gespielt. Einige der Glücksspiel« bereisten gewerbsmäßig vornehme Bade­orte und Rennplätze. Der Prozeß wird mehrere Tage dauern. Ebrach. Dippold, der ehemalige Hauslehrer, beschäftigt fich im Zuchthause Ebrach mit Strumpfwirkerei. Ein Gerücht, er habe Selbstmordversuch verübt, bewahrheitet fich nicht. Dippold soll sich vielmehr mit seiner Lage abgefunden haben. Essen. In dem benachbarten Beckhausenwurde der Schachtbauer Wensing von vier Personen er­schlagen. Die Mörder sind verhaftet. Calcutta. Auch eine angenehme Gegend" kann man von Britisch-Ostindien sazen. Nach einem als amtlich be­zeichneten Bericht wurden dort im letzten Jahr 23166 Menschen durch Schlangen und 2836 durch wilde Tiere getötet; allein den Tigern fielen 1046 zum Opfer. Erlegt wurden 72 595 Schlangen und 14983 Tiger, wofür 200000 Mk. Belohnungen bezahlt wurden. Mainz. Keine Kommunalabgaben zahlen die Bürger der Mainstadt Klingenberg, denn der Gemeinde- kaffe fließen durch den Berkaus des in den Klingen­berger Tonlagern gewonnenen Tons reiche Einnahmen zu. Außerdem erhält, laut ,K. T.' jeder Klingenberger Bürger einen jährlichen Beitrag von 400 Mark aus der Gemeindekasse als Nutznießung bar aus­gezahlt. Die zweitausend Einwohner zählende Stadt hat die Lehrgehälter aufgebeffert und beschenkt an patriotischen Festtagen die Schuljugend reichlich. Barmen. Ein Schuß wurde abends zwischen 6 und 7 Uhr auf einen zwischen den Stationen Kaiserbrücke und Loherstraße laufenden Wagen der Schwebe­bahn abgefeuert. Die Kugel durchschlug zwei fich gegenüber liegende Fensterscheiben und streifte hart an dem Fahrkartenrevisor vorbei.Münster i. W. Die Kgl. Strafkammer verhandelte gegen den Sind, jur. Adolf Stille von hier. St. drang am 7. April d. I. in Gemeinschaft seines Bruders, eines Einjährig- Freiwilligen, in das Franziskaner-Kloster. Die schwer bezechten Gebrüder insultierten die fich ihnen in den Weg stellenden Patres und ließen alle Aufforderungen, sich zu entfernen, unbeachtet. Stille wurde zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt. Sein Bruder wurde bekanntlich bereits vor einiger Zeit vom hiesigen Kriegsgerichte abgeurteilt. Wien. Der Advokat Dr. Emil Guttmann wurde wegen Unterschlagung von 73,000 Kronen zum Nachteil seiner Klienten verhaftet. Ruhrort. An einer Wege­schranke bei Ruhrort wurde eine Granate mit Zünder befestigt, sodaß beim Schließen der Schranke eine Entzündung erfolgen mußte. Glücklicherweise wurde die Granate rechtzeitig entdeckt.

* , Herr Professor" Benseler. Seit einiger Zeit geht unter dem TitelDas Wetter in Europa und die Vulkane" eine Mitteilung durch die Blätt«, wo­nach Prof. Benseler in Göttingen über die Ursache des schlechten Wetters und deS niedrigen Luftdrucks, der seit anderthalb Jahren Europa beherrscht, eine Erklärung" gegeben hat. Darin hieß es:Seit den heftigen Ausbrüchen des Mont Pelee in Westindien sind auch die europäischen Vulkane in größerer Tätig­keit tote früher. Bon großer Wichtigkeit für unsere Wetterverhältnisse find die Vulkane auf Island. Aus diesen strömt fortwährend eine heiße Luft, welche sich östlich ausdehnt. Sobald fich die heiße Lust abkühlt, entsteht ein Luftmangel, der Luftdruck wird schwächer, daher die Depressionen immer östlich von Island kommen usw. So lang die furchtbare Gewalt des Erdinnern nicht anfängt etwas nachzulassen, werden wir noch unbeständiges Wett« haben." Diese Er­

klärung wurde vieltack mit schärferem oder milderem Zweitel, ab« doch ernst ausgenommen. Jetzt schreibt die,®ött. Zig.':Professor Benseler" ist identisch mit einem früheren Landwirr in Beienrode, d« jetzt n Göttingen als G lege heitsarbeit« Beschäftigung acht. In den Dörfern östlich von Göttingen ist « allgemein unter dem NamenProfessor Benseler" be­kannt.

* Zur Rechtfertigung aller Nachmittagsschlaf« dienen neuerliche Forschungen über den Einfluß der Verdauung aus die Arbeit. Es ist bekannt, daß eine iarte Tätigkeit kurz nach ein« Mahlzeit die Verdauung tört und aufheben kann. Unter dieser Bedingung werden in der Tat die Magenabsonderungen mehr oder weniger vermindert. Die geistige Arbeit kann dieselbe Wirkung hervorbringen. Umgekehrt vermindert aber auch die Arbeit der Verdauung die seelischen Tätigkeit in allen Formen. Der ftanzöfische Forscher 3ere hat nach der ,Mcd. Woche' interessante Experi­mente angestellt, um zu ermitteln, in weichem Ver­hältnis die Verdauungsarbeit die Muskeltätigkeit herabfetzen kann. Er hat gefunden, daß diese Herab- etzung viel beträchtlicher war, als man es ahnen konnte. Im Verlauf der ersten Stunden, die dem Einnehmen einer Mahlzeit folgt, «reicht ohne Ermüdung ausge­führte Arbeit kaum die Hälfte d« in nüchternem Zu­stande vollbrachten Arbeit; aber die Verminderung wird von Beginn bis zum Ende dies« ersten Stunde ständig größer. Von ungefähr 75 Proz. in den ersten 10 Minuten fällt die Arbeitsleistung von der 45. bis zur 60. Minute bis auf 10 Proz. Der Einfluß d« Würze der Reizmittel, toi* Tabak und Alkhohol, macht fich i» einer sehr deutlichen Art bemerkbar, indem « die Ermüdung beseitigt, aber nur für eine sehr kurze Zeit, die niemals 10 Minuten überschreitet; nachdem erscheint die Müdigkeit wieder, und zwar stärk«, als sie eS ohne diese vorübergehende Erregung gewesen wäre.

* Gedankenlos. A. :Das ist also Ihre Frau? Eine reizende Dame; Sie sollten stolz auf sie sein." B. :Bin ich auch, wenn sie nur nicht io zerstreut und gedankenlos wäre. Neulich schicke ich sie fort, sie soll mit ein Dutzend Hemden kaufen, und was meinen Sie, bringt sie nach Hause? Eine seidene Bluse!"

* Angeborenes Talent. A.:Na, wie ist eS denn, kann Ihr Junge denn nun schon laufen?" B Nee, loofen kann er noch nicht, ab« Beene hat « schon."

Reklamen- und Anzeigenteil.

wo die wittschastrkafse

nur erlaubt, einen billigeren Bohnenkaffee zu kau­fen, hat es die Hausftau in der Hand, dieses Getränk durch einen Zusatz von Kathreiners Malz­kaffee wesentlich zu verbessern. Kathreiners Malz­kaffee gibt nämlich, abgesehen von seinen and«en guten und gesundheitsfördernden Eigenschaften, dem schwächsten Bohnenkaffee einen an­genehmen vollen Geschmack, den man bald nicht mehr entbehren mag. Man geht dann von selbst zu immer größeren Quanti­täten Malzkaffee über, bis man schließlich die Entdeckung macht, daß Kathreiners Malzkaffee selbst, ohne jede Beimischung von Bohnenkaffee, allein und rein genossen, das vortrefflichste und wohlbekömmlichste Frühstücks- und Besper- Getränk ist.

mußte um jeden Preis vereitelt werden, zumal d« alte Herr jetzt wußte, daß sein Sohn Baronesse Theodore liebte, und daß diese Liebe erwidert würbe. Im Korridor begegnete er Nanni; ihr neugierig«, erwartungsvoll« Blick ließ ihn «kennen, daß sie von d« Heimkehr des B«schollenen bereits unterrichtet war und von ihm «fahren wollte, wie die B«hältnisse nun fick gestalten würden.

Er blieb stehen, ein sarkastischer Lächeln lag um seine Lippen.

Der junge Herr ist wieder da", sagte er leise, « hat bereits erklärt, daß « dem Personal scharf auf die Finger sehen wolle."

Was liegt mir an ihm!" antwortete Nanni schnippisch.Er hat mir nichts zu befehlen; ich bin die Dienerin d« Baronesse."

Wäre es Ihnen angenehm, wenn die Baronesse Haus Eichenhorst verlassen unjb von d« Gnade ihres Vetters leben müßte?"

Welche Frage! Wie könnte mir das angenehm sein?"

So kommen Sie bei Ihrem nächsten Ausgange zu mir. Kann das heute noch geschehen?"

Ich will sehen, ob es fich machen läßt."

Ab« Berschwiegenhett!"

Natürlich!" mdte die Zofe verständnisvoll, und da in diesem Augenblick d« Kammerdiener am Ende des Korridors austauchte, eilte sie hastig von dannen.

Der Notar ging dem Mann mit der freundlichsten Miene entgegen.

Das war ein freudiges Ereignis, wie?" fragte er scherzend.

Ich weiß eS noch nicht", antwortete Jakob «nst, ich toiö erst abwarte«, wie der Hase läuft."

ES wird hier nichts geändert w«den, alt« Freund, alles bleibt einstweilen beim alten. Deshalb rate ich Ihnen, machen Sie keine Dummheiten, es können im Laufe der Zett Diff«enzen entstehen, die Sie zwingen, sich zu d« einen ob« anderen Partei

zu bekennen; Sie müssen daim wissen, auf welch« Seite Ihre Jnt«effen liegen." ,

Auf derselben Seite, auf welch« das Recht rstl sagte Jakob, dem stechenden Blick mit ernst« Ruhe begegnend.

Das Recht!" eiferte d« Notar.Was ver­stehen Sie davon! Sie kennen die Gesetze der frei» herrlichen Fcmilie nicht, also können Sie auch nicht urteilen. Horm Sie auf meinen Rat, Sie sind ein alt« Mann, Sie finden nicht so leicht einen anb«en Dienst"

Ich würde in diesem Falle in den Dienst des Herrn Baron Dagobert treten."

Hat d« Herr Baron Ihnen dies schon ange­boten?"

Nein, aber ich Weiß, daß er einen alten Dien« nicht im Stiche lassen würde, und ich für meine Person wäre mit dem Tausch sehr zufrieden."

Sie find sehr freimütig!" .

War könnte mich bestimmen, eS nicht zu fein? «widerte d« Kammerdiener in seiner ruhigen Wesse. Ich bin immerdar ein ehrlich« Mann gewesen, b« mit sein« Meinung nicht hiut« bem Berge gehalten hat; weshalb sollte ich jetzt ein Blatt vor Den Mund nehmen? Recht muß Recht bleiben, Herr Notar, Schliche unb Ränke find mir verhaßt."

Sie hatten die Droschke, die vor b« Tür wartete, erreicht, Jakob öffnete sie, unb d« Notar stieg ein.

Sie werden wohl daran itun, wenn Sie Ihre Zunge ettoaS mehr im Zaume halten", sagte b« Justttiar warnend,man gießt kein unsoub«eS Mass« fort, bevor man reines hat. Adim!"

Mtt sorgenvoll umroöttter Miene blickte d« att« Kammerdiener dem Wagen nach.

ES wäre manches and«S und btff« geworden, wenn dieser böse Dämon d« Familie Darboren nicht feine Nafe hineingesteckt hätte", brummte «; dann kehrte « in das Haus zurück.

(Fortsetzung folgt.)