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39. Jahrgang

Druck und Verlag der ZuldaerActiendruckere' in Zulda (Harmonie) Zernsprecher Nr 9.

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Monatrbeilage:Zuldaer Geschichtrblätter"

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flllM Mittwoch, den 9. September 1903

Verantwortlicher rchriftleiter-.Ios.vaum y par$£fltrin Fulda. WvcheNbeÜÜgt I n

** Der verband katholischer Arbeiter­vereine Westdeutschlands.

Jahrzehnte lang hat die Arbeit zur Hebung der Arbeiterklasse fast ausschließlich auf den Schultern sozialgesinnter Arbeiterfreunde, vor allem aus den Reihen der Geistlichen, gelegen. Seit Milte der 80er Jahre sehen wir aber auch in den Reihen der katholischen Arbeiter das kräftige Bestreben sich regen, selbst Hand zu legen an das Werk der sozialen Hebung ihrer Klasten. Anregung und Schulung dafür fanden sie m den katholischen Arbeitervereinen. Als Früchte btefer sozialen Schulung nennen wir nur die rege Be­teiligung der katholischen Arbeiter am politischen Leben innerhalb der Zentrumspartei und die Entwickelung der christlichen Gewerkverelne

Die Arbeitervereine Westdeutschlands dürfen sich rühmen, daß in ihrem Bereiche die chnst- lichen Gewerkvereine die größte Entwickelung ge­funden haben. Sie stehen zugleich aber auch, weil im industriereichen Westen unseres Vater­landes, vor den schwierigsten Aufgaben sowohl der positiven Sozialreform wie der Abwehr der Sozialdemokratie. Um so wichtiger ist für sie der Zusammenschluß zwecks gemeinsamen Vor- gehens. Dieser ist gefunden in dem 1900 ge­gründeten V erb an de katholischerArbeiter- v er eine Westdeutschlands, dem heute 311 Vereine mit 63700 Mitgliedern ange- hören. Angeschlossen sind die Diözesanver­bände Köln, Münster, Hildesheim, Paderborn, Fulda, ferner mehrere Arbeiter­vereine der Diözesen Osnabrück und Lim­burg, in denen bis jetzt noch keine Diözefan- verbände der katholischen Arbeitervereine bestehen. Als Ziele stellt sich der Verband: 1) gemeinsame Stellungnahme zu wichtigen Fragen der christ- lichen Sozialreform, 2) Schaffung und Verbreitung von gemeinsamen Einrichtungen zur geistigen und wirtschaftlichen Hebung des Arbeiterstandes, 3) Verbreitung eines Verbandsorgans, 4) Ver­anstaltung von Verbandslagen der Präsides und Delegierten der Arbeitervereine. An der Spitze des Verbandes steht ein Verbandsausschuß, ge­bildet aus je dem Diözesanpräses und einem von der Generalversammlung gewählten Vereins­präses in den einzelnen Diözesen. Den an­geschloffenen Diözesanverbänden und Arbeiter- vereinen bleibt vollständige Selbständigkeit be­wahrt. Verbandsvorsitzender ist zurzeit Diözesan­präses Dr. Pieper-M.-Gladbach. Als Ver­bandsorgan gilt die .Westdeutsche Ar­beiter-Zeitung' in M.-Gladbach, in welcher alle ofsiziellen Mitteilungen des Verbandes ver­öffentlicht werden. Von diesem Verbandsorgan hat jeder angeschlossene Verein wenigstens ein Exemplar zu halten.

Als besondere Aufgaben stellte der Ver­bandsausschuß für die nächste Ze'taufdie För­derung der christlichen Gewerkoereine, der sozialen und apologetischen Unterrichts­kurse und die Gründung von katholffchen Ar­beitersekretariaten in den einzelnen Jn- dustriebezirken. Ferner soll dahin gewirkt werden, daß auf dem Lande, von wo alljährlich zahlreiche junge katholische Leute in die Jndustriebezirke abwandern, der jüngeren Männerwelt eine ge­diegene soziale und apologetische Schulung durch Jugendoereine und insbesondere Ausbreitung deS Volksvereins für das katholische Deutschland ge­boten wird. Auch für das Jahr 1904 wird der westdeutsche Verband gemeinsam mit dem süd­deutschen Verbände das Arbeiter-Taschenbuch her­ausgeben, welches im Verlage der ,Germania' erscheint. Die Anschaffung desselben robb den Mitgliedern der angeschlossenen kathol. Arbeiter­vereine dringend empfohlen.

Die Verbandsleitung wird ferner dahin wirken, daß in den Diözesen Osnabrück und Limburg ein Diözrsanverband der katholischen Arbeitervereine gebildet wird. Voraussichlich wird auch bald ein Verbandstag von Präsides und Delegirten der Arbeitervereine Westdeutsch­lands stattfinden. Das VerbandSorgan, die Westdeutsche Arbeiter-Zeitung', hat außer in der Diözese Köln vor allem in den Diözesen Münster und Fulda eine zahlreiche Verbreitung und großen Beifall gefunden. Die Gewinnung von weiteren Abonnenten, womöglich unter obliga­torischer Einführung in den einzelnen Vereinen, wird eifrig gefördert werden, da grade dasÄerbands- organ das wirksamste B.ndemittel für die dem Ver­bände angeschlossenen Vereine bildet. Ebenso wird die Gründung von Zahlstellen der Zentral-Sterbe- kasseLeo" in Köln und der Zentral - Kranken­

geld-Zuschußkasse in Düsseldorf überall dort nach­drücklich gefördert werden, wo keine selbstandlgen lokalen Unterstützungs-Kassen dieser Art bestehen. Da manche dieser örtlichen selbständigen Kassen auf schwachen Füßen stehen, werden diese gut tun, sich den genannten Verbands-Kassen anzu- chließen. Ferner wird in den einzelnen Diözesen eifrig Bedacht genommen werden auf Gründung weiterer katholischer Arbeiter-Vereine. Auf Be­zirks-Delegiertentagen, die im nächstfolgenden Winter speziell in der Erzdiözese Köln gemäß Beschluß des jüngsten Delegiertentages abgehal­ten werden sollen, wird insbesondere die Grün­dung neuer Arbeitervereine und die Werbung neuer Mitglieder für die schon bestehenden Ver­eine ein wichtiger Gegenstand der Beratungen sein. Immer mehr bricht sich in den Arbeiter­vereinen auch die Ueberzeugung Bahn, daß ihre soziale und apologetische Tätigkeit Stützpunkte finden muß in katholischen Arbeiter-Sekretariaten, deren heute in Westdeutschland bereits 5 bestehen. Die Gründung zweier weiterer ist in Vorbereitung.

Mit Eifer und Tüchtigkeit tritt für die den modernen Aufgaben entsprechende Ausgestaltung der katholischen Arbeitervereine das Verbands­organ der westdeutschen Vereine, dieWestdeutsche Arbeiterztg.', ein. Was aber wichtiger ist, in immer mehr Vereinen regt sich das Streben intelligenter Arbeiter nach gründlicher Schulung für eine selbständige Betätigung im öffentlichen Leben. Erst dadurch auch ist die Gewähr gegeben, daß die katholischen Arbeitervereine ein trieb­kräftige Leben entwickeln werden. Die Zeiten sind vorbei, da man vielleicht zufrieden sein konnte, wenn die Arbeitervereine alsBewahrungs vereine" ihre Pflicht taten. Heute erfüllen sie ihren Zweck nur dann, wenn sieEroberungs­vereine", Kerntruppen der katholischen Arbeiter­bewegung in der Abwehr der Sozialdemokratie und vor allem in der Förderung der christlichen Sozialreform sind. __

* Zur Geschichte -er Ansichtspostkarte.

Schon zu Anfang des vorigen Jahrhunderts konnte man die Vorläufer der heutigen Ansichts­postkarte finden, die in Gestalt von Stamm- und Gedenkbuchblättern aus Kupferdruckpapier ver- kalfft wurden. Ein Verleger, Widerhold in Göttingen, war auf den Gedanken gekommen, von den Hauptstädten und den sehenswürdigsten Punkten Deutschlands eine größere Serie Bilder, etwa in Form unserer Postkarten, in der Art anfertigen zu lassen, daß auf ihnen noch Raum zum Beschreiben frei blieb. Diese Karten wurden mit einer Widmung versehen und bei Gelegen­heit den Freunden ober Verwandten als Andenken überreicht. Durch die Post konnten die Blätter nicht versandt werden, sie mußten in einem Um­schlag mit Adresse der Post übergeben werden. Dies waren die Vorläufer der Ansichtspostkarte, diese selbst wurde im Jahre 1875 zuerst gedruckt.

Der Ursprung der Karte ist interessant. Der Oldenburger Kalender ,Der Volksbote' hat wohlbegründeten Anspruch erhoben, der Erfinder der Ansichtspostkarte zu sein, und es ist ihm so­gar möglich, genau den Tag zu nennen, an dem die erste derartige Karte das Licht der Welt er­blickte, es war der 7. Oktober 1875. Die Ver­anlassung dazu gab eine Rheinreise, die der Hofbuchhändler und Herausgeber des ,Volksboten' A. Schwartz mit dem Pfarrer Rüthge aus Pleizenheim und Bankdirektor Lüpke ausMeiningen machte. Eines Tages unternahmen sie eine Fahrt auf dem DampferGermania", den bei feiner Reise das Unglück traf, daß seine Maschine un­tauglich wurde, so daß die Passagiere ans Land gesetzt werden mußten. Am Abend wurde die Rettung bei einer mächtigen Pfirsichbowle in heiterster Stimmung gefeiert und zur Erinnerung an diese fröhlichen Stunden der nach dem guter Enghöllerwein genannteEnghöllerbund" gestiftet und verabredet, in regelmäßige Korrespondenz miteinander zu treten. Aber nur Herr Schwartz hielt Wort, der auf die originelle Idee kam, au einem zur Postkarte hergerichteten Karton einen Abzug von einem kleinen Gubitzschen Original- Holzschnitt, der im ,Volksboten' das LiedFünf­malhunderttausend Teufel" illustrieren sollte, machen zu lassen und mit einer lateinischen Mahnung versehen, am 7. Oktober 1875 seinem Freunde zu übersenden. Sofort erhielt der Er­finder diesen hübschen Idee eine Antwort, in der ihm volle Anerkennung ausgesprochen wurde. Herr Schwartz ließ nun aus seinen Holzschnitt­vorräten eine Serie von 25 Abzügen zusammen- ftellen, die im Herbst im Handel erschien und der im nächsten Frühjahr eine zweite zum Preise von 50 Pfennig folgte. Es waren dies also die ersten im Handel vorgekommenen Ansichtspost­karten. Fünf Jahre vorher hatte der Verleger Schwartz einmal schon eine ähnliche $arte mit einem kleinen Soldalenbildchen und einem launigen

Berschen an seine Schwiegereltern in Magdeburg, wo diese sich kurze Zeit aushielten, gesandt.

Eine sogenannte Bilderpostkarte, eine mit einer Handzeichnung versehene Karte, wie ähn­liche nachweislich vom Kriegsschauplatz 1870/71 mit humoristischen Handzeichnungen schon verschickt worden sind, hatte, laut ,Voss. Ztg.', Herr Schwartz zur Zeit des Krieges einmal alsBier- cruß" an seine Freunde ins Feld gesandt. Er jatte, da, wie vielleicht viele sich noch erinnern werden, von unseren tapferen Kriegern zu den Tönen der Gavotte von Louis XIII. der Anfang des Rückertschen Gedichtes:Siehe, keinen Tropfen Wasser schluckt das Huhn, ohne einen Blick zum Himmel auf zu tun rc." gesungen wurde, auf die Karte ein zum Himmel auf» blickendes trinkendes Huhn gezeichnet und die Gavotteverse darunter geschrieben. So ist aus der gezeichneten Karte später die gedruckte An- ichtskarte entstände', die man jetzt in jedem leinen Orte findet. Das hervorstechende Merk­mal der Ansichtskarten ist aber ihr inoffizieller Charakter, da sie völlig der Privatspekulation überlasten ist, der sie ja auch ihren Urjprung verdankt. Die Postverwaltungen legten zuerst diesem neuen Zweig der Industrie vielerlei Be- chränkungen auf, ließen aber später, als sie den ;roßen pekuniären Gewinn, der ihnen durch die Versendung dieser Karten erstand, erkannten, der Phantasie und Unternehmungslust der Unter­nehmer freien Lauf, nur mit der einen Be- chränkung, daß die Adreßseite den für die ge­wöhnlichen Postkarten vorgeschriebenen Text zeigen und die Karte das übliche Format und die un­gefähre Qualität des Papiers in Bezug auf das Gewicht haben muß. Der inoffizielle Charakter prägt sich jedoch vor allem darin aus, daß ihr 'ein Wertstempel aufgedruckt ist. Die Frankierung muß durch Aufkleben der Marken geschehen. Im Weltpostverkehr unt-rliegt sie dem höheren Porto- ätz, nur daß die betreffende Ansichtskarte den iblichen Formalitäten in Bezug auf den amt­lichen Text auf der Adreßseite nicht unterworfen st, was den Verkehr in dieser Beziehung er­leichtert.

Von jeder Stadt, ja, von jedem Dorf gibt es jetzt die mit den Sehenswürdigkeiten ge­schmückten Karten, die sich die ganze Welt er­obert haben. Die Ansichtskarte hat selbst in ene Staaten jetzt Eingang gefunden, die sich zuerst hartnäckig ihrer Einführung widersetzten, wie Frankreich, Japan und England. Auch in Amerika gab es Hindernisse. Die Karten, die in Amerika in allen Hafenstädten und großen Binnenstädten verkaust wurden, sind meistenteils in Deutschland angefertigt. Nachdem viele Mil­lionen solcher Karten hergestellt waren, entdeckte man, daß man einen großen Fehler begangen hatte, man hatte die Karten in dem in Deutsch­land üblichen Format hergestellt, während die offizielle nordamerikanische, von der Bundes­regierung herausgegebene Karte etwas kleiner als die deutsche Postkarte ist. Die Postver­waltung bereitete daher der Versendung dieser Karten die größten Schwierigkeiten, einesteils wegen der Größe, anderenteils, weil auf der Karte ein längerer Aufdruck in englischer Sprache fehlte, wodurch die Postkarte ausdrücklich als Privatpostkarte bezeichnet wurde. Die Postkarte wurde daher als Brief behandelt und mit Brief­porto belastet, so daß die Empfänger, die solche Karten aus Nordamerika erhielten, jedesmal Strafporto zahlen mußten. In Südamerika jedoch legte man der Beförderung der bunten Karten nichts in den Weg, sondern man in­teressierte sich sehr für sie; in Argentinien und Brasilien betrachtete man die Versendung dieser Karten mit Ansichten des Landes sogar als eine sehr günstige Reklame für bas Land und eine Anregung zur Auswanderung. Die Beförderung der nordamerikanifchen Postkarten als Briefe und nicht als Karten hatte viele Klagen zur Folge, fo daß sich der Staatssekretär oes deutschen Reichspostamtes entschloß, eine ausführ­liche Vorstellung in dieser Sache an den amerika­nischen General - Postmeister gelangen zu lassen. Dieser erließ Herauf am 24. Dezember 1901 eine Verfügung, wonach das Format der deutschen Reichspostkarte und der danach an gefertigten An­sichts-Postkarten Nordamerikas für gültig und zu­lässig erklärt wird. Die Streitigkeit waren so­mit zu gunsten unseres Formates beigelegt wor­den. Nur ein kleiner Unterschied ist insofern ge­macht worden, als die Karten, die im deutschen Format hergestellt sind, den Aufdruckpost card und die kleineren nordamerikanischen Karten den Aufdruckpostal card tragen. So hat die An­sichtskarte sogar auf den Postoerkehr eingewirkt.

Gerade in der letzten Zeit, da fast täglich Neuheiten in Postkarten erscheinen, hat sich die Entwickelung in der Ausführung der Karten ge­hoben. Nicht nur Ansichten oder derartiges zeigen die jetzt erscheinenden Karten, sondern vielfach

künstlerisch ausgeführte Verkleinerungen großer gerühmter Gemälde, manchmal wahre kleine Kunst­werke in der Ausführung, sogar Handzeichnungen lerühmter Meister findet man auf diesen lieb» ichen Karten. Ganz erklärlicherweise sind diese Karten daher ein allgemein beliebtes Sammel» Dbjett geworden und werden, trotzdem ihre Feinde chon vor Jahren prophezeit hatten, daß die Mode les Ansichtspostkarten-Sammelns sehr bald Nach­lassen würde, wohl noch lange den Markt be= errschen. Die Ansichtskaäen-Jndustrie sieht kraft

ijrer Neuerscheinungen immer noch einer guten Zukunft entgegen.

Der Proviantverbrauch des Norddeutschen Lloyd im Jahre 1902.

Wie mit der Einstellung immer größerer und schnellerer Dampfer der Kohlenverbrauch )er Rhedereien immer mehr zunimmt, so wächst auch ihr Proviantverbrauch mit der durch die Vergrößerung der Flotte zunehmenden Be- atzung und mit der steigenden Anzahl der be­orderten Passagiere.

Im Jahre 1902 hatte der Norddeutsche Lloyd auf feinen Dampfern, welche, auf ihren Fahrten insgesamt 5,781,000 Seemeilen durch- tefen und dabei 1,240,000 Tonnen Kohlen im Werte von 20'/» Millionen Mk. verbrauchten, 334972 Reifende und die 12 700 Mann starke Besatzung zu verpflegen. Der hierfür ver­wendete Proviant hatte einen Anschaffungs­wert von über 13 Millionen Mark. (In dieser Summe ist der Proviantverbrauch für die Dampfer der indo-chinesischen Küstenfahrt nicht enthalten, da auf diesen Schiffen die Verpflegung in den Händen der Kapitäne liegt.)

An Fleisch von Schlachtvieh wurden über 73 000 Zentner verbraucht. Darunter be« inden sich nicht weniger als 3958215 Pfund risches Rindfleisch, 469,639 Pfund frisches Hammelfleisch, 18566 Stück Schinken u. a. m.

Der Verbrauch an Fischen und Schalen­tieren belief sich auf etwa 1776500 Pfund, unter denen 495 771 Pfund frische Fische, 469 258 Stück frische Austern, 125 390 Clams und 70841 Stück Krebse sind.

Dazu tarnen noch über 509000 Stück Ge- flüget und Wild. Darunter nicht weniger als 211936 Stück Kücken, 52860 Stück Enten, 21197 Pfund Rehwild und 2472 Hasen.

Von Konserven wurden 691093 Büchsen und Gläser verbraucht. Ferner eine Unmenge von Gemüsen, Mehl, Kolonialwaren, Südfrüchten u. a. Zum Beispiel 310 003 Pfund Sauerkohl, 202 099 Pfund Erbsen, 287333 Pfund Bohnen, 3567 200 Pfd. Weizen- und 629 800 Pfund Roggenmehl, 320 716 Pfund gerösteter Kaffee, 27 369 Pfund Tee, 14 005 740 Pfund Kartoffeln, 4262820 Stück Eier, 1835970 Stück Apfelsinen und Mandarinen, 1048895 Stück Zitronen, 671670 Stück Birnen u. a.

Entsprechend dem Verbrauch an Nahrungs­mitteln war auch der an Getränken. Nicht weniger als 284715 Flaschen Wein, darunter 41008 Flaschen Champagner, wurden ver­schenkt, ferner 19 320 Flaschen Kognak, 1879 799 Liter Lagerbier und 395496 Flaschen Mineralwasser.

Für die Konservierung von Proviant und Getränken dienten 23 353186 Pfund Eis.

Alles in allem dürfte der Proviantverbrauch des Norddeutschen Lloyd etwa dem einer Groß­stadt von 150060 Einwohnern entsprechen, ein treffender Beweis dafür, von weich' bedeutendem nationalwirtschaftlichen Werte unsere großen Rhedereien sind und wie gut sich's auf ihren Dampfern leben läßt.

vermischtes.

* Brüssel, 8. Sept. 1903. Der Kongreß für Volkshygiene hielt heute die letzte L-itzung ab und wählte Berlin zum Ort des nächsten Kongresses, per 1907 statifindet.

* New-York, 8. Sept. 1903. Nach Meldungen, die ein in New-Orleans eingetroffener Dampfer über­brachte, wurde die Stadt San-Miguel in Yucatan durch einen Orkan zerstört.

* Charakterzüge von Papst Pius X. erzählt der römische Korrespondent des,stigaro': Die Ernennung des Monsignore Cavallari, Pfarrer des Kirchspiels Castello in Venedig, zum Generalprovikar des Patri­archats von Venedig, hat Pius X. von einer sehr charakteristischen Seite g zeigt. Als die Ernennung be- schloffen war, ließ er ihn telegraphisch sofort nach Ro>.n berufen. Dee Pfarrer begab sich nach seiner Ankunft in den Vatikan und wurde von Pius X. empfangen. Inmitten der Unterhaltung sagte der hl. Vater plötzlich: ®u weißt, daß ich Dich am nächsten Sonntag zum Bischof weihen lassen werde." Der brave Pfarrer sprang auf und stammelte:Aber, hl. Vater, ich habe nur meine Soutane als Pfarrer bei mir und . . . bin nicht vor- bereitek."Sorge Dich nicht darum, ich werde für das Nötige Rat schaffen." Dann klingelte er nach seinem Kämmerer Mgr. Bi-letti und gab ihm folgenden Auf- t ag: ,Sie werden für den Herrn Pfarrer hier ein Bischofsgewand anfertigen lassen, für alle Kosten der