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3. wocheicheilaze: „Illustrierte Sonntagszeitung
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moMtsbdiage: „zuldaer GeschichkblStter".
XMjetfe»; Me et» spaittge Petitzetl« ob« beten Ba*« 15 psg. Reflamtn Me petttjeilt 25 Pfg.; bei Wiebe» Holungen wirb entfpr. Rabatt gewährt.
druck ttttb Verlag bet Kuldaer Actiendruckerei in $tilbfl (Harmonie) Zernsprecher Rr. S.
fUldfl, Dienstag, den 27. Oktober 1903.
M 246.
30. Jahrgang.
M>
Deutsches Reich.
Berlin, den 26. Oktober 1903.
* Eine Zttsammeukttttst Kaiser Wilhelms mit dem Zaren soll in Wiesbaden staltftndev. Am 4. November werden dort ein- Hessen: Der Kaiser und die Kaiserin, ferner das Zarenpaar, der Großherzog von Hessen, sowie voraussichtlich auch Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen. Die ,Petersburgskija Wjedomosü' sprechen bereits die Freunde aller Russen über die bevorstehende Zusammenkunft aus und weisen auf den Handelsvertrag hm, der bei dieser Gelegenheit entschieden berührt werde. Niemand kann bestreiten, schreibt Fürst Uchtomski, daß die Zusammenkunft der Staatsoberhäupter die einfachste Art der Lösung und Entscheidung wichtiger Fragen ist. Verwandtschaftliche Bande, persönliche Sympathie und die enorme Autorität der obersten Staatsgewalt erscheinen als Elemente jener Macht, welche leicht und schnell und jene Hindernisse beseitigt, die für geringere Träger von Vollmachten unüberwindbar erscheinen. — SKan muß abwarten, ob sich diese Erwartunc erfüllt
§ Die Oxford-Stipendien Cecil Rhodes sind nunmehr zum erstenmale durch den Kaiser verteilt worden. Beka mtlich hat seiner Zeit Cecil Rhodes fünf Freiplätze auf der Universität Oxford gestiftet und dem Kaiser die Bitte unter« breitet, der Monarch möge diese Freiplätze nach eigenem Gefallen an würdige und begabte deutsche Studenten erteilen. Der' Kaiser hat, wie ein Berliner Blatt mitteilt, von diesem Rechte Gebrauch gemacht. Unter den mit dem Sttpendium bedachten Herren befindet jstch Graf Hesse von Falleyrand-Pärigord, der Sohn des bekannten Förderers des Automobilsports, Grafen Archim- bauld von Falleyrand-Porigord, sowie einige jüngere Herren vom Adel.
, \ Auf Ersuchen des Gerichtes der 1. Garde- Division ist, schreibt die ,Nordd. Allgem. Ztg/, am 13. d. M. der Strafgefangene Prinz Prosper von Ilrenberg in die Abteilung für Nervenkrankheiten bei der Strafanstalt Moabit überführt worden. Auf Ersuchen des Gerichtes hatte der General - Stabsarzt der Armee eine Kommission zur Erstattung eines Gutachtens über den Gesundheitszustand des Gefangenen ernannt. Diese Kommission hat eine längere Beobachtung des Gefangenen in einer Irrenanstalt für erforderlich erachtet und dafür die eingangs bezeichnete Anstalt vorgeschlaqen.
* Wre aus Hamburg verlautet, sind zwischen der preußischen Regierung unv einer -roßen deutschen Elektrizitätsgesellschaft Verhandlungen über eine direkte elektrische Schuell- hahttverbittdttttg zwischen Hamburg und Berlin emgeleitet worden. Falls die Verhand
lungen zum Ziele führen, würden die Ergebnisse der elekÄschen Versuchsbahn auf die Verbindung der beiden größten deutschen Handelsplätze eine praktische Anwendung finden.
* Der.Vorwärts' erklärt das „Gerede vom sozialdemokratische« Terrorismus" in Hildesheim, wo allen Geschäftsleute«, bei denen Arbetter kaufen und die nicht mit den Sozialdemokraten stimmen wollen, der Boykott angedroht worden sein soll, für „nichts als dreiste Lüge". Der Genosse Seinert habe in der fraglichen Versammlung nur gesagt, die Sozialdemokraten hätten in der Wahl von 1898 in Linda in der zweiten Wählerklaffe erheblich mehr Wahlmänner gewinnen können, aber viele Wähler, die sonst sagten, daß sie Sozialdemokraten seien, insbesondere Gastwirte und Geschäftsinhaber hätten sich der Wahl enthalten. Sie hätten ihr Verhalten damit begründet, daß sie nicht öffentlich abstimmen könnten, weil sie seitens der Nattonalliberalen mit Maßregelungen bedroht seien. Dieser Ausrede gegenüber sei zu verlangen, daß diejenigen, welche stets vorgaben, Sozialdemokraten zu. sein, bei der Wahl die Pflicht hätten, es auch zu beweisen. Es gehe nicht an, daß diese Leute nur Genossen sein wollen, wo es gilt, Geld an den Arbeitern zu verdienen. — Also handele es sich, sagt der .Vorwärts', lediglich um sozialdemokratische Geschäftsleute, die ernstlich an ihre Pflicht erinnert würden, und auch das nur in der Notwehr gegen den wirklichen Terrorismus der kapitalistischen Parteien.
** Wie den Lesern der .Fuldaer Zeitung' bekannt ist, wird am 1. November der Wirkt. Geh.
Rat Dr. Gutvrod, Direktor im Reichsjustizamt, als erster Präsident die Leitung des Reichsgerichts übernehmen. Wir geben deshalb unfern Lesern beistehend ein Porträt desselben. Der Genannte ist um die Entwicklung unserer Justizgesetzgebung hochverdient und infolge seiner bisherigen Amtstätigkeit mit den Bedürfnissen unseres höchsten Gerichtshofes genau vertraut. Dr. Gutbrod ist Württemberger, wenngleich er lange Zeit im Reichsdienste steht, er ist Ehrenrektor der Tübinger Universität und steht zur Zeit im 60. Lebensjahre.
« Hanau, 26. Okt. 1903. Während die Nationalliberalen vielfachden Bund der Landwirte auf das hefttgste bekämpfen und
Das Majorat.
Roman von Ewald August König. »
18 -------1 * * * * (Nachdruck »erSote«.)
«Kann er nicht darüber seine Spione gehabt haben?" »Und wenn es der Fall wäre, was wollte er mit seiner Warnung bezwecken?" sragte Dagobert gedanken- bou, während sein Blick zu den hohen Wipfeln der Eichen ewchorschweiste, die über seinem Haupte rauschten. „Baron Kurt muß in den nächsten Tagen Eichenhorsi verlayen, es kann nicht im Interesse der Dienerschaft begleiten. Und wer sich auf die Seite dieses Mannes stellt, der hat von mir keine Nachsicht ä6 denn so sehr wie mein Onkel mich haßt,
so sehr hasse ich auch ihn!"
„Ich finde das begreiflich," nickte der Förster, >^und ich wiederhole, Sie werden sich auf einen harten Kampf gefaßt machen müssen. Seit Jahren hat Baron Kurt sich als Eigentümer des Majorats betrachtet, er wird nicht gutwillig weichen."
„Er muß, denn ich hin der rechtmäßige Erbe!" . • ist ein schlauer Fuchs, mit
^nnen sanken und Kniffen wird er Ihnen die Wahrung Ihrer Rechte sauer machen."
Dagobert blieb stehen, ein entschlossener Zug umzuckte feme fest aufeinander gepreßten Lippen.
„Ich werde morgen früh wein Erbe wrdern," sagte er, „können Sie mich für diese Nacht beherbergen? Wenn ich nur eine Str eu und eine Decke habe, so bin ich schon zufrieden, ich möchte aus mancherlei Gründen nicht gerne in die Stadt zurück- kchren. Oder fürchten Sie durch Erfüllung meiner Bitte den Zorn meines Onkels zu wecken?" fuhr er fort, als Martin nicht sofort eine Antwort gab, „in diesem Falle —"
„Rein, nein, wie können Sie nut daran denken, Herr Baron?" unterbrach der alte Mann ihn verletzt.
„Was liegt mir an dem Zorne Ihres Herrn Onkels, da ich doch nun wieder in Ihren Diensten stehe? Ich dachte eben darüber nach, ob meine bescheidene Einrichtung und mein einfacher Dich Ihnen genügen würden —" .
„Machen Sie sich darum keine Sorge, alter Freund, ich bin drüben lange Jahre Trapper gewesen und habe auf meinen Jagden Wochen lang im Freien übernachtet."
„Dann beiße ich Sie herzlich in meinem Hause willkommen, ich bin dankbar für dix Ehre, die Sie mir erweisen," sagte der Förster etfreur, während sie weiter schritten. „Sie find Jäger. Können Sie es begreifen, daß man einen Wilddieb straflos auSgehen läßt? Vorhin habe ich einen auf frischer Tat gefangen, Ihr Herr Onkel schlug ihn mit der Reitpeitsche ins Gesicht und ließ ihn laufen."
„Das war eine rohe Tat, er hätte den Armen anzeigen und bestrafen lassen können," erwiderte Dagobert ruhig. „In Amerika kennt man keine Wilddiebe. Die Jagd ist dort frei für jedermann."
„Dann möchte ich nicht drüben wohnen; ich hoffe, Sie werden die Jagd hier nicht freigebeä."
„Unbesorgt, hier find andere Verhältnisse, dir Rechte, die das Gesetz mir einräumt, werde ich zu wahren wissen. Lebt meine Kufine noch?
„Baronesse Theodore? Gewiß, fie wird von allen geehrt und geliebt, und sie verdient diese Liebe. Für re würde es mir leid tun, renn ihr Vater Haus Eichenhorst verlassen müßte. Ich glaube, daß sie von allen Jntriguen, die gegen Sie und Ihr- gnädige Frau Mutter geschmiedet worden find, nicht das geringste weiß."
„Sie war derzeit noch ein Kind."
„Allerdings, aber sie härte sich später darum bekümmern können."
„Und der Sohn des Verwalters?"^
„Er ist jetzt Bankier und wohnt in der Stabt." „Dann hat er's weit gebracht."
sogar den Umstand, daß der bisherige freikonservative Vertreter von Elberfeld-Barmen dem Bund der Landwirte angehört, als Grund dafür angeben, daß man ihm einen freisinnigen Kandidaten entgegengestellt hat, veröffentlicht die Vertretung des Bundes der Landwirte für Hanau die Erklärung, daß der hier wieder aufgestellte nationalliberale Vertreter des Wahlkreises, Junghenn, allen für die Landtagswahlen aufgestellten Programmforderungen des Bundes der Landwirte zugestimmt habe und deshalb von dem Bunde der Landwirte bei der Wahl unterstützt werde.
* Geisa, 26. Okt. 1903. Wie in Preußen, so finden auch im Großherzogtum Sachsen-Weimar im nächsten Monate die Neuwahlen zum Landtag statt. Der weimar>sche Landtag besteht ans 33 Abgeordneten, von denen 10 direkt (5 durch die Großgrundbesitzer und 5 durch die übrigen Höchstbesteuerten) und 23 indirekt aus allgemeinen Wahlen durch Wahlmänner gewählt werden. In der letzten Legislaturperiode gehörten dem Landtage an: 14 Konservative, 11 Nationalliberale und 1 Wildliberaler, 4 Freisinnige, 2 Sozialdemokraten und 1 Zentrumsmann. (Letzterer als Vertreter des Geisaer Ländchens.) Bei den direkten Wahlen find den Konservativen und den Nationalliberalen je 5 Sitze sicher, bei den allgemeinen Wahlen wird ihnen von den Freisinnigen und Sozialdemokraten starke Konkurrenz bereitet, doch haben beide oppositionellen Gruppen auf ihren Landeskonferenzen beschlossen, selbständig vorzugehen. Die Sozialdemokraten haben bereits für 13 Kresse eigene Kandidaten aufgestellt. Die Nationalsozialen hoffen, den Wahlkreis Jena-Stadt, der bisher nationalliberal vertreten war, zu erobern; außerdem wollen fie in zwei Kreisen die National- liberalen, in zwei anderen die Freisinnigen unterstützen. — Im 5. Verwaltungsbezirk find die Ur wähl en auf den 30. Oktober, im 3. Verwaltungsbezirk auf den 6. November anberaumt. Für die übrigen 3 Verwaltungsbezirke wird die Anordnung des Wahltermins in den nächsten Tagen erwartet.
* Ber«, 26. Okt. 1903. In der gestern vorgenommenen Volksabstimmung wurde die von 57,000 Schweizer Bürgern geforderte Revision der Verfassung, wonach für die Bestimmung des Verhältnisses der Vertretung der Kantone im Nationalrat nur die Zahl der Schweizer Bürger mit Ausschluß der Ausländer maßgebend fein soll, mit sehr großer Mehrheit verworfen, ebenso das Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Bundesstrafrechts (Bestrafung, Anstiftung oder Verleitung Militärpflichtiger zu einer den Tatbestand des Verbrechens oder Vergehens bildenden Dienstverletzung). Die von der Bundesversammlung beantragte Revision der
„SB!e Lumpen schwimmen immer oben. Ich glaube, er hat damals eine schlimme Rolle gespielt."
„Das ist mir leider erst später klar geworden", sagte Dagobert, dessen Stirne sich finster umwölkt hatte. „Er war erkauft, diese Rolle zu spielen, und ich hatte nicht die leiseste Ahmyig davon."
„Er wird dafür hohen Lohn erhalten haben, wie hätte er sonst das Bankgeschäft gründen können? Da sind wir am Ziele, Herr Baron. Sie werden das alte Häuschen noch kenn n, Sie kamen ja als Knabe oft zu mir."
„Dagobert blieb stehen, gedankenvoll ruhte sein Blick auf dem schmucken Försterhause, während Martin die Hunde beschwichtigte, die den Fremden gerade nicht fteundlich begrüßten.
In diesem Moment erschien Röschen in dem Rahmen der offenen Tür; ein Ausruf der Bewunderung entfuhr den Lippen Dagoberts beim Anblick der blendend schönen Erscheinung.
„Sennen Sie das Kind noch, Herr Baron?" fragte der Förster scherzend.
„Dagobert trat auf das erglühende Mädchen zu und bot ihr beide Hände.
„Wie sollte ich nicht!" erwiderte er. „Die glücklichen Stunden der Kindheit vergißt man nicht, ich habe mich drüben oft ihrer erinnert. Und dann gedachte ich auch Ihrer, Röschen, und konnte meinen heimatlichen Wald mir nicht vorstellen ohne die kleine, holde Fee, die in ihm so oft an meiner Seite gewesen w r."
Mit großen Augen hatte Röschen den statttichen Mann bewachtet, der chre beide Hänve gefangen hielt, Purpurglut färbte ihre Wangen, und ein freudiges Lächeln lag um ihre Lippen.
„So find Sie wirklich der Herr Baron Dagobert?" fragte fie mit vibrierender Stimme, und ein leuchtender Strahl traf ihn dabei aus ihren braunen Augen. „Verzeihen Sie, wenn ich diese Frage an Sie richte, ich war ja noch em Kind, als Sie die Heimat verließen. Werden Sie nun hier bleiben?"
Bundesverfassung, welche den Kantonen da- Recht zu einer weiteren Beschränkung des Kleinhandels mit geistigen Getränken geben wollte, wurde ebenfalls, jedoch mit geringerer Mehrheit, verworfen.
* Marseille, 26. Okt. 1903. Eine große Anzahl Frauen veranstalteten vor dem Stadthause eine Kundgebung, um die Wiedereröffnung einiger Kongregationsschulen zu erlangen, da die weltlichen Kommunalschulen nicht ausreichten, um alle Kinder unterzubringen. Der Bürgermeister empfing die Abordnung der Frauen und versprach, dem Präfekten über die Lage zu berichten.
* Rom, 26. Oktober 1903. Die .Tribuna' meldet, Giolitti habe mit dem Führer der Radikalen, Marcora, eine Besprechung gehabt und sich brieflich an den Sozialistenführer Turati gewendet, um sich genau über die Stimmung in parlamentarischen Kreisen zu informieren. Er werde auch noch mit anderen Parlamentariern beraten, um dem Könige nach seiner Rückkehr nach Rom mitteilen zu können, ob er die Kabinets- bildung übernehmen wolle. Der ,Jtalie' zufolge habe Bis so la ti im Namen Turatis und seiner politischen FreundeGiolitti gegenüber geäußert, daß sie ein von ihm geleitetes Kabinet unterstützen würden. Dasselbe Blatt meldet, Marcora habe sich bereit erklärt, in das neue Ministerium einzutreten.
* Wie«, 26. Okt. 1903. Graf Stephan Tisza ist in der heutigen Privataudienz vom Kaiser mit der Kabinetsbildung beauftragt worden. Wie das ,Ungar. Korr.-Bureau' meldet, erklärte der Graf, daß er mit der Kabinetsbildung unter Umständen betraut wurde, die es ihm gebieterisch zur Pflicht machten, Krone und Land in dem mißliche» Zustande der öffentlichen Angelegenheiten nicht ohne verantwortliche Regierung zu laffen.
* Belgrad, 26. Okt. 1903. Nach Meldungen aus Belgrad wurde der Schmuck des ermordeten Königspaares von den Königsmördem im Garten des alten Konak vergraben, wo ihn zwei Hofdiener durch Zufall fanden und veräußerten, was zu ihrer Verhaftung führte. Die lügenhafte Behauptung der Königsmörder, die Leichen des Königspaares weder beraubt noch verstümmelt zu haben, wird dadurch widerlegt, daß ein Teil des Schmuckes fehlte und ein mit einem großen kostbaren Stein geschmückter Ring des Königs an einem stark verwesten Teil eines Fingers steckte.
* Kap Haitiei», 26. Okt. 1903. Auf Santo Domingo ist zu gunsten XimeneS ein Aufstand ausgebrochen, der fortschreitend ist. Alle Bewohner des Gebietes um Mont- ciban haben sich erhoben. Der provisorische Führer der Aufständischen ist Moränel. Man erwartet die Ankunft Nmenes.
Erster deutscher Arbeiterkongreß.
[] Frankfurt a. M., 26. Okt. 1908.
Das erste Referat hielt heute der Vorsitzende des deutsch-nationalen HandlungSgehilfenverbandes S cha ck- Hamburg über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine.
„Gewiß", erwiderte er, „ich komme (ja, um mein väterliches Erbe in Empfang zu nehmen."
„Dann sei der Himmel gepriesen für Ihre Heimkehr, Sie werden uns allen ein gütiger Herr fein."
„Und ein treuer Freund in Freud und Leid!" er« widerte er"voll warmer Herzlichkeit.
Der Förster nickte befriedigt; über sein gebräuntes Antlitz glitt es wie Sonnenschein.
„Nun fische auf, Röschen", sagte er, der Herr Baron erzeigt uns Die Ehre, in unserer Hütte zu übernachten."
Ohne Zögern eilte Röschen in den Keller, um eine Flasche Wein zu 'holen, während Martin den Gast in die trauliche Wohnstube suhlte, dann gi-z fie in die Küche, wo fie als umsichtige Hausfrau den Speiseschrank einer Revision unterzog, um ras beste auszuwählen.
Es war ein einfaches, aber schmackhaftes Abendessen, das fie später dem Gast vorsetzte, der nun neckend der Bedenken des alten Mannes über die Möglichkeit der Bewirtung gedachte.
Nach dem Abendessen saßen fie noch l-nge in traulichem Gespräche zusammen, Dagobert er ählte Seine Erlebnisse, und erst in später Stunde suchten fie ihr Nachtlager auf.
6. Kapitel.
Der Förster hatte sich erboten, den Baron bis zum Herrenhause tu begleiten, Dagobert lehnte das ab, er wollte allein sein mit seinen Gedanken, die Wege waren ihm ja aus ieiner Jugendzeit ter noch bekannt.
An die Begegnung mit dem Onkel dachte er jetzt weniger, als an die schöne Försterstochter, mit deren lieblichem Bilde sein ganzes Denken sich beschäftigte.
Er hatte sein Erstaunen über ihr feines Wesen und chr reiches Wissen unverhohlen ausgesprochen und infolge dessen erfahren, daß sie von ihrer Tante in der Stadt erzogen worden war.
Drüben, nn heißen Ringen nach einer unabhängige« Selbständigkeit, war et sehr selten mit einer gebildeten