Einzelbild herunterladen
 

«rfcheint täglich, mit »««nähme der Sonn- And Zeierlage. viertel- jShrl. vezugrpreir ohne vringeriohn «nd VesteLgeldinzuldaund «nsroöttstmt.sopfg.

Verantwortlicher rchriftleiter:Zoi.vanm für die Inserate < 3. parreller in Zulda.

ZMaer

Wochenbeilage: „Illustrierte Sonntagrzeitung"

Anzeigen: Vie rin» spaltige Petitzeil« oder deren Raum 15 pfg Reklamen die petitzeil« 25 pfg; bei Wieder­holungen wird entspr. Rabatt gewährt.

vrnck und Verlag der Zuldaer Actiendruckerei in Zulda (Harmonie) Zernsprecher Nr. 9.

M 225

fülda. Freitag, deu 2. Oktober 1903.

30. Jahrgang.

Wos kommt es bei der

26

SMimgen auf das 4. Ouaüa! 1903 der »Fuldaer Zeitung^ werden fort­während von allen Postanstalten, Land­briefträgern und von unserer Expedition (Harmonie) entgegengenommen.

Zeitschrift .Deutschland' auf ein bischen Un­wahrheit an?

§ Der Marinechef-Jngenieur Nasser, der als Geschwaderingenieur des 1. Geschwaders Ge­legenheit gehabt hatte, sich hervorragend aus­zuzeichnen, ist zum Flotteningenieur der aktiven Schlachtflotte ernannt. Als Ma­rinechef-Jngenieur hat er den Rang eines Fregatten­kapitäns (Oberstleutnants). Seine Ernennung, die der Kaiser am 27. September in Rominten vollzogen, wird wohl auch noch eine Rang­erhöhung (zum Kapitän zur See) mit sich bringen. Auch ein FI o ttenarzt der aktiven Schlacht­flotte wurde in der Person des Dr. Dirksen er­nannt. Er war Marineoberstabsarzt und gleich­zeitig Hofarzt zu Kuxhafen; mit der Ernennung zum Flottenarzt der aktiven Schlachtflotte traf auch seine Beförderung zum Marinegeneralober­arzt (mit dem Rang eines Fregattenkapitäns) ein. Dr. Dirksen hatte erst am 9 Oktober 1899 als

Von Antonie Haupt.

------ (Nachdruck verboten.)

wahr ist."

Berlin, den 1. Oktober 1903.

** „Vor einigen Monaten mußten wir, schreibt die »Kreuzztg?, die Behauptung eines ange­sehenen Führers des Evangelischen Bundes zurück­weisen, daß dre .Kreuz-Zeitung' sich in einer ge­wissen Abhängigkeit von katholischen Kreisen befinde. Jetzt wird von einer anderen, auch dem evangelischen Bunde nahestehenden Seite ein ähnlicher Vorwurf in der Zeitung .Deutschland' (Herausgeber Graf Hoensbroech) gegen uns erhoben. Dort wird nämlich behauptet, daß die .Kreuz-Zeitung' eine Reihe ultra- montaner Katholiken zu ihren Mit­arbeitern zähle und daß gerade diese Mit­arbeiter sehr häufig gerade interkonfessionelle und kirckenpolitische Fragen behandeln. Der hierauf bezügliche Artikel ist vom .Hannoverschen Kurier' abgedruckt worden. Nur aus diesem Grunde nehmen wir zu ihm Stellung. Es läge nun nahe, daß wir die Zeitschrift .Deutschland' auf Grund des § 11 des Preßgesetzes zur Aufnahme einer Berichtigung nötigten. Da wir aber jeden Verkehr mit dem Urheber jenes Artikels vermeiden, beschränken wir uns darauf, an dieser Stelle zu erklären, daß die oben wieder­gegebene Behauptung des in der Zeitschrift .Deutschland' veröffentlichten Artikels u n -

Der Hexenpater.

Erzählung aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges.

rats Herz, an, der sich für die fofortige Auf­lösung des Handelsoertragsvereins erklärte. Geheimrat Herz legte der .Freis. Ztg.' zufolge sein Amt nieder, ließ sich aber veranlassen, es bis zum Ende des Rechnungsjahres weiterzu­führen. Aba. Gothein erklärte, unbedingt zum Schluß des Rechnungsjahres seine bisherigen Vorstandsgeschäfte niederlegen zu wollen. „An dem Fortbestände des Handelsvertragsvereins", bemerkt die .Freis. Ztg.' weiter, „haben tat­sächlich nur ein Interesse die zahlreichen besol­deten Beamten des Vereins. Die Wirksamkeit des Vereins steht nicht entfernt im Verhältnis zu den großen Mitteln, die im Betrage von einer Million Mark dem Handelsvertragsverein in drei Jahren zugeflossen sind".

[] Der Berliner Metallinduftrieellen- Berband hatte bekanntlich gedroht, am 30. September sämtliche in den Fabriken seiner Mitglieder beschäftlgten Strbei er auszusperren, falls die streikenden Gürtler und Drucker bis zum 28. September die Arbeit nicht bedingungs­los wieder aufnehmen würden. Diese Drohung haben die Fabrikanten gestern teilweise wahr ge­macht. Die Massenaussperrung umfaßt jetzt bereits über 8000 Metallarbeiter aller Branchen. Die Zahl wird sich im Laufe der Zeit noch er­höhen. Die Streikleiter beklagen, daß die Kon­trolle verhältnismäßig schwierig sei, den Mitglieder verschiedener Vereine, sowie Unorganisirte an der Aussperrung beteiligt find. Dieselbe soll nach dem Beschluß des Metallindustriellen-Verbandes und des Vereins Berliner Metallwaarenfabrikanten 14 Tage durchgeführt werten, weitere Beschlüsfe haben sich die Arbeiter-Organisationen vorbehalten. In 12 großen Versammlungen wurde am Mitt­woch abend seitens der Metallarbeiter zu der Aussperrung Stellung genommen. In allen wurdenResolutionen gleichenJnhalts angenommen, worin es heißt: „Die Versammelten erklären das Vorgehen der ausständigen Drucker und Gürtler sür gerechtfertigt und drücke« ihnen ihre vollste Sympathie aus. Den durch die Aussperrung aufgenommenen Kamps nehmen die Berliner Metall­arbeiter auf und verpflichten sich, die Streikenden und Ausgesperrten moralisch und materiell zu unterstützen. Die Versammelten verpflichten sich, alles daran zu setzen, um diesen Kamps erfolgreich zu beenden." Außerdem wurde beschlossen, daß jeder arbeitende Metallarbeiter zur Unterstützung der Streikenden und Ausgesperrten 5 Prozent seines wöchentlichen Arbeitsverdienstes abzugeben hat.

• Berlin, 1. Okt. 1903. Der Kaiser hat dem Generaloberst v. Hahnke zum heutigen 70. Geburts­tage ein ungemein gnädiges Glückwunschtelegramm und ein kostbares Geschenk übersandt. - Auf das Huldi­gungstelegramm bet Generalversammlung des Ev an- aelischen Bundes ist aus dem Zivilkabinett des Kaisers folgende Antwort eingegangen: „Seine Maje­stät der Kaiser und König lasten der 16. Generalver­sammlung des Evangelischen Bundes für den Huldi­gungsgruß vielmals danken. Auf Allerhöchsten Befehl der Geheime Kabinettsrat von Lucanus." Eine Kom­mission rumänischer Artillerieoffiziereunter Führung des Generals Koanda vom Kriegsministerium ist nach Deutschland abgereist, um dort die neuesten Fortschritte auf dem Gebiete des Artilleriewesens, ins- Taienlust stürmten damals, vor nunmehr fast zwei Monaten, unser Bruder Werner und Dankmar von Kestelstatt fort nack Luxemburg!" Jsengard errötete bei dem Gedanken daran selber vor Begeisterung, fügte aber nach einer Weile fast traurig hinzu: „Der Herr Graf hatte es so eilig, daß er kaum Abschied von uns nahm, und noch immer find die ritterlichen Befteier nicht erschienen. Was kann sie zurückhalten? Möge Gott mit ihnen sein, sie behüten und ihnen Kraft verleihen!" „Dazu sage ich Amen," sprach die Matrone und fuhr fort: „Graf Casimir läßt uns durch Heinz sagen, er have zum Feste gute Kunde von seinem Sohne und dem unsrigcn empfangen."

„So sei der Herr gepriesen!" riefen beide Töchter gleichzeitig.

Frau Mechtild berichtete weiter, wobei es fast wie ein Lächeln über chre Züge»huschte:

„Heinz hatte noch eine Nachricht, an welcher nament­lich Du, liebe Jutta, lebhafteren Anteil nehmen wirst. Otto von Wittgenstein führt in aller Stille die kleine Gertrud von Hoetheim an den Traualtar."

„O, wie mich das freut, wie sehr mich das be­glückt!" rief Jutta strahlend, fast mit der früheren Lebhaftigkeit. ,

Jsengard lachte.

»Ich hätte dem schlauen, glatten Edelmann ohne Tadel wirklich nicht die Unbesonnenheit zugetraut, daß er nach allem, waS geschehen, sich bei Dir noch einen regelrechten Korb holen würde, ehe er zu der schmachtenden Gertrud zurückkehrte."

„Und ich rechne es chm hoch an und danke ihm, daß er trotz des Geredes der Leute, in deren Augen ich nun einmal die Hexe bleibe, mich zu seinem Weibe erheben, mir seinen unbescholtenen Namen geben wollte," versicherte Jutta ernst.

Jsengard schüttelte den Kopf. .

„Du siehst zu trüb. Ich bitte Dich, liebstes Schwenerchen, gib Dich nicht solch' schwermütiger Kopshängerei, solcher Selbppeinigung und Gemütsver­düsterung hin. Ich glaube, Du wärst im Stande, nur aus Verzagtheit an Dir selber alle Männer znrückzu-

Marineoberstabsarzt den Rang eines Korvetten- kavttäus erhallen.

% Eine Anzahl höherer Beamte« der Eisen bahn-Verwaltung ist veranlaßt worden, den Abschied einzureichen. Die ,B. P. N.' suchen diesen Vorgang wie folgt zu erklären: Von der Befugnis, Beamte, die das 65. Lebensjahr vollendet haben, ohne förmliches Verfahren in den Ruhe­stand zu versetzen, ist auch in anderen Verwal­tungszweigen Gebrauch gemacht. Wenn dies mit­unter in umfassenderer Weise im Bereiche der Eisenbahn-Verwaltung geschehen ist, so liegt der Grund darin, daß die Eisenbahnen eine Verkehrs­anstalt sind, und demzufolge der Eisenbahndienst in besonderem Maße rasche Entschlüsse und un­geschmälerte Tatkraft erfordert. Beamte, die in anderen Verwaltungszweigen, welche diese Eigen­schaften in geringerem Maße erfordern, füglich noch ihren Platz ausfüllen können, genügen da­her vielfach den Anforderungen des Eisenbahn­dienstes nicht mehr und müssen daraus hinge- wiesen werden, daß die Notwendigkeit ihrer Ver­setzung in den Ruhestand gekommen ist. Es liegt das nicht allein im Interesse des Eisenbahndienstes im allgemeinen, sondern es kommt noch hinzu, daß, wenn Beamte, die den Anforderungen ihres Amtes nicht mehr voll entsprechen können, gleich­wohl im Dienste erhalten würde«, das natur­gemäß die ungünstigste Rückwirkung auf die Be­rufsfreudigkeit der jüngeren Beamten ausüben müßte, denen auf diese Weise die Möglichkeit des Aussteigens abgeschnitten wird, auf die sie ihren berechtigten Anspruch gerade vermöge ihrer vollen Leistungsfähigkeit haben. Wenn in den letzten Jahren innerhalb der Eisenbahn-Verwaltung von der Befugnis, Beamte nach dem vollendeten 65. Lebensjahre in den Ruhestand zu versetzen, wenig oder gar kein Gebrauch gemacht worden ist, so liegt der Grund darin, daß bei der Reor­ganisation der Eisenbahn-Verwaltung int Jahre 1895 alle Beamte, die in Frage kommen konn­ten, zur Verfügung gestellt und demnächst in den Ruhestand versetzt worden sind. Nachdem seit jener großen Verjüngung des Eisenbahn-Personals inzwischen mehr als 8 Jahre verflossen sind, hat deren Wirkung naturgemäß mehr und mehr nach­gelassen, und es tritt wiederum das Bedürfnis zur Anwendung jener gesetzlichen Befugnis mehr hervor. Daß dabei nicht rücksichtslos verfahren, sondern, soweit dies das Interesse des königlichen Dienstes irgendwie gestattet, auf die persönlichen Verhältnisse der Beamten billigerweise Rücksicht genommen wird, bedarf der besonderen Versiche­rung nicht.

*** Der weitere Ausschuß des Handels­vertragsvereins hat den schon erwähnten Beschluß, den Verein, dessen Dauer jetzt ab- gelaufen sein würde, bis auf weiteres zu ver­längern, mit 28 gegen 7 Stimmen gefaßt. Die Vertreter der Freisinnigen Volkspartei, Dr. Hans C'üger, Dr. Hugo Gerschel, Karl Hellriegel und Abg" Reinhart Schmidt-Elberfeld, foroie die Herren Achelis-Bremen und Kopetzky-Berlin schloffen sich dem Votum des Vorsitzenden des Handelsvertrags Vereins, Geheimen Kommerzien- die Probe gestellt. Dann kam Frau von Zandt mit einem Riesenstrauß prachtvoller in allen Stufen des Farbenwechsels prangender Rosen, der beiden Töchtern den Ausruf hoher Bewunderung entlcdte.

„Ja, staunt nur, Kinder, der alte Graf beschämt uns; er sendet uns Säumigen das schönste Ange­binde, welches er heute erhielt."

„Wie ist's nur möglich, solche Fülle köstlicher Rosen um diese Jahreszeit zu erzielen?" fragte Jutta und berührte tote kosend mit den Fingerspitzen die duftenden Blumen.

„Die Rosen stammen aus dem Gewächshause der Jesuiten", berichtete Frau Mechthild. „Die Väter befasien sich ja auch im Winter mit sorglicher Blumen­zucht, um die Altäre zu zieren. Zu Ostern brauchen sie sich fteilich um den Schmuck iqrer Trierischen Kirchen nicht mehr zu kümmern; Heinz erzählte mir, die Väter rüsteten sich zum Auszuge. Der Kurfürst habe mit seinen Drohungen Ernst gemacht und den Mitgliedern des Ordens befohlen, schon übermorgen die Stadt zu verlasien. Die Bestürzung und Er­bitterung sei groß."

„So werden die armen Väter morgen am Pasiionssonntage auch einen rechten Leidensweg an- treten und wir müssen auf deren tröstlichen Zu­spruch und deren HUfe verzichten," seufzte Jutta.

Jkengard aber rief heftig:

„La wollte ich aber doch, daß 'unsere Truppen endlich dem bösen Treiben unseres Landesherrn ein Ende machten! Warum verwellen sie noch länger zögernd in Luxemburg? Ick finde es natürlich, daß viele unserer krieg-fähigen Trierer fteiwillig die Stadt ver lassen, um sich in den Dienst der gerechten ©t che gegen den Kurfürsten und gegen die Franzosen zu stellen. Der Vater sagt, wenn Letztere jetzt, nachdem die Macht der Schweden von den Kaiserlichen ver­nichtet wurde, nicht an deren Stelle das Zerstötu.'gs- werk in Deutschland fortsetzt n, so wäre mit dem Siege bei Nördlingen vor einem halben Jahre schon der furchtbare und an.-.GU)fe Bürgerkrieg zu Code ge­wesen. Mit welch' heiligem Zorn, mit welch' ehrlicher

Die früher an Charakter und Lebensabfichten so verschiedenen Schwestern hatten einander gefunden. Eie hatten sich gegenseitig ergänzt und belehrt, und freuten sich nun unsäglich der vollendeten Ueberein» stimmung in ihren Gesinnungen.

Auch mit der ältesten Schwester Margartta, der Aebtiffin im Kloster Marienburg, pflegte Jutta jetzt so eifrigen Briefwechsel, wie die Ungunst der Zetten es ibr erlaubte. Der Umstand aber gerade war es, welcher Jsengard in Bekümmernis versetzte. Sie wollte so gern alles wissen, was die geliebte Schwester bettaf; doch Jutta war zurückhaltend und machte ein Geheimnis aus dem Inhalte dieser Briefe, der sie jedesmal nachdenklicher als gewöhnlich stimmte.

Eben traf Jsengard mit einem Pergamentblatte in der Hand wieder ein. Sie zog einen kleinen Tisch en*» Fenster und nahm dahinter Platz,

„Die Glückwünsche der Mutter muß ich eben­falls auf dem Bogen anbringen; sie war nicht wer ig erschreckt, als ich sie auf unser Versäumnis aufmerk­sam macht!", plauderte sie und begann emsig ehre Schnörkel zu malen. Gleich daraus hob sie den Kopf. „Ei, da reitet ja einer zum Hoftor herein." Sie reckte den Hals und suchte im farbigen Fenstergemälde das 6' lle Gewand eines Ritterfräuleins aus, um hirmnterzulugen. Wahrhaftig, das ist Heinrich aus der Keffelstädtischen Burg! Welche Botschaft mag der zu bestellen haben?" rief sie verwundert.

„Hoffentlich nichts Schlimmes", flüsterte Jutta gepreßt.

„Nein, nein, er lächelt uno bringt ein groß­mächtiges Paket. Was kann nur darin sein?"

Jsengards wurde ->:mlich lange auf

besondere das Kruppsche System für die Umwandlung des deutschen Feldgeschützes in ein Rohrrücklaufgeschütz, zu studieren. - Dem Reichs rage wird in der neuen Gesetzgebungsperiode em neuer Vorschlag zur Ent­lastung des Reichsgerichts zuzeyen. Jndiesem werden der ,Nat. Lib. Korr.' zufolge die Ernwendungen, die gegen den früheren Antrag einer Heraufsetzung der R-vistonssumme gemacht wurden, ihrer Bedeutung ent­sprechende Verwertung finde.:. — Der Präsident von Mexiko hat sich für den deutschen Kaiser malen laffen und das fertige Bild bereits abschicken lassen. Es ist der ,Nat. Z g' zufolge das erste Mal, daß der Präsident einem fremden Staatsoberhaupte eine solche Aufmerksamkeit erwiesen hat, und daher von ganz besonderer Bedeulung. Ehe das Bild abgeschickt wurde, ist es in Mexiko auf Befehl des Präsidenten je einen Tag in den beiden deutschen Vereinen öffentlich ausgestellt worden. Der kaiserliche Gesandte Freiherr von Heyking und der Geschäftsträger Herr v. Flöckter haben Photographien des Bildes mit der eigenhändigen Unterschrift des Präsidenten erhalten.

* Köln, 1. Okt. 1903. Bei herrlichem Wetter trafen heute Mittag der Großherzog, die Großherzogin sowie der Erbgroßherzog von Baden zur Teilnahme an der Enthüllungs- feier der Denkmäler Kaiser Fried­richs III. und der Kaiserin Augusta hier ein. Zum Empfange waren anwesend Oberpräsident Nasfe, Regierungspräsident von Balan und Polizeipräsident Weegmann. Als Vertreter des Kaisers kam aus Bonn der Kron­prinz, der die Uniform des 1. Garde-Regiments trug. Nach Begrüßung durch die Spitzen der Behörden fuhren der Kronprinz und die badi­schen Herrschaften mit Gefolge um 3 Uhr durch die^ mit Flaggen und Guirlanden geschmückten Straßen nach dem Kaiser Wilhelmriag zur Ent­hüllung des Denkmals der Kaiserin Augusta, wo sich bereits die Mitglieder des Denkmals­ausschusses, die Stadtverordneten, der Ober­präsident , der Regierungspräsident, Kardinal Fischer, Weihbischof Müller sowie Oberbürger­meister Becker u. a. eingefunden hatten. Ober­bürgermeister Becker hielt die Weiherede, in der er der Verdienste der verewigten Kaiserin um den Abschluß der Genfer Konvention und um die Gründung des preußischen Vereins zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger gedachte und erwähnte, wie nahe die hohe Frau den Rheinländern gestanden habe. Auf ein Zeichen des Kronprinzen fiel die Hülle des aus weißem Marmor von den Bildhauern Stockmann und Dörrenbach geschaffenen, von Blumenbuketts umgebenen Denkmals. Als erster legte der Kronprinz einen Kranz nieder; es folgten die badischen und andere Herrschaften, sowie eine Anzahl Vereine. Hierauf wurden Ordens­verleihungen vorgenommen, darunter an die Schöpfer der Denkmäler. Während die Kapelle der Deutzer Küraffiere spielte, wurde das Denk­mal besichtigt. Sodann fuhren die Herrschaften durch das Spalier der Schulkinder und Vereine über den Hansa- und den Deutschen Ring nach demKaiserFriedrichsufer, eskortiert vonKüraffieren. An der Ausmündung des Deutschen Rings ist die vom Bildhauer Professor Breuer geschaffene bronzene Reiterfigur des verewigten Kaisers auf hohem Unterbau, weithin sichtbar, errichtet, aus Beiträgen der Bürger und Vereine Kölns.

rochen, die um Dich roerben, selbst wenn Du einen liebtest. Ist's nicht so?"

Es gibt Augenblicke, in denen das Herz so voll ist, daß eine teilnehmende Frage dieselbe Wirkung hervorbringt, wie der in ein volles Gefäß fallende Tropfen: es fließt über.

„Ja," sprach sie mit fester Stimme. „Ich werde niemals einem Manne angehören. Nicht die Verzagt­heit an mir selber, oder gar Furcht, daß die Wett mich zeitlebens mit Mißtrauen kränken werde, ließ mich meinen Entschluß fassen. Ich will als Kioster- frau mich ungeteilt dem heiligen Dienste Gotter widmen, denn ich fühle mich mächtig dazu hingezogen. Glaubt nicht, daß der Entschluß einer augenblicklichen Stimmung entspringt. Nein, er ist das Ergebnis langer Prüfung. Schon ehe jenes furchtbare Ereignis eintrat, welches meine ganze Geistesrichtung auf andere Bahnen schlenderte, ja zu einer Zett als ich will Euch Lieben rückhaltSlos bekennen — mein eitles Herz zum ersten Mal wahre, innige Neigung für einen Mann empfand, da habe ich, durch Vater Spee's Schriften angeregt, mir wieder und wider die Frage borgclegt, ob ich zum Ordensstande berufen sei. Ich betete unablässig um Erkenntnis.

Die Antwort Gottes towebe mir in jenen Schreckens­tagen deutlich zu Tell. Der Gedanke erfüllte mich mit Glück, im Kloster Enffagung und Buße zu üben und so eine würdige Braut des Herrn zu werden. In der Sorge für die Kranken und Armen werde ich auch ben verlorenen Seelenfrieden wiederfinden. Versuchet nicht, mein Vorhaben zu erschüttern, es wäre vergeblich. Auch unsere Aebtiffin, unsere Schwester Margarethe, der ich mein ganzes Innere entschleierte, bestärkte mi ch in meiner Absicht. Mit unwiderstehlicher Gewa lt zieht'S mich zum Benediktiner-Orden hin. Sobald i ch meine Gesundheit vollständig wieder erlangt habe, trete ich zu Trier n St. Jrrninen ein. Wie schwer mir auch die Trennung von Euch fällt, dem Ruf e Gottes muß ich folgen. So, nun ist's heraus, was mir schon lange schwer fiel Euch zu sagen, schloß sie mit tiefem Atemzuge.