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Ns 245

flilda, Montag, den 26. Oktober 1903.

30. Jahrgang.

)(Die Juden und der Liberalismus.

Die Zeiten sind lange vorbei, wo die Juden in den liberalen Parteien der Parlamente eine Hauptrolle spielten. Die National- liberalen, bei denen einst die Lasker und Bamberger das große Wort führten, zählen längst keine einzigen jüdischen Abgeordneten mehr in ihrer Mitte, weder im Reichstage noch im preußischen Abgeordnetenhaus«. In den frei­sinnigen Fraktionen finden wir Juden nur nod) ausnahmsweise. Ganze Legislaturperioden hindurch ist keiner oder nur der eine oder andere bei ihnen zu finden, und der tritt dann nur wenig hervor. Selbst die freisinnige Vereinigung, deren verstorbener Führer Rickert doch so leidenschaftlich gegen den Antisemitismus zu kämpfen pflegte und an der Spitze der fogen. Judenschutztruppe stand, hatte in der letzten Legislaturperiode im Reichstage kein jüdisches Mitglied und im preußischen Abgeordnetenhaus« nur den einen Peltasohn. Um so mehr sind die Juden in der Sozialdemokratie zu finden. Wieviele unter den 81 sozialdemo­kratischen Reichstagsabgeordneten sind, vermögen wir im Augenblick nicht festzustellen, weil sie zum teil ihre Abstammung unter der Bezeichnung „konfessionslos" oder „religionslos" zu verbergen belieben. So ziemlich ein Dutzend mögen ihrer wohl sein, oder gar noch mehr.

Woher kommt dieser Uebergang der Juden vom Liberalismus zur Sozialdemokratie? Jüdische Blätter erheben schon seit einte en Jahren gegen den Freisinn heftige Vorwürfe, weil er die Juden zurückdränge, insbesondere ihnen keine Mandate anvertrauen wolle. Nock- jüngst war bekanntlich der freisinnige Abgeordnete Kopsch der Gegenstand leidenschaftlicher An­griffe aus jüdischen Kreisen, weil er vor Jahren i Has freisinnige Wahlkomitee in Torgau von der Aufstellung eines Kandidaten namens Bernstein abzubringen gesucht haben sollte mit der Be­merkung: „Ihr werdet doch keine Juden wählen." Herr Kopsch hat sich ja schließlich mit ziemlich I heiler Haut aus der Affäre gezogen, aber im I Verdacht des heimlichen Antisemitismus wird er bet vielen Juden wohl bleiben. Ueberhaupt steht der Freisinn längst int Verdacht des geheimen Antisemitismus. Von den Nationalliberalen wird schon gar nichts mehr gesagt. Sie müffen wohl für unheilbare heimliche Antisemiten gelten. Wiewohl sie „grundsätzlich" Gegner des Anti­semitismus find, sind auch offenbar viele von ihnen nichts weniger als Judenfreunde. Ge­legentlich ist das recht deutlich aus ihrer Preffe zu erkennen.

Wenn die beiden freisinnigen Par­teien sich offiziell als Judensreunde geben und rede jüdische Anzweiflung ihrer Gefinnungstüch- tlgkett mit ebensoviel Entrüstung wie Geflissent- lichkett zurückweisen, so hat dies seinen Haupt- «ohl gründ in ihrer Verbindung mit dem jüdischem ft0.fcjnA örfenEapitaI. Bei der Masse der Wählerschaft fttzen sie aber offenbar nicht allzuviel Judenfreundlichkeit voraus, und deshalb gehen sie jüdischen Kandidaturen womöglich aus

ausschaute, fiel sein Blick auf einen Herrn, der sofort seine Aufmerksamkeit feffelte. Schon mancher Fremde war dem Förster in diesem Walde begegnet, die Familie Darboren hatte die Wege, die hindurchsührtcn, dem Publikum fleigegeben; mit einem freundlichen Gruß war Martin stets an ihnen vorbeigegangen, wenn nicht besondere Umstände seinen Argwohn weckten.

Diesen Herrn aber, der jetzt auf ihn zukam, konnte er nicht so ohne weiteres pasfieren lassen.

Ec war einfach, aber elegant gekleidet, eine hohe, stattliche Gestalt, ein langer, schwarzer Bollbart um­rahmte das von der Sonne gebräunte Antlitz, und dem Anscheine nach hatte er das dreißigste Lebensjahr noch nicht erreicht.

Energie und Entschlossenheit sprachen aus seinen Zügen, Gang und Haltung ließen den Aristokraten erkennen.

„Baron Robert!" murmelte Martin, während sein Blick unverwandt auf dem Fremden ruhte. „Ganz wie er leibte und lebte, der selige, gnädige Herr."

Er sprang von seinem Sitze auf, der Fremde stand vor ihm und nannte seinen Namen.

„Martin," hatte er gesagt, und nun bot er ihm auch noch die Hand. „Kennen Sie mich nicht mehr?" fragte er lächelnd, als der Förster ihn forschend an­schaute.

Da entfuhr den Lippen des alten Mannes plötzlich ein Freudenruf, er wäre auf die Knie niedergesunken, wenn der Fremde chn nicht mit starken Armen um­saßt und gehalten hätte.

„Baron Dagobert!" rief er mit bebender Stimme, und die helle Freude leuchtete aus seinen treuherzigen Augen. „Sie find eS wirklich? Gott sei gelobt, nun wird alles wieder gut werden."

„Sieht es so schlimm hier aus?" fragte Dagobert ruhig.

„Schlimm? Das gerade nicht, Herr Baron, aber tob- alle haben uns längst nach der Heimkehr des rechtmäßigen Majorateherrn gesehnt."

„Sie alle?" fragte Dagobert, ihn fest anblickend.

pathie gegen jüdische Wahlkandidaten erlöschen und die Ausstellung solcher Erfolg haben."

Man darf ruhig annehmen, daß,Die Toleranz' für die meisten Juden umsonst predigt. Sie fühlen sich viel zu wohl beim Radikalismus. Im Grunde liegt ihnen herzlich wenig daran, ob sie ein paar liberale Abgeordnete haben. Es geht ihnen ja auch so ganz gut. Das Geschäft, der Gelderwerb stört ihnen niemand, das ist die Hauptsache. Ihre Neigung zur Negation oder Opposition findet bei den Sozialdemokraten am meisten Befriedigung; vor der Gefahr, die ihrem Geld« von dieser Seite drohen könnte, wird der Staat mit seinen Soldaten sie schon schützen. Im übrigen suchen die „gesättigten Existenzen" unter ihnen ja auch vielfach den Konservativen und Staatserhalter zu markieren.

> I \ Die seit 1 ’/a Jahren in den zuständige» Ausschüffen des Bundesrats ruhende Novelle , zum Börsevgesetz wird am nächsten Dienstag , die Bundesrats- Ausschüsse für Handel und Ver­kehr und das Justizwesen von neuem beschäftigen. Da über die grundlegenden Bestimmungen ein Einverständnis besteht, wär«, schreibt die ,Nordd. Allg. Ztg.', der Bumesrat sehr wohl in der Lage, die Novelle bis zum Zusammentritt des Reichstages zu verabschieden, sodaß dieser sie unter seinen ersten Eingängen vorfinden könnte. Diese Angelegenheit war allerdings so zahlreichen Schwankungen ausgesetzt, daß auch nach den jetzigen neuen Bestimmungen schließlich mit der Möglichkeit einer abermaligen Verzögerung der Einbringung der Vorlage immerhin gerechnet werden muß.

** Die Errichtung eines deutschen Institutes Behring nach dem Muster des Pariser Institutes Pasteur ist der preußischen Korresp.' zufolge von der Regierung in Aussicht genommen. Das neue Institut werde sich wissenschaftlichen Aus­gaben aus dem Gebiete der Serumforschung in großem Umfange zu widmen haben; daneben aber werde es vor allen Dingen die kunstgerechte Her­stellung von Serum aller Art nach Maßgabe des Bedarfes betreiben. Durch sein Jnslebentreten solle insbesondere auch die wichtige soziale Auf- gabi gelöst werden, die Anwendung des in die Praxis eingeführten Serums, insbesondere des Diphtheritis-Heilserums, erheblich zu verbilligen.

* Zur Kanalvorlage weiß die Poss. Ztg.' zu melden, es sei ein Kompromiß in Sicht. Dies geht nach dem genannten Blatt darauf hinaus, daß zunächst fünfzig Millionen zur An­legung von Staubecken und zu Flußregulierungen im schlesischen Obergebiet und zugleich die Mittel zum Ankauf der Ländereien für die streitigen Kanalbauten bewilligt werden, mit der Maßgabe, daß derjenige Teil des Mittellandkanals, gegen den die östlichen Agrarier vornehmlich Front machen, aus der Vorlage ausgeschieden wird. Sie ! wollen unter keinen Umständen die Verbindung des Rheins mit der Elbe. Sie sind allenfalls für die Wasserstraße vom Rhein zum Dortmund- Emskanal, auch vom Dortmund - Smskanal bei Bevergern zur Weser und darüber hinaus bis Hannover, vielleicht selbst bis in die Nähe von Braunschweig zu haben; dafür soll ihnen ober der Rest der Wasserstraße bis zur Elbe, da- östliche Stück des Mittellandkanals, geopfert werden. Geschieht das, so sind sie bereit, einer allmähligen Ausführung des beschränkten Planes, verteilt auf zehn bis fünfzehn Jahre, zuzustimmen uns die Kosten nicht auf einmal, sondern alljähr­lich im Staatshaushalt zu bewilligen, wogegen das Staatsministerium ermächtigt werden soll, sich ein für alle Mal die erforderlichen Gelände zu sichern. Das ist, so versichert das Blatt, der Plan, -über den einflußreiche Führer der kanal- gegnerisch n Parteien verhandelt haben, und sie glauben, der Zustimmung der Regierung gewiß zu sein. Die .Deutsche Tagesztg.' bemerkt dazu, sie wolle nicht in Abrede stellen, daß irgend ein Politiker, der sich zum Staatsmann berufen fühle, ähnliche Pläne hege und möglicherweise auch aus-

I dem Wege. Alles Geschrei der jüdischen Blätter hat durchaus nicht vermocht, sie zu bessern. Man stellt feine jüdischen Kandidaten in der gewünsch­ten Menge auf.

Jndeß ist bei dem Geschrei auch viel Heuche lei. Nicht weil sie beim Liberalismus nicht mehr unterkommen können und ihrem Freiheits­und Tatendrang kein anderes Feld bleibt, gehen die Juden in so auffallender Weise zur Sozial­demokratie über, sondern weil sie sich in mancher Hinsicht von ihr angezogen und mit ihr ver­wandt fühlen. Ihr Element ist die Kritik, die Negation, die Zersetzung und Zerstörung. In der Politik haben sie sich von jeher mit Vorliebe zur radikalsten Partei gehalten. Früher war ihre Partei der Fortschritt, weil dieser die Oppo­sition und Negation am radikalsten betrieb. Als aber links vom Fortschritt die noch radikalere Sozialdemokratie aufkam, wandten sie sich dieser mehr und mehr zu, denn da gabs noch mehr, was ihrer Natur verwandt war. Es ist kein Zufall, wenn auf dem jüngsten Parteitage der Freisinnigen Vereinigung sämtliche jüdische Red­ner unbedingt für das Zusammengehen mit der Sozialdemokratie eintraten, während Wider­spruch nur von nichtjüdischen Rednern erhoben wurde.

Von antisemitischer Seite wird gern | behauptet, hinter der Vorliebe der Juden für ! die Sozialdemokratie stecke einwohlüberlegter, weit ausschauender Plan der Judenschaft. Diese suche sich der Führung der Umsturzpartei zu bemächtigen und sie sich durch große Geld­spenden freundlich zu stimmen, um bei einer sozialen Revolution die Gefahr von sich und ihrem Geldschrank abzulenken. Wiewohl man zur Be­gründung dieser Behauptung auf die mit der I Pariser Kommune gemachten Erfahrungen hin- | weist, halten wir sie für ein Hirngespinnst. Die vielen Juden unter den Führern der Sozialdemo­kratie erklären sich einfach daraus, daß sie hier viel Geist von ihrem Geiste spüren und ihr negierender und opponierender politischer Ehrgeiz hier am bequemsten Befriedigung findet.

Seit kurzem erfcheint eine „jüdische Wochen­schrift für deutschnationale Politik" unter dem Titel ,Die Toleranz'. Diese bemüht sich, dasJudentum von seinem antinationalen politischen Radikalismus zu heilen und sagt ihm manchmal recht deutlich, daß es am Antisemitismus selbst schuld sei. Auch sie fordert Gleichberechtigung der Juden für die Parlamente und findet, daß außer bei den Sozialdemokraten wenig Neigung bestehe, jüdische Volksvertteter zu wählen, aber sie findet es auch ganz begreiflich, ja selbstver­ständlich, daß die rücksichtslose Selbstsucht, mit der die jüdische Presse ausschließlich jüdische Interessen in der unduldsamsten Weise vertritt und zu diesem Zwecke für einen nationalfeindlichen Radikalismus Propaganda macht, selbst auf das liberale Ariertum abstoßend wirkt und so lange wirken muß, als die Juden nicht einlenken und sich deutschnationalen Bestrebungen zuwenden. „Nur durch die Betätigung eines entschiedenen Nationalgefühls und Nationalinteresfes kann der nationale Ausgleich erfolgen, nur so die Anti

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zu sondieren und mich'über die Verhältnisse zu unter­richten. Und da ist es mir lieb, daß Sie hier noch im Dienste find; erinnere ich mich noch unserer früheren Beziehungen za einander, so glaube ich auch jetzt noch, mich auf Sie verlassen zu dürfen."

„DaS dürfen Sie, Herr Baron," nickte Martin, „ich stehe in Treue zu Ihnen, tote ich zu Ihrem Herrn Vater gestanden habe."

„Und meine Mutter?" fragte Dagobert leise mit einem tiefen Atemzuge. „Lebt sie noch? Befindet sie sich noch in jener Anstalt?"

„Bon ihrem Tode ist mir nichts bekannt geworden, und soviel ich weiß, hat fie jene Anstalt noch nicht verlassen."

„Habe ich mit meinem Onkel mich erst auseinander- gesetzt, so soll es mein erstes sein, meine unglückliche Mutter zu bestcien. Ich war damals noch ein Kind, als fie in die Anstatt gebracht wurde. Sie kannten meine Mutter besser, glauben Sie an ihren Wahnsinn? Sagen Sie mir offen die Wahrheit," fuhr Dagobert fort, als der alte Mann zögerte, „ich weiß, man nannte fie die tolle Baronin — ich habe trotzdem immer an ihrem Jrrfinn gezweifelt."

„Was soll ich da sagen?" erwiderte der Förster mit einem ausweichenden Achselzucken. „Man nannte Ihre Frau gnädige Mutter allerdings die tolle Baronin, aber ich habe in dem, was fie tat, niemals Tollheit gesunden. Ich will niemand anklagen, Herr Baron, ich habe ja keine Beweis«, und fie find nun alt genug geworden, um selbst die Sache zu unter­suchen. Wenn damals ein Bubenstreich verübt worden ist, dann behaupte ich, daß der Justttiar Ihrer Familie, der Notar Tellenbach, es auSgehcckk hat. Er kommt noch ost ins Herrenhaus, er hat vor einigen Tagen noch der Dienerschaft den Rat gegeben, ihrem gegen­wärtigen Herrn treu zu bleiben; mir scheint, er war damals schon von Ihrer Rückkehr unterrichtet."

„DaS ist nicht wohl denkbar."

(Fortsetzung folgt.)

Berlin, den 24. Oktober 1903.

*, Die Beratung der Finanzminister der größern Bundesstaaten, die in Berlin am 19., 20. und 21. d. M. stattgefunden hat, galt, wie die .Nordd. Allg. Ztg.' berichtet, ausschließ­lich der Erörterung und dem Meinungsaustausch über die Finanzierung des Reichshaushaltsetats für 1904, sowie über Anregungen zur Abstellung von Mangeln, die sich in den zur Zeit geltenden finanzgesetzlichen Bestimmungen des Reichs geltend gemacht haben. Größere Steuervorlagen waren nicht Gegenstand der Beratung. Dem vorbereitenden Charakter der Verhandlungen ent­sprechend konnten förmliche Beschlüsse nicht ge­faßt werden, und es läßt sich zur Zeit nicht mit­teilen, in welcher Richtung sich die Ergebnisse dieser Ministerkonferenz bewegen werden. — „Größere" Steuervorlagen nicht, also „kleinere". Die Preußische Korrespondenz' glaubt über die i „Ergebnisse" der Konferenz folgendes mitteilen ;u können: „Die Konferenz hat dargetan, jdaß für irgendwelche direkte Reichssteuern, für neue direkte Steuern Überhaupt, oder für Zustimmung zu einer Erhöhung der Matrikularumlagen nirgendwo im Reiche Stimmung vorhanden ist. Der Staatssekretär des Reichsschatzamts seiner­seits hat die Erklärung abgegeben, daß er, bevor praktische Erfahrungen über das Ergebnis der durch die künftigen Handelsverträge zu stipulie- renben Zollsätze vorliegen, mit neuen Besteuerungs­vorschlägen nicht hervorzutreten beabsichtige. An­gesichts dieser Erklärung war eine Debatte über spezielle Besteuerungsmöglichkeiten nicht erforder­lich. Insbesondere hat eine Aussprache über die etwaige Besteuerung von Bier und Tabak nicht stattgefunden. Gesamtresultat: Der Versuchung der finanziellen Kalamität im Reiche und der durch fie bedingten Gefährdung der einzelstaat- lichen Budgets Herr zu werden, ist vertagt wor­den." Darum hätte man nun gerade nicht nach Berlin zu kommen brauchen.

Acts Majorat.

Roman von Ewald August König.

I? ------- (Nachdruck verboten.)

„Stodj «in Wort," sagt der Förster befehlend, als der Wilddieb sich entfernen wollte, „Euere Drohung fürchte ich nicht, ich bin überhaupt nicht der Man», »er fich einschüchtcrn läßt, sei es auch durch die «öi?-5n9 ^nes geladenen Gewehrs! Ihr redet von rZvfr sorgt, daß es nicht in meinem Revier geschieht, ich würde, wie heute, kurzen Prozeß machen, dann aber meine Maßregel» besser treffen, um Euch 8“ beseitigen. Geht und schweigt über das- «aS Euch hier passiert ist, nichts besseres könnt

Anton gab keine Antwort, nur ein gotteslästerlicher Much entfuhr seinen Lippen, als er mit raschen Schritten den Weg zur Stadt einschlug.

alten Martin hatte die Auflegung erschöpft, « «>ßte sich auf einen Baumstumpf uiederlaffen, um «tue kurze Weile der Ruhe zu pflegen.

Er hotte feine Tabakspfeife aus der Tasche und redete fie an, und während er den blauen Rauch- wöttchen nachschaute, hing er auch seinem Ä«g« über den Baron nach. b

Er, konnte nicht Begreifen, daß der Edelmann fich LU di^er rohen Tat einem Wehrlosen gegenüber hatte hdlreißen laffen, er fand dafür keine Entschuldigung

Der Wilddieb war ja in der Gewalt des Barons gewesen, der nur dem Gesetz freien Lauf lassen und «f strenge Bestrafung des Frevlers dringen mußte.

Jeder Jäger würde so gevandelt und die gewiffen- hatte Pflichterfüllung des Försters lobend anerkannt

Mußte unter solchen Verhältnissen dem alten Först« nicht bet Dienst verleidet werden.

Jetzt entfuhr auch den Lippen Martin- ein Fluch, Md tü er bei dieser Gelegenheit aus seinem Brüten

„So darf ich darauf rechnen, daß ich hi« nur Wohl­wollen finde?"

„Nicht bei allen," erwidttte der Först« rasch. „Der Verwalter Schreiber ist auch noch hier, und was Sie von ihm zu «warten haben, wissen Sie aus flüher« Zett. Daß Baron Kurt Sie heute noch ebenso haßt, wie damals, brauche ich Ihnen wohl auch nicht zu sagen, Sie werden mit ihm einen schweren Kampf zu kämpfen haben."

Sie waren vom Hauptwege ab tiefer i a den Wald hinein geschritten; Dagobert hatte den Hut abgenommen, er strich mir der Hand langsam über die hohe, aus­drucksvolle Stirn.

„Ich fürchte diesen Kampf nicht," sagte «, „ich bin jetzt großjährig, mein Erbe muß mir ausgehändigt werden. Sie w«den fich «innern, daß ich damals flüchtete, weil ich einen Totschlqg begangen zu haben glaubte, man ließ mir nicht einmal fo viel Zeit, daß ich mir Gewißheit darüber verschaffen konnte —"

„Und eS war nichts Wahres daran."

„Wußte man das hi« sofort?"

„H«r, sofort gerade nicht, aber bald nach Ihr« Flucht erfuhren wir eS."

„Und ich erfuhr es erst nach zwei Jahren, als ich dem Manne, den ich erstochen haben sollte, drüben begegnete," fuhr Dagobert fort. „Ich wäre augenblick­lich zurückgereist, ab« geschäftliche Unternehmungen, von denen ich mir großen Gewinn versprach, «laubten mir das nicht. Ich war Pelz Händler, ich habe mir dadurch ein namhaftes Vermögen «worben, mit le«en Händen wollte ich nicht zurückkehren, ich mußte ja beweisen, daß ich nicht mehr der leichtfinnige V«- schtoender war. Aber als ich die Gewißheit hatte, daß ich ohne Furcht heimkehren durste, da litt es mich auch drüben nicht läng«, ich bot alles auf, um meine Geschäfte so rasch wie möglich abzuwickeln, und als dies geschehen war, reiste ich ab. Heute morgen bin ich an gekommen; es war meine Abficht, ohne Zögern meinen Onkel zu besuchen und mein Erbe zu fordern, ab« nach reiflich« Erwägung beschloß ich,vorh« hi«

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