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M 246,
30. Jahrgang.
flllda, Dienstag, den 27. Oktober 1903.x
)( Line Arbeitslosenstatistik.
Das Kaiserliche statistische Amt veröffentlicht seit einem haben Jahre eine Ueberstcht über die Arbeitslosigkeit in den deutschen Fach- verbändenamSchlüsse eines jedenV iertel- jjahres. Für diese Statistik kommen selbstverständlich nur diejenigen Organisationen in Betracht, welche Arbeitslosenunterstützung zahlen, da nur diese zu jeder Zeit die Zahl ihrer arbeitslosen Mitglieder kennen können. Die erste statistische Aufnahme bezog sich auf den Stand der Arbeitslosigkeit am 30. Juni; dieser ist nun soeben in Nr. 7 des ,Reichsarbeitsblatt' eine zweite über den Stand der Arbeitslosigkeit am 3 0. September gefolgt.
In der Septemberaufnahme haben 45 Fach- verbände berichtet, deren Angaben 414 855 Personen umfassen, während die erste Aufnahme sich erst auf 213 962 Personen bezog. Der Personenkreis, auf den sich die Beobachtung erstreckte, hat sich demgemäß fast verdoppelt. Nach der Statistik waren am 30. September d. Js. in den 45 an der Statistik beteiligten Verbänden 7655 Personen am Ort, 2058 außer Orts arbeitslos, das sind 1,8 Proz. aller Mitglieder, gegen 3,2 Proz. am 30. Juni. Das Ergebnis ist also ein nicht unerheblich günstigerer Stand der Beschäftigung als am 30. Juni. Im einzelnen schwankte der Prozentsatz zwischen 0,1 Proz. bei dem Gewrrkoerein der deutschen Fabrik- und Handarbeiter und 8,2 Pcoz. bei dem Verband der Bäcker und Berufsgenoffen Deutschlands, dem der Zentralverband der Bildhauer mit 7 Proz. und der Verband der Buchdrucker mit 6,5 Proz. Arbeitslosen am 30. September am nächsten kommen. Eine Verschlechterung gegen den 30. Juni hat vor allem stattgefunden bei den Zigarrensortierern, bei dem Gewrrkoerein der Bildhauer, den Schmieden, den Töpfern, den Stuhlarbeitern, den Handschuhmachern, den Schneidern und den Buchdruckern. Bemerkens- wertgeringwar die fest gestellte Arbeitslosigkeit in der Metallbranche. Bei dem Gewerkverein der deutschen Maschinenbau- und Metallarbeiter waren am 30. September 0,8 Proz. der Mitglieder arbeitslos, im Verbände der Metallarbeiter 1,2 Proz. Es bestätigt das die sonst gemeldeten Nachrichten über die Lage in der Metallindustrie, nach denen die Krisis im wesentlichen als überwunden betrachtet werden darf.
Während im Vorstehenden die Arbeitslosigkeit für einen Tag angegeben ist, hier es also galt, gewiffermaßen ein Moment bild zu geben, sei im folgenden mitgeteilt, welchen Umfang über das ganze Vierteljahr hin die Arbeitslosigkeit in einem Verbände gehabt hat; hier kommen also die Fälle von Arbeitslosigkeit in Betracht. Demgemäß war die Arbeitslosigkeit im dritten Vierteljahr 1903 am größten bei dem Zentralverband der Bildhauer Deutschlands, bei dem auf je 100 Mitglieder im dritten Quartal 52 Fälle von Arbeitslosigkeit entfielen, das ist noch 0,6 Prozent mehr als im 2. Quartal. In weitem Abstand folgen dann der Zentralverband der Glaser, der Verband der Bäcker, der Buchdruckerverband, der deutsche Photographengehülfenverband und der Zentra!- verband der in der Schmiederei beschäftigten Personen, bei denen auf je 100 Mitglieder 21,4 bezw. 20,2 bezw. 20,1 bzw. 18,8 Fälle von Arbeitslosigkeit im 3. Quartal entfielen. Alle zur Statistik berichtenden Verbände zusammengefaßt, entfielen im 3. Quartal auf je 100 Mitglieder 8,2 Fälle von Arbeitslosigkeit, mithin 0,4 Prozent weniger als im 2. Quartal, sodaß sich auch hier eine geringfügige Verbefferung gegen das 2. Quartal ergibt. Interessant ist es noch, ein ungefähres Bild zu erhalten, wie sich die Zahl der Fälle zur Zahl der betroffenen Personen stellt. Einige wenige Anhaltspunkte geben für das 2. Quartal in dieser Richtung die diesmal eingegangenen Nachweisungen. Von den 1929 Fällen der Arbeitslosigkeit im 2. Quartal wurden im Zentralverein der Bildhauer betroffen 1018 Personen, von den 198 Fällen im Verein der Zigarrensortierer 171 Personen. Schon hieraus läßt sich erkennen, daß zwischen der Zahl der Fälle und der Personen zum Teil erhebliche Differenzen bestehen können, wie z. B. bei den Bildhauern die Zahl der Fälle die Personenzahl annähernd um das Doppelte übertrifft.
Was die gezahlten Summen der Arbeitslosen- und Reiseunterstützung betrifft, so haben jiefe im 3. Quartal bei den berichtenden Ver
bänden 450635,65 Mk. bezw. 186875,77 Mk. betragen, in Summa rund 638 000 Mk., die fast ausschließlich auf die männlichen Mitglieder der Verbände entfallen. Will man nun unter Außerachtlassung gewisser Fehlerquellen ein ungefähres' Bild gewinnen, wieviel pro Kopf der Arbeitslosen am Orte ab Verbandsunterstützung im 3. Quartal gezahlt ist, so ergibt sich, daß in insgesamt 34131 Fällen von Arbeitslosigkeit 450636 Mk. gezahlt -worden, das sind durchschnittlich etwa 13 Mk. auf jeden Fall der Arbeitslosigkeit.
Ist die vorliegende Statistik auch noch unvollkommen und dabei zum teil lückenhaft, so ist sie gleichwohl als eine weitere Methode, die Schwankungen des Arbeitsmarktes zu messen, zu begrüßen. Je mehr dabei die Arbeiterfachorganisationen dazu übergehen, die Arbeitslosenunterstützung einzuführen, werden dieselben in der Lage sein, an der Feststellung der Arbeitslosigkeit in den einzelnen Fachverbänden mitzuwirken; damit erhält die Statistik eine breitere Basis und damit eine erhöhte Bedeutung als Maßstab der Arbeitslosigkeit in der deutschen Industrie.
Uebrigens findet die günstige Wendung in der Lage des Arbeitsmarktes im Monat September ihre Bestätigung durch die Statistik der öffentlichen Arbeitsnachweise. Auf je 100 offene Stellen kamen im September 1902 noch 136,7 Arbeitsuchende, im September dieses Jahres nur noch 111,7. Seit Januar 1903 ist eine stete Abnahme der Arbeitsuchenden eingetreten, sodaß augenblicklich der Arbeitsmarkt noch günstiger steht, als im Durchschnitt der Jahre 1896/1902. Beigetragen zur Hebung der günstigen Lage des Arbeitsmarktes haben die im Herbste im allgemeinen reger werdende Bautätigkeit, größere Inanspruchnahme von Arbeitskräften seitens des Bergbaues, eine Besserung in der Maschinenindustrie, wie auch oben schon angedeutet. Ueberhaupt scheint sich der inländische Verbrauch nach der Krise wieder zu heben und zur Erholung des inländischen Marktes beizutragen, eine Erscheinung, die auch auf die Arbeitslosigkeit im Winter hoffentlich günstig zurückwirken wird.
Kaufmannsdeutsch.
Die «Rhein.-Westf. Zeitung' veröffentlicht folgendes Schreiben: „Als früheres Mitglied des Deutschen Sprachvereins habe ich die in Ihrem Blatte vor längerer Zeit erschienenen Artikel über „Kaufmannsdeutsch" mit großem Interesse gelesen und seinerzeit mehreren Herren Kollegen, die meinen Briefstil mitunter „komisch" fanden, zur Einsichtnahme vorgelegt. — Jene Herren gaben offen zu, daß sie nur deshalb die teilweise widersinnigen kaufmännischen Redewendungen gebrauchten, weil sie eben von allen gebraucht würden, erkannten aber bald an, daß tatsächlich dieses Deutsch sehr verbesserungsbedürftig sei. — Nun hat mir aber soeben ein Herr, der eine sehr gute höhere Schulbildung genossen hat, allen Ernstes erklärt, daß Redewendungen, wie: „Wir erhalten Ihr Geehrtes und wird unser Der- tretet Sie morgen besuchen" oder „Wir sind nicht in der Lage, liefern zu können" deshalb durchaus richtig feien, weil sie in den Briefen der größten Firma vorkämen. Zugegeben aber hat mir dieser Herr, daß er auf dem Gymnasium gelernt habe, daß bei zwei durch „und" verbundenen Sätzen im zweiten Satze das Subjekt vor dem Verb stehen müsse; trotzdem hält er obigen Satz in einem kaufmännischen Briefe für richtig. Daß „Bezug nehmen", „Kaffenbelag", „derselbe, dieselbe, dasselbe" Sprachdummheiten sind, wird natürlich erst recht nicht geglaubt und direkt als Blödsinn erklärt. — Wir sind nun übereingekommen, Sie um das Schiedsrichteramt zu bitten, da Sie trotz der Direktion, die alle diese Fehler durchgehen läßt, als maßgebend anerkannt werden. — Ich möchte deshalb ergebens! bitten, Ihre Ansicht über das angeführte Deutsch schriftlich zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig anzugeben, ob jemals derartige Redewendungen richtig gewesen sind, da man mir vermutlich mit „älterem Deutsch" als Gegenstück zu der alten Rechtschreibung kommen wird." Zu diesem Briefe bemerkt das genannte Blatt folgendes: Natürlicherweise gibt es grundsätzlich kein zweierlei Deutsch: eins für die Allgemeinheit und ein anderes, ein besonderes für den Kaufmannsstand. Es gibt nur schlechtes, und gutes Deuffch. Und des grammatisch und syntaktisch richtigen sprachlichen Ausdrucks sollen wir uns alle befleißigen, ob wir nun Schriftsteller, Juristen oder Kaufleute sind — ob wir einen feinsinnigen Aufsatz über eine tiefere ästhetische Frage schreiben oder unserem Geschäftsfreund unser Erstaunen über die schlechtes Eigenschaften der zuletzt gelieferten Kohlen ausdrücken. Dinge,
die dem Wesen unserer Sprache zuwiderlaufen — die entweder durch Nachlässigkeit bis zu gewissem Grade Brauch geworden sind, oder die sich nach berühmten Mustern bei uns eingeschlichen haben, sollte jeder vermeiden. Auch wird ein Fehler dadurch nicht aufgehoben, daß ihn viele machen. Die sprachlichen Gesetze haben ewige Gültigkeit — so sehr das Gefühl dafür und der Geschmack in stilistischen Fragen auch abstumpfen kann, wie dies ja die heute herrschenden Verhältnisse genügend dartun. Um so mehr ist es deshalb an der Zeit, das Sprach- gefühl von neuem zu schärfen und immer an bte zahlreichen falschen und häßlichen Wendungen unserer Geschäfts-, Gerichts- und Zeitungssprache hinzuweisen. Dies im allgemeinen. Was nun die besonderen Fälle in dem Briefe betrifft, so ist die sogenannte Inversion (Umkehrung, Umstellung) nach „und" falsch, also durchweg zu vermeiden. Im Deutschen ist die Umstellung nur in Bedingungssätzen ohne Fügewort (z. B. wäre jch bei dir gewesen), in Wunsch-, Auffordervngs- und Aussagesätzen üblich (z. B. schon oft sind wir — freilich haben wir usw.) Niemals aber ist sie hinter Bindewörtern statthaft. Ein solches Bindewort, sogar das häufigste, wichtigste, tft auch das „und". Es ist also falsch, zu sagen: Der Kaiser ist gestern abend um 6 Uhr auf dem hiesigen Bahnhofe angekommen und fuhr derselbe (!) nach kurzem Aufenthalt weiter. Dabei muß allerdings zugegeben werden, daß unsere Klassiker mehrfach die Umkehrung nach „und" angewendet haben. Nun — dann haben sie eben in solchen Fällen einen Fehler gemacht. .Dies sollte uns aber nicht veranlassen, dasselbe zu tun. Lessing hat z. B. die Inversion nach „und" streng vermieden. Und auch der junge Göthe tadelte als Leipziger Student seine Schwester Cornelia wegen dieses Fehlers und gab ihr den sehr guten Rat, in Fällen, wo sie eine Umkehrung nach „und" geschrieben hätte, einfach einen Punkt zu setzen, das „und" zu streichen und mit einem großen Buchstaben fortzufahren. Und nun noch kurz zu: „Derselbe, dieselbe, dasselbe" . . . Diese Worte gehören zweifellos zu den Lieblingsausdrücken des heutigen Papierdeutsch. Dabei ist ihre Anwendung fast immer falsch. Nur in der Bedeutung von ebenderselbe, einundderselbe (lat. idem, franz, le merne, engl. the same darf diese Wortgruppe gebraucht werden. Sonst muß man es durch „er, sie, es" oder „dieser, diese, dieses" ersetzen. Wustmann bildete in seinen trefflichen „Sprachdummheiten" folgendes Satzungetüm, das die ganze Frage aber sehr deutlich macht: „Wagner hat dieselben Quellen benutzt wie Goethe, aber in engerem Anschluß an dieselben." Das erstemal ist „dieselben" richtig, das zweitemal falsch gebraucht.
* Daß die Chinesen den Ruhm, Amerika entdeckt z« haben, nicht ganz mit Unrecht in Anspruch nehmen, haben die Forschungen der letzten Jahre immer deutlicher erwiesen. Uns allen wurde schon in der Schule beigebracht, daß Kolumbus nur der Wiederentdecker Amerikas war, und daß schon ein halbes Jahrtausend vor ihm die Normannen, von Skandinavien und Irland kommend, Grönland besiedelten und von hier aus auch die nordöstlichen Gestade Amerikas besuchten. Aber 500 *;ahre früher wurde offiziellen chinesischen Aufzeichnungen nach die Entdeckung der neuen Welt von Westen her vollzogen. Vor allem Mexiko und Zentralamerika, aber auch Alaska und die dazwischenliegenden Gegenden der pazifischen Küste find in diesen Akten deutlich erkennbar beschrieben, unter Angabe der wichtigsten Landesprodukte und Volksbräuche. Nach einer Notiz in den Mitteilungen des geographischen Vereins zu St. Gallen, die sich mit den genannten Aufzeichnungen beschäftigt, ist gegen das Ende des fünften Jahrhunderts Hwui Shan, ein bedeutender Buddhisten-Missionar, mit fünf Amtsbrüdern von China abgefahren und hat Zuerst die Aleuteninseln, dann Alaska, dann einen Teil der Küste von Britisch- Kolumbia, und endlich das Land erreicht, von dem er am meisten erzählt, nämlich Fusang oder „das Land des Maulbeerbaums". Fusang ist kein anderes Land als Mexuo, und seine Entfernung von Alaska richtig auf „zweimal zehntausend Li", das sind etwa 9000 Kilom., in südöstlicher Richtung angegeben. Shan beschreibt die Häuser der Eingeborenen von Fusang, die mexikanische Agave und ihre vielseitige Verwendung, ein milchartiges, berauschendes Bolksgetränk, das offenbar nichts anderes als der Pulque unserer Tage ist und vieles andere sehr getreu. Die ganze Expedition war «amtlich lediglich tm Interesse der Ausbreitung der buddhistischen Religion unternommen worden, aber ihre geographischen und ethnographischen Ergebnisse riefen ungeheures Aufsehen in ChtnM hervor und die Regierung veranlaßte deshalb die erwähnten Aufzeichnungen. Was dann in den unentdeckten Ländern weiter erfolgte, darüber schweigt leider die chinesische Geschichtsschreibung größtenteils. Hätten nicht die spanischen Eroberer in ihrem fanatischen GlaubenSeifer die berühmten Mayabücher verbrannt, so würden wir vermutlich hochinteressante Aufschlüsse darüber haben. Nur eins dieser Bücher ist der allgemeinen Vernichtung entgangen und befindet sich jetzt im Nattonalmnsenm zu Madrid. Die Hieroglyphen
dieses Werkes sind noch nicht entziffert, aber interessant an ihnen ist schon der Umstand, daß das Papier große Aehnlichkeit hat mit dem von den Chinesen fabrizierten, und daß es in ganz derselben Weise wie die alten Bücher der Chinesen gefaltet ist. Ueberlieferungen betreffs des Besuches jener chinesischen Buddhrsten- Missionare und der vielen Dinge, die st« dem Volke lehrten, hat schon Alexander v. Humboldt in manchen Teilen Mexikos angetroffen. Neuere Reisende m Mexiko und Zentralamerika haben u. a. eine ausgeprägt chinesische Vorliebe eingeborener Raffen für die Verwendung von selbstbereiteten Feuerwerkskörpern bei festlichenGelegenheiten sowie manchesChinestschemBekler» dungs- und Haushaltungs-Gegenständen vorgefunden. Die Eingeborenen von Mexiko, unter denen Hwm Shan und seine Begleiter wirkten, waren allem Anschern nach Tolteken, zu denen auch die Mayas in Mkatan gehören. Für die Elephantenköpfe an alten Tempeln Iukatans hat man absolut keine andere Erklärung als die Einwirkung buddhistischer, aus Indien über Chma S'ommenei Zivilisation. Die mongolischen Eigentüm- feiten jedoch, die man bei überlebenden Nachkommen der Mayas und anderen mexikanischen und zentrml- amerikanischen Stämmen findet, gehen über bloße Gewohnheiten und Kenntnisse hinaus, und es scheint mcht ausgeschlossen, daß nach Hwui Shan auch beträchtliche Zuwanderungen aus China und Rassenvermrschungen stattgesunden haben. In der Neuzeit hat man '.mmer, wenn importierte chinesische Kulis mit ToltekewNach- kommen in Berührung kamen, ein ungemem schnell« Aufgehen der ersteren in das Leben der letzteren beobachtet, was sich nur aus wieder angeknüpften Berwandtschafts- banden erklären läßt.
* Tinte aus Accytylenrnß. Der durch die Acey- tylenflammen erzeugte Ruß ist, m Bezug auf Reinheit jeder anderen Form von Kohlenstoffen bedeutend überlegen, und dürfte sich daher ganz besonders zu Färbzwecken wie zur Bereitung von schwarzer Tmte und Druckerschwärze vorzüglich eignen. Er besteht zu 99,8 Prozent aus reinen Kohlenstoffen, hat eineausgesprochene schwarze Farbe mit einem ganz schwachen bläulichen Schimmer und fällt in seiner Zusammensetzung und Feinheit stets gleich aus. (Technische Berichtevon Bruns Heinrich Arendt-Berlin.)
* Der rasierte Affe. Die Bewohner von Triest find durch einige Tage von einem geriebenen Schwmdln- paare genarrt worden. Seit Mittwoch voriger Woche benutzten zwei „Unternehmer" ein gerade leerstehendes Geschäftslokal auf der Piazza Piccola für eine „Au^ stellung". Große Plakate an allen Straßen-Ecken und -Enden verkündeten, daß im bezeichneten Ge^chäftslokal der „kleinste Mann der Welt" zu sehen sei. Eintrittspreis für Erwachsene 40 Heller, für Kinder 20 Heller. Die Leute kamen und sahen ein kleines, etwas über 1 Meter hohes Geschöpf, das nach den Worten des Au^ rusers ein 22jähriger Mann war, der englisch, spanisch und portugiesisch spreche. Die Leute waren sehr neugierig, und die „Unternehmer" machten ein brillante» Geschäft. Der Sonntag allein brachte gegen 400 Kronen ein. Montag abend kamen einige Herren, die etwas kritisch veranlagt waren, betrachteten den Zwerg genauer und entdeckten, daß er ein — rasierter Affe war. Die Herren beeilten sich, bei der Polizei Anzeige zu erstatten; als aber die Polizei kam, war das.total gesperrt, die Schwindler hatten mit dem „kleinsten Mann der Welt" bereits das Weite gesucht.
* Der bescheidene Geiger. Ein später sehr gefeierter Violinvirtuose hatte einst die Ehre, vor dem König von Dänemark zu spielen. Nach dem Konzert trat der König auf den Künstler zu. „Ich habe Paza- nini, Spohr, Bieuxtemps gehört," sagte er, „See aber . . ." Hier verneigte sich der Künstler schon m abwehrender Bescheidenheit. „Sie aber haben leider, fuhr der König fort, „diese Vorbilder nicht hören können, trotzdem aber, junger Mann, leisten Sl« recht tüchtiges. Fahren Sie nur so fort." Sprach's, klopfte dem Künstler auf die Schulter und — ging. Tableau.
* Verfängliche Abbitte. Herr (zu seinem Nachbar am Biertisch): „Entschuldigen Sie, mein Herr, daß ich Sie gestern ein „Rhiuoceros" nannte. Ich habe heute vormittag in der Zeitung gelesen, daß solch em Tier ungefähr 500 Dollars wert ist. Ich nehme daher mein Wort zurück."
* Ein Trost. „Der Assessor hat mir meine Braut entführt und geheiratet; das werde ich nie vergessen!" — „Beruhige dich, er auch nicht!" ..
* Modern. Chef: „Ich nehme Sie als Buchhalter auf. Können Sie auch Reimen?" — „Nein!" Chef: „Dann bedauere ich: wir annonciren in Reimen."
Für die Ab gebrannte« i« Poppeuhanse« gingen weiter ein: Uebrrtrag: Mark 559.74
Ungenannt
N. N............
C.'f. Schm..............
Ungenannt in Fulda
", in Fulda Fritzlar...............
Jos. Diehl in Künzell Ungenannt..............
Summa Mark 618.94
Weitere Gaben werden gerne entgegengenomme«.
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