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30. Jahrgang.

flllfla, Samstag, deu 10. Oktober 1903.

M 232

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* Paris, 9. Ott. 1903. Im Minister­rat gab Co mb es die Grundzüge der Rede bekannt, die er am nächsten Sonntag in Cler­mont-Ferrand zu halten gedentt. Er werde dar­legen, daß das Parlament in der nächsten Session zuerst den Staatshaushalt, dann das Gesetz über die Einführung der zweijährigen Dienstzeit beraten solle. Darauf solle es Vor­schläge bezüglich Aufhebung des Gesetzes Fal- loux über die Regelung des Auffichtsrechtes der Behörden gegenüber dem öffentlichen Schulwesen und die Maßregeln prüfen, die zur Durch­führung und Verweltlichung des Unterrichts­wesens erforderlich seien. Nach Erledigung dieser Fragen werde sich das Parlament mit der Reform der direkten Steuern und der Schaffung von Arbeiteraltersverforgungskaffen, sowie der Trennung der Kirche vom Staate be­schäftigen müffen.

* Petersburg, 9. Ott. 1903. Anstatt die Mandschurei am 8. Ottober zu räumen, wie es angeblich Rußland feierlichst versprochen haben soll, nisten sich die Ruffen dort immer fester ein. Das ,Reuter'sche Bureau' meldet aus Tientsin vom 8. Ottober: Die Ruffen haben bis jetzt keine Schritte getan, die Verwaltung von Niutschwang China wieder zu überlaffen, sie errichten dort vielmehr mit großem Eifer umfangreiche Regierungsgebäude. Die Beamten sprechen davon, daß diejenigen Puntte in der nördlichen Mandschurei, von denen bereits Besitz ergriffen ist, dauernd besetzt ge­halten werden sollen. Der als Vizekönig fun­gierende Statthalter Admiral Alexejew leitet die gemeinsamen Manöver des Heeres und der Marine, die in großem Stile in der Nähe von Port Arthur abgehalten werden und an denen in der letzten Woche 90 Schiffe teilnahmen.

* Konstantinopel, 9. Ott. 1903. Der bulgarische diplomatische Agent Natschowitsch fand hier abermals einen guten Empfang. Er dürste sich jedoch nicht bemühen, von der Pforte weitere Reformen für Mazedonien zu erlangen.

Aus Kirche und Schule.

+ Fulda, 10. Ott. 1903. Seine Bischöfl. Gnaden haben vom 15. ds. Mts. ernannt: den wegen Krankheit einige Zeit beurlaubt gewesenen Herrn Kuratus Sockel (früher in Fraukenberg) zum Kuratns in Momberg, Kr. Kirchhain,

Lnzei-en: Me et» haw-e Petitzeile »der deren Reum iS Psg Betlame« die petitzeil« 25 Pfg.; bei wieder- Holungen wirb etrtfpr. Rabatt gewährt.

Druck und Verlag der Zuldaer Aktiendruckerei in Zulda (Qarmonie) Zernfprecher Ur. 9.

Fulda, den 10, Oktober 1903.

(£ ImBallhause" fand gestern abend eine außerordentliche General-Versammlung der Allgemeine« Krankenversicherungs­kasse mit folgender Tagesordnung statt: 1. Statutenänderung. 2. Eventualantrag zu § 29. 3. Neuwahl eines Vorstandsmitgliedes der Ar­beitnehmer. 4. Stellungnahme zur Aerztefrage. Die Generalversammlung war von 40 Vertreter« der Arbeitnehmer und 10 Vertretern der Arbeit­geber besucht. Der Vorsitzmde Herr Köhler gab bekannt, daß die letzte außerordentliche Generalversammlung ungittig sei, weil m der­selben Herr Heinrich Rommel mitgestimmt habe.

Kaiser Friedrichs der Schulunterricht auch aus­gefallen sei und dies allgemein der Empfindung der Bürgerschaft entsprochen habe. Wohl möchten namentlich bei der ärmeren, Be- völttrung durch plötzlich emtreteuden Schulschluß gewisse Unzuträglichkeiten entstehen, aber ob zu den 125 freien Schultagen im Jahre noch em oder zwei Tage hinzukämen, sei doch so irrelevant, daß die Aufregung darüber nicht zu verstehen sei. Schließlich wurde der Antrag Singer mit 85* gegen 32 Stimmen abgelehnt, der Antrag Caffel dagegen mit 91 gegen 25 Stimmen an- 9enT£enVorschlag zur Gitte" macht im.Vorwärts' der Abg. Auer, der schon m Dresden das Gezänk und Geschimpf so an- widerte, daß er ausrief:Kinder das halt ja kein Viech aus." Er meint, daS Verdächtigen und Denunzieren habe nun lange genug gedauert und die Früchte, die dieseTattik" gezeitigt habe, seien wahrlich alles andere, nur nicht wohlschmeckend. Geschwätzt sei nun genug; statt der hohlen Worte möge man endlich Taten sehen taffen. Die radikalen Ankläger, die gegen eine Reihe in verantwortungsvollen Stellen befindlicher Genoffen Anschuldigungen und Ver­dächtigungen richteten, die diese zurückwiesen, hätten die Pflicht, die Probe auf's Exempel zu machen. In wenigen Wochen trete der Reichs- tag zusammen. Die Ankläger sollten sagen, was zu geschehen habe, welche Aktion zu unter­nehmen sei, für die sie Verantwortung mit über­nähmen; im Handumdrehen werde sich dann zeigen, ob das Gerede von Revisionismus mehr fei das Ergebnis verbohrtester Ketzerriecherei und des elendesten Klatsches. Diese Forderung wird den Bebel, Stadthagen und Genossen sehr ungelegen kommen. Sie find einfach nicht im stände, in klaren Anträgen auszusprechen, was sie wollen und was die Revisionisten nicht wollen. Selbst der große Bebel, der bereit ist, morgen die Regierung der Wett zu übernehmen, ift dazu nicht im stände. In Dresden hat er ja bekannt, daß die Frattion unfähig sei, Gesetz- entwürft auszuarbeiten; das fei Sache der Ge­heimräte. Anträge, wie sie Auer verlangt, werden nicht minder schwierig fern. Viel be­quemer unddankbarer" ist, 34 Stunden lange Rüge- und Schimpfreden gegen unfroh mäßige Genossen zu halten. Ob es am Schluß irgend jemand ttar ist, was die Angeklagten denn nun eigentlich verbrochen haben, ist ja Nebensache.

sondern fich darauf beschränken, eine Besserung der Lage der notleitenden bulgarischen Beoölke- , rang Mazedoniens durch die Pforte herbeizuführen. 1 Konsularmeldungeu aus Monastir besagen, daß die Bandenbewegung in einigen Gebieten fort» dauere. In der Vorwoche fanden auf der Höhe von Kaimaealam, 40 Kilometer östlich von Monastir und auf den Höhen von Biglava und Planina, 25 Kilometer nordwestlich von Monastir, größere Bandenkämpfe statt. Gegen letztere Höhen wurde ein umfassender Angriff mit 6 Bataillonen ausgeführt, er mißlang jedoch, da die.ttscherseits auf 1000 Mann geschätzte Bande unter Zurücklaffung von 17 Toten ge­flüchtet ist. Die Verluste der Truppen sind gleichfalls gering. In der Nähe von Biglava- Planina sollen 5 Dörfer zerstört und etwa 50 Einwohner getötet fein. Am 5. Ottober fanden Bandenkämpfe in Magarevo, 10 Kilometer von Monastir, statt. Der Athener maze­donische Verein hat, wie man der,Nordd. Allg. Ztg.' von dort schreibt, eine Denkschrift in griechischer, französischer und englischer Sprache erscheinen lassen, in welcher folgendes ausgeführt wird:

Die griechischen Mazedonier wünschen die rascheste Durchführung der von den Mäch­ten und der Pforte als notwendig anerkannte» Re­formen in Mazedonien. Sie wünschen aber aus­schließlich diese Reformen und keine weiteren Maß­regeln, durch welche etwa das griechische Element Mazedoniens zu gnnsten anderer Nationaltitäten in Nachteil gesetzt werden könnte. Wie immer man auch das bisherige BerwaltungSsystem der Pforte denken möge, so müffe doch konstatiert werden, daß die tür- llsche Regierung auch ohne jede auswärtige Kontrolle die Rechte der Griechen Mazedoniens im großen und gerne« stets geachtet habe. Diese Rechte dürfen bei der Durchführung der Reformen in keiner Werse eatt Einschränkung erleiden."

Schließlich wird angeführt, daß speziell in Wilajets von Monastir und Saloniki 777000 Mohammedanern und 659000 Griechen 374000 Bulgaren gegenüberstehen, und daß es in den beiden genannten Provinzen 968 griechische Schulen mit 1419 Lehrern und 57 685 Schülern und nur 592 bulgarische Schulen mit 917 Lehrern und 30000 Schülern gebe.

* Sofia, 9. Ott. 1903. Gestern griff eine türkische Truppenabteilung einen bul­garischen Posten bei Karaivanitza in der Nähe der Grenzorte Tschuveschovo und Devabair an. Einige bulgarische Soldaten wurden ver­wundet. An verschiedenen Puntten der Grenz­linie Küstendil-Dubnitz wurden türttschersetts Truppenbewegungen bemertt. Am 7. Oktober sind wieder 116 Flüchtlinge im Rilokloster an­gekommen; jetzt befinden fich dort 2126. Am gleichen Tage find in Peschtera noch 1700 Flüchtlinge eingetroffen. Die ,Agence Bulgare' gibt über die Ruhestörungen in Tirnowo folgende Darstellung: Während der Führer der Zankowisten Danew int Saale der städtischen Bibliochek eine politische Rede hielt, unterbrachen ihn mehrere Personen mit der Behauptung, seine Handlungen stimmten nicht nttt feinen Worten überein. Alsbald überfielen mehrere Zankowisten die Rufenden mit Messern und Revolvern. Es kam zum Handgemenge, wobei einige Anwesende übel zugerichtet wurden, und einer am Kopfe verletzt wurde. Die Polizei war sofort zur Hand, um die Angefallenen zu schützen, sie wurde aber auch mißhandelt. Oberst Kirkow, der zu­fällig an dem Hause vorüberging, legte sich ins Mittel. Ihm gelang es, die Ruhe wiederherzu­stellen. Hierauf schickte er in Befürchtung neuer- licher Ruhestörungen einige Patrouillen durch die Stadt. Diese brauchten nicht einzugreifen.

* Peking, 9. Okt. 1903. Von süd- chinesischen Piraten angegriffen und durch Schüsse schwer verwundet wurde, wie die ,Köln. Ztg.'aus Schanghai meldet, der deutsche Missionär Homeye^r, der fich mit seiner Familie auf dem Rückwege von einer in Kanton stattgehabten Missionskonferenz befand. Außer dem Missionär wurden auch der Kapitän des Schiffes sowie die Dienerin der Frau Homeyer verwundet. Die Piraten raubten sämtliche Reisenden aus und verschwanden. Die Geschä­digten kehrten nach Kanton zurück und wandten sich an den deutschen Konsul, der fich alsbald mit Eifer der Sache angenommen hat. Die .Köln. Ztg.' erklärt, wenn nicht die Chinesen bald ernstlich gegen das Piratenunwesen ein­schreiten, würden die Mächte zu Zwangsmaß­regeln greifen müffen.

Deutscher Reich.

Berlin, den 9. Oktober 1903.

8 Der neue Marineetatsvorauschlag, Her zur Zeit mit dem gesamten Etatsvoranfchlag für das Jahr 1904 dem Reichsschatzamt zur Nachprüfung vorliegt, enthält, wie verschiedene Blätter melden, bei den Sortierungen ber großen Schiffsbauten (Linienschiffe und Panzerkreuzer) kein Titel zu Ersatzbauten, sondern nur solche zu Vermehrungsbauten. Dagegen find bei den kleinen Kreuzerforderungen zwei solche für Erfatz- bauten in Anrechnung gebracht. Von ersteren wurden bisher Erfatzbauten für die großen KreuzerErfatz König Wilhelm",Kaffer" und Deutschland", von letzteren solche fürZielen" undMerkur" gefordert.

** Heute haben in Berlin die Verhandlungen mit der Schweiz wegen Abschlusses eines neuen Handelsvertrages begonnen. Die Schweizer Bevollmächtigten sind Nationalrat Oberst Kürzli und Nationalrat A. Frey, sowie der den Dele­gierten beigegebene Settetär Dr. Schuler.

[§] Die Berliner Stadtverordnetenver­sammlung beschäftigte sich am Donnerstag end­lich mit den Paradeferien der Schuljugend am 31. August und 1. September. DieNeue Linke" hatte vor 14 Tagen eine Resolution be­antragt, durch die die Versammlung ihre Miß­billigung aussprechen sollte, daß der Schulausfall an Paradetagen den Rektoren durch das Polizei- präfünnm zugesteltt werde, unter Uebergehung der geyrdnetenSchulauffichtsfrehörde, der städtischen Schuldevutation. Jetzt wurde diese Resolutton zurückgezogen zu gunsten eines Antrages der Herren Caffel und Gen., der Magistrat solle durch Vorstellung bei den zuständigen Behörden «wirken, daß die aus einem plötzlichen Schul­ausfalle sich ergebenden Schädigungen vermieden werden usw. Dagegen forderte der Antrag der sozialdemokratischen Stadtverordneten, gleich eine Mißbilligung auszusprechen. Singer nahm den Anttag derNeuen Linken" wieder auf. Er verteidigte ihn mit Gründen der Pädagogik und der kommunalen Polittk. Bei der ärmeren Be­völkerung, die tagsüber ihre Wohnung verlaffen, um ihrem Erwerbe nachzugehen, könnte es zu peinlichen Situationen führen, wenn bei uner­wartet eintretendem Ausfall des Unterrichts die Kinder nach Hause kämen und verschloffene Türen finden. Das versühre die Kinder zum Müßig­gang und störe den Unterrichsbetrieb. Außerdem wäre es ein Eingriff in die Selbstverwaltung, wenn der Polizeipräsident sich in städtische Schul­angelegenheiten einmische. Oberbürgermeister Kirschner griff zweimal in die Debatte ein: das erste Mal, um zunächst tatsächlich sestzustellen, daß auf Befehl des Kaisers der Kultusminister den Ausfall des Unterrichts angeordnet und der Polizeipräsident in Ausführung dieses Befehls die Benachrichtigung der Schulleiter durch die einzelnen Polizeireviere veranlaßt habe. Von dieser Anordnung sei der Magistrat frezw. die städtische Schuldeputation vom Kultusminister wie vom Polizeipräsidenten durch amtliche Schreiben vom selben Tage in Kenntnis gesetzt worden. Auch in früheren Fällen sei analog verfahren worden, und die Schuldeputation hätte dazu ihre Zustimmung erteilt, ohne daß man fich in weiteren Kreisen darüber entrüstet habe. Der Kultusminister als höchste Schulauffichtsinstanz fei zweifellos zur Anfetzung von Schulferien be­rechtigt, und wenn es gelte, eine solche Anord­nung sofort allen Schulleitern zur Kenntnis zu bringen, so sei der Weg durch die Polizeireviere der schnellste und gangbarste. In der sich nun entspinnendeu Debatte brachten die Stadtver­ordneten Kreitling, Caffel, Singer, Perls ihren gegenteiligen Standpunkten Ausdruck, und nur der Stadtverordnete Pretzel, der letzte Vertreter der Bürgerpartei, wies darauf hin, daß, wenn die Sozialdemokraten die Feier des 1. Mai der ganzen Wett aufzudrängen suchen, sie fich auch nicht darüber aufturegen brauchen, wenn auf Befehl des Kaisers der Schuljugend auf einen Tag Gelegenheit gegeben werde, unser Volk in Waffen zu sehen. Der Kaiser habe damit gewiß das Richtige getroffen und weit mehr Verständ­nis für unsere Jugend bewiesen. Noch einmal ergriff der Oberbürgermeister das Wort, um gegenüber einer in der Debatte ausgesprochenen Rüge des Magistrats die Hattung desselben in dieser Angelegenheit zu rechtfertigen. Er wies auf analoge Fälle in früherer Zeit hin, wo bei dem Begräbnis Mottkes, an dem Todestage

und den Herrn Kaplan Dicke in Anzefahr zum 2. Kaplan in Frankfurt a. M.-Bocken- freim. Die Verwaltung der durch den Tod des Pfarrers Lammeyer erledigten Pfarrei Nieder- klein ist bis zur Wiederbesetzung dem Pfarrer von Ullendorf, Herrn Gruß übertragen worden. _ , ,

* Fulda, 10. Ott. 1903. Der Hochw. Herr Bischof hat die Herren Profefforen des Priester- feminars: Prälat Dr. Gutberiet, Dr. Areu- hold, Dr. Schmitt, Dr. Leimbach,- Dr. Thielemann, Dr. Richter und Dr. Schreiber zu Prosynodal-Exami­natoren auf weitere 3 Jahre bestellt.

* Fulda, 10. Ott. 1903. Der Hoch­würdigste Herr Bischof hat zum Besten der tm Bau begriffenen Jdioten-AnstaltAntom^- heim" eine Kirchenkollekte ungeordnet, die Sonntag, den 18. d. Mts. abgehalten und morgen von der Kanzel verkündigt werden soll. Die Anstalt soll zunächst zur Aufnahme von 40 Schwachfinnigen eingerichtet werden.

+ Niederkleiu, 8. Ott. 1903. (Serfpätet.) Am vergangenen Samstag wurden die sterblichen Ueberreste des allverehrten Pfarrers unserer Ge­meinde, des hochw. Herrn Joseph Nikolaus Lammeyer, zur letzten Ruhe getragen. Zahl­reich waren die Pfarrangehörigen erschienen, um ihrem eifrigen Seelsorger den Tribut ihres Dankes zu zollen, der ihm um so mehr gebührte, als der Verstorbene bis zur letzten Stunde seines Lebens seinem Berufe oblag. Denn kaum hatte er em Pfarrkind noch auf den Tod vorbereitet, als er selber vom Herrn über Leben und Tod abberufen wurde. Fast'sämmtliche Geistliche des Dekanates und mehrere auswärtige Herren erwiesen dem Verstorbenen die letzte Ehre, beteten in der Kirche an der Bahre das Totenoffizium und fangen, verstärkt durch eine Anzahl Herren Lehrer des Dekanates Amöneburg, das Requiem. Der litnr- gische Gesang wurde von Herrn Pfarrer Malk- mus (Mardorf) geleitet. Nachdem Herr Dechant Kräh das Totenamt celebriert hatte, hielt er eine kurze Ansprache, in der er die Verdienste des Verstorbenen gebührend hervorhob und mit der innigen Bitte an die Gemeinde schloß, für den Verstorbenen eifrig zu beten. Der Trauer- feiet wohnte auch eine besondere Abordnung des Fuldaer Gesellenvereins bei, in dem der Verstor­bene eine eifrige Tätigkeit einst entfaltet patte. Letzterer hatte ihn auch dem jetzigen Kardinal Grufcha befreunbet, wie der hohe Kirchenfürst in einem Kondolenz - Schreiben an den Herrn Dechant in Amöneburg zum Ausdruck brachte. Möge der liebe Gott dem Dahingeschiedenen ein reicher Vergelter sein! E. I. P.

(*) Der Bouifatius-Sauirnelvereiu, ber feit einer Reihe von Jahren auch in der Diözese Fulda tätig ist, hat soeben seinen 17. Jahres­bericht herausgegeben. Aus demselben ergibt fich, daß die Gesamteinnahmen in letzter Zeit zurückgegangen find, so int vergangenen Jahre um 9642 Mark. Bei ber großen Bebeutung aber, bie bem Bonffatius-Sammelverein zukomml, wäre es gewiß zu bebauern, wenn diesem Rück­schritt nicht wirksam begegnet würde. Das Bischöfliche Generalvikariat hat daher, einer dahin gehenden Bitte der Zentralstelle des ge­nannten Vereins entsprechend, Anlaß genommen, im ,Kirchl. Amtsblatt' der hochwürdigen Diözesan­geistlichkeit und den Laien die so wichtigen Be­strebungen des Vereins auf § angelegentlichste zu empfehlen. Es wollen die seitherigen Freunde dem wohltätigen Werke mit noch größerem Eifer fich zuwenden und für dasselbe neue Mitarbeiter gewinnen.

*, Würzburg, 9. Okt. 1903. Herr Sub- regens Dr. Zahn hat einen Ruf als ordent­licher Professor für Pastoraltheologie an die neue Fakultät der Universität Straßburg, also auf die Stelle des verstorbenen Professors Schröder erhalten.

MdaerM Zeitung

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