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s. RteRk woch-ilbeuag-: „Illustrierte Sonntagrzeitung"
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Monakbeilage: „Fuldaer SeschichttblStter".
A»rekge>: Vie edt» spaltige Petitzekle ober deren Saum 15 pfg. Reklamen bie Petitzeile 25 Pfg.; bei wieder. Holungen wirb entspr. Rabatt gewährt.
Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda (Harmonie) Fernsprecher Nr. 9.
M 211.
fUlda, Mittwoch, den 16. September 1903.
30. Jahrgang.
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;e aus:
Bon Antonie Haupt.
------ (Nachdruck Verbotes.)
Berlin, den 15. September 1908
** Der ehemalige Reichsschatzsekretär Frhr. v. Thielmann hat sich am Montag von den Beamten des Reichsschatzamts verabschiedet. Frhr. v. Thielmann zieht sich -unächst auf seine Besitzung in Bayern zurück. Den Winter gedenkt Herr v. Thielmann in Italien und Aegyten zu verleben.
** Der voriragende Rat im Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Land- fo< ftmeister Wächter, feierte am Sonntag in vollster Rüstigkeit sein SOjähriges Dienst - Jubiläum. Der Kaiser hatte die Verdienste des Jubilars durch Verleihung des Sternes zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub belohnt. Um 11 Uhr vormittags überreichte eine Kommission des Ministeriums ein wertvolles Silbergeschenk. Von den Forstbeamten der vier dem Dezernate des Jubilars zugehörigen Provinzen Rheinland, Schleswig-Holstein, Pommern und Schlesien wurde ein prachtvolles Silbergeschenk (ein schreiender Rothirsch auf massivem Felsblock mit entsprechender Inschrift) überreicht.
§ Gegen Landratskandidaturen spricht sich angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen
Unb alles schwebt in Lüsten.
Nur ich allein. Ich leide Pein, Ohn' End' werd' ich gequälet. Seit ich mit Dir Und Du mit mir, O Jesu, Dich vermählet.
Nichts schmecktmir aufder ganzen Welt, Als Jesu Lieb' alleine. Nicht Spiel ünd Scherz mir je gefällt Bis daß er mir erscheine.
Laut mein Gemahl, In meiner Qual Ruf' ich so manche Stunden; Doch naht kein Schritt Sich mir und Tritt;
Muß das mich nicht verwunden?
Ach Jesu, Jesu, treuer Held, Was kränkst Du mich so setzre! Bin ich doch hart genug gequält. Ach mich nicht so beschwere. Willst alle Qual Mit einem Mal Du seh'n bei mir vergangen? Tann führ' zur Weid' Mein' Augen beid' Auf Deine schönen Wangen'»
)( Der Ablaßaktensund Professor Schuttes.
Die jüngste Mär, mit der die .Korrespondenz des Evangelischen Bundes' hausieren gegangen »ar, um den „Ultramontanen" und zugleich der Regierung eins anzuhängen, ist nun auch ab- ßetan. Unter Berufung auf eine Erzählung, die m Gelehrtenkreisen umgehen sollte, berichtete die deutsch-evangelische Korrespondenz vor kurzem, der bisherige Leiter des Preußischen historischen Instituts, Professor Schulte, habe im Vatikanischen Archive die Abrechnungen über den im Jahre 1517 in Deutschland verkündeten Ablaß gefunden, der den Anlaß zur „Reformation" gab. Es sei aber bei ihm der „Ultramontane" mit dem Gelehrten in Konflikt gekommen, weshalb er in Berlin angestagt habe, ob er den Fund ver? öffentlichen solle oder nicht. Der Reichskanzler habe geantwortet: „Ignorieren".
Die Blätter, die alles, was die Giftmichel dtt- evangelischen Bundes erzählen, freudig und kntiklos aufgreifen, wußten an diese Geschichte alsbald sehr erbauliche Betrachtungen anzuknüpfen. Schneller als man habe erwarten .önnen, solle der Beweis geliefert worden sein, daß ein „Ultramontaner" zum Leiter des historischen Instituts nicht tauge. Was aber m diesem einen Falle gelte, gelte für alle: llltramontanismus und Wissenschaft seien überhaupt unvereinbare Dinge. Denn der katholische Gelehrte dürfe niemals seinem wissenschaftlichen Gewissen folgen, wenn es mit seinem kirchlichen tn Konflikt komme. Anscheinend war aber der Hieb gegen die „ultramontanen" Gelehrten den Erfindern und Verbreitern der Mär nicht die Hauptsache. Noch strenger als mit Professor Schulte ging man mit dem preußischen Kultusminister und dem Reichskanzler m s Gericht. Aus Liebedienerei gegen das Zentrum und gegen „Rom" sollten sie die Weisung gegeben haben, den wichtigen Fund der Oeffentlichkeit vorzuenthalten. Das war denn em trefflicher Beweis für die verderbliche Wirkung der „Herrschaft des Zentrums" und die willenlose Gefügigkeit der Regierung gegen die „Ultra- montanen".
Inzwischen ist von verschiedenen, minder befangenen Seiten die Angelegenheit in etwas anderem Lichte dargestellt worden. Man erfuhr daraus, daß die Ablaßakten etwas bisher völlig Unbekanntes nicht enthielten und von den „Ultramontanen" so wenig zu fürchten waren, «-d?^Lesuitenpater Ehrle sich ohneUm- stände für die Veröffentlichung ausgesprochen rSrj. ®m-^r.uy^e s?gar berichtet, daß, wenn polttl^che Rücksichten in Frage kommen würden, die Veröffentlichung unterbleiben würde, weil ein
□Erstes Blatt <
WÜZH7!
Der Hexenpater.
»qShlung aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges.
„Das ist recht hübsch, aber für meinen Geschmack zu ernst; ich bin nun einmal solch ein Weltkind", äußerte Jutta leichthin. Die Herren gaben ähnliche Urteile ab, so daß Keffelstatt fast mit dem gekränkten Gefühl, slr habe man ihm Heiliges verachtet, bedauernd das Buch wieder «-.stecken wollte. Da stand plötzlich tiefatmend mit leuchtenden Augen Jsengard vor ihm Die junge Maid hatte zurückgezogen unb unbeachtet in einer Fensternische gesessen; jetzt streckte sie beide Hände nach dem Manuskripte
„Leiht mir das Buch nur einen einzigen Tag, Herr Graf/ bat sie flehenllich. „Das Gedicht ging mit s» zu Herzen; ich Mächte auch die anderen kennen lernen. Sind alle Gedichte f» sichön, jtoie dieses?"
«D manche find nach viel schäner, tiefer, inniger,
Damit tat er, wie er sagte, und Jsengard flüchtete beglückt mit dem Schatze in ihre Fensternische zurück, um sich sogleich darin zu vertiefen. Daß der Dichter, welcher mit vollen Zügen aus dem Borne der Gottesnnnne geschöpft hatte, mit seiner kindlichen Anmut, seiner Jnuigteir des Gefühls und seinem hymnenartigen Gedankenschwung das harmlose, muntere Kind bezaubern mußte, war so natürlich; denroch berührte den Graten Jsengards Verständnis ungemein wohltuend und erwärmend. Die gleichgittigen Worte der schönen Jutta waren wie kalter Reif auf seine wonnige Frühlingsstimmung gefallen. „Königin" Jutta hatte Jsengard sie übermütig g-nannt. Ja, eine Königin der Schönheit und liebenswürdigen Grazie war dieses holde Wesen. Wie schade, daß sie etwas oberflächlich und weltlich zu sein schien! Doch mit großer Zuversicht fühlte er die Kraft in sich, dieses ja schmiegsame, seiner sieghaften Schönheit fteilich nur allzusehr bewußte junge Geschöpf auf ernstere Bahnen zu lenken. Welche schöne Aufgabe sollte ihm im näheren Verkehr mit ihr zu teil werden! Daß ihm große Macht über sie gegeben wär, baran konnte er nach ihrem Auftreten ihm gegenüber unmöglich mehr Zweifeln. Und daß ihr Herz kotz aller Umwerbung bis dohiu unberührt geblieben war, wußte er nicht allein durch Vater und Schwester, fenbmt Wort und Blick des schönen Mädchens sagten ihm dasselbe. Nur ihn i evorziwte sie. Ja er wollte um sie werben und dann seinem Edelsteine die richtige Fassung geben. Er wollte sie zu seiner eigenen ernsteren Weltanschauung bekehren, so daß auch für sie das Irdische nur im Spiegel des Ewigen widerstrahlen sollte. Selbstvergessen lehnte er da und folgte mit verklärt«» Blicken jeder Bewegung der jungen Schönen.
Die würdige Matrone machte den Grafen Kesselstatt mit den Herren bekannt, die nicht allzu freundlich sich verneigten. Nur Kunz von Um schneiden, dessen Garn sich ohnedies zu einem Labyrinth gestaltet hatte, warf daS Wirrsal achtlos hin und umarmte den heim- kehreuden Jugendfteund so stürmisch, daß er nicht mit Unrecht einen Rippenbruch befürchtete.
liefen Eindruck auf Dankmar machte es, daß Jutta unv.rrnerkt ihm zuflüsterte:
„So spät kommt Ihr ? Warum ie spät, mein Freund?"
Zur Antwort blieb ihm keine Zett, de- n Frau von Zandt zog ihn zum Erker hin. Dar Alter ist geschwätzig. So wurde Graf Aesselftatt fast mehr als er zu wissen begehrte, und als er in feiser erklärlichen Zerstreutheit darauf achten konnte, über daS Ergehen der Familie in den letzten zehn Jahren unterrichtet. Dann aber mußte er auf Bitten der alten Dame von seinen Abenteuer erzählen. Seinesrischen Schilderungen hatten znr Folge, daß alle aufmerksam wurden und lauschten, daß er unvermerkt der Mittelpunkt deS kleinen Kreises wurde.
„Auch Jutta hatte sich erhoben und stand, während er sprach, strahlenden Auges »or ihm. Die erste Gelegenbett ergriff sie zur Wiederholung der Frage:
„Warum, e warum kamt Ihr nicht eher?"
Dankmar lächelte.
„Warum? Nun, Ihr könnt Such denken, daß ich gestern bi» znr Nacht ans die ftanzösischeu Soldaten achten mußte, welche unser Schieß Dadenburg ihrer lefwetfiamfeü wert hielten. Hierbei erlaube ich mir, unsere Befitznngn» eurem besonderen Schutze z» empfehlen,' sagte er mit verbindlicher Verneigung gt(M Marquis de Bnsstz.
wieder die, Deutsche Tagesztg.' aus. Sie feie** im allgemeinen sowohl im Interesse der Volksvertretung als auch im Interesse der Beamten selbst bedenklich. Gewiß hätten die Landräte bisher in den Parlamenten zum Teil recht gedeihlich gewirkt. Nachdem aber durch die bekannten Maßregelungen die Regierung selbst den politischen Beamten die Ausübung eines Mandats gewissermaßen unmöglich gemacht habe, werde man also, um die Landräte nicht in schlimmen Konflikt hineinzuführen, andererseits aber auch, um das Mandat eines Volksvertreters nicht verkümmern zu lassen, grundsätzlich von Landrats- kandidatuxen alssehen müssen. Immerhin wird es zu weit gegangen sein, wenn man jede Land- rathSkandidatur unter allen Umständen ablehnen wollte. Wenn der in Frage kommende Beamte die nötige Festigkeit und Entschiedenheit zeige, und wenn er entschlossen sei, etwaige Konflikte auf sich zu nehmen und durchzufechten, dann liege kein Grund vor, seine Kandidatur lediglich deswegen zu bekämpfen, weil er politischer Beamter sei.
* Handelspolitische Verhandlungen Deutschlands mit der Schweiz stehen in näherer Zeit bevor. Ort und Zeit des Beginns dieser Verhandlungen sind jedoch, wie die ,Nat. Ztg' von unterrichteter Seite erfährt, noch nicht festgesetzt.
? Die Sozialdemokraten haben, wie gemeldet, am Sonntag eine Massenverbreitung von Flugblättern zu den Landtagswahlen in und bei Berlin vorgenommen. Dazu schreibt der /Vorwärts' stolz: „Die von früher her gewohnten Polizeischerereien fehlten bei der diesmaligen Flugblatt-Verbreitung gänzlich; wenigstens ist uns über solche Eingriffe keine Mitteilung zugegangen. Was es heißt, in Groß-Berlin eine Tätigkeit wie die vorgestrige zu entfalten, mögen einige Zahlen darinn. In den sechs Berliner Wahlkreisen kamen im ganzen 632 000 Exemplare des Flugblattes zur Verteilung, im Wahlkreise Teltow- Beeskow-Charlottenburg 173 350 und in Nieder- Barnim 98 500. Das sind im ganzen 903 850 Exemplare. Wer macht uns das nach?""
** Die Generalversammlung des sächsische» nationalliberale« Landesvereins nahm den Antrag des Landes-Ausschusses betreffs einer Wahlrechtsänderung in folgender Fassung an: „Die Reform darf sich nicht auf einige Abänderungen des bestehenden Gesetzes beschränken, andern muß das gesamte Wahlrecht von Grund aus, ohne Scheu vor Verfassungsänderungen in reiheitlichem Geiste neu gestalten. Insbesondere ordern und vertreten wir 1) direkte und geheime Wahl; 2) neue Einteilung der Wahlkreise unter Beseitigung der Scheidung zwischen städtischen und ländlichen, womöglich mit geographischer Abgrenzung; 3) Abstufung des Wahlrechts nach Klassen auf Grund der Einkommensteuer, sei es nach dem Pluralsystem oder durch Verbindung beider; Abänderung der in der Ersten Kammer bestehenden berufsständigen Vertretung nach der gegenwärtigen wrrtschastlichen Bedeutung der verschiedenen Gruppen. Geheimrat Böhmert, der bekannte Sozialpoliliker, konnte mit seinem Jungfer Jsengard", erwiderte Dankmar erstaunt und erfreut ob dieses unöermute en Verständnisses. „Da Jdr Gefallen an geistlicher Poesie habt, so sollt Ihr das ganze Buch, „TrutzNachtigall" benannt, auch lese«. Ich lege es in Eure Hände; Vater Spee wird nichts dagegen einzuwenden haben."
protestantischer Fürst Mitteldeutsch-1 die um die von Professor Schulte aufgefundenen lands in den Akten stark b los gestellt Akten gewoben wurde, nicht beteiligt, mit Bewerbe. Jedenfalls erkannte man schon, daß die dauern ihre kritiklose Verbreitung und die davon Angelegenheit nach den Gepflogenheiten des angeknüpfte Polemik beobachtet. Schon die Art Evangelischen Bundes in tendenziöser Weise ent- ihrer Aufnahme durch die ultramontane Presse stellt war. Da ihr aber amtlich keine Beachtung hatte kritiklose Beobachter stutzig machen müssen, geschenkt wurde, konnte die „antiultramontane" Der „Fall Schulte" eignete sich wirklich weder Preffe in der gehässigen Ausnutzung ungestört zur Ausspioni.rung einer konfessionellen Polemik fortfahren. Damit ist es nunmehr aber aus. noch zu Angriffen auf das Kultusministerium
Die .Deutsche Literaturzeitung', „das oder den Reichskanzler. tfic Bearbeitung wird
führende wiffenschaftliche Organ Deutschlands", ohne Zweifel ihren objektiv wissenschaftlichen
rote die ,Nat.-Ztg.' sie nennt, zerstört das Weg nehmen und durch politische Rücksichten
Märchen der Bundeskorrespondenz auf gründ irgendwelcher Art unbeeinflußt bleiben. Man zuverlässiger Informationen. Danach ist der wird die weiteren Publikationen des Historischen Sachverhalt folgender: Nach § 11 des Statuts Instituts ohne Nervosität abwarten und ihre des Preußischen Historischen Instituts besitzt das Ergebnisse wissenschaftlich gebührend registrierest Kuratorium das freie Verfügungsrecht über die können."
Arbeiten der Mitglieder des Instituts. Es hat Ob die Heißfporne des Evangelischen Bundes nach Vorlegung der Manuskripte und, nachdem und ihre Nachbeter sich das zur Lehre dienen der Wissenschaftliche Beirat zur Sache gekört lassen werden? Es wäre verwegen, so etwas zu worden ist, seine Entscheidung in dem Sinne hoffen. Bei der ersten besten Gelegenheit werden getroffen, daß die jeweilige Arbeit entweder unter sie sich wieder mit Heißhunger über jedes „Fünd- die Veröffentlichungen des Instituts ausgenommen lein" herstürzen, das sich gegen die „Ultramon oder daß sie dem Verfasser zu beliebiger wissen- tauen" verwerten läßt und mit dem man die schaftlicher Verwertung überlassen wird. Dem- Regierung allzu großer Nachgiebigkeit gegen sie gemäß war zunächst abzuwarten, bis das Manu- verdächtigen kann. Findet man nichts, so findet skript der Schulte'schen Arbeit fertiggestellt war. man ober man entstellt harmlose Tatsachen, bis Darüber sind aber natürlicherweise Monate ver- sie sich für die Zwecke des Evangelischen Bundes gangen. brauchbar erweisen. Wir sehen so voraus, daß
Nachdem jetzt das Manuskript dem Kuratorium man auch den „Fall Schulte" trotz der Dar- vorliegt, wird die Angelegenheit den statutmäßigen legungen der .Deutschen Literatur-Zeitung' noch Verlauf nehmen, und zunächst der Wissenschaft- weiter ausnutzen wird. Zum Widerruf von lrche Beirat damit besaßt werden. Daß für Unwahrheiten pflegen sich gewisse Leute ja „grund- dtese aber bei der Abgabe seines Gutachtens sätzlich" nicht herbeizmassen.
lediglich das Interesse der freien Forschung maßgebend sein wird, ist selbst- M"" verständlich. Es genügt in dieser Beziehung, | daran zu erinnern, daß Professor Harnack den ‘ ’ den Vorsitz im Beirat führt und dessen vier I 1 Ij übrige Mitglieder ebenfalls hochangesehene Historiker sind. Der gutachtlichen Aeußerung des Beirats darf also mit vollem Vertrauen entgegengesehen werden. Und daß das Kuratorium deren Votum seiner wissenschaftlichen Instanz sich auch in diesem Falle anschließen wird, ist ebenfalls mit Zuversicht zu erwarten. Aus dieser Darlegung wird sich für jeden Unbefangenen ergeben, daß in der ganzen Angelegenheit lediglich nach den aus wissenschaftlichen Erwägungen hervorgegangenen Bestimmungen der Historischen Instituts verfahren ist, und daß habet von einem durch fremdartige Gesichtspunkte geleiteten Eingreifen der Behörden nicht die Rede sein kann. Es gehört also auch das angeblich vom Reichskanzler empfohlene „Ignorieren" in das Gebiet der freien Ersindung."
Dazu bemerkt die ,Nat. Ztg.', die gewiß nicht für die „Ultramontanen" schwärmt, und vor zwei Jahren bei dem Spektakel über den „Fall Spahn" in den vordesten Reihen für die „voraussetzungslofe Wissenschaft" stritt, nüchtern: „Diese Aufklärung des genannten wissenschaftlichen Organs, dessen unabhängiger und anerkannt gediegener Charakter für ihre Zuverlässigkeit bürgt, ist in jeder Hinsicht dankenswert. Wir haben uns an der Koft>ortierung der Mär,
„Ich will tun, was ich vermag," entgegnete dieser artig in geläufigem Deutsch. „Doch," er lachte, „bauet nicht zu sehr auf meine Macht. Wenn letztere so groß wäre, wie Euer Verttauen darauf, so würde ich, das könnt Ihr denken, auch die Güter meiner Gastgeber vor Gewalttaten schützen."
Jutta drängte ungeduldig.
„Ihr sprecht von gestern, wo aber weiltet Ihr heute, daß Ihr so lange auf Euch warten ließet?"
„Vergebt mir, edles Fräulein. Der' erste Besuch in hiesiger Stadt mußte meinem väterlichen Freunde, dem edlen Jesuitenpater Friedrich v. Spee, gelten," erwiderte Dankmar ernst.
„Ach, Ihr kennt den Hexevpater! Erzählt uns von ihm," hieß er von allen Seiten.
Solcher Aufforderung entsprach Dankmar gerne. Mit Begeisterung schilderte er das liebenswürdige Wesen und da« verdienstvolle Wirken des seeleneifrigen Ordensmannes.
„Und Ihr fegt, daß Ihr ein von Spee geschriebenes Liederbuch bei Euch traget? Geschwind heraus damit, l^set uns ein Gedicht Eures Freundes vor!" tief Jutta lebhaft
„Mit Freuden tue ick dar," entgegnete Dankmar und zog daS Manuskript yervor. „Mir fällt die Wahl schwer. Doch waS suche ich lange? 8m Besten wird I es sein, wenn ich ein auf den heutigen Frühling bezügliches Lied wähle. So vernehmt denn:
„Der trübe Winter ist vorbei. Zurück der Kranich kehret. Nun reget sich der Vöglein Schrei, Der Nester Zahl sich mehret;
Laub allgemach
Dringt nun zu Tag, Die Blümlein bunt erscheinen: Sie Schlänglein krumm «-h'n lächelnd um
Die Bächlein kühl in Hainen.
Wohin man schaut, fast alle Wett
Tat sich znr Krende rüste»,
Inm Scherzen alles ist gestallt, 1