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Jahrgang.

fUlda, Dienstag, den 6. Oktober 1903.

M 228

(Nachdruck verboten.)

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MuWzMWM,

über das Gesetz eine Verständigung werde erzielt werden. Noch in dem parteiosfiziösen Bericht der Nationalliberalen über die Landtagssession 1903 heißt es, die Debatte über das Schulunler- i)altungsgesetz habe den Eindruck gemacht, als wenn die früheren Gegensätze sich im Laufe der Jahre etwas abgeschwächt hätten; darum haben der Abg. Seydel namens der Nationalliberalen die Hoffnung ausgesprochen, daß man sich über das Gesetz nunmehr einigen werde. Warum also jetzt auf einmal in dem Wahlaufrufe die Dekla­mation von denverhängnisvollsten Folgen", die die Bestrebungen derkonservativ-ultramon- lanen Vereinigung" für dieBildung und Kultur unseres Volkes" haben würden, und die Ver­sicherung, daß man einenBruch mit den be­währten Traditionen der preußischen Schulpolitik" nicht zugeben werde? Ganz gewöhnlicher Wähler­fang, der von wenig Vertrauen in die eigene Sache zeugt.

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Druck und Verlag der ZuldaerActiendruckerei in Zulda (Harmonie) Zernsprecher Nr. 9.

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Verantwortlicher

Der hexenpater.

Erzählung aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges. Bon Antonie Haupt.

Berlin, den 3. Oktober 1903

* General der Infanterie z. D. v. Viebahn ist am Sonntag in Berlin gestorben. Er war am 21. September 1838 in Berlin geboren. Am 1. März 1888 wurde er mit Wahrnehmung der Geschäfte als Inspekteur der militärischen Strafanstalten beauftragt, am 24. März 1890 ist er Oberst und Inspekteur der Strafanstalten und am 20. September 1890 Abteilungschef im Kriegsministerium geworden. 1896 zum Direktor des Departements "für das Jnvalidenwesen im Kriegsministerium ernannt, erhielt er am 17. Dezember 1896 seine Beförderung zum General­leutnant uns am 2. Juli 1901 unter Verleihung des Charakters als General der Infanterie den erbetenen Abschied.

** Dr. Barth verzweifelt in einem Artikel der.Nation' jetzt nach den letzten Erfahrungen an dem liberalen Bürgertum überhaupt. Er meint, daßein beträchtlicher Teil der heutigen liberalen Partei unter seinen eigenen Grundsätzen seufze und das liberale Bürgertum in Stadt und Land, von dem soviel Schönes gesagt werde, es zu einem nicht geringen Teil verlernt habe, aus den Grundsätzen des Liberalismus die praktisch- politischen Konsequenzen zu ziehen. Damit sei etwas Schielendes und Unwahres in den Libe­ralismus hineingekommen." Wenn man irgend einer Partei sagen kann, daß sie den Eindruck des Schielenden mache, so ist es zweifellos die freisinnige Vereinigung, insbesondere aberschielt" Herr Dr. Barth selbst.

** Der Doktoriugeuieur. Für die Zu­lassung von Diplomingenieuren anderer Hoch­schulen zur Promotion zum Doktoringenieur an einer der königlich technischen Hochschulen Preußens sind jetztBedingungen" aufgestellt worden. Da­nach werden zur Promotion als Doktoringenieure zugelaffen:

Der Statthalter Graf von Embden, der Archidiakon von Metternich und der Oberst Maillard ritten an der Spitze von vier Reiterkompagnien noch der Petersburg, deren Haupttor sich auf ihren Befehl sogleich öffnete. Ohne sich umzusehen, eilten sie nach des Kurfürsten Gemach, der mit seinem Leibarzte in vertraMcher Be­ratung saß. Sie kündigten dem über die unliebsame Störung entrüsteten Herrscher in höflichen Morten an, daß sie von deS deutschen Kaisers und auch von des Königs von Spanien Majestät gesandt seien, Eminen- tissimum zu beschützen.

Habe Euch nicht gerufen und verlange Euere Dienste nickt", antwortete Philipp Christoph kurz.

So wollen wir Eueren Gnaden sagen, daß wir von Euch Dienste und Gehorsam für Seine Majestät den Kaiser verlangen. Das zu erzielen find wir auch von Seiner Helligkeit angewiesen."

Der Kurfürst machte eine schweigengebietende Hand­bewegung. m

Was untersteht Ihr Euch, mich in meinem Pa- lcste zu überfallen und mir Vorschriften zu machen Ihr sollt mir dafür büßen."

Die Abordnung aber ließ fich nicht beirren, sondern bemerkte dem Erstaunten höflich, aber bestimmt, daß sie ihn auf kaiserlichen Befehl für einen Gefangenen erklären mutzte.

Philipp Christoph, der jetzt erst den Ernst seiner Lage begriff, begab sich mit der an ihm gewöhnten Geistesstärke in sein Schicksal. Er meinte spötttsch lächelnd, als der Lärm des Plünderns an sein Ohr drang:Den Rock werden sie mir hoffentlich am Leibe lassen." Und auf die vielen Wächter anspielend, die itn umgaben, sprach er lächelnd:Bei der liebe­vollen Bewachung fällt mir das bekannte Kindergebetchen von den vierzehn Schutzengeln ein.

So war der Kampf zu Ende, die französische Be­satzung teils gefallen, teil? verjagt oder gefangen. Die Sieger trugen Sorge, daß die vornehmsten Gefangenen unter starker Bedeckung nach Luxemburg abgeführt wurden.

Hierher meine Freunde! Dort oben kämpfen unsere Brüder. Fällt die Hellebarden! Musketiere, Feuer! Hinein, schlagt die Franzosen nieder!« kommanvierte Walter von Zandt an deren Spitze.

Die Wirkung dieser Worte war furchtbar.

Unter dem Rufe:Jesus, Maria, Joseph!" stürmten die Kaiserlichen mit vorgehaltenen Hellebarden auf die Franzosen los, chre Musketen verheerten augen­blicklich deren Kampiesreihen, so daß Furcht und Ver­wirrung biefe ergriff und sie in wilder Unordnung ach allen Seiten hin die Flucht nahmen.

Das Brückentor hatte keinen Verteidiger mehr; ehe man eS gedacht, öffnete der Statthalter, Graf von Embden das Tor. Auch die bei dem Vororte St. Barbara harrende Reiterei drang schwerbewaffnet ein. Deren Trompeten machten einen Höllenlärm, als ob hier statt fünfhundert Mann viele Tausende seien.

Dem Grafen von Keffelstatt, der nicht auf dem bequemen Wege Einzug in die Stadt «hielt, sondern vermittelst einer Leiter von der Mauer herunterge­stiegen war, wieherte sein Streitroß entgegen. Er bestieg es, um an der Spitze des Reitertrosses vorzu­dringen. Kunz von Umbscheiden gesellte sich einer Abteilung des Fußvolkes zu.

Sowie das Tor eingenommen war, verteilten sich die Kaiserlichen fächerförmig nach den angrenzenden Straßen, und wirklich, jede einzelne Abteilung fand vollauf zu tun, denn die Franzosen wehrten sich aller­orten bis zum letzten Mann. Ja, sie leisteten von richtigen Wagenburgen aus noch ganz verzweifelten Widerstand, so daß Gassen und Plätze mit Toten bedeckt wurden.

In der Brückenstraße, durch welche die verbündeten

)( Diebewährten Traditionen der preußischen Schulpolitik".

Die Freikonservativen haben nunmehr gleichfalls ihren Wahlaufruf veröffentlicht. Die Nationalliberalen werden die Kundgebung ihrer alten Gesinnungs- und Kampfgenoffen mit gemischten Gefühlen betrachten. Die Kanal­vorlage, wegen deren sie mit ihnen stark aus­einandergeraten sind, wird in dem Aufruf nach wie vor im Geiste des Freiherrn v. Zedlitz be­handelt, der unter der Formel, der Bau von Kanälen sei keine politische oder Parteifrage sondern eine wirtschaftliche Frage, feine Gegner­schaft verbürgt und die schleunige Einbringung einer wafferwirtschaftlichen Vorlage ohne das strittige Kanalprojekt verlangt. Um so mehr werden die Nationalliberalen von dem Abschnitt des Wahlaufrufs über die Schulfrage befriedigt -fein.

Die '-Neuregelung der Schnlnnterhal- tungspflicht, die dringend gefordert wird, dürfe, heißt es da,nicht durch einen Bruch mit den bewährten Traditionen der preußischen Schulpolitik erkauft werden". Und damit nicht der geringste Zweifel bleibe, was das bedeuten solle, wird hinzugefügt, Bestrebungen dieser Art würden die Freikonservativeu mit derselben Ent­schiedenheit entgegentreten wie 1892. Also wenn eine Vorlage kommt, die in bezug auf Kirche, Religionsunterricht und Konfeffion Bestimmungen enthält wie der Zedlitz'sche Entwurf, so werden die Freikonservativen mit den Liberalen vereint wieder einen Entrüstungssturm entfachen. Die Nationalliberalen können also in diesem Punkte immer noch auf ihre alten Freunde zählen. Diese werden nicht zugeben, daß dieBildung und Kultur unseres Volkes" durch die Be­strebungen derkonservativ mltramontanen Ver­einigung" geführt werden, wie der nationalliberale Wahlaufrufso schön sagt".

Mer welches find denn diebewährten Traditionen der preußischen Schul­politik", die die Freikonservativen aufrecht er- halten wollen? Nach der Verfaffung sollen die Volksschulen auf konfefsionellerGrund- lage errichtet werden. Die konfessionelle Schule ist auch von jeher preußische Tradition gewesen. Die Tradition räumt den Religionsgesellschaften Rechte auf die Schule ein, die den konfessionellen Religionsunterricht sichern. Bis heute steht die Unterrichtsverwaltung auf dem Grundsätze, daß die Volksschule konfessionell eingerichtet sein soll und die Kirchen den Religionsunterricht zu leiten und zu beaufsichtigen haben. Die Tradition ist nur durch Falk' einige Jahre unterbrochen worden. Nachdem er gegangen war, hat man in die alten Bahnen wieder eingelenkt. Die geschichtliche Entwicklung der Schule hat es mit sich gebracht, daß der Einfluß der Kirche auf die Schule nicht mehr so groß ist wie früher. Aber was will denn diekonservativ-ultra- montane Bereinigung"? Will sie die Zustände wiederherstellen, wie sie vor 100 oder 50 Jahren waren?

Alle Welt weiß, denn es ist oft genug gesagt morden, daß die Konservativen und das Zentrum weiter nichts wollen, als die Grundsätze, die )te Schulverwaltung selbst verkündet und in der Praxis befolgt, gesetzlich sicherstellen. Sie sind in allem wesentlichen mit den heutigen Schulverhältnissen zufrieden, sie wollen aber nicht, daß das Schicksal der Schule und die Rechte der Konfessionen, der Kirche und der Eltern von dem diskretionären Belieben des jeweiligen Leiters des Unterrichtswesens abhänge. Sie wollen durch das Gesetz gegen Willkür gesichert fein. Auch das Zedlitzsche Volksschulgesetz wollte weiter nichts als die Grundsätze kodifizieren, die in der Praxis Geltung haben. Wer sich dagegen sträubt, verrät nur, daß er selbst den geheimen Hintergedanken hegt, bei paffender Gelegenheit die Verhältnisse zum Schaden der Konfessionen, der Kirche und der Eltern zu ändern. Um so entschiedener müssen aber die Freunde der christ­lichen und konfessionellen Schule auf ihrer Forderung bestehen.

Weil sich sachlich gegen diese Forderung nichts einwenden läßt, oder man wenigstens nicht für klug hält, öffentlich dagegen aufzutreten, so arbeiten Liberale und Freikonservative mit der Phrase dagegen. Es gibt ja immer noch eine Menge Leute, die sich einbilden, sie dächten sich wirklich etwas dabei, wenn sie Phrasen hör n und sprechen wie:Die Schule soll unter die Herrschaft der Kirche gebracht wer­den",der Geistliche soll in der Schule all­mächtig sein",Bildung und Kultur unseres Volkes sind gefährdet, wenn die Bestrebungen der Orthodoxen und Ultramontanen Erfolg haben", der Ultramontanismus hat den Kampf um die Schule proklamiert" usw. Es sind das alles aber hohle Redensarten ohne irgendwelchen In­halt, so daß man die Leute nur wegen ihrer geistigen Qualitäten bedauern kann, die sich im Jahre 1892 damit haben aufregen lassen und jetzt wieder bei den Wahlen damit eingefangen werden sollen. Diejenigen aber, die die Wähler mit solchen Redensarten zu betören suchen, han­deln direkt unehrlich. Sollen sie doch den Wählern einmal offen erklären: es handelt sich um weiter nichts als die gesetzliche Festlegung der jetzt geltenden Uebung in Bezug auf die Volksschule, die Lehrerseminare, die Lehrer, den Religionsunterricht, die Schulaufsicht usw. Dann wollen wir fegen, wieviele sich bange machen lassen.

Der jetzige Versuch, die Schulfrage für den liberalen und freikonservativen Stimmenfang aus­zunutzen, ist um so verwerflicher, als in den letzten Jahren bei den Verhandlungen im Abgeordneten­hause über das Schulunterhaltungsgesetz grund­sätzliche Uebereinstimmung herrschte. Zen­trum und Konservativen haben dabei betont, in einem solchen Gesetze müffe auch ausgesprochen werden, daß unsere Schule für alle Zukunft einen konfessionellen Charakter trage; das Gesetz dürfe an der christlich und konfessionellen Schule nichts ändern. Nationalliberale und freisinnige Redner sprechen ihre Zustimmung dazu aus und äußerten lebhafte Freude, daß das Haus in der Frage so einig sei sowie die zuversichtliche Hoffnung, daß Kaiserlichen einen Hauptkeil schoben, ritt der Stadt­kommandant de Buffy von einer Verschanzung zur andern und ermunterte die Franzosen, tapfer auszu- halten und eher zu sterben, als Trier aufzugeben. Doch eine Verrammelung nach der andern wurde von den Einziehenden genommen. So ging es siegreich weiter. In der Nähe des Antonius-Brunnens, dort, wo die Straße fich gabelförmig spaltet, flatterte der Helmbusch de Buffy's.

Kunz von Umbscheiden stieß einen Wutschrei aus, als er ihn erblickte.

Jetzt habe ich den Schuft. Mein ist er!" Mit angelegter Hellebarde stürmte er vor.Prahlhans denk an Deine Seele!" schrie er und stieß zu. Sein Gegner aber machte eine blitzschnelle Wendung und verschwand im Einfahrtstor des Hontheim'schen Hauses zum goldnen Horn". In drolliger Verblüffung starrte der Bursche einen Augenblick tatlos auf die Stelle, wo der schneidige Franzose verschwunden war, dann rief er:

Hoho, der vermeint bei denen von Hontheim einen Unterschlupf zu finden, soll sich aber irren! Feigling, wenn Du unseren Waffen nicht stehen willst, so lerne unsere Ketten kennen!" Damit folgte er wutentbrannt in's Hontheim'sche Haus.

Nach kurzer Zeit trat der Riese strahlenden Blickes vor den Statthalter, Graf Embden, und meldete, daß er den französischen Kommandanten gefangen und unter starker Bewachung im Hausezum Horn" zurück- gelassen habe.

Jauchzendes Siegesgeschrei ertönte gleichsam als Antwort von den Umstehenden.Graf Embden sprach ernst:

So ist der Kampf entschieden."

Wie er sagte, so war es. Nur auf dem Markte leistete eine Rotte Franzosen, welche von der Gefangen­nahme des Kommandanten noch nichts wußten, einigen Widerstand.

Um acht Uhr morgens schwieg der Waffenlärm allenthalben. Sechshundert Gefangene wurden auf das Rathaus gebracht.

1 Bewerber, welche im Sinne der Promotion s. ordnung für die Erteilung der Würde eines Doktor­ingenieurs durch die technischen Hochschulen Preußens das Reifezeugnis eines Gymnasiums oder Realgymna- rums oder einer Oberrealschule des demfchen Reiches besitzen und die Diplomprüfung an einer deutschen technischen Hochschule ober einer deutschen Bergaka­demie bestanden haben. ,

2. Bewerber, welche das Reifezeugnis enter baye­rischen Industrieschule, der sächsischen Gewerbeakadernre in Chemnitz oder eines österreichischen Gymnapums, Realgymnasiums oder einer Oberrealschule bentzen, so­fern diese Schulen deutschsprachig sind.

3. Bewerber, welche statt der Diplomprüfung an einer deutschen technischen Hochschule die Regierungs- baumeister-Prüfung bei einer deutschen staatlichen Prüfungskommission oder die zweite Staatsprüfung an einer österreichischen Hochschule mit deutscher Unter­richtssprache oder die Diplomprüfung an der etb= genösischen polytechnischen Schule in Zürich bestanden haben.

4. Ueber die Zulassung Studierender von anderen als den unter 2 und 3 genannten Lehranstalten ent- cheidet im Sinne der Promotionsordnung das vorge­ordnete Ministerium von Fall zu Fall, auf gründ der Anträge der betreffenden Abteilung, bet welcher sich der Bewerber meldet, und der Berichte von Rektor und Senat. . . .. .

5 Es wird hierbei angenommen, daß dre deutschen technischen Hochschulen und die ausländischen technischen Hochschulen mit deutscher Unterrichtssprache Gegen- eitigkeit üben. >'

Studierende von höheren Gewerbeschulen, Baugewerksschulen und sonstigen Fachlehranstalten önnen zur Promotion nicht zugelassen werder.

[=1 DieRevisionisten" sind noch nicht o mürbe, wie die Bebel, Stadthagen und Ge­nossen es wünschen mögen. Sie haben doch manche Freunde, besonders in Süddeutschland. So schreibt z. B. die Mainzer Volkszeitung', das Organ Ed. Davids:Wenn die Berliner Genossen vernünftig sind, so halten sie sich m Zukunft die Krakehler Zubeil, Stadthagen usw. vom Halse. Was denkt sich denn z. B. Stadt­hagen, wenn er verlangt, Braun solle fern Man­dat niederlegen und behauptet, kein Mensch wolle mit Braun zusammen in der Fraktion sitzen. Nun, es gibt in der Partei auch Leute, dre es nicht gerade als eine besondere Ehre auffallen, mit Stadthagen zusammenzuwirken." Im übrigen stellt das revisionistische Blatt mit großem Behagen fest:Die Revisionisten haben für die Resolution Kautsch gestimmt, weil sie diese humoristisch auffaßten." Auch die Ge­nossen in Frankfurt a. M., die sonst mit den Radikalen durch dick und dünn gingen, sind über die Beschimpfungen der Süddeutschen sehr er­grimmt. Quarck erklärte in einer Versamm­lung, die Alarmrufe Bebels seien blinder ^euer- lärm gewesen, und hob die Verdienste Vollmars hervor, der zum Segen der Partei arbeite. Schippel der ftüher bei den Intransigenten die bete noire war, hat sich in Dresden aus­fällig zurückgehalten. Nun zieht er aber eben­falls in seiner .Chemnitzer Volksstimme' vom Leder, und zwar gegen denKopf des Marxi­stischen Wurmes", Mehring. Schippel hat in­folge seiner intimen Kenntnis redaktioneller Vor­gänge im.Vorwärts' aus den achtziger Jahren noch manchen scharfen Pfeil im Köcher gegen das psychologische Rätsel". Er läßt in der .Chem­nitzer Volksstimme' erklären, es müsse schon heute

D« Kurfürst Philipp Christoph wurde von dort nach Gent u"d später nack Linz und Wien m Haft gebracht. Zehn Jahre sollte es dauern, ehe er sem Erzstift wiever sah.

14.

Zwei Bräute.

Den Bund der treuen Herzen Hat Ptiesterrnund geweiht; «en Schwur der treuen Liebe Schrieb ein die Ewigkeit.

Horn.

Die Kartaunen und Musketen, Hellebarden und Schwerter ruhten. Auch die Krieger, sowie die früh aus dem Schlafe geschreckten Bürger gaben fich endlich der Ruhe hin. t .

Nur Einer ruhte nich:; das war der Mann, der während des Kampfgewühles auf eigenen Schultern die Verwundeten hinwegtrug, die Wunden auswusch und Verbände anlegte, Pater Spee, der immer von neuem auf den Schauplatz des Schlachtgetümmels eilte. Hier hatte er die letzte Beichte Sterbender gehört, ihnen die lechzenden Lippen mit Wein befeuchtet, dort wilde Landsknechte von rohen Mißhandlungen zurück­gehalten ; überall war er tätig, überall handelte er als Engel der Milde und Barmherzigkeit. Auch jetzt, da des Getöie der Waffen schwieg, erlahmte der Eifer les frommen Priesters nicht. Er setzte unermüdlich das in der Nacht begonnene LiebeSwerl a ich beim Sonnen­schein fort und feine Ordensbrüder halfen die schwere Arbeit zu bewältigen.

Und noch einen gab es, der fich nicht nach der wohlverdienten Ruhe sehnte, Held Dankmar von K'ffelstatt. Der kaiserl che Feldherr hatte auf dem Markte vor den versammelten Offizieren und einem Telle der fiegreichen Truppen Kiflelstatts seltene Mhn- hell und sein kriegerisches latent gepriesen, ja er baue behauptet, durch des Obristen mutiges Beichtet tm Augenblicke der Not hätte alle erst die rechte Be-

......Huldaer W Zeitung

woch-nbeUage:Illustrierte Zonntagzzeitnng" Mn-kb-ii-g«:gultzaer Gefchichtrblätter".