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ulößer M Zeitung
30. Jahrgang.
fUlda, Samstag, den 26. September 1903
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Reklamen- und Anzeigenteil
(Sehweiz)
Kgl. Hoflieferanten
. DrittesLlatd <
Hob die Verwundeten drauf Hier untersuchte der Bader Welche bald fröhlichen Muts Trieben im Ort sich umher.
Gersfeld.
den Unfall, verband die Grfall'nen, am Stocke wankten, die andern
besuchten den Park und die Kirche,
Ei, da fasten wir gern-, begannen wir alle, da knallte Draußen der Böller, wir tranken aufs Wohl des ganzen Konventes, Und nach vollendeter Mahlzeit, nachdem man ^^^en Hoch auf die Tafel gesetzt, und das Jagdhorn ringsum getönet. Sonderten sich die Gefährten, eS fröhnten diese dem Schlafe, Jene verließen den Berg, besuchend das^Städtchen im Buring und Thalheim allein verweilten im Saale des Klosters
Unter den geistlichen Herrn und sprachen und schmauchten ihr Pfeifchen.
Zog man mit Andacht die Mütz'. Am Park der Fa- v ” sauen vorüber, ,
Langten in waldigen Fluren wir an. Im Sckatten der heiligen Erchen
Streckten die Wandrer sich auf den Teppich des Rasens, der Forstmann Brachte den tragbaren Keller hervor, verseh'n mit grün- lichen Flaschen, Und kredenzt' einem jeden des Trankes gleichhaltige Dosis,
Pflanzte dann grünende Aest' rings um die Leitern des Wagens;
Und es bekränzte sich jeglicher mit dem dunkeln Laube der Eichen.
Daß man den leuchenden Pferden die Last in etwas erleichtert.
Gingen zwei stets zu Fuß; es traf aber diesmal die Reche
Thalheim und Buring. Sie zogen dahin ins benachbarte Lütter.
„Laßt ein erhabenes f uns formen," sprach jener zu diesem,
„Und es stehe als Sinnbild der Reis' aufder vordem Seite des Wagens."
Sprach's, und man kauft' in der Hütte des Dorfs eine tüchtigeStange,
Formte sie zu einem f, dort prangte das Zeichen mit Würde.
Sanftere Lüfte des Abends umwehten nun die Karawane,
Ziehend am Fuße der Wälder, umgeben von duftendem Heue,
l Welches der fleißige Lckkdmann in Haufen ordnete, Vögel
Sangm ihr Liedchen im Hain, es rötet die Sonne den Kirchturm
Dort in dem Orte, zu dem wir gelangten. Es ruhte der Wagen
Neben der Wirtschaft am Brunnen, man pflegt' und tränkte die Pferde, Denn sie hatten mit Mühe getragen die Bürde des Tages.
Aber auch wir verzehrten im Freien die ländliche Mahlzeit;
Und es neigte der Tag sich allmählich zum Ende. Wir kamen
Bald zu den Höhen des Kreuzes, dort hausten die Väter am Berge.
Aber es schwand uns der Weg, umgeben von nächtlichen Wolken, Irrte der Wagen umher. Ueber Kies und steinige
I Felder
Kamm wir jetzt in den Forst, da webten sich dunkel die Aeste
Ueber den Häuptern empor, der Wege kreuzten sich viele
Hin durch das dunkle Gebüsch; des rechten unkundig, beschloß man, Mutig zu harren des Tags, auf des Waldes Heide gelagert.
I Doch es hatten die Väter am Berg ein Lärmen vernommen.
Denn es ertöntm die Flinten, man rief, es bellten die Hunde;
D'rob gerieten sie nun in Bewegung; herab von dem Kloster
Lallte der Mörser, der wohlbekannte, zu folgen dem v Tone
Wurde beschloss«:; man sucht' eine fahrbare Straße, der Wagen
Glimmte nun endlich heran; uns empfingen die Herren mit Lichtern
Freundlichwie immer undführten uns ein zu^em grünlichen So war die Hälfte der Nacht verstrichen; man faßte den Entschluß, Heut nochdenAufgangderSonne zuschau'n,denSchlummer
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Alles verzieret; auch tönten so schön die sanften Morde, Die man den Tasten mtlockt' am erhabenm Platze der Orgel.
Auch in dem solgendm Dorf erklang das Klavier tn dem Schulhaus, Wo man beim purpurnen Saft der Reben ein Stündchen verkoste.
Also begann uns der Abend, die Nacht an dem heiteren Himmel.
Während die düsteren Stunden bei traulichen Scherzen und Liedern
Eilig den Freunden entfloh'n und jeglichen Schlummer verscheucyten.
Nahte das Ende der Fayrt. Uns grüßten die Ufer der Fulda;
Und von dem Lichte des Mondes umflosfen erhob sich im Dunkel
Dort die Kuppel des Doms. O sei von uns allen ge- grüßet,
Stadt der Geburt! Zwar wehen hier nicht die erheiternden Lüfte
I Wie auf den Höhen des Kreuzes, doch leben die Liebe, die Freundschaft Auch in den Mauern der Stadt. O, möchten, geleitet von ihnen, Freudig und heiter uns oft die Tage des Lebens ent-
I ° schwinden.
Sicher dann wähnen wir uns noch oft aus die fränki- schen Alpen.
5chriftleiter:Zos.vaunr
3. woch-nb-iiag-: „Illustrierte Sonntagszeitung
Monatsbeilage: „Wdaer Geschichtrblatter"
[:] von Hulda zum Ureuzberge vor 100 Jahren.
Andenken an den Kreuzberg ans der hohen Rhön in drei Reisen.
(Schluß.)
Dritte Reise, den 6. Juni 1811.
Bald als der Len» die lieben Wiesen und Wälder geschmückt.
Sehnten wir uns »u dem Kreuz, Freund Thalheim befand sich am Maine, «oebhard bei ihm, da ertönt ihre Timme in Buchoniens Hauptstadt:
Mehrere gingen zu Fuß, da entstand ein gewaltiges Lärmen.
Heilige Mutter Anna! O Not sonder Ende! wir sterben! Und man eilte dazu, den Gestürzten eilig zu helfen. Als man den Schaden besah, entdeckte man zween der Blessierten, Hochwald und Thalheim, sie hinktennaMernrnh einige Aber mit Mübe erhob sich der Wagen, man schmiedet' ihn dürftig, und eilt' ins benachbarte
Hnieige«. Vie eim spaltige Petitzeile oder deren Kaum 15 pfg- Reklamen die petitzeitt 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entspr.
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Erscheint täglich, mit Ausnahme der §onn- und Feiertage. viertel- sährl. Bezugspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Zulda und surwärtr 1 Mk. 50 pfg
Verantwortlicher
Auf, begraben wir ihn, eS wandelt das^ vor dem
Nun folgt der Tote; man sang ganz düster den folgenden
1 ” Psalmen:
„Habe Barmherzigkeit, Gott, nach der Menge deiner v Erbarmung,
Sanftes Erbarmen mit ihm, und wasche ihn rein von
' den Sunden,
Gib ihm die ew ge Rub, ihm leuchte dein strahlendes Antlitz,
Und vor den Pforten der Hölle bewahr) ihn. Er ruhe tn Frieden."
Wohl dem Verblichenen! Er lag auf dem Bette, wir anderen aber
Blieben fein munter und wach, verscherzter^-^nächtlichen
Dämmernd erschien uns der Tag, wir erstiegen die Stufen zum Kreuze,
Blickten die Sonne und sangen der neu Erstandenen zur Ehre:
„Es klingen die fröhlichen Lieder So sehr auf der reizenden Flur, Wir weih'n sie dem heiteren Morgen, Dem Anblick der schönen Natur.
Ja, schön ist's, ihr Brüder, am Kreuze, Da scheint uns-die Sonne so mild. Sie leuchtet in bläulichen Fernen, Drum grüßet ihr reizendes Bild.
O möchte sie immer uns strahlen. Wir hier auf den freundlichen Höh'n! Dann werden die Tage des Lebens Uns traulich und heiter vergeh'n.
Doch öfter entschwindet die Sonne, Ost scheint sie mit spärlichem Schein, So schwinden auch Jugend und Freude, Es stellt der Kummer sich ein.
D'rum halten wir redlich zusammen Im flüchtigen Wechsel der Zeit. Darm zeigt sich uns sicher die Freude, Vermindert wird dann unser Leid." Flinten erklangen. Man hatte gebracht die beliebten ° Pokale,
Leerte sie, stieg auf den Stufen hinab und sang bei dem Gange: „Frisch auf, Kameradin, ein fröhlicher Sinn Müsse uns heute beseelen. Es trieb uns auf dieses Gebirge hm. Wir wollen den Zweck nicht verfehlen.
Auf, laßt uns die wenigen Stunden freu n. Sie ganz dem Genusie der Freiheit weih n.
Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist, Man sieht nur Herren und Knechte.
Die Falschheit herrschet, die Hinterlist Bei dem feigen Menschengeschlecht«. Doch schwinden die Fesseln aus diesen Höh n, Wo die Lüfte der goldenen Freiheit weh n.
Des Lebens Aengste verbannen wir. Es schwinden der Gram und die Sorgen. Es herrschet allein die Freude hier. Wir sparen die Klage auf morgen- D'rum klagen wir morgen, so laßt un- heut Noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit. ___
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""Von dem Himmel umweht uns die Luft so rein Auf diesen gehelligten Höhen.
Und die Sonne, sie leuchtet mit heiterm Schein, Die waldige Ferne sehen,
“ D'rum zieh'» wir aus gastlichem Klostertor Auf den Stufen zum rötlichen Kreuz empor. __
""Mr"älle'mit'miserm fidelen"Sinn Sind keine gefürchteten Gäste, Drum zogen wir heute zum Kloster hm. Uns zu laden zum fröhlichen Feste. Und hört! wie der tobende Böller knallt. Wenn im Saal der munt're Gesang erschallt.
Was blinket im Glase so rein, so hell? Was fließen für bräunliche Säfte?
Es ist Euch, ihr Brüder ein lebender Quell, Er stählet den Mut und die Kräfte.
Wir kennen des Trankes Wirkung schon, Wir wurden schon mehrmals fidel davon.
Drum frisch, Kameraden, den Humpen zur Hand, Verkostet das edle Gebräue.^ Es lebe das deutsche Vaterland, Es lebe die Lieb' und die Treue!
D'rauf stoßen wir an mit wahrer Lust Und rufen ein Hela aus voller Brust."
Um nun des hl. Zwecks der vollendeten Wallfahrt zu denken,
Baten wir einen der geistlichen Herrn, die Messe zu leien. Uns zum ersprießlichen Wohl, zur Vermeidung kunft ger liebel.
D'rauf begaben wir uns in die Kirch', es ertönte das Glöcklein,
Und wir knieten mit Andacht danieder und beteten leise. Aber die geistlichen Herrn, sie sangen das Credo, das
Sanctus
Hoch von der Orgel herab, bis daß der Priester geendet. Fasten war heute im Haus, denn es stand geschrieben Quatember.
„Ja, Sie entbehren das Fleisch", versetzten die Herren vor Tische.
Siebe da brachte man zitternden Stockfisch herein mit dem Senste,
Dann die Karpfen, den Hecht, den Feind der Fische, den Otter.
* Das beständige Zunehmen der Zahl der L^eaudampfschiffe wird sehr gut durch die Zahlen bewiesen, welche über die Ein- und Ausfuhr des New-Aorker Hafens während der Jahre 1901 und 1902 Aufschluß geben. Im Jahre 1901 liefen insgesamt 4215 Schiffe mit 8933185 Tonnen Raum- gehalt ein, d. h. im Mittel 2119 Tonnen; im Jahre 1902 dagegen 3954 Schiffe mit 8 990851 Tonnen d h. im Mittel 2274 Tonnen Tragfähigkeit. Im Jahre 1901 liefen 3777 Schiffe mit 8400977 Tennen d. h. im Mittel 12224 Tonnen; im Jahre 1902 4685 Schiffe mit 8441 206 Tonnen d. h. im Mittel 2291 Tonnen aus. (Mitgeteilt von den Technischen Berichten Bruno Heinrich Arendt, Berlin.)
Sieh«, da wantte Freund Hayn, der Kutscher, m uns ’ tn den Eßsaal,
Drollig von Anseh'n und sprach: „O tragen SieNachstcht ” und Mitleid,
Schwer ist mein Kopf und betäubtvon dem trefflwhenSafte
Stolpernd sank er dahin, gewieget in nächllichen Schlummer. —
„Wollt ihr, Freunde, mit uns die Rreu$e
Sch,-« -»ch««»»--- w.
Und am beredeten Tag befanden sich alle zu Fulda, Wo sich die Brüder im t bestellten ^uQt^tc®a't l^en An der bekannten Chaussee. Es glänzten lieblich die Lichter
Durch das umdämmerte Grün; die harmonischen Griffe w der Saiten
Tönten dem lauschenden Ohr die Walzer, ^^lustigen Während auf sanfterer Flöt' das klagende „Lied von Owrnsty
Regem Gefühle begann; auch wandertm preisend die Wurden aufs ftöhliche Wohl der Reisegefährten ge- leeret.
Glänzend erhob sich die Sonn' an dem anderen Tage. >)U ämuttß
Speisten wir traulich vereint in des Gartens offenem Saale,
Sonst zu den Tänzen der Städter bestimmt. Man legte die Gelder
Zur Bestreitung der Reis' in des Forstmannes Hände, v doch Zwenger
Führte die Rechnung. Es rollte der stattliche Wagen u v zum Garten,
Ganz zu der Reise gebaut, verseh'n mit gepolsterten , Sitzen.
Sieben, die hl. Zahl, bestiegen das Fuhrwerk, es waren I Heilmann, Goebhard und Lauch, dann Buring, Hochwald v mb Thalheim,
Diesen gesellte sich zu ein neuer Gefährte des Kremes, Thobald der kleine benannt, auf dem vorderen Sitze des Fuhrwerks Saß dirigierend Freund Hayn, ein alter, erfahrener Kutscher.
So bei der drückenden Schwüle des Mittags trabten die Rosse, • Freudig sangen die Pilger, vor jedem erhabenen Kreuze
Ader am Abend, nachdem dick Freunde sich wieder ge- fctniTticlt/
Trug man den Tisch und die Bänke vors Tor in den Schatten der rnnden. Und man hieß bei dem Schalle der Lieder den Abend willkommen.
Bis uns der nächtliche Himmel umgab; da suchten die Müden
Gerne das Lager und schloffen sich ein in die niedrigen Zellen. —
Und es blickte von neuem die Sonn' durch der Zellen Fenster,
Hymnen ertönten im Chor, es erklang das Geläute.des Morgens
Auf zu den freundlichen Höh'n, damit zu dem Abschied.
Grüßten noch einmal die Flur, die geliebte, die bald wir verlassen.
Munter zogen wir aus, und sieh! aus der Pforte des Klosters
Folgte mit lärmendem Kosen uns nach ein Häufchen u 55 von Gänsen.
Ja, sie bestiegen die Stufen mit unS und lagerten sich an dem Kreuze,
Schlürften behaglich das Bier, im Pokale denselben verabreicht.
Und wir erfreuten uns viel deS zahm gewohnten Ge- flügels. —
Ungern trennten wir uns von dem Berge, doch mahnte die Stunde
Uns an den Heimweg. Begrüßt von den braven Bewohnern des Klosters, Tönten am Tor die Gesänge des Abschieds, draus rollte der Wagen.
Aber er rollte nicht lang, so geschah den Wandrern ein Unglück.
Uebel geleistet vom sorglosen Führer stürzte das Fuhrwerk.
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