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Druck und Verlag der Suldaer Acttendruckeret in Sulda (Harmonie) Zemsprecher Nr. 9.
M 206»
fttlda, Donnerstag, den 10. September 1903.
30. Jahrgang.
Iubllarmsbeschlüsse der 50. Generalversammlung,
in den geschlossenen Versammlungen vom 24.-27. August 1903 zur Annahme gelangt.
(Fortsetzung.)
Bincenzverei«.
Die 50. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands empfiehlt wiederholt die Einrichtung von Vincenzvereinen an Orten, wo selbe noch nicht bestehen, und bittet insbesondere die katholischen Studenten und jungen katholischen Kaufleute, sich diesen Vereinen anzuschließen.
St. Regisvereirre.
Die 50. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands empfiehlt dringend, besonders in größeren Städten, im Interesse der kirchlichen und staatlichen Ordnung die Einrichtung von St. Regisoereinen zur Verhütung und Ordnung sogenannter wilder Ehen, Legitimierung unehelicher Kinder usw., wie solche Vereine schon in Köln, Düffeldorf, Krefeld, Aachen usw. bestehen.
St. Raphaelsverein.
Die 50. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands warnt dringend vor unüberlegter Auswanderung in überseeische Länder. Allen zur Auswanderung fest entschlossenen Glaubensgenossen aber empfiehlt sie, die Reise nur unter dem Schutze und unter der Führung des St. Raphaelsvereins zu unternehmen.
Die Generalversammlung bittet den hochw. Klerus, auf das Bestehen und die Ziele des St. Raphaelsvereins öfters hinzuweisen und den Auswanderern die Empfehlungskarten an die Vertrauensmänner des Vereins auszustellen.
Gleichzeitig empfiehlt die Generalversammlung, die Bestrebungen des Vereins tatkräftig zu unterstützen, sei es durch Erwerbung der Mitgliedschaft oder seitens der katholischen Presse durch öfteren Hinweis auf seine segensreiche Tätigkeit.
Schutz deutscher Katholiken im Auslande.
In Anbetracht der großen Gefahren, denen deutsche junge Mädchen, die in Stelle nach dem Auslande gehen, ausgesetzt sind, empfiehlt die 50. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands den Frauen-Klöstern, Mädchenschutz-Anstalten und Vereinen, welche sich mit dem Verdingen ihrer Schützlinge nach dem Auslande befassen:
1) Die an sie vom Auslande her gerichteten Anfragen um Dienstboten, Gouveranten rc. zunächst an die in den betreffenden Ländern bestehenden deutschen Anstalten zu verweisen,
(Die Adressen dieser Anstalten sind in München, Tegernstraße 2, und in Freiburg, (Schweiz), Peterstraße 12, zu haben.)
2) weder kontraktmäßig auf eine gewisse Zeit, noch auf Zusendung des Reisegeldes hin ihre Schützlinge zu verdingen, da beides den Mädchen viel mehr Schaden als Nutzen bringt, sondern
3) sich damit zu begnügen, sie den im Auslande bestehenden katholischen Anstalten zu empfehlen und zu unterstellen.
Der Hexenpater.
Erzählung aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges. Bon Antonie Haupt.
7 ------ (Nachdruck verboten.)
* „Warum wendet Ihr Euch mit den Beschwerden , nicht an den französischen Stadtkommandanten de Buffy ?
Ein Edelmann kann doch kein Unrecht wollen?"
Graf Casimir zuckte die Achseln:
„Es geht dem Marquis wie den Nürnbergern, die Keinen henken, ehe sie ihn haben. Von Ordnung ist I-a keine Spur mehr unter diesen Scharen. Wenn > aber einer beim Rauben gefaßt wird, verrät er die anderen nicht."
„Nun, so braucht sich keiner zu wundern, wenn wir unser Eigentum mit Waffengewalt schützen und uns wehren, so gut wir es können," erklärte Dankmar. Er befahl, sein Pferd zu satteln, rief die Reitknechte, die ihm schon im Kriege gedient hatten, rüstete sich \ mit eisernem Ringkraaen und Schwert, dann setzte er den blanken Helm mit wallendem Federschmuck auf. So ritt er eine Weile später, von den mit rangen , Feuerröhren bewaffneten Knechten begleitet, an dem ' uralten Dome vorüber auf den von hochgiebeligen Gebäuden begrenzten, vom Turm der Sankt Ganaoiphs- kirche überragten Markt.
»Run wandte er sich nach rechts, dem gewaltigen aus der Römer°estung, der Porta Nigra zur Sankt 1 Simeonskirche umgewcmdelten Bauwerke zu. Es kam dem jungen Grafen, dem Sohne der Stadt fast komisch vor, als er am stark bewachten Simeonstore den stanzösischen Söldnern seinen Paß vorzeigen mußte, ehe sie ihn durchließen.
Ein heiteres Land chaftsbild breitete sich im ersten Frühlinqssonnenschki» vor Dankmars entzückenden Augen aus. Nie hatte er die liebliche Schönheit des hier so weiten, von freundlichen roten Sandsteinfelsen «mrabmten Moselta!es so fnndig empfunden, als jetzt,
4) Obengenannte Vereine rc. sind besonders gebeten, ihre Schützlinge auch vvr Annahme einer Stelle auf Zeitungs-Anzeigen hin ohne vorherige genaue Erkundigung dringend zu warnen.
Der letzte Punkt betrifft auch speziell junge Kaufleute und Gesellen.
Jugend-Fürsorgevereine.
Die 50. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands empfiehlt dringend, namentlich für größere Städte und Industrie-Bezirke, die Gründung vonJugend-Fürsorgevereinen, und zwar, soweit örtlich möglich, unter Anlehnung an etwa bestehende Vincenz-Vereine.
Durch solche Vereine kann der gesetzlichen Fürsorge - Erziehung rechtzeitig vorgebeugt oder aber, wenn sie gerichtlich ausgesprochen ist, eine wirksame Unterstützung zu teil werden.
Die Jugend-Fürsorgevereine liegen daherimJn- tereffe der Familie, sowie der Kirche und des Staates.
Gegen den Alkoholismus.
1. Die 50. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands ruft die Lehrer und Erzieher geistlichen und weltlichen Standes, die Zuristen, Aerzte und Nationalökonomen zum Studium der Alkoholfrage auf dem Boden der christlichen Weltanschauung auf.
2. Die 50. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands empfiehlt als vorbeugende Mittel gegen den Alkoholismus die Erziehung der Jugend zu alkoholfreien Lebensgewohnheiten, das Darbieten von Ersatzgetränken in Familie, Wirtshaus und Vereinsversammlungen, Fort- bildungs- und Haushaliungsschulen, die ländliche Wohlfahrtspflege, Wohnungsfürsorge und Schul- sparkapen.
3. Die 50. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands wendet sich an die studierende Jugend, besonders an die Mitglieder der katholischen Studentenkorporationen, mit der dringenden Bitte, in den Kampf zur Reform der Trinksttlen, insbesondere zur Aufhebung des Trinkzwanges, einzutreten.
4. Die 50. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands empfiehlt dringend mit Rücksicht auf die durch den Alkoholismus verursachte moralische und materielle Schädigung des Volkes und in Anbetracht des Umstandes, daß neuerdings von Alters- und Jnvalidenversicherungs- anftalten, sowie auf Gemeindekosten Trinker zur Heilung in Trinkerheilanstalten geschickt werden:
a. die Unterstützung der drei katholischen H e i l st ä t t e n für männliche Alkoholkranke: Camillushaus in Werden a. d. Ruhr, Josephshaus in Waldernbach (Nassau) und Bernardsyof zu Maria-Veen, ferner die neugegründete Heilstätte für Frauen: St. Annahaus zu Mündt (Bez. Jülick);
b. die Gründung von Ortsgruppen des katholischen Kreuzbündnisses (Enthaltsamkeitsverein) und die Zuweisung der Trinker, der aus Trinker- und Irrenanstalten entlassenen Trinker zu demselben, sowie besondere Abteilungen desselben für die Jugend und die Frauen. (F. f.)
da er nach langen Jahren der Trennung das Heimatland wieder begrüßte. Grür umbuscht waren die roten Felsen jenseits des blinkenden Stromes ttoch nickt, alles in der Natur war erst im Werden begriffen ; doch umschwebten die noch kahlen Bäume und Sträucher ringsum schon jener gewisse grüngoldene Schimmer, welcher von den schwellenden Knospen ausgeht und mehr geheimnisvollen, ahnenden Reiz in sich schließt, als alle Pracht der voll entwickelten Blätter uad Blüten. Mit Wonne gab Dankmar sich den frischen Eindrücken der schönen wechselvollen Umgebung hin. Er wollte sich den herrlichen Morgen nicht trüben lassen durch den Gedanken an das furchtbare Verhang"is, welches über dieser dem Lenze entqegenknospenden hohen Landschafe schwebte. Wozu auch? Er war ein lachender Philosoph und suchte, gleich allen tater-luftigen, ihrer Kraft bewußten Menschen, in jeglichen Wechselfällen des Lebens die heitere Seite hervor. Ein Glück schon war es, die frische, reine Frühlingslust zu atmen und mit dem Vogel um die Wette üoer das duftende Erdreich dabiuzmtürmen.
An der Schweicher Fabrte ließ Graf Dankmar mit seinem Gefolge fick vermittelst der großen „Ponte" über die schillernde Mosel setzen. Es war so still ringsumher, die goldenen Stromeswellen nur plätscherten und fangen, während das Fahrzeug über die Wogen glitt. Die Wellen des heimischen Stromes grüßten, sie rauschten und flüsterten ein helltönendes Lied voll froher Verheißungen. Ja, wie das Vorgefühl eines nahen unaussprechlichen Glückes kam es über den Heimgekehrten. Mit den Lerchen hätte er in dieser Frühltngeherrlichkeit gen Himmel fliegen mögen und gleich ihnen aus voller Brust ein Lied in die Lüste hinausjubeln mögen. Selbst sein Goldfuchs schien von erhöhter Lebensfreude beseelt. Roß und Reiter flogen am jenseitigen Ufer mit Windesschnelle über die Lenzes- fluren dahin, so daß die Diener nicht zu folgen vermochten.
Dankmar langte eben an einer Biegung an, wo
Berlin, den 9. September 1903.
* Gegen die Bestimmung, daß bei den preussischen Laudtagswahlen die Drittelung nach Maßgabe der Steuerfummen in jedem einzelnen llrwahlb ezi rk besonders zu erfolgen hat, wendet sich die .Freisinnige Zeitung'. Sie zeigt an einer Reihe von Beispielen, welchen „Widersinn" diese Bestimmung zur Folge habe, da in dem einen Bezirk viele Tausende von Mark dazu gehörten, damit einer in der ersten oder zweiten Abteilung wahlberechtigt sei, während in dem benachbarten Bezirke nur ein paar Mark dazu gehörten; hier wählt man mit 200000 Mark Steuern noch nicht einmal in der ersten und mit 80000 Mark noch nicht einmal in der zweiten, dort genügen 95 Mark sür die erste und 18 Mark oder weniger für die zweite Abteilung. Aus diese Verschredenh it ist schon oft hingewiesen worden. Aber dieser „Widersinn" ist gerade gewollt; er soll das Unrecht, das unser Dreiklassenwahlrecht mit sich bringt, wenigstens einigermaßen mildern. Das Zentrum wird seine Zustimmung zu der Aushebung der Bestimmung über die Drittelung der Urwahlbezirke nicht geben, solange nicht sonst eine Reform des Wahlrechts vorgenommen wird.
** Zur Förderung des Deutschtums in den Ostmarken ist nach der ,N. P. Korr/ von der Staatsregierung die Umwandlung mehrerer privater höherer Lehranstalten in der Provinz Posen in Staatsanstalten in Erwägung gezogen worden.
§ Die Behauptung der sozialdemokratischen Franssurter ,Volksftimme', daß das Justiz- ministerium einen neuen Erlaß habe ergehen lassen über ein schärferes Vorgehen in Fällen, wo es sich um eine Majestätsbeleidiguug durch die sozialdemokratische Presse handeln könnte, ist, wie die,Post' hört, erfunden. Ein solcher Erlaß ist nicht ergangen. Warum wird das aber nicht in der jjlorbx Allg. Ztg/ erklärt? Dann wäre man doch sicherer.
§ Die Meldung, daß die Zensurbehörde in einem von Breslauer Rektoren und Lehrern zusammengestellten Lesebuche denjenigen Passus gestrichen habe, welcher einige Proben aus dem Inhalt der preußischen Versagung wiedergebe, wird jetzt in Abrede gestellt. In dem betreffenden Artikel seien die von der ,Bresl. Ztg.' mitgeteilten Sätze gar nicht enthalten, sondern es werde der Satz aufgeführt und mit einigen Worten erläutert, welche von der Gleichheit aller Preußen vor dem Gesetz handelt, und ferner Artikel 21, welcher allgemeine Schulpflicht, und endlich Artikel 34, der die allgemeine Wehrpflicht festsetzt.
[:] In der Leitung der Kuustangelegen- heiten im preuß is ch en K u l tusm inist?rium ist neuerdings eine Aenderung eingetreten. Das Dezernat für neuere Kunst, welches bisher Geh.
sein Reitweg sich mit der auch von Trier kommenden Heerstraße des linken StromnferS oereiniate. Da vernahm er leichten Hufschlag. Seine Hand tastete gewohntermaßen unwillkürlich nach dem Schwerte; rasch aber ließ er sie finken, und der kräftig entschlossene Ausdruck seines männlich schönen Gesichts verwandelte sich in den glühender Bewunderung. Träumte er, was er sah, erlebte er ein Märchen, oder erschien ihm das wirklich?
Aus milchweißem Rosse, das so leicht dahersprengte, als berührt: es mit den Hufen kaum die Erde, erschien vom Sonnengolde umstrahlt, eine Frauengestalt von bezaubernder Schönheit. Ein himmelblaues filber- durchwirktes Gewand umschloß die edelschlanken Formen der hohen majestätsschen Gestalt. Ein runder H. t mit wallender weißer Straußseder krönte das feingeformte Haupt der Reiterin. Aschblondes Hgar umrahmte in Fülle das regelmäßig geschnittene, nur leise gerötete Antlitz, es flatterte im Winde und senkte sich in üppigen Wellen bis auf den brillantengeschmückten Gürtel hinab.
Mit einem Flüsterwort hatte Graf Keflelstatt den Goldfuchs zum Stehen gebracht und hielt nun wie eine Bildsäule am Scheidewege. Unverwandt schaute er nach der Reiterin. Warum nur erschauerte er? Warum nur drängte sich bebend ein Wort ihm auf die Lippen: „Margarethe!"
Di: schöne Reiterin wendet den freien Kopf und sieht ihn voll mit so wunderbar tiefen Augen an, daß er sein Herz stärker pochen suhlt. Es find blaue Augensterne, die aufleuchten voll feuriger Glut und dabei doch wieder saust und mild unter tiefschwarzen Brauen blicken, die sehnsüchtig flehen und dann siegesgewiß erglänzen.
Dar.tmar fühlte sich bewegt, wie nie zuvor. Fassungslos starrt er der Erscheinung nach, lange Zeit. Er sieht nicht den kleinen Dienertrotz, der ihr folgt, und der ihn lächeln' betrachtet. Wie aus tiefem Traume erwachte er endlich, schaut befremdet umher und streicht mit der Hand über die Stirn Die Lerchen fingen über ihm. Der blaue Himmel lacht droben genau so,
Oberregierungsrat Müller verwaltete, ist dem Geh. Ober-Regierungsrat Schmidt übertragen worden. Gebeimrat Müller hat sich mit besonderem Interesse seit Jahren den Angelegenheiten der Großen Kunstausstellung als Vertreter der Regierung in der «usstellungs-Kommission gewidmet.
[*] Die Berliner Jugend hatte in der vorigen Woche drei schulfreie Tage; am Montag wegen der abgesagten Parade, am Dienstag wegen der abgehaltenen Parade, am Mittwoch wegen des Sedanfestes. Die Sache hat vielfach zu scharfer Kritik Anlaß gegeben, namentlich auch wegen der Art, wie diese „Ferien" einfach durch die Polizei verfügt und vor den Schulen durch Schutzleute verkündet wurden. Die sozialoemokratische Fraktion der Stadweroronetenversammlung hat nun folgenden Antrag eingebracht: „Die Versammlung ersucht den Magistrat um Auskunft, ob und welche rechtlichen Vorschriften bestehen, wonach der Polizeipräsident von Berlin in der Lage ist, den Leitern städtischer Schulen Anweisung über den Ausfall des Unterrrchis zu erteilen." In Magistratskreisen hält man den Polizeipräsidenten zu diesem Schritte für berechtigt, da er auf ministerielle Anweisung gehandelt habe; doch wird zugegeben, daß sich der verantwortliche Minister eigentlich an das Provinzialschulkollegium hätte wenden müssen. Das sei unterblieben, weil die Anweisung auf diesem Umwege zu spät an dis Schulen gelangt wäre. Ob lamit die Umgebung des Instanzenweges genügen '' gerechtfertigt ist, will uns zweifelhaft erscheinelt.
§ Der Redakteur des /Vorwärts' Leid ist bekanntlich am Samstag wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Wie der .Vorwärts" mitteilt, geschah dies auf Veranlassung des Kammergerichts. Dies hat nicht nur den Fluchtverdacht verneint, sondern es hat auch ausdrücklich betont, daß die konfiszierten Kaifer- insel-Notizen nicht derart gehalten seien, daß dringender Verdacht der Majestätsbeleidigung behauptet werden könne.
* Ein erster nicht sozialdemokratischer Arbeiterkongress findet Sonntag, den 25., und Montag, den 26. Oktober, in Frankfurt a. M. statt. Den Vorsitz führt Franz Behrens, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeitervertreterwahlen und soziale Angelegenheiten in Berlin. Es soll auf dem Kongreß verhandelt werden über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine, über das Koalitionsrecht, das Vereinsund Versammlungsrecht und über die Errichtung von 91: beitskammern. Referenten sind die Herren: Schiffer, Vorsitzender des Zentralverbandes christlicher Textilarbeiter, Bärrn, Vorsitzender des Evangelischen Arbeitervereins Frankfurt a. M., Schack, Vorsitzender des deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes, und Giesberts, Sekretär der katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands.
* Der gesamte Ueberschwemmungs- schaden in der Provinz Schlesien beträgt nach der .Schlesischen Zeitung' mehr als 20 Millionen Mark. Es sind 81,000 Hektar
wie es war, ehe er sie erblickte. Nein, nein, es war kein Traum, dort über dem Buschwerk wehen ttoch einmal die weißen Federn, flatterte ein Ztp>el des blauen Gewandes, die herrliche Jungfrau mit den wundersamen Blauaugen ist ihm wirklich erschienen.
Wieder griff er an die Stirn. Warum nur mutzte er bei ihrem heißen, verzehrenden Blicke an die milde Margaretha, an daS Ideal seiner Jugendträume denken, an die Gespielin, um die er werben wollte, und bte ihm nun entrückt war? Unwillkürlich dachte ec wie der Bolksmund sich erzählt, daß die Hexen und Zauberinnen um Männer anzulocken, die Gestalt der verlorenen Geliebten annehmen. Fast ohne es zu wissen, fummte er ein volkstümliches Lied: „Das ist die Zauberei." m _
Gleich darauf aber lachte er laut. „Barer Spee, Vater Spee, wenn Ihr Eueren Schüler gehört hättet! Mir geht ein Licht auf: Wer anders könnte dteschöne Zauberin gewesen fein, als Jutta v. Zandt, dte Schwester Margarethens! Ein Hofgut derer v. Zandt liegt ja hier fast an der Heerstraße. Laß fehrn! Richtig da biegt das Fräulein samt feinem Gefolge in den Feldweg ein, und dort über der Mauer zeigen sich auch die Giebel und Türmchen des altvertrauten Edel- Hoses, wovon ich ja die Schlüssel in der Tasche trage. Ihr nach, ihr nach!"
Ein toller Uebermut bemächti te sich seiner
Was ist das? Die junge Herrentochter scheint keinen Einlaß zu finden. Noch immer hält sie mit de» ungeduldig scharrenden Rosse, mit dem Gefolge vor der Hofmauer; und je näher Dankmar kommt, je deutlicher vernimmt er das rastlose Pochen des eisernen Türklopiers. Vergebens, Alles scheint wie ausgestorben. Niemand öffnet. Grak Kesse statt lachte:
„Da komme ich ja wie gerufen." Er gab be« Goldfuchs die Sporen und verneigte sich im nächsten Augenblicke schon ritterlich vor der Dame: ,
„Ich bemerke, mein edles Fräulein, daß dte Tore Eurer väterlichen Besitzung sich Euch hartnäckig verschlossen zeigen. Gestatret Ihr, daß ich öffne?